Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

I. Öffentlich-rechtliche Abteilung 1P.420/2002
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1P.420/2002 /zga

Urteil vom 8. Januar 2003

I. Öffentlichrechtliche Abteilung

Bundesgerichtspräsident Aemisegger, Präsident,
Bundesrichter Reeb, Féraud,
Gerichtsschreiber Härri.

X. ________,
Beschwerdeführer, vertreten durch Advokat Dr. Daniel Staehelin,
Hirschgässlein 11, 4010 Basel,

gegen

Y.________,
Beschwerdegegner, vertreten durch Advokatin Miriam Küng, Schaffhauserstrasse
135, 8302 Kloten,
Z.________,
Beschwerdegegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt Linus Jaeggi, Rämistrasse
29, 8001 Zürich,
Besonderes Untersuchungsrichteramt des Kantons Basel-Landschaft, Rheinstrasse
12, Postfach, 4410 Liestal,
Verfahrensgericht in Strafsachen des Kantons Basel-Landschaft, Kanonengasse
20, 4410 Liestal.

Art. 9, 26 und 29 Abs. 2 BV; Aufhebung der Beschlagnahme und Herausgabe von
Vermögenswerten,

Staatsrechtliche Beschwerde gegen den Beschluss des Verfahrensgerichts in
Strafsachen des Kantons Basel-Landschaft vom 15. Juli 2002.

Sachverhalt:

A.
Das Besondere Untersuchungsrichteramt des Kantons Basel-Landschaft (BUR)
führt eine Strafuntersuchung gegen Y.________ wegen Vermögensdelikten zum
Nachteil verschiedener Geschädigter. Y.________ wird unter anderem
verdächtigt, anlässlich des Kaufs der Aktien der P.________ AG X.________
betrogen zu haben. Y.________ als Käufer und X.________ als Verkäufer hätten
am 30. November 1999 den Verkauf sämtlicher 50 Aktien der P.________ AG von
nominal je Fr. 1'000.-- zum Preis von 4 Millionen Franken vereinbart. Dabei
habe Y.________ dem X.________ verheimlicht, dass er den Kaufpreis weder
zahlen konnte noch wollte. Y.________ habe in der Folge die Aktien für Fr.
50'000.-- an seine Ehefrau Z.________ weiterverkauft.

Auf Gesuch von X.________ hin beschlagnahmte das damals noch zuständige
Statthalteramt Arlesheim am 10. Januar 2001 die Aktien der P.________ AG.
Überdies verfügte es am 23. Januar 2001 die Grundbuchsperre über das Baurecht
Nr. (...) der P.________ AG in W.________. Ausserdem beschlagnahmte das BUR
am 28. März 2001 die Aktiven der P.________ AG mit der Massgabe, dass im
Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit darüber verfügt werden darf.

Am 20. Dezember 2001 beantragte X.________, die Beschlagnahmen und die
Grundbuchsperre aufzuheben; die Aktien seien ihm herauszugeben.

Am 24. Januar 2002 lehnte das BUR den Antrag ab.

Die von X.________ dagegen erhobene Beschwerde wies das Verfahrensgericht in
Strafsachen des Kantons Basel-Landschaft mit Beschluss vom 15. Juli 2002 ab,
soweit es darauf eintrat.

B.
X.________ führt staatsrechtliche Beschwerde mit dem Antrag, den Beschluss
des Verfahrensgerichtes aufzuheben; die Beschlagnahmen sowie die
Grundbuchsperre seien aufzuheben und die Aktien seinem Rechtsvertreter
herauszugeben.

C.
Das Verfahrensgericht hat sich vernehmen lassen mit dem Antrag, die
Beschwerde abzuweisen.

Das BUR sowie Y.________ und Z.________ haben auf Gegenbemerkungen
verzichtet.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Das Verfahrensgericht hat die Aufhebung der Beschlagnahme und die
Herausgabe der Aktien abgelehnt. Sein Beschluss stellt einen selbständig
eröffneten Zwischenentscheid dar, der einen nicht wiedergutzumachenden
Nachteil bewirken kann. Die staatsrechtliche Beschwerde ist nach Art. 87 Abs.
2 OG grundsätzlich zulässig (BGE 128 I 129 E. 1).

1.2 Die staatsrechtliche Beschwerde ist, von hier nicht gegebenen Ausnahmen
abgesehen, rein kassatorischer Natur (BGE 124 I 327 E. 4 mit Hinweisen).
Soweit der Beschwerdeführer mehr als die Aufhebung des angefochtenen
Beschlusses verlangt, kann auf die Beschwerde daher nicht eingetreten werden.

1.3 Nach Art. 90 Abs. 1 lit. b OG muss die Beschwerdeschrift die wesentlichen
Tatsachen und eine kurz gefasste Darlegung darüber enthalten, welche
verfassungsmässigen Rechte bzw. welche Rechtssätze und inwiefern sie durch
den angefochtenen Erlass oder Entscheid verletzt worden sind. Im
staatsrechtlichen Beschwerdeverfahren prüft das Bundesgericht nur klar und
detailliert erhobene und, soweit möglich, belegte Rügen (BGE 125 I 492 E. 1b
mit Hinweisen).

Das Verfahrensgericht ist auf die kantonale Beschwerde mangels
Beschwerdelegitimation nicht eingetreten, soweit sich der Beschwerdeführer
gegen die Grundbuchsperre und die Beschlagnahme der Aktiven der P.________ AG
gerichtet hat. Das Verfahrensgericht (S. 6) befand, insoweit sei nur die
P.________ AG zur Beschwerde befugt, weil es sich um ihr Vermögen handle. Aus
dem Handelsregisterauszug ergebe sich, dass der Beschwerdeführer nicht im
Namen der P.________ AG handeln könne, da er nicht zeichnungsberechtigt sei.
Damit könne er auch keine Beschwerde für sie erheben. Daran würde auch ein
allfälliges Eigentum an den Aktien nichts ändern, da die Aktionärsstellung
allein nicht genüge.

Der Beschwerdeführer (S. 15/6 N. 52) bringt dazu einzig vor, die
Argumentation des Verfahrensgerichtes sei formaljuristisch und halte einer
genaueren Betrachtung nicht stand. Er legt nicht in einer den Anforderungen
von Art. 90 Abs. 1 lit. b OG genügenden Weise dar, inwiefern die Auffassung
des Verfahrensgerichtes willkürlich sei oder seine verfassungsmässigen Rechte
sonstwie verletze. Auf die Beschwerde kann deshalb insoweit nicht eingetreten
werden.

Das Verfahrensgericht ist auf die kantonale Beschwerde nur eingetreten,
soweit sie sich gegen die Ablehnung der Aufhebung der Beschlagnahme und
Herausgabe der Aktien richtete. Allein diese Frage bildet noch Gegenstand des
Verfahrens der staatsrechtlichen Beschwerde.

2.
2.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, der angefochtene Beschluss verletze
die Eigentumsgarantie (Art. 26 BV). Das Verfahrensgericht habe die Frage nach
dem Eigentum an den Aktien offen gelassen, obwohl sie von entscheidender
Bedeutung sei. Der Beschwerdeführer sei Eigentümer der Aktien geblieben. Nach
Ziffer 4 des Vertrages vom 30. November 1999 betrage der Kaufpreis 4
Millionen Franken und sei wie folgt zahlbar:

a) Fr. 3,6 Mio. ("Teilkaufpreis") durch Leistung monatlicher Raten à  Fr.
20'000.--, zahlbar jeweils Valuta Monatsersten auf ein vom  Verkäufer
bezeichnetes Konto, erstmals am 1. Januar 2000,  letztmals am 1.
Dezember 2014. Der Käufer sei berechtigt, vorzeitig  Abschlagszahlungen
bis zur Höhe des Teilkaufpreises zu leisten.  Sollten der Verkäufer oder
dessen Ehefrau es wünschen, sei der  Käufer verpflichtet, den gesamten
Teilkaufpreis abzüglich der  geleisteten Raten sofort zu bezahlen;

b) Fr. 400'000.-- ("Anlage") durch Leistung auf ein auf den  Verkäufer
lautendes Konto (...).

Der Beschwerdeführer bringt vor, da für die Variante Ratenzahlung die Raten
durch den Käufer nicht zu verzinsen gewesen seien, der Restkaufpreis bei
sofortiger Bezahlung dagegen in voller Höhe zu zahlen gewesen sei, habe
zwischen den Parteien über die Höhe des Kaufpreises in Wahrheit kein Konsens
bestanden. Denn der Barwert einer über 15 Jahre laufenden Rente von Fr.
20'000.-- pro Monat betrage, kapitalisiert mit 5 %, Fr. 2'637'600.--. Die
Variante Ratenzahlung habe dem Beschwerdegegner also eine Kaufpreisreduktion
von Fr. 962'400.-- gebracht. Im vorliegenden Fall lägen somit zwei Kaufpreise
vor. Über den Kaufpreis als wesentlichen Vertragspunkt müsse jedoch Konsens
bestehen. Sei zwischen den Parteien kein Konsens zu Stande gekommen, so sei
aufgrund des Kausalitätsprinzips das Eigentum an den Aktien nicht auf den
Beschwerdegegner übergegangen, sondern beim Beschwerdeführer geblieben.
Daraus folge, dass der Beschwerdegegner - nach dem Grundsatz "nemo plus iuris
transferre potest quam ipse habet" - mangels Verfügungsmacht das Eigentum an
den Aktien auch nicht auf seine Ehefrau habe übertragen können. Die
Rechtslage wäre - so der Beschwerdeführer weiter - dieselbe, falls man davon
ausgehen wollte, es sei ein gültiger Kaufvertrag zu Stande gekommen, da der
Beschwerdeführer den Vertrag am 3. Januar 2001 wegen Willensmängeln aufgelöst
habe. Hätte der Beschwerdeführer gewusst, dass der Beschwerdegegner nicht ein
erfolgreicher und entsprechend zahlungsfähiger Geschäftsmann gewesen sei,
hätte er den Kaufvertrag nicht abgeschlossen. Der Irrtum über wesentliche
Eigenschaften des Vertragspartners und insbesondere über seine
Zahlungsfähigkeit stelle zivilrechtlich einen wesentlichen Irrtum dar, der
zur Auflösung des Vertrages berechtige. Schliesslich sei der Beschwerdeführer
vom Beschwerdegegner  absichtlich getäuscht worden, indem ihm dieser
zugesichert und durch entsprechendes Auftreten vorgespiegelt habe, jederzeit
die 4 Millionen Franken bezahlen zu können. Die Anfechtung eines Vertrages
bewirke dessen Auflösung ex tunc, womit die causa der Eigentumsübertragung
rückwirkend entfalle. Damit sei das Eigentum nie gültig übertragen worden und
der Beschwerdeführer Eigentümer der Aktien geblieben.

2.2 Gemäss Art. 59 Ziff. 1 Abs. 1 StGB verfügt der Richter die Einziehung von
Vermögenswerten, die durch eine strafbare Handlung erlangt worden sind oder
dazu bestimmt waren, eine strafbare Handlung zu veranlassen oder zu belohnen,
sofern sie nicht dem Verletzten zur Wiederherstellung des rechtmässigen
Zustandes ausgehändigt werden. Die Rechte des Verletzten gehen also vor (BGE
122 IV 365 E. III/1a/aa S. 368 mit Hinweis).

Die Zuweisung von Vermögenswerten an den Verletzten muss nicht erst durch den
Strafrichter, sondern kann - unter Vorbehalt eines kantonalen Rechtsmittels
an eine richterliche Behörde - gegebenenfalls bereits durch die
Untersuchungsbehörde erfolgen. Voraussetzung dafür ist nach der
Rechtsprechung jedoch, dass die Rechtslage hinreichend liquid ist und keine
besseren Ansprüche Dritter geltend gemacht werden (BGE 128 I 129 E. 3.1.2 S.
133 mit Hinweisen). Wie das Bundesgericht in dem vom Verfahrensgericht
angeführten Urteil 1P.80/2002 vom 27. Mai 2002 befand, müssen die
Vermögensansprüche des Verletzten unbestritten bzw. liquid sein (E. 4; vgl.
ebenso Urteil 1P.423/2000 vom 28. November 2000 E. 2c am Schluss).

Dies ist auch die Auffassung des Schrifttums. Niklaus Schmid führt aus, die
vorzeitige Zuweisung von Vermögenswerten an den Verletzten bereits im
Untersuchungsverfahren setze voraus, dass dessen Ansprüche unbestritten sind.
Nach der Berner Strafprozessordnung bedürfe eine Rückgabe vor Rechtskraft der
Zustimmung des Angeschuldigten. Dies gelte auch für jene Verfahrensordnungen,
die diese Frage nicht ausdrücklich regelten. Zu ergänzen sei, dass auch die
Einwilligung Drittbetroffener einzuholen sei, bei denen der Vermögenswert
beschlagnahmt wurde (Einziehung, Organisiertes Verbrechen, Geldwäscherei,
Kommentar, Band I, Zürich 1998, § 2/StGB 59 N. 71, insb. Fn. 323; derselbe,
Strafrechtliche Beschlagnahme und die besonderen Möglichkeiten des
Geschädigten nach Art. 59 Ziff. 1 Abs. 1 letzter Satzteil StGB sowie Art. 60
StGB, in: Niklaus Schmid/Jürg Beat Ackermann [Hrsg.], Wiedererlangung
widerrechtlich entzogener Vermögenswerte mit Instrumenten des Straf-, Zivil-,
Vollstreckungs- und internationalen Rechts, Zürich 1999, S. 30; derselbe, Das
neue Einziehungsrecht nach StGB Art. 58 ff., ZStrR 113/1995, S. 340). Florian
Baumann legt dar, über die Herausgabe eines beschlagnahmten Gegenstandes an
den Geschädigten könne in klaren Fällen bereits der Untersuchungsrichter
entscheiden. Bei Zweifeln über das Bestehen des Herausgabeanspruches habe der
Untersuchungsrichter die Beschlagnahme fortzusetzen und den Entscheid über
Einziehung oder Herausgabe an den Geschädigten dem Straf- bzw.
Einziehungsrichter zu überlassen (in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler
Kommentar, Strafgesetzbuch I, 2003, Art. 59 N. 45).

Die vorzeitige Herausgabe bereits im Untersuchungsverfahren kommt somit in
einem Fall wie hier etwa in Betracht, wenn der Beschuldigte die Täuschung
zugibt und mit der Rückgabe der Aktien einverstanden ist, diese klar dem
Ansprecher zugeordnet werden können und keine besseren Drittansprüche daran
geltend gemacht werden.

2.3 Der Herausgabeanspruch des Beschwerdeführers ist nicht liquid.

Wie sich aus der Stellungnahme des BUR vom 11. März 2002 (S. 2) zur
kantonalen Beschwerde ergibt, sagte der Beschwerdegegner in der Untersuchung
aus, dass er bei Vertragsabschluss am 30. November 1999 nicht über die Mittel
verfügte, um den gesamten Kaufpreis auf einmal zu bezahlen, und er das dem
Beschwerdeführer so mitteilte. Damit bestreitet der Beschwerdegegner in der
Sache eine Täuschung und somit einen Betrug. Es liegt also kein
unbestrittener Fall vor. Dass Aussage gegen Aussage steht, räumt der
Beschwerdeführer (staatsrechtliche Beschwerde S. 8 N. 25) selber ein.

Da der Beschwerdegegner eine Täuschung bestreitet, ist auch unklar, ob beim
Beschwerdeführer dadurch ein Willensmangel hervorgerufen wurde. Der vom
Beschwerdeführer unabhängig von einer Täuschung geltend gemachte wesentliche
Irrtum ist ebenfalls nicht eindeutig zu bejahen. Wie sich der angeführten
Stellungnahme des BUR (S. 4) entnehmen lässt, machten weder der
Beschwerdeführer noch der Beschwerdegegner in ihren Einvernahmen Aussagen,
die dahin gingen, dass zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses ein
Willensmangel vorlag. Ebenso wenig ist klar, dass mangels Einigung über den
Kaufpreis kein Konsens vorlag. Nach dem unmissverständlichen Wortlaut des
Vertrages - der von einem Rechtsanwalt ausgearbeitet worden war - beträgt der
Kaufpreis 4 Millionen Franken. Die weiteren Bestimmungen regeln die
Modalitäten der Zahlung. Zwar ist das Vorbringen des Beschwerdeführers
diskutabel. Klar ist die Sache aber nicht. Damit ist es im Ergebnis nicht zu
beanstanden, wenn die kantonalen Behörden den Entscheid dem Strafrichter
vorbehalten haben.

Selbst wenn man dem Beschwerdeführer folgen und einen Willensmangel oder
fehlenden Konsens annehmen wollte, wäre sein Anspruch auf Herausgabe der
Aktien im Übrigen nicht liquid. Wie das Verfahrensgericht (S. 9) darlegt, ist
wegen Vermögensverschiebungen nicht geklärt, ob der tatsächliche Wert der
P.________ AG noch gleich ist wie im Zeitpunkt des Kaufvertrages. Der
Beschwerdegegner und seine Ehefrau haben der P.________ AG insbesondere
erhebliche Geldbeträge zukommen lassen. Damit wäre der Herausgabeanspruch
auch bei anzunehmender Eigentümerstellung des Beschwerdeführers nicht zum
vornherein klar. Folgendes Beispiel verdeutlicht dies: Erschleicht sich der
Täter durch täuschende Angaben sämtliche Aktien einer Gesellschaft mit einem
Wert von beispielsweise Fr. 100'000.-- und investiert er anschliessend Fr.
900'000.-- in die Gesellschaft, so würde die Rückübertragung dazu führen,
dass der Geschädigte, der um Fr. 100'000.-- betrogen wurde, 1 Million Franken
zurückerhielte. Wie in einer solchen Situation zu entscheiden wäre, ist nicht
von vornherein klar, so dass auch aus diesem Grunde die Voraussetzungen für
eine vorzeitige Herausgabe nicht gegeben gewesen wären.

2.4 Da der Fall nicht liquid ist, verletzt es die Eigentumsgarantie nicht,
wenn die kantonalen Behörden die Herausgabe der Aktien an den
Beschwerdeführer bereits im Untersuchungsverfahren abgelehnt haben.

3.
3.1 Der Beschwerdeführer rügt, das Verfahrensgericht habe seinen Anspruch auf
rechtliches Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV verletzt. Das Verfahrensgericht habe
die Frage des Eigentums an den Aktien offen gelassen und sich nicht mit den
Vorbringen des Beschwerdeführers dazu auseinandergesetzt. Damit habe es
seinen Anspruch, mit seinen rechtlichen Vorbringen gehört zu werden und einen
begründeten Entscheid zu erhalten, missachtet.

3.2 Der Grundsatz des rechtlichen Gehörs als persönlichkeitsbezogenes
Mitwirkungsrecht verlangt, dass die Behörde die Vorbringen des vom Entscheid
in seiner Rechtsstellung Betroffenen auch tatsächlich hört, sorgfältig und
ernsthaft prüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt. Daraus folgt die
grundsätzliche Pflicht der Behörden, ihren Entscheid zu begründen. Der Bürger
soll wissen, warum die Behörde entgegen seinem Antrag entschieden hat. Die
Begründung eines Entscheids muss deshalb so abgefasst sein, dass der
Betroffene ihn gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann. Dies ist nur
möglich, wenn sowohl er wie auch die Rechtsmittelinstanz sich über die
Tragweite des Entscheides ein Bild machen können. In diesem Sinne müssen
wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde
leiten liess und auf welche sich ihr Entscheid stützt. Das bedeutet indessen
nicht, dass sich diese ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und
jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen muss. Vielmehr kann sie sich auf
die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 126 I 97
E. 2b mit Hinweisen).

3.3 Die Rüge ist unbegründet. Das Verfahrensgericht ist unter Hinweis auf die
bundesgerichtliche Rechtsprechung von der zutreffenden Fragestellung
ausgegangen und hat geprüft, ob der Anspruch des Beschwerdeführers liquid
sei. Es hat die Frage (S. 9) verneint, da nicht geklärt sei, ob der
tatsächliche Wert der P.________ AG noch gleich sei wie im Zeitpunkt des
Kaufvertrages. Damit hat es seinen Entscheid hinreichend begründet. Der
Beschwerdeführer war in der Lage, ihn sachgerecht anzufechten. Im Ergebnis
ist es nicht zu beanstanden, wenn das Verfahrensgericht die Frage des
Eigentums an den Aktien offen gelassen hat. Denn - wie dargelegt (E. 2.3) -
wäre unter den gegebenen Umständen der Herausgabeanspruch des
Beschwerdeführers auch dann nicht liquid, wenn man sein Eigentum an den
Aktien aufgrund seiner Vorbringen bejahen wollte. Stellen sich, wie hier,
nicht von vornherein eindeutig zu beantwortende Rechtsfragen, ist es
sachgerecht, wenn die Untersuchungsbehörde die vorzeitige Herausgabe ablehnt
und den Entscheid dem Richter vorbehält, der nach Art. 59 Ziff. 1 Abs. 1 StGB
vor einer Einziehung die Herausgabe an den Verletzten - unter Würdigung
sämtlicher Vorbringen - in jedem Fall noch einmal zu prüfen hat.

4.
Der Beschwerdeführer rügt, das Verfahrensgericht habe das Willkürverbot
verletzt.

4.1 Gemäss Art. 9 BV hat jede Person Anspruch darauf, von den staatlichen
Organen ohne Willkür behandelt zu werden. Willkürlich ist ein Entscheid nicht
schon dann, wenn eine andere Lösung ebenfalls vertretbar erscheint oder gar
vorzuziehen wäre, sondern erst dann, wenn er offensichtlich unhaltbar ist,
zur tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen
unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem
Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft (BGE 128 I 177 E. 2.1, 127 I 54 E. 2b mit
Hinweisen).

4.2 Der Beschwerdeführer macht eine offensichtliche Gesetzesverletzung
geltend und verweist dabei zunächst auf § 100 Abs. 1 der Strafprozessordnung
des Kantons Basel-Landschaft. Danach können Vermögenswerte, die direkt oder
indirekt das Ergebnis der Straftat darstellen, im Hinblick auf ihre
Einziehung beschlagnahmt oder durch Verfügungsbeschränkung sichergestellt
werden. Der Beschwerdeführer legt nicht in einer den Anforderungen von Art.
90 Abs. 1 lit. b OG genügenden Weise dar, inwiefern die Auslegung dieser
Bestimmung durch das Verfahrensgericht schlechthin unhaltbar sei. Auf die
Beschwerde kann deshalb insoweit nicht eingetreten werden.

Der Beschwerdeführer bringt vor, das Verfahrensgericht habe Art. 59 Ziff. 1
Abs. 1 StGB krass verletzt. Da der angefochtene Beschluss einen mit
eidgenössischer Nichtigkeitsbeschwerde nicht anfechtbaren Zwischenentscheid
darstellt (BGE 128 I 129 E. 1 mit Hinweisen), ist die Rüge zulässig. Sie ist
jedoch unbegründet. Wie dargelegt, kommt die Herausgabe bereits im
Untersuchungsverfahren nur in einem liquiden Fall in Betracht; ein solcher
ist hier nicht gegeben.

4.3 Der Beschwerdeführer macht geltend, der angefochtene Beschluss sei in
sich widersprüchlich. Das Verfahrensgericht habe geprüft, ob die Aktien dem
Beschwerdeführer herausgegeben werden könnten, dabei aber die Frage des
Eigentums daran offen gelassen. Über die Herausgabe könne jedoch nur
entschieden werden, wenn die Frage des Eigentums geklärt sei.

Der Einwand ist unbegründet. Wie sich aus dem Gesagten ergibt, durfte das
Verfahrensgericht die Frage des Eigentums offen lassen, weil auch bei
anzunehmender Eigentümerstellung des Beschwerdeführers sein
Herausgabeanspruch unter den gegebenen Umständen nicht ohne weiteres klar
gewesen wäre.

4.4 Der Beschwerdeführer macht geltend, nach Ansicht des Verfahrensgerichts
stehe bei der Herausgabe eines beschlagnahmten Vermögenswerts zur
Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands im Sinne von Art. 59 Ziff. 1
Abs. 1 StGB der Untersuchungsbehörde ein Ermessensspielraum zu. Dies sei klar
falsch; der angefochtene Beschluss sei insoweit willkürlich.

Die Untersuchungsbehörde hat zu prüfen, ob der Herausgabeanspruch des
Verletzten liquid ist. Ist das der Fall, ist der beschlagnahmte Vermögenswert
herauszugeben, andernfalls nicht. Ein Ermessensspielraum besteht insoweit
nicht. Der Beschwerdeführer macht dies zutreffend geltend. Die fehlerhafte
Auffassung des Verfahrensgerichts rechtfertigt jedoch nicht die Aufhebung
seines Entscheids. Das Bundesgericht greift nicht schon ein, wenn ein
kantonaler Entscheid in der Begründung offensichtlich unhaltbar ist, sondern
nur, wenn er auch im Ergebnis willkürlich ist (BGE 128 I 177 E. 2.1, 127 I 54
E. 2b mit Hinweisen). Das ist hier nicht der Fall. Da der Herausgabeanspruch
des Beschwerdeführers nicht liquid ist, ist es im Ergebnis nicht willkürlich,
wenn das Verfahrensgericht die Verweigerung der Herausgabe der Aktien durch
die Untersuchungsbehörde bestätigt hat.

4.5 Der Beschwerdeführer bringt vor, der angefochtene Beschluss stehe in
stossendem Widerspruch zum Gerechtigkeitsgedanken. Er sei 73 Jahre alt und
gesundheitlich angeschlagen. Die von ihm aufgebaute P.________ AG stelle für
ihn die Altersvorsorge dar. Im Vertrauen darauf habe er auf die Äufnung eines
weitergehenden privaten Vorsorgevermögens verzichtet. Seines Lebenswerkes und
seiner Altersvorsorge sehe er sich nun beraubt, was zur Folge habe, dass er
seinen Lebensunterhalt mit einer AHV-Altersrente bestreiten müsse. Er habe
seine Hoffnungen in die Strafverfolgungsbehörden gesetzt. Nun müsse er
feststellen, dass diese wohl die Aktien beschlagnahmt hätten, dies jedoch
offensichtlich nicht in der Absicht, sie ihm zurückzugeben, sondern um sie
auch anderen Personen, die vom Beschwerdegegner durch weitere Straftaten
geschädigt worden seien, als Vermögenssubstrat zur Verfügung zu stellen.

Die Rüge ist unbegründet. Im vorliegenden Verfahren geht es einzig um die
vorzeitige Herausgabe bereits im Untersuchungsverfahren. Über das weitere
Schicksal der Aktien ist damit noch nicht entschieden. Vor einer allfälligen
Einziehung nach Art. 59 Ziff. 1 Abs. 1 StGB wird, wie dargelegt, der
Strafrichter darüber zu befinden haben, ob die Aktien dem Beschwerdeführer
herauszugeben seien. Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, bis zu jenem
Entscheid könne es noch Jahre dauern, ist auf das strafrechtliche
Beschleunigungsprinzip zu verweisen, das die Behörden - auch im Interesse des
Angeschuldigten - zu beachten haben (Art. 29 Abs. 1 BV, Art. 6 Ziff. 1 EMRK).
Sollte das Verfahren ungebührlich verzögert werden, könnten sich die
Betroffenen dagegen mit den ihnen zur Verfügung stehenden Rechtsbehelfen
wehren und die Behörden zur beförderlichen Behandlung anhalten.

5.
Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens trägt der Beschwerdeführer die Kosten (Art.
156 Abs. 1 OG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die staatsrechtliche Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten
ist.

2.
Die Gerichtsgebühr von Fr. 3'000.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Besonderen Untersuchungsrichteramt und
dem Verfahrensgericht in Strafsachen des Kantons Basel-Landschaft schriftlich
mitgeteilt.

Lausanne, 8. Januar 2003

Im Namen der I. öffentlichrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident:  Der Gerichtsschreiber: