Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

II. Zivilabteilung 5P.162/2003
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5P.162/2003 /min

Beschluss vom 21. Mai 2003
II. Zivilabteilung

Bundesrichter Raselli, Präsident,
Bundesrichter Meyer, Bundesrichter Marazzi,
Gerichtsschreiber Schett.

K. ________,
Beschwerdeführer und Gesuchsteller, vertreten durch Rechtsanwalt X.________,

gegen

Kassationsgericht des Kantons Zürich, Postfach 4875, 8022 Zürich.

Art. 29 BV (unentgeltliche Rechtspflege; Durchführung einer Erbteilung),

Staatsrechtliche Beschwerde gegen den Beschluss des Kassationsgerichts des
Kantons Zürich vom 4. April 2003.

Das Bundesgericht hat nach Einsicht
in das Gesuch vom 13. Mai 2003, womit der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers sinngemäss eine Fristerstreckung zwecks Einreichung einer
verbesserten Beschwerdebegründung bzw. eine Wiederherstellung der 30-tägigen
Frist zur Beschwerdebegründung begehrt,

in Erwägung,

dass das Gesuch damit begründet wird, am Sonntag, den 11. Mai 2003 sei im
Elsass während eines Spaziergangs in das parkierte Auto des Gesuchstellers
eingebrochen worden, und es seien ihm (unter anderem) die gesamten Akten des
hier hängigen Verfahrens sowie der tragbare Computer mit der
eingespeicherten, vervollständigten Beschwerdebegründung gestohlen worden,
dass die Frist für die Beschwerdebegründung eine gesetzliche Frist ist (Art.
89 Abs. 1 OG), welche von vornherein nicht verlängert werden kann (Art. 33
Abs. 1 OG),
dass lediglich eine Wiederherstellung der (an sich noch gar nicht) versäumten
Frist gemäss Art. 35 Abs. 1 OG in Frage kommt,
dass gemäss der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichts an den Nachweis
der behauptetermassen unverschuldet versäumten Parteihandlung ein strenger
Massstab anzusetzen ist, und dass der Partei (und gegebenenfalls ihrem
Vertreter) kein Vorwurf darf gemacht werden können (BGE 112 V 255 E. 2a mit
Hinweisen), denn die Wiederherstellung kann nur in Fällen klarer
Schuldlosigkeit gewährt werden (nicht publizierte E. 2 von BGE 114 Ib 56, in:
Pra 1988 Nr. 152),
dass dies dann der Fall ist, wenn die säumige Person aus hinreichenden
objektiven oder subjektiven Gründen davon abgehalten worden ist, fristgerecht
zu handeln oder eine Vertretung zu bestellen (verneint in BGE 119 II 86 E. 2;
bejaht im Urteil 6S.282/1998, E. I.3 mit Hinweisen),
dass der Gesuchsteller sich einerseits vorwerfen lassen muss, sein Fahrzeug,
in welchem sich die vollständigen Akten und der Personal-Computer befanden,
unbeaufsichtigt auf dem Parkplatz eines stark frequentierten
Ausflugsrestaurants gelassen zu haben, was an sich bereits als mittelschwere
Nachlässigkeit zu werten ist,
dass der Gesuchsteller sich andererseits als noch schwerere Nachlässigkeit
vorwerfen lassen muss, die gesamten Prozessakten im Original mitgenommen zu
haben, ohne im Büro Kopien davon und eine Sicherheitsdiskette mit der bereits
"weitgehend fertiggestellten" Beschwerdebegründung aufbewahrt zu haben,
dass, sollten die Sachen gar auf dem Rücksitz deponiert worden sein, ein
Grenzfall von grober Fahrlässigkeit vorläge, zumal nicht geltend gemacht
wird, die Sachen im Kofferraum abgeschlossen gehabt zu haben,
dass unter solchen Umständen nicht gesagt werden kann, der Gesuchsteller sei
ohne eigenes Verschulden am Einhalten der gesetzlichen Frist verhindert
gewesen, weshalb seinem Gesuch kein Erfolg beschieden sein kann,

beschlossen:

1.
Auf das Fristerstreckungsgesuch wird nicht eingetreten.

2.
Das Wiederherstellungsgesuch wird abgewiesen.

3.
Die Kosten werden auf das Hauptverfahren verlegt.

4.
Dieser Beschluss wird dem Gesuchsteller und dem Kassationsgericht des Kantons
Zürich schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 21. Mai 2003

Im Namen der II. Zivilabteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident:  Der Gerichtsschreiber: