Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

II. Zivilabteilung 5C.90/2004
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5C.90/2004 /grl

Urteil vom 15. Juli 2004
II. Zivilabteilung

Bundesrichter Raselli, Präsident,
Bundesrichter Meyer, Bundesrichterin Hohl,
Gerichtsschreiber von Roten.

K. ________ (Ehefrau),
Klägerin und Berufungsklägerin,
vertreten durch Rechtsanwältin Susanne Vincenz-Stauffacher,

gegen

B.________ (Ehemann),
Beklagten und Berufungsbeklagten,
vertreten durch Rechtsanwältin Pia Trutmann Rüesch.

Ehescheidung,

Berufung gegen den Entscheid des Kantonsgerichts St. Gallen, II. Zivilkammer,
vom 8. März 2004.

Sachverhalt:

A.
Am 1. August 1986 heiratete K.________ (Ehefrau) (Jahrgang 1953) den elf
Jahre jüngeren, aus Tunesien stammenden B.________ (Ehemann) (Jahrgang 1964).
Die Ehe blieb kinderlos. Aus einer Drittbeziehung hat der Ehemann einen Sohn,
den er kurz nach dessen Geburt im Sommer 1998 anerkannte. Im Frühjahr 2000
trennten sich die Ehegatten. Der Ehemann lebt seither mit einer neuen
Partnerin und deren Sohn zusammen. Für die Dauer des Getrenntlebens
verpflichtete er sich, der Ehefrau einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von
Fr. 600.-- zu zahlen. Am 12. November 2002 reichten die Ehegatten ein
gemeinsames Scheidungsbegehren ein. Sie unterzeichneten vor Gericht eine
Vereinbarung, wonach sie auf Ansprüche aus Güterrecht verzichten und die
Guthaben aus beruflicher Vorsorge nach Gesetz aufteilen wollten. Nach Ablauf
der Bedenkfrist bestätigte die Ehefrau die Teilvereinbarung nicht und machte
eine Güterrechtsforderung geltend.

B.
Die Ehefrau (hiernach: Klägerin) stellte vor Gericht die Begehren, der
Ehemann habe ihr während vier bis fünf Jahren einen indexierten, monatlichen
Unterhaltsbeitrag von Fr. 600.-- und aus Güterrecht Fr. 37'500.-- zu
bezahlen. Im Übrigen sei die Teilvereinbarung zu genehmigen. Der Ehemann
(nachstehend: Beklagter) schloss auf Bestätigung der Teilvereinbarung
insgesamt. Gestützt auf die gemeinsamen Begehren wurde die Scheidung
gerichtlich ausgesprochen und die Vorsorgeeinrichtung des Beklagten
angewiesen, Fr. 32'720.-- auf das Vorsorgekonto der Klägerin zu übertragen.
Strittig blieben die güterrechtliche Auseinandersetzung und der nacheheliche
Unterhalt.

Das Kreisgericht St. Gallen (1. Abteilung) verpflichtete den Beklagten, der
Klägerin einen indexierten, monatlichen Unterhaltsbeitrag von Fr. 600.--
während fünf Jahren und aus Güterrecht Fr. 37'500.-- zu bezahlen (Entscheid
vom 8. Juli 2003).

Auf Berufung des Beklagten verurteilte das Kantonsgericht St. Gallen (II.
Zivilkammer) ihn zur Zahlung eines monatlichen Unterhaltsbeitrags von Fr.

600. -- während zwei Jahren ab Rechtskraft seines Entscheids. Es erklärte die
Parteien für güterrechtlich auseinander gesetzt (Entscheid vom 8. März 2004).

C.
Mit eidgenössischer Berufung beantragt die Klägerin dem Bundesgericht, den
Beklagten zu verpflichten, an ihren Unterhalt während fünf Jahren ab
Rechtskraft des Scheidungsurteils einen indexierten, monatlichen
Unterhaltsbeitrag von Fr. 600.-- zu bezahlen. Die kantonsgerichtliche
Erklärung zum Güterrecht sei aufzuheben und die Sache zur Ergänzung des
Sachverhalts und zu neuem Entscheid an das Kantonsgericht zurückzuweisen.
Eventualiter sei der Beklagte zu verpflichten, der Klägerin aus Güterrecht
Fr. 37'500.-- bzw. Fr. 30'000.-- zu bezahlen. Die Klägerin ersucht um
unentgeltliche Rechtspflege. Das Kantonsgericht hat keine Gegenbemerkungen
angebracht. Eine Berufungsantwort ist nicht eingeholt worden.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

1.
Die erstinstanzliche Ehescheidung wie auch die Anweisung an die
Vorsorgeeinrichtung sind am 8. Dezember 2003 in Rechtskraft erwachsen.
Berufungsgegenstand bilden die Güterrechtsforderung der Klägerin gemäss den
Bestimmungen über die Errungenschaftsbeteiligung (Art. 120 i.V.m. Art. 196
ff. ZGB) und der Anspruch der Klägerin auf nachehelichen Unterhalt (Art. 125
ZGB). Die Berufung der Klägerin ist grundsätzlich zulässig. Auf formelle
Einzelfragen wird im Sachzusammenhang hinzuweisen sein.

2.
Während der Ehe haben die Parteien Geld an die Familie des Beklagten in
Tunesien überwiesen und den Bau eines Hauses auf einem in Tunesien gelegenen
Grundstück finanziert. Auf diese Investitionen aus dem Arbeitseinkommen des
Beklagten stützt die Klägerin ihre Güterrechtsforderung. Strittig ist, ob die
Liegenschaft in Tunesien ganz oder teilweise im Eigentum des Beklagten steht
oder zumindest bei Einreichung des Scheidungsbegehrens gestanden hat.

2.1  Gemäss Art. 207 Abs. 1 ZGB sind Errungenschaft und Eigengut jedes
Ehegatten nach ihrem Bestand im Zeitpunkt der Auflösung des Güterstandes
auszuscheiden. In die Vorschlagsberechnung sind somit grundsätzlich nur jene
Vermögenswerte einzubeziehen, die die Ehegatten im Zeitpunkt der Auflösung
des Güterstandes gehabt haben. Wer eine Beteiligungsforderung geltend macht,
hat nachzuweisen, dass die entsprechenden Vermögenswerte zum Zeitpunkt der
Auflösung des Güterstandes vorhanden gewesen sind (Art. 8 ZGB; BGE 118 II 27
E. 2 S. 28). Beweisthema hat hier gebildet, ob der Beklagte im Zeitpunkt der
Auflösung des Güterstandes, d.h. am 12. November 2002 bei Einreichung des
Scheidungsbegehrens (vgl. Art. 204 Abs. 2 ZGB) Eigentümer der Liegenschaft
gewesen ist, in die die Parteien während der Ehe investiert hatten. Das
Kantonsgericht hat festgestellt, dass die Mutter des Beklagten als alleinige
Eigentümerin im Grundbuch eingetragen sei (unter Verweis auf die Beilagen zu
B 20). Auch die Klägerin sei sich offenbar bewusst gewesen, dass das Haus
formell einem Elternteil des Beklagten gehört habe (unter Verweis auf act. 44
der Vorinstanz und B/22, S. 2).

2.2  Die Klägerin wendet gegen die Feststellungen ein doppeltes Versehen im
Sinne von Art. 63 Abs. 2 OG ein. Einerseits ergebe sich aus der
"Besitzurkunde" (Beilagen zu B 20) kein Alleineigentum der Mutter des
Beklagten. Andererseits betreffe die "Besitzurkunde" gemäss Beschrieb
"unbebautes Bewässerungsland" und nicht ein Baugrundstück, auf dem die
Parteien ein Haus errichtet hätten.

Ein Versehen in der Feststellung, die Mutter des Beklagten sei
Alleineigentümerin, wäre nicht rechtserheblich. Vom Beweisthema her
betrachtet ist allein entscheidend, ob die "Besitzurkunde" den Beklagten als
Eigentümer ausweist. Dass dies der Fall wäre, behauptet die Klägerin selber
nicht und lässt sich dem amtlichen Grundbuchauszug auch nicht entnehmen. Am
kantonsgerichtlichen Beweisergebnis vermag der weitere Einwand der Klägerin,
die fragliche "Besitzurkunde" betreffe nicht die Liegenschaft der Ehegatten,
nichts zu ändern. Zu den verwiesenen "Beilagen zu B 20" gehört die amtliche
"Bescheinigung über Nichtbesitz", wonach der Beklagte gemäss alphabetischem
Eigentümerverzeichnis in seiner Heimat keinerlei im Grundbuch eingetragene
Immobilien besitzt.

Die beiden Versehensrügen der Beklagten erweisen sich nach dem Gesagten als
unbegründet. Es bleibt beim Ergebnis, dass die Behauptung der Klägerin nicht
bewiesen werden konnte, der Beklagte sei am 12. November 2002 Eigentümer der
Liegenschaft gewesen, die die Parteien während der Ehe mit einem Haus
überbaut haben. Gemäss weiteren Belegen, auf die das Kantonsgericht verwiesen
hat, scheint die Klägerin die Eigentumsverhältnisse gekannt zu haben. Ob die
Versehensrügen unter diesen Umständen als rechtsmissbräuchlich zu gelten
haben, kann beim gezeigten Ergebnis dahingestellt bleiben.

2.3  Die Klägerin wendet ein, das unbesehene Abstellen auf ausländische
Registereinträge laufe auf eine Umgehung von Sinn und Zweck der gesetzlichen
Regelung in Art. 207 Abs. 1 ZGB hinaus. Erwerbe eine in der Schweiz
niedergelassene Person in ihrem Heimatland ein Grundstück, so sei sie dort in
der Regel nicht als Eigentümerin vermerkt, sondern an ihrer Stelle eine
Person vor Ort, vielfach aus der Verwandtschaft. Dies gelte umso mehr, wenn
es sich beim - faktischen - Erwerber um eine Person handle, die in der Folge
die Staatsbürgerschaft des Landes angenommen habe, in dem sie niedergelassen
sei. Der Beklagte sei mittlerweile Schweizer Bürger. Für den Erwerb eines
Grundstücks bzw. den Bau eines Hauses in seinem Heimatland habe er sich
demgemäss einer "Mittelsperson", vorliegend allenfalls seiner Mutter,
bedienen müssen. Allein gestützt auf die Registereinträge und ohne weitere
Abklärungen dürfe deshalb der fragliche Vermögenswert nicht von der
güterrechtlichen Auseinandersetzung ausgeschlossen werden. Die Sache sei zur
weiteren Abklärung an das Kantonsgericht zurückzuweisen.

Die ZGB-Revision von 1984/88 hat die sachen- und güterrechtliche Ordnung
harmonisiert. Ein bestimmter Vermögensgegenstand gehört immer und
ausschliesslich zum Vermögen des Ehegatten, der rechtlich Eigentümer ist
(vgl. BGE 112 II 384 E. 5c S. 389/390 und 474 E. 3b S. 476, je mit
Hinweisen). Den ins Recht gelegten Auszügen aus den amtlichen Registern lässt
sich - wie gesagt (E. 2.2 soeben) - nicht entnehmen, dass der Beklagte
Eigentümer der Liegenschaft ist, in die die Parteien während der Ehe
investiert haben. Entgegen ihrer Darstellung hätte die Klägerin den Beweis
antreten können, der aus den Registerauszügen hervorgehende Dritte sei -
gleichsam fiduziarisch oder sonst wie treuhänderisch - lediglich anstelle des
Beklagten als Eigentümer eingetragen. Dass sie im kantonalen Verfahren
entsprechende Tatsachen vorgebracht und zu deren Beweis form- und
fristgerecht Anträge gestellt hätte, wird von der Klägerin heute weder
behauptet noch mit genauen Aktenverweisen belegt. Das aber wäre
vorausgesetzt, will sie eine Rückweisung gemäss Art. 64 OG erlangen (BGE 119
II 353 E. 5c/aa S. 357). Aus dem gleichen Grund ist auch der Vorwurf
unrichtiger Anwendung von Art. 207 Abs. 1 ZGB unbegründet. Denn ein
Rechtssatz kann nicht von Amtes wegen angewendet werden, wenn sein Tatbestand
nicht behauptet, geschweige denn bewiesen ist (BGE 115 II 464 E. 1 S. 465).

Die Berufung bleibt insgesamt ohne Erfolg, soweit sie auf die Einbeziehung
einer Liegenschaft in Tunesien in die güterrechtliche Auseinandersetzung
abzielt.

3.
Aus güterrechtlicher Sicht hat das Kantonsgericht weiter geprüft, ob die für
die Liegenschaft in Tunesien aufgewendeten Mittel gemäss Art. 208 ZGB zur
Errungenschaft des Beklagten hinzugerechnet werden müssten. Es hat die Frage
verneint.

3.1  Im kantonalen Verfahren hat die Klägerin offenbar nicht geltend gemacht,
auf Grund seiner Zahlungen stehe dem Beklagten gegen seine Familie oder gegen
seine Mutter eine Geldforderung zu, die als regelrechter Vermögenswert seiner
Errungenschaft im Sinne von Art. 197 ZGB zu erfassen sei. In Anbetracht der -
nach ihrer eigenen Sachdarstellung - äusserst prekären wirtschaftlichen
Verhältnisse, in denen die Familie bzw. die Mutter des Beklagten in Tunesien
lebt, wäre eine solche Geldforderung in der güterrechtlichen
Auseinandersetzung wohl von vornherein als uneinbringlich zu qualifizieren
gewesen und hätte deshalb wertmässig ohne weiteres abgeschrieben werden
müssen (vgl. zur güterrechtlichen Erfassung und Bewertung von Forderungen:
Hausheer/Geiser/Reusser, Berner Kommentar, 1992, N. 24 zu Art. 197 und N. 20
zu Art. 211 ZGB; Lemp, Berner Kommentar, 1968, N. 27 zu aArt. 214 ZGB, mit
Hinweisen). Die Klägerin äussert sich dazu auch heute nicht und wendet in
ihrer Berufung einzig eine unrichtige Anwendung von Art. 208 ZGB ein. Unter
diesen Umständen hat das Bundesgericht keinen Anlass, auf die angesprochene
Frage von Amtes wegen einzugehen (zuletzt: Urteil 4C.261/2001 vom 19.
Dezember 2001, E. 1, in: AJP 2002 S. 846; Corboz, Le recours en réforme au
Tribunal fédéral, SJ 2000 II 1, S. 59 Anm. 469).

3.2  Der Hinzurechnung unterliegen unentgeltliche Zuwendungen, die ein
Ehegatte während der letzten fünf Jahre vor Auflösung des Güterstandes ohne
Zustimmung des andern Ehegatten gemacht hat, ausgenommen die üblichen
Gelegenheitsgeschenke (Art. 208 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB). Das Kantonsgericht hat
festgestellt, die belegten Überweisungen des Beklagten hätten im massgebenden
Zeitpunkt mehr als fünf Jahre zurückgelegen. Die Klägerin stimmt dem zu, so
dass unter diesem Rechtstitel keine Hinzurechnung erfolgen kann.

3.3  Der Hinzurechnung unterliegen Vermögensentäusserungen, die ein Ehegatte
während der Dauer des Güterstandes vorgenommen hat, um den
Beteiligungsanspruch des andern zu schmälern (Art. 208 Abs. 1 Ziff. 2 ZGB).
Das Kantonsgericht hat festgestellt, es fehle an einer nachweisbaren Absicht
des Beklagten, die Klägerin zu benachteiligen.

Entgegen der Annahme der Klägerin hat das Kantonsgericht nicht übersehen,
dass die Klägerin zu dieser Frage Behauptungen aufgestellt hat. Andernfalls
hätte das Kantonsgericht gar keinen Anlass gehabt, die Hinzurechnung gemäss
Art. 208 ZGB zu erörtern (vgl. E. 2.3 hiervor). Entscheidend ist, dass die
Klägerin ihre Behauptungen - wie sie selber einräumt - nicht mit einer
Beweisofferte versehen und auch sonst keine Beweisanträge gestellt hat. In
Anbetracht dessen verletzt es kein Bundesrecht, dass das Kantonsgericht zur
Frage der Benachteiligungsabsicht kein Beweisverfahren durchgeführt (BGE 114
II 289 E. 2a S. 290; 129 III 18 E. 2.6 S. 24/25) und gegen die Klägerin
entschieden hat, die die Beweislast für die Voraussetzungen der Hinzurechnung
trägt (BGE 118 II 27 E. 3b S. 29 mit Hinweisen). Für eine andere Entscheidung
oder eine Rückweisung gemäss Art. 64 OG bleibt damit kein Raum. Die Klägerin
anerkennt diese Rechtslage im Grundsatz. Was sie dagegenhält, ist nicht
stichhaltig. Namentlich ihre Bezugnahme auf kantonales Recht ist im Rahmen
der Berufung unzulässig (Art. 43 OG). Soweit sie geltend macht, sie sei nicht
anwaltlich vertreten gewesen und habe in Unkenntnis der gesetzlichen
Vorschriften vor den kantonalen Gerichten prozessiert, ist klarzustellen,
dass die Klägerin bereits an ihrer ersten Einvernahme ausgesagt hat, die
Parteien hätten "bei Frau Vincenz einen Trennungsvertrag gemacht" (act. 6 S.
2), den der Beklagte am 30. November 2000 unterschrieben hat (act. 10). Damit
übereinstimmend hat der Beklagte ausgesagt, der "Trennungsvertrag wurde von
ihrer Anwältin gemacht" (act. 40 S. 1). Derart unbeholfen, wie sie sich heute
darstellt, kann die Klägerin deshalb nicht gewesen sein. Jedenfalls hätte sie
die Möglichkeit gehabt, ihre heutige und ab Verfahrensbeginn ihr bekannte
Rechtsvertreterin beizuziehen oder wenigstens zu konsultieren.

Kann die Schmälerungsabsicht des Beklagten nicht als erstellt gelten, ist auf
die andere Frage, ob die "Vermögensentäusserungen" im Sinne von Art. 208 Abs.
1 Ziff. 2 ZGB "aus einer moralischen Verpflichtung heraus" (S. 3 des
kantonsgerichtlichen Entscheids) erfolgt sind, nicht mehr einzugehen. Die
Voraussetzungen des behaupteten Hinzurechnungstatbestandes sind nicht
erfüllt.

3.4  Aus den dargelegten Gründen muss die Güterrechtsforderung der Klägerin
auch abgewiesen werden, soweit sie mit einer Hinzurechnung begründet wird.

4.
An nachehelichem Unterhalt hat das Kantonsgericht der Klägerin einen
monatlichen Beitrag von Fr. 600.-- befristet auf zwei Jahre ab Rechtskraft
seines Entscheids zuerkannt. Die Klägerin verlangt einen gleich hohen Beitrag
indexiert und während fünf Jahren ab Rechtskraft des Scheidungsurteils.

4.1  Gemäss Art. 125 Abs. 1 ZGB besteht Anspruch auf nachehelichen Unterhalt
("einen angemessenen Beitrag") nur, soweit einem Ehegatten nicht zuzumuten
ist, für den ihm gebührenden Unterhalt unter Einschluss einer angemessenen
Altersvorsorge selbst aufzukommen. Abs. 2 derselben Bestimmungen zählt die
für die Beantwortung dieser Frage insbesondere massgebenden Kriterien auf,
die auch bei der Bemessung des Beitrags zu berücksichtigen sind ("ob ein
Beitrag zu leisten sei und gegebenenfalls in welcher Höhe und wie lange"),
und Abs. 3 nennt die Voraussetzungen, unter denen ein Beitrag "ausnahmsweise
versagt oder gekürzt werden" kann.

Das Gesetz gibt Anspruch auf einen "angemessenen" Unterhaltsbeitrag mit einer
"angemessenen" Altersvorsorge und verpflichtete das Sachgericht damit, seine
Entscheidung nach Recht und Billigkeit zu treffen (Art. 4 ZGB). Das
Bundesgericht auferlegt sich bei der Prüfung von Ermessensentscheiden
Zurückhaltung und greift nur ein, wenn das Sachgericht grundlos von in Lehre
und Rechtsprechung anerkannten Grundsätzen abgegangen ist, wenn es
Gesichtspunkte berücksichtigt hat, die keine Rolle hätten spielen dürfen,
oder wenn es umgekehrt rechtserhebliche Umstände ausser Acht gelassen hat.
Aufzuheben und zu korrigieren sind ausserdem Ermessensentscheide, die sich
als im Ergebnis offensichtlich unbillig, als in stossender Weise ungerecht
erweisen (BGE 127 III 136 E. 3a S. 141).

Für den nachehelichen Unterhalt gelten die Verhandlungs- und die
Dispositionsmaxime (BGE 128 III 411 E. 3.2.2 S. 414 und Urteil  5C.296/2001
vom 12. März 2002, E. 3a, in: Pra 2002 Nr. 149 S. 812). Die Gerichte haben
folglich auf den Tatsachenvortrag und die Begehren der Parteien abzustellen.
Die Klägerin hat im kantonalen Verfahren beantragt, der Beklagte habe ihr
einen indexierten, monatlichen Unterhaltsbeitrag von Fr. 600.-- während vier
bis fünf Jahren zu bezahlen. Entgegen ihren teilweise missverständlichen
Vorbringen in der Berufungsschrift geht es somit nicht um die Frage, ob es
ihr überhaupt zuzumuten ist, für ihren Unterhalt unter Einschluss der
Altersvorsorge selber aufzukommen, sondern nur darum, in welchem Zeitpunkt
dies der Fall sein wird.

4.2  Zu prüfen ist, ob die Klägerin den ihr gebührenden Unterhalt in zwei
oder
fünf Jahren selbst zu decken vermag.

4.2.1  In Anbetracht der Fragestellung kann nicht einfach das Gesamteinkommen
nach Abzug des Grundbedarfs der Ehegatten hälftig geteilt werden, wie die
Klägerin dies heute befürwortet. Das von ihr als Beleg angerufene Urteil des
Bundesgerichts 5C.100/2002 vom 11. Juli 2002 betraf einen auf den
AHV-Eintritt befristeten Unterhaltsbeitrag mit einer Laufzeit von über zehn
Jahren (in: FamPra.ch 2002 S. 828 ff.). Geht es hingegen "nur" um eine
Übergangsrente von maximal fünf Jahren Dauer, ist es gerechtfertigt, den
gebührenden Unterhalt konkret zu berechnen. Ausgangspunkt bildet dabei die
während der Ehe gelebte Lebenshaltung, die - zumindest nach langer Ehedauer -
gewährleistet bleiben soll (BGE 129 III 7 E. 3.1.1 S. 8 f.).

Das Kantonsgericht hat verbindlich festgestellt, die Ehegatten hätten eher
sparsam gelebt und sich keinen Luxus gegönnt, obwohl ihr gemeinsames
Einkommen während des Zusammenlebens erheblich über dem Grundbedarf gelegen
habe (S. 5). Belegt wird diese bescheidene Lebenshaltung im Übrigen durch die
Erkenntnisse aus dem Güterrechtsprozess, wonach die Ehegatten in knapp zehn
Jahren über Fr. 70'000.-- - nach Angaben der Klägerin "jeden Fünfer" - in den
Bau eines Hauses investieren konnten. Unter diesen Umständen ist nicht
ersichtlich, inwiefern die Festsetzung der massgebenden Lebenshaltung auf Fr.
3'000.-- bei einem Grundbetrag von rund Fr. 2'650.-- gegen Bundesrecht
verstossen soll.

Entgegen der Behauptung der Klägerin hat das Kantonsgericht nicht einfach auf
die Lebenshaltung während der vier Jahre dauernden Trennungszeit abgestellt,
sondern diese lediglich vergleichsweise beigezogen. Auf die Lebenshaltung
während der Trennungszeit dürfte nur abgestellt werden, wenn das
Getrenntleben "besonders lange", d.h. sicher nicht nur vier Jahre, gedauert
hätte (z.B. BGE 129 III 7 E. 3.1.1 S. 9 und Urteil 5C.230/2003 vom 17.
Februar 2004, E. 4.2, je mit einer Trennungsdauer von über zwölf Jahren; BGE
121 III 201 E. 3 S. 202 und BGE 5C.25/2004 vom 17. Juni 2004, E. 2.3, je mit
einer rund zehnjährigen Trennungszeit). Dass die Lebenshaltung der Klägerin
während der Ehe in etwa der Lebenshaltung während der Trennungszeit
entsprochen hat, lässt sich auf die Feststellungen über Grundbedarf und
Einkommen der Ehegatten stützen, wenn dabei die erheblichen Mittel
berücksichtigt werden, die die Ehegatten im Ausland investiert haben. Ein
Ermessensfehler bei der Festlegung des gebührenden Unterhalts ist nicht
ersichtlich, geschweige denn von der Klägerin dargetan.

4.2.2  Was die Eigenversorgungskapazität angeht, bestreitet die Klägerin,
dass
sie in der Lage sei, eine Stelle im Gastgewerbe oder im Verkauf mit einem
Monatslohn von rund Fr. 3'000.-- zu finden. Sie wendet sich damit gegen
verbindliche Feststellungen des Kantonsgerichts, ohne ausnahmsweise zulässige
Sachverhaltsrügen zu erheben (Art. 63 f. OG). Im Berufungsverfahren kann das
Bundesgericht lediglich überprüfen, ob der Klägerin die Aufnahme oder
Ausdehnung einer Erwerbstätigkeit zumutbar ist (vgl. dazu BGE 126 III 10 E.
2b S. 12 f.; 128 III 4 E. 4c/bb S. 7).

Zur Zumutbarkeit der angenommenen Erwerbstätigkeit äussert sich die Klägerin
nicht näher. Den kantonsgerichtlichen Feststellungen zufolge ist die Klägerin
gelernte Verkäuferin, hat diesen Beruf während der Ehe aber nie ausgeübt. Ab
Beginn der Ehe bis Anfang des Jahres 2000 hat sie zu Hause als
Selbstständigerwerbende und nach der Trennung während zwei Jahren im Service
und an einer Aushilfsstelle gearbeitet, um anschliessend erneut als
Selbstständigerwerbende für eine Agentur Inserate über Baureportagen zu
verfassen. Ihr monatliches Einkommen hat anfänglich Fr. 2'800.-- betragen und
ist dann auf Fr. 1'800.-- zurückgegangen. Die Klägerin selber rechnet mit
einem Verdienst im Service von mindestens Fr. 3'000.-- (S. 4).

Mit Blick auf diese Feststellungen des Kantonsgerichts muss davon ausgegangen
werden, dass die Eheschliessung keinen Einfluss auf die Tatsache gehabt hat,
dass die Klägerin vorher und nachher erwerbstätig gewesen ist. Eine
Erwerbstätigkeit der Klägerin auch nach der Scheidung weiterhin als zumutbar
zu bezeichnen, verletzt kein Bundesrecht.

4.2.3  Das Kantonsgericht hat die Übergangsrente auf zwei Jahre befristet.
Was
die Klägerin gegen diese Befristung einwendet, stösst sich an den
verbindlichen Tatsachenfeststellungen. Sie selber hat den Tatbeweis
angetreten, dass es ihr nicht nur möglich, sondern auch zumutbar ist, in den
vom Kantonsgericht bezeichneten Berufszweigen zu arbeiten, indem sie während
knapp zwei Jahren im Gastgewerbe tatsächlich gearbeitet hat. Die Berufung
bleibt diesbezüglich erfolglos.

4.3  Die Klägerin macht weiter geltend, das Kantonsgericht habe zu wenig
beachtet, dass zum gebührenden Unterhalt eine angemessene Altersvorsorge
gehöre (Art. 125 Abs. 1 ZGB) und dass bei der Festlegung des
Unterhaltsbeitrags die Anwartschaften aus der eidgenössischen Alters- und
Hinterlassenenversicherung und aus der beruflichen oder einer anderen
privaten oder staatlichen Vorsorge einschliesslich des voraussichtlichen
Ergebnisses der Teilung der Austrittsleistungen zu berücksichtigen seien
(Art. 125 Abs. 2 Ziff. 8 ZGB). Die Dauer der Unterhaltspflicht sei deshalb
auf fünf Jahre zu verlängern.

4.3.1  Der unterhaltsrechtliche Vorsorgeausgleich soll während der Ehe
entstandene und/oder künftige Lücken in der Vorsorge schliessen, die ihren
Grund namentlich in der Aufgabenteilung der Ehegatten haben (Art. 125 Abs. 2
Ziff. 1 ZGB) und die weder güterrechtlich noch im Rahmen des Ausgleichs
gemäss Art. 122 ff. ZGB geschlossen werden können (vgl. BGE 129 III 257 Nr.
43).

4.3.2  Wo die Klägerin bestehende oder künftige Vorsorgedefizite ausmacht,
lässt sich ihrer Berufungsschrift nicht klar entnehmen.

Im Bereich der eidgenössischen Alters- und Hinterlassenenversicherung findet
für den während der Ehe geäufneten Versicherungsschutz von Gesetzes wegen
eine Aufteilung auf die Geschiedenen statt. Die vom Beklagten während der Ehe
erworbene Austrittsleistung gegenüber seiner Vorsorgeeinrichtung hat das
Kreisgericht den Parteien gemäss Art. 122 ZGB je zur Hälfte rechtskräftig
zugewiesen. Von individuellen Ersparnissen zu Vorsorgezwecken, die zudem in
die güterrechtliche Auseinandersetzung hätten einbezogen werden müssen, ist
bis anhin nie die Rede gewesen. Bestehende Vorsorgelücken sind insoweit nicht
ersichtlich (vgl. zum Ganzen: Hausheer/Spycher, Unterhalt nach neuem
Scheidungsrecht, Bern 2001, N. 05.37 f. S. 40 ff.).

Künftige Lücken in der Vorsorge können vorab darin bestehen, dass der
betreffende Ehegatte nach der Scheidung nur beschränkt oder teilweise
erwerbstätig sein wird (vgl. dazu Gloor/Spycher, Basler Kommentar, 2002, N. 4
und N. 35 zu Art. 125 ZGB, mit Hinweisen). Das ist vorliegend nicht der Fall.
Nach dem Gesagten (E. 4.2 soeben) muss davon ausgegangen werden, dass sich
die Klägerin wieder in das Arbeitsleben integrieren und auf Grund ihrer
Erwerbstätigkeit die geschuldeten Sozialversicherungsbeiträge entrichten
wird. Ein gewisses Vorsorgedefizit könnte gemäss den kantonsgerichtlichen
Annahmen während der zweijährigen Übergangsfrist bis zur Erreichung der
vollen wirtschaftlichen Selbstständigkeit eintreten. Einer derart kurzen
Umstellungsfrist dürfte gemäss der Lehre indessen nur eine geringe Bedeutung
zukommen (so Schwenzer, in: Praxiskommentar Scheidungsrecht, Basel 2000, N.
66 zu Art. 125 ZGB, mit Hinweis).

4.3.3  Die Befristung der Übergangsrente auf zwei Jahre kann - auf Grund der
Vorbringen in der Berufungsschrift - auch unter dem Blickwinkel des
Vorsorgeunterhalts nicht beanstandet werden. Dass die Klägerin in ihrer
Berufungsschrift im Wesentlichen die Erwägungen aus dem erstinstanzlichen
Entscheid abgeschrieben hat, bedeutet keine den formellen Anforderungen
genügende Auseinandersetzung mit dem Entscheid des Kantonsgerichts (Art. 55
Abs. 1 lit. c OG; BGE 116 II 745 E. 3 S. 748 f.; 129 III 404 E. 4.4.2 S.
408).

4.4  Das Kantonsgericht hat eine Anpassung des Unterhaltsbeitrags an die
Teuerung abgelehnt. Die Klägerin erblickt darin eine Verletzung von Art. 128
ZGB und macht geltend, bei einer Dauer der Unterhaltspflicht von fünf Jahren
sei eine Indexierung gerichtsüblich. Eine Bundesrechtsverletzung ist damit
nicht dargetan (Art. 55 Abs. 1 lit. c OG), wenn das Kantonsgericht - nach dem
Gesagten (E. 4.2 und 4.3 soeben) - von einer zweijährigen Beitragsdauer
ausgehen durfte.

4.5  Was den Anspruch auf nachehelichen Unterhalt angeht, muss die Berufung
gesamthaft abgewiesen werden, soweit darauf einzutreten ist. Mit ihren
Vorbringen ist es der Klägerin nicht gelungen, eine rechtsfehlerhafte
Ermessensbetätigung durch das Kantonsgericht aufzuzeigen.

5.
Bei diesem Verfahrensausgang wird die Klägerin kostenpflichtig (Art. 156 Abs.
1 OG). Ihrem Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege kann entsprochen werden.
Die gesetzlichen Voraussetzungen dazu sind erfüllt (Art. 152 OG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Berufung wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Das Gesuch der Klägerin um unentgeltliche Rechtspflege wird gutgeheissen, und
es wird ihr Rechtsanwältin Susanne Vincenz-Stauffacher, Schützengasse 6, 9000
St. Gallen, als amtliche Vertreterin bestellt.

3.
Die Gerichtsgebühr von Fr. 2'000.-- wird der Klägerin auferlegt, einstweilen
indessen auf die Bundesgerichtskasse genommen.

4.
Rechtsanwältin Susanne Vincenz-Stauffacher, Schützengasse 6, 9000 St. Gallen,
wird aus der Bundesgerichtskasse ein Honorar von Fr. 2'000.-- ausgerichtet.

5.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Kantonsgericht St. Gallen, II.
Zivilkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 15. Juli 2004

Im Namen der II. Zivilabteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident:  Der Gerichtsschreiber: