Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

I. Zivilabteilung 4C.334/2005
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4C.334/2005 /ruo

Urteil vom 4. Januar 2006

I. Zivilabteilung

Bundesrichter Corboz, Präsident,
Bundesrichterinnen Rottenberg Liatowitsch, Kiss,
Gerichtsschreiber Widmer.

1. A.________,
2.B.________,
3.C.________ GmbH,
Kläger und Berufungskläger,
alle drei vertreten durch Rechtsanwalt Alexander Vögele,

gegen

D.________,
Beklagte und Berufungsbeklagte,
vertreten durch Rechtsanwalt Christian Lippuner,

Herausgabe von Wechseln,

Berufung gegen den Entscheid der III. Zivilkammer des Kantonsgerichts St.
Gallen vom 22. Juli 2005.

Sachverhalt:

A.
Die C.________ GmbH (Klägerin 3) mit Sitz in Linz (A) verwaltet und handelt
mit Immobilien. Mag. B.________ (Klägerin 2) und Dr. A.________ (Kläger 1),
beide wohnhaft in Linz, sind zusammen mit weiteren Personen Gesellschafter
der Klägerin 3. Die Klägerin 2, staatlich geprüfte Immobilientreuhänderin,
ist zugleich Geschäftsführerin der Klägerin 3.

D. ________ (Beklagte) ist eine Cousine der Klägerin 2 und verheiratet mit
E.________. Dieser war Alleinaktionär und einziger Verwaltungsrat der
F.________ AG mit Sitz in St. Gallen, deren Zweck der An- und Verkauf von
Grundstücken sowie die Verwaltung von Liegenschaften und
Immobiliengesellschaften war und über welche am 25. Februar 1998 der Konkurs
eröffnet wurde. Hauptaktivum der F.________ AG war ein Mehrfamilienhaus mit
24 Wohneinheiten an der Z.________ in Lugano, welches E.________ seit
längerem verkaufen wollte, nachdem er und die Beklagte die Absicht aufgegeben
hatten, im Kanton Tessin Wohnsitz zu nehmen.
Die Klägerin 3 unterbreitete der F.________ AG am 17. Juni 1997 schriftlich
das Angebot, ab 1. Juli 1997 die Liegenschaft Z.________ in Lugano gegen eine
Vergütung zu verwalten (einschliesslich Instandstellung und Vermietung) und
einen Käufer zu vermitteln. E.________ als Verwaltungsrat der F.________ AG
akzeptierte das Angebot, indem er ein gegengezeichnetes Offertdoppel
retournierte.
In einem weiteren Vertrag vom 30. Juni 1997, den der Kläger 1 und die
Klägerin 2 als einfache Gesellschaft mit der F.________ AG abschlossen,
verpflichteten sich diese, die Steuern 1997 der F.________ AG zu übernehmen.
Weiter garantierten sie die Rückzahlung eines von E.________ der
Aktiengesellschaft gewährten Darlehens ("Hypothekenvorschuss") von Fr.
500'000.--, wobei die Darlehensrückforderung an die Beklagte abgetreten
wurde. Das Darlehen war zurückzuzahlen in fünf Raten zu Fr. 100'000.--
zuzüglich 53/4 % Zins, jeweils fällig am 20. Mai, erstmals am 20. Mai 1998.
Für die Raten wurde die Ausstellung und Übertragung von fünf (Eigen)Wechseln
zu je Fr. 100'000.-- plus Zins wie folgt vorgesehen: "Aussteller C.________
GmbH m.b.H., Linz, an Order Herrn Dr. A.________, Linz, indossiert an Frau
G.________. B.________, Linz, indossiert an F.________ AG, St. Gallen,
indossiert an Frau D.________, St. Gallen." Gegen Aushändigung der fünf voll
indossierten Wechsel (an die Beklagte) sollten dem Kläger 1 und der Klägerin
2 als "Vertreter und Treuhänder" die Inhaberaktien der F.________ AG von
nominell Fr. 1'000'000.-- und der auf dem Grundstück Z.________ lastende
Inhaberschuldbrief über Fr. 300'000.-- mit Vorgang Fr. 3'466'000.--
ausgehändigt werden. Die Wechsel samt den Indossamenten wurden gleichzeitig
mit der Vertragsurkunde ausgestellt und am 5. Juli 1997 in Linz
unterzeichnet. Die Beklagte erhielt ein Exemplar des Vertrages und die
indossierten Wechsel. Die Inhaberaktien und der Schuldbrief wurden
vertragsgemäss dem Kläger 1 und der Klägerin 2 ausgehändigt.
Mit Schreiben vom 9. Dezember 1997 teilte der Kläger 1 E.________ mit, dass
die Renovationsarbeiten im Hause Z.________ inzwischen abgeschlossen seien,
dass das unter Nutzung aller Möglichkeiten erreichbare Mietzinsniveau aber
weit unter der von E.________ gestellten Prognose liege und die
Hypothekarzinsen nicht mehr gedeckt seien, weshalb eine wirtschaftlich
tragbare Geschäftsgrundlage nicht gegeben sei. Um einem Schaden für die
F.________ AG vorzubeugen, schlug er einen raschen Gesprächstermin vor.
E.________ lehnte Gespräche jedoch ab; er habe mit der Sache aufgrund der
Übertragung der Inhaberaktien nichts mehr zu tun. In der Folge teilte der
Kläger 1 E.________ am 19. Dezember 1997 mit, er habe den Vertrag vom 30.
Juni 1997 nach Schweizer Recht überprüfen lassen. Dabei habe sich dessen
Rechtswidrigkeit herausgestellt. Er trete daher - auch im Namen der Klägerin
2 - mit sofortiger Wirkung vom Vertrag zurück. Im Rahmen der Rückabwicklung
verlangte er auch die Rückgabe der Wechsel. E.________ zeigte sich mit diesem
Vorgehen nicht einverstanden.
Am 28. Mai 1998 reichten die Kläger Strafanzeige gegen E.________ unter
anderem wegen behaupteter Verletzung von Vorschriften über den
Grundstückerwerb durch Personen im Ausland ein. E.________ erhob offenbar
gleichartige Vorwürfe gegenüber den Anzeigern. Am 19. April 1999 teilte der
Untersuchungsrichter allen Beteiligten mit, dass er gegen sie Anklage wegen
Verletzung des Bundesgesetzes über den Grundstückerwerb durch Personen im
Ausland (BewG) erhebe. E.________ (der das Verfahren bis vor Bundesgericht
weiterzog) wurde der Widerhandlung gegen das BewG schuldig gesprochen und
gebüsst, der Kläger 1 und die Klägerin 2 wurden dagegen (schon
erstinstanzlich rechtskräftig) freigesprochen.

B.
Nach einem Massnahmeverfahren, das zur Hinterlegung der fünf Wechsel beim
Kantonsgericht St. Gallen geführt hatte, stellten die Kläger am 15. Juni 1998
beim Bezirksgericht St. Gallen das Begehren, die Beklagte sei zur Herausgabe
der Wechsel zu verpflichten. Das Bezirksgericht wies die Klage am 19. April
1999 ab.
Gegen diesen Entscheid erhoben die Kläger Berufung an das Kantonsgericht, das
dieselbe am 23. November 2001 abwies. Hiegegen führten die Kläger
Nichtigkeitsbeschwerde an das Kassationsgericht des Kantons St. Gallen und
Berufung an das Bundesgericht. Das Kassationsgericht erachtete die erhobenen
Rügen teilweise als berechtigt, hob den zweitinstanzlichen Entscheid am 11.
Juni 2002 auf und wies die Sache zur Neubeurteilung an das Kantonsgericht
zurück. Mit Beschluss vom 26. Juni 2002 schrieb in der Folge das
Bundesgericht das bei ihm anhängig gemachte Berufungsverfahren als
gegenstandslos ab.

Das Kassationsgericht hatte unter anderem erwogen, das Kantonsgericht habe
sich zwar zur Bösgläubigkeit der Beklagten geäussert und diese willkürfrei
verneint, habe aber nicht geprüft, ob grobe Fahrlässigkeit vorliege bzw. ob
die Frage allenfalls mangels Relevanz offen gelassen werden könne, was
nachzuholen sei. In seinem neuerlichen Entscheid vom 22. Juli 2005 kam das
Kantonsgericht zum Schluss, dass der Beklagten auch keine grobe
Fahrlässigkeit anzulasten sei. Es verwarf überdies den Einwand der Kläger,
wonach kein Verkehrsschutzbedürfnis bestehe, weshalb der Einredeausschluss
nach Art. 1007 OR nicht zum Zuge komme. Demzufolge wies es die Berufung ab.

C.
Mit eidgenössischer Berufung stellen die Kläger folgende Rechtsbegehren:
"1. Es sei der Entscheid des Kantonsgerichts St. Gallen vom 22. Juli 2005
 aufzuheben.

2.   Es sei die Beklagte zu verpflichten, die nachfolgend aufgeführten am
30. Juni 1997 von der Klägerin 3 an die Order Dr. A.________
aus gestellten
Wechsel Nr. 1 über CHF 105'111.10, zahlbar am 20.05.1998
Wechsel Nr. 2 über CHF 110'861.10, zahlbar am 20.05.1999
Wechsel Nr. 3 über CHF 116'611.10, zahlbar am 20.05.2000
Wechsel Nr. 4 über CHF 122'361.10, zahlbar am 20.05.2001
Wechsel Nr. 5 über CHF 128'111.10, zahlbar am 20.05.2002
an die Kläger herauszugeben.

3.   Das Kantonsgericht St. Gallen sei gerichtlich anzuweisen, diese fünf
bei  ihm (Kanzlei III. Zivilkammer) entsprechend Ziffer 1 des Entscheids
des  Kantonsgerichts St. Gallen vom 29. Mai 1998 hinterlegten Wechsel auf
 erstes Verlangen an die Kläger herauszugeben.

4.   Eventualiter sei die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen."
Die Beklagte beantragt, die Berufung abzuweisen, soweit darauf einzutreten
sei.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

1.
Im Berufungsverfahren hat das Bundesgericht seiner Entscheidung die
tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz als wahr und vollständig zugrunde
zu legen, es sei denn, diese beruhten auf einem offensichtlichen Versehen,
seien unter Verletzung bundesrechtlicher Beweisvorschriften zustande gekommen
oder bedürften der Ergänzung, weil das kantonale Gericht in fehlerhafter
Rechtsanwendung einen gesetzlichen Tatbestand nicht oder nicht hinreichend
klärte, obgleich ihm die entscheidwesentlichen Behauptungen und Beweisanträge
frist- und formgerecht unterbreitet wurden (vgl. Art. 63 und 64 OG; BGE 130
III 102 E. 2.2; 127 III 248 E. 2c). Die Partei, die den Sachverhalt
berichtigt oder ergänzt wissen will, hat darüber genaue Angaben mit
Aktenhinweisen zu machen (Art. 55 Abs. 1 lit. d OG; BGE 115 II 484 E. 2a).

Auf die Berufung der Kläger ist nicht einzutreten soweit sie - ohne eine der
genannten Ausnahmen von der Bindung des Bundesgerichts an die tatsächlichen
Feststellungen der Vorinstanz geltend zu machen - von einem Sachverhalt
ausgehen, der von diesen Feststellungen abweicht oder darin keine Stütze
findet (vgl. hiezu die nachstehenden Erwägungen).

2.
Die Kläger stehen auf dem Standpunkt, dass durch die Indossierung sowie die
Übergabe der Wechsel eine Verfügungshandlung vorgenommen worden sei, der
jedoch ein nichtiges Verpflichtungsgeschäft zugrunde liege. Die Beklagte habe
sich im Zusammenhang mit der fehlenden Verfügungsmacht des Veräusserers
zumindest grob fahrlässig verhalten, weshalb sie die Wechsel herausgeben
müsse. Indem die Vorinstanz die grobe Fahrlässigkeit verneint habe, habe sie
Art. 1006 Abs. 2 OR verletzt.

2.1 Ist der Wechsel einem früheren Inhaber irgendwie abhanden gekommen, so
ist der neue Inhaber, der seinen Besitz durch eine ununterbrochene Reihe von
Indossamenten nachweisen kann, zur Herausgabe des Wechsels nur verpflichtet,
wenn er ihn in bösem Glauben erworben hat oder ihm beim Erwerb eine grobe
Fahrlässigkeit zur Last fällt (Art. 1006 Abs. 2 OR).

Vorliegend ist unbestritten, dass die Vereinbarung vom 30. Juni 1997 einer
Bewilligung bedurft hätte und mangels einer solchen nach Art. 26 des
Bundesgesetzes vom 16. Dezember 1983 über den Erwerb von Grundstücken durch
Personen im Ausland (BewG; SR 211.412.41) nichtig ist. Das Kantonsgericht
erwog, dies habe grundsätzlich zur Folge, dass versprochene Leistungen nicht
gefordert und bereits erbrachte Leistungen zurückgefordert werden könnten.
Anders verhielte es sich indes, wenn es den Klägern vorliegend aufgrund des
Wechselrechts verwehrt sein sollte, der Beklagten die Einrede des nichtigen
Grundgeschäftes entgegenzuhalten. Der wechselrechtliche Begriff des
Abhandenkommens umfasse nicht nur den unfreiwilligen Verlust; es fielen
darunter nebst gestohlenen oder verlorenen Wechseln auch Wechsel, die ohne
rechtswirksamen Begebungsvertrag in fremde Hände gelangt seien.

Dies ist zutreffend (vgl. betr. Art. 1112 OR; BGE 121 III 69 E. 3a;
Baumbach/Hefermehl, Wechselgesetz und Scheckgesetz, 22. Aufl., München 2000,
N. 9 zu Art. 16 WG; Grüninger/Hunziker/Roth, Basler Kommentar, N. 2 zu Art.
1006 OR) und wird vorliegend von den Parteien nicht in Frage gestellt. Ebenso
wenig fechten die Kläger in ihrer Berufung die Beurteilung der Vorinstanz an,
wonach die Beklagte die Wechsel nicht in bösem Glauben erworben hat. Hingegen
wenden sie sich gegen die Verneinung einer groben Fahrlässigkeit der
Beklagten.

2.2 Bösgläubig ist, wer den Mangel des Begebungsvertrags beim Erwerb kannte.
Grob fahrlässig handelt, wer unter Nichtbeachtung der einfachsten im Verkehr
nötigen Sorgfalt oder aus Gleichgültigkeit den Mangel des Erwerbs übersieht,
zum Beispiel wenn ihm der Wechselaussteller mitteilt, das Grundgeschäft sei
wucherisch, und er jede Nachforschung unterlässt (Baumbach/Hefermehl, a.a.O.,
N. 10 zu Art. 16 WG). Grobe Fahrlässigkeit liegt vor, wenn der Handelnde die
ihm obliegende Sorgfaltspflicht in besonders schwerer Weise verletzt (Bülow,
Wechselgesetz · Scheckgesetz · Allgemeine Geschäftsbedingungen, 2. Aufl.,
Heidelberg 1995, N. 17 zu Art. 16 WG; vgl. zum Begriff auch
Gauch/Schluep/Schmid/Rey, Schweizerisches Obligationenrecht, Allgemeiner
Teil, Bd. II, 8. Aufl., Zürich 2003, Rz. 2778; Wiegand, Basler Kommentar, N.
6 zu Art. 99 OR; Brehm, Berner Kommentar, N. 197 zu Art. 41 OR).

Die Vorinstanz erwog dazu, es sei zwar davon auszugehen, dass sich die
Beklagte aufgrund der Nähe zur beruflichen Tätigkeit ihres Ehemannes der sich
bei einem ausländischen Vertragspartner aufgrund der Lex Friedrich ergebenden
Grundproblematik bewusst war. Daraus könne jedoch nicht ohne weiteres der
Schluss gezogen werden, sie hätte das komplexe und schwer verständliche
Vertragskonstrukt bei Beachtung der einfachsten Sorgfalt als entsprechendes
Umgehungsgeschäft erkennen müssen. Dieser Vorhalt wäre höchstens dann
gerechtfertigt, wenn sie über eine eigene einschlägige Berufserfahrung
und/oder Ausbildung (z.B. als Juristin oder Immobilientreuhänderin) verfügen
würde, was weder behauptet noch dargetan sei. Der Einwand der Kläger, die
Beklagte pflege in geschäftlichen Beziehungen an der Seite ihres Ehemannes
aufzutreten und sei in dessen Geschäfte einbezogen, genüge nicht, um ihr im
Hinblick auf das hier konkret in Frage stehende, unbestrittenermassen allein
von ihrem Ehemann verfasste Vertragswerk vorzuhalten, sie hätte darin bereits
bei Beachtung der einfachsten Sorgfalt ein Umgehungsgeschäft erkennen müssen.
In diesem Zusammenhang falle auch in Betracht, dass die Kläger für sich
selbst in Anspruch nähmen, sie hätten auf die Aussagen von E.________
vertrauen dürfen, der ihnen gegenüber klar und unmissverständlich die
Zulässigkeit des Vertragswerks bestätigt habe, was ihnen denn auch im
strafrechtlichen Verfahren zugestanden worden sei und letztlich dazu geführt
habe, dass für sie eine strafrechtlich relevante Fahrlässigkeit verneint
worden sei. Es sei nun aber nicht ersichtlich, weshalb im vorliegenden
Zusammenhang an die Beklagte ein strengerer Massstab anzulegen wäre als an
die Kläger und ihr grobe Fahrlässigkeit (im zivilrechtlichen Sinn) anzulasten
wäre, während die Kläger - trotz grundsätzlicher Kenntnis der einschlägigen
Bewilligungspflicht, ihrer Berufserfahrung im Immobilienbereich mit
Tätigkeitsfeld auch im Ausland und des Fähigkeitsausweises der Klägerin 2 als
staatlich geprüfte Immobilientreuhänderin - nicht einmal leichte
Fahrlässigkeit treffen soll.

Die Kläger wenden ein, nach der im Verkehr erforderlichen Sorgfalt hätte die
Beklagte zusätzliche Abklärungen treffen und Informationen bei ihrem Ehemann
einholen müssen, ob das Grundgeschäft gültig sei oder nicht. Dies um so mehr,
als sich der Verdacht eines mangelhaften Grundgeschäftes förmlich aufgedrängt
habe. Das Interesse an einem gültigen Vertrag müsse ja speziell auch bei der
Beklagten vorhanden gewesen sein, sei es doch immerhin um einen Betrag von
Fr. 500'000.-- gegangen, der letztlich ihr zugute kommen sollte.

Dieser Argumentation kann nicht gefolgt werden. Die Kläger vermögen nicht
darzutun, inwiefern sich aufgrund der von der Vorinstanz festgestellten
Umstände der Verdacht eines mangelhaften Grundgeschäftes geradezu aufgedrängt
hätte. Einen entsprechenden Schluss musste die Vorinstanz nach ihren
Erwägungen namentlich nicht daraus ziehen, dass die Beklagte hinsichtlich des
fraglichen Grundgeschäfts grundsätzlich von der Bewilligungsproblematik
wusste, dass sie sich im Vorfeld für die Klägerin 2, welche ihre Cousine ist,
einsetzte und dass es um einen Betrag von Fr. 500'000.-- ging, der ihr
zugutekommen sollte. Der Beklagten kann daher nicht vorgeworfen werden, sie
hätte grobfahrlässig gehandelt, indem sie nicht zusätzliche Abklärungen
getroffen und Informationen eingeholt habe. Der Sorgfaltsmassstab nach Art.
1006 Abs. 2 OR würde überspannt, wenn dem Erwerber eines Wechsels die Pflicht
auferlegt würde, ohne konkrete Anhaltspunkte nach Mängeln des
Begebungsgeschäftes zu forschen. Dies widerspräche dem bei Ordrepapieren
verstärkten Verkehrsschutz (Meier-Hayoz/von der Crone, Wertpapierrecht, 2.
Aufl., Bern 2000, S. 84 Rz. 18; vgl. auch BGE 121 III 69 E. 3c S. 72).

Die Kläger wollen sodann die Erwägung der Vorinstanz nicht gelten lassen,
dass der Beklagten keine grobe Fahrlässigkeit angelastet werden könne,
nachdem die berufserfahrenen Kläger nicht einmal leichte Fahrlässigkeit
treffe. Es lägen für die beiden Parteien verschiedene Sachverhalte vor, die
nach einer unterschiedlichen rechtlichen Subsumtion verlangten. Bei ihrer
Argumentation berufen sich die Kläger indessen auf Sachverhaltselemente, die
im vorinstanzlich festgestellten Sachverhalt keine Stütze finden, so wenn sie
behaupten, E.________ habe von der Unzulässigkeit des Vertragswerks gewusst
oder die Beklagte habe mehr Informationen gehabt als die Kläger und habe in
diesem Vertragskonstrukt eine Parteirolle gespielt. Darauf kann nicht
abgestellt werden. Die Erwägung der Vorinstanz erscheint demgegenüber
durchaus stichhaltig. Im Übrigen ist auch das Vorbringen der Beklagten nicht
von der Hand zu weisen, dass sie, gerade weil sie die Ehefrau von E.________
ist, ihrem berufserfahrenen Ehemann vertrauen durfte.

Die Beurteilung der Vorinstanz, die eine grobe Fahrlässigkeit der Beklagten
verneinte, ist bundesrechtlich nicht zu beanstanden. Eine Verletzung von Art.
1006 Abs. 2 OR ist nicht dargetan.

3.
Für den Fall, dass der Beklagten weder Bösgläubigkeit noch grobe
Fahrlässigkeit angelastet wird, machen die Kläger geltend, die Beklagte sei
von ihrem Ehemann vertreten worden und müsse sich dessen Bösgläubigkeit oder
zumindest dessen grobe Fahrlässigkeit anrechnen lassen.

Die Vorinstanz verwarf dieses Vorbringen. Dass die Beklagte vom Grundgeschäft
Kenntnis gehabt habe und die Vertragskonstruktion "in einem einzigen Akt
vollzogen" worden sei, wie die Kläger behaupteten, mache die Beklagte noch
nicht zur Vertragspartei. Auch dass die Beklagte gegenüber den Klägern und
anderen Geschäftspartnern ihres Ehemannes gelegentlich an der Seite ihres
Mannes aufgetreten sei, genüge nicht, um bezüglich des hier konkret in Frage
stehenden Vertragsverhältnisses auf ihre Stellung als Vertragspartei zu
schliessen. Solches hätten die Kläger aufgrund der Umstände auch nicht in
guten Treuen annehmen dürfen.

Vor Bundesgericht argumentieren die Kläger dahingehend, das Darlehen bestehe
zwischen der Beklagten und der F.________ AG. Aufgrund ihrer Stellung als
Gläubigerin des an sie abgetretenen und rückzahlbaren Darlehens sei die
Beklagte Partei des gesamten Vertrags- und Wechselkonstrukts. Zwar seien die
Wechsel an sie durch die F.________ AG indossiert worden. Sie habe jedoch
gewusst, dass die Kläger Wechselschuldner seien, auf die sie im Fall der
Insolvenz der F.________ AG greifen könne. Nur deshalb habe die Beklagte dem
Konstrukt zugestimmt. Wie sie immer wieder betone, habe sie jedoch nie
direkten Kontakt mit den Klägern als ihren Wechselverpflichteten gehabt. Es
müsse daher davon ausgegangen werden, dass E.________ als ihr Vertreter
gehandelt habe. Zumindest hätten die Kläger aus den Umständen darauf
schliessen dürfen.

Diese Konstruktion überzeugt nicht und vermag sich überdies nicht auf die
verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz abzustützen. Das Bundesgericht
ist im Berufungsverfahren an die Feststellungen des kantonalen Gerichts über
die Umstände des Vertragsschlusses und das Wissen der Vertragsparteien
gebunden (BGE 130 III 417 E. 3.2 S. 425; 129 III 702 E. 2.4 S. 707, je mit
Hinweisen). Im angefochtenen Urteil wird nicht festgestellt, die Beklagte
habe im Zeitpunkt des Abschlusses der Vereinbarung vom 30. Juni 1997 im
Wissen darum, dass sie auf die Kläger als Wechselschuldner im Falle einer
Insolvenz der F.________ AG greifen könne, dem ganzen Vertrags- und
Wechselkonstrukt zugestimmt. Auch ist - entgegen der Darstellung der Kläger -
nicht die Rede davon, dass "das Darlehen zwischen der Beklagten und der
F.________ AG besteht". Vielmehr wird Bezug genommen auf ein "von E.________
der Aktiengesellschaft (F.________ AG) gewährtes Darlehen". An die Beklagte
abgetreten worden sei die Darlehensrückforderung. Aufgrund der von der
Vorinstanz festgestellten Umstände ist ihre Beurteilung richtig, dass nicht
auf eine Stellung der Beklagten als Vertragspartei zu schliessen ist und die
Kläger in guten Treuen nicht von einer solchen ausgehen durften. Liegt aber
kein Stellvertretungsverhältnis zwischen der Beklagten und E.________ vor,
entfällt von vornherein eine Anrechnung eines bösen Glaubens des Letzteren an
die Beklagte.

4.
Die Kläger behaupten erstmals vor Bundesgericht, zwischen der Beklagten und
E.________ habe ein animus societatis bestanden. Die Veräusserung der
Liegenschaft Z.________ sei ein Projekt gewesen, das die Beklagte und
E.________ gemeinsam, ein jeder mit seinen Kräften, verfolgt hätten. Im
Berufungsverfahren sind neue Tatsachenbehauptungen ausgeschlossen (Art. 55
Abs. 1 lit. c OG). Die Kläger sind daher mit diesen neuen Behauptungen nicht
zu hören. Entsprechend ist nicht weiter auf ihre darauf gestützten
Ausführungen zum Bestand einer einfachen Gesellschaft zwischen der Beklagten
und E.________ einzugehen.

5.
Die Kläger bestreiten, dass der Bestand des "von E.________ im Kaufvertrag
über die F.________ AG an seine Ehefrau angeblich abgetretenen
Hypothekardarlehens über Fr. 500'000.--" bewiesen sei und dass dieses
Darlehen überhaupt existierte. Wenn es aber nicht bestanden hätte, wäre die
Bösgläubigkeit der Beklagten offensichtlich. Zudem würde seitens der Kläger
ein Grundlagenirrtum vorliegen und sie könnten sich auf absichtliche
Täuschung berufen. Indem die Vorinstanz beide Rechtsbehelfe ungeprüft
übergangen habe, habe sie Bundesrecht verletzt.

Die Rüge erweist sich als unbegründet, soweit darauf einzutreten ist. Wie aus
dem angefochtenen Urteil ersichtlich ist, ging das Kantonsgericht vom Bestand
des im Vertrag vom 30. Juni 1997 erwähnten Darlehens aus, nachdem es diesen
bereits in seinem Urteil vom 23. November 2001 bejaht hatte und damit laut
der Beurteilung des Kassationsgerichts nicht in Willkür verfallen war. Damit
ist verbindlich vom Bestand des Darlehens auszugehen, zumal die Kläger
insoweit keine Ausnahme von der Sachverhaltsbindung im Sinne von Art. 63 Abs.
2 oder Art. 64 OG substanziieren. Unter diesen Umständen brauchte sich das
Kantonsgericht nicht mit den auf die gegenteilige Annahme gestützten
Vorbringen der Kläger auseinanderzusetzen.

6.
Schliesslich rügen die Kläger, die Vorinstanz habe fälschlicherweise das
Verkehrsschutzbedürfnis der Beklagten bejaht und den Einredeausschluss im
Sinne von Art. 1007 OR für gegeben erachtet. Die vorgenommenen Indossierungen
hätten nicht dem Umlaufzweck gedient. Der Einredeausschluss entfalle, wenn
ein wirtschaftlich einheitliches Geschäft vorliege, was vorliegend zutreffe.
Bei dem ganzen Rechtsgeschäft handle es sich um einen einzigen Akt, der am 5.
Juli 1997 vollzogen worden sei.

6.1 Die Vorinstanz hielt diesem Einwand entgegen, es seien nicht alle
Beteiligten wirtschaftlich miteinander verbunden. Eine wirtschaftliche
Identität im Sinne des Wechselrechts bestehe allenfalls zwischen den Klägern,
nicht aber zwischen ihnen und der F.________ AG oder der Beklagten. Ein
fehlender Umlaufzweck könne vorliegend schon deshalb nicht angenommen werden,
weil der Beklagten keine Bösgläubigkeit oder Grobfahrlässigkeit anzulasten
sei.

6.2 Wer aus dem Wechsel in Anspruch genommen wird, kann dem Inhaber keine
Einwendungen entgegensetzen, die sich auf seine unmittelbaren Beziehungen zu
dem Aussteller oder zu einem früheren Inhaber gründen, es sei denn, dass der
Inhaber bei dem Erwerb des Wechsels bewusst zum Nachteil des Schuldners
gehandelt hat (Art. 1007 OR). Hauptzweck dieser Norm ist die Sicherstellung
der Umlauffähigkeit des Wechsels. Der Einredeausschluss kommt aber dem
Normzweck entsprechend erst zum Zug, wenn ein wechselmässiger Erwerb
stattgefunden hat. Dazu ist kumulativ vorausgesetzt: Zurechenbarkeit der
wechselrechtlichen Erklärung, Verkehrsschutzbedürfnis und subjektive
Schutzwürdigkeit des Erwerbers (Meier-Hayoz/von der Crone, a.a.O, S. 165 ff.;
Grüninger/Hunziker/Roth, a.a.O., N. 7 und 9 zu Art. 1007 OR). Die
Voraussetzung "Verkehrsschutzbedürfnis" stellt fest, ob die Urkunde objektiv
geeignet war, beim Erwerber Erwartungen über das verbriefte Recht zu
erwecken. Die erweckten Erwartungen sind allerdings nur tragend, wenn der
konkrete Erwerber auch wirklich schutzwürdig ist. Dabei ist Art. 1007 OR sehr
erwerberfreundlich ausgestaltet: Dem Erwerber schadet weder leichte noch
grobe Fahrlässigkeit, sondern nur das Handeln "bewusst zum Nachteil des
Schuldners" (Meier-Hayoz/von der Crone, a.a.O, S. 107 Rz. 103 f.). Der
Wechselgläubiger muss unredlich gehandelt haben. Hiezu genügt blosses
Kennensollen des Mangels nicht, selbst dann nicht, wenn der Erwerber des
Wechsels schon bei Anwendung eines Mindestmasses von Sorgfalt den Mangel
hätte erkennen können (BGE 99 Ia 1 E. 3a S. 7). In diesem Kontext ist somit
nur Bösgläubigkeit erfasst.

6.3 Vorliegend steht die subjektive Schutzwürdigkeit der Beklagten ausser
Frage, nachdem ihr keine Bösgläubigkeit anlastet (selbst nicht einmal grobe
Fahrlässigkeit). Auch können den Beteiligten ihre Erklärungen zugerechnet
werden. Hingegen bestreiten die Kläger das Verkehrsschutzbedürfnis mit dem
Argument, die Indossierung und Hingabe der Wechsel an die Beklagte sei kein
wechselrechtliches Verkehrsgeschäft. Der Wechsel sei nicht in Umlauf gelangt.
Sie beziehen sich auf die den Einredeausschluss aufhebenden Konstellationen
des einheitlichen Geschäftes bzw. der Personenidentität, wie sie
Baumbach/Hefermehl darstellen (a.a.O., N. 23 und 24 zu Art. 17 WG).

Auf dem Boden der verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz sind aber
vorliegend beide Konstellationen nicht gegeben. So stellte die Vorinstanz
fest, es sei nicht bewiesen, dass die Beklagte bei der Vertragsunterzeichnung
am 5. Juli 1997 anwesend war. Es war somit gar nicht möglich, dass das
Geschäft - wie die Kläger sich ausdrücken - in einem Akt vollzogen wurde. Die
Kläger führen aus, wenn es sich um ein normales Rechtsgeschäft gehandelt
hätte, hätten die Kläger einen Aktienkaufvertrag abgeschlossen und für die
Aktien einen Kaufpreis bezahlt. Für die Beklagte hätte sich dabei nichts
geändert und Schuldnerin ihrer angeblichen Darlehensforderung wäre die
F.________ AG geblieben. Die Kläger hätten aber primär keinen Kaufpreis
bezahlt, sondern das Darlehen der Beklagten zurückbezahlt. Durch die
Ausstellung der Wechsel sei die Position der Beklagten als Darlehensgeberin
massiv verbessert worden. Es liege somit ein enger Konnex zwischen den
beteiligten Vertrags- und Wechselparteien vor, der nicht rechtfertige, dass
sich die Beklagte gegenüber den Klägern auf den Einredeausschluss berufen
könne. Mit dieser Konstruktion übergehen die Kläger die Tatsache, dass der
Vertrag vom 30. Juni 1997 von einem von E.________ der Aktiengesellschaft
gewährten Darlehen spricht. Es trifft daher nicht zu, dass die F.________ AG
Schuldnerin der Darlehensforderung der Beklagten geblieben wäre, wenn die
Parteien den von den Klägern vorgeschlagenen Weg gegangen wären. Ein enger
Konnex zwischen den beteiligten Vertrags- und Wechselparteien im Sinne eines
einheitlichen Geschäfts ist nicht dargetan und ergibt sich auch nicht aus der
Tatsache, dass die Beklagte die Ehefrau von E.________ ist und überdies die
Cousine der Klägerin 2.

Bei der von den Klägern ebenfalls angerufenen Konstellation der
Personenidentität entfällt das wechselrechtliche Verkehrsgeschäft wegen der
wirtschaftlichen Identität der beteiligten juristischen Person und deren
Gesellschafter bzw. es liegt kein Dritterwerb vor (Baumbach/ Hefermehl,
a.a.O., N. 24 zu Art. 17 WG). Eine solche Identität wäre vorliegend
gegebenenfalls bei E.________ und der F.________ AG oder unter den Klägern zu
orten, nicht aber bezüglich jenen und der Beklagten. Die in der
Indossamentenkette erfassten Personen, die Kläger 1-3, die F.________ AG und
die Beklagte, verbindet keine Identität.

Die Vorinstanz hat somit auch das Verkehrsschutzbedürfnis zu Recht bejaht.

7.
Der schliesslich erhobene - im Übrigen kaum rechtsgenüglich begründete -
Einwand des Rechtsmissbrauchs scheitert bereits daran, dass die Beklagte
nicht bösgläubig ist. Es ist nicht ersichtlich, wie ihr unter diesen
Umständen vorgeworfen werden könnte, sie berufe sich rechtsmissbräuchlich auf
den Einredeausschluss.

8.
Die Berufung ist abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. Dem
Verfahrensausgang entsprechend ist die Gerichtsgebühr den Klägern
aufzuerlegen, die zudem die Beklagte für das bundesgerichtliche Verfahren zu
entschädigen haben (Art. 156 Abs. 1 und Art. 159 Abs. 2 OG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Berufung wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Die Gerichtsgebühr von Fr. 8'500.-- wird den Klägern unter solidarischer
Haftbarkeit auferlegt.

3.
Die Kläger haben die Beklagte für das bundesgerichtliche Verfahren unter
solidarischer Haftbarkeit mit Fr. 9'500.-- zu entschädigen.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und der III. Zivilkammer des Kantonsgerichts
St. Gallen schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 4. Januar 2006

Im Namen der I. Zivilabteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident:  Der Gerichtsschreiber: