Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

II. Zivilabteilung 5C.176/2004
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5C.176/2004 /bnm

Urteil vom 10. März 2005
II. Zivilabteilung

Bundesrichter Raselli, Präsident,
Bundesrichterinnen Nordmann, Escher,
Bundesrichter Meyer, Bundesrichterin Hohl,
Gerichtsschreiber von Roten.

B. ________,
Beklagter und Berufungskläger,
vertreten durch Rechtsanwalt Viktor Rüegg,

gegen

K.________,
Klägerin und Berufungsbeklagte,
vertreten durch Rechtsanwalt Thomas Tschümperlin,

Dienstbarkeiten,

Berufung gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Luzern, I. Kammer, als
Appellationsinstanz, vom 9. Juli 2004.

Sachverhalt:

A.
Die F.________-Strasse, die G.________-Strasse, die H.________-Strasse und
die I.________-Strasse umgrenzen ein rechteckiges Areal auf dem Gebiet
P.________. Das Areal besteht aus mehreren Einzelparzellen, eingetragen im
Grundbuch P.________ und ist überbaut ("T.________-Überbauung"). Häuserzeilen
entlang allen vier Strassen umschliessen einen Innenhof. Im Abstand von rund
acht Metern zu diesem Häuserring befindet sich im Innenhof ein
Gebäudekomplex. Der Zwischenraum ("Hofraum") ist unbebaut und gehört
eigentums- und anteilsmässig zu den Parzellen, auf denen die Gebäude längs
den vier Strassen stehen. Zu Gunsten und zu Lasten dieser Aussengrundstücke
und zu Gunsten der Innengrundstücke sind ein "Bau-, Unterkellerungs-,
Ablagerungs- und Einfried(ig)ungsverbot" und ein "Benützungsrecht an Hofraum"
im Grundbuch eingetragen. Die Dienstbarkeiten gehen auf das
Grundbuchbereinigungsverfahren im Jahre 1937 zurück (Schlussprotokoll vom 10.
September 1937).

Die Parzelle Nr. xx ist an der nördlichen Ecke der T.________-Überbauung
gelegen, wo sich die F.________-Strasse und die G.________-Strasse kreuzen.
Ihr benachbart folgen längs der G.________-Strasse die weiteren
Aussengrundstücke Nrn. yy und zz. An der nördlichen Ecke des inneren
Gebäudekomplexes ist die Parzelle Nr. vv gelegen. Auf ihr sowie auf den
weiteren Innengrundstücken Nrn. uu und ww wird eine Wäscherei betrieben, die
im Jahre 1912 ursprünglich auf der Parzelle Nr. uu eingerichtet und später
vergrössert wurde.
Zwischen der Eigentümerin des Aussengrundstücks Nr. xx, der Klägerin
K.________, und dem Eigentümer der Innengrundstücke Nrn. uu, vv und ww, dem
Beklagten B.________, ist ein Zivilprozess über die Nutzung des Hofraums
rechtshängig. Anlass zum Streit gab offenbar, dass Kunden des
Wäschereibetriebs mit Fahrzeugen in das Innere der T.________-Überbauung
hineinfuhren, auf den unbebauten Flächen der Aussengrundstücke, im Hofraum
mithin, parkierten bzw. Fahrzeuge abstellten und dadurch die Klägerin an der
Ausübung ihrer Eigentums- und Dienstbarkeitsrechte behinderten. Die Klägerin
stellte eine Vielzahl von Begehren, die einerseits auf die Feststellung ihrer
Rechte abzielten und andererseits bezweckten, die fehlende Berechtigung des
Beklagten und/oder seiner Kunden festzustellen und ihm bzw. ihnen die
Benutzung des Hofraums zu verbieten.

B.
Von den insgesamt neun Klagebegehren hiess das Amtsgericht P.________
lediglich einen Subeventualantrag teilweise gut und stellte fest, dass die
"im Grundbuch eingetragenen Grunddienstbarkeiten ... [nähere Bezeichnung] ...
das Parkieren von Fahrzeugen und das Markieren von Parkfeldern auf den
dienstbarkeitsbelasteten Flächen ... [nähere Bezeichnung] ... generell
verbieten und nur den kurzzeitigen Waren- und Personenumschlag zulassen"
(Urteil vom 7. April 2003). Auf Appellation der Klägerin hin hiess das
Obergericht des Kantons Luzern, I. Kammer, die erneuerten Klagebegehren
teilweise gut wie folgt:
1.Es wird festgestellt, dass die Klägerin berechtigt ist, folgende Flächen
zum Abstellen (Parkieren) von Fahrzeugen zu nutzen:
a)ein Feld von ca. 6 m Länge und 2 m Breite auf Grundstück Nr. xx, GB
P.________, gelegen in der südlichen Gebäudenische des Gebäudes auf
Grundstück Nr. xx und angrenzend auf einer Länge von 3 m an Grundstück Nr.
yy, GB P.________;
b)in Feld von ca. 12 m Länge und 2.5 m Breite auf den Grundstücken Nrn. xx
und yy, beide GB P.________, angrenzend an die westliche Grenze der
Grundstücke Nrn. xx und yy zu Grundstück Nr. vv, GB P.________, und an die
südliche Grenze von Grundstück Nr. yy zu Grundstück Nr. zz, GB P.________.

2. Es wird festgestellt, dass die Klägerin berechtigt ist, auf einer Fläche
von ca. 2.5 x 2.5 m in der Nische zwischen den Gebäuden auf den Grundstücken
Nr. xx (zweiseitig angrenzend) und Nr. yy (einseitig angrenzend) auf eigene
Kosten Vorrichtungen anzubringen, die Dritten das Abstellen von Fahrzeugen
verunmöglichen.

3. Es wird festgestellt, dass die Kundinnen und Kunden des Beklagten nicht
berechtigt sind, mit Fahrzeugen den Innenhof der T.________-Überbauung
G.________-/I.________-/H.________-/F.________-Strasse zu befahren.
Das Obergericht lehnte dabei ein ausschliessliches Recht der Klägerin zur
Benützung ab und stellte fest, dass ihr ein Mitbenützungsrecht - mit allen
übrigen Eigentümern der T.________Überbauung - zustehe, Fahrzeuge auf den
dienstbarkeitsbelasteten Grundstücksflächen des Hofraums länger dauernd zu
parkieren (E. 3.1.5 und E. 3.2.2.1 S. 16 ff. und E. 5.1 S. 22). Im Übrigen
wurde die Klage abgewiesen, soweit darauf einzutreten war (Dispositiv-Ziff. 4
des Urteils vom 9. Juli 2004).

C.
Mit eidgenössischer Berufung beantragt der Beklagte dem Bundesgericht in der
Sache, die Klage mit Ausnahme der Feststellung gemäss Dispositiv-Ziff. 2 des
obergerichtlichen Urteils abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. Das
Obergericht hat keine Gegenbemerkungen angebracht. In ihrer Berufungsantwort
schliesst die Klägerin auf Abweisung der Berufung. Sie beantragt,
Dispositiv-Ziff. 1a dahin gehend zu berichtigen, dass die umfangmässige
Beschreibung "ein Feld von ca. 6 m Länge und 2 m Breite" durch "ein Feld von
ca. 6 m Länge und 3 m Breite" ersetzt wird. Eventualiter sei die Sache zur
Vervollständigung des Sachverhalts und zur neuen Entscheidung an das
Obergericht zurückzuweisen.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

1.
Vor Bundesgericht streitig sind Inhalt und Umfang der im Grundbuch "Bau-,
Unterkellerungs-, Ablagerungs- und Einfried(ig)ungsverbot" und
"Benützungsrecht an Hofraum" benannten Grunddienstbarkeiten. Die Streitfragen
lauten, ob die Dienstbarkeitsberechtigung das längerfristige Abstellen
(Parkieren) von Fahrzeugen umfasst (E. 2) und Kundenverkehr zu
Gewerbeliegenschaften zulässt (E. 3 und 4 hiernach). Über die
Auslegungsgrundsätze sind sich die Parteien einig. Folgendes muss
hervorgehoben werden:
1.1 Für die Ermittlung von Inhalt und Umfang einer Dienstbarkeit gibt Art. 738
ZGB eine Stufenordnung vor: Massgebend ist der Grundbucheintrag, soweit sich
Rechte und Pflichten daraus deutlich ergeben (Abs. 1). Nur wenn sein Wortlaut
unklar ist, darf im Rahmen des Eintrags auf den Erwerbsgrund zurückgegriffen
werden. Ist auch der Erwerbsgrund nicht schlüssig, kann sich der Inhalt der
Dienstbarkeit - im Rahmen des Eintrags - aus der Art ergeben, wie sie während
längerer Zeit unangefochten und in gutem Glauben ausgeübt worden ist (Abs. 2;
BGE 128 III 169 E. 3a S. 172; 130 III 554 E. 3.1 S. 556/557). Für den hier
strittigen Inhalt der Dienstbarkeiten ist deren Benennung im Grundbuch allein
nicht schlüssig. Darin stimmen die Parteien mit dem Obergericht überein.
Verschieden beantworten sie hingegen die Frage, ob die Auslegung des
Erwerbsgrundes klaren Aufschluss über die behaupteten Dienstbarkeitsinhalte
gibt. Das Obergericht hat die Frage bejaht und deshalb die Beweisanträge
sowohl der Klägerin als auch des Beklagten zur Art der Ausübung der
Dienstbarkeit abgewiesen (E. 3.2.2.1 S. 16 f. und E. 4.2.4 S. 22). Der
Einwand des Beklagten, das Obergericht habe seinen Beweisführungsanspruch
verletzt, könnte somit nur begründet sein, falls die Auslegung des
Erwerbsgrundes zu keinem eindeutigen Ergebnis führt. Darauf verweist die
Klägerin zu Recht.

1.2 Der wirkliche Parteiwille aus dem Jahre 1937 hat offenbar nicht mehr
festgestellt werden können. Weder der Beklagte noch die Klägerin bringen
diesbezüglich Gegenteiliges vor. Sie gehen vielmehr übereinstimmend davon
aus, der Erwerbsgrund müsse nach dem Vertrauensgrundsatz (Art. 18 OR)
ausgelegt werden. Mangels behaupteten und bewiesenen wirklichen Parteiwillens
hat das Obergericht den Erwerbsgrund so ausgelegt, wie er nach seinem
Wortlaut und Zusammenhang sowie namentlich auf Grund der Bedürfnisse des
herrschenden Grundstücks und mit Rücksicht auf Sinn und Zweck der
Dienstbarkeit verstanden werden durfte und musste (E. 3.1.4.2 S. 13 f. mit
Hinweisen: BGE 128 III 265 E. 3a S. 267; 130 III 554 E. 3 S. 556 ff.).
1.3 Erwerbsgrund sind die im Dienstbarkeitsbereinigungsverfahren - bei
Einführung des eidgenössischen Grundbuchs - protokollierten wechselseitigen
Erklärungen, deren Auslegung grundsätzlich wie beim Dienstbarkeitsvertrag als
ordentlichem Erwerbsgrund zu erfolgen hat (Liver, Zürcher Kommentar, 1980, N.
11 und N. 86 zu Art. 738 ZGB). Entgegen der Ansicht der Klägerin ist für die
Auslegung das Schlussprotokoll im Bereinigungsverfahren massgebend und nicht
der - die Grundbucheinführung vorbereitende - Liquidationsplan von 1906 mit
(öffentlich rechtlichem) Baureglement "über die dem Staate gehörenden
Baugründe der ehemaligen Klosterliegenschaft im G.________", zu welchen die
T.________-Überbauung gehört. Zwischen dem Baureglement und den später
protokollierten Erklärungen der Eigentümer bestehen Differenzen. So kann die
Breite des Hofraums gemäss Baureglement 4 bis 8 Meter betragen. Im
privatrechtlich massgebenden Schlussprotokoll beträgt die Breite dagegen 8
Meter. Die Erklärungen der Eigentümer im Bereinigungsverfahren haben insoweit
nicht bloss deklaratorische Bedeutung gehabt, sondern rechtsbegründende
Wirkung und umschreiben Inhalt und Umfang der Dienstbarkeit neu. Als
Erwerbsgrund auszulegen ist deshalb allein das Schlussprotokoll von 1937
(Liver, N. 63-65 zu Art. 732 ZGB; Schmid, Basler Kommentar, 2003, N. 17 zu
Art. 43 SchlTZGB). Das Baureglement von 1906 kann dabei als Hilfsmittel der
Auslegung dienen. Dies ist namentlich insoweit der Fall, als im
Schlussprotokoll Begriffe des Baureglements übernommen werden. So hat das
Obergericht mit Recht den Begriff der "inneren Bauflucht" im Lichte des
Baureglements ausgelegt.

2.
Der erste Streitpunkt betrifft die Frage, ob die Grunddienstbarkeiten zu
einem "Abstellen (Parkieren) von Fahrzeugen" berechtigen. Gemeint ist das
längerfristige bzw. länger dauernde Abstellen (Parkieren) eines Fahrzeugs
(vgl. E. 2.1.3 S. 9 des obergerichtlichen Urteils) im Gegensatz zum - vor
Obergericht unbestritten zulässigen (E. 4.2 hiernach) - Abstellen (Parkieren)
eines Fahrzeugs für den kurzzeitigen Waren- und Personenumschlag.

2.1 Die hier auszulegende Erklärung gemäss Schlussprotokoll von 1937, die die
im Grundbuch als "Bau-, Unterkellerungs-, Ablagerungs- und
Einfried(ig)ungsverbot" und "Benützungsrecht an Hofraum" eingetragenen
Grunddienstbarkeiten begründet, lautet wie folgt: Zu Gunsten aller
Grundstücke der T.________-Überbauung darf zu Lasten der Aussengrundstücke
vom Hofraum "längs der innern Bauflucht ein Streifen von 8 m Breite nicht
abgeschlossen, nicht überbaut oder als Ablagerungsplatz verwendet und nicht
unterkellert werden, sondern ist diesen Grundstücken zur allgemeinen
Benützung freizuhalten" (E. 3.1.4.2 S. 14 des obergerichtlichen Urteils).

2.1.1 Die Parteien stimmen der obergerichtlichen Auslegung zu (E. 3.1.4.2 S.
14 f.), dass es um ein Zusammenspiel von Recht und Verbot geht. Die Belastung
besteht darin, dass die Eigentümer auf näher umschriebene Befugnisse
verzichten (Verbote), um dadurch den Hofraum freizuhalten. Die Berechtigung
wird mit einer "allgemeinen Benützung" umschrieben. Benützungsrecht und
Freihaltegebot hängen insoweit zusammen, als dieses jenes gewährleisten soll.

2.1.2 Der Beklagte unterstreicht, dass es sich vom Wortlaut her um ein
"allgemeines" Benützungsrecht handle. Wie der Begriff der "innern Bauflucht"
wurde die Umschreibung "zur allgemeinen Benützung" aus dem Baureglement von
1906 übernommen. Das Baureglement sah vor, dass vom Hofraum der
Bauabteilungen (d.h. der verschiedenen Gevierte) ein Streifen "zur
allgemeinen Benutzung frei zu bleiben" hat (E. 2.1.4 S. 10 f. des
obergerichtlichen Urteils). Wird als Auslegungshilfe auf das Baureglement und
dessen Sprachgebrauch abgestellt, kann die Umschreibung "allgemeine"
Benutzung nur als bestimmungsgemässe und gemeinverträgliche Nutzung
verstanden werden, d.h. die Benutzung hat dem Zweck des Hofraums zu
entsprechen und derart zu erfolgen, dass die gleichzeitige Benutzung durch
die anderen Berechtigten nicht erheblich erschwert wird. Die Bestimmung des
Hofraums beschränkt sich nicht auf den Verkehr, sondern er dient gemäss
seiner allgemeinen Zweckbestimmung auch andern mit dem Wohnen und Arbeiten
verbundenen gemeinverträglichen Zwecken. Das längerfristige bzw. länger
dauernde Abstellen (Parkieren) eines Fahrzeugs gilt nun aber selbst bei
einzig dem Verkehr dienenden Anlagen nicht als gemeinverträglich und wird
deshalb bei der vorliegenden weiteren Zwecksetzung schon vom Wortlaut des
Erwerbsgrundes - allgemeines Benützungsrecht - nicht mehr gedeckt (vgl. dazu
BGE 122 I 279 E. 2b S. 283 mit Hinweisen).

2.1.3 Diese Auslegung des "allgemeinen Benützungsrechts" wird bestätigt, wenn
die in der Dienstbarkeit aufgezählten Verbote "Bau-, Unterkellerungs-,
Ablagerungs- und Einfried(ig)ungsverbot" in die Überlegungen einbezogen
werden. Das Obergericht ist davon ausgegangen, dass das Benützungsrecht weder
durch Vorrichtungen beeinträchtigt werden sollte, die fest mit dem Boden
verbunden sind, noch durch Ablagerungen, die nicht mit einem gewissen Aufwand
beseitigt werden können (E. 3.1.4.2 S. 14). Der Auslegung kann vorbehaltlos
beigepflichtet werden. Die aufgezählten vier verbotenen Tätigkeiten dienen
lediglich als Beispiele und wollen das Freihaltegebot näher umschreiben, das
eine gemeinverträgliche Nutzung des Hofraums durch alle Berechtigten
gewährleisten will und insbesondere jede dauerhafte Einschränkung der Nutzung
des Hofraums zu verhindern bezweckt. Entgegen der Annahme der Klägerin bedarf
es deshalb keines ausdrücklichen Parkierverbots. Die verbotenen Tätigkeiten
werden im Schlussprotokoll nicht abschliessend aufgezählt, sondern
exemplifizieren das Freihaltegebot. Das Ablagerungsverbot erfasst ohne
weiteres auch das längerfristige bzw. länger dauernde Abstellen (Parkieren)
eines Fahrzeugs, zumal das Abschleppen eines Fahrzeugs, dessen Halter nicht
erreichbar ist, mit keinem geringeren Aufwand verbunden ist als das
Beseitigen von anderem abgelagertem Material (so auch Urteil des
Bundesgerichts C.380/79 vom 25. Februar 1980, E. a S. 3 f., das ein in ZBGR
63/1982 S. 149 ff. publiziertes Urteil des Zürcher Obergerichts bestätigt).

2.2 Das Obergericht ist zu einem abweichenden Auslegungsergebnis gelangt. Es
hat dafürgehalten, die Dienstbarkeiten regelten das länger dauernde Parkieren
nicht. Da das Grundbuchbereinigungsverfahren im Jahre 1937 abgeschlossen
worden sei, müsse angenommen werden, dass ein Bedürfnis der Bewohner der
T.________-Überbauung ihre Fahrzeuge im Hof zu parkieren gar nicht in
Betracht gezogen worden sei. Die Grunddienstbarkeiten seien daher
hinsichtlich des länger dauernden Parkierens zu ergänzen (E. 3.1.4.2 S. 15).

2.2.1 Auf Grund der Vorbringen des Beklagten erscheint die obergerichtliche
Annahme nicht als bundesrechtswidrig, im Grundbuchbereinigungsverfahren sei
wegen des damals noch äusserst geringen Fahrzeugbestands und der wenig
verbreiteten Motorisierung nicht an ein längerfristiges bzw. länger dauerndes
Abstellen (Parkieren) von Fahrzeugen gedacht worden. Denn andernfalls wäre
die Frage des Parkierens wohl geregelt worden, wie das bei Innenhofservituten
aus jener Zeit oft geschehen ist, in denen das "Stehenlassen (dauernd und
vorübergehend) von Fahrzeugen" ausdrücklich untersagt wird (vgl. für eine im
Jahre 1933 begründete Dienstbarkeit: Sachverhalt zum Urteil des
Bundesgerichts C.276/1979 vom 30. November 1979, in: ZBGR 63/1982 S.
377/378). Zu prüfen ist deshalb, ob in diesem Punkt eine eigentliche Lücke
vorliegt. Ein lückenhafter Erwerbsgrund darf - im Gegensatz zur lückenhaften
Eintragung im Grundbuch (BGE 124 III 293 E. 2c S. 296) - gerichtlich ergänzt
werden (BGE 88 II 252 E. 6d S. 273 und 498 E. 5 S. 507 f.). Es ist zu fragen,
wie die Parteien, wenn sie damals den heute vorliegenden Tatbestand ins Auge
gefasst hätten, ihren Vertrag vernünftigerweise präzisierend ergänzt hätten
(Liver, N. 97 ff. zu Art. 738 ZGB; allgemein: Gauch/Schluep/Schmid,
Schweizerisches Obligationenrecht, I., 8.A. Zürich 2003, N. 1256-1263 S. 277
ff. und N. 1288-1296 S. 285 ff., mit Hinweisen).

2.2.2 Die Voraussetzungen für eine Ergänzung des Erwerbsgrundes sind hier
nicht erfüllt: Zum einen weist die Regelung keine Lücke im Sinne einer
planwidrigen Unvollständigkeit auf. Ein längerfristiges bzw. länger dauerndes
Abstellen (Parkieren) von Fahrzeugen wird - wie gesagt (E. 2.1.3 soeben) -
durch das im Wortlaut des Grundbucheintrags ausdrücklich genannte
Ablagerungsverbot erfasst. Zum anderen sind die Voraussetzungen für eine
Anpassung an veränderte Verhältnisse nach Massgabe eines hypothetischen
Parteiwillens nicht dargetan. Auf Grund der offenen Formulierung des
Dienstbarkeitsinhalts als allgemeines Benützungsrecht ist vielmehr davon
auszugehen, dass schon im Zeitpunkt der Begründung der Dienstbarkeit jedes
künftige - vorhersehbare oder unvorhersehbare - Nutzungsbedürfnis erfasst und
zugelassen werden wollte, solange es der allgemeinen Zweckbestimmung
entspricht und gemeinverträglich ist. Diese Voraussetzung aber trifft - wie
gesagt (E. 2.1.2 soeben) - auf ein längerfristiges bzw. länger dauerndes
Abstellen (Parkieren) von Fahrzeugen nicht zu.

2.2.3 Eine Ergänzung der Dienstbarkeiten erweist sich aus den dargelegten
Gründen als unzulässig. In Anbetracht dessen kann letztlich dahingestellt
bleiben, ob und inwiefern im Bereiche des Dienstbarkeitsrechts - über die
gesetzlich geregelten Tatbestände hinaus (z.B. Art. 736 und Art. 739 ZGB) -
eine Anpassung des Erwerbsgrundes an veränderte Verhältnisse möglich und
zulässig ist (eher ablehnend: BGE 127 III 300 E. 5a/bb S. 303/304; vgl. zur
generell gebotenen Zurückhaltung gegenüber Vertragsanpassungen: Kramer,
Berner Kommentar, 1985, N. 333 ff. zu Art. 18 OR).

2.3 Die Klägerin erneuert verschiedene Einwände gegen diese Auslegung gemäss
dem Wortlaut der Dienstbarkeit und von deren Sinn und Zweck her. Darauf ist
nachstehend einzugehen:
2.3.1Im kantonalen Verfahren hat sich die Klägerin auf eine
Grunddienstbarkeit aus dem Jahre 1982 berufen, die die beiden
Grunddienstbarkeiten von 1937 teilweise überlagert. Im Jahre 1982 haben sich
die Eigentümer der Parzellen Nrn. xx und yy wechselseitig Fahrwegrechte und
Rechte auf Benützung eines Abstellplatzes für Fahrzeuge eingeräumt. Das
Obergericht hat dazu festgehalten, die Dienstbarkeiten von 1937 verschafften
ein Mitbenützungsrecht aller Eigentümer am Hofraum, so dass die Klägerin aus
der Dienstbarkeit von 1982 kein ausschliessliches Recht auf einen
Autoabstellplatz im Hofraum ableiten könne (E. 3.1.5 S. 15 f. und E. 3.2.2.2
S. 17). Den zutreffenden Erwägungen ist nichts beizufügen. Es gilt der
Grundsatz der Altersprioriät (vgl. Art. 972 ZGB). Dies bedeutet, dass von
zwei Dienstbarkeiten, welche sich nicht miteinander vertragen, die ältere
grundsätzlich den Vorrang hat (BGE 57 II 258 E. 2 S. 262; statt vieler:
Liver, N. 37 f. der Einleitung; Steinauer, Les droits réels, II, 3.A. Bern
2002, N. 2148-2150 S. 338 f.).
2.3.2 Die Klägerin wirft dem Beklagten ein treuwidriges Verhalten vor, wenn
er ein Recht auf längerfristiges bzw. länger dauerndes Abstellen (Parkieren)
von Fahrzeugen bestreite, aber selber seit je her im Hofraum parkiere und
parkiert habe. Es ist indessen ein Unterschied, ob ein im Grundbuch
eingetragener Anspruch besteht oder ob sich die am Hofraum Berechtigten
gegenseitig ein längerfristiges Parkieren auf Zusehen hin und damit gleichsam
prekaristisch gestatten (vgl. Liver, N. 59-61 zu Art. 730 und N. 99 zu Art.
732 ZGB). Der Umstand, dass der Beklagte gleich wie die Klägerin den Hofraum
selber als Parkfläche verwendet hat, hindert ihn nicht, einen dinglichen
Anspruch der Klägerin auf längerfristiges bzw. länger dauerndes Abstellen
(Parkieren) von Fahrzeugen im Hofraum zu bestreiten. Desgleichen begründet
eine allfällige Ausübung einer Dienstbarkeit gegen den Vertragsinhalt keine
Rechte, wie das Obergericht in früheren Fällen entschieden hat (z.B. Urteil
vom 9. Oktober 1974, in: ZBGR 57/1976 S. 145 mit Hinweis). Die Art der
Ausübung der Dienstbarkeit ändert an deren Inhalt und Umfang nichts, wenn der
Eintrag im Grundbuch und der Erwerbsgrund eindeutig sind. In diesem Fall kann
die langjährige Ausübung auch nicht zur Erweiterung der Dienstbarkeit durch
Ersitzung führen (vgl. Liver, N. 119 f. zu Art. 738 ZGB; Steinauer, a.a.O.,
N. 2295 S. 396).

2.3.3 Schliesslich verweist die Klägerin auf die räumlichen Verhältnisse, die
ein längerfristiges bzw. länger dauerndes Abstellen (Parkieren) von
Fahrzeugen gestatte. Abgesehen davon, dass die tatsächliche Möglichkeit der
Ausübung kein Recht schaffen kann, das nicht schon gemäss Erwerbsgrund
besteht, übersieht die Klägerin, dass der Hofraum nicht nur dem fahrenden und
ruhenden Verkehr, sondern auch andern mit dem Wohnen und Arbeiten verbundenen
gemeinverträglichen Nutzungen zu dienen hat. Zudem widerspricht diese
Auslegung anhand der räumlichen Gegebenheiten dem Schlussprotokoll von 1937,
wonach "ein Streifen von 8 m Breite ... freizuhalten" ist (E. 2.1 soeben).
Daran lassen auch die von der Klägerin zitierten Formulierungen in den
Bereinigungsheften, die der Einführung des Grundbuchs zugrunde gelegen haben,
keinen Zweifel. Dort heisst es: "Der Hofraum zwischen den äusseren und
inneren Bauparzellen ist auf seiner ganzen Breite zur Allgemeinen Benützung
des ganzen Blockes jederzeit freizuhalten" (zit. nach S. 13 der
Berufungsantwort, Unterstreichung beigefügt). Danach wäre nicht einmal ein
Parkieren entlang den Hausmauern im Hofraum statthaft, das sich die
Eigentümer offenbar auf Zusehen hin gestatten.

2.4 Die Auslegung ergibt, dass die Grunddienstbarkeiten nicht zu einem
längerfristigen bzw. länger dauernden Abstellen (Parkieren) eines Fahrzeugs
berechtigen. Demgegenüber ist das Abstellen (Parkieren) eines Fahrzeugs für
den kurzzeitigen Waren- und Personenumschlag unbestrittenermassen zulässig.
Zwischen dieser negativen und positiven Umschreibung bleibt die Abgrenzung
der Dienstbarkeitsberechtigungen unscharf, doch kann heute nicht näher
festgelegt werden, was im Einzelnen unter einem (unerlaubten) längerfristigen
und einem (erlaubten) kurzfristigen Abstellen eines Fahrzeugs zu verstehen
ist. Zum einen darf das Bundesgericht nicht über die Anträge der Parteien
hinausgehen (Art. 63 Abs. 1 OG) und deshalb auch keine anderen als die
beantragten Feststellungen treffen. Zum anderen könnte eine verbindliche
Ordnung für die Ausübung aller Benützungsrechte nur unter Einbezug aller an
den Dienstbarkeiten beteiligten Parteien festgelegt werden, hingegen nicht im
vorliegenden Prozess zwischen zwei sich streitenden
Dienstbarkeitsberechtigten mit Wirkung für alle (vgl. dazu D. Piotet, Comment
organiser les rapports d'usage entre les bénéficiaires de servitudes de même
rang?, FS Paul Piotet, Bern 1990, S. 89 ff.).
2.5 Die Berufung muss aus den dargelegten Gründen gutgeheissen,
Dispositiv-Ziff. 1 des obergerichtlichen Urteils aufgehoben und die Klage
abgewiesen werden, soweit die Feststellungs- und Verbotsbegehren die
Berechtigung zu einem längerfristigen bzw. länger dauernden Abstellen
(Parkieren) eines Fahrzeugs betreffen. Mit der Aufhebung und der ersatzlosen
Streichung der Dispositiv-Ziff. 1 wird das darauf bezogene
Berichtigungsbegehren der Klägerin gegenstandslos, ohne dass auf dessen
Zulässigkeit in der Berufungsantwort näher einzutreten wäre.

3.
Der zweite Streitpunkt betrifft die Frage, ob die Grunddienstbarkeiten den
Kundenverkehr zu den Gewerbeliegenschaften zulassen.

3.1 Aus dem Erwerbsgrund und aus dem Eintrag im Grundbuch folgt, dass die
Dienstbarkeiten zu Gunsten und zu Lasten bestimmter Grundstücke begründet
wurden. Es handelt sich um Grunddienstbarkeiten im Sinne von Art. 730 ff.
ZGB, bei denen der jeweilige Eigentümer eines Grundstücks aus der
Dienstbarkeit berechtigt bzw. verpflichtet ist. Räumt der
Dienstbarkeitsberechtigte einem Dritten ein Nutzungsrecht am Grundstück als
solchem ein (z.B. Nutzniessung, Miete oder Pacht), erstreckt sich dieses
Nutzungsrecht auch auf die zu Gunsten des Grundstücks bestehenden
Grunddienstbarkeiten. Ohne Verleihung des Nutzungsrechts am Grundstück selber
kann ein Nutzungsrecht an Grunddienstbarkeiten hingegen nicht verliehen
werden, soweit es sich - wie hier - um eine positive (affirmative)
Dienstbarkeit handelt, die dem Berechtigten die Befugnis zu einem Tun gibt,
währenddem sie dem Belasteten eine Duldungspflicht auferlegt (BGE 100 II 105
E. 3a S. 115; 114 II 426 E. 2d S. 430). Die Begründung dafür liegt im für
Grunddienstbarkeiten typischen Zusammenhang zwischen Berechtigung und
Grundstück, der durch die bloss obligatorische Übertragung der Ausübung nicht
aufgehoben werden darf (vgl. Liver, N. 42 zu Art. 730 ZGB; Steinauer, a.a.O.,
N. 2282 f. S. 390). Soweit der Beklagte seinen Kunden die Bewilligung
erteilt, sein "Benützungsrecht an Hofraum" mitzubenützen, bewirkt er durch
einseitiges Rechtsgeschäft, dass seine Kunden befugt sind, in seinem
Rechtsbereich zu handeln (vgl. Gauch/Schluep/Schmid, a.a.O., N. 129 und N.
142 ff. S. 26 ff.). Eine derartige rechtsgeschäftliche Übertragung des
Nutzungsrechts an der Dienstbarkeit ohne gleichzeitige Übertragung des
Nutzungsrechts am herrschenden Grundstück hat das Obergericht - nach dem
soeben Gesagten - zu Recht abgelehnt.

3.2 Der Beklagte anerkennt heute die gezeigte Rechtslage, verneint aber, dass
er seinen Kunden jemals ein Nutzungsrecht an der Grunddienstbarkeit
"Benützungsrecht an Hofraum" habe verleihen wollen. Er macht geltend, das
"Benützungsrecht an Hofraum" selber beinhalte sein Recht, Kunden und Besucher
seines Wäschereibetriebs im Hofraum zu empfangen und zu bedienen und diese
den Hofraum befahren zu lassen. Diesbezüglich greift die obergerichtliche
Beurteilung zu kurz.

3.2.1 Nach dem Wortlaut von Art. 730 Abs. 1 ZGB besteht der "Gegenstand"
(Marginalie) der Grunddienstbarkeit in der Belastung eines Grundstücks "zum
Vorteil eines andern Grundstückes". Herrschende Rechtsauffassung will diese
und vom Wortlaut her ähnliche Bestimmungen (Art. 736 und Art. 739 ZGB: "alles
Interesse" bzw. "Bedürfnisse des berechtigten Grundstückes") nicht nur im
Sinne des Utilitätsprinzips verstanden wissen, wonach eine Grunddienstbarkeit
für das berechtigte Grundstück nützlich sein muss und persönliche Interessen
des berechtigten Grundeigentümers ausser Betracht zu bleiben haben. Vielmehr
verstehen Lehre und Rechtsprechung unter dem Interesse für das berechtigte
Grundstück auch das Interesse des Eigentümers des berechtigten Grundstücks an
der Ausübung der Dienstbarkeit gemäss deren Inhalt und Umfang (BGE 130 III
554 E. 2 S. 556 mit Hinweisen auf die Rechtsprechung; Liver, N. 7 ff. der
Vorbem. zu Art. 730-744 und N. 103 ff. zu Art. 730 ZGB, mit Hinweisen;
seither: Steinauer, a.a.O., N. 2213 S. 360; Petitpierre, Basler Kommentar,
2003, N. 11 ff. zu Art. 730 ZGB; teilweise abweichend: Rey, Berner Kommentar,
1981, N. 7 ff. der Vorbem. zu Art. 730-736 ZGB).

3.2.2 Es ist anerkannt, dass der "Vorteil" oder das "Interesse" des
herrschenden Grundstücks bzw. des Eigentümers des herrschenden Grundstücks
durch ein auf ihm betriebenes Gewerbe vermittelt werden kann. Bei einem
dinglichen Wegrecht zu Gunsten einer Geschäftsliegenschaft kommt es auf die
Verkehrsbedürfnisse des dortigen Geschäftsbetriebs an. Falls der Erwerbsgrund
die Frage nicht ausdrücklich regelt, bestimmt sich nach den Bedürfnissen des
herrschenden Grundstücks bzw. dessen Eigentümers, ob die Grunddienstbarkeit
nicht nur vom Mieter und Pächter, sondern auch von Hausgenossen, Besuchern
und Kunden ausgeübt werden darf (vgl. für Einzelheiten, z.B. aus dem
deutschen Recht: BGB-Kommentare Staudinger/Mayer, 2002, N. 4 und N. 12,
RGRK/Rothe, 1996, N. 3, und Staudinger/Ring, 1994, N. 25, je zu § 1019 BGB;
Meisner/Stern/Hodes, Nachbarrecht, 4.A. Berlin 1964, § 31/II S. 547 f.).
3.2.3 Von seinem Wortlaut her sagt der Erwerbsgrund nichts zur Frage, wer das
"Benützungsrecht an Hofraum" ausüben darf. Die Frage wird hingegen von den
Bedürfnissen des berechtigten Grundstücks, denen bei der Auslegung besonderes
Gewicht zukommt (hiervor E. 1.2: "namentlich"), eindeutig beantwortet. Bei
den berechtigten Grundstücken des Beklagten handelt es sich um seit 1912 bis
heute gewerblich genutzte Liegenschaften, auf denen stets eine Wäscherei mit
den dafür notwendigen Installationen betrieben wurde. Das sich aus der
Bewirtschaftung dieser Gewerbeliegenschaft ergebende Bedürfnis
"Kundenverkehr" ist deshalb zu berücksichtigen und wird vom Inhalt der
Grunddienstbarkeit "Benützungsrecht an Hofraum" ohne weiteres erfasst.
Anspruchsberechtigt ist zwar nur der Beklagte, da es um eine
Grunddienstbarkeit geht und diese ihm als Eigentümer der berechtigten
Innengrundstücke zusteht. Ausgeübt werden darf das Benützungsrecht jedoch
auch von seinen Kunden in gleicher Weise, d.h. die Kunden des Beklagten
dürfen den Hofraum insbesondere befahren und daselbst ihre Fahrzeuge
kurzzeitig abstellen, soweit diese Tätigkeiten durch das auf den Grundstücken
des Beklagten betriebene Gewerbe veranlasst sind.

3.3 Bei diesem Auslegungsergebnis muss die Berufung gutgeheissen,
Dispositiv-Ziff. 3 des obergerichtlichen Urteils aufgehoben und die Klage
abgewiesen werden, soweit die Feststellungs- und Verbotsbegehren die Ausübung
der Dienstbarkeit "Benützungsrecht an Hofraum" durch Kunden oder Besucher des
Beklagten betreffen.

4.
In ihrer Berufungsantwort erneuert die Klägerin ihre kantonalen
Appellationssubeventualbegehren-Ziff. 9 und 10. Sie beantragt dem
Bundesgericht diese Anträge zu prüfen und gutzuheissen, eventuell die Sache
zu diesem Zweck an das Obergericht zurückzuweisen.

4.1 Die Klägerin stellt als Berufungsbeklagte Anträge, die - jedenfalls mit
Bezug auf die Feststellungsbegehren gemäss Ziff. 9 - über die blosse
Abweisung der Berufung des Beklagten hinausgehen, ohne formell
(Eventual-)Anschlussberufung zu erheben. Die Zulässigkeit dieses prozessualen
Vorgehens kann aus nachstehenden Gründen dahingestellt bleiben (vgl. dazu
Scyboz, Le recours en réforme au Tribunal fédéral, in: Les recours au
Tribunal fédéral, Publications FSA vol. 15, Bern 1997, S. 7 ff., S. 53/54,
mit Hinweisen).

4.2 Vor Obergericht hat die Klägerin beantragt, subeventuell sei
festzustellen, dass die fraglichen Grunddienstbarkeiten das Parkieren von
Fahrzeugen und das Markieren von Parkfeldern auf den dienstbarkeitsbelasteten
Flächen generell verbieten und nur den kurzzeitigen Warenumschlag durch die
aus den Dienstbarkeiten berechtigten Grundeigentümer und deren Mieter, nicht
aber der Kunden und Besucher zulassen (Ziff. 9).

Das Obergericht ist auf diesen Subeventualantrag nicht eingetreten, weil es
zuvor festgestellt hat, dass die Klägerin zum länger dauernden Parkieren von
Fahrzeugen auf den von ihr bezeichneten Feldern berechtigt ist (E. 8 S. 25).
Das Amtsgericht hat den Antrag teilweise gutgeheissen und festgestellt, dass
das Parkieren von Fahrzeugen und das Markieren von Parkfeldern generell
verboten ist und nur der kurzzeitige Personen- und Warenumschlag zulässig
ist. Das Feststellungsinteresse hat das Amtsgericht bejaht, weil die
Markierungs- und Parkierungsverhältnisse am Hofraum strittig sind (E. 9 S. 20
f.).

Soweit mit der Feststellung eine unterschiedliche Behandlung zwischen
Grundeigentümern und Kunden der Gewerbeliegenschaften verlangt wird, ist das
Begehren - wie erwähnt (E. 3.3 hiervor) - unbegründet. Zu beurteilen ist
hingegen die Feststellung, dass die Grunddienstbarkeiten das Parkieren von
Fahrzeugen und das Markieren von Parkfeldern auf den dienstbarkeitsbelasteten
Flächen generell verbieten und nur den kurzzeitigen Warenumschlag zulassen.
Selbst wenn die Feststellungsklage in weitem Umfang gestattet werden soll,
wie das die kantonalen Gerichte hier angenommen haben, muss nun aber doch
vorausgesetzt werden, dass es sich um ein streitiges Rechtsverhältnis
handelt, dessen Feststellung beantragt wird. Andernfalls ist die eine
Feststellungsklage rechtfertigende Ungewissheit der Rechtsbeziehungen
zwischen den Parteien zu verneinen (allgemein: BGE 123 III 49 E. 1a S. 51 und
414 E. 7b S. 429; für die Dienstbarkeitsberechtigung: BGE 128 III 265 E. 2b,
nicht veröffentlicht). Auf Grund sämtlicher bisher beurteilter Begehren der
Klägerin (E. 2 und 3 hiervor) wird deutlich, dass das mit dem
Subeventualantrag-Ziff. 9 zur Feststellung verstellte Rechtsverhältnis nicht
streitig ist. Es kann ergänzt werden (Art. 64 Abs. 2 OG), dass sich die
Beklagte in ihrer kantonalen Appellationsantwort vollauf damit einverstanden
erklärt hat, dass das Parkieren von Fahrzeugen und das Markieren von
Parkfeldern generell verboten und nur der kurzzeitige Personen- und
Warenumschlag zugelassen ist (Amtl. Bel. 11 S. 19 ad 41 und 42). Ein
Interesse an dieser Feststellung besteht somit nicht. Der vor Obergericht
gestellte Subeventualantrag-Ziff. 9 muss deshalb insgesamt abgewiesen werden,
soweit darauf einzutreten ist.

4.3 Die Klägerin hat vor Obergericht weiter beantragt, subeventuell seien die
fraglichen Grunddienstbarkeiten wegen unzulässiger Mehrbelastung so
zurückzustufen, dass die Kunden und Besucher vom Kreis der Berechtigten
ausgeschlossen sind (Ziff. 10). Das Obergericht ist auf das Begehren nicht
eingetreten, weil es festgestellt hat, dass die Kunden und Besucher der
Dienstbarkeitsberechtigten nicht berechtigt seien, den Hofraum zu benützen
(E. 9 S. 25). Das Amtsgericht ist auf den Antrag eingetreten, hat aber eine
unzumutbare Mehrbelastung verneint und den Antrag abgewiesen (E. 10 S. 21
ff.).
4.3.1 Gemäss Art. 739 ZGB darf dem Verpflichteten eine Mehrbelastung nicht
zugemutet werden, wenn sich die Bedürfnisse des berechtigten Grundstückes
ändern. Die daherige Klage des Dienstbarkeitsbelasteten zielt auf eine
Herabsetzung der Ausübung der Dienstbarkeit auf das ursprüngliche Mass. Nur
wenn diese Zurückführung auf das ursprüngliche Mass nicht möglich ist, kommt
ein Verbot der Ausübung in Frage. Da der Kundenverkehr einen Teil der
Belastung bedeutet (E. 3 hiervor) und auch heute noch unbestreitbar möglich
ist und stattfinden kann, fällt das beantragte Verbot des Kundenverkehrs
ausser Betracht (vgl. Liver, N. 54-56 zu Art. 739 ZGB; Steinauer, a.a.O., N.
2300d S. 398 f.).
4.3.2 Zu prüfen bleibt die im beantragten Ausschluss des Kundenverkehrs
mitenthaltene Reduktion. Das "Benützungsrecht an Hofraum" wird im
Erwerbsgrund nicht positiv umschrieben, sondern nur negativ durch - auf den
Kundenverkehr nicht zutreffende - verbotene Tätigkeiten abgegrenzt. Insoweit
liegt eine ungemessene Dienstbarkeit vor, deren Inhalt und Umfang - wie der
Beklagte das hervorhebt - durch die Bedürfnisse des herrschenden Grundstücks
bestimmt werden (Liver, N. 19-21 zu Art. 737 ZGB; Urteil 5C.199/2002 vom 17.
Dezember 2002, E. 3.1, in: ZBGR 84/2003 S. 308).

Bei der vorliegenden affirmativen, ungemessenen Dienstbarkeit ist dem
Dienstbarkeitsbelasteten diejenige Mehrbelastung grundsätzlich zumutbar, die
auf eine objektive Veränderung der Verhältnisse, wie etwa die Entwicklung der
Technik, zurückgeht und nicht auf willentlicher Änderung der bisherigen
Zweckbestimmung beruht und die die zweckentsprechende Benützung des
belasteten Grundstücks nicht behindert oder wesentlich mehr als bisher
einschränkt (BGE 91 II 339 E. 4b S. 342; 117 II 536 E. 4b S. 538). Erst wenn
die - verglichen mit dem früheren Zustand - gesteigerte Inanspruchnahme des
belasteten Grundstücks zur Befriedigung der Bedürfnisse des herrschenden
Grundstücks eine erhebliche Überschreitung der ungemessenen Dienstbarkeit
bedeutet, liegt eine unzumutbare Mehrbelastung vor. Diesfalls muss die
Zunahme aber derart stark sein, dass mit Sicherheit angenommen werden kann,
sie überschreite die Grenze dessen, was bei der Begründung der Dienstbarkeit
vernünftigerweise in Betracht gezogen worden sein könnte. (BGE 122 III 358
Nr. 66; Urteil des Bundesgericht 5C.217/1991 vom 26. Mai 1992, E. 3, in: ZBGR
77/1996 S. 52 und SJ 1992 S. 601; Liver, N. 3, 8 und N. 10 zu Art. 739 ZGB;
Steinauer, a.a.O., N. 2298-2300 S. 397 f.).

Die Voraussetzungen einer unzumutbaren Mehrbelastung sind hier nicht erfüllt.
Gemäss den tatsächlichen Feststellungen im obergerichtlichen Urteil bestand
auf den Innenhofgrundstücken seit 1912 eine Wäscherei, die immer einen
gewissen Kundenverkehr bewirkt hat. Eine willentliche Änderung der
Zweckbestimmung hat somit nicht stattgefunden, wie die Klägerin das auch
einräumt. Soweit sie behauptet, es sei seither ein erheblicher und
unzumutbarer Mehrverkehr aufgetreten, kann ihr nicht gefolgt werden. Wie das
Obergericht weiter festgestellt hat (E. 2.1.4 S. 10), sind die
Innengrundstücke bereits im Zeitpunkt der Begründung der Dienstbarkeit für
Gewerbebetriebe vorgesehen gewesen und durften keine Wohnungen enthalten.
Davon gehen heute auch beide Parteien aus (S. 8 ff. der Berufungsschrift und
S. 14 ff. der Berufungsantwort). Wird nebst dieser Nutzungsbeschränkung zu
Lasten der Innengrundstücke berücksichtigt, dass der Hofraum in seiner ganzen
Breite von acht Metern zur allgemeinen Benützung jederzeit freigehalten
werden sollte (vgl. E. 2.3.3 hiervor), muss angenommen werden, dass die
Eigentümer im Zeitpunkt der Begründung der Dienstbarkeit Steigerungen in der
Nutzung des Hofraums vorhergesehen und in Kauf genommen haben, damit das
Gewerbe auf den Innengrundstücken wachse und gedeihe.

4.3.3 Der vor Obergericht gestellte Subeventualantrag-Ziff. 10 betreffend
Mehrbelastung muss nach dem Gesagten abgewiesen werden, ohne dass die Sache
an das Obergericht zur Vervollständigung des Sachverhalts zurückzuweisen
wäre. Die Feststellungen im obergerichtlichen Urteil gestatten die
Beurteilung dessen, was die Eigentümer seinerzeit vernünftigerweise und damit
objektiviert in Betracht gezogen haben mögen, als sie die
Grunddienstbarkeiten begründet haben.

5.
Aus den dargelegten Gründen müssen die Berufungsanträge gutgeheissen, die mit
der Berufungsantwort erneuerten Klagebegehren hingegen abgewiesen werden. Die
Klägerin wird damit kosten- und entschädigungspflichtig im
bundesgerichtlichen Verfahren (Art. 156 Abs. 1 und Art. 159 Abs. 1 und 2 OG).
Für die Verlegung der kantonalen Gerichts- und Parteikosten rechtfertigt sich
grundsätzlich keine andere Verlegung, da die Klägerin gesamthaft nur die
Feststellung erreicht hat, dass sie auf ihrem eigenen Grundstück parkieren
und Absperrvorrichtungen anbringen darf, soweit es nicht mit der
Grunddienstbarkeit belastet ist (unangefochtene Dispositiv-Ziff. 2 und E.
2.1.4 und E. 2.2.2 S. 11 f. des obergerichtlichen Urteils). Mangels genauer
Angaben zu den Anwaltskosten der Beklagten im obergerichtlichen Verfahren und
des Einbezugs der Kosten für eine vorsorgliche Beweisaufnahme (vgl. E. 10 S.
26) wird die Sache gesamthaft zur Neuverlegung der Kosten- und
Entschädigungsfolgen des kantonalen Verfahrens an das Obergericht
zurückgewiesen (Art. 157 und Art. 159 Abs. 6 OG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Berufung wird gutgeheissen, soweit darauf einzutreten ist, und die
Dispositiv-Ziff. 1 und 3 bis 5 des Urteils des Obergerichts des Kantons
Luzern, I. Kammer, als Appellationsinstanz, vom 9. Juli 2004 werden
aufgehoben. Unter Vorbehalt der rechtskräftigen Feststellung gemäss
Dispositiv-Ziff. 2 des obergerichtlichen Urteils wird die Klage abgewiesen,
soweit darauf einzutreten ist.

2.
Die Gerichtsgebühr von Fr. 5'000.-- wird der Klägerin auferlegt.

3.
Die Klägerin hat den Beklagten für das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr.
7'000.-- zu entschädigen.

4.
Die Sache wird zur Neuverlegung der Kosten und Entschädigung für das
kantonale Verfahren an das Obergericht zurückgewiesen.

5.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Luzern, I.
Kammer als Appellationsinstanz, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 10. März 2005

Im Namen der II. Zivilabteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident:  Der Gerichtsschreiber: