Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

I. Öffentlich-rechtliche Abteilung 1P.117/2002
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1P.117/2002/bmt

Urteil vom 7. Mai 2002

I. Öffentlichrechtliche Abteilung

Bundesgerichtsvizepräsident Aemisegger, Präsident,
Bundesrichter Nay, Aeschlimann, Reeb, Féraud,
Gerichtsschreiber Steinmann.

G. ________,
Beschwerdeführer, vertreten durch Advokat Christian Kummerer, Glockengasse 4,
Postfach, 4003 Basel,

gegen

Erster Staatsanwalt des Kantons Basel-Stadt, Binningerstrasse 21, 4001 Basel,
Strafgericht des Kantons Basel-Stadt, Rekurskammer, Schützenmattstrasse 20,
Postfach, 4003 Basel.

Verweigerung der Aufhebung der Beschlagnahme

(Staatsrechtliche Beschwerde gegen den Entscheid des Strafgerichts des
Kantons Basel-Stadt, Rekurskammer, vom 7. Januar 2002)

Sachverhalt:

A.
Die Strafverfolgungsbehörden des Kantons Basel-Stadt führen gegen X.________
& Kons. ein Strafverfahren wegen Verdachts des Kapitalanlagebetrugs in
zahlreichen Fällen im Zusammenhang mit der A.________ Finanz AG bzw.

B. ________ Treuhand AG. In diesem Zusammenhang wurden am 16. Juli 1999 aus
den Effekten von Y.________, einzigem Verwaltungsrat der C.________ Invest
AG, als "Beweismittel, Deliktsgut" u.a. die folgenden, den holländischen
Kunden G.________ betreffenden Güter beschlagnahmt: Ein Briefumschlag mit HFL
191'600.--, ein Eröffnungsformular, eine Einzahlungsbestätigung über HFL
200'000.-- sowie eine Provisionsabrechnung für 1999.

Hintergrund dieser Angelegenheit bilden die folgenden Umstände: G.________
wurde Ende 1997 durch ein Inserat auf die A.________ Finanz AG mit Sitz in
Basel und deren Vermögensanlage-Angebot aufmerksam. Er nahm darauf mit der
A.________ Finanz AG Kontakt auf und wurde an den holländischen Vermittler
V.________ verwiesen. Mit diesem vereinbarte er am 23. April bzw. 12. Juli
1999, einen Betrag von HFL 30'000.-- bzw. HFL 200'000.-- bei der D.________
Bank Inc. anzulegen. Es wurden "Eröffnungsformulare für Neukunden" und
Einzahlungsbestätigungen ausgefüllt und unterschrieben und G.________ eine
Versicherungspolice der E._________ Limited zugesandt. Das anzulegende Geld
wurde dem Vermittler in bar übergeben.

Im Herbst 1999 wurde G.________ von der Staatsanwaltschaft des Kantons
Basel-Stadt über das eingeleitete Strafverfahren informiert. Er beantwortete
einen Fragebogen der Staatsanwaltschaft betreffend das Strafverfahren gegen
u.a. A.________ Finanz AG und stellte am 18. Oktober 1999 eine
Entschädigungsforderung über HFL 230'000.--.

B.
Mit Brief vom 29. September 1999 ersuchte G.________ die Staatsanwaltschaft
des Kantons Basel-Stadt darum, ihm infolge der Beschlagnahme den Betrag von
HFL 200'000.-- zurückzuerstatten. Die Staatsanwaltschaft erklärte sich mit
Schreiben vom 8. Oktober 1999 hierfür als unzuständig und wies darauf hin,
dass die Möglichkeit einer Beteiligung am Strafverfahren und einer
Schadenersatzforderung bestehe, dass über eine Herausgabe indessen das
Strafgericht zu befinden habe. In der Folge bestätigte die Staatsanwaltschaft
mehrmals ihre Auffassung, dass sie weder den entsprechenden Geldbetrag noch
irgendwelche Zinsen daraus überweisen könne (Schreiben vom 13. Oktober, 14.
November und 20. Dezember 2000). In einer Aktennotiz betr. persönliche
Vorsprache vom 7. Februar 2001 wurde erwogen, dass es sich bei dem in einem
Briefumschlag enthaltenen beschlagnahmten Betrag von HFL 191'600.--
vermutungsweise um die um die Provision gekürzte Barzahlung von HFL
200'000.-- handle.

C.
Am 26. Juli 2001 ersuchte G.________, nunmehr anwaltlich vertreten, die
Staatsanwaltschaft darum, den beschlagnahmten Betrag von HFL 191'600.--
herauszugeben. Mit Verfügung vom 8. August 2001 wies die Staatsanwaltschaft
das Ersuchen um vorzeitige Aufhebung der Beschlagnahme ab. Auf Einsprache hin
bestätigte der Erste Staatsanwalt am 21. August 2001 die Verweigerung der
Herausgabe des Betrages. Er führte aus, es sei - trotz einer gewissen
Wahrscheinlichkeit - nicht anerkannt, dass es sich um das Geld des
Gesuchstellers handle. Das Geld sei im Zeitpunkt der Beschlagnahme im
Eigentum einer der beteiligten Banken, nicht hingegen im Eigentum des
Gesuchstellers gestanden. Die Beschlagnahme sei eine strafprozessuale
Massnahme zur vorläufigen Sicherstellung. Da in der Sache selber noch kein
rechtskräftiges Urteil ergangen sei, erweise sich das  Herausgabegesuch als
verfrüht.

In der Folge gelangte G.________ an das Strafgericht Basel-Stadt, welches
dessen Rekurs am 7. Januar 2002 abwies. Zur Begründung führte die
Rekurskammer aus, dass die Beschlagnahme der HFL 191'600.-- an sich
aufzuheben und der Betrag herauszugeben wäre, sofern es sich dabei um das
Eigentum von G.________ handelte und insofern eine Einziehung nicht mehr in
Betracht fiele. Indessen sei das Eigentum von G.________ nicht nachgewiesen,
da mit der Übergabe des Geldbetrages an einen Vermittler der A.________
Finanz AG das Eigentum an die A.________ Finanz AG übergegangen sei. Ob dem
Rekurrenten andere als dingliche Rechte zustünden, könne erst beim Abschluss
des Strafverfahrens beurteilt werden. Schliesslich verweist das Strafgericht
auf die Vernehmlassung der Staatsanwaltschaft, wonach der entsprechende
Betrag im Falle der Aufhebung der Beschlagnahme dem früheren Besitzer,
Y.________, herauszugeben wäre.

D.
Gegen diesen Entscheid der Rekurskammer des Basler Strafgerichts hat
G.________ beim Bundesgericht am 27. Februar 2002 staatsrechtliche Beschwerde
eingereicht. Er rügt eine Verletzung von Art. 9 BV. Er erachtet die Annahmen
als willkürlich, bei dem beschlagnahmten Geld handle es sich nicht um den dem
Vermittler der A.________ Finanz AG übergebenen Betrag und es habe bei dieser
Gelegenheit eine Eigentumsübertragung stattgefunden.

Die Staatsanwaltschaft und das Strafgericht beantragen mit kurzen
Vernehmlassungen, auf die Beschwerde nicht einzutreten bzw. sie allenfalls
abzuweisen. Erstere erwähnt unter anderem, dass der in Gulden beschlagnahmte
Betrag im Frühling 2001 in Schweizer Franken umgewechselt worden sei und
nunmehr zinstragend verwaltet werde.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

1.
Unter dem Gesichtswinkel der Eintretensvoraussetzungen ist zu prüfen, ob die
staatsrechtliche Beschwerde das zulässige Rechtsmittel ist und ob sie nach
Art. 87 OG zulässig ist.

Mit der Abweisung des Herausgabeersuchens und der Aufrechterhaltung der
Beschlagnahme wird nicht definitiv über das Schicksal des beschlagnahmten
Vermögensbetrags entschieden. Der angefochtene Entscheid stellt daher einen
selbständig eröffneten Zwischenentscheid dar. Damit scheidet die
eidgenössische Nichtigkeitsbeschwerde - etwa wegen Verletzung von Art. 59
StGB -  aus (vgl. BGE 119 IV 168 E. 2a S. 170 und 126 I 97 E. 1c S. 101 [mit
Hinweisen] zur Anfechtung von Zwischenentscheiden, BGE 122 IV 365 und 126 I
97 E. 1a S. 100 zur Anfechtung von definitiven Entscheiden über Einziehung
von Vermögenswerten und Verwendung zugunsten von Geschädigten). Das
Rechtsmittel der staatsrechtlichen Beschwerde wegen Verletzung
verfassungsmässiger Rechte ist im vorliegenden Fall grundsätzlich zulässig
(Art. 84 Abs. 2 OG). Mit ihr kann insbesondere eine willkürliche Anwendung
von kantonalem Strafprozessrecht oder von Bundesrecht gerügt werden (vgl. BGE
126 I 97 E. 1a S. 100).

Als selbständig eröffneter Zwischenentscheid kann das Urteil des
Strafgerichts mit staatsrechtlicher Beschwerde nur angefochten werden, wenn
es nach Art. 87 Abs. 2 OG einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken
kann. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts haben Verfügungen, mit denen
bestimmte Gegenstände beschlagnahmt werden, einen nicht wieder gutzumachenden
rechtlichen Nachteil im Sinne von Art. 87 Abs. 2 OG (bzw. nach Art. 87 aOG)
zur Folge, weil der Betroffene dadurch gehindert wird, frei über diese zu
verfügen (BGE 126 I 97 E. 1b S. 101, mit weitern Hinweisen). Das gilt
gleichermassen für die Beschlagnahme von Geldwerten und für Kontosperren
(vgl. Urteil vom 21. Juni 2000, 1P.189/2000). Daraus ist ohne weiteres zu
schliessen, dass auch die Verweigerung einer Aufhebung einer (ursprünglich
nicht angefochtenen) Beschlagnahme einen Nachteil im Sinne von Art. 87 Abs. 2
OG bewirken kann (vgl. Urteil vom 21. Juni 2000, 1P.189/2000). Die
Aufrechterhaltung der Beschlagnahme verunmöglicht es dem Beschwerdeführer
(weiterhin), über den Geldbetrag und allfällige Zinserträge frei zu verfügen.
Es ist unerheblich, dass der Beschwerdeführer in seiner Stellung als
Geschädigter bei Abschluss des Strafverfahrens möglicherweise entschädigt
wird und das Geld in der Zwischenzeit zinstragend angelegt ist.

Demnach ist auf die vorliegende staatsrechtliche Beschwerde - entgegen den

Anträgen der kantonalen Behörden -  einzutreten.

2.
Der Beschwerdeführer geht davon aus, dass der beschlagnahmte Briefumschlag
mit dem Betrag in holländischen Gulden nach wie vor in diesem Zustand
vorliegt. Demgegenüber bringt die Staatsanwaltschaft in ihrer Vernehmlassung
vor, der Betrag sei im Sommer 2001 in Schweizer Franken umgewechselt worden
und nunmehr zinstragend angelegt. Spätestens durch diesen Vorgang - der einer
sorgfältigen und nicht vorwerfbaren Verwaltung des beschlagnahmten Betrages
entspricht - liegt der umstrittene Geldbetrag nicht mehr im ursprünglichen
Zustand ausgesondert vor.

Bei dieser Sachlage stellt sich die Frage, auf welchen Zeitpunkt für die
Beurteilung der vorliegenden Beschwerde abzustellen ist. Die Frage kann
indessen in Anbetracht des Verfahrensausgangs sowie im Hinblick auf die für
Art. 59 Ziff. 1 Abs. 1 in fine StGB geltenden Grundsätze (unten E. 3.1.2)
offen gelassen werden.

3.
3.1 Bevor auf den angefochtenen Entscheid und die vom Beschwerdeführer
erhobenen Rügen im Einzelnen eingegangen wird, gilt es, die Regelung der
Beschlagnahme bzw. deren Aufhebung nach der Ordnung der Strafprozessordnung
des Kantons Basel-Stadt (StPO) bzw. der Art. 59 f. StGB im Hinblick auf den
vorliegenden Sachverhalt kurz darzustellen und eine verfassungsrechtliche
Überlegung anzufügen.

3.1.1  Nach § 81 StPO können bei verdächtigen Personen, Geschädigten oder
Dritten Gegenstände und Vermögenswerte zur Sicherung von Beweisen, zur
voraussichtlichen Einziehung, zur Sicherung der Schadensdeckung sowie zur
Sicherung von Geldbussen und Verfahrenskosten beschlagnahmt werden. Die
Beschlagnahme ist gemäss § 83 Abs. 1 StPO aufzuheben, sobald der
beschlagnahmte Gegenstand für das Verfahren entbehrlich ist und fällt
spätestens mit der Beendigung des Verfahrens dahin. Die einstellende Behörde
oder das urteilende Gericht trifft  über die beschlagnahmten Sachen und Werte
nach § 83 Abs. 2 StPO die erforderlichen Verfügungen und entscheidet über
Einziehung und Verfall sowie insbesondere über deren Verwendung für Busse,
Kosten und Schadenersatz; beschlagnahmte Sachen und Werte sind dem früheren
Besitzer zurückzugeben, soweit sie weder eingezogen noch zur Deckung von
Forderungen verwendet werden und nicht durch Urteil einer andern Person
zugesprochen werden. Bestehen beim Abschluss des Strafverfahrens ungeklärte
Ansprüche Dritter auf Herausgabe beschlagnahmter Objekte, so setzt die
zuständige Behörde gemäss § 83 Abs. 3 StPO den Drittansprechern Frist zur
Klage, über welche das Gericht befindet.
Aus dieser Ordnung ergibt sich, dass beschlagnahmtes Gut schon während der
Untersuchung durch die Strafverfolgungsbehörden zurückzugeben ist, soweit es
beispielsweise wegen erhobener Beweise nicht mehr gebraucht wird.
Beschlagnahmte Sachen und Werte sind zurückzuerstatten, sofern sie nicht
eingezogen und hernach zu verschiedenen Zwecken verwendet werden; die
Rückgabe geht insoweit der Einziehung und allfälliger Verwendung unter dem
Titel von Schadenersatz und Begleichung von Busse und Kosten vor.

3.1.2  Art. 59 Ziff. 1 Abs. 1 StGB ermächtigt den Richter zur Einziehung von
"deliktischen" Vermögenswerten, sofern sie nicht dem Verletzten zur
Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes ausgehändigt werden.  Er
erkennt nach Art. 59 Ziff. 2 Abs. 1 StGB auf eine Ersatzforderung (und kann
hierfür gemäss Art. 59 Ziff. 2 Abs. 2 StPO Vermögenswerte beschlagnahmen),
sofern die der Einziehung unterliegenden Vermögenswerte nicht mehr vorhanden
sind. Schliesslich erlaubt Art. 60 Abs. 1 StGB es dem Richter, dem
Geschädigten (vom Verurteilten bezahlte) Bussen, eingezogene Gegenstände und
Vermögenswerte und Ersatzforderungen bis zur Höhe des Schadens zuzusprechen.
Die Kantone haben hierfür ein einfaches und rasches Verfahren vorzusehen,
sofern die Zusprechung nicht schon im Strafurteil möglich ist (Art. 60 Abs. 3
StGB).

Aus dieser bundesrechtlichen Regelung ergibt sich, dass die Aushändigung an
den Verletzten zur Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes vor einer
allfälligen Einziehung und nachfolgenden Zuweisung an einen Geschädigten als
Schadenersatz zu erfolgen hat (vgl. BGE 122 IV 365 E. 1a/aa S. 368). Sie
bezieht sich nicht lediglich auf Gegenstände, sondern auf Vermögenswerte
allgemein (vgl. BGE 122 IV 365 E. 1a/aa S. 368). Dazu können insbesondere
auch Geldbeträge sowie nach der Lehre unechte Surrogate (im Falle von
Umtausch oder Vermischung von Geld) gehören. Die Zuweisung kann nicht erst
durch den Strafrichter, sondern unter Vorbehalt eines kantonalen
Rechtsmittels an eine richterliche Behörde bereits durch die
Untersuchungsbehörde erfolgen (vgl. BGE 126 IV 107 E. 1b/cc S. 110 und 111
sowie E. 4 S. 112). Voraussetzung hierfür ist, dass die Rechtslage
hinreichend liquid ist und keine besseren Ansprüche Dritter geltend gemacht
werden (vgl. BGE 122 IV 365 E. 2b S. 374). Sind diese Voraussetzungen
erfüllt, so ist die Zuweisung - ohne Rücksicht auf andere Gläubiger und
Geschädigte - tatsächlich vorzunehmen (vgl. zum Ganzen Niklaus Schmid,
Strafrechtliche Beschlagnahme und die besondern Möglichkeiten des
Geschädigten nach Art. 59 Ziff. 1 letzter Satzteil StGB sowie Art. 60 StGB,
in: Niklaus Schmid/Jürg-Beat Ackermann (Hrsg.), Wiedererlangung
widerrechtlich entzogener Vermögenswerte mit Instrumenten des Straf-, Zivil-,
Vollstreckungs- und internationalen Rechts, Europa Institut Zürich, Zürich
1999, S. 19 ff.; Niklaus Schmid, Kommentar Einziehung, Organisiertes
Verbrechen, Geldwäscherei, Band I, Zürich 1998, Rz. 17, 20, 49 ff., 61 ff.,
66 ff., 70 ff., 141 ff. zu Art. 59 StGB; Robert Hauser/Erhard Schweri,
Schweizerisches Strafprozessrecht, 4. Auflage 1999, § 69 Rz. 17 ff. und 31
ff.).
3.1.3  Schliesslich ist unter verfassungsrechtlichen Gesichtspunkten zu
beachten, dass eine Beschlagnahme einen Eingriff in die durch die
Eigentumsgarantie nach Art. 26 BV geschützte Position als Eigentümer oder
Besitzer darstellt (BGE 120 Ia 120 E. 1b S. 121, mit Hinweisen). Das
bedeutet, dass die beschlagnahmten Güter grundsätzlich an den Besitzer oder
Eigentümer zurückzugeben sind, sofern sie für das Strafverfahren nicht mehr
benötigt werden; die Beschlagnahme darf indessen aufrecht erhalten werden,
sofern die Bedürfnisse der Beweissicherung oder die Möglichkeit der
Einziehung weiterhin bestehen. Aus der Eigentumsgarantie in Verbindung mit
Art. 6 Ziff. 1 EMRK ist ferner zu folgern, dass demjenigen, der Besitzes-
oder Eigentumsrechte an beschlagnahmten Gütern beansprucht, ein Verfahren zur
Verfügung stehen muss, seine Ansprüche geltend zu machen und dazu innert
angemessener Frist einen richterlichen Entscheid zu erhalten. In diesem Sinne
kann die Eigentums- oder Besitzesfrage bei umstrittenen Verhältnissen in ein
separates Verfahren (vor dem Zivilrichter) verwiesen werden (vgl. BGE 120 Ia
120 E. 1b S. 121 f., 126 IV 107 E. 1b/cc S. 111).

3.2  Das Strafgericht ist im angefochtenen Entscheid davon ausgegangen, dass
die Beschlagnahme aufzuheben wäre, wenn es sich bei den beschlagnahmten HFL
191'600.-- um das Eigentum des Beschwerdeführers handeln würde. Sinngemäss
ist daraus zu schliessen, dass diesfalls der Betrag schon vor Abschluss des
Strafverfahrens und Vorliegen eines Urteils dem Beschwerdeführer (und nicht,
wie die Staatsanwaltschaft annimmt, unter blosser Aufhebung der Beschlagnahme
dem früheren Besitzer) herauszugeben wäre. Das Eigentum am Betrag von HFL
191'600.-- habe indessen, führt das Strafgericht weiter aus, vom
Beschwerdeführer nicht nachgewiesen werden können, weil er auf dem Fragebogen
angegeben hatte, dem Vermittler V.________ HFL 200'000.-- übergeben zu haben.
Dieser Betrag sei zudem mit der Übergabe an den Vermittler in das Eigentum
der A.________ Finanz AG übergegangen. - Demgegenüber macht der
Beschwerdeführer mit der vorliegenden Beschwerde geltend, das Strafgericht
habe den Sachverhalt willkürlich gewürdigt und in Verletzung von Art. 9 BV
einen Übergang des Eigentums angenommen.

Aus den Akten geht hervor, dass der Beschwerdeführer nicht bloss einen
Schaden von HFL 200'000.--, sondern auf dem Fragenkatalog der
Staatsanwaltschaft einen solchen von HFL 230'000.-- angegeben und vorerst als
Schadenersatz geltend gemacht hatte, weil er dem Vermittler diesen Betrag in
zwei Teilbeträgen tatsächlich übergeben hatte. Im vorliegenden Verfahren
verlangt er nunmehr nicht Schadenersatz in diesem Umfang, sondern lediglich
die Herausgabe der beschlagnahmten HFL 191'600.-- an ihn selber (vgl. zu
diesem Vorgehen Schmid, Strafrechtliche Beschlagnahme, a.a.O.). Dieser Betrag
soll sich aus den übergebenen HFL 200'000.--, gekürzt um die Provision des
Vermittlers V.________ gemäss Provisionsabrechnung ergeben. Bei dieser
Sachlage ist es offensichtlich unhaltbar, dem Beschwerdeführer den als
Schaden angezeigten Betrag von HFL 200'000.-- entgegen zu halten und allein
daraus auf ungeklärte Eigentumsverhältnisse zu schliessen.

Ferner hat der Beschwerdeführer auf den unbestrittenen Umstand hingewiesen,
dass der Betrag von HFL 191'600.--, zusammen mit Quittungen und einer
Provisionsabrechnung, in einem Briefumschlag gefunden und beschlagnahmt
worden ist, und daraus abgeleitet, dass der Geldbetrag nicht vermischt worden
sei und wegen der Aussonderung daher immer noch in seinem Eigentum stehe. Das
Strafgericht hat sich mit diesem Umstand in keiner Weise auseinander gesetzt,
ist auf das Auffinden und die Beschlagnahme des Geldbetrages in einem
separaten Briefumschlag mit keinem Wort eingegangen und hat das Begehren
nicht vor diesem Hintergrund beurteilt. Damit hat es seinem Entscheid in
unhaltbarer Weise nicht den sich aus den Akten ergebenden Sachverhalt
zugrunde gelegt und die Vorbringen des Beschwerdeführers nicht geprüft.
Ebenso wenig hat sich das Strafgericht mit dem Einwand des Beschwerdeführers
befasst, bei der Übergabe des Geldbetrages an den Vermittler hätten aus
zivilrechtlicher Sicht in keiner Weise Eigentumsrechte übertragen werden
sollen. Damit hat es den Anspruch auf Prüfung der Vorbringen des
Beschwerdeführers verletzt. Bei dieser Sachlage erscheint der angefochtene
Entscheid auch in dieser Hinsicht im Sinne von Art. 9 BV als unhaltbar.

3.3  Demnach erweist sich die vorliegende Beschwerde als begründet und ist
unter Aufhebung des angefochtenen Entscheides gutzuheissen. Das Strafgericht
wird das Herausgabebegehren des Beschwerdeführers unter Zugrundelegung der
aus den Akten ersichtlichen Umständen und den Vorbringen des
Beschwerdeführers erneut zu prüfen und zu entscheiden haben, ob der streitige
Betrag dem Beschwerdeführer zurückzuerstatten oder ob die Beschlagnahme wegen
nicht hinreichend abgeklärter Eigentumsverhältnisse im Hinblick auf eine
Einziehung (u.a. zum Zweck der Entschädigung von Geschädigten) weiterhin
aufrechtzuerhalten und die Frage der Rückgabe im Rahmen von § 83 Abs. 2 bzw.
Abs. 3 StPO dem Richter vorzubehalten sei. Dabei wird es - unter Gewährung
des rechtlichen Gehörs - insbesondere auch den Umstand, dass die HFL
191'600.-- in Schweizer Franken gewechselt worden sind, sowie die oben
stehenden Erwägungen (E. 3.1) zu beachten haben.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Gerichtskosten zu erheben und
hat der Kanton Basel-Stadt den Beschwerdeführer für das bundesgerichtliche
Verfahren zu entschädigen (Art. 159 OG).
Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die staatsrechtliche Beschwerde wird gutgeheissen und das Urteil der
Rekurskammer des Strafgerichts Basel-Stadt vom 7. Januar 2002 aufgehoben.

2.
Es werden keine Kosten erhoben.

3.
Der Kanton Basel-Stadt hat den Beschwerdeführer für das bundesgerichtliche
Verfahren mit Fr. 1'500.-- zu entschädigen.

4.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer sowie der Staatsanwaltschaft, Erster
Staatsanwalt und Abteilung Wirtschaftsdelikte, und dem Strafgericht,
Rekurskammer, des Kantons Basel-Stadt schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 7. Mai 2002

Im Namen der I. öffentlichrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: