Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

II. Zivilabteilung 5C.70/2004
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5C.70/2004 /bnm

Urteil vom 13. Mai 2004
II. Zivilabteilung

Bundesrichter Raselli, Präsident,
Bundesrichterin Nordmann, Ersatzrichter Hasenböhler,
Gerichtsschreiber Gysel.

X. ________,
Kläger und Berufungskläger,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Roland Fux,

gegen

Y.________,
Beklagte und Berufungsbeklagte,
vertreten durch Advokat lic. iur. André Sieber,

Ehescheidung,

Berufung gegen das Urteil des Kantonsgerichts Wallis (Zivilgerichtshof I) vom

12. Februar 2004.

Sachverhalt:

A.
Der schweizerische Staatsangehörige X.________ (geboren am 23. Mai 1961) und
die aus Japan stammende Y.________ (geboren am 7. August 1953) heirateten am
10. April 1990 in A.________. Aus ihrer Ehe ging der Sohn Z.________, geboren
am 28. August 1995, hervor.

Seit dem 7. April 2000 leben die Eheleute X.________ und Y.________ getrennt,
und mit Vereinbarung vom 20. November 2000 haben sie festgehalten, dass der
gemeinsame Haushalt mit Wirkung ab 1. Mai 2000 aufgehoben worden sei. Mit
Eingabe vom 4. Mai 2001 reichte X.________ beim Bezirksgericht Brig Klage auf
Scheidung der Ehe ein.

B.
Am 10. Juni 2003 sprach der Bezirksrichter II von Brig die Scheidung der Ehe
aus. Er übertrug das Sorgerecht über Z.________ der Beklagten und legte das
dem Kläger eingeräumte Besuchs- und Ferienrecht fest. Ferner traf er die
Anordnungen zur güterrechtlichen Auseinandersetzung und verpflichtete den
Kläger, an den Unterhalt des Sohnes monatliche Beiträge (jeweils zuzüglich
Kinderzulagen) von Fr. 750.-- bis zum vollendeten 12. Altersjahr und alsdann
von Fr. 825.-- bis zur Mündigkeit und an denjenigen der Beklagten solche von
Fr. 1'000.-- bis und mit August 2005, von Fr. 500.-- bis und mit August 2007
und von Fr. 225.-- bis und mit August 2011 zu zahlen.

In teilweiser Gutheissung der von der Beklagten eingereichten Berufung
erhöhte das Kantonsgericht Wallis mit Urteil vom 12. Februar 2004 die für
ihren persönlichen Unterhalt zugesprochenen Beiträge auf Fr. 1'500.-- bis und
mit August 2007 und Fr. 1'475.-- bis zur Erreichung des AHV-Alters.

C.
Gegen das kantonsgerichtliche Urteil hat der Kläger eidgenössische Berufung
erhoben mit dem Antrag, der Beklagten Unterhaltsbeiträge in den vom
Bezirksrichter festgelegten Höhen zuzusprechen; allenfalls sei die Sache zu
neuer Entscheidung an das Kantonsgericht zurückzuweisen.

Eine Berufungsantwort ist nicht eingeholt worden.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

1.
Ist einem Ehegatten nicht zuzumuten, dass er für den ihm gebührenden
Unterhalt unter Einschluss einer angemessenen Altersvorsorge selbst aufkommt,
so hat ihm der andere einen angemessenen Beitrag zu leisten (Art. 125 Abs. 1
ZGB).

1.1  Der Kläger anerkennt, der Beklagten nachehelichen Unterhalt zu schulden.
Indessen wirft er dem Obergericht vor, bei der Festsetzung der Höhe der
Unterhaltsbeiträge und der Dauer bzw. der Staffelung der Unterhaltspflicht
Art. 125 Abs. 2 ZGB missachtet zu haben.

1.2  In welcher Höhe und wie lange Unterhaltsbeiträge zu zahlen sind, ist
eine
Ermessensfrage, die nach Recht und Billigkeit zu beantworten ist (vgl. Art. 4
ZGB; BGE 127 III 136 E. 3a S. 141). Der Richter hat dabei insbesondere die in
Art. 125 Abs. 2 Ziff. 1 bis 8 ZGB festgehaltenen Kriterien zu
berücksichtigen.
Ermessensentscheide der vorliegenden Art überprüft das Bundesgericht an sich
frei. Es übt dabei allerdings Zurückhaltung und greift nur ein, wenn die
kantonale Instanz von dem ihr zustehenden Ermessen einen falschen Gebrauch
gemacht hat, d.h. wenn sie grundlos von in Rechtsprechung und Lehre
anerkannten Grundsätzen abgegangen ist, wenn sie Umstände berücksichtigt hat,
die keine Rolle hätten spielen dürfen, wenn sie umgekehrt rechtserhebliche
Umstände ausser Acht gelassen hat oder wenn die zugesprochenen
Unterhaltsbeiträge angesichts der gegebenen Umstände nach der Lebenserfahrung
als offensichtlich unbillig erscheinen (BGE 127 III 136 E. 3a S. 141 mit
Hinweisen).

2.
Der Kläger wirft dem Kantonsgericht zunächst vor, in Verletzung von Art. 125
Abs. 2 ZGB die Eigenversorgungskapazität der Beklagten falsch eingeschätzt zu
haben. Es habe die Dauer der Ehe (Art. 125 Abs. 2 Ziff. 2 ZGB) und das Alter
der Beklagten (Art. 125 Abs. 2 Ziff. 4 ZGB) zu deren Gunsten gewichtet sowie
Umfang und Dauer der von ihr noch zu leistenden Betreuung von Z.________
(Art. 125 Abs. 2 Ziff. 6 ZGB) massiv über- und deren berufliche Ausbildung
und Erwerbsaussichten (Art. 125 Abs. 2 Ziff. 7 ZGB) unterbewertet.

2.1  Als für die Bestimmung des Umfangs der Unterhaltspflicht massgebliche
Dauer der Ehe (Art. 125 Abs. 2 Ziff. 2 ZGB) hat das Kantonsgericht in
zutreffender Weise die Zeit zwischen der Eheschliessung (10. April 1990) und
der faktischen Trennung (7. April 2000) betrachtet (vgl. das in ZBJV
138/2002, S. 30 ff., abgedruckte Urteil der erkennenden Abteilung vom 4.
April 2001 [5C.278/2000], E. 3c), was zehn Jahre ausmacht. Im Zeitpunkt der
Trennung war die Beklagte nicht ganz 47 Jahre alt. Der vom Kläger
angesprochenen, an anderer Stelle getroffenen Feststellung des
Kantonsgerichts, die Beklagte sei bei Eintritt der Rechtskraft des
Scheidungsspruchs (23. September 2003) knapp über 50 Jahre alt gewesen, kommt
für die Beurteilung ihres Unterhaltsanspruchs in der Tat keine Bedeutung zu.
Auch die Vorinstanz hat indessen nichts anderes angenommen.

2.2
2.2.1Zu den beruflichen Aussichten hält das Kantonsgericht fest, die Beklagte
sei bis zu ihrem 37. Altersjahr in Japan erwerbstätig gewesen. Seit der
Heirat und dem Umzug in die Schweiz sei sie neben ihren Pflichten als
Hausfrau und Mutter nur sehr sporadisch einer Arbeit nachgegangen; sie habe
sich hin und wieder als Reisebegleiterin und als Wanderführerin betätigt oder
auf dem Bahnhof A.________ Gruppen beim Umsteigen betreut, wobei diese
Tätigkeiten nicht ihrer vorehelichen beruflichen Arbeit entsprochen hätten
und sie damit nur bescheidene Einkünfte erzielt habe. Die Beklagte stamme aus
einem ganz anderen Kulturkreis. Sie verfüge über keine besondere Ausbildung,
habe sich aber gute Englischkenntnisse angeeignet und könne sich auch gut auf
Deutsch verständigen. Für eine nicht ausgebildete knapp über 50-jährige Frau
müsse der Arbeitsmarkt als sehr ausgetrocknet angesehen werden. Die
Vorinstanz hält es für möglich, dass die Beklagte kleinere
Übersetzungsdienste übernähme oder im Service oder Verkauf als Aushilfe tätig
wäre; auch könnte sie im Reinigungsdienst oder in einer Fabrik als Hilfskraft
arbeiten. Angesichts der gegenwärtigen Arbeitsmarktlage werde sie jedoch auch
in diesen Bereichen keine Vollbeschäftigung finden.

2.2.2  Was der Kläger vorbringt, vermag den angefochtenen Entscheid auch in
diesem Punkt nicht als bundesrechtswidrig erscheinen zu lassen:

Das Kantonsgericht hat wohl festgehalten, die Beklagte leide an einer
Überfunktion der Schilddrüse, doch hat es gleichzeitig darauf hingewiesen,
dass diese Störung medikamentös behandelt werde und auf eine allfällige
Erwerbstätigkeit anscheinend keine Auswirkungen habe. Die Bemerkung, der
Arbeitsmarkt sei für die Beklagte als "nicht ausgebildete" Frau wenig
ergiebig, muss im Zusammenhang mit den Ausführungen zur beruflichen Situation
gesehen werden. Dort wird gesagt, die Beklagte verfüge nicht über eine
besondere Ausbildung. Mit dem verkürzten Ausdruck "nicht ausgebildet" wollte
die Vorinstanz offensichtlich einzig zum Ausdruck bringen, dass der Beklagten
mit Blick auf den Arbeitsmarkt in der Schweiz eine spezifische Ausbildung
fehle. Diese Auffassung ist nicht zu beanstanden. Das Gleiche gilt für die
Feststellungen zu den Tätigkeiten, die für die Beklagte in Betracht fielen,
ist doch zu bedenken, dass in qualifizierten Berufen hohe Anforderungen an
die Aus- und Weiterbildung und an das Leistungsvermögen gestellt werden,
denen mit zunehmendem Alter immer weniger genügt werden kann (dazu
Sutter/Freiburghaus, Kommentar zum neuen Scheidungsrecht, N 34 zu Art. 125
ZGB). Eine Verletzung von Bundesrecht ist der Vorinstanz schliesslich auch
insofern nicht vorzuwerfen, als sie dafür gehalten hat, dass für eine Frau im
Alter der Beklagten, die sich wieder ins Erwerbsleben einzugliedern sucht,
die Situation auf dem Arbeitsmarkt als sehr schwierig anzusehen sei (dazu
Ingeborg Schwenzer, Praxiskommentar zum Scheidungsrecht, N 64 zu Art. 125
ZGB).

2.3  Der Auffassung des Klägers, die Beklagte hätte gleich nach der Trennung
beginnen sollen, Massnahmen zur beruflichen Wiedereingliederung zu treffen,
ist nicht beizupflichten: Zwar konnte die Beklagte von jenem Zeitpunkt an
nicht mehr davon ausgehen, der Kläger sei auch für die Zukunft mit der
während des Zusammenlebens praktizierten Rollenverteilung einverstanden,
zumal er in seiner Stellungnahme vom 26. Juni 2000 zum Eheschutzbegehren der
Beklagten vorgebracht hatte, diese sei auf Grund ihrer beruflichen
Qualifikation ohne weiteres in der Lage, für sich selbst zu sorgen. Indessen
ist zu beachten, dass nach der bundesgerichtlichen Praxis dem die Kinder
betreuenden Ehegatten die Aufnahme einer Teilzeitarbeit erst von dem
Zeitpunkt an zugemutet werden kann, wo das jüngste mit zehn Jahren dem
Kleinkindalter entwachsen ist, und einer vollen Erwerbstätigkeit
grundsätzlich erst dann nichts mehr entgegensteht, wenn das jüngste Kind das
16. Altersjahr zurückgelegt hat (BGE 115 II 6 E. 3c S. 10). Im Zeitpunkt der
Auflösung des gemeinsamen Haushaltes der Parteien war Z.________ noch nicht
einmal fünf Jahre alt, so dass die Beklagte nach dem Gesagten nicht gehalten
war, sich schon damals um ihre künftige berufliche Wiedereingliederung zu
kümmern.

2.4  Das Kantonsgericht hat erklärt, der Beklagten könne bis zum vollendeten
12. Altersjahr von Z.________, d.h. bis zu dessen Wechsel von der Primar- in
die Sekundar- oder Realschule, höchstens zugemutet werden, zu 20 % einer
Erwerbstätigkeit nachzugehen, später dann zu 40 %. Auf Grund der oben
erwähnten Rechtsprechung ist diese Feststellung aus der Sicht des Klägers
insofern nicht zu beanstanden, als von der Beklagten erwartet wird, eine
beschränkte Erwerbstätigkeit aufzunehmen, bevor der Sohn (im August 2005) das
10. Altersjahr vollendet haben wird. Hinsichtlich der Festlegung des
Ausmasses der der Beklagten zugemuteten Erwerbstätigkeit kann von einem
gesetzwidrigen Ermessensgebrauch nicht die Rede sein, ist doch neben dem
Alter der Beklagten zu berücksichtigen, dass Z.________ nach den
Feststellungen der Vorinstanz in einer psychomotorischen Therapie steht und
deshalb wohl besonderer Betreuung bedarf.

2.5  In Anbetracht der oben dargelegten Rechtsprechung ist die Berufung auch
insofern unbegründet, als der Kläger beanstandet, dass  er verpflichtet
wurde, der Beklagten Unterhaltsbeiträge bis zu ihrem Eintritt ins AHV-Alter
zu zahlen: Im Zeitpunkt, da Z.________ das 16. Altersjahr vollendet haben
wird, d.h. im Jahre 2011, wird die Beklagte selbst 58 Jahre alt sein.
Entgegen den Vorbringen des Klägers hat das Kantonsgericht nicht verkannt,
dass sie dannzumal nicht neu ins Erwerbsleben einzutreten haben wird,
sondern, dass es um den Ausbau der ihr für die vorangehenden Jahre
zuzumutenden Teilzeitbeschäftigung ginge. Die Vorinstanz hat jedoch dafür
gehalten, dass die Beklagte, vor allem in einer Vollbeschäftigung, für einen
Arbeitgeber nicht mehr interessant sein werde. In Anbetracht der von ihr zur
Ausbildung und zu den beruflichen Fähigkeiten verbindlich festgestellten
tatsächlichen Gegebenheiten ist die Annahme, der Beklagten werde es mit 58
Jahren nicht möglich sein, eine teilzeitliche Erwerbstätigkeit auf eine
Vollbeschäftigung auszudehnen, nicht zu beanstanden. Nicht zuletzt ist zu
bedenken, dass die Beklagte aus einem ganz anderen Kulturkreis stammt.

3.
In verschiedener Hinsicht wirft der Kläger dem Kantonsgericht sodann vor, bei
der Festsetzung der Höhe der Unterhaltsbeiträge gegen Art. 125 Abs. 1 und 2
und zum Teil auch gegen Art. 138 Abs. 1 ZGB verstossen zu haben.

3.1  Für die Zeit bis August 2007 (Vollendung des 12. Altersjahres von
Z.________) hat die Vorinstanz einem monatlichen Gesamtbedarf von Fr.
5'070.-- (Fr. 2'244.-- auf Seiten der Beklagten und Fr. 2'826.-- auf Seiten
des Klägers) ein mögliches Gesamteinkommen von Fr. 5'110.-- (Fr. 4'610.-- für
den Kläger und Fr. 500.-- für die Beklagte) gegenübergestellt. Den sich dabei
ergebenden Überschuss von Fr. 40.-- hat sie hälftig geteilt und erklärt, der
Bedarf der Beklagten sei somit auf Fr. 2'464.-- festzulegen. Davon sei das
eigene Einkommen von Fr. 500.-- abzuziehen, so dass der Beklagten an sich ein
Unterhaltsbeitrag von Fr. 1'964.-- zustünde. Da diese selbst jedoch lediglich
Fr. 1'500.-- verlange, seien ihr Beiträge in dieser Höhe zuzusprechen.

3.2  Wie der Kläger zu Recht bemerkt, ist dem Kantonsgericht insofern ein
Additionsfehler unterlaufen, als sich beim Hinzuzählen des halben
Überschusses (Fr. 20.--) zum Grundbedarf der Beklagten nicht ein Betrag von
Fr. 2'464.--, sondern ein solcher von lediglich Fr. 2'264.-- ergibt. Indessen
hat sich das Versehen auf die weiteren Überlegungen der Vorinstanz nicht
ausgewirkt, da bei Abzug des der Beklagten angerechneten Einkommens von Fr.

500. -- auch bei einer Berücksichtigung der Korrektur mit Fr. 1'764.-- ein
Betrag resultiert, der bedeutend über den verlangten Fr. 1'500.-- liegt.

Ohne Belang ist angesichts des von der Beklagten selbst beanspruchten Betrags
und der dargelegten Gegebenheiten auch die klägerische Rüge, die Vorinstanz
habe mit der Aufteilung des Überschusses und der sich daraus ergebenden
Annahme eines gebührenden Unterhalts der Beklagten von mehr als Fr. 2'244.--
gegen Art. 125 Abs. 1 ZGB verstossen, da eine Überschussteilung nur bei guten
finanziellen Verhältnissen in Frage komme. Im Übrigen ist zu bemerken, dass
die Anrechnung einer Überschusshälfte von so geringer Höhe (Fr. 20.--) als
kleinlich erscheint, auch in dieser Hinsicht von einer Verletzung von
Bundesrecht jedoch keine Rede sein kann.

3.3  Sodann beanstandet der Kläger in mehreren Punkten die
kantonsgerichtliche
Ermittlung des ihm zugestandenen Grundbedarfs. Er macht geltend, dass der
monatliche Anteil am Erneuerungsfonds und an den Lebensversicherungsprämien
und die Hypothekenamortisation hätten berücksichtigt werden müssen, und weist
darauf hin, dass die Vorinstanz bei der Berechnung des Zinses für die 1.
Hypothek von einem falschen Zinssatz ausgegangen sei. Ferner rügt er, dass
das Kantonsgericht zu Unrecht die aus dem am 13. Januar 2004 neu
abgeschlossenen Kleinkreditvertrag geschuldeten Zinsbetreffnisse wie auch die
Tatsache ausser Acht gelassen habe, dass er im Hinblick auf die Auszahlung
des der Beklagten zugesprochenen güterrechtlichen Anspruchs eine 2. Hypothek
werde aufnehmen müssen.

3.3.1  Einlagen in den Erneuerungsfonds sind für den künftigen
Gebäudeunterhalt bestimmt und wären - als Kosten zur Erhaltung der
Wohnsubstanz - an sich bei den Wohnkosten zu berücksichtigen. Dies ist
indessen dann fragwürdig, wenn die vom betreffenden Ehegatten bis zur
Veräusserung der Liegenschaft insgesamt entrichteten Beiträge an den
Erneuerungsfonds mehr ausmachen als die auf den entsprechenden Zeitraum
entfallenden Unterhaltskosten und insoweit Vermögen gebildet wird, was nicht
zu Lasten des andern Ehegatten gehen darf (Annette Spycher,
Unterhaltsleistungen bei Scheidung: Grundlagen und Bemessungsmethoden, Diss.
Bern 1996, S. 155). Wie es sich vorliegend verhält, mag letztlich offen
bleiben: Der vom Kläger unter diesem Titel beanspruchte Betrag von monatlich
Fr. 25.-- ist so gering, dass auch unter der Annahme, er hätte berücksichtigt
werden müssen, von einem Ermessensmissbrauch nicht die Rede sein könnte. Es
ist in diesem Zusammenhang zu bemerken, dass die Vorinstanz für den Unterhalt
der Eigentumswohnung nicht etwa nichts, sondern unter Hinweis auf die
effektiven Unterhaltskosten der Jahre 1997 bis 2000 einen Pauschalbetrag von
Fr. 140.-- eingesetzt hat.

3.3.2  Prämien für Lebensversicherungen sind bei der Bedarfsberechnung nur zu
berücksichtigen, wenn und soweit die Versicherung an die Stelle der
obligatorischen beruflichen Vorsorge (2. Säule) tritt, was regelmässig auf
Selbständigerwerbende zutrifft (Spycher, a.a.O., S. 160). Dass diese
Voraussetzung hier gegeben sei, macht der Kläger selbst nicht geltend.

3.3.3  Amortisationen von Hypothekardarlehen sind im Unterschied zu
Hypothekarzinsen nicht in die Bedarfsberechnung aufzunehmen. Sie dienen nicht
dem Unterhalt, sondern der Vermögensbildung (dazu Spycher, a.a.O., S. 163;
Hausheer/Spycher, Handbuch des Unterhaltsrechts, Rz. 02.44; BGE 127 III 289

E. 2a/bb S. 292).

3.3.4  Der Bezirksrichter hatte für die 1. Hypothek von Fr. 140'000.--
Monatszinsen von Fr. 495.-- berücksichtigt, was die Beklagte in ihrer
kantonalen Berufung vom 17. September 2003 ausdrücklich anerkannt hat.
Ausgehend von Zinsen für drei Monate von Fr. 1'277.50 hat das Kantonsgericht
einen Betrag von lediglich Fr. 426.-- eingesetzt, ohne einen Grund für diese
Abweichung zu nennen. Wie der Kläger zutreffend vorbringt, hat sich die
Vorinstanz offensichtlich auf die Fälligkeitsanzeige der UBS vom 31. März
2001 gestützt, wo der Zins bei einem Satz von 3,65 % für die Monate Januar
bis März 2001 mit Fr. 1'277.50 angegeben worden war. Angesichts der
ausdrücklichen Anerkennung durch die Beklagte ist beim Bedarf auf Seiten des
Klägers nach dem Gesagten zusätzlich der Differenzbetrag von Fr. 69.-- im
Monat zu berücksichtigen. Gesamthaft betrachtet ist der Unterhaltsbeitrag, zu
dem ihn das Kantonsgericht verpflichtet hat, indessen trotz dieser
Berichtigung nicht offensichtlich unangemessen.

3.3.5  Der Kläger beanstandet, dass die Vorinstanz bei der Ermittlung seines
Bedarfs unberücksichtigt gelassen habe, dass er aus dem Kleinkreditvertrag
über Fr. 10'500.--, den er am 13. Januar 2004 abgeschlossen habe, um einen
früheren Kredit zurückzahlen zu können, Zinsen von Fr. 104.-- im Monat
schulde.

3.3.5.1  Die von ihm in diesem Zusammenhang erhobene Rüge der Verletzung von
Art. 138 Abs. 1 ZGB, wonach in der oberen kantonalen Instanz neue Tatsachen
und Beweismittel vorgebracht werden können, geht fehl: Das Kantonsgericht hat
den anlässlich der Berufungsverhandlung ins Recht gelegten neuen
Kreditvertrag keineswegs übergangen, sondern im Urteil ausdrücklich erwähnt.
Es hat jedoch erklärt, dass und weshalb die daraus geschuldeten Zinsen nicht
zum klägerischen Bedarf hinzuzurechnen seien.

3.3.5.2  Soweit in den Vorbringen zu den beiden Kleinkrediten ebenfalls die
Rüge einer Verletzung von Art. 125 ZGB enthalten ist, ist auch sie
unbegründet:

Hat der unterhaltspflichtige Gatte neben der Unterhaltspflicht noch anderen
Schuldverpflichtungen nachzukommen, so gebieten die Interessen des
Unterhaltsgläubigers, diese nur zurückhaltend in der Bedarfsberechnung des
Unterhaltsschuldners zu berücksichtigen. Andernfalls könnte die
Leistungskraft des Pflichtigen nach Deckung des eigenen Grundbedarfs unter
Umständen derart gemindert sein, dass sie nicht einmal mehr ausreicht, die
familienrechtlichen Unterhaltspflichten zumindest teilweise zu erfüllen. Der
Unterhaltspflichtige hätte es in der Hand, durch Eingehen von Drittschulden
seine Leistungsfähigkeit zu Lasten des unterhaltsbedürftigen Gatten
herabzumindern (BGE 127 III 289 E. 2a/bb S. 292). Vor dem Hintergrund des
Gesagten kann es gerechtfertigt sein, Abzahlungsschulden nur dann in den
Grundbedarf des Pflichtigen einzurechnen, wenn die Schuld vor Aufhebung des
gemeinsamen Haushaltes und für den Unterhalt beider Gatten begründet wurde,
nicht aber, wenn sie einzig im Interesse einer Partei liegt, es sei denn,
beide würden solidarisch haften (dazu Schwenzer, a.a.O., N 77 zu Art. 125
ZGB; Spycher, a.a.O., S. 161 f.; Hausheer/Spycher, a.a.O., Rz. 02.43).

Der Kleinkredit, der am 13. Januar 2004 durch den neuen, hier in Frage
stehenden Kredit abgelöst wurde, war für die Anschaffung eines Autos
aufgenommen worden, das hauptsächlich dem Kläger diente und diesem von der
Beklagten im Rahmen der güterrechtlichen Auseinandersetzung überlassen wurde.
Es geht demnach um eine Abzahlungsschuld, die nicht für den Unterhalt beider
Ehegatten begründet worden war. Wenn die Vorinstanz die für den
Nachfolgekredit geltend gemachte Zinsbelastung nicht in den Grundbedarf des
Klägers einbezogen hat, ist dies nicht zu beanstanden.

3.3.6  Eine weitere Verletzung von Art. 138 Abs. 1 ZGB erblickt der Kläger
darin, dass das Kantonsgericht den monatlichen Zins von Fr. 243.-- ausser
Acht gelassen habe, den er deshalb zu bezahlen haben werde, weil er für die
Auszahlung des der Beklagten aus Güterrecht zustehenden Betrags von Fr.
68'750.-- eine zweite Hypothek werde aufnehmen müssen. Die zwischen den
Parteivertretern ausgetauschten Schreiben zu dieser güterrechtlichen
Abgeltung seien im zweitinstanzlichen Verfahren eingereicht worden, so dass
das Kantonsgericht die geltend gemachte Zinsbelastung bei seinem Grundbedarf
hätte berücksichtigen müssen.

Es mag zutreffen, dass der Kläger ohne Erhöhung der Grundpfandbelastung nicht
in der Lage wäre, der Beklagten den güterrechtlichen Anteil auszuzahlen. Die
Darlehensverpflichtung steht indessen im unmittelbaren Interesse des Klägers
als Leistungsschuldner und dient nicht gleichermassen den Interessen beider
Gatten. Mittelbar kommt die Kreditaufnahme freilich auch der Beklagten
zugute, führt sie doch zu einer Verbesserung der finanziellen
Leistungsfähigkeit des Klägers und zur Möglichkeit einer raschen Erfüllung
der Güterrechtsforderung. Daraus abzuleiten, die Darlehenszinsen müssten im
klägerischen Grundbedarf berücksichtigt werden, hiesse aber letztlich, die
Beklagte indirekt an der Auszahlung ihres güterrechtlichen Anteils beteiligen
zu lassen, indem ihr Unterhaltsbeitrag entsprechend geringer ausfiele (dazu
BGE 127 III 289 E. 2b S. 292 f.). Nach dem Dargelegten hat das Kantonsgericht
kein Bundesrecht verletzt, wenn es die Zinsbelastung für die - ohnehin erst
noch aufzunehmende - zweite Hypothek nicht in den Grundbedarf des Klägers
eingerechnet hat.

3.4  Hinsichtlich der Ermittlung der wirtschaftlichen Verhältnisse auf Seiten
der Beklagten wirft der Kläger dem Kantonsgericht vor, es habe Art. 125 Abs.
2 Ziff. 5 ZGB missachtet, indem es nur gerade deren Einkommen, nicht aber
auch deren Vermögen berücksichtigt habe. Gemäss Dispositiv-Ziffer 7b des in
diesem Punkt unangefochten gebliebenen erstinstanzlichen Urteils erhalte die
Beklagte aus Güterrecht einen Barbetrag von Fr. 68'750.--, der als Vermögen
bei der Festlegung des nachehelichen Unterhalts hätte mitberücksichtigt
werden müssen. Das in der Berufungsverhandlung hierzu Vorgebrachte und die
gleichzeitig eingereichte Korrespondenz zwischen den Parteivertretern sei vom
Kantonsgericht in Verletzung von Art. 138 Abs. 1 ZGB nicht beachtet worden.

In Dispositiv-Ziffer 7 seines Urteils hatte der Bezirksrichter die
güterrechtliche Auseinandersetzung geregelt und unter anderem angeordnet,
dass diese durch Auflösung des Miteigentums an den Stockwerkeigentumsanteilen
auf Parzelle Nr. .. der Gemeinde A.________ vollzogen werde und dass der
Kläger sich innert zwei Monaten nach Eintritt der Rechtskraft des
Scheidungsurteils darüber auszusprechen habe, ob er die eheliche Wohnung
unter Übernahme der gesamten Hypothekarschuld und durch Ausrichtung einer
Entschädigung von Fr. 68'750.-- an die Beklagte zu Alleineigentum übernehmen
wolle. Am 19. Januar 2004 teilte der Vertreter des Klägers dem Gegenanwalt
mit, dass sein Mandant sich für die Übernahme des Miteigentumsanteils der
Beklagten entschieden habe, worauf deren Vertreter am 30. Januar 2004 die
Gegenseite darum ersuchte, die Übernahmevereinbarung vorzubereiten. Dass er
dem Kantonsgericht eine solche eingereicht habe, behauptet der Kläger selbst
nicht. Lag aber dem Kantonsgericht kein beweiskräftiger Beleg dafür vor, dass
die Beklagte effektiv über einen Betrag der genannten Höhe verfügte, kann ihm
nicht vorgeworfen werden, es habe bei der Festlegung des nachehelichen
Unterhalts das der Beklagten aus Güterrecht zustehende Vermögen
unberücksichtigt gelassen. Es kann mithin weder von einer Missachtung von
Art. 138 Abs. 1 noch von einer Verletzung von Art. 125 Abs. 2 Ziff. 5 ZGB die
Rede sein.

4.
Die gesamthafte Würdigung des Dargelegten ergibt, dass dem Kantonsgericht
nicht vorzuwerfen ist, es habe bei der Festsetzung der Höhe und der Abstufung
der vom Kläger an den Unterhalt der Beklagten zu leistenden Beiträge einen
gesetzwidrigen Gebrauch des ihm zustehenden Ermessens gemacht, bzw. dass
diese nicht als offensichtlich unbillig bezeichnet werden können. Der
klägerische Eventualantrag, die Sache zu neuem Entscheid an die Vorinstanz
zurückzuweisen, wird damit gegenstandslos, und die Berufung ist abzuweisen.
Bei diesem Ausgang ist die Gerichtsgebühr dem Kläger aufzuerlegen (Art. 156
Abs. 1 OG). Da keine Berufungsantwort eingeholt worden ist und der Beklagten
demnach keine Kosten erwachsen sind, entfällt die Zusprechung einer
Parteientschädigung.

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Berufung wird abgewiesen.

2.
Die Gerichtsgebühr von Fr. 2'000.-- wird dem Kläger auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Kantonsgericht Wallis
(Zivilgerichtshof I) schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 13. Mai 2004

Im Namen der II. Zivilabteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident:  Der Gerichtsschreiber: