Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

I. Zivilabteilung 4C.94/2005
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4C.94/2005 /zga

Urteil vom 14. September 2005

I. Zivilabteilung

Bundesrichter Corboz, Präsident,
Bundesrichterin Klett, Bundesrichter Nyffeler, Bundesrichter Favre,
Bundesrichterin Kiss,
Gerichtsschreiber Huguenin.

A. X.________,
Klägerin und Berufungsklägerin, vertreten durch Advokat Dr. Peter
Liatowitsch,

gegen

M.________,
O.________,
Beklagte und Berufungsbeklagte,
beide vertreten durch Advokat Oscar Battegay.

Herausgabe von Aktien,

Berufung gegen das Urteil des Appellationsgerichts
des Kantons Basel-Stadt vom 29. Oktober 2004.

Sachverhalt:

A.
Der 1976 verstorbene britische Staatsangehörige C.Z.________ hinterliess zwei
Töchter, nämlich A.________, verheiratete X.________, und B.________,
verheiratete Y.________. Beide Töchter haben Kinder. A.X.________ wohnt in
den USA. Der Bruder des Verstorbenen, Sir D.Z.________, veranlasste als
dessen Testamentsvollstrecker die Übergabe eines Teils des Nachlasses,
bestehend aus einem in Le E.________ in Südfrankreich gelegenen Landgut, an
eine liechtensteinische Treuhänderschaft. Formelle Eigentümerinnen des
Landgutes waren die F.________ SA mit Sitz in G.________ und die H.________
SA mit Sitz in I.________, wobei die erste Gesellschaft als Holding der
zweiten diente.

Im Dezember 1977 erteilte Sir D.Z.________ in einem in englischer Sprache
abgefassten Schriftstück dem L.________ in P.________ den Auftrag, die Aktien
der F.________ SA den Treuhändern ("trustees") der als "E.________ Trust"
bezeichneten, noch zu gründenden Treuhänderschaft auszuhändigen, und gab
bestimmte Weisungen betreffend die Verwendung des Treugutes zu Gunsten der
beiden Töchter seines verstorbenen Bruders ("beneficiaries"). Am 17. Februar
1978 wurde der Treuhandvertrag in P.________ geschlossen. Treugeber war
K.________, und als Treuhänder wurden neben dem L.________ der Anwalt
M.________ und die N.________ eingesetzt. Im Vertrag wurde einleitend
festgehalten, er unterliege dem liechtensteinischen Recht, wobei insbesondere
die Artikel 897 bis 930 des Gesetzes über das Personen- und
Gesellschaftsrecht vom 20. Januar 1926 zur Anwendung gelangten. Betreffend
Beendigung des Vertrages wurde bestimmt, dieser könne von den Treuhändern mit
Mehrheitsbeschluss jederzeit aus wichtigen Gründen aufgelöst werden; als
wichtiger Grund gelte namentlich, "wenn es infolge von neuen Steuer- und
Währungsgesetzen ungebührlich schwierig wird, den Vertragszweck zu
erreichen".

Nachdem die Treuhänderin N.________ gestorben war, wurde sie am 14. November
1997 durch den Rechtsanwalt O.________ ersetzt.

B.
Mit Beschluss vom 30. August 1999, an dem alle drei Treuhänder mitwirkten,
wurde die Treuhänderschaft vom 17. Februar 1978 (genannt "E.________ Trust")
aufgelöst. Im Beschluss wird festgehalten, dass der wichtige Grund einer
Änderung der Steuergesetzgebung eingetreten sei, weil nach einem neuen
französischen Steuergesetz die F.________ SA für den Liegenschaftbesitz in
Frankreich besteuert werde. Am Ende des Beschlusses wird angeordnet, das
gesamte Treuhandvermögen, bestehend aus zehn Aktien der F.________ SA, werde
an A.X.________ ausgeschüttet, "sobald die Begünstigten der Seite Y.________
dieser Ausschüttung zugestimmt haben".

Zu einer Übergabe der in Basel deponierten Aktien der F.________ SA an
A.X.________ kam es in der Folge jedoch nicht, weil M.________ diese von
verschiedenen Bedingungen abhängig machte, auf die A.X.________ bzw. deren
Anwalt nicht eingehen wollte.

C.
Auf Gesuch von A.X.________ erliess der Zivilgerichtspräsident Basel-Stadt am
1. März 2000 gegenüber M.________ und O.________ eine vorsorgliche Verfügung,
wonach den Gesuchsbeklagten unter Strafandrohung im Widerhandlungsfalle
befohlen wurde, die sich in ihrem Besitz befindlichen Aktien der
Gesellschaften F.________ AG und H.________ AG sowie sämtliche diese
Gesellschaften betreffenden Unterlagen beim Zivilgericht Basel-Stadt zu
Handen wes Rechts zu deponieren, und ihnen verboten wurde, in irgendeiner
Form für die Gesellschaften zu handeln. Nachdem die Gesuchsbeklagten dem
Befehl nicht nachgekommen waren, wurden die erwähnten Aktien bei der Bank
Q.________ , bei der sie aufbewahrt waren, durch die Staatsanwaltschaft
Basel-Stadt beschlagnahmt.

Am 5. September 2000 bestätigte der Zivilgerichtspräsident im Wesentlichen
die vorsorgliche Verfügung und setzte der Gesuchstellerin Frist zur
Einreichung der Prosekutionsklage, worauf diese beim Zivilgericht Basel-Stadt
fristgemäss Klage erhob.

Mit Urteil vom 26. Februar 2003 verurteilte das Zivilgericht die Beklagten 1
(M.________) und 2 (O.________), der Klägerin die Aktien der F.________ AG
und der H.________ AG unverzüglich herauszugeben. Zudem wurde die
Staatsanwaltschaft Basel-Stadt ersucht, die Beschlagnahme der Aktien der
F.________ AG und der H.________ AG zu Gunsten der Klägerin aufzuheben.
Die Beklagten fochten das Urteil des Zivilgerichts mit Appellation an, die
vom Appellationsgericht des Kantons Basel-Stadt mit Urteil vom 29. Oktober
2004 gutgeheissen wurde. Das Appellationsgericht wies die Klage ab und hob
die vorsorgliche Verfügung des Zivilgerichtspräsidenten vom 5. September 2000
auf.

D.
Mit Berufung beantragt die Klägerin dem Bundesgericht, das Urteil des
Appellationsgerichts vom 29. Oktober 2004 aufzuheben und die Beklagten 1 und
2 zu verurteilen, der Klägerin die Aktien der F.________ AG, G.________, und
der H.________ AG, I.________, unverzüglich herauszugeben; zudem sei die
Staatsanwaltschaft Basel-Stadt zu ersuchen, die Beschlagnahme der Aktien der
F.________ AG und der H.________ AG zu Gunsten der Klägerin aufzuheben;
eventualiter sei die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen zur
Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen.

Die Beklagten beantragen in ihrer Berufungsantwort, es sei auf die Berufung
nicht einzutreten, eventualiter sei sie abzuweisen.

E.
Mit Präsidialverfügung vom 27. Mai 2005 wurde festgehalten, dass das Gesuch
der Beklagten, die Klägerin habe im Sinne von Art. 150 Abs. 2 OG eine
allfällige Parteientschädigung sicher zu stellen, gegenstandslos geworden
war, nachdem die Beklagten die Berufungsantwort eingereicht hatten.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

1.
Die Vorinstanz hat in ihrem Urteil zunächst die Schiedseinrede der Beklagten
für unbegründet erklärt und sich dann mit deren Einrede mangelnder
Passivlegitimation befasst, welche die Beklagten damit begründeteten, dass
der Anspruch auf Herausgabe der Aktien gegen alle drei Treuhänder eingeklagt
werden müsse, also nicht nur gegen die beiden Beklagten, sondern auch gegen
das L.________, weil die drei Treuhänder im hier massgebenden Zusammenhang
eine notwendige passive Streitgenossenschaft bildeten. Die Vorinstanz hat
diese Einrede gutgeheissen und die Klage mangels Passivlegitimation
abgewiesen. Anders hatte dagegen das Zivilgericht entschieden, das zum
Ergebnis gekommen war, dass die Herausgabeklage auf einer vom Beklagten
M.________ als Stellvertreter der anderen Treuhänder mit der Klägerin im
Sommer 1999 geschlossenen besonderen vertraglichen Vereinbarung beruhe, die
unabhängig vom damals bereits aufgelösten "E.________ Trust" Geltung habe.
Diese Auffassung wurde von der Vorinstanz mit der Begründung verworfen, der
Beklagte M.________ habe auch damals als Treuhänder des "E.________ Trusts"
gehandelt und sei in dieser Eigenschaft nicht berechtigt gewesen, allein -
dass heisst ohne Mitwirkung der anderen Treuhänder - mit der Klägerin einen
Vertrag betreffend Herausgabe des Treugutes abzuschliessen.

2.
2.1 Bei einer Streitsache mit Auslandsberührung, wie sie hier vorliegt, hat
das Bundesgericht im Berufungsverfahren von Amtes wegen zu prüfen, welches
nationale Recht anwendbar ist (BGE 131 III 153 E. 3 S. 156; 130 III 417 E. 2
S. 421 mit Hinweisen).

2.2 Das Bundesgericht hat sich in einem Urteil vom 3. September 1999
(4C.255/1998) zur Frage der Anknüpfung des angelsächsischen private express
Trust, insbesondere der Rechtsverhältnisse zwischen Trust und Trustee
(Treuhänder) sowie Beneficiary (Begünstigter) geäussert und ist in Abweichung
von seiner früheren Rechtsprechung (BGE 96 II 79 E. 7c) zum Ergebnis
gekommen, für diese Rechtsverhältnisse sei in der Regel das
Gesellschaftsstatut massgebend (Art. 154 IPRG). Die Voraussetzung der
"organisierten Vermögenseinheit" im Sinne von Art. 150 Abs. 1 IPRG sei beim
express Trust im Allgemeinen erfüllt, weil zu dessen Errichtung eine
ausdrückliche Willenserklärung notwendig sei und in der Trusturkunde
festgelegt werde, wer Trustee sei und auf welche Weise er das Treugut zu
verwalten habe (E. 2e, abgedruckt in SJ 2000 I S. 269 ff.). An dieser
Auffassung, die sich auf die überwiegende Lehrmeinung stützen kann, ist
festzuhalten (zustimmend: Vischer, Zürcher Kommentar zum IPRG, Zürich 2004,
N. 13 ff. zu Art. 150 IPRG; Dutoit, Droit international privé suisse, 4.
Aufl., Basel 2005, N. 5bis zu Art. 150 IPRG; Matthias Seiler, Trust und
Treuhand im schweizerischen Recht, Zürich 2005, Rz. 270 ff.; Thomas M. Mayer,
Die organisierte Vermögenseinheit gemäss Art. 150 des Bundesgesetzes über das
Internationale Privatrecht, Basel 1998, S. 103 ff.; Pietro Supino,
Rechtsgestaltung mit Trust aus Schweizer Sicht, Diss. St. Gallen 1994, S. 156
ff.; Jasmin Ghandchi, Der Geltungsbereich des Art. 159 IPRG (Haftung für
ausländische Gesellschaften), Diss. Zürich 1991, S. 52 f.; Klein, Die
gesellschaftsrechtlichen Bestimmungen des IPRG, BJM 1989, S. 359 ff., S. 362;
zweifelnd: Luc Thévenoz, Trusts en Suisse, Zürich 2001, S. 40 ff. , insbes.
S. 44; von Planta, Basler Kommentar, N. 13 zu Art. 150 IPRG; differenzierend:
Florence Guillaume, Lex societatis, Principes de rattachement des sociétés et
correctifs institués au bénéfice des tiers en droit international privé
suisse, Diss. Lausanne 2000, S. 26 ff. insbes. S. 38 f.; für die Anknüpfung
nach dem Vertragsstatut: Siehr, Der Trust im IPR, in Mélanges en l'honneur de
Bernard Dutoit, Genf 2002, S. 297 ff., S. 308 f.).
2.3 Die liechtensteinische Treuhänderschaft entspricht im Wesentlichen dem
angelsächsischen private express Trust zu Gunsten bestimmbarer Begünstigter
(Thomas M. Mayer, a.a.O., S. 189 ff.; Bösch, Die liechtensteinische
Treuhänderschaft zwischen trust und Treuhand, Mauren 1995, S. 345 ff.; Klaus
Biedermann, Die Treuhänderschaft des liechtensteinischen Rechts, dargestellt
an ihrem Vorbild, dem Trust des Common Law, Bern 1981, S. 79 ff.). Aus diesem
Grund ist es gerechtfertigt, auch die liechtensteinische Treuhänderschaft
nach dem Gesellschaftsstatut anzuknüpfen, jedenfalls soweit es um die
Rechtsverhältnisse zwischen der Treuhänderschaft, dem Treuhänder und dem
Begünstigten geht (ebenfalls für Anknüpfung nach dem Gesellschaftsstatut:
Vischer, a.a.O., N. 22 zu Art. 150 IPRG; Zobl, Treuhand und Trust im
schweizerischen Recht - Aktuelle Probleme, in Aktuelle Rechtsprobleme des
Finanz- und Börsenplatzes Schweiz, Bern 1995, S. 120 ff., S. 123 f.; Thomas
M. Mayer, a.a.O., S. 211).

Damit ist gemäss Art. 154 Abs. 1 und Art. 155 IPRG auf die im vorliegenden
Fall massgebenden materiellrechtlichen Fragen liechtensteinisches Recht
anwendbar.

2.4 Mit der Berufung wird vorgebracht, es sei nicht klar, welches Recht die
Vorinstanz auf die Rechtsbeziehungen zwischen den Prozessparteien angewendet
habe. Die Klägerin räumt allerdings ein, dass aus der Entscheidbegründung der
Vorinstanz abgeleitet werden könnte, diese habe liechtensteinisches Recht
angewendet.

Es trifft zwar zu, dass die Vorinstanz die Frage des anwendbaren Rechtes in
der einschlägigen Erwägung 5b (S. 9 f.) nicht ausdrücklich erörtert. Aus dem
Inhalt dieser Erwägung - insbesondere den Literaturzitaten - ergibt sich
jedoch eindeutig, dass die Vorinstanz den eingeklagten Anspruch nach
liechtensteinischem Recht beurteilt hat. Wie in den vorangehenden Erwägungen
festgehalten worden ist, kommt jedenfalls insoweit liechtensteinisches Recht
zur Anwendung, als es um die Rechtsverhältnisse zwischen der
Treuhänderschaft, dem Treuhänder und dem Begünstigten geht. Im vorliegenden
Fall trifft dies zu, da der Anspruch der Klägerin als Begünstigter gegenüber
den Treuhändern auf Herausgabe des Treugutes streitig ist. Wenn die
Vorinstanz diesen Anspruch auf der Grundlage des liechtensteinischen
materiellen Rechtes beurteilte, hat sie entgegen der Rüge der Klägerin weder
Art. 16 Abs. 1 IPRG noch Art. 43 Abs. 1 OG verletzt.

2.5 Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts kann bei einer
vermögensrechtlichen Streitigkeit, wie sie hier gegeben ist, die Anwendung
des ausländischen Rechts durch die kantonale Vorinstanz    im
Berufungsverfahren nicht überprüft werden (Art. 43a Abs. 2 OG e contrario;
BGE 129 III 295 E. 2.2 mit Hinweisen). Das gilt namentlich hinsichtlich der
von der Vorinstanz in Anwendung des liechtensteinischen Rechts bejahten
Frage, ob es sich bei der Verpflichtung der Treuhänder zur Herausgabe des
Treugutes an die Begünstigte um eine gemeinschaftliche Schuld, eine
Gesamthandsverbindlichkeit handelt, die von allen drei Treuhändern gemeinsam
zu erfüllen ist. Soweit diese Rechtslage mit der Berufung direkt oder
indirekt angezweifelt wird, kann das Bundesgericht auf die entsprechenden
Vorbringen der Klägerin nicht eintreten.

3.
Nach einer allgemeinen Regel des internationalen Privatrechts gilt der
Grundsatz der Anwendung der lex processualis fori, das heisst dass auf
Verfahrensfragen das Recht am Ort des Prozesses anwendbar ist
(Keller/Girsberger, Zürcher Kommentar zum IPRG, 2. Auflage, Zürich 2004, N.
33 zu Art. 15 IPRG und N. 2 Vor Art. 123-126 IPRG sowie N. 35 zu Art. 124 und
Art. 119 Abs. 3 IPRG; Vischer, a.a.O., N. 38 zu Art. 18 IPRG; Berti, Basler
Kommentar, N. 13 ff. Vorbemerkungen zu Art. 2 IPRG; Ivo Schwander, Einführung
in das internationale Privatrecht, Erster Band: Allgemeiner Teil, 3. Aufl.,
St. Gallen 2000, Rz. 659 ff.; Zobl, a.a.O., S. 125; Ann-Kristin Koberg,
Zivilprozessuale Besonderheiten bei Sachverhalten mit Auslandsberührung,
Diss. St. Gallen 1992, S. 57 ff.). Im vorliegenden Fall ist somit auf
verfahrensrechtliche Fragen das schweizerische bzw. baselstädtische Recht
anwendbar.

3.1
Die Klägerin bringt in der Berufungsschrift vor, dass sich die Frage, ob eine
notwendige passive Streitgenossenschaft vorliege, nicht nach dem kantonalen
Prozessrecht, sondern nach dem materiellen Bundesrecht bestimme. Gehe daher
ein Gericht zu Unrecht vom Vorliegen einer notwendigen passiven
Streitgenossenschaft aus, so verletze es Bundesrecht im Sinne von Art. 43
Abs. 1 OG, weshalb diese Rüge mit der eidgenössischen Berufung geltend
gemacht werden könne.

3.2 Die notwendige - aktive wie passive - Streitgenossenschaft ist ein
Institut des Verfahrensrechts, das jedoch eng mit dem materiellen Recht
verbunden ist. Während das materielle Recht darüber Auskunft gibt, bei
welchen Rechtsverhältnissen die Beteiligten als Gesamtgläubiger oder
Gesamtschuldner zu qualifizieren sind, bestimmt das Verfahrensrecht die
prozessuale Folge dieser Rechtslage, die nach den schweizerischen
Prozessordnungen darin besteht, dass die Beteiligten verpflichtet sind,
gemeinsam prozessual vorzugehen, wobei die nähere Ausgestaltung des
gemeinsamen Vorgehens je nach Prozessordnung unterschiedlich ausfallen kann
(Frank/Sträuli/Messmer, Kommentar zur zürcherischen Zivilprozessordnung, 3.
Auflage, Zürich 1997, N. 24 f. zu § 39 ZPO; Fabienne Hohl, Procédure civile,
Band I, Bern 2001, Rz. 497 ff.; Leuch/Marbach/Kellerhals/Sterchi, Die
Zivilprozessordnung für den Kanton Bern, 5. Auflage, Bern 2000, N. 1d zu Art.
36 ZPO betreffend des - im Berner Verfahren nicht vorgesehenen - Institutes
der Beiladung).

3.3 Bestimmt im internationalen Verhältnis nicht schweizerisches, sondern
ausländisches Recht darüber, ob bestimmte Personen Gesamtschuldner oder
Gesamtgläubiger sind, kann diese Frage im Berufungsverfahren nicht überprüft
werden, wenn - wie hier - eine vermögensrechtliche Streitigkeit vorliegt.
Soweit die Klägerin rügt, die Vorinstanz sei zu Unrecht zum Ergebnis
gekommen, dass sich der von ihr eingeklagte Anspruch nach dem massgebenden
liechtensteinischen  Recht gegen alle drei Treuhänder als Gesamtschuldner
richte, ist auf ihre Vorbringen nicht einzutreten. Das gilt aber auch, soweit
sie sich gegen die vom Appellationsgericht festgehaltenen prozessualen Folgen
wendet. Dabei handelt es sich um eine im Berufungsverfahren nicht
überprüfbare Frage der Anwendung der Bestimmungen des kantonalen
Zivilprozessrechtes (Art. 43 und 55 Abs. 1 lit. c OG). Insoweit kann auf die
Berufung nicht eingetreten werden.

4.
Offensichtlich unbegründet ist die von der Klägerin unter Hinweis auf BGE 126
III 492 E. 3c/aa vorgebrachte Rüge, die Vorinstanz habe das
liechtensteinische Recht nicht in dem vom schweizerischen Kollisionsrecht
geforderten Umfang angewendet. Diese Rüge bezieht sich auf die Frage der
verfahrensrechtlichen Folgen der Gesamtschuldnerschaft, die von der
Vorinstanz zutreffend nach schweizerischem bzw. baselstädtischem Recht
beurteilt worden ist, wie in der vorangehenden Erwägung erörtert worden ist.
Damit ist der Rüge der Klägerin von vornherein die Grundlage entzogen.

5.
5.1 Die Klägerin hält auch vor Bundesgericht an ihrer vom Appellationsgericht
verworfenen Behauptung fest, dass das Rechtsverhältnis zwischen ihr als
Begünstigter des "E.________ Trusts" einerseits und den drei Treuhändern
andererseits nach dem Vertragsstatut anzuknüpfen sei, weil der eingeklagte
Herausgabeanspruch auf einer vom Beklagten M.________ als Stellvertreter der
anderen Treuhänder im Sommer 1999 mit ihr geschlossenen vertraglichen
Vereinbarung beruhe, die unabhängig vom damals bereits aufgelösten
"E.________ Trust" Geltung habe.
Aus der Begründung des angefochtenen Urteils (E. 5c) geht eindeutig hervor,
dass die Vorinstanz die Behauptung der Klägerin aufgrund rechtlicher
Überlegungen verworfen hat. Diese Überlegungen beruhen auf der Anwendung des
liechtensteinischen Rechtes, die in diesem Verfahren vom Bundesgericht nicht
überprüft werden kann. Die Behauptung der Klägerin ist dementsprechend für
das Bundesgericht unbeachtlich.

5.2 Unbegründet ist im Übrigen der gegenüber dem Appellationsgericht erhobene
Vorwurf, seine Erwägungen seien widersprüchlich, weil es einerseits offen
lasse, ob der "E.________ Trust" mit dem Auflösungsbeschluss vom 30. August
1999 gänzlich zu existieren aufgehört habe oder lediglich in eine
Liquidationsphase getreten sei, und andererseits annehme, die
Treuhänderschaft bilde die rechtliche Grundlage für eine Herausgabe des
Treuguts. In einem der Erwägung 5c vorangehenden Teil der Urteilsbegründung
hält das Appellationsgericht nämlich fest, mit der Beendigung der
Treuhänderschaft seien die Treuhänder verpflichtet, eine Schlussabrechnung zu
erstellen und das noch vorhandene Treugut nach Massgabe der Treuhandurkunde
den Begünstigten zu übereignen, das heisst ihnen daran Eigentum zu
verschaffen. Diese Pflichten würden den Treuhändern insgesamt obliegen,
weshalb im Fall der Pflichtverletzung gegen alle Gesamthandschuldner
gemeinsam vorgegangen werden müsse. Das Appellationsgericht ist somit der
Meinung, dass es nach dem im vorliegenden Fall massgebenden
liechtensteinischen Recht unerheblich ist, ob die Treuhänderschaft nach ihrer
Beendigung in eine Liquidationsphase tritt oder nicht, weil so oder anders
den Treuhändern die erwähnten Verpflichtungen obliegen. Diese Argumentation
ist nicht widersprüchlich und kann im Übrigen - da es um die Anwendung des
liechtensteinischen Rechts geht - in rechtlicher Hinsicht vom Bundesgericht
nicht überprüft werden.

5.3 Unbegründet ist schliesslich auch die Rüge, die Vorinstanz hätte prüfen
müssen, ob in der Schweiz, insbesondere in Basel, oder in Liechtenstein ein
Gerichtsstand zur Verfügung stehe, an dem die Klägerin alle drei Treuhänder
gemeinsam einklagen könne. Die Klägerin beruft sich in diesem Zusammenhang
auf "die Regeln des schweizerischen IPRG", ohne aber zu präzisieren, um
welchen Artikel des IPRG es sich handeln soll, oder wo ein allenfalls
allgemein anerkannter Grundsatz diesen Inhalts in Lehre oder Rechtsprechung
belegt ist. Einen solchen Grundsatz gibt es denn auch nicht. Die Klägerin
wirft der Vorinstanz im Übrigen zu Unrecht vor, dass diese von ihr verlangt
habe, sie hätte alle drei Treuhänder vor einem Basler Gericht einklagen
müssen. Die Vorinstanz hat sich in ihrem Entscheid nicht zur Frage des
Gerichtsstandes für alle drei Treuhänder geäussert, und sie war dazu auch
nicht verpflichtet. Für das Basler Verfahren genügte es vielmehr
festzuhalten, dass ein Gerichtsstand in Bezug auf die tatsächlich am Prozess
beteiligten Parteien in Basel gegeben ist. Dies hat die Vorinstanz getan,
indem sie darauf hinwies, dass eine alternative Zuständigkeit am Wohnsitz der
Beklagten in Basel bestehe (Urteil S. 4 Erwägung 2a). War die Vorinstanz aber
örtlich zuständig,  über die von der Klägerin gegen die beiden Beklagten
erhobene Klage zu urteilen, brauchte sie sich nicht mit der - für ihren
Entscheid rechtlich unerheblichen - Frage zu befassen, ob sie auch für eine
gegen alle drei Treuhänder erhobene Klage örtlich zuständig wäre. Sie durfte
sich vielmehr mit der Feststellung begnügen, dass die Klage gegenüber den
beiden Beklagten von vornherein abzuweisen sei, weil alle drei Treuhänder
gemeinsam hätten eingeklagt werden müssen.

6.
Aus diesen Gründen ist die Berufung abzuweisen, soweit auf sie eingetreten
werden kann.

Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist die Gerichtsgebühr der Klägerin
aufzuerlegen (Art. 156 Abs. 1 OG). Sie hat die Beklagten für das
bundesgerichtliche Verfahren zu entschädigen (Art. 159 Abs. 1 und 2 OG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Berufung wird abgewiesen, soweit auf sie einzutreten ist.

2.
Die Gerichtsgebühr von Fr. 15'000.-- wird der Klägerin auferlegt.

3.
Die Klägerin hat die Beklagten mit insgesamt Fr. 17'000.-- für das
bundesgerichtliche Verfahren zu entschädigen.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Appellationsgericht des Kantons
Basel-Stadt schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 14. September 2005

Im Namen der I. Zivilabteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident:  Der Gerichtsschreiber: