Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

I. Zivilabteilung 4C.119/2005
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4C.119/2005 /ruo

Urteil vom 25. August 2005

I. Zivilabteilung

Bundesrichterin Klett, präsidierendes Mitglied,
Bundesrichterin Rottenberg Liatowitsch,
Bundesrichter Nyffeler,
Gerichtsschreiber Gelzer.

A. ________,
B.________,
Beklagte und Berufungskläger,
beide vertreten durch Rechtsanwalt Alfred Paul Müller,

gegen

C________,
Kläger und Berufungsbeklagten,
vertreten durch Rechtsanwalt Rudolf Kunz.

Kaufvertrag; Grundlagenirrtum,

Berufung gegen das Urteil des Kantonsgerichts von Graubünden, Zivilkammer,
vom 9. November 2004.

Sachverhalt:

A.
C. ________ (nachstehend: Kläger) erlangte am 20. September 2000 den
Schiff-Führerausweises. In der Folge suchte er in Bootszeitschriften und im
Internet nach einem passenden Boot. Als er davon Ende 2000 anlässlich eines
gemeinsamen Nachtessens mit A.________ (nachstehend: Beklagter) und
B.________ (nachstehend: Beklagte) erzählte, boten diese ihm das  Motorboot
zum Kauf an, auf dem der Kläger als Jugendlicher verschiedentlich zu Gast
war. Mit schriftlichem Vertrag vom 27. Januar 2001 verkauften die Beklagten
dem Kläger dieses Boot ab Boje 326 in Melano zum Preis von Fr. 27'000.--. Im
Vertrag wurde das Boot wie folgt umschrieben: "ORUPO Posillipo, Fischerman,
Baujahr 1982, Motormarke Volvo Penta AQ 170/N2, 170 PS Immatrikulationsnummer
Ti 4544". Die Beklagten überliessen dem Kläger eine Kopie des
Teilkasko-Versicherungsvertrages von Wassersportfahrzeugen zwischen der
"Versicherung X.________" und der Beklagten für deren Motorboot "ORUPO
Posillipo, Fischerman, Baujahr 1982, Motormarke Volvo Penta AQ 170/A/2, 170
PS Immatrikulationsnummer Ti 4544" vom 1. April 1992. Am 1. Februar 2001
bestätigte die Beklagte 2 unterschriftlich, den vereinbarten Kaufpreis
erhalten zu haben.

Nachdem der Kläger das Boot im Frühjahr 2001 in Betrieb genommen hatte,
traten verschiedene Probleme mit dem Motor auf. Der Kläger musste im Mai 2001
Reparaturkosten in der Höhe von Fr. 4'310.60 bezahlen. Zwischen den Parteien
kam es zum Streit über die Ursachen der Mängel und über die Kostentragung.

In der Zeit zwischen Juni 2001 und April 2003 schrieb der Kläger das Boot
mehrmals zum Verkauf aus. Im Zuge dieser Verkaufsbemühungen kam der Verdacht
auf, dass das Boot wesentlich älter sein könnte, als die Vertragsparteien
angenommen hatten. Der Verdacht verdichtete sich am 23. April 2002. Am 13.
Mai 2002 bestätigte die Firma X.________ dem Käufer, dass der Motor seines
Bootes in den Jahren 1969-1972 gebaut worden sei. Die Y.________ AG teilte
dem Käufer mit Schreiben vom 14. Juni 2002 mit, die Werft gehe davon aus, es
handle sich bei seinem Boot Posillipo Aruba mit grosser Wahrscheinlichkeit um
ein Schiff aus dem Jahre 1971. Die Schalennummer ARB7103 stehe für ARB=Aruba,
71=Jahrgang 1971, 03= 3. Modell aus dem Jahr 1971.

Mit anwaltlichem Schreiben vom 29. April 2002 teilte der Kläger den
Beklagten mit, das Boot sei mangelhaft, weil es im Jahr 1971 und nicht wie im
Kaufvertrag angegeben im Jahr 1982 gebaut worden sei. Er berief sich auf
Grundlagenirrtum und erklärte, er sei nicht gewillt, den Vertrag gegen sich
gelten zu lassen. Die Beklagten machten daraufhin am 3. Mai 2002 infolge
"dieser anwaltlichen Drohungen und Unterstellungen" eine
Umtriebsentschädigung von Fr. 5'000.-- geltend und kündigten an, dass jeder
weitere Aufwand zum Problem mit dem Kläger ihm mit mindestens Fr. 1'000.--
belastet werde.

Am 8. Mai 2002 teilte der Kläger nochmals mit, er berufe sich auf
Grundlagenirrtum und wolle den Vertrag rückabwickeln. Eine weitere formelle
Anzeige erfolgte am 7. September 2002. Der Beklagte liess den Kläger
daraufhin über Fr. 10'000.-- betreiben (Betreibungs-Nr. Z.________ des
Betreibungsamtes Maienfeld vom 22. Mai 2002). Als Grund der Forderung wurden
Folge- und Umtriebskosten des Kaufvertrages vom 27. Januar 2001 angegeben.

B.
Am 30. Mai 2002 reichte der Kläger beim Vermittleramt Fünf Dörfer gegen die
Beklagten Klage ein. Nach erfolglos verlaufener Sühneverhandlung wurde am 14.
Oktober 2002 der Leitschein mit den klägerischen Begehren ausgestellt, die
Beklagten seien unter solidarischer Haftbarkeit zu verurteilen, dem Kläger
Fr. 30'000.-- zu bezahlen; ferner sei festzustellen, dass die unter
Betreibungsnummer Z.________ in Betreibung gesetzte Forderung des Verkäufers
von Fr. 10'000.-- nicht bestehe. Diese Klage wurde mit Prozesseingabe vom 1.
November 2002 an das Bezirksgericht Landquart prosequiert. Mit Prozessantwort
vom 16. Dezember 2002 beantragten die Beklagten die kostenfällige Abweisung
der Klage, soweit darauf einzutreten sei, wobei die Beklagten anerkannten,
dass die unter der Betreibungsnummer 2020508 in Betreibung gesetzte Forderung
des Beklagten nicht bestehe. Bestritten wurde jedoch die Passivlegitimation
des Beklagten. Zudem stellten sich die Beklagten insbesondere auf den
Standpunkt, ein mündlicher Kaufvertrag über das Boot sei bereits am 13.
Januar 2001 zustande gekommen. Der Kläger habe das Boot "wie gesehen"
gekauft, was zeige, dass das Alter des Bootes ihm beim Kauf völlig egal
gewesen sei. In der Replik vom 22. Januar 2003 beantragte der Kläger
zusätzlich, die Betreibung unter der Nummer Z.________ sei im
Betreibungsregister zu löschen.

Das Bezirksgericht Landquart bejahte die Passivlegitimation beider Beklagten.
Es holte bezüglich des Alters und Werts des Bootes eine Expertise ein, welche
zum Ergebnis kam, das Motorboot sei 1971 in Italien gebaut und dort auch
gefahren und benutzt worden. Alsdann kam das Bezirksgericht zum Schluss, dass
sämtliche Voraussetzungen eines Grundlagenirrtums im Sinne von Art. 24 Abs. 1
Ziff. 4 OR gegeben seien. Dieser Irrtum sei fristgerecht mitgeteilt worden
mit der Rechtsfolge, dass der Vertrag mit Wirkung ex tunc aufgelöst werde und
bereits erbrachte Leistungen rückzuerstatten seien. Die vom Kläger geltend
gemachte Forderung von Fr. 30'000.-- sei daher mit den Positionen Kaufpreis
(Fr. 27'000.--) und Zinsen (5 % seit dem 17. Januar 1001, 1041 Tage = Fr.
3'903.75) ausgewiesen. Jedoch sei  zu beachten, dass der Irrtum des Klägers
auf seine Fahrlässigkeit zurückzuführen sei, da er vor dem Kauf keine übliche
Prüfung der Sache vorgenommen habe. Den Kläger treffe daher die in Art. 26
Abs. 2 OR umschriebene Schadenersatzpflicht aus dem Dahinfallen des
Kaufvertrages. Demnach sei gestützt auf Art. 26 Abs. 2 OR die vom Experten
festgestellte Wertverminderung des Bootes von Fr. 12'000.-- während der Zeit,
in dem dem es im Besitze des Klägers war, von seinem Anspruch abzuziehen, was
zu einer Forderung des Klägers von Fr. 18'000.-- führe.

Demnach verpflichtete das Bezirksgericht Landquart mit Urteil vom 17.
Dezember 2003 die Beklagten in teilweiser Gutheissung der Klage dem Kläger
unter solidarischer Haftbarkeit Zug um Zug gegen Rückgabe des im Kaufvertrag
vom 27. Januar 2001 bezeichneten Motorbootes "ORUPO Posillipo Fischerman"
samt Zubehör Fr. 18'000.-- zu bezahlen; weiter nahm das Bezirksgericht von
der Anerkennung der Beklagten Vormerk, dass die unter der Betreibungsnummer
Z.________ des Betreibungsamtes Maienfeld vom  22. Mai 2002 gegen den Kläger
in Betreibung gesetzte Forderung von Fr. 10'000.-- nicht bestehe und wies das
Betreibungsamt des Kreises Maienfeld an, diese Betreibung im Register zu
löschen.

Die Beklagten fochten dieses Urteil beim Kantonsgericht von Graubünden mit
Berufung an, mit der sie die Abweisung der Klage beantragten. Der Kläger
erhob Anschlussberufung mit dem Antrag, die Klage sei vollumfänglich
gutzuheissen. Das Kantonsgericht ging zusammengefasst davon aus, der Kläger
habe sich bezüglich des Baujahrs 1971 des von ihm gekauften Boots geirrt, da
er angenommen habe, es sei im Jahr 1982 gebaut worden. Dieser Irrtum erfülle
sowohl in subjektiver als auch in objektiver Hinsicht die Anforderungen eines
Grundlagenirrtums gemäss Art. 24 Abs. 1 Ziff. 4 OR. Zwar hätten die Parteien
mit der Wendung, das Boot werde "wie gesehen" verkauft/gekauft die
Sachgewährleistung grundsätzlich ausgeschlossen. Gemäss Rechtsprechung und
Lehre vermöge eine solche Freizeichnungsklausel die Berufung auf
Grundlagenirrtum aber bezüglich zugesicherter Eigenschaft nicht zu
verhindern. Da das Baujahr 1982 im Kaufvertrag und auch gemäss den
Versicherungsdokumenten zugesichert worden sei, könnten sich die Beklagten
nicht mit Erfolg auf die Freizeichnungsklausel berufen. Demnach seien
sämtliche Voraussetzungen eines Grundlagenirrtums gemäss Art. 24 Abs. 1 Ziff.
4 OR erfüllt. Dass sich der Berufungsbeklagte formgültig und innert Frist auf
den Grundlagenirrtum berufen habe (Art. 31 OR), sei aktenkundig und werde
auch von den Beklagten nicht bestritten. Der Vertrag sei demnach ungültig,
weshalb der Kläger die eigene Leistung Zug um Zug gegen Rückübertragung des
Kaufgegenstandes zurückverlangen könne. Die Beklagten  hätten daher dem
Käufer den bezahlten Kaufpreis in der Höhe von Fr. 27'000.-- zu erstatten.
Die Kaufpreissumme sei ab der Bezahlung des Kaufpreises mit 5 % zu verzinsen
(Art. 73 Abs. 1 OR). Da die Zinsen ab dem 1. Februar 2001 geschuldet seien,
betrage die Zinsschuld bis Ende Oktober 2004 Fr. 5'062.50. Damit sei die vom
Kläger geltend gemachte Forderung von Fr. 30'000.-- bereits  mit dem
Kaufpreis samt Zinsen ausgewiesen. Es könne daher offen bleiben, ob er
zusätzlich Anspruch auf Ersatz der Reparatur- und Unterhaltskosten von Fr.
4'000.-- und der entstandenen Lagerkosten von Fr. 4'600.-- habe. Der Kläger
habe das Motorboot zurückzuerstatten. Nach Art. 938 Abs. 1 ZGB werde dem
Berechtigten nicht ersatzpflichtig, wer eine Sache in gutem Glauben besitzt
und seinem vermuteten Rechte gemäss gebraucht und nutzt. Was dabei untergeht
und Schaden leidet, brauche er nicht zu ersetzen. Der Kläger habe  das
Motorboot bis zur Erklärung des Grundlagenirrtums wie ein Eigentümer nutzen
können. Eine Ersatzpflicht für diese Nutzung entfalle daher nach Art. 938
Abs. 1 ZGB. Selbst wenn davon auszugehen wäre, dass Art. 938 ZGB nicht zur
Anwendung käme, könne der Käufer gleichwohl nicht zu einer Entschädigung für
die Benutzung des  Boots verpflichtet werden, da es der Kläger nur kurze Zeit
habe nutzen können, weil nach der Vorführung zahlreiche Mängel hätten behoben
werden müssen. Ab Juli 2002 sei das Motorboot bei einer Bootswerft in Bioggio
sachgemäss gelagert worden und der Kläger habe daraus keinen Nutzen mehr
gezogen; vielmehr seien ihm Fr. 200.-- pro Monat für die Lagerung des Bootes
angefallen. Zu einer Benutzungsentschädigung könne er nicht verpflichtet
werden.
Das  Bezirksgericht Landquart habe dafür gehalten, der Kläger habe seinen
Irrtum der eigenen Fahrlässigkeit zuzuschreiben, weshalb der Kläger gemäss
Art. 26 Abs. 2 OR zum Ersatz des aus dem Dahinfallen des Vertrages
erwachsenen Schadens verpflichtet sei. Zwar sei das Verhalten des Irrenden
mit einer gewissen Strenge zu behandeln. Nach der übereinstimmenden Lehre
dürfe sich ein Käufer indessen auf Angaben des Verkäufers über Eigenschaften
des Vertragsgegenstandes grundsätzlich verlassen und brauche diese nicht
selbst nachzuprüfen. Im vorliegenden Fall habe der Käufer die Verkäufer
privat gekannt und sei schon mehrmals auf deren Boot gewesen. Er habe keinen
Anlass gehabt, an ihren Angaben zum Baujahr des Bootes zu zweifeln. Vielmehr
habe er auf den Kaufvertrag und die ihm übergebenen Versicherungsdokumente,
in denen als Baujahr explizit das Jahr 1982 aufgeführt war, vertrauen dürfen.
Entgegen der Auffassung des Bezirksgerichts könne ihm daher keine
Fahrlässigkeit im Sinne von Art. 26 Abs. 1 OR vorgeworfen werden, weil er die
Angaben der Verkäufer zum Alter des Bootes vor dem Vertragsabschluss nicht
näher abgeklärt habe. Der vom Bezirksgericht vorgenommene Abzug der
Wertverminderung sei daher nicht gerechtfertigt und die Anschlussberufung sei
in diesem Sinne gutzuheissen. Gemäss diesen Erwägungen wies das
Kantonsgericht mit Urteil vom 9. November 2004 die Berufung ab, hiess die
Anschlussberufung gut, hob das erstinstanzliche Urteil teilweise auf und
verpflichtete die Beklagten in Gutheissung der Klage unter solidarischer
Haftbarkeit, dem Kläger Zug um Zug gegen Rückgabe des im Kaufvertrag vom 27.
Januar 2001 bezeichneten Motorbootes "ORUPO Posillipo Fischerman" samt
Zubehör Fr. 30'000.-- zu bezahlen.

C.
Die Beklagten haben das Urteil des Kantonsgerichts vom 9. November 2004
sowohl mit eidgenössischer Berufung als auch mit staatsrechtlicher Beschwerde
angefochten. Auf letztere ist das Bundesgericht am 1. Juli 2006 mangels
Leistung des Kostenvorschusses nicht eingetreten. Mit der Berufung stellen
die Beklagten die Anträge, es sei das angefochtene Urteil aufzuheben oder als
nichtig zu erklären und die Klage abzuweisen; eventuell sei die Sache an die
Vorinstanz zurückzuweisen.

Der Kläger schliesst auf Abweisung der Berufung.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Der angefochtene Endentscheid ist berufungsfähig, da er eine
Zivilrechtsstreitigkeit mit einem Streitwert von über Fr. 8'000.--  betrifft
und er mit keinem ordentlichen kantonalen Rechtsmittel angefochten werden
kann (Art. 46 und Art. 48 Abs. 1 OG). Demnach ist die form- und fristgerecht
eingereichte Berufung grundsätzlich zulässig.

1.2 Im Berufungsverfahren ist das Bundesgericht an die tatsächlichen
Feststellungen der letzten kantonalen Instanz gebunden, sofern sie nicht
offensichtlich auf Versehen beruhen, unter Verletzung bundesrechtlicher
Beweisvorschriften zu Stande gekommen oder wegen fehlerhafter Rechtsanwendung
im kantonalen Verfahren zu ergänzen sind (Art. 63 Abs. 2 und 64 Abs. 2 OG).
Die Partei, welche den vorinstanzlich festgestellten Sachverhalt berichtigt
oder ergänzt wissen will, hat darüber genaue Angaben mit Aktenhinweisen zu
machen (Art. 55 Abs 1 lit c OG). Für eine blosse Kritik an der
Beweiswürdigung der Vorinstanz ist die Berufung nicht gegeben (BGE 127 III
248 E. 2c; 115 II 484 E. 2a S. 486).

1.3 Auf die Berufung ist nicht einzutreten, soweit die Beklagten - ohne eine
der genannten Ausnahmen von der Bindung des Bundesgerichts an die
tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz geltend zu machen - von einem
Sachverhalt ausgehen, der von diesen Feststellungen abweicht. Dies gilt für
die Angabe, gemäss dem tatsächlich übereinstimmenden Willen der Parteien habe
sich die Freizeichnungsklausel auch auf das Alter des Bootes bezogen.

1.4 Im Berufungsverfahren sind Erörterungen über die Verletzung kantonalen
Rechts unzulässig (Art. 55 Abs. 1 lit. c OG). Auf die  Rüge, das
Kantonsgericht habe Art. 18 lit. b und g des Gerichtsverfassungsgesetzes des
Kantons Graubünden über die Ausstandsgründe missachtet, ist daher nicht
einzutreten.

1.5 Die Beklagten machen geltend, das Kantonsgericht habe angegeben, eine
Anordnung einer Parteibefragung des Beklagten  stehe nicht mehr zur
Diskussion. Dabei habe das Kantonsgericht übersehen, dass mit der kantonalen
Berufungsbegründung auf S. 3 nochmals verlangt worden sei, den Beklagten als
Partei bzw. als Zeugen zu seiner Passivlegitimation einzuvernehmen. Das
Obergericht habe daher den aus Art. 8 ZGB abgeleitete Beweisführungsanspruch
der beweisbelasteten Partei  verletzt.
Die Beklagten lassen ausser Acht, dass das Kantonsgericht anführte, eine
Parteibefragung stehe nicht mehr zur Diskussion, weil die Beklagten die
prozessleitende Verfügung des Kantonsgerichtspräsidenten, das Verfahren
schriftlich durchzuführen und keine mündliche Verhandlung anzuordnen, nicht
angefochten hätten. Inwiefern diese Annahme auf einem Versehen beruhen soll,
wird von den Beklagten nicht dargetan und ist auch nicht ersichtlich. Zudem
kam das Kantonsgericht zum Ergebnis, die Parteiaussage des Beklagten hätte am
Schluss des Gerichts, dass er passivlegitimiert sei, ohnehin nichts zu ändern
vermocht. Eine solche antizipierte Beweiswürdigung verstösst nicht gegen den
aus Art. 8 ZGB abgeleiteten Beweisführungsanspruch (BGE 122 III 219 E. 3c S.
223). Damit ist eine Verletzung dieses Anspruchs zu verneinen.

2.
2.1 Das Kantonsgericht nahm an, die Freizeichnungsklausel schliesse die
Berufung auf einen Grundlagenirrtum nicht aus, weil die Beklagten das Baujahr
im Vertrag ausdrücklich angegeben hätten und der Kläger diese Angabe als
Zusicherung habe verstehen und darauf habe vertrauen dürfen.

2.2 Die Beklagten wenden ein, die Berufung auf Grundlagenirrtum sei durch die
Freizeichnungsklausel ausgeschlossen  worden. Eine solche sei nach der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung nur dann unwirksam, wenn ein Mangel
gänzlich ausserhalb dessen liegen würde, womit ein Käufer vernünftigerweise
zu rechnen habe und der Mangel den wirtschaftlichen Zweck des Geschäfts
erheblich beeinträchtige. Dies treffe auf das Alter der Bootes nicht zu, da
der Kläger insoweit mit Abweichungen habe rechnen müssen und der
wirtschaftliche Zweck der Benutzung des Boots für Freizeitfahrten nicht
erheblich beeinträchtigt worden sei. Demnach hafte der Verkäufer gemäss Art.
199 OR nur für arglistig verschwiegene Mängel. Den Beklagten könne jedoch
keine Arglist und auch keine grobe Fahrlässigkeit unterstellt werden, da sie
auf die Angabe des Baujahrs in den Versicherungsdokumenten und dem
Bootsausweis vertraut und auch hätten vertrauen dürfen. Demnach werde der vom
Kläger geltend gemachte Mangel des Baujahrs von der Freizeichnungsklausel
erfasst, weshalb insoweit eine Anfechtung des Kaufvertrages wegen
Grundlagenirrtums ausgeschlossen sei.

2.3 Eine allgemeine Freizeichnungsklausel schliesst die Haftung des
Verkäufers für zugesicherte Eigenschaften nicht aus, weil der Käufer trotz
einer solchen Klausel auf Zusicherungen des Verkäufers vertrauen darf, soweit
im Vertrag nicht unmissverständlich zum Ausdruck kommt, dass sich der
Verkäufer bei seinen Angaben nicht behaften lassen möchte (BGE 109 II 24 E.
4; vgl. auch BGE 126 III 59 E. 3 S. 66). Eine Zusicherung liegt nicht nur
dann vor, wenn der Verkäufer eine Eigenschaft ausdrücklich "zusichert" oder
"garantiert". Vielmehr genügt jede Erklärung des Verkäufers gegenüber dem
Käufer, welche dieser nach Treu und Glauben als Zusicherung einer bestimmten,
objektiv feststellbare Eigenschaft verstehen darf (BGE 88 II 410 E. 3c, 416;
109 II 24 E. 4; vgl. auch BGE 104 II 265 E. 1 und 2, 267 f.). Unabhängig von
einer Zusicherung erfasst ein Gewährleistungsausschluss bei objektivierter
Auslegung einen Mangel nicht, wenn er gänzlich ausserhalb dessen liegt, womit
der Käufer bei Vertragsschluss unter den gegebenen Umständen
vernünftigerweise rechnen musste und der Mangel den wirtschaftlichen Zweck
des Geschäfts erheblich beeinträchtigt (BGE 130 III 686 E. 4.3.1 S. 689 f.).
2.4 Im vorliegenden Kaufvertrag wurde bloss eine allgemein gehaltene
Freizeichnungsklausel aufgenommen, welche nicht zum Ausdruck bringt, dass die
Beklagten nicht für die Angabe des Baujahrs einstehen wollten. Demnach hat
das Kantonsgericht Bundesrechtskonform angenommen, die Freizeichnungsklausel
komme deshalb nicht zur Anwendung, weil die Beklagten das Baujahr im Vertrag
ausdrücklich angegeben hätten und der Kläger diese Angabe als Zusicherung
habe verstehen und darauf habe vertrauen dürfen. Weshalb dieses Vertrauen
nicht gerechtfertigt gewesen sein soll, wird von den Beklagten nicht dargetan
und ist auch nicht ersichtlich, zumal sie selbst auf die ihnen zur Verfügung
stehenden Unterlagen bezüglich des Baujahrs vertraut haben. Demnach hat das
Kantonsgericht kein Bundesrecht verletzt, wenn es annahm,  die
Freizeichnungsklausel stehe auf Grund der Zusicherung bezüglich des Baujahrs
der Geltendmachung eines entsprechenden Grundlagenirrtums nicht entgegen. Ob
der Käufer - ohne Zusicherung - vernünftigerweise mit einer Unsicherheit
bezüglich des Alters des Bootes hätte rechnen müssen, ist nicht
entscheiderheblich.

3.
Die Beklagten legen nicht dar, inwiefern das Kantonsgericht Bundesrecht
verletzt haben soll, indem es die allgemeinen Voraussetzungen eines
Grundlagenirrtums gemäss Art. 24 Abs. 1 Ziff. 4 OR bejahte und den vom
Bezirksgericht vorgenommenen Abzug wegen Selbstverschuldens des Klägers
gestrichen hat. Demnach braucht auf diese Frage nicht eingegangen zu werden.

4.
Nach dem Gesagten ist die Berufung abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens werden die Beklagten kosten- und
entschädigungspflichtig (Art. 156 Abs. 1 und 159 Abs. 2 OG). Gemäss Beschluss
der Präsidentenkonferenz des Bundesgerichts vom 8. Mai 1995 wird die
Mehrwertsteuer bei der Bemessung der Parteientschädigung im Rahmen des
geltenden Tarifs pauschal berücksichtigt (Urteil des Bundesgerichts
2P.69/1996 E. 2, SJ 1996, S. 275).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Berufung wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Die Gerichtsgebühr von Fr. 2'000.-- wird den Beklagten auferlegt.

3.
Die Beklagten haben den Kläger für das bundesgerichtliche Verfahren unter
solidarischer Haftbarkeit mit Fr. 2'500.--  zu entschädigen.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Kantonsgericht von Graubünden,
Zivilkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 25. August 2005

Im Namen der I. Zivilabteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident:  Der Gerichtsschreiber: