Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

I. Zivilabteilung 4C.107/2005
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4C.107/2005 /ruo

Urteil vom 29. Juni 2005

I. Zivilabteilung

Bundesrichter Corboz, Präsident,
Bundesrichterinnen Klett, Rottenberg Liatowitsch,
Bundesrichter Nyffeler,
Bundesrichterin Kiss,
Gerichtsschreiber Arroyo.

A. ________ AG,
Klägerin und Berufungsklägerin, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Michael
Werder,

gegen

B.________,
C.________,
D.________,
Beklagte und Berufungsbeklagte,
alle drei vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Peter Hafter.

Aktienrechtliche Verantwortlichkeit,

Berufung gegen das Urteil des Handelsgerichts des Kantons Zürich vom 24.
Januar 2005.

Sachverhalt:

A.
Die A.________ AG (Klägerin) bezweckt die Beteiligung an kommerziellen und
industriellen Unternehmungen sowie die Verwaltung eigenen und fremden
Vermögens. Ihr Aktienkapital beträgt Fr. 500'000.-- und ist in 500
Namenaktien zu Fr. 1'000.-- aufgeteilt.

B. ________ (Beklagter 1) ist Wirtschaftsberater sowie Partner und
Verwaltungsratspräsident der X.________ AG (vorher XY.________ AG),
Volketswil. Er war seit dem 11. November 1994 bis zu seinem Rücktritt an der
Verwaltungsratssitzung vom 3. September 1998 Mitglied und Präsident des
Verwaltungsrats der Klägerin. Sein Eintrag im Handelsregister wurde am 26.
Juli 1999 gelöscht.

D. ________ (Beklagter 2) ist eidgenössisch diplomierter Steuerexperte und
Controller. Er wurde ebenfalls am 11. November 1994 in den Verwaltungsrat der
Klägerin gewählt. Seit dem 9. Mai 1995 war er zudem Delegierter des
Verwaltungsrates. Der Beklagte 2 löste den Beklagten 1 als Präsident des
Verwaltungsrates ab und übte diese Funktion bis zu seiner Abwahl an der
Generalversammlung vom 13. März 2001 aus. Er besorgte die Buchhaltung und die
Steuerangelegenheiten der Klägerin.

C. ________ (Beklagter 3) ist Wirtschaftsanwalt. Er wurde ebenfalls am 11.
November 1994 in den Verwaltungsrat der Klägerin gewählt und blieb dessen
Mitglied bis zur Abwahl an der Generalversammlung vom 13. März 2001.

B.
Am 30. August 2002 gelangte die Klägerin an das Handelsgericht des Kantons
Zürich mit den Rechtsbegehren, die Beklagten seien zu verpflichten, ihr Fr.
3'390'945.-- nebst Zins zu bezahlen; die Ersatzpflicht der einzelnen
Beklagten sei richterlich zu bestimmen; eventualiter seien die Beklagten zu
verpflichten, der Klägerin EURO 2'084'583.-- nebst Zins zu bezahlen; die
Ersatzpflicht der einzelnen Beklagten sei richterlich zu bestimmen. Die
Klägerin warf den Beklagten vor, sie hätten ihre Pflichten in der Oberleitung
der Gesellschaft im Finanzbereich verletzt, keine Finanzkontrolle geführt,
zweckwidrig und sorgfaltswidrig hochspekulative Optionsgeschäfte geduldet;
ausserdem seien sie zur Abwendung von Vermögensverlusten aus unzulässigen
Optionsgeschäften nicht eingeschritten; die Beklagten 1 und 3 hätten zudem
ihre Oberaufsicht über den mit der Geschäftsführung betrauten Beklagten 2
nicht wahrgenommen. Konkret warf die Klägerin den Beklagten vor, sie hätten
zugelassen, dass der Vermögensverwalter (E.________) fast die ganzen liquiden
Mittel der Klägerin in hoch spekulative Optionsgeschäfte investiert und damit
der Klägerin im Zeitraum vom 30. März 1998 bis 6. Januar 1999 einen Verlust
von DEM 4'846'320.-- zugefügt habe. Davon sei der von der X.________ Bank im
Rahmen eines Vergleichs erhaltene Betrag von Fr. 600'000.-- in Abzug zu
bringen.

C.
Das Handelsgericht des Kantons Zürich wies die Klage mit Urteil vom 24.
Januar 2005 ab. Das Gericht liess offen, ob die Beklagten auf Weisung
sämtlicher Aktionäre gehandelt hatten, da umstritten war, ob die Gebrüder
F.________ im massgebenden Zeitpunkt als Alleinaktionäre zu betrachten waren.
Das Gericht kam indessen zum Schluss, dass die von E.________ veranlassten
Optionsgeschäfte anlässlich der ordentlichen Generalversammlung vom 25.
November 1998 über das Geschäftsjahr 1997/98 genehmigt und dem Verwaltungsrat
für dessen Geschäftstätigkeit Entlastung gewährt worden war. Die Klägerin sei
deshalb nicht mehr berechtigt, gegen die Beklagten
Verantwortlichkeitsansprüche aus den fraglichen Optionsgeschäften zu erheben.

D.
Mit eidgenössischer Berufung stellt die Klägerin den Antrag, das Urteil des
Handelsgerichts des Kantons Zürich vom 24. Januar 2005 sei aufzuheben und die
Streitsache an die Vorinstanz zurückzuweisen. Sie rügt, die Vorinstanz habe
bundesrechtswidrig den Entlastungsbeschluss vom 25. November 1998 als gültig
qualifiziert und überdies die Déchargeerteilung über den 30. Juni 1998 hinaus
als wirksam erachtet.

E.
Die Beklagten schliessen auf Abweisung der Berufung.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

1.
Nach Art. 55 Abs. 1 lit. b OG ist in der Berufungsschrift unter anderem genau
anzugeben, welche Punkte des Entscheides angefochten und welche Abänderungen
beantragt werden. Anträge auf Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zu
neuer Entscheidung oder beispielsweise auf Verpflichtung der Gegenpartei zur
Zahlung eines angemessenen Geldbetrages sind grundsätzlich ungenügend und
haben das Nichteintreten auf die Berufung zur Folge. Ein blosser
Rückweisungsantrag ist nach der Praxis aber dann ausreichend - und auch
einzig angezeigt - wenn das Bundesgericht, falls es die Rechtsauffassung der
Berufungsklägerin für begründet erachtet, gar kein Endurteil fällen kann,
sondern die Sache zu weiteren Abklärungen an die Vorinstanz zurückweisen muss
(BGE 125 III 412 E. 1b mit Verweisen). Da die Vorinstanz zur Höhe der
Schadenersatzforderung der Klägerin keine Feststellungen getroffen hat, ist
dies vorliegend der Fall. Der Antrag auf Rückweisung ist ausreichend. Da auch
die übrigen formellen Voraussetzungen der Berufung (Art. 43 ff. OG) erfüllt
sind, ist auf das Rechtsmittel einzutreten.

2.
Die Klägerin beanstandet, die Vorinstanz habe den Déchargebeschluss ihrer
Generalversammlung vom 25. November 1998 als gültig erachtet, obwohl er
ausschliesslich mit den Stimmen eines nicht zur Entlastung stimmberechtigten
faktischen Organs zustande gekommen sei. Sie hält dafür, der
Déchargebeschluss sei nichtig und rügt, die Vorinstanz habe die Art. 695, 703
und 706b OR verletzt, indem sie diesen Beschluss bloss als anfechtbar
angesehen habe.

2.1 Nichtig sind unter anderem alle von einer nicht in gültiger Weise
zustande gekommenen bzw. beschlussunfähigen Generalversammlung gefassten
Beschlüsse, sei es dass nur ein Teil der Aktionäre eingeladen, dass die
Generalversammlung von einer unzuständigen Stelle einberufen worden ist oder
dass Nichtaktionäre an der Beschlussfassung entscheidend mitgewirkt haben
(BGE 115 II 468 E. 3b S. 473 mit Hinweisen). Dabei ist Nichtigkeit wegen
ihrer die Rechtssicherheit gefährdenden Wirkung nicht leichthin, sondern nur
bei schweren Verstössen gegen die Grundsätze des geschriebenen oder
ungeschriebenen Rechts anzunehmen (BGE 115 II 468 E. 3b S. 474; vgl. auch
Forstmoser/Meier-Hayoz/Nobel, Schweizerisches Aktienrecht, Bern 1996 S. 265
f.; Böckli, Schweizer Aktienrecht, 3. Aufl. 2004 S. 1977 f.; Dubs/Truffer,
Basler Kommentar, N 8, 17 zu Art. 706b OR). Grundsätzlich kann jeder Aktionär
Beschlüsse der Generalversammlung anfechten, die gegen Gesetz und Statuten
verstossen (Art. 706 OR). Insbesondere ist die Anfechtungsklage gemäss Art.
691 Abs. 3 OR gegen Beschlüsse der Generalversammlung zulässig, an denen
unbefugte Personen mitgewirkt haben; als Unterfall der allgemeinen
Anfechtungsklage nach Art. 706 OR richtet sie sich gegen gesetz- oder
statutenwidrig zustande gekommene Beschlüsse (BGE 122 III 279 E. 2).

2.2 Der Entlastungsbeschluss lässt allfällige Schadenersatzansprüche der
Gesellschaft gegenüber ihren Organen untergehen oder bedeutet eine negative
Schuldanerkennung (BGE 128 III 142 E. 3b S. 144; 118 II 496 E. 5a S. 498).
Nach Art. 695 OR haben Personen, die in irgendeiner Weise an der
Geschäftsführung der Gesellschaft teilgenommen haben, bei Beschlüssen über
die Entlastung des Verwaltungsrats kein Stimmrecht. Damit soll ausgeschlossen
werden, dass die mit der Geschäftsführung betrauten Aktionäre gegen den
Willen der übrigen Aktionäre Entlastung erteilen und letztlich über den
Verzicht der Gesellschaft auf eine gegen sie selbst gerichtete Forderung
beschliessen können (BGE 118 II 496 E. 5a S. 498). Entlastungsbeschlüsse, an
denen nicht stimmberechtigte Personen mitgewirkt haben, sind daher im Sinne
von Art. 706 OR anfechtbar (BGE 86 II 165 E. 3 S. 167; vgl. auch Böckli,
a.a.O., S. 1396 ff., insbesondere N 492; Watter/Dubs, Der Déchargebeschluss,
AJP 2001, S. 923; Patrick Schleiffer, Der gesetzliche Stimmrechtsausschluss
im schweizerischen Aktienrecht, Diss. Zürich 1993, S. 295 f.).
2.3 Die Klägerin hält zu Unrecht dafür, dass ein Entlastungsbeschluss nichtig
ist, der ausschliesslich mit den Stimmen eines faktischen Organs zustande
kommt. Zwar trifft es zu, dass in der Lehre die Meinung vertreten wird, die
vom Stimmrecht ausgeschlossenen Aktien seien für die Ermittlung des
Abstimmungsergebnisses über die Déchargeerteilung nicht mitzuzählen bzw. als
nicht vorhanden zu erachten (Watter/Dubs, a.a.O., S. 919 mit Verweisen in Fn.
57). Die Klägerin zieht daraus allerdings einen zu weit gehenden Schluss,
indem sie vorbringt, es könne überhaupt kein Entlastungsbeschluss zustande
kommen, wenn für die Décharge nur (möglicherweise) vom Stimmrecht
ausgeschlossene Aktionäre gestimmt hätten. Die Überprüfung des
Abstimmungsergebnisses bzw. die Feststellung, ob der Beschluss wegen
allfälliger Mitberücksichtigung nicht berechtigter Aktienstimmen (nicht)
gültig zustande gekommen sei, setzt vielmehr eine - rechtzeitige - Anfechtung
voraus. Die Vorinstanz hat im angefochtenen Urteil insofern zutreffend
erwogen, dass die Teilnahme von gemäss Art. 695 OR nicht stimmberechtigten
Aktionären am Entlastungsbeschluss an sich nicht als so schwerwiegender
Mangel zu qualifizieren ist, dass als Rechtsfolge nur die Nichtigkeit in
Betracht falle. Entgegen der Ansicht der Klägerin ist insofern unwesentlich,
ob neben den vom Simmrecht ausgeschlossenen Gesellschaftern noch andere
Aktionäre für die Entlastung gestimmt haben - deren Stimmen alleine für die
Décharge nicht ausgereicht hätten - oder ob die Décharge nur von
(möglicherweise) vom Stimmrecht ausgeschlossenen Aktionären erteilt worden
ist.

2.4 Nach den Feststellungen der Vorinstanz wurde den Verwaltungsräten gemäss
Ziffer 4d des Protokolls der ordentlichen Generalversammlung vom 25. November
1998 in globo für die Geschäftsperiode 1997/98 Entlastung erteilt. Der
Entlastungsbeschluss kam dabei mit den von G.________ vertretenen Aktien der
Gebrüder F.________ zustande; der Beklagte 2, der von der SBG
(unter-)bevollmächtigt war, enthielt sich der Stimme. Die Vorinstanz hat
bundesrechtskonform erkannt, dass der umstrittene Entlastungsbeschluss der
Generalversammlung der Klägerin vom 25. November 1998 möglicherweise
anfechtbar, aber jedenfalls nicht nichtig war. Mangels rechtzeitiger
Anfechtung des Generalversammlungsbeschlusses ging die Vorinstanz zu Recht
davon aus, es sei Décharge erteilt worden. Deshalb konnte sie auch - ohne
Bundesrecht zu verletzen - die Frage offen lassen bzw. von der Prüfung
absehen, ob am Entlastungsbeschluss vom 25. November 1998 Aktionäre
mitwirkten, die gemäss Art. 695 OR vom Stimmrecht hätten ausgeschlossen
werden müssen. Die Klägerin muss sich die ihren Verwaltungsräten am 25.
November 1998 erteilte Entlastung mangels rechtzeitiger Anfechtung
grundsätzlich auch dann entgegen halten lassen, wenn möglicherweise der
Aktionär, der diesen Beschluss massgeblich herbeiführte, die Stellung eines
faktischen Organs innehatte.

3.
Die Klägerin rügt, die Vorinstanz habe die Genehmigungswirkung des
Entlastungsbeschlusses sachlich zu Unrecht auf die von E.________ getätigten
Optionsgeschäfte und die damit zusammenhängenden Pflichtverletzungen der
Beklagten bezogen. Sie bringt vor, die Aktionäre seien über diese
Optionsgeschäfte in der Versammlung vom 25. November 1998 nicht hinreichend
informiert worden; für die Optionsgeschäfte hätte daher keine (wirksame)
Décharge erteilt werden können.

3.1 Nach den verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz (Art. 63 Abs. 2 OG)
wurden die Aktionäre an der Generalversammlung vom 25. November 1998 über die
in Frage stehenden Optionsgeschäfte und deren Risiken informiert sowie auch
darüber, dass "beträchtliche Buchverluste" bereits entstanden seien. Die
Aktionäre hätten nach den Erwägungen der Vorinstanz die Möglichkeit gehabt,
über die Umstände und die Höhe der Verluste Fragen zu stellen, was offenbar
nicht geschehen sei. Aus dem Generalversammlungs-Protokoll ergibt sich im
Gegenteil, dass G.________ als Vertreter der Gebrüder F.________ mit den
Anlagen von E.________ in Optionen nicht nur einverstanden war, sondern diese
gegenüber den Beklagten sogar ausdrücklich rechtfertigte; nach den
vorinstanzlichen Feststellungen bekräftigte G.________ an der
Generalversammlung im Wissen um die fraglichen Anlagen die Fach- und
Sachkenntnis von E.________ und sprach ihm sein Vertrauen aus. Nach den
Feststellungen im angefochtenen Urteil hatte G.________ auch eigene Kenntnis
aller Tatsachen, die im Zusammenhang mit der Décharge der Verwaltungsräte
erheblich sein konnten. Dagegen ist die Kenntnis der relevanten Umstände
durch H.________ bzw. die Erben I.________ (deren Aktionärseigenschaft im
massgebenden Zeitpunkt die Vorinstanz nicht beurteilte) nach den Erwägungen
der Vorinstanz unerheblich, da die formell von H.________ gehaltenen Aktien
an der Generalversammlung vom 25. November 1998 mit Untervollmacht der SBG
vom Beklagten 2 vertreten wurden und sich H.________ dessen Wissen anrechnen
lassen müsse; ausserdem hatte sich der Beklagte 2 beim Entlastungsbeschluss
ohnehin der Stimme enthalten.

3.2 Nach Art. 758 Abs. 1 OR wirkt der Entlastungsbeschluss der
Generalversammlung nur für bekannt gegebene Tatsachen. Der Beschluss bezieht
sich zunächst auf Tatsachen, von denen sämtliche Aktionäre unbesehen der
Informationsquelle tatsächlich Kenntnis haben (Watter/Dubs, a.a.O., S. 911;
Böckli, a.a.O., 2143 N 451; Forstmoser/Meier-Hayoz/Nobel, a.a.O., S. 435 N
130). Zudem betrifft er Geschäftsvorfälle nach der Darstellung, wie sie an
der Generalversammlung gegeben wird; ob die Entlastung insofern auch
Tatsachen umfasst, die für die Aktionäre lediglich erkennbar sind, oder ob
davon im Unterschied zum früheren Recht nur (ausdrücklich) bekannt gegebene
Tatsachen erfasst werden, scheint in der Lehre umstritten (vgl. Watter/Dubs,
a.a.O.. S. 911, wonach auch lediglich erkennbare Tatsachen als bekannt
gegeben gelten; a.M. Forstmoser/ Meier-Hayoz/Nobel, a.a.O., S. 435 N 129,
wonach Erkennbarkeit entgegen BGE 95 II 320 E. IV/3 nicht genügt). An der
Generalversammlung nicht verschwiegene, sondern wenigstens im Grundsatz
bekannt gegebene Tatsachen, sind aber nicht bloss erkennbar. Soweit ihre
Tragweite nicht bewusst heruntergespielt wird und die an der
Generalversammlung teilnehmenden Aktionäre durch die Art der Darstellung
nicht getäuscht werden, sind entsprechende Tatsachen als im Sinne von Art.
758 Abs. 1 OR bekannt gegeben zu betrachten (vgl. Watter/Dubs, a.a.O., S. 911
f.), ohne dass für jeden einzelnen Aktionär noch besonders geprüft werden
müsste, ob er sie tatsächlich zur Kenntnis genommen hat. Die Bekanntgabe
sämtlicher Umstände eines Geschäftsvorfalls, die für den Entscheid über die
Entlastung von Bedeutung sein können, ist in jedem Fall ausreichend (vgl.
auch Watter/Dubs, a.a.O., S. 912, wonach bei der Déchargeerklärung für
einzelne Geschäfte sogar eine Vermutung besteht, dass die Tatsachen des
konkreten Geschäfsvorfalles dem zustimmenden Aktionär bekannt sind).

3.3 Nach den Feststellungen im angefochtenen Urteil kamen die
Optionsgeschäfte von E.________ an der Generalversammlung vom 25. November
1998 zur Sprache. Es bestehen nach den verbindlichen Feststellungen der
Vorinstanz keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass die Bedeutung dieser Geschäfte
in täuschender Weise dargestellt worden wäre. Im Gegenteil wurde darüber
informiert, dass es sich um risikoreiche Geschäfte handle und "beträchtliche
Buchverluste" bereits entstanden seien. Unter diesen Umständen ist nicht
erkennbar, inwiefern die Vorinstanz Bundesrechtsnormen verletzt haben sollte,
wenn sie von einer hinreichenden Information der an der Generalversammlung
anwesenden Aktionäre ausging. Die Klägerin legt selbst dar, dass im Protokoll
unter Traktandum 2 ein Betrag in Wertschriften von rund Fr. 7'800'000.--
erwähnt wurde, die ausschliesslich aus den von E.________ erworbenen,
äusserst risikobehafteten Optionen bestanden. Die Klägerin argumentiert im
Übrigen auch in diesem Zusammenhang zu Unrecht mit der behaupteten - mangels
Anfechtung des Generalversammlungsbeschlusses nicht zu prüfenden - faktischen
Organstellung von G.________, wenn sie sich gegen dessen verbindlich
festgestellte tatsächliche Kenntnisse wendet. Die Vorinstanz hat
bundesrechtskonform erkannt, dass an der Generalversammlung vom 25. November
1998 die umstrittenen Optionsgeschäfte hinreichend bekannt gegeben wurden.
Sie sind sachlich vom Entlastungsbeschluss mitumfasst, unbesehen darum, ob
alle anwesenden Aktionäre diese gehörig bekannt gegebenen Tatsachen zur
Kenntnis nahmen. Die Frage der Zurechnung des Wissens des Beklagten 2 an die
von ihm vertretenen Aktionäre stellt sich daher nicht.

4.
Die Klägerin beanstandet schliesslich, die Vorinstanz habe dem
Entlastungsbeschluss der Generalversammlung vom 25. November 1998 Wirksamkeit
für die Zeit nach dem 30. Juni 1998 (Ende des Geschäftsjahres 1997/1998)
zugesprochen. Sie rügt eine Verletzung der Art. 32 ff., 695, 698, 700, 701,
703 und 758 OR.

4.1 Die Vorinstanz hat festgestellt, dass der Grund für die hohen Verluste in
den Optionskäufen lag, die E.________ zwischen dem 7. April 1998 und 28.
August 1998 vorgenommen hatte. Die erste Verwaltungsratssitzung im neuen
Geschäftsjahr fand nach den Erwägungen im angefochtenen Urteil am 3.
September 1998 statt. In dieser Sitzung wurden die Anlagen in Optionen als zu
risikoreich und banklastig kritisiert. Nach dieser Verwaltungsratssitzung
wurden keine neuen Optionskäufe mehr getätigt, woraus die Vorinstanz schloss,
dass die Grundlage für die Optionsgeschäfte im Geschäftsjahr 1997/1998 gelegt
wurde, während die Risiken im neuen Geschäftsjahr an der ersten Sitzung des
Verwaltungsrates vom 3. September 1998 erkannt und darauf nur noch Verkäufe
bestehender Positionen getätigt wurden. Insofern lag es nach den
vorinstanzlichen Erwägungen im Interesse der Klägerin, dass nicht sogleich
der Verkauf aller Optionen veranlasst wurde, da zwischen der
Generalversammlung vom 25. November 1998 und dem Verkauf der Optionen am 6.
Januar 1999 noch eine Verlustminderung eintrat. Im Zusammenhang mit der
Déchargeerteilung hielt die Vorinstanz schliesslich für bedeutsam, dass die
Verluste aus den von E.________ getätigten Optionskäufen im Zeitpunkt der
Generalversammlung vom 25. November 1998 bereits entstanden waren, an der auf
diese "beträchtlichen Buchverluste" hingewiesen wurde.

4.2 Der Entlastungsbeschluss vom 25. November 1998 betrifft, wie die Klägerin
zutreffend darlegt, allfällige Pflichtverletzungen der Verwaltungsräte der
Beklagten im Geschäftsjahr 1997/1998, das bis 30. Juni 1998 dauerte. Die
Klägerin bringt vor, die erteilte Décharge könne sich nicht auf die nach
Mitte 1998 erfolgten Pflichtverletzungen und die danach entstandenen Verluste
erstrecken. Die Vorinstanz legt jedoch im angefochtenen Urteil zutreffend
dar, dass es nicht darauf ankommen kann, wann sich die allfälligen
Pflichtverletzungen auswirken; vielmehr kommt es auf den Zeitpunkt der
Vornahme der pflichtwidrigen Handlungen an (bzw. bei pflichtwidrigen
Unterlassungen auf den Zeitpunkt, an dem die sorgfaltswidrig unterbliebenen
Handlungen hätten vorgenommen werden müssen). Die Klägerin wirft den
Beklagten vor, sie hätten nicht rechtzeitig interveniert und den als
Vermögensverwalter bestellten E.________ nicht daran gehindert, durch die
Anlage des gesamten liquiden Vermögens in Optionen ein Klumpenrisiko zu
bilden. Wenn die Vorinstanz im Ergebnis annimmt, eine allfällige Intervention
der Beklagten zur Verhinderung der umstrittenen Käufe hätte im Geschäftsjahr
1997/1998 erfolgen müssen, während im folgenden Geschäftsjahr 1998/1999 die
angemessene Intervention bei erster Gelegenheit - nämlich an der ersten
Verwaltungsratssitzung im neuen Geschäftsjahr - tatsächlich erfolgt sei, so
beruht dieser Schluss auf Beweiswürdigung, der im Verfahren der Berufung
nicht zu prüfen ist (BGE 127 III 73 E. 6a mit Hinweisen). Die Klägerin
behauptet denn auch nicht, sie habe im Juli und August 1998 erfolgte
(angebliche) Pflichtverletzungen, die vom Entlastungsbeschluss für das
Geschäftsjahr 1997/1998 nicht erfasst wurden, im kantonalen Verfahren gehörig
substanziiert behauptet und zum Beweis verstellt. Nach eigener Darstellung
hat sie im vorinstanzlichen Verfahren vielmehr nur behauptet, aus den
Optionsgeschäften sei per 30. Juni 1998 ein Gewinn resultiert und die
Wertverminderung sei erst in den Monaten Juli und August 1998 eingetreten.
Die Vorinstanz hat keine Bundesrechtsnormen verletzt, wenn sie den Umstand
nicht als erheblich ansah, dass die starke Wertverminderung der Optionen erst
infolge der Asienkrise in den Monaten Juli und August 1998 eintrat, nachdem
die Grundlage für die fragliche Anlagepolitik im Geschäftsjahr 1997/1998
gelegt worden war. Die Klägerin wendet sich gegen diese verbindliche
Feststellung der Vorinstanz, wenn sie rügt, allfällige Pflichtverletzungen
der Beklagten hätten auch im Geschäftsjahr 1998/1999 stattgefunden. Sie weist
insofern nicht nach, dass sie insbesondere für die beiden ersten Monate des
Geschäftsjahres 1998/1999, d.h. Juli und August 1998 - als keine
Verwaltungsratssitzung stattfand - pflichtwidrige Unterlassungen der
Beklagten behauptet und zum Beweis verstellt habe. Die Vorinstanz hat
festgestellt, dass die im Geschäftsjahr 1997/1998 begründete Anlagepolitik,
für welche die Klägerin durch den Generalversammlungsbeschluss vom 25.
November 1998 Entlastung erteilte, in den ersten zwei Monaten des
Geschäftsjahres 1998/1999 zwar fortgesetzt wurde, dass aber die Beklagten
diese Anlagepolitik an ihrer ersten Verwaltungsratssitzung am 3. September
1998 änderten und danach keine Optionskäufe mehr erfolgten. Aufgrund der
verbindlichen tatsächlichen Feststellungen im angefochtenen Entscheid konnte
die Vorinstanz entgegen der Ansicht der Klägerin ohne Verletzung von
Bundesrecht schliessen, es seien keine Pflichtverletzungen der Beklagten
auszumachen, die vom Entlastungsbeschluss nicht erfasst wären.

5.
Die Berufung ist als unbegründet abzuweisen. Diesem Verfahrensausgang
entsprechend ist die Gerichtsgebühr der Klägerin zu auferlegen (Art. 156 Abs.
1 OG). Sie hat den durch einen gemeinsamen Anwalt vertreteten Beklagten die
Parteikosten zu ersetzen (Art. 159 Abs. 2 OG). Gerichtsgebühr und
Parteientschädigung sind nach dem Streitwert zu bemessen.

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Berufung wird abgewiesen.

2.
Die Gerichtsgebühr von Fr. 10'000.-- wird der Klägerin auferlegt.

3.
Die Klägerin hat die Beklagten für das bundesgerichtliche Verfahren mit
insgesamt Fr. 12'000.-- zu entschädigen.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Handelsgericht des Kantons Zürich
schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 29. Juni 2005

Im Namen der I. Zivilabteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident:  Der Gerichtsschreiber: