Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

II. Zivilabteilung 5C.61/2004
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5C.61/2004 /bnm

Urteil vom 26. April 2005
II. Zivilabteilung

Bundesrichter Raselli, Präsident,
Bundesrichterin Nordmann, Bundesrichter Meyer, Bundesrichterin Hohl,
Bundesrichter Marazzi,
Gerichtsschreiber Zbinden.

Aargauer Zeitung AG, Stadtturmstrasse 19, 5400 Baden,
Beklagte und Berufungsklägerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Markus Hünig, Froschaugasse 10, Postfach
2422, 8022 Zürich,

gegen

Werner Meier, Loc. Marzano 113, Via Grezzano,
IT-50032 Borgo San Lorenzo,
Kläger und Berufungsbeklagten,
vertreten durch Fürsprecherin Ruth Lanz-Bosshard, Kirchplatz 14, 4800
Zofingen.

Persönlichkeitsverletzung; Schadenersatz,

Berufung gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Aargau, 2.
Zivilkammer, vom 20. Januar 2004.

Sachverhalt:

A.
A.a Über die Tätigkeit des Klägers und Berufungsbeklagten (nachfolgend:
Kläger) Werner Meier, der von 1975 bis Ende 1993 Gemeindeschreiber der
Gemeinde Oberrohrdorf-Saretschwil war, wurden vor allem ab 1992 Gerüchte über
Unregelmässigkeiten laut. Darüber berichtete namentlich der BAR
Bezirksanzeiger (der in der Folge in AZ Wochenzeitungen AG umbenannt wurde
und schliesslich mit der Aargauer Zeitung AG fusionierte) in verschiedenen
Zeitungsartikeln. Der Kläger verklagte die Zeitung ein erstes Mal Ende 1992
wegen des am 2. Juli 1992 unter dem Titel "Bin kein Schweinehund"
erschienenen Artikels, und ein zweites Mal im Jahre 1996 wegen weiterer ihm
missliebiger Zeitungsberichte; in diesem zweiten Verfahren stellte der Kläger
auch Genugtuungs- und Schadenersatzbegehren, die das Obergericht als
teilweise mit dem Prozessthema des ersten Verfahrens in Zusammenhang stehend
behandelte. Das erstgenannte Verfahren endete mit dem bezirksgerichtlichen
Urteil vom 13. Dezember 1994; darin wurde festgestellt, dass der
Zeitungsbericht vom 2. Juli 1992 die Persönlichkeit des Klägers verletzt
hatte. Im zweiten Verfahren wies das Bezirksgericht Baden die Klage am 25.
November 1999 vollumfänglich ab. Auf Appellation des Klägers erkannte das
Obergericht des Kantons Aargau am 14. November 2002 wie folgt:
In teilweiser Gutheissung der Appellation des Klägers wird das Urteil des
Bezirksgerichts Baden, 2. Abteilung, vom 25. November 1999 aufgehoben und wie
folgt neu gefasst:
"1.[...]
2.[...]
3.Die Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger Fr. 50'078.-- zuzüglich Zins zu
5 % seit 28. November 1995 zu bezahlen.

4. [...]
5.Die Gerichtskosten, bestehend aus einer Gerichtsgebühr von Fr. 10'000.--,
den Auslagen von Fr. 450.-- und der Kanzleigebühr von Fr. 2'620.--, insgesamt
Fr. 13'070.--, werden dem Kläger zu zwei Drittel mit Fr. 8'713.30 und der
Beklagten zu einem Drittel mit Fr. 4'356.70 auferlegt.

6. Der Kläger wird verpflichtet, der Beklagten deren Parteikosten im
richterlich genehmigten Umfang von Fr. 30'091.80 (inkl. MWSt von Fr.
1'836.60) zu einem Drittel mit Fr. 10'030.60 zu ersetzen."
b)[...]
2.Die obergerichtlichen Verfahrenskosten, bestehend aus einer Gerichtsgebühr
von Fr. 5'000.--, der Kanzleigebühr und den Auslagen von Fr. 1'000.--,
zusammen Fr. 6'000.--, werden dem Kläger zu zwei Drittel mit Fr. 4'000.-- und
der Beklagten zu einem Drittel mit Fr. 2'000.-- auferlegt.

3. Der Kläger wird verpflichtet, der Beklagten die zweitinstanzlichen
Parteikosten im richterlich genehmigten Betrag von Fr. 7'314.65 (inkl. Fr.
516.65 MWSt) zu einem Drittel mit Fr. 2'438.20 zu ersetzen."
A.bAuf staatsrechtliche Beschwerde der Aargauer Zeitung AG hob das
Bundesgericht am 4. September 2003 das obergerichtliche Urteil wegen
Verletzung des rechtlichen Gehörs (ungenügende Begründung) auf und wies die
Sache zur neuen Beurteilung zurück (Urteil 5P.47/2003).

B.
Die 2. Zivilkammer des Obergerichts des Kantons Aargau fällte am 20. Januar
2004 ein neues, mit dem früheren im Dispositiv identisches Urteil.

C.
Gegen das obergerichtliche Urteil hat die Aargauer Zeitung AG (nachfolgend:
Beklagte) sowohl staatsrechtliche Beschwerde als auch Berufung eingereicht.
Mit Berufung beantragt sie, die Ziffern 1a)3, 1a)5 und 1a)6 sowie die Ziffern
2 und 3 des angefochtenen Urteils aufzuheben und die Schadenersatzklage
vollumfänglich abzuweisen; eventuell sei die Sache an die Vorinstanz
zurückzuweisen.

Der Kläger schliesst auf Abweisung der Berufung. Das Obergericht hat auf
Gegenbemerkungen verzichtet.

D.
Mit Urteil vom heutigen Tag hat die erkennende Abteilung die gegen das
obergerichtliche Urteil eingereichte staatsrechtliche Beschwerde der
Beklagten abgewiesen (Urteil 5P.93/2005).

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Das Bundesgericht prüft die Rechtsmittelvoraussetzungen frei und von
Amtes wegen, ohne an die Auffassungen der Parteien gebunden zu sein (BGE 130
III 76 E. 3.2.2 S. 81 f.; 129 II 453 E. 2 S. 456 mit Hinweisen).

1.2 Rechtzeitig (Art. 54 Abs. 1 OG) gegen ein Endurteil des obersten
kantonales Gerichts (Art. 48 Abs. 1 OG) eingelegt, ist auf die vorliegende
Berufung einzutreten, ist doch auch der geforderte Streitwert (Art. 46 OG),
soweit hier ein solcher überhaupt erforderlich (Art. 66 Abs. 2 OG) ist,
erreicht.

2.
Mit Berufung kann Verletzung des Bundesrechts gerügt werden, nicht aber
Verletzung von verfassungsmässigen Rechten der Bürger (Art. 43 Abs. 1 OG; BGE
127 III 248 E. 2c S. 252 mit Hinweisen). Im Berufungsverfahren hat das
Bundesgericht seiner Entscheidung die tatsächlichen Feststellungen der
Vorinstanz zu Grunde zu legen, es sei denn, sie beruhten auf einem
offensichtlichen Versehen, seien unter Verletzung bundesrechtlicher
Beweisvorschriften zu Stande gekommen oder bedürften der Ergänzung, weil das
kantonale Gericht in fehlerhafter Rechtsanwendung einen gesetzlichen
Tatbestand nicht oder nicht hinreichend klärte, obgleich ihm die
entscheidwesentlichen Behauptungen und Beweisanträge rechtzeitig und in der
vorgeschriebenen Form unterbreitet wurden (Art. 63 und 64 OG; BGE 127 III 248
E. 2c S. 252). Blosse Kritik an der Beweiswürdigung des kantonalen Gerichts
kann dagegen mit Berufung nicht vorgetragen werden (Art. 63 Abs. 2 OG; BGE
127 III 73 E. 6a S. 81). Das Bundesgericht darf nicht über die Anträge der
Parteien hinausgehen, ist aber an deren Begründung ebenso wenig gebunden wie
an der rechtlichen Würdigung, welche die Parteien vertreten haben bzw. die
Vorinstanz zur Urteilsgrundlage erhoben hat; das Bundesgericht darf demnach
eine Berufung mit anderen Gründen gutheissen als jenen, die der
Berufungskläger vertreten hat, und dasselbe Rechtsmittel mit einer anderen
Begründung abweisen, als jener der Vorinstanz (Art. 63 Abs. 1 und 3 OG; BGE
127 III 248 E. 2c S. 252). Trotz umfassender Kognition in Rechtsfragen
auferlegt sich das Bundesgericht bei der Überprüfung von Ermessensentscheiden
der unteren Instanzen eine gewisse Zurückhaltung.

3.
Die Beklagte rügt zunächst die Art und Weise, wie die Vorinstanz mit dem
Urteil des Bezirksgerichts Baden vom 13. Dezember 1994 umgeht, in welchem
eine durch den fraglichen Artikel vom 2. Juli 1992 im BAR verursachte
Persönlichkeitsverletzung festgestellt wird.

3.1 Diesbezüglich hat die Vorinstanz dafürgehalten, aus der Begründung des
fraglichen bezirksgerichtlichen Urteils gehe zwar hervor, "dass für das
Bezirksgericht die widerrechtliche Persönlichkeitsverletzung des Klägers
nicht sosehr in den einzelnen eingeklagten Textpassagen, sondern vielmehr im
reisserischen Titel 'Bin kein Schweinehund' im Zusammenhang mit dem
nachfolgenden Text und insbesondere den zitierten Aussagen zu sehen ist. Doch
ist dies für die Frage der Widerrechtlichkeit ohne Belang. Das Bezirksgericht
hat eine widerrechtliche Persönlichkeitsverletzung des Klägers bejaht und
dieser Entscheid wurde von der Beklagten nicht angefochten. Die Voraussetzung
der Widerrechtlichkeit ist somit als erfüllt zu betrachten". In anderem
Zusammenhang erläutert das Obergericht auch, warum der Artikel in seiner
Gesamtheit als rechtswidrig betrachtet werden müsse und nicht zwischen
rechtmässigen und rechtswidrigen einzelnen Passagen bzw. Titel unterschieden
werden dürfe, wobei es noch hinzufügt, dass nach eigener Auffassung
insbesondere die Textpassagen betreffend Schwarzgeld und getürkte Rechnungen
auch für sich genommen persönlichkeitsverletzend wären.

3.2 Die Beklagte wendet dagegen ein, das Bezirksgericht habe in Wirklichkeit
keine der im Artikel aufgeführten Aussagen als persönlichkeitsverletzend
gewürdigt, sondern lediglich den reisserischen Titel. Wenn die Vorinstanz
also die natürliche und die adäquate Kausalität nur mit der Textpassage
begründe, in der die Gerüchte über Schwarzgeld und getürkte Rechnungen
erwähnt werden, beziehe sie sich auf eine Textpassage, welche als solche vom
Bezirksgericht ausdrücklich als nicht persönlichkeitsverletzend und nicht
widerrechtlich qualifiziert worden sei; an dieser Feststellung seien sowohl
die Parteien als auch die Vorinstanz gebunden. Durch das Abstellen auf eine
nicht widerrechtliche Textpassage habe die Vorinstanz den Sachverhalt
willkürlich dargestellt (was die Beklagte richtigerweise mit der parallel
erhobenen staatsrechtlichen Beschwerde geltend macht), gleichzeitig aber auch
die bundesrechtlichen Regeln über die materielle Rechtskraft eines
Zivilurteils falsch angewendet.

3.3 Seinerseits bestreitet der Kläger, die Vorinstanz habe ihr Urteil zu
Unrecht auf eine rechtmässige Textpassage abgestützt: Zunächst einmal sei die
fragliche Textpassage durch ihre Verbindung zum reisserischen Titel ohnehin
zu einer unrechtmässigen geworden; sodann komme es im Hinblick auf die Frage
der Rechtskraft sowieso nur auf das Dispositiv an, und das
bezirksgerichtliche Dispositiv vom 13. Dezember 1994 habe unmissverständlich
alle Aussagen im fraglichen Artikel durch ihre Verbindung zum reisserischen
Titel als letztlich rechtswidrig bezeichnet; es ändere deshalb schliesslich
nichts, dass die Vorinstanz selbständig das Verbreiten von Gerüchten über
derart schwerwiegende Verfehlungen unabhängig von der Titelwahl als
widerrechtlich angesehen habe.

3.4 Die Frage, ob der erneuten Geltendmachung eines Anspruches die materielle
Rechtskraft entgegenstehe, wird seit BGE 95 II 639 auch vom Bundesrecht
beherrscht. Dabei kann in diesem Zusammenhang offen bleiben, ob dies eine
Folge des prozessualen Rechtsschutzes sei, dessen das Privatrecht zu seiner
Verwirklichung bedarf und dessen Gewährung daher als von der
Privatrechtsordnung geboten zu gelten habe, oder ob man - noch weiter gehend
- sogar behaupten dürfe, die materielle Rechtskraft von Zivilurteilen sei in
Wirklichkeit eine Einrichtung des Privatrechts (so ausdrücklich BGE 95 II 639
E. 4a S. 643; contra Walder-Richli, Zivilprozessrecht, 4. Aufl. Zürich 1996,
§ 26 Anm. 40 S. 273). Jedenfalls kann mittels Berufung an das Bundesgericht
sowohl gerügt werden, der kantonale Richter habe die Einrede der
abgeurteilten Sache zu Unrecht geschützt, als auch er habe sie zu Unrecht
verworfen (Walder-Richli, a.a.O., § 26 Rz. 116). Die bereits im Verfahren vor
Obergericht thematisierte Rüge ist demnach an sich zulässig.

Offensichtlich zielt der Einwand der Beklagten darauf ab, wenn nicht dem
Zeitungsartikel als Ganzem, so doch den darin enthaltenen Behauptungen
jegliche Rechtswidrigkeit abzusprechen; denn damit würde eine der
Voraussetzungen für eine aus dem Artikel fliessende Schadenersatzpflicht
hinfällig. Dafür liefert das bezirksgerichtliche Urteil vom 13. Dezember 1994
eine gewisse Angriffsfläche, ist doch die dort getroffene Lösung zumindest
zwiespältig (so bereits das Bundesgerichtsurteil 5P.47/2003 vom 4. September
2003, E. 3.3). Im besagten, im Rahmen der damals erhobenen staatsrechtlichen
Beschwerde ergangenen Urteil hat das Bundesgericht immerhin festgehalten, die
Annahme des Obergerichts, der fragliche Zeitungsartikel müsse im Hinblick auf
das unangefochten gebliebene bezirksgerichtliche Urteil vom 13. Dezember 1994
als Ganzes rechtswidrig betrachtet werden, sei nicht willkürlich. Unter dem
Blickwinkel der nunmehr behaupteten Missachtung der materiellen Rechtskraft
des bezirksgerichtlichen Urteils vom 13. Dezember 1994 kann in der
Schlussfolgerung der Vorinstanz keine Bundesrechtsverletzung erblickt werden:
Das Dispositiv jenes bezirksgerichtlichen Urteils, welches den Umfang der
Rechtskraftwirkung primär bestimmt, ist eindeutig und lässt eine gesonderte
Behandlung von Titel und einzelnen Aussagen nicht zu. Darüber hinaus würde
eine solche getrennte Behandlung Widersprüchlichkeiten nach sich ziehen, die
mit der Rechtssicherheit überhaupt nicht vereinbar wären.

4.
Eng mit der soeben besprochenen hängt auch die zweite beklagtische Rüge
zusammen, wonach die Vorinstanz den Begriff der Teilursache unrichtig
ausgelegt und angewandt habe.

4.1 Die Vorinstanz hat dafür gehalten, dass zwar für die Absage an den Kläger
durch die Howatec AG das Zusammenspiel mehrerer Gründe kausal gewesen sein
mag, dass aber der Artikel vom 2. Juli 1992 als die Hauptursache betrachtet
werden müsse, während die übrigen, von der ersten Instanz aufgeführten
Umstände von untergeordneter Bedeutung seien.

4.2 Die Beklagte wendet ein, in der Tat würde die Vorinstanz ausschliesslich
die  Textpassage betreffend Gerüchte über Schwarzgeld und getürkte Rechnungen
als kausale Teilursache für den Schaden bezeichnen. Das Bezirksgericht habe
jedoch diese Aussage im Urteil vom 13. Dezember 1994 als rechtmässig und
nicht persönlichkeitsverletzend gewürdigt, weshalb sie gar nicht als
Teilursache in Frage kommen könne.

4.3 Der Kläger weist seinerseits darauf hin, dass das Obergericht - im
Gegensatz zur ersten Instanz - nicht nur die fragliche Textpassage als solche
als rechtswidrig und persönlichkeitsverletzend betrachtet, sondern sein
Urteil auf den gesamten, als rechtswidrig befundenen Artikel abgestützt hat.

4.4 Der Einwand der Beklagten findet im angefochtenen Urteil allgemein, und
insbesondere in der einschlägigen Erwägung, keine Stütze: Es kann kein
Zweifel darüber bestehen, dass das Obergericht tatsächlich auf den gesamten
Artikel abgestellt hat, wie der Kläger zu Recht betont. Im Übrigen wäre dem
Versuch der Beklagten, die von ihr ins Visier genommene einzelne Aussage als
rechtmässig anzusehen, ohnehin kein Erfolg beschieden: Nach dem in E. 3.4
Gesagten kann es nicht angehen, durch Hinweis auf einzelne Aussagen aus einem
in seiner Gesamtheit als rechtswidrig gewürdigten Artikel die Rechtmässigkeit
dieser Aussagen wiederherzustellen.

5.
Die Beklagte macht alsdann geltend, zwischen dem fraglichen Artikel und der
Absage seitens der Howatec AG bestehe kein adäquater Zusammenhang.

5.1 Nach dem natürlichen hat sich die Vorinstanz dem adäquaten Zusammenhang
gewidmet, jener Beziehung, die bejaht wird, wenn die betreffende Ursache nach
dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung an sich
geeignet war, den eingetretenen Erfolg zu bewirken, ungeachtet dessen, ob
diese Ursache unmittelbar zum Schaden führt oder ob sie ihrerseits weitere
Ursachen bewirkt. Sie hat die Adäquanz des fraglichen BAR-Artikels als
Ursache für den späteren Entscheid des Zeugen Hans Meier bzw. der Howatec AG,
von der vorgesehenen geschäftlichen Zusammenarbeit mit dem Kläger Abstand zu
nehmen, bejaht. Sie hat dafür gehalten, die in einer Wochenzeitung für die
Grossregion Baden-Wettingen verbreiteten Verdächtigungen strafrechtlich
relevanter Handlungen vermögensrechtlicher Natur gegen den Kläger hätten es
einem in der Region angesiedelten, seriösen Unternehmen verunmöglicht, eine
Person mit einem derart angeschlagenen Ruf als Geschäftsführer und Teilhaber
einzustellen. Das Obergericht hat weiter den Einwand der Beklagten
entkräftet, die Textpassage betreffend Schwarzgeld und getürkte Rechnungen
könne keine adäquate Ursache für den behaupteten Schaden bilden, da diese
Textpassage gemäss dem Urteil des Bezirksgerichts Baden vom 13. Dezember 1993
nicht rechtswidrig gewesen sei; als Argument hat es ins Feld geführt, der
Artikel müsse in seiner Gesamtheit als rechtswidrig betrachtet werden, und es
dürfe nicht zwischen rechtmässigen und rechtswidrigen einzelnen Passagen bzw.
Titel unterschieden werden, wobei insbesondere die Textpassagen betreffend
Schwarzgeld und getürkte Rechnungen auch für sich genommen
persönlichkeitsverletzend wären.

5.2 Nach beklagtischer Auffassung ist ein allfälliger adäquater
Kausalzusammenhang durch die rezessive Wirtschaftslage unterbrochen worden:
Die Vorinstanz habe verkannt, dass darauf im Absageschreiben ausdrücklich
hingewiesen worden sei und dass der Zeuge Meier die Bedeutung dieses
Umstandes in seiner Einvernahme bekräftigt habe. Nach März 1992 habe
letzterer offensichtlich die Wirtschaftslage anders gewürdigt und sei zum
Schluss gekommen, dass ein neuer Mitinhaber und leitender Angestellter
wirtschaftlich doch nicht mehr tragbar sei.

5.3 Der Kläger meint seinerseits zur Frage des adäquaten Zusammenhanges, die
Vorinstanz habe die "Adäquanzformel" korrekt angewendet. Von einer
Unterbrechung des Kausalzusammenhanges durch die schlechte Wirtschaftslage
könne keine Rede sein, nachdem der Zeuge Meier selbst den Verzicht auf die
geplante Zusammenarbeit mit dem Vorgefallenen, also den Gerüchten und dem
Artikel, begründet und seine Bedenken betreffend das Ansehen der Firma zum
Ausdruck gebracht habe. Die schlechte Wirtschaftslage stelle lediglich eine
übliche, aber bedeutungslose Floskel dar, was auch daraus ersichtlich werde,
dass die Howatec AG durchaus in der Lage gewesen sei, ein zusätzliches Salär
zu entrichten.

5.4 Adäquat ist der Kausalzusammenhang, wenn das fragliche Verhalten nach dem
gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet war,
eine Folge wie die tatsächlich eingetretene zu bewirken. Wird also für die
natürliche Kausalität auf die logische Zugehörigkeit einer Ursache zur
Ereigniskette abgestellt, wird hingegen für die Adäquanz auf die
Lebenserfahrung und den gewöhnlichen Lauf der Dinge abgestellt. Beabsichtigt
wird durch die Berücksichtigung der Adäquanz eine Begrenzung der Haftung: Die
Adäquanz dient als Korrektiv zum naturwissenschaftlichen Ursachenbegriff, der
unter Umständen der Einschränkung bedarf, um für die rechtliche Verantwortung
tragbar zu sein (BGE 123 III 110 E. 3a S. 112, mit weiteren Hinweisen). Der
Richter geht die Frage rückwärts an, vom eingetretenen Schaden ausgehend bis
zur als Ursache eingeklagten Handlung, und beantwortet die Frage, ob eine
solche Folge noch zu jenen zu zählen sei, die vernünftig und objektiv
vorauszusehen waren (BGE 119 Ib 334 E. 5b S. 345; 112 II 439 E. 1d; 101 II 69
E. 3a). Dabei ist nicht von einer statistischen Häufigkeit der eingetretenen
Folge auszugehen, sondern es ist von den konkreten Umständen des Einzelfalles
her rückwärts zu bestimmen, ob die fragliche Ursache immer noch als für den
Schaden massgebend betrachtet werden kann.

5.5 Genau besehen macht die Beklagte nicht geltend, zwischen dem zu
beurteilenden Schaden und dem BAR-Artikel bestehe kein adäquater
Zusammenhang; vielmehr beschränkt sie sich darauf, eine allfällige
Unterbrechung desselben durch verschiedene andere Faktoren, zunächst durch
die rezessive Wirtschaftslage, zu behaupten. Es sei immerhin beiläufig
angemerkt, dass in der Annahme des Obergerichts, die Absage durch die Howatec
AG stelle eine adäquate Folge des BAR-Artikels dar, keine Verletzung von
Bundesrecht zu erblicken ist: Ihr Schluss, die Verdächtigungen strafrechtlich
relevanter Handlungen vermögensrechtlicher Natur gegen den Kläger in einer
Wochenzeitung für die Grossregion Baden-Wettingen hätten es einem in der
Region angesiedelten, seriösen Unternehmen verunmöglicht, eine Person mit
einem derart angeschlagenen Ruf als Geschäftsführer und Teilhaber
einzustellen, gibt zu keiner Beanstandung Anlass.

6.
Steht der BAR-Artikel als adäquate Schadensursache fest, ist als Nächstes zu
fragen, ob und gegebenenfalls wie weit weitere Ursachen möglicherweise die
Entstehung des Schadens beeinflusst haben.

6.1 Die Mitwirkung mehrerer Personen an der Entstehung eines Schadens
begründet Solidarität, d.h. die Haftung eines jeden von ihnen für den
gesamten Schaden (Art. 50 Abs. 1 und 51 Abs. 1 OR). Muss hingegen das eigene
Mitverschulden des Geschädigten berücksichtigt werden, kommt Art. 44 Abs. 1
OR zum Tragen. Danach kann das Gericht die Ersatzpflicht ermässigen oder
gänzlich von ihr entbinden, falls Umstände, für welche der Geschädigte
einstehen muss, auf die Entstehung oder die Verschlimmerung des Schadens
eingewirkt oder die Stellung des Ersatzpflichtigen sonst erschwert haben.
Nach dem Grundgedanken dieser Vorschrift muss der Geschädigte den Schaden
selbst tragen, soweit er ihn selbstverantwortlich mitverursacht hat (Urteil
4C.225/2003 vom 24. Februar 2004, E. 5). Dabei handelt es sich um einen
allgemeinen Rechtsgrundsatz des privaten Haftungsrechts (BGE 130 III 182 E.
5.5.1 S. 189). Das Selbstverschulden des Geschädigten wird prinzipiell nach
den gleichen Regeln beurteilt wie das Verschulden des Schädigers. Im
Unterschied dazu ist die Widerrechtlichkeit der Mitverursachung aber nicht
Voraussetzung der Erheblichkeit des Selbstverschuldens. Im Allgemeinen wird
der Geschädigte durch das Mitwirken an der Schadensverursachung denn auch
nicht rechtswidrig handeln und sich sein Verhalten in einer - grundsätzlich
erlaubten - Selbstschädigung erschöpfen. Es muss ihm vorgehalten werden
können, dass er die in seinem eigenen Interesse aufzuwendende Sorgfalt nicht
beachtet, dass er nicht genügend Sorgfalt und Umsicht zu seinem eigenen
Schutz aufgewendet hat. Vorwerfbar ist ihm dieses Verhalten allerdings nur,
wenn er die Möglichkeit einer Schädigung voraussehen kann oder könnte und
sein Verhalten dieser Voraussicht nicht anpasst (Urteil 4C.225/2003 vom 24.
Februar 2004, E. 5.1 mit Hinweisen). Dabei bedient sich der Richter eines
objektiven Massstabes: Das tatsächliche Verhalten des Geschädigten wird
verglichen mit dem hypothetischen Verhalten eines durchschnittlich
sorgfältigen Menschen in der Lage des Geschädigten (Urteil 4C.225/2003 vom
24. Februar 2004, E. 5.2). Was die Anrechnung des Selbstverschuldens
betrifft, so werden bei der Verschuldenshaftung das Verschulden des
Schädigers und das Selbstverschulden des Geschädigten miteinander verglichen
(BGE 116 II 422 E. 4 S. 427), und der Schaden nach der Grösse der beiden
Verschulden auf die Beteiligten verteilt (Schnyder, Basler Kommentar, N. 9 zu
Art. 44 OR). Diese Abwägung beruht auf richterlichem Ermessen, bei dessen
Ausübung die wesentlichen Umstände des Einzelfalles umfassend zu
berücksichtigen sind. Das Bundesgericht prüft die Abwägung des beiderseitigen
Verschuldens durch die Vorinstanz frei (BGE 113 II 323 E. 1c S. 328;
Schnyder, a.a.O., N. 9 zu Art. 44 OR), auferlegt sich allerdings dabei
praxisgemäss eine gewisse Zurückhaltung, weil es dem kantonalen Sachgericht
einen eigenen Ermessensspielraum zugesteht. Es greift jedoch in kantonale
Ermessensentscheide insbesondere dann ein, wenn die Vorinstanz Umstände
ausser acht gelassen hat, deren Berücksichtigung sich zwingend aufgedrängt
hätte (BGE 120 II 280 E. 6a S. 283; 126 III 266 E. 2b S. 273) bzw.
bedeutungslose Umstände berücksichtigt hat, oder ohne Grund anerkannte
Grundsätze missachtet; im Übrigen werden nur Urteile aufgehoben, die sich als
offensichtlich unbillig bzw. als in stossender Weise ungerecht erweisen (BGE
123 III 10 E. 4c/aa S. 13). Die Rechtsfolgen eines Selbstverschuldens sind
einigermassen klar, wenn es sich um Extremfälle handelt: Schweres
Eigenverschulden, das den adäquaten Kausalzusammenhang unterbricht, führt zur
Verweigerung jeglichen Schadenersatzes; weniger schweres Eigenverschulden,
das den adäquaten Kausalzusammenhang nicht zu unterbrechen vermag,
rechtfertigt nur eine Herabsetzung und niemals eine vollständige Verweigerung
(BGE 128 II 49 E. 4.2, zum Genugtuungsanspruch). Unklar ist hingegen, ob und
gegebenenfalls wie weit leichtes Selbstverschulden des Geschädigten generell
eine Herabsetzung des Schadenersatzes ausschliessen soll (Schnyder, a.a.O.,
N. 9 ad Art. 44 OR).

6.2 Die Beklagte stellt sich auf den Standpunkt, ein allfälliger adäquater
Kausalzusammenhang sei bereits durch die rezessive Wirtschaftslage
unterbrochen worden. Zudem will sie die rezessive Wirtschaftslage auch als
Zufall verstanden wissen.

6.2.1 Das Obergericht hat dazu ausgeführt, die Wirtschaftslage habe, wenn
überhaupt, so bloss eine untergeordnete Bedeutung gehabt. Dieser Umstand habe
keinen derart hohen Wirkungsgrad aufgewiesen, dass der durch den Artikel
angeschlagene Ruf des Klägers rechtlich nicht mehr beachtlich erschiene. Es
stützt seine Überzeugung auf mehrere Feststellungen: Abgesehen von der
Bekräftigung durch den Zeugen Meier, dass seine Firma den vereinbarten Lohn
ohne weiteres zu entrichten in der Lage war (vgl. hier vorne E. 5.5.3), hat
es die Feststellung berücksichtigt, dass - immer gemäss Zeuge Meier - für die
Howatec AG die Rezession zwei Jahre vor Offertstellung eingesetzt und
zwischen März und August 1992 keine merkliche Veränderung der
wirtschaftlichen Situation der Howatec AG bewirkt hatte, weiter den Umstand,
dass der Kläger nicht ein zusätzlicher Mitarbeiter werden, sondern einen
ausscheidenden ersetzen sollte, schliesslich, dass nicht bewiesen werden
konnte, dass der spätere Verzicht des Zeugen Meier auf die Einstellung eines
neuen Mitinhabers auf finanzielle Gründe zurückzuführen sei.

6.2.2 Die Beklagte setzt die rezessive Wirtschaftslage den meteorologischen
Einflüssen gleich, welche das Bundesgericht in einem Präjudiz aus dem Jahre
1983 als Ursache anerkannt hatte, und bemängelt, dass das Obergericht diese
Ursache nicht den anderen gleichgesetzt und demzufolge ihre Ersatzpflicht
nicht ermässigt bzw. nicht gänzlich verneint habe.

6.2.3 Der Kläger erwidert, der vorliegende Sachverhalt unterscheide sich von
demjenigen in BGE 109 II 304: Anders als hier seien dort die meteorologischen
Einflüsse als Ursache anerkannt worden. Zudem habe die Beklagte nicht
dargelegt, dass die rezessive Wirtschaftslage zu einer Verschlimmerung des
eingetretenen Schadens geführt habe.

6.2.4 Es ist fraglich, ob die Beklagte mit dem Hinweis auf die den
Kausalzusammenhang unterbrechende Wirkung der rezessiven Wirtschaftslage
trotz unmissverständlichen Wortlautes doch nicht ein Argument gegen die
Annahme eines natürlichen Zusammenhangs aufgreift (Deschenaux/Tercier, La
responsabilité civile, 2. Aufl. 1982, N. 21 f. S. 56; Brehm, Berner
Kommentar, N. 147 ad Art. 41 OR), welches nicht im Rahmen der Berufung zu
prüfen wäre. Fraglich ist sodann, ob das Obergericht die rezessive
Wirtschaftslage als Mitursache aufgefasst hat: Dies erscheint angesichts der
Formulierung der dortigen E. 5e als zweifelhaft. Wie dem auch sei, stellt die
Wirtschaftslage als allfällige andere überholende Ursache überhaupt eines der
schwächsten Gegenargumente der Beklagten dar: Es genügt, daran zu erinnern,
dass es der Zeuge Meier, Inhaber der Howatec AG, war, der in seiner
Einvernahme eindeutig aussagte, dass seine Firma der herrschenden
Wirtschaftslage zum Trotz gut arbeitete (wenn auch nicht mehr so gut wie in
den Vorjahren) und durchaus in der Lage gewesen wäre, dem Kläger die in
Aussicht gestellte Entlöhnung auszurichten. Nichts hätte ihn 10 Jahre nach
dem Vorfall und mit entsprechendem Überblick über die weitere Entwicklung
seiner Firma, daran gehindert, allfällige wirtschaftliche Schwierigkeiten
zuzugeben. Die Annahme, der Zeuge Meier habe aus wirtschaftlichen Gründen auf
die Einstellung eines neuen leitenden Mitarbeiters schliesslich verzichtet,
muten als Spekulation an.

Im Übrigen hat die Beklagte tatsächlich, wie der Kläger zutreffend
hervorhebt, jede Angabe darüber unterlassen, warum diese vermeintliche
Mitursache dem Zufall (und damit dem Kläger) zuzurechnen sei und in welchem
Ausmass diese sich ausgewirkt habe. Welche Bedeutung schliesslich die
Vorinstanz dieser Ursache hätte beimessen müssen, namentlich mindestens das
gleiche Gewicht wie den anderen drei Gründen, ist eine Frage, die sowieso die
Beweiswürdigung betrifft.

6.2.5 Wenn sich die Beklagte also auf die rezessive Wirtschaftslage beruft,
sei es, um eine Unterbrechung des adäquaten Kausalzusammenhanges, sei es, um
den Zufall als Reduktionsgrund für den geschuldeten Schadenersatz darzulegen,
erweist sich ihre Berufung als unbegründet, soweit darauf überhaupt
einzutreten ist.

6.3 Die Beklagte rügt weiter die vermeintliche Missachtung des
Selbstverschuldens des Klägers.

6.3.1 Das Obergericht hat ein Vorliegen von Selbstverschulden auf Seiten des
Klägers nur soweit berücksichtigt, als es als Berechnungsgrundlage für den
erlittenen Schaden nicht die Differenz zwischen der in Aussicht gestellten
Entlöhnung und den erhaltenen Versicherungsleistungen, sondern die weit
geringere Differenz zwischen dem in Folge der verschuldeterweise verwirkten
Wiederwahl als Gemeindeschreiber entgangenen Lohn und der in Aussicht
gestellten Entlöhnung als Geschäftsführer der Howatec AG berücksichtigt hat.
Das Obergericht hat es hingegen abgelehnt, ein sonstiges Selbstverschulden
des Klägers zu berücksichtigen. Gewisse Beweise würden zwar darauf hinweisen,
dass der Kläger "Angriffsflächen geboten" bzw. "polarisiert" habe und in
einzelnen Fällen ein von Amtspersonen nicht tolerierbares Auftreten an den
Tag gelegt habe; andererseits hätten sich keine Anhaltspunkte für die
gefürchteten strafrechtlich relevanten Handlungen ergeben. Es könne demnach
kein schweres, den adäquaten Zusammenhang unterbrechendes Selbstverschulden
angenommen werden. Ein gewöhnliches Selbstverschulden, welches gegebenenfalls
zu einer Reduktion der beklagtischen Haftung führen könnte, könne ebenfalls
nicht angenommen werden: Selbst in der Annahme, dass der Kläger durch sein
eigenes Verhalten und die Freundschaft mit Bruno Guerra für das Gerede der
Leute Anlass geboten habe, hätten diese Umstände für die Absage der Howatec
AG eine untergeordnete Rolle gespielt. Vor allem sei aber bereits vor der
Offertstellung der Howatec AG vom März 1992 über den Kläger viel geredet und
geschrieben worden; und bereits vor diesem Datum sei dem Zeugen Meier auch
die Bekanntschaft zwischen dem Kläger und Bruno Guerra bekannt gewesen: Beide
Umstände hätten den Zeugen Meier indessen nicht daran gehindert, die
fraglichen Abmachungen zu treffen.

6.3.2 Für die Beklagte sind die soeben genannten Umstände hingegen derart
bedeutsam, dass das Obergericht gestützt darauf die beklagtische
Ersatzpflicht hätte ermässigen oder gänzlich aufheben müssen: Bezüglich der
Verbindung des Klägers mit Bruno Guerra habe der Zeuge Meier behauptet, er
habe den Kläger bereits vor dem Erscheinen des BAR-Artikels aufgefordert, den
Umgang mit Guerra zu meiden; und der Zeuge habe den Umstand, dass er immer
wieder im negativen Sinne auf die Person des Klägers angesprochen werde, im
Absageschreiben an erster Stelle genannt, woraus die eminente Bedeutsamkeit
dieses Umstandes ersichtlich werde. Zudem ergebe sich nirgends, dass dies
auch vor dem Schreiben vom 19. März 1992 der Fall war.

6.3.3 Der Kläger bestreitet seinerseits, für das Aufkommen der Gerüchte
überhaupt einen Grund gesetzt zu haben: Er sei zu Unrecht strafrechtlich
relevanter Handlungen bezichtigt worden und habe auf die Weiterverbreitung
der Gerüchte durch das Gerede der Leute bzw. durch die Presse keinen Einfluss
gehabt. Was seine Freundschaft zu Bruno Guerra anbelangt, betont er, dass
eine solche seit Jahren bestand und dem Zeugen Meier bereits bei Abgabe
seiner Offerte im März 1992 bekannt sein musste. Im Übrigen lasse sich der
Zeugenaussage Meiers nicht entnehmen, dass er den Kläger aufgefordert hätte,
den Umgang mit Guerra aufzugeben.

6.3.4 Auch wenn die Annahme des Obergerichts, das Verhalten des Klägers und
seine Freundschaft mit Bruno Guerra habe für das Gerede der Leute und damit
für die Absage der Howatec AG eine lediglich untergeordnete Rolle gespielt,
bezweifelt werden kann, führt dies nicht zur Gutheissung der Berufung in
diesem Punkt. Der Vergleich des Verschuldens des Schädigers mit dem
Selbstverschulden des Geschädigten beruht auf richterlichem Ermessen der
Vorinstanz, welches das Bundesgericht zwar frei, aber nur mit Zurückhaltung
überprüft. In diesem Zusammenhang kann im Übrigen auf die Ausführungen in E.
6.1 hiervor verwiesen werden.

6.3.5 Vorliegend kann nicht gesagt werden, die vorinstanzliche
Ermessensausübung habe die vom Bundesgericht hiefür aufgestellten Grundsätze
verletzt. Das Obergericht hatte darüber zu befinden, ob leichtes oder
mittleres Selbstverschulden des Klägers vorlag. Es hatte zwischen zwei
Intensitätsgraden zu entscheiden, die dicht beieinander liegen: Schon deshalb
kann in einem wie hier diskutablen Ergebnis kein Ermessensmissbrauch erblickt
werden. Auch kann nicht gesagt werden, die Vorinstanz habe wesentliche
Umstände ausser acht gelassen oder unwesentliche beachtet. Wird schliesslich
berücksichtigt, dass auch das Vorliegen leichten Selbstverschuldens nicht
zwingend zu einer Reduktion des Schadenersatzes führen muss (vorne E. 6.1
a.E.), erscheint der vom Obergericht gezogene Schluss, das allfällige
Selbstverschulden des Klägers sei derart leicht, dass es keine Herabsetzung
des seitens der Beklagten geschuldeten Schadenersatzes rechtfertige, nicht
unhaltbar; er erweist sich nicht als in stossender Weise ungerecht und ist
daher im Ergebnis zu schützen.

7.
Die Beklagte kritisiert abschliessend, das Obergericht sei von einem falschen
Schadensbegriff ausgegangen und habe darauf aufbauend eine unrichtige
Schadensbemessung vorgenommen.

Mit ihren Ausführungen beanstandet die Beklagte indes weitestgehend die
vorinstanzliche Beweiswürdigung, was mit Berufung nicht vorgetragen werden
kann. Soweit sie bemängelt, dass das Schreiben der Howatec AG vom 19. März
1992 viele Einzelfragen offen lasse und Bedingungen enthalte und daher nicht
als Offerte aufgefasst werden dürfe, ist sie nicht zu hören. Damit scheint
sie ausser Acht zu lassen, dass eine Offerte lediglich die essentialia
negotii des geplanten Vertrages festhalten muss, unter Vorbehalt einer
späteren näheren Regelung von Nebenpunkten und unter Vorbehalt des Eintrittes
von Bedingungen im Sinne von accidentalia negotii. Warum denn die fragliche
Offerte nicht verbindlich sein konnte, wird in der Berufung unzureichend
dargelegt. Deshalb verstösst die stillschweigende Annahme der Vorinstanz, es
liege hier eine verbindliche und rechtsgenügliche Offerte vor, nicht gegen
Bundesrecht.

8.
Die vorliegende Berufung erweist sich im Ergebnis als unbegründet und muss
abgewiesen werden, soweit auf sie überhaupt eingetreten werden kann. Folglich
trägt die unterliegende Beklagte die Gerichtskosten (Art. 156 Abs. 1 OG), und
sie hat den obsiegenden Kläger für die ihm im bundesgerichtlichen Verfahren
erwachsenen Aufwendungen zu entschädigen (Art. 159 Abs. 2 OG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Berufung wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Die Gerichtsgebühr von Fr. 3'000.-- wird der Beklagten auferlegt.

3.
Die Beklagte hat den Kläger für das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr.
4'000.-- zu entschädigen.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Aargau, 2.
Zivilkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 26. April 2005

Im Namen der II. Zivilabteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident:  Der Gerichtsschreiber: