Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

I. Zivilabteilung 4C.434/2005
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{T 0/2}
4C.434/2005 /len

Urteil vom 22. Januar 2007

I. Zivilrechtliche Abteilung

Bundesrichter Corboz, Präsident,
Bundesrichterinnen Klett, Kiss,
Gerichtsschreiber Widmer.

X. ________,
Kläger und Berufungskläger,
vertreten durch Rechtsanwalt Claudio Möhr,

gegen

Bank Y.________ Ltd.,
Beklagte und Berufungsbeklagte,
vertreten durch Rechtsanwalt Marco Habrik.

Innominatvertrag,

Berufung gegen das Urteil des Handelsgerichts
des Kantons Zürich vom 4. November 2005.

Sachverhalt:

A.
X. ________ (Kläger) unterhielt seit Mai 2000 bei der Bank Y.________ Ltd.
(Beklagte), Zürich, bzw. mit deren Rechtsvorgängerin, der Bank A.________ AG,
Konto- und Depotbeziehungen für sein Geschäftsvermögen und (zusammen mit
seiner Ehefrau) für das Privatvermögen. Im Verlaufe des Sommers/Herbst 2002
stellte er fest, dass sich sowohl sein Geschäfts- wie auch sein
Privatvermögen seit Eröffnung der Konto- und Depotbeziehungen bei der
Beklagten negativ entwickelt hatten und erhebliche (buchmässige) Verluste
aufwiesen. Auf Rat seines Bruders, der in früheren Jahren für die
Vermögensverwaltung des Klägers verantwortlich gewesen war, saldierte er mit
Schreiben vom 25. Oktober 2002 beide Geschäftsbeziehungen bei der Beklagten.
In der Folge beauftragte der Kläger seinen Bruder mit der Interessenwahrung
gegenüber der Beklagten. Dieser leitete zwei separate Verfahren vor dem
Schweizerischen Bankenombudsman ein. Dasjenige betreffend das
Geschäftsvermögen des Klägers blieb ergebnislos, während das Resultat des
Verfahrens betreffend das Privatvermögen umstritten ist und Gegenstand des
vorliegenden Prozesses bildet.

B.
Der Kläger verlangte mit Klage vom 20. April 2004 vor dem Handelsgericht des
Kantons Zürich Schadenersatz wegen weisungswidriger und unsachgemässer
Anlagetätigkeit im Umfang von Fr. 895'418.-- nebst Zins betreffend das
Privatvermögen und von Fr. 200'000.-- nebst Zins betreffend das
Geschäftsvermögen.
Hinsichtlich des Rechtsbegehrens über Fr. 200'000.-- nebst Zins (Verlust am
Geschäftsvermögen) konnte an der Referentenaudienz vom 25. Oktober 2004 ein
Teilvergleich erzielt werden, so dass das Verfahren insoweit als erledigt
abgeschrieben wurde.
Hinsichtlich des Rechtsbegehrens über Fr. 895'418.-- nebst Zins (Verlust am
Privatvermögen) wurde das Verfahren einstweilen auf die Frage beschränkt, ob
im Verfahren vor dem Bankenombudsman ein Vergleich über Fr. 35'000.--
zustande gekommen war, wie die Beklagte geltend machte und der Kläger
bestritt.

Mit Urteil vom 4. November 2005 bejahte das Handelsgericht das Zustandekommen
eines solchen Vergleichs und hiess daher die Klage im Umfang von Fr.
35'000.-- gut. Im Mehrbetrag wies es sie ab.
Dagegen erhob der Kläger Nichtigkeitsbeschwerde an das Kassationsgericht des
Kantons Zürich. Dieses wies die Beschwerde mit Beschluss vom 30. September
2006 ab, soweit es auf sie eintrat.

C.
Der Kläger beantragt mit eidgenössischer Berufung, das Urteil des
Handelsgerichts sei aufzuheben. Die Beklagte sei zu verpflichten, den Betrag
von Fr. 35'000.-- als von ihr anerkannter Teil des vom Kläger eingeklagten
Forderungsbetrages diesem letzteren zuzüglich 5 % Verzugszins ab 26. Oktober
2002 zu bezahlen. Das vom Handelsgericht zunächst auf die Teilfrage
betreffend Zustandekommen oder Nichtzustandekommen eines Vergleichs zwischen
den Parteien eingegrenzte Verfahren sei vom Handelsgericht als Verfahren über
die (zu keinem Zeitpunkt durch Vergleich erledigte) im Streit liegende Frage
der Haftung der Berufungsbeklagten im Umfang von Fr. 895'418.-- zuzüglich 5 %
Zins ab 26. Oktober 2002 fortzuführen.
Eventualiter sei die Sache an das Handelsgericht zurückzuweisen mit der
Anordnung, ein Beweisverfahren über die Frage durchzuführen, was Inhalt und
Ergebnis der Telefongespräche war, die am 13. und 20. Mai 2003 zwischen dem
Vertreter des Klägers und dem stellvertretenden Bankenombudsman, Herrn
B.________, geführt worden sind.
Subeventualiter sei die Klage vom Bundesgericht im Umfang von Fr. 895'418.--
zuzüglich 5 % Zins ab 26. Oktober 2002 gutzuheissen.
Die Beklagte beantragt, die Berufung abzuweisen, soweit darauf einzutreten
sei, und das Urteil des Handelsgerichts zu bestätigen.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

1.
Das Bundesgesetz über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005 (BGG; SR 173.110)
ist am 1. Januar 2007 in Kraft getreten (AS 2006 1205, 1243). Da der
angefochtene Entscheid vorher ergangen ist, richtet sich das Verfahren noch
nach OG (Art. 132 Abs. 1 BGG).

2.
Mangels Beschwer des Klägers ist auf die Berufung nicht einzutreten, soweit
er die Aufhebung des angefochtenen Urteils auch insofern verlangt, als ihm
die Vorinstanz Fr. 35'000.-- zugesprochen hat (vgl. BGE 123 III 414 E. 3a;
120 II 5 E. 2a mit Hinweisen). Dementsprechend ist auch auf das - nicht
weiter begründete - Begehren auf erneute Zusprechung der anerkannten Fr.
35'000.-- nicht einzutreten. Auch auf das in diesem Zusammenhang gestellte
Begehren auf Zuerkennung von Verzugszins kann nicht eingetreten werden. Die
Vorinstanz hat den entsprechenden Antrag mit einlässlicher Begründung
abgewiesen. Dass sie damit Bundesrecht verletzt hätte, macht der Kläger nicht
geltend (Art. 55 Abs. 1 lit. c OG; vgl. dazu BGE 121 III 397 E. 2a S. 400;
116 II 745 E. 3 S. 749; 105 II 308 E. 6).

3.
Umstritten ist einzig, ob zwischen den Parteien betreffend die
Schadenersatzforderung aus dem Verlust am Privatvermögen im Verfahren vor dem
Schweizerischen Bankenombudsman ein Vergleich (über Fr. 35'000.--) zustande
gekommen ist oder nicht.

3.1 Die Vorinstanz hielt diesbezüglich folgenden Sachverhalt fest: Mit
Schreiben vom 6. Mai 2003 an den Schweizerischen Bankenombudsman
unterbreitete die Beklagte eine Vergleichsofferte über Fr. 35'000.--. Dieses
Vergleichsangebot leitete der stellvertretende Schweizerische Bankenombudsman
(im Folgenden auch bloss "Bankenombudsman") dem bevollmächtigten Bruder des
Klägers am 13. Mai 2003 telefonisch weiter. Am 20. Mai 2003 schrieb der
Bankenombudsman der Beklagten, der Bruder des Klägers habe ihm "heute" (20.
Mai 2003) mitgeteilt, dass der Kläger dem Vergleichsangebot zugestimmt habe.
Mit Schreiben ebenfalls vom 20. Mai 2003 richtete sich der Bankenombudsman an
den Bruder des Klägers, gab seiner Freude darüber Ausdruck, dass in der
Angelegenheit des Klägers gegen die Beklagte eine gütliche Einigung habe
erzielt werden können; er machte ihn darauf aufmerksam, dass die Beklagte mit
gleichem Datum über die Zustimmung zur Vergleichsofferte orientiert worden
sei und dass diese sich mit ihm zwecks Festlegung der Modalitäten in
Verbindung setzen werde. Am 26. Mai 2003 telefonierte der damalige
Zweigniederlassungsleiter der Beklagten mit dem Bruder des Klägers und
vereinbarte, ihm den Vergleichstext zuzustellen. Weder nach Erhalt des
Schreibens des Bankenombudsmans noch anlässlich des Telefongesprächs mit dem
Zweigniederlassungsleiter erhoben der Kläger oder dessen Bruder Einwendungen
irgendwelcher Art. Mit Schreiben vom 3. Juni 2003 sandte die Beklagte dem
Bruder des Klägers den entsprechenden Vergleichstext zur Gegenzeichnung. Auch
hierauf erhoben weder der Kläger noch sein Bruder Widerspruch.

3.2 Die Vorinstanz erwog, dieser unbestrittene Sachverhalt, insbesondere das
Schreiben des Bankenombudsmans vom 20. Mai 2003 indiziere, dass zwischen den
Parteien ein tatsächlicher Konsens erzielt worden sei. Folge man dem
Schreiben, so hätte der Kläger die von der Beklagten unterbreitete
Vergleichsofferte von Fr. 35'000.-- vorbehaltlos akzeptiert, und zwar indem
sich der Bruder des Klägers am 20. Mai 2003 mit dem Bankenombudsman in
Verbindung gesetzt und die Zustimmung des Klägers mitgeteilt habe, dies
nachdem der Bruder des Klägers von der Vergeichsofferte der Beklagten am 13.
Mai 2003 durch den Bankenombudsman in Kenntnis gesetzt worden sei. Dies würde
auch gegen die Behauptung des Klägers sprechen, sein Bruder habe keine
Gelegenheit gehabt, mit ihm Rücksprache zu nehmen, hätten doch zwischen der
Unterbreitung der Vergleichsofferte und dem Rückruf beim Bankenombudsman
sieben Tage zur Verfügung gestanden. Der Kläger bringe keine stichhaltigen
Gründe vor, weshalb der Bankenombudsman gegenüber der Beklagten
wahrheitswidrig ein Telefonat mit seinem Bruder und das Einverständnis des
Klägers zu deren Vergleichsofferte hätte vorgeben sollen. Solche seien auch
nicht ersichtlich. Entspräche der Inhalt des Schreibens des Bankenombudsmans
an die Beklagte vom 20. Mai 2003 den tatsächlichen Gegebenheiten, läge
zwischen den Parteien ein auf tatsächlichem Konsens beruhender
Vertragsabschluss vor. Ob dem so sei, könne allerdings offen bleiben.
Denn selbst wenn der klägerischen Sachdarstellung zu folgen und davon
auszugehen wäre, der Kläger bzw. sein Bruder habe gegenüber dem
Bankenombudsman keine Zustimmung zur Vergleichsofferte der Beklagten
abgegeben, es habe sich also bei der vom Bankenombudsman weitergegebenen
Einverständniserklärung um ein Missverständnis oder gar um eine Erfindung des
Bankenombudsmans gehandelt, sei ein Vergleichsabschluss zwischen den Parteien
zu bejahen. Der Bankenombudsman habe auf Anfrage des Klägers als Vermittler
zwischen den Parteien fungiert und sei daher mit dessen Einverständnis als
Erklärungs- und Empfangsbote aufgetreten. Mit Schreiben vom 20. Mai 2003 habe
der Bruder des Klägers davon Kenntnis erhalten, dass der Beklagten ein dem
Kläger zurechenbares Akzept zu deren Vergleichsvorschlag zugegangen sei. Sein
Bruder sei nach Angaben des Klägers ein Fachmann und erfahrener
Geschäftsmann. Als solcher habe er daher zu diesem Zeitpunkt wissen müssen,
dass dieses übermittelte Akzept zum Abschluss eines Vergleichsvertrages
führe, da die Beklagte diese Erklärung nach Treu und Glauben nur als
Einverständnis zu ihrer Vergleichsofferte verstehen durfte und musste. Dies
umso mehr, als weder nach dem Schreiben des Bankenombudsmans an den Bruder
des Klägers noch anlässlich des Telefonats mit dem Zweigstellenleiter der
Beklagten irgendwelche Vorbehalte von klägerischer Seite gegenüber der
Beklagten angemeldet worden seien. Damit ergebe sich, dass die vom
Schweizerischen Bankenombudsman bzw. dessen Stellvertreter am 20. Mai 2003
übermittelten Erklärungen dem Kläger zurechenbar seien und zu einem Vergleich
zwischen den Parteien geführt hätten.
Die Erklärungen des Bankenombudsmans wären, so die Vorinstanz weiter, für den
Kläger selbst dann bindend, wenn dessen Willensäusserungen vom Ombudsman
unrichtig übermittelt worden wären. Hätte der Kläger sich im Sinne von Art.
27 OR auf einen Übermittlungsirrtum berufen wollen, hätte er, wenn nicht
sofort, doch zumindest innerhalb eines Jahres seit Zugang des Schreibens des
Bankenombudsmans vom 20. Mai 2003, eine entsprechende Willensäusserung
gegenüber der Beklagten kundtun müssen. Dass er dies getan habe, behaupte er
nicht.

4.
4.1 Mit dem Vergleichsvertrag (Innominatvertrag) legen die Parteien einen
Streit oder eine Ungewissheit über ein Rechtsverhältnis mit gegenseitigen
Zugeständnissen bei (BGE 130 III 49 E. 1.2 S. 51 mit Hinweis). Als Vertrag
des Privatrechts kommt er durch übereinstimmende gegenseitige
Willensäusserung der Parteien zustande (Art. 1 OR). Eine solche liegt vor,
wenn jede Partei die andere tatsächlich richtig verstanden hat, die Parteien
mithin übereinstimmend einen Vertrag bestimmten Inhalts abschliessen wollten
(tatsächlicher Konsens). Hat eine Partei die andere nicht tatsächlich richtig
verstanden, kommt das Vertrauensprinzip zum Zug, das heisst die Erklärung der
anderen Partei ist so auszulegen, wie sie der Empfänger nach Treu und Glauben
verstehen durfte und musste (normativer Konsens; BGE 132 III 626 E. 3.1; 123
III 35 E. 2b; Gauch/Schluep/Schmid/Rey, Schweizerisches Obligationenrecht,
Allgemeiner Teil, 8. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2003, Rz. 309 ff.). Dies gilt
selbst im Fall des Erklärungsfehlers oder der Falschübermittlung (Eugen
Bucher, Basler Kommentar, N. 6 zu Art. 1 OR).

4.2 Die in der Abgabe oder Entgegennahme einer Willenserklärung bestehende
Rechtshandlung kann statt durch die Partei, für die sie wirkt, auch durch
einen Stellvertreter oder einen Boten erfolgen. Während der Vertreter eine
eigene Willenserklärung abgibt, übermittelt der Bote lediglich eine fremde
Willenserklärung. Er ist also, auch wenn er beim Vertragsschluss eingesetzt
wird, nur Überbringer der Willensäusserung seines Auftraggebers (Schwenzer,
Schweizerisches Obligationenrecht, Allgemeiner Teil, 4. Aufl., Bern 2006,
Rz. 40.06; Guhl/Koller, Das Schweizerische Obligationenrecht, 9. Aufl.,
Zürich 2000, S. 156 Rz. 13). Die Abgrenzung kann bei mündlichen
Willenserklärungen schwierig sein. Sowohl der Bote wie auch der Vertreter
handeln allerdings mit Wirkung für den "dominus". Die Abgrenzung hat daher
bloss geringe Bedeutung. Ein Unterschied besteht namentlich darin, als bei
Hilfspersonen, anders als beim Vertreter, alle auf diese bezogenen
subjektiven Elemente (Handlungsfähigkeit, Wissen oder Nichtwissen von
bestimmten Umständen etc.) ausser Betracht bleiben, da sie keinen eigenen
Willen formulieren (Eugen Bucher, Schweizerisches Obligationenrecht,
Allgemeiner Teil, Zürich 1988, S. 598; von Tuhr/Peter, Allgemeiner Teil des
Schweizerischen Obligationenrechts, Zürich 1979, S. 349 f.).

5.
Vorliegend hat der Kläger den Schweizerischen Bankenombudsman angerufen. Zu
dessen Funktion hielt die Vorinstanz zutreffend fest, dass er als neutraler
Vermittler versucht, zwischen den Parteien eine einvernehmliche Lösung zu
erzielen. Im Rahmen der von ihm geführten Vergleichsbemühungen übermittelte
er die von den Parteien abgegebenen Willensäusserungen und trat insofern als
Erklärungs- und Empfangsbote auf. Bezüglich der hier zu beurteilenden
Erklärungen des Klägers und der Beklagten liegen somit auf beiden Seiten
mittelbare Erklärungen vor, indem sich die Parteien ihre Erklärungen über
eine Mittelsperson (Bote) zukommen liessen (vgl. Gauch/Schluep/ Schmid/Rey,
a.a.O., Rz. 186). Dabei handelte der Schweizerische Bankenombudsman bzw. sein
Stellvertreter gleichzeitig für beide Parteien. Diese müssen sich die durch
ihn übermittelten Erklärungen zurechnen lassen.
Auf der einen Seite unterbreitete die Beklagte am 6. Mai 2003 eine
Vergleichsofferte über Fr. 35'000.--, die der Bankenombudsman dem
bevollmächtigten Bruder des Klägers am 13. Mai 2003 telefonisch
weiterleitete. Auf der anderen Seite ist unklar, ob der Kläger tatsächlich
sein Einverständnis zu dieser Vergleichsofferte erklärt hat. Fest steht aber,
dass der Bankenombudsman genau eine solche Erklärung des Klägers der
Beklagten übermittelte. So schrieb er ihr am 20. Mai 2003, der Bruder des
Klägers habe ihm "heute" (20. Mai 2003) mitgeteilt, dass der Kläger dem
Vergleichsangebot zugestimmt habe. Da nach dem Gesagten (Erwägung 4.2) der
Bankenombudsman mit Wirkung für den Kläger handelte, sich dieser mithin die
übermittelte Erklärung des Ombudsmans zurechnen lassen muss, liegt ein Akzept
der Vergleichsofferte vor. Anders denn als Zustimmung zur Vergleichsofferte
konnte und musste die Beklagte das Schreiben des Bankenombudsmans vom 20. Mai
2003 nicht verstehen. Dies gilt umso mehr, als der Bankenombudsman mit
Schreiben vom 20. Mai 2003 dem Bruder des Klägers mit Kopie an die Beklagte
(Art. 64 Abs. 2 OG) mitteilte, dass die Beklagte mit gleichem Datum über die
Zustimmung zur Vergleichsofferte orientiert worden sei, worauf dieser in
keiner Weise Widerspruch erhob.
Die Vorinstanz hat daher das Zustandekommen eines Vergleichs über Fr.
35'000.-- ohne Verletzung von Bundesrecht bejaht.

6.
Was der Kläger dagegen vorbringt, verfängt nicht, soweit darauf im Lichte der
Begründungsanforderungen von Art. 55 Abs. 1 lit. c OG überhaupt eingetreten
werden kann (vgl. dazu die Hinweise in Erwägung 2 vorne).

6.1 So muss bezüglich der Telefongespräche vom 13. und 20. Mai 2003 keine
Rückweisung zur Ergänzung des Sachverhalts stattfinden. Entgegen dem Vorwurf
des Klägers hat die Vorinstanz das Thema dieser Telefongespräche nicht
ignoriert und vollkommen ausgeblendet, sondern durchaus gewürdigt. Sie kam
zum Schluss, dass die Gespräche zusammen mit dem Schreiben des
Bankenombudsmans vom 20. Mai 2003 einen (positiven) tatsächlichen Konsens
indizieren würden. Sie liess die Frage dann aber offen, weil jedenfalls ein
normativer Konsens anzunehmen sei. Zu dieser Annahme gelangte sie selbst bei
Zugrundelegung des vom Kläger behaupteten Inhalts der Telefongespräche.
Es ist nicht dargetan, dass der Kläger im kantonalen Verfahren prozesskonform
behauptet hätte, er habe die Vergleichsofferte klar abgelehnt, mithin nach
diesen Telefongesprächen ein offener Dissens vorgelegen habe, wie er nun in
der Berufung neu vorträgt. Das Beweisverfahren, auf das die Vorinstanz
angeblich zu Unrecht verzichtete, hätte sich mithin von vornherein nicht auf
die Frage eines offenen Dissenses bezogen, sondern auf die Frage, ob ein
positiver tatsächlicher übereinstimmender Parteiwille bestand oder nicht,
wobei im letzteren Fall das Vertrauensprinzip zum Zuge kommt (vgl. BGE 123
III 35 E. 2b S. 39 f.). Da die Vorinstanz das Zustandekommen des Vergleichs
gestützt auf einen normativen Konsens selbst dann bejahte, wenn sich ergeben
hätte, dass die Parteien sich insoweit tatsächlich nicht richtig verstanden
haben, konnte sie ohne Verletzung von Bundesrecht offen lassen, ob auch ein
auf tatsächlichem Konsens beruhender Vertragsabschluss erwiesen ist. Eine
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts liegt daher
nicht vor.

6.2 Nicht ersichtlich ist, was der Kläger mit seinen Einwendungen gegen die
Qualifikation des Schweizerischen Bankenombudsmans als Erklärungsbote
gewinnen will. Für die hier zu entscheidende Frage des Zustandekommens des
Vergleichs bliebe es ohne Belang, wenn die vom Kläger vorgeschlagene
Qualifikation des Bankenombudsmans als (passiver) Vertreter zutreffen sollte.
Auch in diesem Fall bzw. erst recht in diesem Fall wären dessen Erklärungen
den Parteien zuzurechnen (vgl. Erwägung 4.2 hiervor). Der Zeitpunkt des
Empfangs der Erklärung, der in den Fällen des Vertreters und des Boten
differieren mag (Zäch, Berner Kommentar, N. 21 Vorbem. zu Art. 32-40 OR;
Schwenzer, a.a.O., N. 27.24), spielt vorliegend keine entscheiderhebliche
Rolle.

6.3 Die Vorinstanz hielt im Sinne einer zusätzlichen Begründung dafür, dass
es sich vorliegend auch rechtfertige, die Lehre und Rechtsprechung zum
unwidersprochen gebliebenen Bestätigungsschreiben analog anzuwenden, nachdem
der Kläger auf Erhalt des Schreibens vom 20. Mai 2003 hin keinen Widerspruch
erhob, obwohl ihm aufgrund desselben klar sein musste, dass der
Bankenombudsman und die Beklagte davon ausgingen, dass er den Vergleich
angenommen habe.
Da bereits die Hauptbegründung der Vorinstanz vor Bundesrecht standhält,
braucht auf die vom Kläger gegen diese Zusatzbegründung erhobenen
Einwendungen nicht eingegangen zu werden.

6.4 Die Vorinstanz hielt fest, der Kläger hätte, wenn er sich im Sinne von
Art. 27 OR auf einen Übermittlungsirrtum hätte berufen wollen, innerhalb
eines Jahres seit Zugang des Schreibens des Bankenombudsmans vom 20. Mai 2003
eine entsprechende Willensäusserung gegenüber der Beklagten kundtun müssen.
Dass er dies getan habe, behaupte er nicht. In diesem Zusammenhang wirft der
Kläger der Vorinstanz ein Versehen im Sinne von Art. 55 Abs. 1 lit. d OG vor.
Ein offensichtliches Versehen liegt nach der Rechtsprechung nur vor, wenn die
Vorinstanz eine bestimmte Aktenstelle übersehen oder unrichtig, d.h. nicht in
ihrer wahren Gestalt, insbesondere nicht mit ihrem wirklichen Wortlaut
wahrgenommen hat (BGE 115 II 399 E. 2; 113 II 522 E. 4b; 104 II 68 E. 3b).
Erforderlich ist, dass ein Aktenstück unbeachtet blieb, dessen
Berücksichtigung oder Mitberücksichtigung die Feststellung als blanken Irrtum
ausweist. Nicht in ihrer wahren Gestalt wird eine Aktenstelle beispielsweise
wahrgenommen, wenn die Vorinstanz sich verliest, ihrerseits eine
Missschreibung in den Akten übersieht oder den offensichtlichen Zusammenhang
einer Aussage mit anderen Dokumenten oder Äusserungen verkennt.
Der Kläger vermag kein offensichtliches Versehen im dargelegten Sinne
aufzuzeigen, wenn er ausführt, er habe dadurch, dass er den ihm zugesandten
Vergleichstext nie unterschrieben habe, ferner mit seiner Korrespondenz
(Beilagen 95-100 der Beklagten) und aufgrund der Tatsache, dass er innert
Jahresfrist eine Klage eingereicht habe, klar gemacht, dass er den
angeblichen Vergleich unter keinen Umständen einhalten werde. Abgesehen
davon, dass der pauschale Hinweis auf einzelne Beilagen nicht ausreicht,
vermögen auch die von ihm angerufenen Umstände keinen Widerspruch zur
beanstandeten Feststellung der Vorinstanz offenzulegen, wonach der Kläger
nicht behauptet habe, sich auf einen Übermittlungsirrtum berufen und eine
entsprechende Anfechtungserklärung abgegeben zu haben. Der Kläger nennt keine
Aktenstücke, die belegen, dass er entsprechende Behauptungen prozesskonform
vorgetragen hätte, welche die Vorinstanz übersehen hätte.

6.5 Schliesslich rügt der Kläger, die Vorinstanz habe in Verletzung von
Bundesrecht nicht geprüft, ob ein Grundlagenirrtum im Sinne eines
beachtlichen Motivirrtums vorliege. Darauf kann nicht eingetreten werden. Was
er zur Begründung vorträgt, erschöpft sich im Wesentlichen in neuen
Sachbehauptungen und Hypothesen, die im angefochtenen Urteil keine Stütze
finden und daher mangels Sachverhaltsrüge nach Art. 63 Abs. 2 und Art. 64 OG
nicht zu hören sind (vgl. BGE 130 III 102 E. 2.2; 127 III 248 E. 2c). Wie die
Vorinstanz richtig erwog, stellte sich die Frage nach einem allfälligen
Erklärungsirrtum in der Form eines Übermittlungsirrtums im Sinne von Art. 27
OR. Diejenige nach einem Grundlagenirrtum war jedoch nicht zu prüfen, zumal
der Kläger nicht aufzeigt, dass er sich im kantonalen Verfahren je auf einen
Grundlagenirrtum berufen und entsprechende Behauptungen aufgestellt hätte.

7.
Die Berufung ist abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. Bei
diesem Ausgang des Verfahrens wird der Kläger kosten- und
entschädigungspflichtig (Art. 156 Abs. 1 und Art. 159 Abs. 2 OG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Berufung wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Die Gerichtsgebühr von Fr. 11'000.-- wird dem Kläger auferlegt.

3.
Der Kläger hat die Beklagte für das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr.
13'000.-- zu entschädigen.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Handelsgericht des Kantons Zürich
schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 22. Januar 2007

Im Namen der I. Zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident:  Der Gerichtsschreiber: