Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

I. Zivilabteilung 4C.277/2005
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4C.277/2005 /bie

Sitzung vom 17. Januar 2006

I. Zivilabteilung

Bundesrichter Corboz, Präsident,
Bundesrichterinnen Klett, Rottenberg Liatowitsch,
Bundesrichter Nyffeler, Bundesrichterin Kiss,
Gerichtsschreiber Widmer.

X. ________, Klägerin und Berufungsklägerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Max Sidler,

gegen

Y.________ Versicherungs-Gesellschaft,
Beklagte und Berufungsbeklagte,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Felix Hunziker-Blum,

Haftung des Motorfahrzeughalters,

Berufung gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Zug, Zivilrechtliche
Abteilung, vom 28. Juni 2005.

Sachverhalt:

A.
Am 20. September 1990 prallte A.________ mit seinem Personenwagen auf der
B.________-strasse in C.________ in das Heck des von X.________ (geb. 30.
Juli 1952, Klägerin) gelenkten Fahrzeuges, das diese wegen einer
Fahrzeugkolonne hatte abbremsen müssen. Die von der Klägerin wegen
auftretenden Nackenbeschwerden gleichentags aufgesuchten Ärzte der
chirurgischen Abteilung des Kantonsspitals Zug diagnostizierten eine
"Commotio cerebri" und ein "HWS-Schleudertrauma".

B.
Die Klägerin klagte am 25. Februar 2002 beim Kantonsgericht Zug gegen die
Y.________ Versicherungs-Gesellschaft (Beklagte), die Haftpflichtversicherung
von A.________. Sie beantragte mit anlässlich der Hauptverhandlung
konkretisiertem Rechtsbegehren, die Beklagte sei zu verpflichten, ihr Fr.
1'416'743.25 zuzüglich Zins zu bezahlen und eine monatliche, indexierte Rente
von Fr. 2'510.-- ab Urteilsdatum bis zum 31. Juli 2016 auszurichten. Die
Beklagte schloss auf Abweisung der Klage. Das Kantonsgericht verpflichtete
die Beklagte mit Urteil vom 31. Juli 2003, der Klägerin Fr. 859'907.--
zuzüglich Zinsen zu leisten. Ferner verpflichtete es die Beklagte, der
Klägerin ab dem 1. August 2003 bis zum 30. Juli 2016 eine monatliche,
indexierte Rente von Fr. 2'133.-- auszurichten.

In teilweiser Gutheissung einer Berufung der Beklagten und unter Abweisung
einer Anschlussberufung der Klägerin verurteilte das Obergericht des Kantons
Zug die Beklagte am 28. Juni 2005, der Klägerin Fr. 665'814.-- zuzüglich
Zinsen zu bezahlen. Weiter verpflichtete es die Beklagte, der Klägerin ab 1.
Juli 2005 bis 31. Juli 2016 eine monatliche, indexierte Rente von Fr.
1'665.-- zu bezahlen.

C.
Die Klägerin beantragt mit eidgenössischer Berufung, die Beklagte zu
verpflichten, ihr den Betrag von Fr. 774'144.-- zuzüglich Zinsen zu bezahlen.
Zudem sei die Beklagte zu verurteilen, ihr ab 1. Juli 2005 bis 31. Juli 2016
eine monatliche, indexierte Rente von Fr. 2'059.-- zu bezahlen

Die Beklagte schliesst auf Abweisung der Berufung.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

1.
Die Vorinstanz ging davon aus, dass der Unfall eine vollständige
Erwerbsunfähigkeit und eine 50%-ige Einschränkung der Klägerin bei der
Haushaltstätigkeit zur Folge gehabt hat. Dies und die grundsätzliche
Haftbarkeit der Beklagten für den von der Klägerin daraus erlittenen Schaden
ist im vorliegenden Verfahren nicht mehr umstritten.

2.
Uneinig sind sich die Parteien zunächst darüber, ob sich die Klägerin die von
ihrer Pensionskasse, der D.________, ausgerichteten BVG-Invalidenrenten im
Rahmen der Schadensberechnung an ihren bisherigen und an ihren zukünftigen
Erwerbsausfallschaden anrechnen lassen muss.

2.1 Die Vorinstanz erwog dazu, eine Versicherungsleistung sei dann nicht an
andere Leistungen anzurechnen, wenn es sich um eine Summenversicherung mit
Anspruchskumulation handle; anrechenbar sei sie hingegen, wenn eine
Schadenversicherung mit Anspruchskonkurrenz vorliege, die
Versicherungsleistungen mithin koordiniert würden, um eine Überentschädigung
zu vermeiden. Sie kam aufgrund einer Vertragsauslegung zum Schluss, dass die
fragliche BVG-Versicherung als schadensausgleichende qualifiziert werden
müsse. Demzufolge seien die bis zum Urteilstag der Berufungsinstanz
erbrachten Leistungen von insgesamt Fr. 65'347.-- an den bisherigen
Erwerbsschaden der Klägerin anzurechnen. Ferner habe sich die Klägerin die
jährliche BVG-Rente von Fr. 4'728.-- vom hypothetischen künftigen
Durchschnittseinkommen, das für die Bestimmung der Rente für den künftigen
Erwerbsschaden massgeblich sei, abziehen zu lassen.

2.2 Die Klägerin macht gegen die Anrechnung der BVG-Leistungen zunächst
geltend, es handle sich bei diesen nicht um kongruente Leistungen zu den von
ihr geforderten Schadenersatzleistungen; deren Berechnung erfolge
mathematisch, abstrakt und knüpfe in keiner Art und Weise an den tatsächlich
eingetretenen Erwerbsschaden an.

2.2.1 Die Körperverletzung gibt der Klägerin Anspruch auf Ersatz der Kosten
sowie auf Entschädigung für die Nachteile gänzlicher oder teilweiser
Arbeitsunfähigkeit, unter Berücksichtigung der Erschwerung des
wirtschaftlichen Fortkommens (Art. 46 Abs. 1 OR i.V.m. Art. 62 Abs. 1 SVG).
Zu ersetzen ist der erlittene Schaden. Das im Haftpflichtrecht als
allgemeines Prinzip anerkannte Bereicherungsverbot schliesst es aus, dem
Geschädigten eine Entschädigung zuzugestehen, die den durch das schädigende
Ereignis erlittenen Schaden übersteigt (BGE 131 III 12 E. 7.1, 360 E. 6.1;
129 III 135 E. 2.2 S. 143 oben). Dieser Schaden entspricht der ungewollten
Verminderung des Reinvermögens. Er kann in einer Verminderung der Aktiven,
einer Vermehrung der Passiven oder in entgangenem Gewinn bestehen und
entspricht der Differenz zwischen dem gegenwärtigen Vermögensstand und dem
Stand, den das Vermögen ohne das schädigende Ereignis hätte bzw. den
Einkünften, die nach dem schädigenden Ereignis tatsächlich erzielt worden
sind und denjenigen, die ohne dieses Ereignis zugeflossen wären (BGE 131 III
360 E. 5.1 und 6.1; 129 III 18 E. 2.4, 331 E. 2.1; 127 III 403 E. 4a). Eine
Überentschädigung über diese Vermögensverminderung hinaus soll vermieden
werden. Eine solche liegt vor, wenn derselben Person verschiedene
schadenausgleichende Leistungen während derselben Zeitspanne für das gleiche
Schadenereignis ausgerichtet werden und die Summe der Leistungen den Schaden
übertrifft. Anzurechnen sind daher Leistungen Dritter, die ereignisbezogen,
sachlich, zeitlich und personell kongruent sind und für welche daher auch
Subrogations- oder Regressansprüche in Frage kommen (vgl. BGE 131 III 12 E.
7.1; 126 III 41 E. 2 mit Hinweisen). Das Überentschädigungsverbot gilt
namentlich auch im Verhältnis zwischen Sozialversicherung und Haftpflicht
(Alexandra Rumo-Jungo, Zusammenspiel zwischen Haftpflicht und beruflicher
Vorsorge, ZBJV 138/ 2002 S. 434; Peter Beck, Regress der Vorsorgeeinrichtung
auf haftpflichtige Dritte, SVZ 60/1992 S. 176 ff.).
2.2.2 Die Klägerin geht fehl, soweit sie daraus, dass die BVG-Invalidenrenten
nicht nach dem tatsächlich eingetretenen Erwerbsschaden bemessen würden,
ableiten will, es handle sich bei den entsprechenden Rentenzahlungen nicht um
kongruente Leistungen. Entscheidend ist nicht dieses Kriterium, sondern ob
die Leistungen zur Deckung des Schadens bestimmt sind, den der Geschädigte
durch das schadenbegründende Ereignis (Unfall) bzw. die dadurch eingetretene
Invalidität und den dadurch verursachten Erwerbsausfall während einer
bestimmten Zeitperiode erlitten hat (vgl. BGE 131 III 12 E. 7.2-7.4). Dies
ist nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts bei Invalidenrenten einer
BVG-Vorsorgeeinrichtung, wie sie hier erbracht wurden bzw. werden, ohne
weiteres zu bejahen (BGE 115 II 24 E. 2b mit Hinweisen; vgl. dazu Beck,
a.a.O., SVZ 1992 S. 178 ff.).
2.3 Die Klägerin hält im Weiteren dafür, die BVG-Leistungen seien vorliegend
nicht anrechenbar, weil für diese keine Regressansprüche der Pensionskasse
gegen den Haftpflichtigen in Frage kämen.

2.3.1 Was die Möglichkeit eines Regresses der Pensionskasse der Geschädigten
angeht, hat der Gesetzgeber im Rahmen der 1. BVG-Revision (in Kraft seit 1.
Januar 2005) Art. 34b ins BVG eingefügt. Dieser sieht vor, dass die
Vorsorgeeinrichtung gegenüber einem Dritten, der für den Versicherungsfall
haftet, im Zeitpunkt des Ereignisses bis auf die Höhe der gesetzlichen
Leistungen in die Ansprüche der versicherten Person, ihrer Hinterlassenen und
weiterer Begünstigter nach Art. 20a BVG eintritt. Früher war eine Subrogation
der BVG-Vorsorgeeinrichtungen in die Ansprüche des Geschädigten gegen den
Haftpflichtigen im Gesetz nicht explizit vorgesehen (vgl. Hans-Ulrich
Stauffer, Berufliche Vorsorge, Zürich 2005, Rz. 889; Jean-Michel Duc/ Lorenz
Fivian, Der Rückgriff auf den haftpflichtigen Dritten im Bereich der
beruflichen Vorsorge, AJP 9/2005 S. 1074).

Wie die Klägerin zutreffend vorbringt, ist die neue Vorschrift von Art. 34b
BVG indessen nach allgemeinen übergangsrechtlichen Prinzipien auf Fälle, die
auf ein schädigendes Ereignis vor dem 1. Januar 2005 zurückgehen, nicht
anwendbar (Peter Beck, Die Regressbestimmungen der 1. BVG-Revision, HAVE
4/2004 S. 335; derselbe, die Regressbestimmungen des ATSG, in
Schaffhauser/Kieser [Hrsg.], Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, Schriftenreihe des Instituts für
Rechtswissenschaft und Rechtspraxis HSG, St. Gallen 2003, S. 149 f.; vgl.
auch BGE 131 III 360 E. 7.1; 129 V 396 E. 1.1). Vorliegend ist somit zu
prüfen, wie es sich mit der Möglichkeit des Regresses der Pensionskasse nach
altem Recht verhält.

2.3.2 Beim Erlass der ursprünglichen Fassung des BVG hatte der Gesetzgeber im
Hinblick auf die Koordination von Haftpflichtansprüchen mit Leistungen von
Personalvorsorgeeinrichtungen lediglich bestimmt, dass der Bundesrat
Vorschriften zur Verhinderung ungerechtfertigter Vorteile des Versicherten
oder seiner Hinterlassenen beim Zusammentreffen mehrerer Leistungen erlässt
(Art. 34 Abs. 2 Satz 1 aBVG; im Zusammenhang mit der Einführung des ATSG per
1. Januar 2003 unverändert in Art. 34a Abs. 1 BVG übernommen). Gestützt
darauf hat der Bundesrat Art. 26 der Verordnung vom 18. April 1984 über die
berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVV 2) erlassen,
der inzwischen mit Verordnung vom 18. August 2004, in Kraft seit 1. Januar
2005 aufgehoben wurde. Danach konnte die Vorsorgeeinrichtung in ihrem
Reglement bestimmen, dass der Anwärter auf eine Hinterlassenen- oder
Invalidenleistung ihr seine Forderungen gegen haftpflichtige Dritte bis zur
Höhe ihrer Leistungspflicht abtreten muss.

2.3.2.1 Die Klägerin macht unter Berufung auf die Lehrmeinung von Stefan
Hofer geltend, die Leistungen der Vorsorgeeinrichtung seien ihr nicht
anzurechnen, da deren Reglement keine entsprechende Abtretungsverpflichtung
enthalte (Stefan Hofer, Pensionskassenregress, in Personen-Schaden-Forum
2002, Verein Haftung und Versicherung [HAVE, Hrsg.], Zürich 2002, S. 93 ff.;
derselbe, Haftpflichtanspruch und Pensionskassenregress, SZS 45/2001 S. 125
ff.; in gleichem Sinn auch Peter Stein, Vorteilsanrechnung, insbesondere bei
Versicherungsleistungen, SVZ 1986 S. 275). Ohne Forderungsabtretung könne die
Vorsorgeeinrichtung nicht regressieren. Art. 34 Abs. 2 aBVG enthalte entgegen
anderer Lehrmeinung kein allgemeines Überentschädigungsverbot. Der
Gesetzgeber habe ungerechtfertigte Vorteile zwar schon damals vermeiden
wollen, die konkrete Ausgestaltung der entsprechenden
Koordinationsvorschriften in Art. 34 Abs. 2 aBVG aber dem Bundesrat
überlassen. Wenn der Bundesrat nun die Kann-Vorschrift des Art. 26 aBVV 2
gewählt habe, so habe er dem früher allseits anerkannten paternalen Gedanken
im Bereiche der beruflichen Vorsorge wenigstens noch in einem kleinen
Teilbereich Rechnung getragen und es der Pensionskasse überlassen, ob sie dem
invalid gewordenen Arbeitnehmer die ihm zugeflossene Invalidenrente aus der
obligatorischen BVG-Versicherung zum freien Gebrauch überlassen oder durch
einen Regress auf den haftpflichtigen Dritten bzw. seine Versicherung
praktisch wieder wegnehmen wolle.

2.3.2.2 Damit wendet sich die Klägerin gegen die in BGE 115 II 24 begründete
Rechtsprechung. Danach sind die Pensionskassen des privaten und des
kantonalen öffentlichen Rechts der Rückgriffsordnung von Art. 51 Abs. 2 OR
unterstellt, in deren Rahmen sie auch dann auf den haftpflichtigen Dritten
Regress nehmen können, wenn der Geschädigte ihnen seine Ansprüche gegen jenen
nicht abgetreten hat. Die Pensionskassen sind dabei als aus Vertrag haftende
Personen im Sinne von Art. 51 Abs. 2 OR zu betrachten, was zur Folge hat,
dass sie in der Regel über keinen "integralen Regress" verfügen; sie können
nur gegenüber aus Verschulden Haftenden voll Regress nehmen, während ein
Rückgriff gegen Kausalhaftpflichtige, die bloss aufgrund einer
Gesetzesvorschrift, ohne Verschulden haften, ausgeschlossen ist (BGE 115 II
24 E. 2b/c und 3; vgl. auch BGE 116 II 649). Überdies kann in Anwendung der
Ordnung von Art. 50 f. OR ein Rückgriff lediglich für bereits erbrachte
Leistungen erfolgen, während zukünftige Leistungen nur gestützt auf eine
Abtretung regressberechtigt sind (vgl. zum Ganzen: Duc/Fivian, a.a.O., S.
1075 f.; Stefan Fuhrer, Der Regress der Sozialversicherer auf den
haftpflichtigen Dritten, SVZ 60/1992 S. 89, 91; Guy Chappuis/Peter Beck,
Regress der Vorsorgeeinrichtung auf haftpflichtige Dritte, HAVE 1/2004, S. 75
f.; Peter Beck, Ungenügende Koordination der Pensionskassenleistungen, in
Personen-Schaden-Forum 2002, Verein Haftung und Versicherung [HAVE, Hrsg.],
Zürich 2002, S. 89 f.; vgl. auch Oftinger/Stark, Schweizerisches
Haftpflichtrecht, Allgemeiner Teil, Bd. I, Zürich 1995, § 10 Rz. 75;
Schnyder, Basler Kommentar, N. 15 zu Art. 50 OR; a.M. Hofer, a.a.O.,
Personen-Schaden-Forum 2002, S. 94 f.).

Das Bundesgericht hielt in seinem auf die damalige herrschende Lehre
gestützten Urteil (vgl. die Hinwiese in E. 2b des zitierten Urteils sowie bei
Rumo-Jungo, a.a.O., ZBJV 138/2002 S. 437 Fn. 21) weiter fest, dass von der in
Art. 51 Abs. 2 OR vorgesehenen Regressordnung nicht abgewichen werden könne,
weshalb (gar) jede Abtretung der Ansprüche des Geschädigten an einen
Haftpflichtigen unwirksam sei. An diesen Grundsätzen vermöge die Vorschrift
von Art. 26 aBVV 2 nichts zu ändern, zumal diese einzig auf Art. 34 Abs. 2
aBVG beruhe, der den Bundesrat ermächtige, Vorschriften zu erlassen, die
verhindern sollen, dass beim Zusammentreffen mehrerer Leistungen dem
Versicherten oder seinen Hinterbliebenen ungerechtfertigte Vorteile
erwüchsen. Die Anwendung von Art. 51 Abs. 2 OR und die Unwirksamkeit von
Abtretungen in bestimmten Konstellationen vermöchten dem Versicherten aber
schon an sich keine ungerechtfertigten Vorteile zuzuweisen (BGE 115 II 24 E.
2b).

2.3.2.3 Diese Rechtsprechung ist in der Lehre auf Kritik gestossen, die sich
im Wesentlichen wie folgt zusammenfassen lässt:

Zum einen wird die strenge Handhabung der Stufenordnung von Art. 51 Abs. 2 OR
in diesem Zusammenhang kritisiert und unter Hinweis auf die
Entstehungsgeschichte der Norm und deren Wortlaut ("in der Regel")
postuliert, dass Art. 51 Abs. 2 OR als Anleitung zu einer quotenmässigen
Verteilung des Schadens auf die verschiedenen Schadensverursacher zu
verstehen sei, was einen Rückgriff auf Kausalhaftpflichtige nach Massgabe der
von diesen zu vertretenden Umständen nicht ausschliessen würde (Rumo-Jungo,
a.a.O., ZBJV 138/ 2002 S. 438 ff. mit zahlreichen Hinweisen; dieselbe,
Haftpflicht und Sozialversicherung, Freiburg 1998, Rz. 1071 ff.). Da sich
nach den vorinstanzlichen Feststellungen vorliegend die Frage nach dem
Regressrecht der Vorsorgeeinrichtung gegenüber einem aus Verschulden
haftpflichtigen Schädiger bzw. ihrem Versicherer und nicht gegenüber einem
bloss aus Gesetzesvorschrift Haftenden stellt, ist diese Kritik hier nicht
von entscheiderheblicher Bedeutung und ist nicht weiter darauf einzugehen
(vgl. dazu immerhin BGE 116 II 645 E. 3b S. 649 und den Kommentar von Stark,
Zwei neue Entscheidungen des Bundesgerichts zur Regressordnung von Art. 51
Abs. 2 OR, ZBJV 128/1992 S. 221 ff.).

Zum anderen betrifft die Kritik die Anwendung der Regressordnung in Art. 51
Abs. 2 OR auf die Versicherungen überhaupt bzw. namentlich die Einordnung der
Schadensversicherer (inklusive Vorsorgeeinrichtungen) in die Stufe der aus
Vertrag Haftenden im Sinne dieser Bestimmung (Rumo-Jungo, a.a.O., ZBJV
138/2002 S. 442 ff. mit zahlreichen Hinweisen; dieselbe, Haftpflicht und
Sozialversicherung, a.a.O., Rz. 1078 ff.). Insbesondere wird insoweit
argumentiert, dass die Versicherung in einem (privatrechtlichen)
Versicherungsvertrag die Deckung des Schadens für den Fall der Verwirklichung
des versicherten Risikos verspreche, die Schadensdeckung mithin gerade in
Erfüllung des Vertrages erfolge. Sie stelle die (primäre vertragliche)
Leistung und nicht (sekundären) Schadenersatz aus der Nicht- oder
Schlechterfüllung des Vertrages dar. Würden die Versicherungen mit den aus
Vertrag Haftenden gleichgesetzt, trügen letztlich immer die aus Verschulden
Haftenden den Schaden und profitierten die kausal Haftenden vom Vorliegen
einer Versicherung, für die der Geschädigte Prämien entrichtet habe, was
stossend sei und der heutigen Bedeutung der Kausalhaftungen nicht entspreche.
Bei Pensionskassen, deren Leistungen nicht auf privatrechtlichem Vertrag,
sondern auf Gesetzespflicht beruhe, gehe es erst recht nicht an, eine Haftung
aus Vertrag zu konstruieren. Insoweit hätte sich - wenn schon - eher eine
Gleichstellung mit den Kausalhaftpflichtigen aufgedrängt (gleicher Meinung
auch: Isabelle Vetter-Schreiber, Der steinige Weg des
Pensionskassenregresses, in Schaffhauser/Stauffer [Hrsg.], Berufliche
Vorsorge 2002, Schriftenreihe des Instituts für Rechtswissenschaft und
Rechtspraxis HSG, St. Gallen 2002, S. 207 f.; Hofer, a.a.O.,
Personen-Schaden-Forum 2002 S. 94, derselbe, a.a.O., SZS 45/2001 S. 127 f.;
vgl. auch Beck, a.a.O., SVZ 1992 S. 184 f.; Roland Schaer, "Hard cases make
bad law" oder OR 51/2 und die regressierende Personalvorsorgeeinrichtung,
recht 1991, S. 18; Oftinger/Stark, a.a.O., § 11 Rz. 65 ff.).
2.3.2.4 Der von der Klägerin angerufene Autor, Stefan Hofer (a.a.O.,
Personen-Schaden-Forum 2002 S. 95 ff.; a.a.O., SZS 45/2001 S. 128 ff.)
verneint unter Anschluss an diese Kritik die Massgeblichkeit der
Rückgriffsordnung von Art. 51 Abs. 2 OR für den Pensionskassenregress. Er
will einen Rückgriff der Pensionskasse auf den haftpflichtigen Dritten bzw.
auf dessen Versicherer nur zulassen, soweit der Geschädigte der Pensionskasse
seine Rechte gegenüber dem haftpflichtigen Dritten abgetreten hat bzw. dazu
aufgrund einer Bestimmung im Pensionskassenreglement im Sinne von Art. 26
aBVV 2 verpflichtet ist. Diese Norm enthalte eine abschliessende
sozialversicherungsrechtliche Regelung des Regresses der Pensionskassen gegen
haftpflichtige Dritte. Wenn die Personalvorsorgeeinrichtung auf die Abtretung
der Haftpflichtansprüche verzichte, solle dieser Verzicht dem geschädigten
Versicherten, dem Unfallopfer, zugute kommen. Art. 34 Abs. 2 aBVG, wie das
Sozialversicherungsrecht überhaupt, enthalte kein allgemeines
Überentschädigungsverbot. Diese Bestimmung sage lediglich, dass der Bundesrat
Vorschriften erlasse zur Verhinderung ungerechtfertigter Vorteile des
Versicherten oder seiner Hinterbliebenen beim Zusammentreffen mehrerer
Leistungen. Diesen Auftrag habe der Bundesrat durch den Erlass der
Bestimmungen von Art. 24 ff. aBVV 2 erfüllt.

Dem kann nicht gefolgt werden. Ziel des BVG wie auch des Haftpflichtrechts
ist es, dem Geschädigten bzw. dem Versicherten die Fortsetzung seiner
bisherigen Lebenshaltung zu ermöglichen (Art. 1 Abs. 2 BVG; BGE 116 V 189 E.
3b; 112 II 87 E. 2b S. 92). Eine Bereicherung soll für ihn dagegen aus dem
Schadenereignis nicht resultieren (vgl. dazu BGE 116 V 189 E. 3b und d).
Entsprechend ist denn auch Art. 34 Abs. 2 aBVG zu verstehen, was sich
überdies eindeutig aus dessen Entstehungsgeschichte ergibt. So war im
Vorentwurf zum BVG vom 21. Juni 1974 die Subrogation der
Vorsorgeeinrichtungen in sämtliche Haftpflichtansprüche der versicherten
Person vorgesehen. Diese Regelung fand zwar keinen Eingang in den Entwurf zum
BVG (BBl 1976 I 288 ff.; vgl. dazu Vetter-Schreiber, Der steinige Weg,
a.a.O., S. 205). Der Bundesrat führte dazu in der Botschaft zum BVG vom 19.
Dezember 1975 (BBl 1976 I 149 ff.) aber aus, es wäre befremdend, wenn ein
Invalidenrentner in die Lage versetzt würde, seine Lebenshaltung auf einem
höheren Niveau fortzuführen, als wenn er noch seine frühere Arbeit
fortgesetzt hätte. Auch sei es nicht erwünscht, dass das Ableben eines
Versicherten sich zu einem wirtschaftlichen Vorteil für seine Familie
auswirke. Der zweite Absatz von Art. 35 EBVG, der in Art. 34 Abs. 2 Satz 1
aBVG Eingang fand, verpflichte daher den Bundesrat, Vorschriften über die
Leistungskumulation und die Überversicherung zu erlassen. Diese Bestimmung
trete zur Entlastung des Gesetzes an Stelle verschiedener Vorschriften des
Vorentwurfs und stelle den Grundsatz auf, dass ein Zusammentreffen von
Leistungen dem Versicherten oder seinen Hinterlassenen keinen
ungerechtfertigten Vorteil verschaffen dürfe. Die zu erlassende Verordnung
werde insbesondere auch Vorschriften über die Kumulation von
Versicherungsleistungen mit Leistungen eines für den Tod oder die Invalidität
des Versicherten haftpflichtigen Dritten enthalten. Dieses Problem sei eng
mit dem der Subrogation verflochten. Die Vorsorgeeinrichtung solle in diesem
Falle von Gesetzes wegen in die Rechte des Anspruchsberechtigten gegenüber
dem haftpflichtigen Dritten eintreten, und zwar in dem Umfange, in dem sie
ihre eigenen Leistungen aufgrund von Art. 35 Abs. 2 EBVG hätte kürzen können
(BBl 1976 I S. 246 f.). Aufgrund dieser Ausführungen übernahm das Parlament
Art. 35 Abs. 2 EBVG ohne Diskussion in den ersten Satz von Art. 34 Abs. 2
aBVG. Nach dieser Entstehungsgeschichte der Bestimmung kann nicht davon
ausgegangen werden, dass der Gesetzgeber eine Bereicherung des Geschädigten
durch Kumulation von Invalidenleistungen der Vorsorgeeinrichtung mit
Haftpflichtansprüchen gegenüber Dritten zulassen wollte. Weshalb die im
Vorentwurf enthaltene und in der Botschaft befürwortete Subrogation in der
Folge nicht in die Verordnung aufgenommen wurde, sondern in Art. 26 aBVV 2
bloss die Möglichkeit vorgesehen wurde, dass die Vorsorgeeinrichtung in ihrem
Reglement bestimmen kann, der Anwärter auf eine Hinterlassenen- oder
Invalidenleistung müsse ihr seine Forderung gegen haftpflichtige Dritte bis
zur Höhe ihrer Leistungspflicht abtreten, ist nicht klar (Stauffer, a.a.O.,
Rz. 888). Angesichts des eindeutigen gesetzgeberischen Willens, eine
Kumulation von Invalidenleistungen der Vorsorgeeinrichtung mit
Haftpflichtansprüchen gegenüber Dritten nicht zuzulassen, kann jedenfalls in
Art. 26 aBVV2 keine abschliessende Regelung des Regresses der Pensionskassen
gegen haftpflichtige Dritte gesehen werden (vgl. dazu auch Vetter-Schreiber,
Der steinige Weg, a.a.O., S. 205 f., welche die Gesetzmässigkeit von Art. 26
aBVV 2 anzweifelt; Stauffer, a.a.O., Rz. 888).

Mit der überwiegenden Lehre und Rechtsprechung ist demnach davon auszugehen,
dass den Pensionskassen auch nach der vor dem 1. Januar 2005 geltenden
Regelung ein Rückgriffsanspruch auf den haftpflichtigen Dritten zusteht,
unabhängig davon ob eine Abtretung der Ansprüche des Geschädigten erfolgt
ist. Dabei kann im vorliegenden Fall offen bleiben, ob der Regress in
Weiterführung der Rechtsprechung gemäss BGE 115 II 24 der Rückgriffsordnung
von Art. 51 Abs. 2 OR zu unterstellen ist, ob Art. 51 Abs. 2 OR angesichts
der vorstehend (Erwägung 2.4.3) dargestellten Kritik in der Lehre bloss
analog anzuwenden ist (so gehandhabt in BGE 126 III 523 für den Regress des
Arbeitgebers gegen den Schädiger des Arbeitnehmers, nachdem der Arbeitgeber
dem Arbeitnehmer den Lohn weiterbezahlt hatte) oder ob eine richterliche
Regel als Grundlage des Regresses Platz greifen soll (vgl. dazu Rumo-Jungo,
a.a.O., ZBJV 138/2002 S. 444; Vetter-Schreiber, Der steinige Weg, a.a.O., S.
208; Oftinger/Stark, a.a.O., § 11 Rz. 74 ff.; vgl. auch Schaer, a.a.O., S.
18; Beck, a.a.O., Personen-Schaden-Forum 2002 S. 90; derselbe, a.a.O., SVZ
60/1992 S. 184 f.). Denn die Probleme, die sich aus der direkten Anwendung
der Regressordnung von Art. 51 OR ergeben (vgl. vorstehende Erwägungen
2.4.2/3), stellen sich vorliegend nicht. So wirkt sich hier die in der Lehre
hauptsächlich beanstandete Folge der direkten Unterstellung des
Pensionskassenregresses unter Art. 51 Abs. 2 OR gemäss aktueller Praxis, dass
die Pensionskasse grundsätzlich nur gegenüber aus Verschulden Haftpflichtigen
unbeschränkt Rückgriff nehmen kann, ihr mithin kein integraler Regress
zugestanden wird, nicht aus: Die Beklagte hat für einen haftpflichtigen
Dritten einzustehen, der nicht bloss nach Gesetzesvorschrift (kausal),
sondern aus Verschulden haftet. Die Voraussetzung für eine Anrechnung der
BVG-Invalidenrente auf den erlittenen Erwerbsausfallschaden, dass
Regressansprüche der Pensionskasse in Frage kommen (vgl. Erwägung 2.2.1
vorne), ist damit erfüllt. Regressansprüche kommen in diesem Sinne
insbesondere auch für die erst künftig zu erbringenden Invalidenleistungen
der Vorsorgeeinrichtung zur Deckung des künftigen Erwerbsschadens in Frage.
Daran ändert nichts, dass der Regressanspruch der Pensionskasse erst
sukzessive entsteht, wenn sie ihre Leistungen erbracht hat (vgl. dazu oben
Erwägung 2.3.2.2). Die Vorinstanz ist somit auch insoweit richtig
vorgegangen, als sie die der Klägerin von der Pensionskasse bis zum 30. Juli
2016 zuerkannten monatlichen Invalidenrenten bei der Berechnung der von der
Beklagten vom 1. Juli 2005 bis zum 30. Juli 2016 zu entrichtenden monatlichen
Rente in Abzug gebracht hat. Die Berufung erweist sich insoweit als
unbegründet.

3.
Weiter ist die Klägerin der Ansicht, die Vorinstanz habe bei der Berechnung
des künftigen Haushaltschadens zu Unrecht keine Reallohnerhöhung
berücksichtigt.

3.1 Der Schaden aus eingeschränkter oder entfallener Arbeitsfähigkeit zur
Führung des Haushalts (Art. 46 Abs. 1 OR) wird nach der Rechtsprechung nicht
bloss ersetzt, wenn konkret Kosten für Haushalthilfen erwachsen, die wegen
des Ausfalls der Haushalt führenden Person beigezogen werden; auszugleichen
ist vielmehr der wirtschaftliche Wertverlust, der durch die Beeinträchtigung
der Arbeitsfähigkeit im Haushalt entstanden ist, und zwar unabhängig davon,
ob dieser Wertverlust zur Anstellung einer Ersatzkraft, zu vermehrtem Aufwand
der Teilinvaliden, zu zusätzlicher Beanspruchung der Angehörigen oder zur
Hinnahme von Qualitätsverlusten führt. Der "normativ", gleichsam von Gesetzes
wegen ohne Nachweis der daraus konkret entstandenen Vermögenseinbusse zu
ersetzende Schaden ist am Aufwand zu messen, den eine entgeltlich eingesetzte
Ersatzkraft verursachen würde (BGE 131 III 360 E. 8.1 S. 369; 127 III 403 E.
4b, je mit Hinweisen).

Den für die Erledigung des Haushalts erforderlichen Aufwand kann das
Sachgericht entweder ausschliesslich gestützt auf statistische Daten
festlegen oder konkret ermitteln; stützt es sich auf statistische Daten, kann
der Aufwand im Berufungsverfahren als Rechtsfrage überprüft werden, wobei
sich das Bundesgericht eine gewisse Zurückhaltung auferlegt (BGE 129 III 135
E. 4.2.1 S. 152). Diese Überprüfungsmöglichkeit besteht auch soweit - wie im
vorliegenden Fall - abstrakt, gestützt auf die allgemeine Lebenserfahrung
(Art. 42 Abs. 2 OR) zu beurteilen ist, wie weit bei der Berechnung des
künftigen Haushaltschadens eine Reallohnerhöhung zu berücksichtigen ist.

3.2 Bei der Bestimmung des künftigen Haushaltschadens ging die Vorinstanz von
einem Haushaltschaden der Klägerin von Fr. 19'627.-- für das Jahr 2005 aus,
was von der Klägerin nicht beanstandet wird. Bei der entsprechenden
Berechnung folgte sie dem erstinstanzlich entscheidenden Kantonsgericht, das
hinsichtlich der aufzuwendenden Stundenzahl und des zu veranschlagenden
Stundenansatzes einer entgeltlichen Ersatzkraft für die Hausarbeit, welche
die Klägerin nicht mehr erbringen kann, auf die im Rahmen der schweizerischen
Arbeitskräfteerhebung (SAKE) des Bundesamtes für Statistik ermittelten Werte
bzw. auf die darauf basierenden Tabellen von Volker Pribnow/ Rolf
Widmer/Alfonso Sousa-Poza/Thomas Geiser (Die Bestimmung des Haushaltsschadens
auf der Basis der SAKE - Von der einsamen Palme zum Palmenhain, HAVE 2002 S.
24 ff.) als Ausdruck der allgemeinen Lebenserfahrung abgestellt hatte (vgl.
dazu BGE 131 III 360 E. 8.2.1; 129 III 135 E. 4.2.2.1).
3.3 Das Kantonsgericht hatte zur Frage, ob bei der Berechnung des zukünftigen
Haushaltschadens der Klägerin eine Reallohnerhöhung zu berücksichtigen ist,
erwogen, es sei eine zukünftige Reallohnentwicklung von 1 % im
Jahresdurchschnitt einzuberechnen. Denn der Haushaltschaden sei am Aufwand zu
messen, den eine entgeltlich eingesetzte Ersatzkraft verursachen würde, bei
der eine Reallohnentwicklung ebenfalls berücksichtigt werden müsste. Es trug
der Reallohnentwicklung dadurch Rechnung, dass es den für das Jahr 2003
ermittelten Wert der Haushaltarbeit, den die Klägerin aufgrund des
Invaliditätsgrades von 50 % nicht mehr verrichten kann, statt mit einem
Kapitalisierungszinsfuss von 3.5 % mit einem um 1 % reduzierten Zinsfuss von
2.5 % kapitalisierte (vgl. dazu Marc Schätzle/Stephan Weber, Kapitalisieren -
Handbuch zur Anwendung der Barwerttafeln [Leonardo II], Zürich 2001, Beispiel
2b S. 72 f.). Das Kantonsgericht kam damit per 31. Juli 2003, dem Datum
seines Urteils, auf einen Barwert des künftigen Haushaltschadens von Fr.
386'737.--.

Die Vorinstanz erwog demgegenüber, Schätzle/Weber (Kapitalisieren, a.a.O.,
Rz. 3.459) postulierten, beim künftigen Erwerbsausfall mittel- und
längerfristig von einer generellen Reallohnentwicklung von 1 % im
Jahresdurchschnitt auszugehen, wobei sie eine generelle Einkommensentwicklung
von 1 % (nur) bis Alter 50 vorschlügen. Dies bedeute, dass für die heute
53-jährige Klägerin eine Reallohnerhöhung nicht mehr berücksichtigt werden
könne. Der im Jahre 2005 entstandene bzw. entstehende Schaden, der bei einer
Arbeitsunfähigkeit von 50 % Fr. 19'627.-- betrage, sei entsprechend nach der
Aktivitätstafel 10 von Stauffer/Schätzle mit einem Kapitalisierungszinsfuss
von 3.5 % zu kapitalisieren, was einen künftigen Haushaltschaden von Fr.
334'640.-- ergebe.

3.4 Die Klägerin macht dagegen geltend, die Annahme, dass die generelle
Reallohnerhöhung nur jüngeren Arbeitnehmern zugute komme, widerspreche
sämtlichen ökonomischen Erfahrungen, ergebe sich doch diese generelle
Reallohnerhöhung aus dem gesamthaften technischen Fortschritt, der sich
wiederum auf die reale Zunahme des Bruttosozialproduktes auswirke und alle
Arbeitnehmer in der gleichen Art und Weise profitieren lasse. Soweit ältere
Arbeitnehmer gesamthaft reale Einkommenseinbussen hinnehmen müssten, sei das
nicht eine Frage des generellen Reallohnanstiegs als vielmehr der
individuellen Reallohnentwicklung, vor allem infolge von Frühpensionierungen.
Es gehe im Rahmen einer Normhypothese nicht an, ältere Arbeitnehmer nur wegen
ihres Alters nicht an einer generellen, grundsätzlich alle Arbeitnehmer
gleich treffenden wirtschaftlichen Entwicklung infolge des allgemeinen
technischen Fortschritts teilhaben zu lassen, ergebe sich doch aus keinem
ökonomischen Erfahrungssatz oder einer Statistik ein derartiger, dem Üblichen
entsprechender Verlauf. So werde auch im Nominallohnindex des Bundesamtes für
Statistik keine Altersabstufung vorgenommen. Mit der entsprechenden
"Alters-Guillotine" habe die Vorinstanz ein offensichtlich sachfremdes
Element in einen Schätzungsparameter einbezogen. Sie habe insoweit Art. 42
Abs. 2 OR verletzt, indem sie nicht den üblichen Lauf der Dinge
berücksichtigt habe.

3.5 Die Beklagte macht dazu zunächst mit Hinweis auf die Ausführungen von
Massimo Pergolis/Cornelia Dürr Brunner (Ungereimtheiten beim Haushaltschaden,
HAVE 2005 S. 202 ff.) geltend, es sei überhaupt unwahrscheinlich, dass die
Reallöhne für Ersatzkräfte im Haushalt in Zukunft ansteigen würden. - Die
Lohnaussichten für Haushalthilfen seien in der Mittel- und
Langfristperspektive keineswegs so positiv, wie sie von den Autoren
Pribnow/Widmer/Sousa-Poza/Geiser (a.a.O., S. 37) und von Schätzle/Weber
dargestellt worden seien. Werde daran festgehalten, den Haushaltschaden als
normativen Schaden zu qualifizieren, sei eine Reallohnerhöhung überdies aus
einem dogmatischen Grund undenkbar. Solle die Entschädigung für den
Haushaltschaden anhand des Lohnes einer gleichwertigen Ersatzkraft bemessen
werden, so werde diese fiktive Ersatzkraft mit der verletzten
haushaltführenden Person älter und weniger leistungsfähig. Es sei
unwahrscheinlich, dass Arbeitgeber von Haushalthilfen ab Alter 50 diesen noch
Reallohnerhöhungen gewähren würden. Die Ausführungen von Schätzle/Weber
(Kapitalisieren, a.a.O. N. 4.19) bezögen sich eindeutig auf die
Lohnentwicklung der allgemeinen Wirtschaft und nicht der Hauswirtschaft. Auch
in der allgemeinen Wirtschaft sei jedoch seit etwa 2001 zu beobachten, dass
die Löhne ab Alter 50 "stehen blieben".

Weiter vertritt die Beklagte in ihrer Berufungsantwort in umfangreichen
Ausführungen den Standpunkt, die "SAKE-Methode" bzw. die "HAVE-Methode", d.h.
das Abstellen auf die entsprechenden statistischen Werte, bilde entgegen der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung schon an sich keine taugliche Grundlage
für die Berechnung des Haushaltschadens; es führe kein Weg an einer
Schadensermittlung aufgrund von Beweismassnahmen im konkreten Fall vorbei.
Die Bemessung des Haushaltschadens nach der HAVE-Methodik führe mit grosser
Wahrscheinlichkeit zu einer systematischen Überschätzung des effektiv
erlittenen Haushaltschadens, weshalb die in BGE 131 III 360 (E. 8.3)
angetönte Möglichkeit einer Praxisänderung weiter geprüft werden müsse. Teil
dieses systematischen Fehlers sei die von der Klägerin verlangte
Reallohnerhöhung.

3.6 Sofern die Beklagte mit ihrer allgemeinen Kritik an der von der
Vorinstanz angewandten abstrakten Methode der Schadensberechnung auf der
Basis der im Rahmen der SAKE erhobenen Werte eine Abänderung der durch die
Vorinstanz vorgenommenen Schadensberechnung für das Jahr 2005 als Basis für
die Ermittlung des künftigen Schadens anstrebt, kann darauf nicht eingetreten
werden. Denn die Beklagte legt nicht dar, in welchen Punkten sie die
Schadensberechnung der Vorinstanz konkret beanstandet und inwiefern davon
abzuweichen sei (Art. 55 Abs. 1 lit. b und c in Verbindung mit Art. 59 Abs. 3
OG). Die Beklagte zeigt auch nicht auf - und es ist, wie sich aus den
nachfolgenden Erwägungen ergibt, nicht ersichtlich - inwiefern ihre Kritik
für die Beurteilung der von der Klägerin aufgeworfenen Frage, ob bei der
Berechnung des künftigen Haushaltschadens eine Reallohnsteigerung zu
berücksichtigen sei, von Bedeutung sein soll. - Dass die Höhe des
Haushaltschadens, soweit sie von künftigen Reallohnerhöhungen abhängt, anders
als abstrakt aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung zu ermitteln ist, macht
die Beklagte selber nicht geltend.

Dennoch ist zur erhobenen Kritik zu bemerken, dass das Bundesgericht seine in
BGE 129 III 135 E. 4.2.2.1 begründete Rechtsprechung, wonach die SAKE eine
repräsentative Grundlage für die Ermittlung des Zeitaufwandes im Haushalt
darstelle, in zwei neueren Entscheiden vorbehaltlos bestätigt hat (BGE 131
III 360 E. 8.2.1; Urteil 4C.222/2004 vom 14. September 2004 E. 5.1;
zustimmend: Marc Schätzle, Lehren aus einer komplexen Schadensberechnung,
HAVE 2005 S. 46; Volker Pribnow, Nettolohn, Lohnentwicklung und
Haushaltschaden vor dem Bundesgericht, HAVE 2003 S. 51; kritisch:
Pergolis/Dürr Brunner, a.a.O., S. 202 ff.; Guy Chappuis, Le préjudice
ménager: Encore et toujours ou les errances du dommage normativ, HAVE 2004 S.
282 f.; Marcel Süsskind, Nachweis des Personenschadens, in HAVE
Personen-Schaden-Forum 2005, Verein Haftung und Versicherung [Hrsg.], Zürich
2005, S. 156 f.). Namentlich hat das Bundesgericht in E. 8.3 von BGE 131 III
360 keinen allgemeinen Methodenwechsel erwogen, wie die Beklagte vorbringt,
sondern bloss auf die Ausführungen der damaligen Vorinstanz Bezug genommen,
in denen die auf BGE 108 II 434 E. 3d zurückgehende Rechtsprechung betreffend
des für Entlöhnung der Arbeit einer Hausfrau gegenüber derjenigen einer
angestellten Hilfskraft zu gewährenden Qualitätszuschlags in Frage gestellt
worden war; im konkreten Fall musste aber nicht geprüft werden, ob insoweit
eine Praxisänderung in Frage komme (so auch in E. 5.4 des Urteils vom 14.
September 2004). Im vorliegenden Fall stellt sich die Frage nach dem
Qualitätszuschlag nicht, da die kantonalen Gerichte den Stundenansatz ohnehin
nicht mit einem solchen, sondern nach dem so genannten Spezialistenansatz
ermittelt haben (vgl. dazu Pribnow/Widmer/Sousa-Poza/Geiser, a.a.O., S. 34 f.
und die Kritik bei Pergolis/Dürr Brunner, a.a.O., S. 206 f.).
3.7
3.7.1 Das Bundesgericht hat sich in neuerer Zeit zweimal dafür ausgesprochen,
dass bei der Berechnung des Haushaltschadens grundsätzlich eine
Reallohnerhöhung zu berücksichtigen sei, ohne sich allerdings über den Umfang
derselben oder eine altersmässige Begrenzung explizit zu äussern.

Im Urteil 4C.276/2001 vom 26. März 2002 E. 7 (Pra 2002 S. 1127 ff.) verwarf
es den Einwand, es sei notorisch, dass die für Hausarbeit bezahlten Löhne
keine Reallohnsteigerung erführen; so werde sich der Bedarf an bezahlter
Haushalthilfe angesichts des veränderten Rollenverständnisses der Frauen in
der Schweiz, die sich vermehrt einer Berufstätigkeit ausserhalb des Hauses
zuwendeten, in den nächsten Jahren eher erhöhen, was nach dem Gesetz von
Angebot und Nachfrage zu einer Reallohnsteigerung führen dürfte, die bei der
Festlegung des Stundenansatzes berücksichtigt werden könne (grundsätzlich
zustimmend zur Berücksichtigung einer Reallohnerhöhung, aber hinsichtlich der
Höhe des entsprechend ermittelten Stundenansatzes kritisch: Marc Schaetzle,
Betreuungsschaden, marktgerechte Entlöhnung, und nominallohnindexierte,
lebenslängliche Rente, HAVE 2002 S. 279; überhaupt kritisch dagegen
Pergolis/Dürr Brunner, a.a.O., S. 208).

In BGE 131 III 360 E. 8.3 S. 374 bestätigte das Bundesgericht, dass der
kantonale Richter befugt ist, den für die Berechnung des Haushaltschadens
massgeblichen Stundenansatz etwas zu erhöhen, um zukünftigen Lohnerhöhungen
Rechnung zu tragen (zustimmend zur Berücksichtigung einer Reallohnerhöhung,
nicht aber zum gewährten Umfang: Volker Pribnow/Markus Zimmermann,
Einkommensnachweis, Omnikongruenz und Haushaltsschaden, HAVE 2005 S. 146;
kritisch: Pergolis/Dürr Brunner, HAVE 2005 S. 203, 206 und 210).

Hinsichtlich der Frage, ob eine Reallohnerhöhung nur bis zu einem bestimmten
Alter, insbesondere bis zum 50. Altersjahr, zu berücksichtigen sei, lässt
sich aus dem Urteil vom 26. März 2002 nichts entnehmen. Denn das
Bundesgericht folgte darin der Annahme der Vorinstanz, dass die damalige
Klägerin nach dem 31. August 2017 - d.h. im Alter von 47 Jahren - in einem
Heim Aufnahme finden werde, das auch die gesamte Hausarbeit für sie
übernehmen werde, so dass von dann an kein zusätzlicher unfallbedingter
Ausfall der Fähigkeit der Klägerin zur Hausarbeit zu ersetzen sei (E. 5 und 7
des zitierten Urteils). Die in BGE 131 III 360 erfolgte Bestätigung des
Grundsatzes, dass bei der Berechnung des Haushaltschadens eine
Reallohnerhöhung berücksichtigt werden dürfe, ist für die vorliegend zu
entscheidende Frage insoweit beachtlich, als die damalige Klägerin im
Urteilszeitpunkt der letzten kantonalen Instanz bereits 50-jährig war;
immerhin hat das Bundesgericht insoweit keine expliziten Erwägungen
angestellt. Es konnte sich im Übrigen darauf beschränken, den von der
Vorinstanz angewandten Stundenansatz von Fr. 30.-- als im Ermessen des
Gerichts liegend zu bezeichnen, weshalb davon nicht abzuweichen sei. Zu
einzelnen Berechnungsfaktoren dieses Stundenansatzes hat es sich nicht
geäussert.

3.7.2 Die Vorinstanz hat den Haushaltschaden abstrakt, nach dem Aufwand
berechnet, den eine entgeltlich eingesetzte Ersatzkraft der Klägerin für die
Erledigung des Haushalts verursachen würde. Für die Bestimmung des
zukünftigen Haushaltschadens ist somit massgeblich, inwieweit zu erwarten
ist, dass dieser Aufwand aufgrund der Reallohnentwicklung einer
gleichaltrigen und damit gleich leistungsfähigen Ersatzkraft in Zukunft
zunehmen wird.

3.7.2.1 Die Frage, ob generell, d.h. ohne nach Altersstufen oder Berufen zu
differenzieren, angenommen werden darf, dass die Löhne von Arbeitnehmern im
Durchschnitt real ansteigen werden, wird in der Lehre kontrovers diskutiert
und ist von der Rechtsprechung bislang nicht beantwortet worden.
Schätzle/Weber postulieren aufgrund der AHV-Statistik 1995 und aufgrund einer
Zusammenstellung von Prognosen aus den 90-er Jahren über die künftige
Reallohnentwicklung, von einer jährlichen, grundsätzlich allen Arbeitnehmern
gleichmässig zukommenden Reallohnerhöhung von 1 % pro Jahr auszugehen
(Schätzle/Weber, Kapitalisieren, a.a.O., Rz. 3.458, 4.19, 4.41 f.; dieselben,
Barwerttafeln - Neue Rechnungsgrundlagen für den Personenschaden, in Tercier
[Hrsg.], Kapitalisierung - Neue Wege, Freiburg 1998, S. 105 ff.; dieselben,
Von Einkommensstatistiken zum Kapitalisierungszinsfuss, AJP 1997 S. 1112 f.).
Ob dieser These zu folgen sei und eine statistisch ausgewiesene erwartbare
Einkommensentwicklung allgemein als Normhypothese der Schadensberechnung
zugrunde zu legen ist, hat das Bundesgericht in BGE 129 III 135 (E. 2.2 S.
141 f. und E. 2.3.2.1 S. 145 f.) im Zusammenhang mit der Berechnung des
Schadens aus Erwerbsausfall des Geschädigten ausdrücklich offen gelassen
(vgl. Pribnow, a.a.O., HAVE 2003 S. 51; vgl. dazu auch BGE 125 III 312 E.
5c); das kantonale Gericht hatte den künftigen Erwerbsausfall damals
entsprechend dem Gebot, soweit wie möglich die konkreten Umstände des zu
beurteilenden Falles zu berücksichtigen (BGE 131 III 360 E. 5.1; 116 II 295
E. 3a/aa), aufgrund von konkreten Umständen ermittelt und eine künftige
Reallohnerhöhung ausgeschlossen, womit es eine im Berufungsverfahren
grundsätzlich nicht überprüfbare Tatsachenfeststellung (Art. 63 Abs. 2 OG)
getroffen hatte. Immerhin merkte das Bundesgericht dabei an, es sei allgemein
zu beobachten, dass für Personen ab einem bestimmten Alter keine grossen
Lohnveränderungen mehr zu erwarten seien, namentlich die tieferen Löhne ihr
Maximum vor dem 50. Altersjahr erreichten (BGE 129 III 135 E. 2.3.2.1 S. 146
mit Hinweis auf Schätzle/Weber, Kapitalisieren, a.a.O., Rz. 2.59, 4.39 und
4.40; kritisch dazu David Dorn/Thomas Geiser/Christoph Senti/ Alfonso
Sousa-Poza, Die Berechnung des Erwerbsschadens mit Hilfe von Daten der
Lohnstrukturerhebung, in: Verein Haftung und Versicherung [Hrsg.], HAVE
Personen-Schaden-Forum 2005, Zürich 2005, S. 55).

Für die These von Schätzle/Weber, wonach in Zukunft allgemein von einer
Reallohnsteigerung von 1 % im Jahr auszugehen sei, sprechen sich
Dorn/Geiser/Senti/Sousa-Poza aus (Dorn/Geiser/Senti/Sousa-Poza, a.a.O., S. 46
f., 50). Sie führen die allgemeine Lohnsteigerung namentlich auf den
Produktivitätsanstieg der einzelnen Arbeitnehmer aufgrund des technischen
Fortschritts und aufgrund kapitalintensiverer Produktion zurück. Gegen die
Berücksichtigung einer allgemeinen realen Lohnerhöhung sprechen sich hingegen
Süsskind (a.a.O., S. 150), Lukas Wyss (Neue Tendenzen in der Berechnung von
Invaliditäts- und Versorgerschäden, in Tercier [Hrsg.], Kapitalisierung -
Neue Wege, Freiburg 1998, S. 197) sowie Pergolis/Dürr Brunner (a.a.O., S.
208) aus. Diese Autoren halten im Wesentlichen dafür, die
AHV-Einkommensstatistik sei für die Zukunft nicht aussagekräftig, da nicht
davon auszugehen sei, dass sich die Verhältnisse auf den Arbeitsmärkten in
der Zukunft ungefähr wie diejenigen in der Vergangenheit entwickeln würden;
dies begründen sie insbesondere mit der Globalisierung, der
Personenfreizügigkeit mit der Europäischen Union sowie länger greifenden
Restrukturierungsprozessen im Wirtschaftsleben und deren Auswirkungen auf den
Arbeitsmarkt. Es müsse daher weiterhin aufgrund der konkreten Umstände
(Beruf, Wirtschaftszweig, Geschlecht, Alter, Qualifikation etc.) im
Einzelfall differenziert werden.

3.7.2.2 Im vorliegenden Fall ist allerdings nicht die vom Bundesgericht
bisher offen gelassene Frage zu beantworten, ob bei der Ermittlung des
künftigen Schadens aus Erwerbsausfall allgemein und abstrakt eine
Reallohnerhöhung von 1 % berücksichtigt werden darf. Zu beachten ist, dass
bei entsprechenden Berechnungen des Erwerbsausfallschadens regelmässig
konkrete Umstände des Einzelfalls, insbesondere die berufliche Situation des
Geschädigten berücksichtigt werden können, aufgrund derer sich auf dessen
künftige hypothetische Lohnentwicklung schliessen lässt. Die künftige
Entwicklung des Lohnniveaus von Ersatzkräften als Berechnungsfaktor des
Haushaltschadens, wie sie hier umstritten ist, lässt sich dagegen weitgehend
nur abstrakt ermitteln (vgl. dazu BGE 127 III 403 E. 4b; 129 III 135 E. 4.2.1
S. 152; Urteil vom 14. September 2004, a.a.O., E. 5.4). Insoweit muss die
Ermittlung des künftigen Schadens aufgrund von Hypothesen und Schätzungen
nach der allgemeinen Lebenserfahrung (Art. 42 Abs. 2 OR) vorgenommen werden,
die soweit als möglich durch statistische Untersuchungen abzustützen sind
(vgl. BGE 108 II 434 E. 3a S. 437; Hans Peter Walter, Die Rechtsprechung des
Bundesgerichts zum Haushaltschaden, in: Atilay Ileri [Hrsg.], Die Ermittlung
des Haushaltschadens nach Hirnverletzung, Zürich 1995, S. 29). Die den
Schätzungen innewohnenden Ungewissheiten legen dabei nahe, nach einfachen und
klaren Kriterien zu suchen, im Interesse einer rechtsgleichen Anwendung des
Haftpflichtrechts und überschaubarer Berechnungen (Walter, a.a.O., S. 38 f.;
Marc Schätzle/Stephan Weber, Kapitalisieren, a.a.O., Rz. 3.459; dieselben,
Einkommensstatistiken, a.a.O., AJP 1997 S. 1115; vgl. dazu auch BGE 125 III
312 E. 5b).

Insoweit - und auch angesichts der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zur
Frage der Berücksichtigung von Reallohnerhöhungen für Ersatzkräfte im
Haushalt (vgl. Erwägung 3.7.1 oben) - ist der Vorinstanz beizupflichten, wenn
sie mit der Erstinstanz gestützt auf die Ausführungen von Schätzle/Weber
grundsätzlich annahm, es sei künftig von einer allgemeinen Reallohnsteigerung
von 1 % im Jahresdurchschnitt auszugehen, die bei der abstrakten Berechnung
des künftigen Haushaltschadens zu berücksichtigen sei (Schätzle/Weber,
Kapitalisieren, a.a.O., Rz. 3.458, 3.520; im gleichen Sinne auch Marc
Schätzle, Lehren, a.a.O., HAVE 2005 S. 47; derselbe, Der Schaden und seine
Berechnung, in: Geiser/Münch [Hrsg.], Schaden - Haftung - Versicherung,
Basel/Genf/München 1999, Rz. 9.66; Pribnow/Zimmermann, a.a.O., S. 146). Die
entsprechende Annahme lässt sich vergangenheitsbezogen auf statistische
Grundlagen und zukunftsbezogen auf eine Reihe von Szenarien und Prognosen von
Konjunktur- und Wirtschaftsexperten (vgl. Schätzle/Weber, Kapitalisieren,
a.a.O., Rz. 4.19 f. und die dort erwähnte Übersicht bei denselben,
Barwerttafeln - Neue Rechnungsgrundlagen, a.a.O., S. 105 ff.) stützen und
erscheint als fundierter begründet als die Meinung, Reallohnsteigerungen
seien in Zukunft überhaupt unwahrscheinlich. Die Behauptung der Beklagten,
die Löhne in der Hauswirtschaft würden künftig eine grundsätzlich andere
Entwicklung erfahren als diejenigen in der allgemeinen Wirtschaft, ist im
Übrigen nicht erhärtet.

3.7.2.3 Wie die Vorinstanz zutreffend in Erwägung gezogen hat, haben
Schätzle/Weber angesichts des Umstandes, dass die Einkommen ab dem 50.
Altersjahr statistisch konstant blieben oder gar rückläufig seien, zwar
vorgeschlagen, nur bis zum Alter von 50 Jahren von einer jährlichen
generellen Einkommensentwicklung von 1 % auszugehen (Schätzle/Weber,
Kapitalisieren, a.a.O., Rz. 3.459, 3.462; dieselben, a.a.O., AJP 1997 S. 112
f.). Die Vorinstanz hat dabei aber die weiteren Ausführungen der genannten
Autoren unberücksichtigt gelassen, wonach die Annahme eines konstanten
Einkommens ab Alter 50 nur bei einer Durchschnittsbetrachtung zutreffe, bei
der auch die Invalidisierungswahrscheinlichkeit einberechnet sei. Die
invaliditätsbedingten Lohnreduktionen sowie Einkommensminderungen wegen
vorzeitiger Pensionierung würden teilweise von der AHV-Einkommensstatistik
erfasst und lieferten die Erklärung für den Einkommensrückgang bei älteren
Arbeitnehmern. Die Invalidisierungswahrscheinlichkeit dürfe daher nicht bei
der Kapitalisierung über die Anwendung der Aktivitätstafeln, in denen das
Invaliditätsrisiko erfasst sei, doppelt berücksichtigt werden. Werde der
Erwerbsschaden weiterhin mit Aktivitätstafeln kapitalisiert, so sei davon
auszugehen, dass auch ältere, nicht-invalide Arbeitnehmer und
Arbeitnehmerinnen längerfristig bis zur Pensionierung mit
Reallohnsteigerungen rechnen könnten (zum Ganzen Schätzle/Weber,
Kapitalisieren, a.a.O., Rz. 3.465 und 4.41 f., mit Hinweis auf Nicolas
Eschmann, Évolution des revenus du travail, in Tercier [Hrsg.],
Kapitalisierung - Neue Wege, Freiburg 1998, S. 240; vgl. auch Schätzle/Weber,
Einkommensstatistiken, a.a.O., AJP 1997 S. 1114).

Indem die Vorinstanz den Haushaltschaden in zutreffender Anwendung der
neusten Rechtsprechung (BGE 129 III 135 E. 4.2.2.3 S. 159 f.) mit den
Aktivitätstafeln kapitalisierte und ungeachtet der weiteren Ausführungen von
Schätzle/Weber eine Reallohnsteigerung ab Alter 50 nicht berücksichtigte, hat
sie die Invalidisierungswahrscheinlichkeit doppelt berücksichtigt, was nicht
haltbar ist und eine unrichtige Ausübung ihres Ermessens bei der
Schadensermittlung bedeutet. Vielmehr hätte sie bei der Berechnung des
Haushaltschadens der Klägerin bis zum mutmasslichen Pensionsalter von 64
Jahren (Art. 21 Abs. 1 lit. b AHVG) eine Reallohnsteigerung von 1 % jährlich
berücksichtigen müssen, entsprechend dem statistisch bzw. prognostisch
fundierten Erfahrungssatz, dass auch ältere, nicht invalide Arbeitnehmer
längerfristig bis zur Pensionierung mit solchen Reallohnsteigerungen rechnen
können.

Ab dem Zeitpunkt der ordentlichen Pensionierung ist demgegenüber nach
allgemeiner Lebenserfahrung davon auszugehen, dass die Arbeitskraft der
geschädigten Person, für deren Verlust Ersatz zu leisten ist, auch im
Validenfall allmählich nachlassen würde und entweder Hilfen für bestimmte
Arbeiten beigezogen oder diese nicht mehr erledigt, also Qualitätseinbussen
in Kauf genommen würden. Auch eine Ersatzkraft mit entsprechend nachlassender
Leistungskraft, nach deren Entlöhnungsaufwand der zu ersetzende Schaden zu
bemessen ist (Erwägung 3 vorne), kann nicht mehr mit Reallohnerhöhungen
rechnen. Eine entsprechend positive Lohnentwicklung lässt sich für die
Arbeitnehmer nach dem ordentlichen Pensionierungsalter denn auch statistisch
in keiner Weise belegen. Die Vorinstanz hat demnach kein Bundesrecht
verletzt, indem sie bei der Berechnung des künftigen Haushaltschadens für die
Zeit ab der ordentlichen Pensionierung keine Reallohnerhöhung mehr
berücksichtigte.

Das Urteil der Vorinstanz ist daher soweit aufzuheben, als sie bei der
Berechnung des künftigen Haushaltschadens die zu erwartende
Reallohnentwicklung von Ersatzkräften in der Hauswirtschaft bis ins Jahr, in
dem die Klägerin das Pensionsalter erreicht, unberücksichtigt liess. Die
Berechnung ist insoweit neu vorzunehmen. Der Reallohnsteigerung kann dabei
dadurch Rechnung getragen werden, dass der Kapitalisierungszinsfuss um 1 %
auf 2.5 % reduziert wird, wie es die Erstinstanz getan hat (Schätzle/Weber,
Kapitalisieren, a.a.O., Rz. 2.119, 4.25).

3.7.2.4 Aufgrund des Gesagten ergibt sich per 28. Juni 2005 folgende neue
Schadensberechnung:

Kapitalisierter Haushaltschaden bis im Zeitpunkt der ordentlichen
Pensionierung der Klägerin im Jahre 2016:

Haushaltschaden unter Berücksichtigung des Invaliditätsgrades der Klägerin im
Jahre 2005 = Fr. 19'627.-- (Stundenansatz Fr. 28.20)

Kapitalisierungsfaktor = 9.32 (Staufer/Schätzle, Barwerttafeln, [Leonardo I],
Zürich 2001, Tafel 32y [Temporäre Aktivitätsrente: Kapitalisierungszinsfuss =
2,5 %; Alter der Klägerin im Urteilszeitpunkt der Vorinstanz 53 Jahre; Dauer
bis zur ordentlichen Pensionierung der Klägerin am 30. Juli 2016 = 11 Jahre])

9.32 x 19'627.-- = Fr. 182'923.65

Kapitalisierter Haushaltschaden ab dem Jahr 2016 bis Ende Aktivität:

Haushaltschaden unter Berücksichtigung des Invaliditätsgrades der Klägerin im
Jahre 2016 = Fr. 21'896.15 (Stundenansatz = Fr. 31.46)

Kapitalisierungsfaktor = 8.17 (Staufer/Schätzle, a.a.O., Tafel 14y
[aufgeschobene Aktivitätsrente: Kapitalisierungszinsfuss = 3,5 %; Alter der
Klägerin im Urteilszeitpunkt der Vorinstanz 53 Jahre; Aufschub bis zur
ordentlichen Pensionierung der Klägerin am 30. Juli 2016 = 11 Jahre])

8.17 x 21'896.15. = Fr. 178'891.55

Kapitalisierter Haushaltschaden Total:

Fr. 182'923.65 + Fr. 178'891.55 = Fr. 361'815.20
===========

4.
Die Vorinstanz hat der Klägerin unter den Titeln vorübergehender
Erwerbsschaden, vorübergehender Haushaltschaden, zukünftiger Haushaltschaden,
Genugtuung und vorprozessuale Anwaltskosten unter Berücksichtigung von
Zahlungen der Beklagten einen Betrag von insgesamt Fr. 665'814.--
zugesprochen. Dieser Betrag ist um die Differenz von Fr. 27'175.20 zwischen
dem vorinstanzlich für den künftigen Haushaltschaden zugesprochenen Betrag
von Fr. 334'640.-- und dem vorstehend ermittelten Betrag (Fr. 361'815.20) auf
Fr. 692'989.20 zu erhöhen.

5.
Die Beklagte macht geltend, die Klägerin verlange in ihrem Berufungsantrag zu
Unrecht die Verzinsung der ihr von der Vorinstanz zugesprochenen Beträge ab
verschiedenen Daten bis zur Zahlung. Dies sei insofern ungerechtfertigt, als
die Beklagte der Klägerin am 20. Juli 2005 auf entsprechende Abrechnung hin
eine sofortige Zahlung offeriert habe, wenn sie den Vorbehalt der Berufung
zurückziehe. Die Klägerin habe darauf nicht geantwortet. Mit der
unbeantworteten Offerte sei die Klägerin in Verzug (Art. 91 OR) geraten und
damit sei der Zinsenlauf unterbrochen. Die Klägerin könne mit der Berufung
nicht Zinsgewinne erwirtschaften.

Die Vorinstanz hat der Klägerin Schadenszins auf verschiedenen Beträgen ab
den jeweils massgeblichen Zeitpunkten zugesprochen, was die Beklagte nicht
beanstandet (vgl. dazu BGE 131 III 12 E. 9). Der Schadenszins soll den
Nachteil ausgleichen, der dadurch entsteht, dass ein Kapital nicht genutzt
werden kann, und erfüllt denselben Zweck wie der Verzugszins; er läuft bis
zum Tag der Zahlung des Schadenersatzes, ohne dass eine Mahnung oder ein
Verzug des Schuldners erforderlich ist (BGE 131 III 12 E. 9.1). Entsprechend
seinem Zweck ist auch beim Schadenszins, analog zur Rechtslage beim
Verzugszins, davon auszugehen, dass er nicht mehr anfällt, wenn der Schuldner
dem Gläubiger die Leistung nach Art. 91 OR gehörig anbietet, dieser sie aber
verweigert, und damit in Gläubigerverzug gerät. Gläubigerverzug schliesst
Schuldnerverzug als Anspruchsvoraussetzung von Verzugszins (Art. 104 Abs. 1
OR) aus (Wiegand, Basler Kommentar, N. 12 zu Art. 102 OR). Entsprechend
schliesst die ungerechtfertigte Verweigerung der Annahme einer
Schadenersatzzahlung den Anspruch auf Schadenszins wegen Ausbleibens der
Zahlung aus. Indessen liegt ein gehöriges Angebot der Zahlung nur vor, wenn
die Zahlung darin nicht an Bedingungen geknüpft wird, es sei denn, solche
wären von einer vertraglichen Vereinbarung gedeckt (Bernet, Basler Kommentar,
N. 3 zu Art. 91 OR). Indem die Beklagte ihre sofortige Zahlung vom Verzicht
auf eine Berufung gegen das vorinstanzliche Urteil abhängig machte, hat sie
ihr Erfüllungsangebot an eine ungerechtfertigte Bedingung geknüpft. Damit
vermochte sie den Zinsenlauf nicht abzubrechen.

6.
Zusammenfassend ist die Berufung soweit teilweise gutzuheissen, als sie sich
gegen die Berechnung des künftigen Haushaltschadens ohne Berücksichtigung
einer Reallohnsteigerung wendet. Im Mehrumfang ist sie abzuweisen.

Die Klägerin erhält bezüglich des kapitalisierten künftigen Haushaltschadens
einen um rund Fr. 27'000.-- höheren Betrag zugesprochen als durch die
Vorinstanz. Mit Blick auf die im vorliegenden Verfahren strittigen rund Fr.
160'000.-- obsiegt sie somit zu rund 1/6. Entsprechend ist die Gerichtsgebühr
zu 5/6 der Klägerin und zu 1/6 der Beklagten aufzuerlegen (Art. 156 Abs. 1
und 3 OG). Ferner hat die Klägerin der Beklagten eine reduzierte
Prozessentschädigung zu bezahlen (Art. 159 Abs.1-3 OG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Berufung wird teilweise gutgeheissen und Dispositiv Ziffer 2 des Urteils
des Obergerichts des Kantons Zug vom 28. Juni 2005 aufgehoben und durch
folgende Fassung ersetzt:

"Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin Fr. 692'989.20 zuzüglich Zins
zu 5 %
seit 1. Oktober 1998 auf Fr. 238'414.--
seit 20. September 1990 bis 22. Juni 2000 auf Fr. 50'000.--
seit 23. Juni 2000 auf  Fr. 37'760.--
seit 11. Dezember 2001 auf  Fr. 55'000.--
seit 28. Juni 2005 auf Fr. 361'815.20
zu bezahlen."

Im Mehrumfang wird die Berufung abgewiesen.

2.
Die Gerichtsgebühr von insgesamt Fr. 6'000.-- wird im Umfang von Fr. 5'000.--
der Klägerin und im Umfang von Fr. 1'000.-- der Beklagten auferlegt.

3.
Die Klägerin hat die Beklagte für das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr.
4'700.-- zu entschädigen.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Zug,
Zivilrechtliche Abteilung, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 17. Januar 2006

Im Namen der I. Zivilabteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident:  Der Gerichtsschreiber: