Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

I. Zivilabteilung 4C.314/2005
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4C.314/2005 /sza

Urteil vom 17. Januar 2006

I. Zivilabteilung

Bundesrichter Corboz, Präsident,
Bundesrichterinnen Klett, Kiss,
Gerichtsschreiber Widmer.

A. ________,
Beklagter und Berufungskläger, vertreten durch Fürsprecher Pierre Weber,

gegen

Bank B.________,
rue de Lausanne 17, case postale, 1211 Genève,
Klägerin und Berufungsbeklagte, vertreten durch Fürsprecher Ulrich Hirt.

Aktienkaufvertrag; Darlehensvertrag, Bürgschaft,

Berufung gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Bern, Appellationshof,
2. Zivilkammer, vom 8. Juni 2005.

Sachverhalt:

A.
A.a A.________ (Beklagter) war Alleinaktionär der D.________ AG in Glarus.
Diese erwarb mit Aktienkaufvertrag vom 18. Juni 1987 von der E.________ AG,
das (gesamte) Aktienpaket an der Société de l'Hôtel F.________ SA. Die
F.________ SA war Eigentümerin der Résidence G.________ (Apparthotel) in
Genf, d.h. der Besitz des Aktienpakets vermittelte das wirtschaftliche
Eigentum an der Liegenschaft Résidence G.________ in Genf. Die Verkäuferin,
E.________ AG, wurde von H.________ beherrscht, mit dem der Beklagte seit
Jahren befreundet war und zahlreiche Immobiliengeschäfte getätigt hatte.
Grundlage des Kaufentscheids bildete ein Kurzexposé, das von I.________, dem
Direktor der "H.________-Unternehmen", verfasst und dem Beklagten am 15. Juni
1987 übergeben worden war. Darin ist eine Berechnung des zukünftigen
Mietertrags enthalten, der auf total brutto Fr. 1'878'500.-- p.a. geschätzt
wird. Sodann wird ein Kaufpreis von Fr. 22,1 Mio. vorgesehen, zu dem der Kauf
schliesslich auch abgeschlossen wurde.

Mit Vertrag vom 14. Juli/11. August 1988 gewährte die Schweizerische Bank
C.________, die später von der Bank B.________ (Klägerin; nachfolgend wird
der Einfachheit halber auch die Bank C.________ als Klägerin bezeichnet)
übernommen wurde, der D.________ AG ein Darlehen von Fr. 12,8 Mio. für den
vorgenannten Aktienkauf. Als Sicherheit wurde der Klägerin ein
Inhaberschuldbrief, lastend auf der Liegenschaft Résidence G.________ über
Fr. 12,8 Mio. übergeben. Der F.________ SA gewährte die Klägerin direkt ein
Darlehen von Fr. 3,2 Mio. Die Verhandlungen mit der Bank über diese Darlehen
zur Finanzierung des erwähnten Kaufgeschäfts vom 18. Juni 1987 wurden im
Auftrag der Kreditnehmerinnen weitgehend von I.________ geführt.

Der Beklagte verpflichtete sich, für das Darlehen über Fr. 12,8 Mio., das die
Klägerin der D.________ AG gewährt hatte, bis zu einem Höchstbetrag von Fr.
15'360'000.-- als Solidarbürge einzustehen. Gleichentags ging der Beklagte
auch eine Solidarbürgschaft über Fr. 3'840'000.-- zur Sicherung des Kredits
über Fr. 3,2 Mio. ein, den die Klägerin der F.________ SA direkt gewährt
hatte. Der Bürgschaftsvertrag über Fr. 15'360'000.-- datiert vom 12. August
1988, bezeichnet P.________ als Ort der Unterzeichnung und enthält die
Unterschrift des Beklagten. In dem darauf hin erstellten und zum
Bürgschaftsvertrag gehörenden "act authentique", datierend vom gleichen Tag,
hat Notar K.________ die Solidarbürgschaft verurkundet. Effektiv wurde der
Vertrag allerdings am 11. August 1988 unterzeichnet und am gleichen Tag in
L.________ notariell verurkundet.

A.b Der Darlehensvertrag über Fr. 12,8 Mio. enthält zwei Vorbehalte, die wie
folgt lauten (im Folgenden auch bloss als "die Bedingungen" bezeichnet):
"Die Auszahlung des Darlehens ist davon abhängig, dass
1.die Expertise des Architekten M.________ den neuen Verkehrswert der
Liegenschaft bestätigt,
2.der Nettoertragswert ab 1. August 1988 Fr. 1,358 Millionen beträgt."
Die Klägerin zahlte das Darlehen an die D.________ AG aus, obwohl diese
Vorbehalte nicht erfüllt waren. - Der von der Klägerin beauftragte Experte
M.________ hatte den "valeur de gage" der Liegenschaft mit seinem Gutachten
vom 4. Juli 1988 auf Fr. 16 Mio. beziffert, bei einem Anlagewert von Fr. 12,7
Mio. und einem kapitalisierten Ertragswert von Fr. 18,1 Mio. Das
entsprechende Gutachten wurde dem Beklagten vor dem Abschluss des
Darlehensvertrages vom 14. Juli/11. August 1988 und der Auszahlung des
Darlehens nicht ausgehändigt.

Das Geschäft mit dem Apparthotel Résidence G.________ entwickelte sich nicht
wie von den Parteien des Kaufvertrags angenommen. Auch Ende 1991, nach Ablauf
einer von den Parteien nachträglich, am 30. Juni 1989 vereinbarten
Defizitgarantie (sog. 3-Jahres-Plan), war keine entscheidende Verbesserung
festzustellen. Die Zahlungsverzögerungen bei den Schuldzinsen häuften sich.

B.
Mit Teilklage vom 29. November 1995 beim Appellationshof des Obergerichts des
Kantons Bern, 2. Zivilkammer, (im Folgenden "Appellationshof") forderte die
Klägerin vom Beklagten aufgrund der Solidarbürgschaft die fälligen Zinsen per
31. Dezember 1991 und per 30. Juni 1992 auf dem der D.________ AG gewährten
Darlehen über Fr. 12,8 Mio. Sie beantragte mit im Laufe des Verfahrens
modifiziertem Rechtsbegehren, den Beklagten zu verpflichten, ihr einen Betrag
von Fr. 986'016.05 zuzüglich Zins zu 7.5 % auf Fr. 483'070.20 seit dem 1.
Januar 1992 und auf Fr. 502'945.85 seit dem 1. Juli 1992 zu bezahlen und den
Rechtsvorschlag in der angehobenen Betreibung aufzuheben. Eventuell sei der
Beklagte zu verurteilen, der Klägerin einen Betrag von Fr. 1'162'960.04 zu
bezahlen.
Der Beklagte schloss mit Klageantwort vom 5. März 1996 auf Abweisung der
Klage und erhob gleichzeitig Widerklage mit dem folgenden, während des
Verfahrens geänderten Begehren:
"1.Constater que le défendeur et demandeur reconventionnel n'est pas lié à la
demanderesse et défenderesse reconventionnelle par les actes de cautionnement
datés du 12.8.1988 suivants:
1.1 Cautionnement d'un prêt de Fr. 12.8 mio consenti à D.________ AG le
14.7.1988 jusqu'à concurrence d'un montant maximum de 15.36 mio;
1.2cautionnement d'un prêt de 3.2 mio consenti à la SI F.________ SA le
14.7.1988 jusqu'à concurrence d'un montant maximum de 3.84 mio.

2. Condamner la demanderesse et défenderesse reconventionelle à payer les
montants suivants au défendeur et demandeur reconventionnel:
2.1 CHF 6'100'000.00 avec intérêt à 6.15% dès le 1.8.1988
2.2 CHF 250'000.-- avec intérêt à 5% dès le 1.1.1998.
(...)."
Der Beklagte stellte sich im Wesentlichen auf den Standpunkt, die Bürgschaft
für das Darlehen an die D.________ AG sei hinfällig, weil der
Darlehensvertrag zwischen der D.________ AG und der Klägerin nicht gültig
zustande gekommen sei. Zum einen habe die Klägerin das Darlehen ausbezahlt,
obwohl die Bedingungen im Darlehensvertrag, dass der Experte M.________ den
Verkehrswert und den Ertragswert der Liegenschaft Résidence G.________
bestätigen müsse, nicht erfüllt gewesen seien. Zum anderen hätte sich die
D.________ AG bzw. der Beklagte nicht auf das Darlehen vom 14. Juli/11.
August 1998 eingelassen, wenn ihr bzw. ihm die Expertise M.________ durch die
Klägerin, H.________ und I.________ nicht in Täuschungsabsicht unterschlagen
worden wäre, und sie bzw. er demnach gewusst hätte, dass der Kaufpreis für
die F.________ SA bzw. deren Liegenschaft dermassen übersetzt sei. - Die
Verträge mit der Klägerin seien für ihn von H.________ und I.________, denen
er vollends vertraut habe, ohne seine Beteiligung ausgehandelt worden. Er sei
entsprechend auch beim Eingehen der Bürgschaft getäuscht worden. Da er
überdies bei der notariellen Verurkundung der Bürgschaft durch Notar
K.________ am 12. August 1988 nicht anwesend gewesen sei, sei die Bürgschaft
formungültig. Im Zusammenhang mit der Widerklage machte der Beklagte geltend,
die Klägerin habe ihre vertraglichen Verpflichtungen als Darlehensgeberin
verletzt und dadurch der D.________ AG einen Schaden zugefügt. Er mache
entsprechend Schadenersatz geltend, nachdem ihm die D.________ AG die
entsprechenden Forderungen abgetreten habe. Ferner forderte er Schadenersatz
für die von ihm im Zusammenhang mit dem "F.________-Geschäft" angestrengten
Strafverfahren gegen H.________, Notar K.________ sowie I.________ und
N.________, den Leiter der Genfer Niederlassung der Klägerin.

Der Appellationshof verpflichtete den Beklagten mit Urteil vom 9. Juni 2005
unter weitgehender Gutheissung der Klage, der Klägerin Fr. 960'000.--
zuzüglich Zins zu 7,5 % auf Fr. 480'000.-- seit dem 1. Januar 1992 und auf
Fr. 480'000.-- seit dem 1. Juli 1992 zu bezahlen. Im entsprechenden Umfang
hob er den Rechtsvorschlag in der gegen den Beklagten angehobenen Betreibung
auf. Die Widerklage wies der Appellationshof ab.

C.
Gegen dieses Urteil führt der Beklagte eidgenössische Berufung mit den
Anträgen, die Klage abzuweisen und die Widerklage gutzuheissen. Eventuell sei
die Sache an den Appellationshof zurückzuweisen.

Die Klägerin schliesst auf Abweisung der Berufung, soweit darauf eingetreten
werden kann.

D.
Eine in gleicher Sache erhobene staatsrechtliche Beschwerde des Beklagten hat
das Bundesgericht mit Urteil vom heutigen Tag abgewiesen, soweit darauf
einzutreten war (Verfahren 4P.252/2005).

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

1.
Umstritten ist zunächst, ob der Darlehensvertrag zwischen der Klägerin und
der D.________ AG gültig zustande gekommen und die Bürgschaftsschuld des
Beklagten demnach überhaupt entstanden ist (Art. 492 Abs. 2 OR). Nach den
Feststellungen der Vorinstanz zahlte die Klägerin das Darlehen an die
D.________ AG aus, obwohl der Architekt M.________ den neuen Verkehrs- bzw.
Ertragswert der Liegenschaft "F.________ SA" nicht bestätigt hatte und die
entsprechenden Bedingungen im Darlehensvertrag vom 14. Juli/11. August 1998
somit nicht erfüllt waren. Der Beklagte ist der Auffassung, die Vorinstanz
habe zu Unrecht angenommen, dass die Bedingungen einzig im Interesse der
Klägerin in den Darlehensvertrag aufgenommen worden seien und der
Darlehensvertrag daher trotz des Nichteintritts derselben gültig zustande
gekommen sei.

1.1 In der Literatur wird die Auffassung vertreten, der durch eine Bedingung
Begünstigte könne jedenfalls dann auf deren Eintritt verzichten, wenn dadurch
keine unakzeptable Rechtsunsicherheit zu Lasten der anderen Partei entstehe
(Ehrat, Basler Kommentar, N. 8 der Vorbemerkungen zu Art. 151-157 OR;
Guhl/Merz/Koller/Druey, Das Schweizerische Obligationenrecht, 9. Aufl.,
Zürich 2000, § 9 Rz. 17 mit Hinweis auf BGE 95 II 523 E. 5 S. 530 f.).

Richtig besehen handelt es sich dabei indes um eine Frage der
Vertragsauslegung, die nur aufgrund der konkreten Umstände beantwortet werden
kann. Den Vertragschliessenden steht ohne weiteres offen, ihre Vereinbarung
so auszugestalten, dass keine der Parteien einseitig auf den Eintritt einer
Bedingung verzichten kann. Haben aber die Parteien dies nicht ausdrücklich
vorgesehen und eine Bedingung im Interesse nur eines einzelnen
Vertragspartners vereinbart, wird das Auslegungsergebnis in aller Regel dahin
lauten, es stehe nach dem übereinstimmenden Parteiwillen in dessen Belieben,
am Vertrag trotz Nichteintritts der Bedingung festzuhalten bzw. dessen
Vollzug zu verlangen. Nach Treu und Glauben darf der Begünstigte annehmen,
die Gegenpartei hätte dem Vertrag auch ohne die für sie belastende Bedingung
zugestimmt. Anders waren die Umstände in dem von der Klägerin zitierten BGE
95 II 523 E. 5 S. 531, wo das Bundesgericht die betreffende vertragliche
Bestimmung unter den konkreten Umständen dahingehend ausgelegt hatte, die
Bedingung diene den Interessen beider Parteien, weshalb ein einseitiger
Verzicht nicht zulässig war.

Um die Auswirkungen des Nichteintritts der streitbetroffenen Bedingungen auf
die Gültigkeit des Darlehensvertrages zwischen der D.________ AG und der
Klägerin zu beurteilen, muss somit durch Vertragsauslegung ermittelt werden,
welche Bedeutung diesen nach dem Willen der Vertragsparteien beizumessen ist.

1.2 Die Vorinstanz hat keine Feststellungen darüber getroffen, welche
Tragweite den vereinbarten Bedingungen nach dem übereinstimmenden
tatsächlichen Willen der Vertragsparteien zukommen sollte (Art. 18 OR). Für
die Auslegung des Vertrages ist somit das Vertrauensprinzip massgebend.
Danach sind zur Ermittlung des mutmasslichen Parteiwillens die
Willenserklärungen der Parteien so auszulegen, wie sie nach ihrem Wortlaut
und Zusammenhang sowie den gesamten Umständen verstanden werden durften und
mussten (BGE 130 III 66 E. 3.2, 417 E. 3.2; 129 III 118 E. 2.5; 128 III 265
E. 3a). Das Bundesgericht überprüft diese objektivierte Auslegung von
Willenserklärungen im Berufungsverfahren als Rechtsfrage, wobei es an
Feststellungen des kantonalen Richters über die äusseren Umstände sowie das
Wissen und Wollen der Beteiligten grundsätzlich gebunden ist (Art. 63 Abs. 2
OG; BGE 130 III 417 E. 3.2; 129 III 702 E. 2.4 S. 707; 127 III 248 E. 3a S.
253, je mit Hinweisen).

1.2.1 Die Vorinstanz hielt dafür, die Nichterfüllung der Bedingungen im
Darlehensvertrag stehe seiner Gültigkeit nicht entgegen. Zwar handle es sich
bei den beiden umstrittenen Bedingungen um Suspensivbedingungen, deren
Eintritt den Vertrag erst gültig zustande kommen lasse. Sinn und Zweck der
Bedingungen sei es indessen, den Wert des Garantieobjekts (Wert der
Liegenschaft und Höhe der Mietzinseinnahmen) zu bestätigten und der
Darlehensgeberin die Einschätzung ihrer Sicherheiten zu ermöglichen. Sie
allein habe daher ein Interesse an den Bedingungen gehabt, indem diese ihrer
Absicherung gedient hätten. Die Darlehensnehmerin, die D.________ AG, habe
hingegen keinen Vorteil aus den Bedingungen gehabt, sondern höchstens den
Nachteil, das Geld nicht zu bekommen, wenn die Bedingungen nicht erfüllt
würden. Entsprechend hätten sich denn auch die D.________ AG bzw. der
Beklagte nicht dagegen gewehrt, dass sie nicht eingehalten worden seien.
Seien die Bedingungen nur im Interesse der Klägerin vereinbart worden, habe
sie auf deren Einhaltung verzichten können und habe der Nichteintritt
derselben keinen Einfluss auf die Verbindlichkeit des Vertrages.

1.2.2 Diese Auslegung der strittigen Klausel nach Sinn und Zweck, den die
Parteien ihr in guten Treuen beimessen mussten, ist aus bundesrechtlicher
Sicht nicht zu beanstanden.

Auch schon der Wortlaut der strittigen Vertragsklausel in der unbestrittenen
Übersetzung der Vorinstanz, wonach "die Auszahlung des Darlehens davon
abhängig ist, dass ... ", deutet darauf hin, dass die Bedingungen einzig als
einseitiger Vorbehalt der Klägerin zu verstehen sind, das Darlehen nur
auszahlen zu müssen, wenn die Schätzung des Architekten M.________ so
ausfällt, dass die verpfändeten, auf der "Liegenschaft F.________ SA"
lastenden Schuldbriefe als Sicherheit zureichend erscheinen.

1.2.3 Der Beklagte hält dafür, die Klägerin sei am 14. Juli 1988, dem
Zeitpunkt in dem sie den Darlehensvertrag über Fr. 12,8 Mio. unterzeichnet
habe, bereits seit einer Woche im Besitz der Expertise M.________ vom 4. Juli
1988 gewesen. Sie habe daher damals bereits davon gewusst, dass der Architekt
M.________ den Wert der Liegenschaft gemäss dem zwischen der E.________ AG
und der D.________ AG geschlossenen Kaufvertrag bzw. dem entsprechenden
Kurzexposé von I.________ nicht bestätigt habe und damit die Bedingung nicht
eingetreten sei. Der strittigen Bedingung könne mithin nicht der Sinn
beigemessen werden, den die Vorinstanz darin gesehen habe.

Dem kann nicht gefolgt werden. Die Vorinstanz musste aus dem geltend
gemachten Umstand, dass die Klägerin bei Unterzeichnung des
Darlehensvertrages bereits im Besitz des Gutachtens M.________ gewesen sei,
nicht schliessen, die Klägerin habe gar kein Interesse an der Bedingung
gehabt bzw. die Bedingung hätte als Vorbehalt zu Gunsten der Klägerin für die
Auszahlung des Darlehens keinen Sinn mehr gemacht. Denn die nicht erfüllte
Bedingung hätte der Klägerin jedenfalls erlaubt, die Auszahlung des Darlehens
an die D.________ AG trotz Unterzeichnung des Darlehensvertrages zu
verweigern, sollte sich die Einschätzung des Architekten M.________ vorher
erhärten oder gar als zu optimistisch erweisen. Nach den tatsächlichen
Feststellungen der Vorinstanz, die sich im Verfahren der parallel zur
Berufung eingereichten staatsrechtlichen Beschwerde als verfassungskonform
erwiesen haben, lässt sich indessen nicht sagen, die Zahlen im Kurzexposé,
das Grundlage des Kaufs der D.________ AG gebildet hatte, seien aus damaliger
Sicht objektiv falsch gewesen - und umgekehrt die tieferen Zahlen, die im
Gutachten des Architekten M.________ aufgeführt wurden, objektiv richtig
(vgl. das in gleicher Sache gefällte Urteil 4P.252/2005 E. 3.2). Dem
Beklagten kann somit nicht beigepflichtet werden, wenn er geltend macht, die
Klausel habe unter den geltend gemachten Umständen als Vorbehalt der Klägerin
für die Auszahlung des Darlehens überhaupt keinen Sinn gemacht.

Würde der vom Beklagten geltend gemachte Umstand, d.h. das Wissen der
Klägerin um den Nichteintritt der Bedingung bei Vertragsunterzeichnung, als
gegeben betrachtet und gleichzeitig angenommen, die Bedingung sei auch im
Interesse des Beklagten in den Vertrag aufgenommen worden, müsste überdies
geschlossen werden, die Klägerin habe am 14. Juli 1988 einen Vertrag
unterzeichnet, von dem sie bereits wusste bzw. wissen musste, dass er nicht
zustande kommen wird. Davon ist nicht auszugehen.

1.2.4 Der Beklagte macht weiter geltend, er habe die Bedingung nach Treu und
Glauben auch als in seinem Interesse vereinbart verstehen dürfen, da der
effektive Wert des zu erwerbenden Investitionsobjekts dem Investor nicht
gleichgültig sein könne. Denn von diesem hänge die Grösse des von ihm
eingegangenen Risikos ab.
Auch dem kann nicht gefolgt werden. Beim entsprechenden Verständnis der
Vertragsklausel geht der Beklagte von der falschen Vorstellung aus, es sei
auch ohne besondere Vereinbarung grundsätzlich Sache der Bank, den
Kreditbedarf und die Verwendungsabsichten des Kunden in dessen Interesse zu
hinterfragen, auf deren sachliche Rechtfertigung und Zweckmässigkeit zu
überprüfen und den Kunden über daraus gewonnene Erkenntnisse aufzuklären.

Wird ein Kredit - wie hier - nicht zur Abwicklung "banknaher" Geschäfte (z.B.
Wertpapieranlagen) beansprucht, sondern zur Finanzierung eines vom
Bankgeschäft unabhängigen Projekts, ist die Bank indessen - sofern überhaupt
in der Lage - grundsätzlich nicht verpflichtet, die Durchführbarkeit solcher
Projekte in rechtlicher oder wirtschaftlicher Hinsicht unaufgefordert zu
prüfen, ebenso wenig dazu, den Kreditnehmer über die Risiken eines zu
finanzierenden Objekts dieser Art zu unterrichten. Eine allgemeine
Beratungspflicht der Bank fällt von vornherein nur für Geschäfte in Betracht,
die mit, auf Veranlassung oder unter Vermittlung der Bank abgeschlossen
werden, andernfalls deren Pflichtenkreis ins Uferlose erweitert würde. Das
Unternehmerrisiko hat der Kreditnehmer zu tragen, und in noch stärkerem Masse
als bei "banknahen" Geschäften besteht eine Warnpflicht nur unter ganz
besonderen Voraussetzungen, namentlich bei einem Wissensvorsprung der Bank um
spezielle Risiken eines zu kreditierenden Vorhabens (Urteil 4C.410/1997 vom
23. Juni 1998 E. 3c, Pra 1998 S. 827 ff., mit zahlreichen Hinweisen; vgl.
dazu weiter: Tercier, Responsabilité de la banque dispensatrice d'un crédit
immobilier, BR 2000 S. 10 ff.; Guggenheim, Arrêts civils récents en droit
bancaire, in: Thévonoz/Bovet [Hrsg.], Journée 1999 de droit bancaire et
financier, Bern 2000, S. 161 ff.; Martin Moser/Bernhard Berger,
Vertrauenshaftung auch im Bankgeschäft - zur Haftungsgrundlage und zu den
Grenzen von Aufklärungspflichten, AJP 1999 S. 541 ff.; Matthias Schwaibold,
Rechtsprechungschronik, in: Peter Nobel [Hrsg.], Aktuelle Rechtsprobleme des
Finanz- und Börsenplatzes Schweiz, Bern 1999 S. 208 ff.).

Entsprechende Umstände, aus denen eine Warnpflicht abzuleiten wäre, lassen
sich den tatsächlichen Feststellungen im angefochtenen Urteil nicht
entnehmen. Insbesondere kann der Klägerin kein Wissensvorsprung über das
Risiko des F.________-Geschäfts angelastet werden, wie der Beklagte geltend
macht. So ist nach den verbindlichen vorinstanzlichen Feststellungen davon
auszugehen, dass das ihr bekannte Gutachten M.________, in dem der Wert der
F.________ SA unter dem zwischen der E.________ AG und der D.________ AG
vereinbarten Kaufpreis beziffert wird, im damaligen Zeitpunkt angesichts des
überhitzten Immobilienmarktes in Genf nicht ohne weiteres als objektiv
richtig betrachtet werden kann. Der hinter der Käuferin, der D.________ AG,
stehende Beklagte war überdies ein im Immoblienhandel erfahrener
Geschäftsmann, der die wirtschaftlichen Risiken des Investitionsvorhabens
selbst hätte erkennen und abschätzen können. Er hätte es jederzeit in der
Hand gehabt, selber ein Gutachten über den Wert der F.________ SA einzuholen,
wenn ihm an einer Überprüfung der Investition gelegen gewesen wäre.

Dass die strittige Vertragsklausel die Funktion hatte, die D.________ AG von
einer untragbaren Investition abzuhalten, musste im vorliegenden Fall nach
Treu und Glauben um so weniger angenommen werden, als der Kaufvertrag
zwischen dieser und der E.________ AG über ein Jahr vor dem Kreditvertrag mit
der Klägerin abgeschlossen worden war, und die Verpflichtung der D.________
AG zur Bezahlung des Kaufpreises bereits in diesem Zeitpunkt entstanden war.
Wenn der Beklagte dagegen geltend macht, die Kaufpreisforderung wäre von der
E.________ AG nicht durchgesetzt worden, falls die Klägerin die Finanzierung
des Geschäfts verweigert hätte, ist er nicht zu hören; dieser Einwand ist
rein hypothetischer Natur und findet in den tatsächlichen Feststellungen der
Vorinstanz keine Stütze, ohne dass der Beklagte dazu eine Ausnahme von der
Sachverhaltsbindung nach Art. 63 Abs. 2 und Art. 64 OG anruft.

1.2.5 Die Klägerin durfte nach dem Ausgeführten bei der Auszahlung des
Darlehens nach Treu und Glauben annehmen, der Beklagte hätte den
Darlehensvertrag auch ohne die strittigen Bedingungen geschlossen. Der
Nichteintritt der Bedingungen steht damit der Verbindlichkeit des
Kreditvertrags nicht entgegen und der Beklagte kann sich gegen die
Inanspruchnahme als Bürge nicht darauf berufen, die Hauptschuld bestehe
insoweit nicht.

2.
2.1
Hinsichtlich der geltend gemachten Formungültigkeit der Bürgschaft wegen
mangelhafter öffentlicher Beurkundung verwarf die Vorinstanz zunächst die
Behauptung des Beklagten, bei der notariellen Verurkundung nicht zugegen
gewesen zu sein. Ihr Urteil hat sich im Verfahren der in gleicher Sache
erhobenen staatsrechtlichen Beschwerde als verfassungskonform erwiesen
(Urteil 4P.252/2005 E. 5.2) und wird vom Beklagten insoweit aus
bundesrechtlicher Sicht nicht weiter in Frage gestellt. Er macht jedoch
geltend, die Vorinstanz habe die bundesrechtlichen Minimalanforderungen an
die öffentliche Beurkundung verkannt, indem sie zu Unrecht angenommen habe,
dass die Bürgschaft formgültig eingegangen worden sei, obwohl die notarielle
Urkunde nach ihren Feststellungen mit einem falschen Datum, dem 12. statt dem
11. August 1988 und einem unrichtigen Ort der Beurkundung (P.________ statt
L.________) versehen sei.

2.2 Die Bürgschaftserklärung natürlicher Personen für einen Fr. 2'000.--
übersteigenden Betrag bedarf der öffentlichen Beurkundung, die den am Ort
ihrer Vornahme geltenden Vorschriften entspricht (Art. 493 Abs. 2 OR). Der
Begriff der öffentlichen Beurkundung ist jedoch ein solcher des Bundesrechts,
der auch den Umfang des Formzwanges bestimmt (BGE 125 III 131 E. 4a; 113 II
402 E. 2a, je mit weiteren Hinweisen). Der öffentlichen Beurkundung nach Art.
493 Abs. 2 OR unterliegen alle objektiv und subjektiv wesentlichen Angaben.
Von der Formvorschrift werden alle Angaben erfasst, die die Rechtsstellung
des Bürgen erschweren, nicht aber diejenigen, die den Vertrag bloss in einem
Nebenpunkt ergänzen oder die Stellung des Bürgen ausschliesslich in dessen
Interesse erleichtern (BGE 125 III 131 E. 4b; 119 Ia 441 E. 2c, je mit
Hinweisen). Die Vorinstanz hielt dafür, das Datum (und der Ort) der
Beurkundung zähle nicht zu den wesentlichen Elementen der
Bürgschaftserklärung, weshalb die falsche Datumsangabe und Ortsbezeichnung in
der Bürgschaftsurkunde keine Formungültigkeit nach sich ziehe.

2.3 Dass die Orts- und Datumsangabe allgemein, d.h. auch wenn ihr keine
materielle Bedeutung zukomme, zu den wesentlichen Angaben einer
Bürgschaftserklärung zähle, macht auch der Beklagte zu Recht nicht geltend.
Er bringt aber vor, im vorliegenden Fall wäre die richtige Angabe des Ortes
und des Datums wesentlich gewesen, um die Gültigkeit der Bürgschaft
angesichts der zahlreichen Ungereimtheiten und Widersprüche im Zusammenhang
mit ihrer Errichtung beurteilen zu können, wie dies auch für die
entsprechenden Angaben in letztwilligen Verfügungen der Fall sein könne (Art.
520a ZGB; BGE 118 II 273 E. 3c).
Nachdem sich im Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde ergeben hat, dass
die Behauptungen des Beklagten betreffend angeblicher Ungereimtheiten und
Widersprüche bei der öffentlichen Beurkundung von der Vorinstanz
verfassungskonform verworfen worden sind (Urteil 4P.252/2005 E. 5), ist er
mit den entsprechenden Vorbringen, mit denen er von den
Sachverhaltsfeststellungen im angefochtenen Urteil abweicht, nicht zu hören
(Art. 63 Abs. 2 OG). Die Vorinstanz hat kein Bundesrecht verletzt, indem sie
die Formgültigkeit der Bürgschaft trotz unrichtiger Orts- und Datumsangabe in
der öffentlichen Urkunde bejahte.

3.
3.1 Mit der Bürgschaft übernimmt der Interzedent gegenüber dem Gläubiger die
Pflicht, für die Erfüllung der Schuld eines Dritten, des Hauptschuldners,
einzustehen (Art. 492 Abs. 1 OR). Die Bürgschaftsverpflichtung setzt den
Bestand einer anderen (der sicherzustellenden) Verpflichtung voraus (Art. 492
Abs. 2 OR). Sie ist dieser beigeordnet und hängt in Bestand und Inhalt
notwendigerweise von ihr ab; die Bürgschaft ist akzessorisch. Sie sichert die
Zahlungsfähigkeit des Schuldners oder die Erfüllung eines Vertrages (BGE 129
III 702 E. 2.1; 113 II 334 E. 2a; 111 II 279 E. 2b).

Aus der Akzessorietät der Bürgschaft ergibt sich, dass der Bürge nur für die
Erfüllung derjenigen Hauptschuld belangt werden kann, für die er sich
verbürgt hat. Daraus wird weiter abgeleitet, dass die Hauptschuld im
Zeitpunkt des Vertragsabschlusses bestimmt oder zumindest bestimmbar sein
muss. Dieses Erfordernis ist erfüllt, wenn der Gläubiger (und der
Hauptschuldner) identifiziert werden können und der Forderungsgrund bekannt
ist (BGE 128 III 434 E. 3.3 S. 437 f.; 120 II 35 E. 3a S. 37 f.).
3.2 Der Beklagte stellt sich auf den Standpunkt, die Klägerin belange ihn für
eine andere Schuld als diejenige, für die er sich verbürgt habe. Er macht
dazu sinngemäss geltend, er habe sich für zwei Darlehen in der Höhe von
insgesamt Fr. 16 Mio. zur Finanzierung einer Liegenschaft verbürgt, die
angesichts des Liegenschaftswertes von Fr. 22,1 Mio. durch die auf der
Liegenschaft lastenden Schuldbriefe über Fr. 16 Mio. korrekt hätten
abgesichert sein sollen. Die effektiv ausbezahlten Darlehen seien indessen
nicht entsprechend grundpfandmässig abgesichert gewesen, weil die
Liegenschaft viel weniger wert gewesen sei, worüber die Klägerin aufgrund des
Gutachtens des Architekten M.________ im Bild gewesen sei. Die
Darlehensschuld für die er sich verbürgt habe, sei wirtschaftlich eine ganz
andere als diejenige, für die ihn die Klägerin belangen wolle.

3.3 Dem kann nicht gefolgt werden. Der Beklagte hat sich für zwei Darlehen
verbürgt, die aufgrund der Kreditverträge vom 14. Juli/ 11. August 1998
zwischen der Klägerin und der D.________ AG einerseits und zwischen der
Klägerin und der F.________ SA andererseits zur Finanzierung des Kaufs der
Aktien der F.________ SA durch die D.________ AG gewährt wurden und damit
offensichtlich in jeder Hinsicht hinreichend bestimmt sind. Insoweit konnte
sich der Beklagte denn auch eine klare Vorstellung über die Art und den
Umfang des von ihm als Bürge übernommenen Risikos machen (BGE 120 II 35 E. 3a
S. 38; 67 II 128 E. 3 S. 131). Die Darlehensbeträge wurden in der Folge auch
wie in den Darlehensverträgen vorgesehen verwendet. Genau für die
entsprechende Darlehensforderung der Klägerin wird der Beklagte von der
Klägerin in Anspruch genommen. Dass der Wert des Objekts, welches mit dem
Darlehen finanziert wurde, und damit auch die übrigen für das Darlehen
geleisteten (Grundpfand)Sicherheiten, die vom Wert des Objekts abhängig sind,
nicht den Erwartungen des Bürgen entsprechen, vermag offensichtlich nichts
daran zu ändern, dass die Forderung für die er sich verbürgt hat nach dem
Entstehungsgrund und den Parteien des Schuldverhältnisses mit der effektiv
entstandenen bzw. der eingeklagten Hauptforderung der Klägerin übereinstimmt.
Die vorliegende Konstellation ist insbesondere nicht mit derjenigen
vergleichbar, die im vom Beklagten unter anderem angerufenen Urteil BGE 64 II
208 zu beurteilen war: Im damaligen Fall hat sich der Bürge für einen
zweckgebundenen Baukredit verbürgt, während die Bank dem Schuldner effektiv
einen frei verwendbaren Kontokorrentkredit einräumte, so dass die effektive
Schuldforderung einen anderen Entstehungsgrund als die verbürgte Schuld
hatte.

3.4 Der Beklagte beruft sich in diesem Zusammenhang darauf, die Klägerin habe
im Zeitpunkt des Vertragsschlusses davon gewusst, dass der Wert der
Liegenschaft F.________ SA wesentlich unter den Erwartungen der D.________ AG
bzw. des Beklagten lag, die das dem Aktienkaufvertrag zugrunde liegende
Kurzexposés geweckt habe. Sie habe ihn aber in treuwidriger Weise nicht
darüber aufgeklärt. Vielmehr habe sie ihm das Gutachten M.________ über den
tieferen Wert der Liegenschaft F.________ SA verheimlicht.

Insoweit macht er im Grund genommen geltend, die Klägerin habe ihn durch
absichtliche Täuschung über den Wert der Liegenschaft zur Eingehung der
Bürgschaften bestimmt. Damit nimmt er im Rahmen seiner Vorbringen über die
angeblich fehlende Identität von verbürgter Hauptforderung und
Bürgschaftsforderung eine Rüge vorweg, die er anschliessend auch ausdrücklich
erhebt. Die von ihm weiter angerufenen Urteile BGE 57 II 276 und BGE 59 II
236 haben denn auch die absichtliche Täuschung des Bürgen zum Gegenstand
(vgl. auch das weiter zitierte Urteil BGE 49 II 100 E. 2 S. 104 betreffend
einen Willensmangel des Bürgen).
Bei den entsprechenden Vorbringen stützt er sich aber, ohne eine
Sachverhaltsrüge nach Art. 63 Abs. 2 oder Art. 64 OG zu erheben, auf
Sachverhaltselemente, die von den verfassungskonform getroffenen
tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz abweichen. Insoweit ist er nicht
zu hören. Nach den verbindlichen vorinstanzlichen Feststellungen kann nicht
gesagt werden, dass es sich bei den Angaben im Kurzexposé über den Wert der
F.________ SA von rund Fr. 22 Mio. um objektiv falsche Zahlen gehandelt habe.
Für die Klägerin habe kein Anlass bestanden, das davon abweichende Gutachten
M.________, das ihr einzig zur Einschätzung ihrer Sicherheiten gedient habe,
auszuhändigen. Sie habe keine Handlungen vorgenommen, um die Expertise
M.________ gegenüber der D.________ AG bzw. dem Beklagten in
Täuschungsabsicht zu verheimlichen (vgl. dazu das Urteil 4P.252/2005 E. 3).
Eine absichtliche Täuschung habe nicht bewiesen werden können.

Die Vorinstanz hat überdies aufgrund einer eingehenden Beweiswürdigung
festgestellt, dass der Beklagte vor der Unterzeichnung der
Bürgschaftserklärungen davon gewusst habe, dass für die Darlehen zum Erwerb
der F.________ SA eine Bürgschaft erforderlich sei, und demnach bei der
Frage, ob er bei der Eingehung der Bürgschaften getäuscht worden sei, nicht
von einer Überrumpelung des Beklagten ausgegangen werden könne. Die
entsprechende Beweiswürdigung hat sich im Verfahren der parallel zur Berufung
erhobenen staatsrechtlichen Beschwerde als verfassungskonform erwiesen
(Erwägung 5.1 des Urteils 4P.252/2005). Wenn der Beklagte in diesem
Zusammenhang eine Verletzung der Regeln über die Beweislastverteilung (Art. 8
ZGB) rügt, verkennt er, dass insofern kein offenes Beweisergebnis vorliegt.
Die Beweislastverteilung ist damit gegenstandslos und eine Verletzung von
Art. 8 ZGB fällt insoweit ausser Betracht (BGE 128 III 271 E. 2b/aa S. 277;
114 II 289 E. 2a).

Die Vorinstanz hat in diesem Zusammenhang ferner festgehalten, dass der
Beklagte die Frist zur Anrufung eines Willensmangels nach Art. 31 Abs. 1 OR
verpasst habe, indem er einen solchen erst mit Brief vom 22. November 1993
geltend gemacht habe. Damit ist allerdings noch nicht gesagt, dass sich der
Beklagte auch nicht einredeweise darauf berufen könnte, er sei bei der
Eingehung der Bürgschaft absichtlich getäuscht worden (vgl. BGE 127 III 83 E.
1a mit Hinweisen). Wie es sich damit verhält kann indessen nach dem
vorstehend Ausgeführten offen bleiben.

4.
Zusammenfassend lässt sich damit festhalten, dass die Vorinstanz die
Hinfälligkeit der Bürgschaftsverpflichtung wegen Unverbindlichkeit der der
Hauptforderung zugrunde liegenden Darlehensverträge als auch die Ungültigkeit
der streitbetroffenen Bürgschaftsverträge bundesrechtskonform verneint hat.
Die Vorinstanz hat die Klage insoweit zu Recht gutgeheissen. Daraus folgt
auch, dass sie die Widerklage, soweit mit ihr die Feststellung verlangt
wurde, dass die strittigen Bürgschaftsverpflichtungen nicht bestehen
(Widerklagebegehren Ziff. 1), ohne Verletzung von Bundesrecht abgewiesen hat.

5.
Der Beklagte macht sodann geltend, die Vorinstanz habe die Art. 68 und 84
Abs. 1 OR verletzt, indem sie den von der Klägerin zugestandenermassen
einkassierten Erlös von Fr. 4 Mio. aus der Verwertung der Schuldbriefe, die
auf der Liegenschaft der F.________ SA lasteten, nicht auf den von der
Klägerin eingeklagten Betrag angerechnet und die Klage aus diesem Grund
abgewiesen habe. Er legt indessen in keiner Weise dar, inwiefern die
Vorinstanz mit ihrem Entscheid insoweit die angerufenen bundesrechtlichen
Bestimmungen verletzt haben soll. Auf seine Rüge kann deshalb mangels
Begründung nicht eingetreten werden (Art. 55 Abs. 1 lit. b OG; BGE 121 III
397 E. 2a S. 400; 116 II 745 E. 3 S. 749).

Dennoch sei dazu festgehalten, dass sich der Beklagte nach den
vorinstanzlichen Feststellungen bis zu einem Höchstbetrag von Fr. 15,36 Mio.
für eine Forderung gegen die D.________ AG verbürgt hat, die sich schon ohne
aufgelaufene Zinsen auf Fr. 12,8 Mio. beläuft. Auch nach der teilweisen
Tilgung der Schuld durch den Fr. 4 Mio. betragenden Erlös aus der Verwertung
der Schuldbriefe besteht die ausstehende Forderung damit offensichtlich in
einen weit höheren Betrag als demjenigen, den die Klägerin mit ihrer
Teilklage fordert. Dass die Vorinstanz den Verwertungserlös von Fr. 4 Mio.
auf die geltend gemachten aufgelaufenen Zinsen hätte anrechnen müssen und
dass die entsprechende Forderung damit als getilgt angesehen werden müsste,
macht der Beklagte nicht geltend und ist auch nicht erkennbar. Der vom
Beklagten nicht angerufene Art. 85 Abs. 1 OR, nach dem der Schuldner eine
Teilzahlung nur insoweit auf das Kapital anrechnen kann, als er nicht mit
Zinsen oder Kosten im Rückstand ist, dient dem Schutz des Gläubigers (Leu,
Basler Kommentar, N. 1 zu Art. 85 OR). Aus dieser Bestimmung kann nicht
abgeleitet werden, dass der Verwertungserlös von Fr. 4 Mio. auf die Forderung
der Klägerin für die rückständigen Zinsen angerechnet werden muss und die
Klägerin ihn nicht zur Tilgung der Kapitalschuld hätte verwenden dürfen. Eine
Bundesrechtsverletzung ist insoweit nicht auszumachen.

6.
In Ziffer 2 des Widerklagebegehrens fordert der Beklagte als Zessionar der
D.________ AG Ersatz des Schadens von Fr. 6,1 Mio. nebst Zins, den die
D.________ AG im Zusammenhang mit dem F.________-Geschäft durch den Verlust
des eingesetzten Eigenkapitals erlitten habe. Überdies fordert er sinngemäss
Ersatz für Rechtsverfolgungskosten von Fr. 250'000.--, die ihm als
Privatkläger in den im Zusammenhang mit dem F.________-Geschäft geführten
Strafverfahren entstanden seien, die der Sachverhaltsklärung im Hinblick auf
das vorliegende Zivilverfahren gedient hätten. Die Vorinstanz hat diese
Widerklageforderungen abgewiesen, nachdem sie zum Schluss gekommen war, dass
die Klägerin im Zusammenhang mit der Abwicklung des Darlehens an die
D.________ AG keine vertraglichen Sorgfaltspflichten verletzt habe.

6.1 Der Beklagte widerspricht der Vorinstanz, indem er sinngemäss geltend
macht, die Klägerin habe den Darlehensvertrag mit der D.________ AG verletzt,
weil sie das Darlehen für den Kauf der F.________ SA ausbezahlt habe, obwohl
die Bedingungen, dass der Architekt M.________ den Verkehrs- und Ertragswert
der F.________ SA bestätigen müsse, nicht erfüllt gewesen seien. Überdies
habe sie Nebenpflichten aus dem Vertrag verletzt, indem sie die D.________ AG
bzw. den Beklagten vor der Vertragsunterzeichnung nicht darüber aufgeklärt
habe, dass der Architekt M.________ den Wert bzw. den Kaufpreis des
Apparthotels von Fr. 22,1 Mio. in seinem Gutachten vom 5. Juli 1988 nicht
bestätigt hatte.

Diese Vorbringen erweisen sich nach dem bereits Ausgeführten (Erwägung 1.2
vorne) ohne weiteres als unbegründet, soweit sie sich überhaupt auf die
tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz stützen lassen und damit zu hören
sind (Art. 63 Abs. 2 OG). In der Auszahlung des Darlehens trotz des
Nichteintritts der angerufenen Bedingungen kann keine Vertragsverletzung
gesehen werden, nachdem sich ergeben hat, dass die Bedingungen
ausschliesslich im Interesse der Klägerin in den Darlehensvertrag aufgenommen
worden sind und diese auf deren Einhaltung einseitig verzichten durfte
(Erwägung 1.2 vorne). Auch eine Pflicht der Klägerin, die D.________ AG bzw.
den Beklagten auf die Risiken des zu kreditierenden Vorhabens aufmerksam zu
machen, ist nicht erkennbar, zumal ihr nach den verbindlichen tatsächlichen
Feststellungen der Vorinstanz bezüglich des objektiven Wertes der F.________
SA kein Wissensvorsprung angelastet werden kann und es sich beim Beklagten um
einen im Immoblienhandel erfahrenen Geschäftsmann handelt (vgl. Erwägung
1.2.4 vorne).

6.2 Der Beklagte macht sodann geltend, die Klägerin bzw. deren Vertreter
hafteten ihm auch aus unerlaubter Handlung im Sinne von Art. 41 OR in
Verbindung mit Art. 28 OR bzw. mit Art. 3 Abs. 2 lit. c des Bundesgesetzes
vom 8. November 1934 über die Banken und Sparkassen (Bankengesetz, BankG)

Er bringt dazu zunächst vor, die Klägerin habe der D.________ AG gegenüber
eine widerrechtliche Handlung begangen, indem sie diese unter absichtlicher
Täuschung über der Wert der F.________ SA bzw. unter absichtlicher
Verheimlichung des Gutachtens M.________ vom 5. Juli 1988 zum Abschluss des
Darlehensvertrages bestimmt habe. Auf die entsprechenden Vorbringen ist nicht
einzutreten, da sie auf tatsächlichen Behauptungen beruhen, die von den
verbindlichen Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz abweichen (Art. 63
Abs. 2 OG): Die Vorinstanz hat aufgrund des Beweisverfahrens verneint, dass
die Klägerin das Gutachten M.________ gegenüber der D.________ AG bzw. dem
Beklagten absichtlich verheimlicht habe, um diese bzw. ihn über den Wert der
F.________ SA zu täuschen. Diese Feststellung hat sich im Verfahren der in
gleicher Sache geführten staatsrechtlichen Beschwerde als verfassungskonform
erwiesen (vgl. Urteil 4P.252/2005 E. 3) und wird vorliegend mit keiner
Sachverhaltsrüge im Sinne von Art. 63 Abs. 2 und Art. 64 OG in Frage
gestellt.

Inwiefern der Klägerin gestützt auf Art. 3 Abs. 2 lit. c BankG eine
widerrechtliche Handlung zum Nachteil der D.________ AG bzw. des Beklagten
vorzuwerfen sein soll, begründet der Beklagte in seiner Berufung mit keinem
Wort, sondern begnügt sich insoweit auf blosse Literaturhinweise. Damit
genügt er den Anforderungen an die Begründung einer Berufung nach Art. 55
Abs. 1 lit. c OG nicht, weshalb insoweit auf das Rechtsmittel nicht
einzutreten ist. Inwiefern das angefochtene Urteil Bundesrecht verletzt, ist
in der Berufungsschrift selber darzulegen (BGE 126 III 198 E. 1d; 115 II 83
E. 3 S. 85).

6.3 Die Vorinstanz hat die in der Widerklage gegen die Klägerin erhobenen
Forderungen nach dem Ausgeführten zu Recht abgewiesen. Die Berufung erweist
sich auch insoweit als unbegründet, soweit darauf einzutreten ist.

7.
Die Berufung ist aus den dargelegten Gründen abzuweisen, soweit darauf
einzutreten ist. Ausgangsgemäss wird der Beklagte für das Verfahren vor
Bundesgericht kosten- und entschädigungspflichtig (Art.  156 Abs. 1 und Art.
159 Abs. 2 OG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Berufung wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Die Gerichtsgebühr von Fr. 30'000.-- wird dem Beklagten auferlegt.

3.
Der Beklagte hat die Klägerin für das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr.
35'000.-- zu entschädigen.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Bern,
Appellationshof, 2. Zivilkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 17. Januar 2006

Im Namen der I. Zivilabteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident:  Der Gerichtsschreiber: