Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

I. Zivilabteilung 4C.90/2005
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4C.90/2005 /sza

Urteil vom 22. Juni 2005

I. Zivilabteilung

Bundesrichter Corboz, Präsident,
Bundesrichterin Klett, Bundesrichter Nyffeler,
Gerichtsschreiber Arroyo.

X. ________,
Beklagter und Berufungskläger,
handelnd durch Adrian Gmür,

gegen

Y.________ GmbH, DE,
Klägerin und Berufungsbeklagte,
handelnd durch Bruno Meier.

Werkvertrag,

Berufung gegen den Entscheid des Kantonsgerichts St. Gallen, Präsidentin der
III. Zivilkammer, vom 25. Januar 2005.

Sachverhalt:

A.
Die Metzgerei Z.________ AG erneuerte im Jahre 2001 ihren Betrieb. Die damit
beauftragte Generalunternehmerin vergab die Neugestaltung des
EDV-Lagerverwaltungssystems an X.________ (Beklagter und Berufungskläger) als
Subunternehmer. Der Beklagte wiederum zog die deutsche Y.________ GmbH
(Klägerin und Berufungsbeklagte) als Sub-Subunternehmerin bei. Die Klägerin
unterbreitete dem Beklagten ein Angebot vom 11. Juni 2001 zum festen Werklohn
von DM 214'433.- netto. Die Auftragsbestätigung der Klägerin vom 21. August
2001 wies den praktisch identischen Werklohn von DM 214'433.60 netto aus. Die
Parteien unterzeichneten am 20. September 2001 den Werkvertrag. Der Werklohn
wurde auf DM 214'433.60 festgelegt. Im Dezember 2001 unterzeichneten alle
Beteiligten das "Pflichtenheft für Lagerverwaltungsrechner". Am 6. Mai 2002
stellte die Klägerin dem Beklagten Rechnung über DM 214'433.60 (d.h. EUR
109'638.16). Sie errechnete nach Abzug der Akontozahlungen des Beklagten
einen Restwerklohnanspruch von EUR 10'963.93. Die Zahlung blieb aus. Am 7.
August 2002 wurde das erneuerte Lagerverwaltungssystem abgenommen und von der
Metzgerei Z.________ AG in Betrieb gesetzt. Der Beklagte stellte der Klägerin
am 13. Dezember 2002 Rechnung über Fr. 29'249.70 für Lieferung sowie
Installation von drei "Festcode-Barcodeleseeinrichtungen mit
Handbarcodeleser", die Umrüstung und den Umbau zweier solcher Geräte.

B.
B.a
Am 24. Juni 2003 gelangte die Klägerin an das Bezirksgericht Untertoggenburg
(Gerichtskommission). Sie verlangte die Zahlung von EUR 10'963.93 nebst Zins.
Der Beklagte schloss auf Abweisung der Klage. Er brachte unter anderem vor,
die Klägerin habe ihre Leistungen gemäss Werkvertrag nicht vollständig
erbracht, sodass der Beklagte ihr nur einen herabgesetzten Werklohn schulde.
Ausserdem habe er eine Ersatzvornahme tätigen müssen, um das Gesamtwerk
rechtzeitig fertig zu stellen, wofür die Klägerin einzustehen habe. Die
Klägerin bestritt, den Werkvertrag nicht bzw. nicht ordentlich erfüllt zu
haben.
Der Präsident des Kreisgerichts Untertoggenburg-Gossau schützte die Klage mit
Entscheid vom 17. November 2003 im Wesentlichen mit der Begründung, dass der
Beklagte keine rechtzeitige Rüge gemäss Art. 367 OR erhoben habe; eine solche
Rüge sei aber Voraussetzung für die Mängelrechte gemäss Art. 368 Abs. 2 OR
ebenso wie (in Verbindung mit einer Fristansetzung für die Behebung der
Mängel sowie der Androhung der Ersatzvornahme) für eine Ersatzvornahme nach
Art. 366 Abs. 2 OR.

Dagegen erhob der Beklagte kantonale Berufung beim Kantonsgericht St. Gallen
mit dem Antrag, die Klage abzuweisen. Die Präsidentin der III. Zivilkammer
des Kantonsgerichts beschloss am 17. August 2004, zum Umfang und den
Umständen der Gerätelieferung an die Metzgerei Z.________ AG die Zeugen
A.________, B.________ und C.________ einzuvernehmen. Die Beweisabnahmen
fanden in Anwesenheit der Parteien am 8. Dezember 2004 statt.

B.b Mit Entscheid vom 25. Januar 2005 wies das Kantonsgericht die Berufung im
Wesentlichen ab. Einzig hinsichtlich der Abänderung der Verzugszinsregelung
wurde die Berufung gutgeheissen. Das Gericht erwog zunächst, der Rechtsstreit
betreffe die Frage, welche Leistungen die Klägerin dem Beklagten gestützt auf
den Werkvertrag vom 20. September 2001 hätte erbringen müssen. Nach Ansicht
des Beklagten hätte die Klägerin unter anderem für fünf I-Punkte fünf
Festbarcodeleser (Scanner) und fünf Handbarcodeleser (Strichcodehandleser)
liefern und installieren müssen; die Klägerin habe das vereinbarte Werk nicht
vollendet und damit auch nicht abgeliefert; deshalb habe der Beklagte nach
Art. 107 ff. OR vorgehen müssen, wobei eine Nachfristansetzung vor der
Ersatzvornahme nicht notwendig gewesen sei, da eine solche unnütz gewesen
wäre. Die Klägerin erwiderte, sie hätte nur einen Zentralrechner (Server) und
vier Rechner für diese     I-Punkte liefern müssen; die übrige Hardware sei
bei der Metzgerei Z.________ bereits vorhanden gewesen; sie habe den
Werkvertrag vollständig erfüllt, der Beklagte habe die behauptete
Unvollständigkeit nie gerügt und sei nicht zur Ersatzvornahme berechtigt
gewesen.

Das Kantonsgericht erwog, der Werkvertragstext würde an sich zum Schluss
führen, dass die Klägerin zur Leistung (nicht aber zur Installation) der
Fest- und Handbarcodeleser verpflichtet gewesen wäre. Die Frage der
Leistungspflicht könne aber aus folgendem Grund offen bleiben: Die Parteien
vereinbarten einen Pauschalwerklohn im Sinne von Art. 373 OR, womit der
Beklagte den vollen Preis auch dann zu bezahlen hatte, wenn die
Fertigstellung des Werkes tiefere Erstellungskosten nach sich zog als
vorgesehen. Bezüglich der vom Beklagten angeblich bezogenen Ersatzleistungen
schloss das Gericht - insbesondere gestützt auf die erwähnten
Zeugeneinvernahmen -, der Beklagte sei mit dem ihm nach Art. 8 ZGB
obliegenden Beweis gescheitert; er habe nicht nachweisen können, dass er
Leistungen im Umfang der zwei ins Recht gelegten Rechnungen der "D.________
ag" vom 22. August 2002 und seiner Rechnung an die Klägerin vom 13. Dezember
2002 erbracht hätte; die heutigen Betreiber der Anlage hätten mit den alten
Geräten weitergearbeitet; die Behauptung des Beklagten, er habe neue
Handbarcodeleser geliefert, sei falsch; unbewiesen sei auch, dass alle
Festbarcodeleser durch neue ersetzt worden seien; der Beklagte könne der
Klägerin die von ihm behaupteten Leistungen nicht entgegenhalten.
Abschliessend hielt das Gericht fest, dass die Anlage am 7. August 2002
abgenommen und in Betrieb gesetzt wurde. Da sich nicht feststellen lasse, in
welchem Umfang die Klägerin bis zu diesem Zeitpunkt nicht erfüllt haben
solle, sei der Einwand der nicht gehörigen Erfüllung des Werkvertrags
abzuweisen, wobei allfällige Minderkosten aufgrund der vereinbarten festen
Vergütung nicht von Belang seien und die Klägerin Anspruch auf das
Pauschalhonorar gehabt habe.

B.c In einer Eventualbegründung erwog das Kantonsgericht, dass sich an dieser
Beurteilung selbst dann nichts ändern würde, wenn die vom Beklagten
behaupteten Leistungen bewiesen wären. Der Beklagte mache geltend, er sei als
Subunternehmer zur Ersatzbeschaffung bei der "D.________ ag" verpflichtet
gewesen, um nicht selbst schadenersatzpflichtig zu werden. Voraussetzung für
eine Ersatzvornahme sei indessen nach Art. 366 Abs. 2 OR, dass der Besteller
dem Unternehmer zuvor eine angemessene Frist zur Abhilfe angesetzt habe. Eine
Fristansetzung könne nur unterbleiben, wenn sie sich von vornherein als
unnütz erweist (Art. 108 OR), was der Beklagte denn auch (sinngemäss) geltend
mache. In Würdigung des damaligen Verhaltens und der (aktenkundigen)
damaligen Erklärungen der Klägerin schloss das Gericht, es sei kein
offenkundiger klägerischer Wille zur Leistungsverweigerung erkennbar. Somit
habe der Beklagte die Voraussetzungen für ein Vorgehen ohne
Nachfristansetzung nicht dargetan. Er könnte der Klägerin daher die
behauptete Ersatzvornahme nicht entgegenhalten - selbst wenn die
Ersatzlieferungen bewiesen wären.

C.
Der Beklagte erhebt gegen den Entscheid des Kantonsgerichts St. Gallen vom
25. Januar 2005 eidgenössische Berufung. Er beantragt die vollumfängliche
Aufhebung des angefochtenen Entscheids sowie die vollständige Abweisung der
Klage; eventuell beantragt er die Rückweisung an die Vorinstanz. Der Beklagte
rügt, der angefochtene Entscheid verstosse gegen Art. 9 BV, Art. 8 ZGB sowie
Art. 108 Ziff. 1, 366 Abs. 2, 373 Abs. 1 und 3 OR. Ausserdem bringt er vor,
die Vorinstanz habe zu Unrecht verneint, dass der Beklagte eine
Verrechnungseinrede erhoben habe.

Die Klägerin schliesst auf Abweisung der Berufung, soweit darauf einzutreten
sei.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Im Berufungsverfahren hat das Bundesgericht seiner Entscheidung die
tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz zugrunde zu legen, es sei denn,
sie beruhten auf einem offensichtlichen Versehen, seien unter Verletzung
bundesrechtlicher Beweisvorschriften zustande gekommen oder bedürften der
Ergänzung, weil das kantonale Gericht in fehlerhafter Rechtsanwendung einen
gesetzlichen Tatbestand nicht oder nicht hinreichend klärte, obgleich ihm die
entscheidwesentlichen Behauptungen und Beweisanträge rechtzeitig und in der
vorgeschriebenen Form unterbreitet wurden (Art. 63 und 64 OG; BGE 127 III 248
E. 2c). Blosse Kritik an der Beweiswürdigung des kantonalen Gerichts kann
dagegen mit Berufung nicht vorgetragen werden (BGE 127 III 73 E. 6a). In der
Berufungsschrift ist genau anzugeben, welche Bundesrechtssätze der
angefochtene Entscheid verletzt und inwiefern er gegen sie verstösst (Art. 55
Abs. 1 lit. c OG).

Soweit die Berufung diesen Begründungsanforderungen nicht genügt, hat sie
unbeachtet zu bleiben. Insbesondere ist der Beklagte nicht zu hören, soweit
er ohne substanziierte Sachverhaltsrügen nach Art. 63 f. OG zu erheben von
den tatsächlichen Feststellungen im angefochtenen Urteil abweicht oder diese
ergänzt. Ebenso haben seine Vorbringen unbeachtet zu bleiben, mit denen er
(implizit) die vorinstanzliche Beweiswürdigung beanstandet. Nicht zu hören
sind namentlich seine Ausführungen zur Beachtlichkeit der Zeugenaussagen und
deren Würdigung durch die Vorinstanz.

1.2 Mit Berufung kann geltend gemacht werden, der angefochtene Entscheid
beruhe auf Verletzung des Bundesrechts mit Einschluss der durch den Bund
abgeschlossenen völkerrechtlichen Verträge. Wegen Verletzung
verfassungsmässiger Rechte ist die staatsrechtliche Beschwerde vorbehalten
(Art. 43 Abs. 1 OG). Soweit der Beklagte rügt, die Vorinstanz habe Art. 9 BV
verletzt, kann auf die Berufung nicht eingetreten werden (BGE 127 III 248 E.
2c). Unzulässig sind auch die mehrfachen Hinweise des Beklagten auf die im
kantonalen Verfahren eingereichten Rechtsschriften, da in der
Berufungsschrift selber darzulegen ist, inwiefern das angefochtene Urteil
Bundesrecht verletzt (BGE 115 II 83 E. 3 mit Verweis; Art. 55 Abs. 1 lit. c).

2.
2.1
Der Beklagte rügt eine Verletzung von Art. 8 ZGB. Er bringt vor, er selbst
habe das fehlende Anlagematerial im Rahmen der Ersatzvornahme liefern lassen
müssen. Die Vorinstanz habe aber die Rechnung der "D.________ ag" vom 22.
August 2002 unberechtigterweise in Zweifel gezogen. Sie habe ihm dadurch den
Beweis dafür auferlegt, dass die Klägerin nicht alle Vertragsleistungen
erbracht habe, was indessen seitens der Klägerin nicht einmal behauptet
werde. Dies stelle eine Verletzung von Art. 8 ZGB dar, da nicht er, sondern
die Klägerin die vollumfängliche Erfüllung ihrer vertraglichen Pflichten
hätte beweisen müssen.
Der Beklagte verkennt mit diesen Ausführungen zunächst, dass über
unbestrittene Tatsachen kein Beweis abzunehmen ist. Die Vorinstanz hat
ausdrücklich festgehalten, die Klägerin habe unbestrittenermassen weder Fest-
noch Handbarcodeleser geliefert. Weiter führte sie aus, der Beklagte
behaupte, dies anstelle der Klägerin getan zu haben. Nach den Feststellungen
der Vorinstanz erfolgte die Abnahme mit Inbetriebnahme des funktionsfähigen
Werkes im August 2002, woraus sie bundesrechtskonform schloss, dass die
Klägerin die Erbringung des werkvertraglich geschuldeten Erfolgs
(funktionierendes EDV-Lagerverwaltungssystem) bewiesen habe. Wenn der
Beklagte daher behauptet(e), er selbst und nicht die Klägerin als
Sub-Subunternehmerin habe einen Teil der Leistungen erbracht, um diesen
Erfolg herbeizuführen, so hat ihm die Vorinstanz die entsprechende Beweislast
bundesrechtskonform auferlegt. Denn gemäss Art. 8 ZGB hat jene Partei das
Vorhandensein einer behaupteten Tatsache zu beweisen, die aus ihr Rechte
ableitet (BGE 130 III 321 E. 3.1). Im Übrigen geht der Beklagte, wie
nachfolgend dargelegt, von einer falschen Tragweite von Art. 8 ZGB aus.

2.2 Die Vorinstanz erwog, die Rechnung vom 22. August 2002, in der die
"D.________ ag" dem Beklagten Rechnung für fünf Fest- und fünf
Handbarcodelesegeräte stellte, erscheine "insgesamt konstruiert, sodass sich
Zweifel am Wahrheitsgehalt des Dokumentes aufdrängen". Zu diesem Ergebnis der
Beweiswürdigung gelangte die Vorinstanz aufgrund folgender Erwägungen: Der
Rechnungsbetrag von Fr. 29'251.80 komme den von der Klägerin in der
Auftragsbestätigung vorgesehenen Kosten für das Anlagematerial von Fr.
29'980.-- zu offenkundig nahe; ausserdem sei in der Rechnung als
Ausführungszeitpunkt des Auftrags die Kalenderwoche 34 des Jahres 2002
angegeben, was den bekannten zeitlichen Verhältnissen widerspreche, wurde
doch die Anlage schon deutlich früher (am 7. August 2002) abgenommen und in
Betrieb genommen; hinzu komme, dass die "D.________ ag" dem Beklagten gehöre,
weshalb er nach der Lebenserfahrung unmittelbar Einfluss auf den Inhalt der
Rechnung nehmen konnte, womit dieser als Urkunde nur die Bedeutung einer
Parteibehauptung zukomme; die Rechnung vermöge angesichts der erwähnten
Zweifel die Lieferung der Hardware durch den Beklagten nicht zu beweisen.
Auch das Ergebnis der Zeugeneinvernahmen spreche gegen die Sachdarstellung
des Beklagten. So habe der Zeuge A.________ (Generalunternehmer) erklärt, die
Generalunternehmung habe nicht verlangt, dass die vorhandene Hardware
umfassend ersetzt werden müsse - entscheidend sei nur gewesen, dass das
System funktioniere; auch seien nur zwei neue Lesegeräte geliefert worden,
wobei die übrigen aus den bei der Kundin vorhandenen Beständen übernommen
worden seien. Der Zeuge B.________ (Geschäfsführer der Z.________ Metzgerei)
bestätigte nach den verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz, dass gewisse
alte Geräte weiterverwendet bzw. übernommen wurden. Er wies darauf hin, dass
die Metzgerei Z.________ stets Lesegeräte als Ersatz am Lager habe, was der
weitere Zeuge C.________ (Abteilungsleiter der Z.________ Metzgerei)
bestätigte und zudem aussagte, dass Handlesegeräte nicht ersetzt worden
seien.

Die Vorinstanz schloss, der Beklagte sei daher mit dem Beweis gescheitert,
dass er Leistungen im Umfang seiner Behauptungen gemäss den Rechnungen vom
22. August und 13. Dezember 2002 erbracht habe.

2.3 Art. 8 ZGB regelt im Bereich des Bundesprivatrechts zunächst die
Verteilung der Beweislast und verleiht darüber hinaus der beweisbelasteten
Partei das Recht, zum ihr obliegenden Beweis zugelassen zu werden. Indessen
schreibt diese Bestimmung dem Sachgericht nicht vor, mit welchen Mitteln der
Sachverhalt abzuklären ist oder wie die Beweise zu würdigen sind. Die
Schlüsse, die das kantonale Gericht in tatsächlicher Hinsicht aus Beweisen
und konkreten Umständen zieht, sind im Berufungsverfahren nicht überprüfbar
(BGE 122 III 219 E. 3c).
Auf die Berufung ist somit nicht einzutreten, soweit der Beklagte Kritik an
der vorinstanzlichen Beweiswürdigung übt (BGE 127 III 73 E. 6a) und die
erwähnten Zeugenaussagen als irrelevant bezeichnet. Die Vorinstanz hat zudem
in Würdigung der Beweise (Rechnungen und Zeugen) den - mit Berufung nicht
anfechtbaren - Schluss gezogen, dass der Beklagte den ihm obliegenden Beweis
für die behaupteten Ersatzvornahmeleistungen nicht erbracht hat. Dass die
Vorinstanz ihrer Würdigung ein unzutreffendes Beweismass zugrunde gelegt
haben soll (vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2), macht der Beklagte im Übrigen zu
Recht nicht geltend.

2.4 Ist somit davon auszugehen, dass der Beklagte keine Ersatzvornahme
getätigt hat, so sind seine Rügen betreffend die vorinstanzlichen
Ausführungen zur Nachfristansetzung im Sinne der  Art. 366 Abs. 2 und 108
Ziff. 1 OR unbeachtlich.

3.
Der Beklagte rügt, die Vorinstanz sei von einem falschen Begriff des
Pauschalpreises ausgegangen und habe dadurch Art. 373 Abs. 1 und Abs. 3 OR
verletzt; die Auffassung der Vorinstanz, wonach der Pauschalpreis unabhängig
davon zu bezahlen sei, ob der Unternehmer seine Leistungspflicht erfüllt habe
oder nicht, sei unzutreffend.

3.1 Die Vorinstanz hat verbindlich festgestellt, die Parteien hätten im
Werkvertrag einen Pauschalwerklohn vereinbart. Sie erwog, dass daher der
Beklagte den vollen Preis auch dann zu bezahlen hatte, wenn die
Fertigstellung des Werkes tiefere Erstellungskosten nach sich zog als
vorgesehen.

3.2 Wird im Rahmen eines Werkvertrags die Vergütung im Voraus genau bestimmt,
so hat der Besteller auch dann den vollen Preis zu bezahlen, wenn die
Fertigstellung des Werkes weniger Arbeit verursacht, als vorgesehen war (Art.
373 Abs. 3 i.V.m. Abs. 1 OR). Eine derartige Preisabrede ist verbindlich
(pacta sunt servanda). Der Pauschalpreis ist nach einhelliger Lehre ein
fester Preis in dem Sinne, dass er unabänderlich sowie unabhängig von den
tatsächlichen Erstellungskosten des Werkes, den ausgeführten Leistungsmengen,
Aufwendungen und Arbeiten ist; die Abweichung von den bei Vertragsschluss
vorgesehenen Erstellungskosten (Arbeits- und andere Kosten) ist daher ohne
Belang - vorbehaltlich vorliegend nicht gegebener ausserordentlicher Umstände
im Sinne von Art. 373 Abs. 2 OR (vgl. statt vieler Gauch, Der Werkvertrag, 4.
Auflage, Zürich 1996, N 901-904; Zindel/Pulver, Basler Kommentar, N 6 zu Art.
373 OR; Gautschi, Berner Kommentar, N 14c zu Art. 373 OR; Guhl/Koller, Das
Schweizerische Obligationenrecht, 9. Aufl., § 47 N 40). Die Vorinstanz hat
den Begriff des Pauschalpreises entgegen der Ansicht des Beklagten
bundesrechtskonform umschrieben. Daran ändert auch das Vorbringen des
Beklagten nichts, in Art. 373 Abs. 3 OR sei von "weniger Arbeit (also nicht
Material)" die Rede. Denn aus welchen Gründen die Erstellungskosten des
Werkes letztlich geringer ausfallen, ist - wie dargelegt - irrelevant. Bei
einer Pauschalpreisvereinbarung muss der Unternehmer, wie die Klägerin
zutreffend hervorhebt, nur jene Leistungen erbringen, die notwendig sind, um
das vereinbarte Werk zu vollenden. Die Rüge des Beklagten ist unbegründet.

Die Vorinstanz hat im Übrigen verbindlich festgestellt, es sei nicht
erkennbar, inwiefern die Klägerin den Werkvertrag vor der Werkabnahme am 7.
August 2002 nicht erfüllt habe, wobei die Anbindung der Lesegeräte ans System
jedenfalls nicht zu ihren Pflichten gehörte. Die diese Feststellungen
übergehenden oder davon abweichenden Vorbringen des Beklagten sind nicht zu
hören (Art. 55 Abs. 1 lit. c und 63 Abs. 2 OG).

4.
Schliesslich rügt der Beklagte (sinngemäss) eine Verletzung von Art. 124 Abs.
1 OR. Der Beklagte bringt vor, die Vorinstanz habe zu Unrecht geschlossen, er
habe durch den Hinweis auf seine Schadenersatzforderung von Fr. 25'000.--
keine Verrechnungseinrede erhoben. Nach Behauptung des Beklagten bezog sich
diese Forderung auf seine anstelle der Klägerin selbst vorgenommenen
Nachbesserungsarbeiten. Nach den verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz
hat der Beklagte für diese Schadenersatzforderung zwar die Abnahme von
Beweisen beantragt; gleichzeitig hat er sich aber die Geltendmachung des
Schadens in einem separaten Verfahren vorbehalten; ausserdem hat er auch
erstinstanzlich solche Gewährleistungsansprüche lediglich "der guten Ordnung
halber..." erwähnt, jedoch bewusst darauf verzichtet, diese zu
quantifizieren. Daher, so die Vorinstanz, seien sie nicht zu beurteilen.

Eine Verrechnungserklärung im Sinne von Art. 124 Abs. 1 OR kann jederzeit und
damit auch noch in einem hängigen Prozess abgegeben werden (BGE 95 II 235 E.
6; Wolfgang Peter, Basler Kommentar, N 2 zu Art. 124 OR). Sie kann - wie jede
formlose Willenserklärung - auch konkludent erfolgen. Der Verrechnungsgegner
hat aber ein Interesse daran, mit Bestimmtheit zu wissen, ob und wann die
Verrechnungswirkung eintritt, sodass die Verrechnungserklärung, wie jede
Ausübung eines Gestaltungsrechts (BGE 107 Ib 98 E. 8d), bedingungsfeindlich
ist (vgl. BGE 123 III 246 E. 3; Peter, a.a.O., N 3 f. zu Art. 124 OR); aus
demselben Grund liegt keine Verrechnungserklärung im Sinne des Gesetzes vor,
wenn die Geltendmachung einer Forderung in einem späteren Zeitpunkt bzw.
Prozess vorbehalten wird, bleibt doch dadurch die Rechtsstellung der
Gegenpartei ebenfalls in der Schwebe und wird nicht - wie bei einer
Gestaltungserklärung - unmittelbar verändert (vgl. Guhl/Koller, a.a.O., § 2 N
35 f., § 37 N 4; Gauch/Schluep/Schmid, Schweizerisches Obligationenrecht
Allgemeiner Teil, 8. Auflage, N 65/72). Die Vorinstanz hat kein Bundesrecht
verletzt, indem sie schloss, der Beklagte habe keine Verrechnungserklärung
erhoben. Die Rüge ist unbegründet.

5.
Die Berufung ist abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. Diesem
Verfahrensausgang entsprechend ist die Gerichtsgebühr dem Beklagten zu
auferlegen (Art. 156 Abs. 1 OG). Er hat überdies der anwaltlich vertretenen
Klägerin eine Parteientschädigung zu leisten (Art. 159 Abs. 2 OG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Berufung wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Die Gerichtsgebühr von Fr. 2'000.-- wird dem Beklagten auferlegt.

3.
Der Beklagte hat die Klägerin für das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr.
2'500.-- zu entschädigen.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Kantonsgericht St. Gallen,
Präsidentin der III. Zivilkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 22. Juni 2005

Im Namen der I. Zivilabteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident:  Der Gerichtsschreiber: