Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

I. Öffentlich-rechtliche Abteilung 1P.215/2002
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1P.215/2002 /sta

Urteil vom 22. April 2002

I. Öffentlichrechtliche Abteilung

Bundesrichter Nay, präsidierendes Mitglied,
Bundesrichter Aeschlimann, Féraud,
Gerichtsschreiber Pfäffli.

+ X.________,
Y.________,
Z.________,
Beschwerdeführer, alle vertreten durch Rechtsanwalt Ludwig A. Minelli, Hans
Roelli-Strasse 14, Postfach 10, 8127 Forch,

gegen

Bezirksanwaltschaft Zürich, Badenerstrasse 90, Postfach, 8026 Zürich.

aussergewöhnlicher Todesfall; Obduktion

(Staatsrechtliche Beschwerde gegen die Verfügung der Bezirksanwaltschaft
Zürich vom 19. April 2002)
Das Bundesgericht hat in Erwägung,
dass die Bezirksanwaltschaft Zürich am 19. April 2002 mündlich die
Überführung der Leiche von X.________, die am gleichen Tag Suizid unter
Freitodbegleitung des Vereins Dignitas begangen hatte, in das
Rechtsmedizinische Institut der Universität Zürich zur allfälligen Obduktion
verfügt hat,
dass Rechtsanwalt Minelli gegen diese erstinstanzliche Verfügung der
Bezirksanwaltschaft Zürich gleichentags namens der Verstorbenen und deren
Söhne staatsrechtliche Beschwerde mit dem Antrag eingereicht hat, es sei den
Behörden des Kantons Zürich die Durchführung der Obduktion einstweilen zu
untersagen,
dass offen bleiben kann, ob auf die Beschwerde bereits nicht eingetreten
werden kann, weil die Obduktion noch nicht angeordnet, sondern gemäss der
Darstellung der Beschwerdeführer lediglich in Aussicht gestellt wurde
(Beschwerde S. 4 oben),
dass gemäss Art. 86 Abs. 1 OG die staatsrechtliche Beschwerde nur gegen
letztinstanzliche kantonale Entscheide zulässig ist,
dass eine erstinstanzliche Verfügung der Bezirksanwaltschaft Zürich mit
Rekurs bei der Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich angefochten werden kann,
dass entgegen den Ausführungen in der Beschwerdeschrift offen ist, wie die
Staatsanwaltschaft ein solches Rechtsmittel materiell behandeln würde,
dass somit mangels eines letztinstanzlichen kantonalen Entscheids im Sinne
von Art. 86 Abs. 1 OG auf die vorliegende Beschwerde nicht eingetreten werden
kann,
dass mit dem Entscheid in der Sache selbst das Gesuch um Gewährung der
aufschiebenden Wirkung gegenstandslos geworden ist,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Beschwerdeführer die
bundesgerichtlichen Kosten zu tragen haben (Art. 156 Abs. 1 OG),

im Verfahren nach Art. 36a OG erkannt:

1.
Auf die staatsrechtliche Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Die Gerichtsgebühr von Fr. 500.-- wird den Beschwerdeführern auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Beschwerdeführern und der Bezirksanwaltschaft Zürich
schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 22. April 2002

Im Namen der I. öffentlichrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Das präsidierende Mitglied: Der Gerichtsschreiber: