Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

II. Zivilabteilung 5C.39/2004
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5C.39/2004 /mks

Sitzung vom 8. Juli 2004
II. Zivilabteilung

Bundesrichter Raselli, Präsident,
Bundesrichterin Nordmann, Bundesrichterin Escher,
Bundesrichter Meyer, Bundesrichterin Hohl,
Gerichtsschreiberin Scholl.

X. ________,
Klägerin und Berufungsklägerin,
vertreten durch Rechtsanwalt David Husmann,

gegen

Y.________ AG, Beklagte und Berufungsbeklagte,
vertreten durch Rechtsanwalt Alois Kessler,
Z.________ GmbH & Co. KG,
Nebenintervenientin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Christoph P.A. Martig,

Haftung aus dem Betrieb einer Rodelbahn,

Berufung gegen das Urteil des Kantonsgerichts des Kantons Schwyz,
Zivilkammer, vom 2. Dezember 2003.

Sachverhalt:

A.
Die Y.________ AG ist Betreiberin der Sommerrodelbahn "Y.________". Am 29.
September 1996 kollidierte auf dieser Bahn im Bereich der Auslaufstrecke der
Rodel der beiden Kinder S.A.________ und T. A.________ (damals zwölf und neun
Jahre alt) von hinten mit demjenigen von X.________, die mit ihrem Sohn
unterwegs war. Durch die Wucht des Aufpralls wurde X.________ und ihr Sohn
aus dem Rodel heraus auf die Wiese geworfen. X.________ erlitt dabei eine
Prellung des Schädels im Hinterkopfbereich sowie ein Schleudertrauma.

B.
Am 25. Juni 1999 reichte X.________ beim Bezirksgericht Schwyz Klage gegen
die Y.________ AG ein und verlangte, diese sei zu verpflichten, ihr für den
im Zeitraum vom 29. September 1996 bis 1. Juli 1999 angefallenen
Haushaltsschaden und Erwerbsausfall Schadenersatz nach richterlichem Ermessen
zu bezahlen. Die Y.________ AG beantragte die Abweisung der Klage und
verkündete den Kindern S. A.________ und T. A.________ sowie der Z.________
GmbH & Co. KG (Herstellerin der Rodelanlage) den Streit. Die Z.________ GmbH
& Co. KG trat daraufhin dem Prozess als Nebenintervenientin bei.

Das Bezirksgericht beschränkte in der Folge das Verfahren auf die
Grundsatzfrage der Haftung und wies die Klage mit Urteil vom 13. Dezember
2000 ab. Dagegen erhob X.________ Berufung beim Kantonsgericht des Kantons
Schwyz. Dieses bestätigte am 2. Dezember 2003 das erstinstanzliche Urteil -
mit Ausnahme der Kostenverteilung - vollumfänglich.

C.
X. ________ führt eidgenössische Berufung an das Bundesgericht. Sie beantragt
im Wesentlichen, die Y.________ AG sei zu verpflichten, ihr Schadenersatz
nach richterlichem Ermessen zu bezahlen; eventuell sei festzustellen, dass
die Y.________ AG für den Unfall vom 29. September 1996 hafte und die Sache
zur Schätzung des Haushaltsschadens und Erwerbsausfalls an das Kantonsgericht
zurückzuweisen.

Die Y.________ AG und die Z.________ GmbH & Co. KG schliessen in ihren
Vernehmlassungen auf Abweisung der Berufung, soweit darauf einzutreten sei.

Eine gegen das nämliche Urteil des Kantonsgerichts erhobene staatsrechtliche
Beschwerde hat das Bundesgericht mit Entscheid vom 7. Juni 2004 abgewiesen,
soweit es darauf eingetreten ist (Verfahren 5P.67/2004).

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

1.
Im vorliegenden Fall handelt es sich um eine vermögensrechtliche
Zivilrechtsstreitigkeit im Sinne von Art. 46 OG. Es kann davon ausgegangen
werden, dass der erforderliche Streitwert für das Berufungsverfahren bei
weitem erreicht ist. Die Berufung ist rechtzeitig erhoben worden und richtet
sich gegen einen Endentscheid eines oberen kantonalen Gerichts, der nicht
mehr durch ein ordentliches kantonales Rechtsmittel angefochten werden kann
(Art. 54 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 OG).

Als unzulässig erweist sich indes das von der Klägerin gestellte
Hauptbegehren. Da das kantonale Verfahren auf die Frage der Haftung
beschränkt worden ist, liegt bezüglich des Vorliegens eines Schadens kein
Endentscheid vor. Zu prüfen ist hingegen das Eventualbegehren und damit die
Grundsatzfrage der Haftung.

2.
Die Klägerin macht geltend, auf den vorliegenden Fall finde das Bundesgesetz
über die Haftpflicht der Eisenbahn- und Dampfschifffahrtsunternehmungen und
der Schweizerischen Post vom 28. März 1905 (EHG; Eisenbahnhaftpflichtgesetz;
SR 221.112.742) Anwendung. Ob diese Behauptung zutrifft, insbesondere ob die
Beklagte Inhaberin einer Eisenbahnunternehmung im Sinne von Art. 1 Abs. 1 EHG
ist, muss vorab geprüft werden.

2.1  Nach Art. 1 Abs. 2 des Eisenbahngesetzes vom 20. Dezember 1957 (EBG; SR
742.101) - welches als Auslegungshilfe hinzugezogen werden kann - sind
Eisenbahnen Unternehmungen, die nach ihrer Zweckbestimmung von jedermann zur
Beförderung von Personen und Gütern benützt werden können und deren Fahrzeuge
auf oder an Schienen laufen. Nur erfasst von der Eisenbahngesetzgebung sind
die dem öffentlichen Verkehr dienenden Eisenbahnen (Botschaft des Bundesrates
zum Eisenbahngesetz, BBl 1956 I 235; Oftinger/Stark, Schweizerisches
Haftpflichtrecht, Bd. II/3, 1991, § 27 N. 13).

2.2  Bei der hier zu beurteilenden Rodelbahn laufen die Rodel unstrittig
nicht
auf oder an Schienen, sondern bewegen sich auf Rollen in einem
halbkreisförmigen Blechkanal. Die Klägerin bringt jedoch vor, auch innerhalb
dieser Blechwanne sei eine Richtungsänderung nicht möglich, was einen Teil
der spezifischen Betriebsgefahr der Eisenbahn ausmache.

Ob aus dieser Unmöglichkeit der Richtungsänderung auf das Vorliegen einer
Eisenbahn geschlossen werden kann, ist zweifelhaft; diese Frage kann indes
offen bleiben. Von entscheidender Bedeutung ist vielmehr, dass die Rodelbahn
nicht dem öffentlichen Verkehr dient. Eine Rodelbahn ist am ehesten
vergleichbar mit einer Sportanlage wie eine (Winter-)Bobbahn oder einer
Anlage in einem Vergnügungspark, welche nicht unter das
Eisenbahnhaftpflichtgesetz fallen (Oftinger/Stark, a.a.O., § 27 N. 17 u. 18;
Deschenaux/Tercier, La responsabilité civile, 1982, § 16 N. 16). Hinzu kommt,
dass auf der vorliegenden Bahn keine Personen befördert werden (Christian
Küng, Die Konzessionierung von Luftseilbahnen nach Bundesrecht, Diss. Bern
1988, S. 53; Hans-Kaspar Stiffler, Die Haftung der Seilbahnunternehmungen für
ausservertragliche Schädigung, Diss. Zürich 1959, S. 44), da die Benutzer den
Rodel selber steuern bzw. zumindest selber abbremsen und beschleunigen. Es
kann folglich festgehalten werden, dass die Beklagte nicht Inhaberin einer
Eisenbahnunternehmung ist.

3.
Gemäss den Ausführungen der Klägerin ist mit der Rodelbahn über ein
Förderband eine Aufzugsanlage verbunden, durch welche die Rodel mit den
darauf sitzenden Benutzern wieder den Hang hinauf transportiert werden. Die
Klägerin führt aus, diese Aufzugsanlage hätte in Anwendung der Verordnung
über die Konzessionierung von Luftseilbahnen vom 8. November 1978 (LKV; SR
743.11) einer eidgenössischen Konzession bedurft. Eidgenössisch
konzessionierte Unternehmungen seien nach Art. 5 des Bundesgesetzes über die
Personenbeförderung und die Zulassung als Strassentransportunternehmung (PBG;
SR 744.10) bezüglich der Haftung wiederum dem Eisenbahnhaftpflichtgesetz
unterstellt.

3.1  Die Vorinstanz hat sich mit der Frage der Konzessionspflicht nicht
befasst und insbesondere die Aufzugsanlage der Beklagten nicht näher
spezifiziert. Die Akten reichen in diesem Punkt nicht aus, damit das
Bundesgericht den Sachverhalt gestützt auf Art. 64 Abs. 2 OG selber
vervollständigen könnte. Da jedoch eine allfällige Konzessionspflicht für den
vorliegenden Fall keine Rolle spielt (vgl. E. 3.2 nachfolgend), erübrigt sich
eine Rückweisung an das Kantonsgericht.

Es ist im Übrigen anzumerken, dass die Aufzugsanlage, basierend auf der
Beschreibung der Klägerin, wohl ohnehin am ehesten als Schlepplift
("Skilift") zu qualifizieren wäre. In der Literatur (vgl. insbesondere
Hans-Kaspar Stiffler, Schweizerisches Schneesportrecht, 2002, S. 59) werden
Schlepplifte definiert als Anlagen, bei welchen die Fahrgäste auf geeigneten
Sportgeräten auf einer speziellen Schleppspur befördert werden. Ein solcher
Schlepplift bedarf keiner eidgenössischen Konzession und ist dementsprechend
auch nicht dem Eisenbahnhaftpflichtgesetz unterstellt (Oftinger/Stark,
a.a.O., § 27 N. 25; Patrik Bergamin, Haftung des Bergbahnunternehmens bei
Sommersport-Unfällen im Einzugsgebiet der Bahn, Diss. St. Gallen 2000, S. 80
f.).
3.2  Die Klägerin geht sinngemäss davon aus, dass, wenn für die Aufzugsanlage
das Eisenbahnhaftpflichtgesetz anwendbar wäre, sich auch die Haftung für die
Rodelbahn ("Abfahrt") nach diesem Spezialgesetz beurteilen würde. Diese
Auffassung geht fehl: Nach Art. 1 Abs. 1 EHG haftet der Inhaber nur für
Personenschäden, welche durch den Bau oder Betrieb der Unternehmung
verursacht werden. Darunter versteht man nur den technischen Betrieb, nämlich
die Einzeltätigkeiten, die der Beförderung oder der unmittelbaren
Vorbereitung hiezu dienen (BGE 63 II 267 S. 269; 113 II 246 nicht publ. E. 8;
Oftinger/ Stark, a.a.O., § 27 N. 90 f.; Alfred Keller, Haftpflicht im
Privatrecht, Bd. I, 2002, S. 249 f.; Patrik Bergamin, a.a.O., S. 81 f.). Im
vorliegenden Fall ist der Unfall aber nicht während der Fahrt mit der
Aufzugsanlage oder beim An- bzw. Abhängen des Rodels geschehen, sondern bei
der Abfahrt auf der Rodelbahn. Ein unmittelbarer Zusammenhang mit der
Beförderung ist damit nicht ersichtlich, so dass eine Haftung nach dem
Eisenbahnhaftpflichtgesetz von vornherein entfällt.

4.
Die Klägerin beruft sich weiter auf vertragliche und ausservertragliche
Haftungsbestimmungen, insbesondere auf die Art. 41 ff., Art. 58 sowie Art. 97
ff. OR. Dabei stellt sich - unabhängig von der konkret anwendbaren
Haftungsgrundlage - in erster Linie die Frage, ob die Rodelbahn der Beklagten
den massgebenden Sicherheitsanforderungen genügt hat (BGE 126 III 113 E. 2b
S. 116). Das Vorliegen eines Bremsdefekts am Rodel der Kinder A.________ hat
das Kantonsgericht in für das Bundesgericht verbindlicher Weise (Art. 63 Abs.
2 OG) als nicht bewiesen erachtet (vgl. auch E. 5.1 nachfolgend).

4.1  Die Klägerin wirft dem Kantonsgericht vor, Bundesrecht dadurch verletzt
zu haben, als es einen zu wenig weitgehenden Massstab an die Sorgfaltspflicht
der Beklagten und die Mängelfreiheit der Rodelbahn angelegt habe: Dieses gehe
von einem Sicherheitsdispositiv aus, das von allen Bahnbenutzern eine
vernünftige Fahrweise und korrekte Betätigung des Bremshebels voraussetze;
jedoch müsse bei einer Freitzeitanlage mit einer gewissen Unvernunft einiger
Benutzer, insbesondere von Kindern, gerechnet werden. Im Einzelnen rügt die
Klägerin vor allem ein mangelhaftes Sicherheitsdispositiv am Bahnende
(ungenügende Überwachung, fehlende automatische Bremsvorrichtung etc.) sowie
die ungenügende passive Sicherheit der Rodel (keine Knautschzone, keine
Rückenlehnen etc.).
4.2  Das Kantonsgericht hat vorab festgehalten, die Sommerrodelbahn der
Beklagten sei übersichtlich, wenig steil und nicht sehr lang. Sie sei eine
typische Familien- und Kinderrodelbahn. Weiter hat es ausgeführt, die
generelle Hinweistafel über die Fahrweise am Start sowie die zahlreichen
Warntafeln und Schilder zur Bremsaufforderung würden den
Sicherheitsanforderungen genügen: Vor Kurven und vor dem Bahnende seien gut
sichtbare Gefahren- und Bremshinweistafeln aufgestellt, welche in Wort und
Bild zur Vorsicht und zum Bremsen auffordern würden. Die Anlageführung der
Bahn und der gleichzeitige Hinweis auf das Bahnende würden dem Benutzer
deutlich machen, dass das Bahnende nahe und damit der Rodel gebremst und auf
das Ende hin gestoppt werden müsse.

4.3  Welche Sicherheitsvorkehren in einem bestimmten Zeitpunkt die zu
beurteilende örtliche Situation erfordert hat, ist im Wesentlichen eine Frage
des Ermessens des Sachrichters (BGE 130 III 193 E. 2.3 S. 197).
Ermessensentscheide kantonaler Instanzen überprüft das Bundesgericht an sich
frei. Es übt dabei aber Zurückhaltung und schreitet nur ein, wenn die
Vorinstanz grundlos von in Lehre und Rechtsprechung anerkannten Grundsätzen
abgewichen ist, wenn sie Gesichtspunkte berücksichtigt hat, die für den
Entscheid im Einzelfall keine Rolle hätten spielen dürfen, oder wenn Umstände
nicht in Betracht gezogen worden sind, die hätten beachtet werden müssen. Das
Bundesgericht greift ausserdem in Ermessensentscheide ein, wenn sich diese
als offensichtlich unbillig, als in stossender Weise ungerecht erweisen (BGE
126 III 223 E. 4a S. 227 f.; 127 III 351 E. 4a S. 354).

4.4  Die Klägerin macht nicht geltend, die Beschilderung der Anlage sei für
Kinder im Alter von S. A.________ und T. A.________ nicht verständlich
gewesen. Es ist zudem auch zu berücksichtigen, dass die Rodelbahn gemäss
Beschreibung des Kantonsgerichts (vgl. E. 4.2) übersichtlich ist und die
Anlageführung es erlaubt, einen vorangehenden Rodel rechtzeitig und in
genügender Distanz zu erkennen. Daraus lässt sich ableiten, dass es bei
minimaler Aufmerksamkeit, welche grundsätzlich von jedem Benutzer einer
Anlage erwartet werden darf (BGE 126 III 113 E. 2a/cc S. 116; Urteil des
Bundesgerichts 4C.119/2000 vom 2. Oktober 2000, E. 1b, publ. in Pra 2001 Nr.
46 S. 268 f.), möglich ist, die Rodelbahn zu befahren, ohne den
Voranfahrenden zu gefährden. In diesem Zusammenhang ist - im Gegensatz zur
Auffassung der Klägerin - zudem durchaus von Bedeutung, dass die Bremse des
Rodels gemäss Feststellung des Kantonsgerichts "ohne weiteres auch für Kinder
leicht zu handhaben" ist. Es ist folglich nicht zu beanstanden, wenn das
Kantonsgericht zusätzliche Sicherheitsmassnahmen, wie beispielsweise das
Positionieren einer Überwachungsperson am Bahnende oder die Installation von
Flattervorhängen, nicht als notwendig angesehen hat.

4.5  Unbehelflich ist zudem der Verweis der Klägerin auf die
Inspektionsberichte der Kontrollstelle des interkantonalen Konkordats für
Seilbahnen und Skilifte (IKSS). Bereits das Bezirksgericht hatte
festgehalten, es sei nicht erstellt, welche Sicherheitskriterien bei den
Inspektionen geprüft worden seien, und hat daher die Berichte vollständig
ausser Acht gelassen; es hat diese also weder zu Gunsten noch zu Ungunsten
der Beklagten gewertet. Im Übrigen ergibt sich aus den Berichten, dass sich
die Beanstandungen der Kontrollstelle in erster Linie auf die Talstation der
Aufzugsanlage und nicht auf die Auslaufstrecke der Rodelbahn, wo sich der
Unfall ereignet hat, bezogen haben, und zudem in den letzten beiden überhaupt
keine Beanstandungen mehr verzeichnet sind. Von einer Missachtung amtlich
verordneter Sicherheitsmassnahmen kann damit nicht die Rede sein.

4.6  Bezüglich der von der Klägerin kritisierten passiven Sicherheit der
Rodel
hat das Kantonsgericht einerseits festgehalten, die Klägerin habe nicht
geltend gemacht, dass im Zeitpunkt des Unfalls für Familienrodelanlagen vom
passiven Sicherheitsstandard her sicherere Rodel auf dem Markt zur Verfügung
gestanden hätten. Andererseits hat es den Vergleich zum Strassenverkehr
gezogen und erwogen, die dort akzeptierten Risiken erschienen um ein
Vielfaches höher, die Schutzvorrichtungen für Fahrzeuge (namentlich
Motorräder und Fahrräder) im Vergleich zum Gefahrenpotential
(Geschwindigkeit, hohe Massen, Gegenverkehr) ungleich kleiner als bei Rodeln
auf einer Rodelbahn.

Dass das Kantonsgericht durch den Vergleich mit der Sicherheit im
Strassenverkehr gegen Bundesrecht verstossen hat, rügt die Klägerin im
Berufungsverfahren nicht (Art. 55 Abs. 1 lit. c OG). Unbehelflich ist zudem
der Verweis auf einen Rodel, welcher die von ihr geforderten
Sicherheitsmerkmale (Schalensitz, Stossabsorber, Rückenlehne etc.) aufweist.
Dieser Rodel ist offenbar für einen anderen Typ Rodelbahn (geführt auf
Rohren) konstruiert, so dass sich daraus für den Sicherheitsstandard der Bahn
der Beklagten nichts ableiten lässt.

5.
Schliesslich rügt die Klägerin eine Verletzung des Beweisrechts, insbesondere
von Art. 8 ZGB.

5.1  Das Kantonsgericht ist zum Schluss gelangt, es sei nicht bewiesen, dass
der von S. A.________ und T. A.________ benutzte Rodel einen Bremsdefekt
aufgewiesen habe. Die Klägerin macht in diesem Zusammenhang eine Verletzung
von Art. 2 Abs. 2 sowie Art. 8 ZGB geltend. Sie bringt vor, die Beklagte
treffe als Betreiberin einer eidgenössisch bzw. kantonal konzessionierten
Seilbahn eine Beweissicherungs- und Meldepflicht für Unfälle. Da die Beklagte
dieser Rechtspflicht zur Meldung und zur Sicherung der Unfallstelle nicht
nachgekommen sei, müsse ihr die daraus folgende Beweislosigkeit angelastet
werden.

Es kann vorliegend offen bleiben, ob die Beklagte gemäss der einschlägigen
Seilbahngesetzgebung eine Melde- und Beweissicherungspflicht trifft und ob
eine solche auch bei einem Unfall auf der Rodelbahn - abseits der
eigentlichen Aufzugsanlage - anwendbar wäre. Das Kantonsgericht hat nämlich
verbindlich (Art. 63 Abs. 2 OG) festgestellt, es sei nicht nachgewiesen, dass
die Angestellten der Beklagten Anlass gehabt hätten bzw. es ihnen auch
möglich gewesen sei, den Unfallschlitten sofort auszuscheiden und zu sichern;
gemäss übereinstimmenden und glaubhaften Zeugenaussagen habe man den
Unfallschlitten der Kinder A.________ mangels (sofortiger) Reklamation nicht
eruieren können und dieser sei den ganzen Tag im üblichen Kreislauf
geblieben. Auf Grund dieser Ausführungen kann davon ausgegangen werden, dass
- selbst wenn die Beklagte allfälligen Sicherungspflichten nachgekommen wäre
- eine Ausscheidung des Unfallschlittens nicht möglich gewesen wäre. Damit
kann der Beklagten keine Beweisvereitelung vorgeworfen werden, so dass auch
keine Rechtfertigung für eine Beweislastumkehr zu ihren Lasten besteht.
Soweit die Klägerin in diesem Zusammenhang zudem die Beweiswürdigung des
Kantonsgerichts rügt, kann auf die Berufung nicht eingetreten werden, da
diese für Kritik an der Beweiswürdigung des Sachrichters, soweit nicht
Vorschriften des Bundesrechts in Frage stehen, nicht gegeben ist (BGE 117 II
609 E. 3c S. 613; 128 III 390 E. 4.3.3b S. 398).

5.2  Eine weitere Verletzung von Art. 8 ZGB sieht die Klägerin in der
Nichteinvernahme des Zeugen E.________.

Art. 8 ZGB verleiht einen bundesrechtlichen Anspruch auf Abnahme von
Beweisen, die zum Nachweis einer rechtserheblichen Tatsache frist- und
formgerecht anerboten worden sind. Der Beweisführungsanspruch ist
insbesondere dann verletzt, wenn der kantonale Richter über rechtserhebliche
Tatsachen überhaupt nicht Beweis führen lässt (BGE 114 II 289 E. 2 S. 290 f.;
123 III 35 E. 2b S. 40). Die Klägerin weist indes nicht nach, dass sie diesen
Beweisantrag - er wurde im vorinstanzlichen Verfahren erst in der
Berufungsreplik gestellt - rechtzeitig erhoben hat, so dass auf diese Rüge
nicht eingetreten werden kann (Art. 55 Abs. 1 lit. c OG).

6.
Damit ist die Berufung abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. Bei
diesem Ausgang des Verfahrens wird die Klägerin kostenpflichtig (Art. 156
Abs. 1 OG) und hat die Beklagte für das bundesgerichtliche Verfahren zu
entschädigen (Art. 159 Abs. 2 OG).

Die Nebenintervenientin, die ebenfalls die Abweisung der Berufung unter
Kosten- und Entschädigungsfolgen beantragt hat, obsiegt mit der Beklagten.
Über die Berücksichtigung der Nebenpartei im Kosten- und Entschädigungspunkt
befindet das Bundesgericht nach seinem Ermessen (Art. 40 OG i.V.m. Art. 69
Abs. 2 BZP; BGE 105 II 289 E. 9 S. 296 f.; 109 II 144 E. 4 S. 152). Der
Nebenintervention wie auch der Streitverkündung liegt ein Rechtsverhältnis
zwischen der unterstützten Hauptpartei und der Nebenpartei zu Grunde, an
welchem der Prozessgegner nicht beteiligt ist. Mit ihrer Teilnahme am Prozess
nimmt die Nebenpartei Interessen wahr, die in diesem Rechtsverhältnis und
nicht in einem Rechtsverhältnis zwischen ihr und dem Prozessgegner begründet
sind. Es rechtfertigt sich daher grundsätzlich nicht, der Nebenpartei einen
Anspruch gegenüber dem Prozessgegner auf Ersatz ihrer Parteikosten
einzuräumen (Max Guldener, Schweizerisches Zivilprozessrecht, 1979, S. 408).
Das Bundesgericht spricht deshalb der Nebenpartei im Allgemeinen keine
Parteientschädigung zu, es sei denn, es bestünden Gründe der Billigkeit.
Solche Gründe sind im vorliegenden Fall nicht ersichtlich und werden von der
Nebenintervenientin auch nicht geltend gemacht. Ihr ist folglich keine
Parteientschädigung zuzusprechen.

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Berufung wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Die Gerichtsgebühr von Fr. 5'000.-- wird der Klägerin auferlegt.

3.
Die Klägerin hat die Beklagte für das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr.
6'000.-- zu entschädigen.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Kantonsgericht des Kantons Schwyz,
Zivilkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 8. Juli 2004

Im Namen der II. Zivilabteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident:  Die Gerichtsschreiberin: