Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

I. Öffentlich-rechtliche Abteilung 1P.253/2002
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1P.253/2002 /sta

Urteil vom 16. Mai 2002

I. Öffentlichrechtliche Abteilung

Bundesrichter Nay, präsidierendes Mitglied,
Bundesrichter Reeb, Féraud,
Gerichtsschreiber Störi.

X. ________, Beschwerdeführer, vertreten durch Advokatin
Nora Refaeil, Vischer, Anwälte und Notare, Aeschenvorstadt 4, Postfach 526,
4010 Basel,

gegen

Statthalteramt Arlesheim, Kirchgasse 5, 4144 Arlesheim,
Präsidium des Verfahrensgerichts in Strafsachen des Kantons Basel-Landschaft,
Kanonengasse 20, 4410 Liestal.

Art. 9, Art. 29 Abs. 2 und Art. 32 Abs. 2 BV (Strafverfahren)

(Staatsrechtliche Beschwerde gegen die Verfügung des Präsidiums des
Verfahrensgerichts in Strafsachen des Kantons Basel-Landschaft vom 4. April
2002)
Sachverhalt:

A.
Y. ________ starb am 9. Oktober 1998 während eines Drogenentzuges. Ein
Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Basel vom 7.
Februar 1999 stellte als Todesursache eine Methadonvergiftung fest. Die
Strafverfolgungsbehörden des Kantons Basel-Landschaft leiteten daraufhin eine
Untersuchung wegen fahrlässiger Tötung gegen Dr. X.________ ein, der
Y.________ als Arzt behandelt, dessen Drogenentzug überwacht und die
Methadonbehandlung angeordnet hatte.

Am 31. Januar 2002 beantragte Dr. X.________ die Einholung eines
Obergutachtens und die Abnahme weiterer Beweismittel, was vom Statthalteramt
Arlesheim am 7. Februar 2002 abgelehnt wurde.

Der Vizepräsident des Verfahrensgerichts in Strafsachen des Kantons
Basel-Landschaft lehnte die von Dr. X.________ dagegen erhobene Beschwerde am
4. April 2002 ab.

B.
Mit staatsrechtlicher Beschwerde vom 10. Mai 2002 wegen Verletzung von Art.
9, Art. 29 Abs. 2 und Art. 32 Abs. 2 BV beantragt Dr. X.________:
"1. Es sei der Beschluss des Verfahrensgerichts in Strafsachen vom 4. April
2002 teilweise aufzuheben.

2.  Es seien die Vorinstanzen anzuweisen, folgende Beweisanträge
gutzuheissen:

a) Es sei ein Obergutachten bzw. ein Ergänzungsgutachten in Auftrag zu geben
und dem Beschwerdeführer das Recht zu geben, Ergänzungsfragen zu stellen.

b) Die für die Drogenberatungsstelle Basel-Landschaft verantwortliche Person
sei als Zeuge bzw. Auskunftsperson einzuvernehmen und dem Beschwerdeführer
sei das rechtliche Gehör bzw. Verteidigungs- und Teilnahmerechte zu gewähren.

c) Der Kantonsarzt Dr. med. D. Schorr sei als Zeuge bzw. Auskunftsperson zu
befragen und dem Beschwerdeführer sei das rechtliche Gehör bzw.
Verteidigungs- und Teilnahmerechte zu gewähren.

3.  Es sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen.

4. Unter o/e - Kostenfolge."

C.
Vernehmlassungen wurden keine eingeholt.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

1.
Der angefochtene, kantonal letztinstanzliche (Art. 86 Abs. 1 OG) Entscheid
schliesst das Verfahren gegen den Beschwerdeführer nicht ab. Es handelt sich
um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 87 Abs. 2 OG, gegen den die
staatsrechtliche Beschwerde zulässig ist, wenn er einen nicht
wiedergutzumachenden Nachteil bewirken kann. Dabei muss es sich nach der
Rechtsprechung um einen Nachteil rechtlicher Natur handeln, der auch mit
einem späteren günstigen Entscheid nicht gänzlich behoben werden kann (BGE
126 I 207 E. 2 mit Hinweisen auf die Praxis zu Art. 87 aOG).

Abgelehnte Beweisanträge können im gerichtlichen Verfahren wiederholt werden
(§ 145 Abs. 3 der Strafprozessordnung des Kantons Basel-Landschaft vom 3.
Juni 1999), weshalb der Beschwerdeführer durch die vom Verfahrensgericht
bestätigte Abweisung seiner Beweisanträge durch das Statthalteramt
offensichtlich keine nicht wiedergutzumachenden Nachteile erleidet. Dies
selbst dann nicht, wenn der Entscheid eine Verlängerung des Strafverfahrens
gegen ihn bewirken sollte, was für ihn als Angeschuldigten zwangsläufig mit
Unannehmlichkeiten verbunden ist und von ihm als Belastung empfunden werden
mag. Dabei handelt es sich nach der Rechtsprechung indessen um faktische
Nachteile. Rechtliche Nachteile, die bei einem für ihn günstigen Ausgang des
Verfahrens nicht wieder behoben werden könnten, erleidet er dadurch nicht
(BGE 117 Ia 396 E. 1 S. 398/399; 116 Ia 197 E. 1b S.199).

2.
Auf die Beschwerde ist daher nicht einzutreten, womit das Gesuch um
aufschiebende Wirkung gegenstandslos wird. Bei diesem Ausgang des Verfahrens
trägt der Beschwerdeführer dessen Kosten (Art. 156 OG).

Demnach erkennt das Bundesgericht

im Verfahren nach Art. 36a OG:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Die Gerichtsgebühr von Fr. 1'000.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, dem Statthalteramt Arlesheim und dem
Präsidium des Verfahrensgerichts in Strafsachen des Kantons Basel-Landschaft
schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 16. Mai 2002

Im Namen der I. öffentlichrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Das präsidierende Mitglied: Der Gerichtsschreiber: