Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

II. Zivilabteilung 5C.109/2005
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5C.109/2005 /ast

Urteil vom 19. August 2005
II. Zivilabteilung

Bundesrichter Raselli, Präsident,
Bundesrichterinnen Nordmann, Escher, Bundesrichter Meyer, Marazzi,
Gerichtsschreiber Gysel.

1. A.________,
2.B.________,
3.C.________,
4.D.________,
5.E.________,
6.F.________,
7.G.________,
Kläger und Berufungskläger,
alle sieben vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Benno Wild,

gegen

Stadt Zürich, Stadthaus, Postfach, 8022 Zürich.

Immission,

Berufung gegen das Urteil des Obergerichts (II. Zivilkammer) des Kantons
Zürich vom 18. März 2005.

Sachverhalt:
A.________ und B.________, C.________, D.________ und E.________ sowie
F.________ und G.________ sind Eigentümer oder Mieter von Liegenschaften bzw.
Wohnungen in der näheren oder weiteren Umgebung der Landiwiese in Zürich.
Nachdem die von ihnen und weiteren Anwohnern gegen die Stadt Zürich erhobene
Klage wegen übermässiger Immissionen durch das Bezirksgericht Zürich (8.
Abteilung) mit Urteil vom 12. Februar 2004 und durch das Obergericht (II.
Zivilkammer) des Kantons Zürich mit Urteil vom 18. März 2005 abgewiesen
worden war, reichten sie beim Bundesgericht Berufung ein mit folgenden
Anträgen:
"1.Es sei der Beklagten, unter Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheides, zu
untersagen, auf der Landiwiese (Kat. Nr. WO5560), der Saffainsel (gelegen in
Kat. Nr. WO6408) und in den Anlagen der städtischen Tennisanlagen Mythenquai
(Kat. Nrn. EN2389, EN2008 und WO4350) immissionsträchtige Veranstaltungen zu
bewilligen oder zu dulden. Insbesondere seien Grossveranstaltungen mit
Massenverkehr und/oder Verkehrsumleitungen oder mit Einsatz von
Lautsprecheranlagen auf zwei Tage pro Jahr einzuschränken.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beklagten."
Eine Berufungsantwort ist nicht eingeholt worden.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

1.
Das Bundesgericht prüft von Amtes wegen und mit freier Kognition, ob auf die
Berufung einzutreten ist (BGE 124 III 406 E. 1a S. 410 mit Hinweisen).

1.1 Die Berufung ist ausschliesslich in Zivilsachen zulässig (Art. 44 - 46
OG). Ob ein Verfahren Zivilsache ist, weil es auf die endgültige, dauernde
Regelung zivilrechtlicher Verhältnisse durch behördlichen Entscheid abzielt,
hängt einzig von der Rechtsnatur des durch das Klagebegehren und die
klägerischen Sachvorbringen umrissenen Streitgegenstandes ab (BGE 123 III 346
E. 1a S. 349; 120 II 11 E. 2a S. 13; 119 II 398 E. 2a S. 399; 101 II 366 E.
2a S. 368 f.). Unerheblich bleibt, ob die kantonale Instanz Privatrecht oder
öffentliches Recht angewendet hat, ob das Verfahren im Kanton in die
Zivilrechtspflege oder auf den Verwaltungsweg gewiesen worden ist und ob als
Parteien Privatpersonen oder staatliche Behörden auftreten. Eine Zivilsache
liegt vor, sobald sich der Streit nicht um öffentlichrechtliche Positionen,
sondern um Ansprüche aus Bundesprivatrecht dreht.

1.2 Die Kläger machen geltend, die Beklagte überschreite ihre Rechte als
Grundeigentümerin. Das Obergericht hat die Klage mit der Begründung
abgewiesen, Art. 684 ZGB werde durch die Beklagte nicht verletzt. Gegen
dieses Urteil richtet sich die vorliegende Berufung. Soweit die Kläger eine
Verletzung von Bundeszivilrecht rügen, ist auf ihre form- und fristgerecht
eingereichte Berufung einzutreten, zumal der Streitwert von Fr. 8'000.--
(Art. 46 OG) ohne weiteres erreicht wird.

2.
2.1 Gemäss Art. 684 ZGB ist jedermann verpflichtet, sich bei der Ausübung
seines Grundeigentums aller übermässigen Einwirkung auf das Eigentum des
Nachbarn zu enthalten (Abs. 1). Verboten sind insbesondere alle schädlichen
und nach Lage und Beschaffenheit der Grundstücke oder nach Ortsgebrauch nicht
gerechtfertigten Einwirkungen durch Rauch oder Russ, lästige Dünste, Lärm
oder Erschütterung (Abs. 2). Bei der Abgrenzung zwischen zulässiger und
unzulässiger, d.h. übermässiger, Immission ist die Intensität der
Einwirkungen massgebend. Diese beurteilt sich nach objektiven Kriterien. Der
Richter hat eine sachlich begründete Abwägung der Interessen vorzunehmen,
wobei er den Massstab des Empfindens eines Durchschnittsmenschen in der
gleichen Situation zugrunde zu legen hat. Bei dem nach Recht und Billigkeit
zu treffenden Entscheid bleibt stets zu beachten, dass Art. 684 ZGB als
nachbarrechtliche Norm in erster Linie der Herstellung eines nachbarlichen
Interessenausgleichs dienen soll. Sowohl bei der Beurteilung der Frage, ob
die von ihm festgestellten Einwirkungen angesichts der gegebenen örtlichen
Verhältnisse als im Sinne der genannten Bestimmung übermässig und damit
unzulässig sind, als auch bei der Anordnung der von ihm als geboten
erachteten Vorkehren steht dem Sachrichter ein Ermessen zu.
Ermessensentscheide dieser Art überprüft das Bundesgericht an sich frei; es
übt dabei allerdings Zurückhaltung und greift nur ein, wenn die kantonale
Instanz von dem ihr zustehenden Ermessen einen falschen Gebrauch gemacht hat,
d.h. wenn sie grundlos von in Lehre und Rechtsprechung anerkannten
Grundsätzen abgegangen ist, wenn sie Gesichtspunkte berücksichtigt hat, die
keine Rolle hätten spielen dürfen, oder wenn sie umgekehrt rechtserhebliche
Umstände ausser Acht gelassen hat. Aufzuheben und zu korrigieren sind
ausserdem Ermessensentscheide, die sich als im Ergebnis offensichtlich
unbillig, als in stossender Weise ungerecht erweisen (BGE 126 III 223 E. 4a
S. 227 f. mit Hinweis).

2.2 Nach Art. 686 Abs. 2 ZGB sind die Kantone befugt, weitere Bauvorschriften
aufzustellen. Bei Art. 686 ZGB handelt es sich um einen echten Vorbehalt, der
die Kantone zur Ordnung des gesamten privaten Baurechts befugt (BGE 129 III
161 E. 2.4 S. 163). Heute steht dem Bundeszivilrecht indessen in den meisten
Fällen nicht mehr gestützt auf Art. 686 ZGB erlassenes kantonales
Privatrecht, sondern öffentliches Recht der Kantone und des Bundes gegenüber.
Insbesondere im Bereich der Immissionen enthält das eidgenössische
Umweltschutzrecht mit dem Umweltschutzgesetz (USG; SR 814.01) und der
Lärmschutz-Verordnung (LSV; SR 814.41) einlässliche Regelungen, die auf
gleicher Stufe zu beachten sind wie das Bundeszivilrecht (vgl. Niccolò
Raselli, Berührungspunkte des privaten und öffentlichen Immissionsschutzes,
in: URP 1997 S. 276). Was das kantonale öffentliche Baurecht anbelangt,
werden die Kantone in ihren Befugnissen durch das Bundeszivilrecht nicht
beschränkt (Art. 6 ZGB). Das kantonale öffentliche Recht darf zwar nicht Sinn
und Zweck des Bundeszivilrechts widersprechen oder gar dessen Anwendung
vereiteln, verfügt jedoch über "expansive Kraft" und bestimmt mittels
Bauordnung und Zonenplan mehr und mehr, was nach Lage und Ortsgebrauch an
Einwirkungen zulässig ist. Freilich verhält es sich nicht so, dass
Zonenordnungen und Baureglemente die Lage der Grundstücke und den
Ortsgebrauch im Sinne von Art. 684 ZGB geradezu verbindlich festlegen würden.
Indessen bildet das öffentliche Baurecht einerseits ein Indiz für den
Ortsgebrauch, und andererseits ist es bei der Anwendung von Art. 684 ZGB
insofern mitzubedenken, als die Einheit der Rechtsordnung ein beziehungsloses
Nebeneinander von privatem und öffentlichem Recht verbietet. Art. 6 Abs. 1
ZGB stellt in diesem Sinn nicht nur einen unechten Vorbehalt zu Gunsten der
Kantone dar, sondern verpflichtet auch zur Harmonisierung von Bundeszivil-
und kantonalem öffentlichen Recht. Die Ausweitung des öffentlichen Baurechts
kann daher tendenziell auf Kosten des privatrechtlichen Immissionsschutzes
gehen. Dies ist jedoch insoweit sachlich gerechtfertigt und hinzunehmen, als
man es mit detaillierten Zonenordnungen und Baureglementen zu tun hat. Nur
diese vermögen der übergeordneten Zielsetzung der Raumplanung (Art. 1 RPG; SR
700) und dabei insbesondere dem Grundsatz der rationalen, das ganze
Siedlungsgebiet umfassenden Planung (Art. 3 RPG) zu genügen. Wird daher das
Vorliegen einer übermässigen Einwirkung im Sinne von Art. 684 ZGB mit dem
Argument verneint, das Bauvorhaben entspreche den massgebenden
öffentlichrechtlichen Normen, und handelt es sich dabei um Vorschriften, die
im Rahmen einer detaillierten, den Zielen und Planungsgrundsätzen des
Raumplanungsrechts entsprechenden Bau- und Zonenordnung erlassen worden sind,
bedeutet das in aller Regel keine Vereitelung von Bundesrecht (zum Ganzen BGE
129 III 161 E. 2.6 S. 165 f. mit Hinweisen).

2.3 Eine Einschränkung der Anwendbarkeit des Bundeszivilrechts ergibt sich
insbesondere aus der Zugehörigkeit einer Sache zum Verwaltungsvermögen eines
Gemeinwesens. Eine solche Zugehörigkeit schliesst nach der in der Schweiz
herrschenden Auffassung die Anwendbarkeit des Zivilrechts allerdings nicht
von vornherein aus. Die Gegenstände des Verwaltungsvermögens bleiben vielmehr
- im Rahmen des bisher Ausgeführten - dem Zivilrecht unterstellt, soweit dies
mit ihrer Zweckbestimmung vereinbar ist und sofern das Gesetz nicht
ausdrücklich etwas anderes vorschreibt (BGE 103 II 227 E. 4 S. 234 f.). Dies
bedeutet, dass die Zweckbestimmung durch die Anwendung von Zivilrecht nicht
beeinträchtigt werden darf; das Gemeinwesen soll nicht durch zivilrechtliche
Abwehransprüche in der Erfüllung öffentlicher Aufgaben behindert werden.
Immissionen aus Grundstücken des Verwaltungsvermögens sind deshalb
hinzunehmen, wenn sie unausweichliche Folge ihrer Zweckbestimmung sind (BGE
119 II 411 E. 3b und 3c S. 414 mit Hinweis). Nach der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung gelten etwa die vom Schienen- und Strassenverkehr ausgehenden
Lärm-Immissionen nur dann als übermässig im Sinne von Art. 684 ZGB, wenn sie
für den Grundeigentümer nicht voraussehbar waren, ihn in spezieller Weise
treffen und einen schweren Schaden verursachen (BGE 118 Ib 203 E. 8c S. 205
mit Hinweis). Allerdings lässt sich diese Rechtsprechung, die mit dem
erheblichen öffentlichen Interesse am Strassen- und Schienenverkehr begründet
wurde (dazu auch BGE 110 Ib 43 E. 4 S. 50), nicht unbesehen auf das übrige
Verwaltungsvermögen und auch nicht ohne weiteres auf andere Nutzungen von
Strassen und Plätzen im Gemeingebrauch übertragen.

Das Bundesgericht hat bezüglich der durch ein sogenanntes Gassenzimmer für
Drogenabhängige verursachten Immissionen ausgeführt, sie müssten nur insoweit
hingenommen werden, als die öffentliche Aufgabe ohne die übermässige
schädigende Einwirkung auf die Nachbargrundstücke überhaupt nicht erfüllt
werden könnte bzw. als die Einwirkung zwar behoben oder auf ein erträgliches
Mass herabgesetzt werden könnte, die Aufwendungen hierfür jedoch
unverhältnismässig wären (BGE 119 II 411 E. 3c S. 414 mit Hinweisen). Im
Zusammenhang mit dem Bau und Betrieb öffentlicher Werke hat das Gericht
ausgeführt, der Zivilrichter könne nur dann angerufen werden, wenn geltend
gemacht werde, die Einwirkungen auf die Nachbarschaft seien nicht notwendige
oder doch leicht vermeidbare Folge des Baus oder Betriebs (BGE 113 Ib 34 E. 2
S. 37), bzw. die zivilrechtliche Unterlassungsklage sei nicht zuzulassen,
wenn die Schädigung unvermeidbar bzw. nur mit übermässigen Kosten vermeidbar
sei (BGE 96 II 337 E. 5a S. 347).

Das Gesagte bedeutet für einen öffentlichen Platz im Gemeingebrauch, der nach
der öffentlichrechtlichen Ordnung auch als Festplatz dient, dass öffentliche
Grossveranstaltungen im Rahmen der öffentlichrechtlichen Ordnung durch das
Privatrecht nicht ausgeschlossen werden können und dass deren unvermeidliche
Folgen durch die Nachbarschaft hinzunehmen sind. Wo der Nachbar die
Einwirkungen zu dulden hat, ist die Frage einer allfälligen Entschädigung
oder von Schutzvorkehrungen nach dem Enteignungsrecht zu beurteilen (BGE 119
II 411 E. 3c S. 414 f. mit Hinweisen).

3.
3.1 Die Kläger verlangen, dass der Beklagten untersagt werde, auf der
Landiwiese (Kat. Nr. WO5560), der Saffa-Insel (gelegen in Kat. Nr. WO6408)
und in den städtischen Tennisanlagen Mythenquai (Kat. Nrn. EN2389, EN2008 und
WO4350) immissionsträchtige Veranstaltungen zu bewilligen oder zu dulden.
Insbesondere seien Grossveranstaltungen mit Massenverkehr und/oder
Verkehrsumleitungen oder mit Einsatz von Lautsprecheranlagen auf zwei Tage
pro Jahr einzuschränken. Mit Ausnahme der Saffa-Insel, die Teil der im
Eigentum des Kantons Zürich stehenden Gewässerparzelle ist, gehören sämtliche
Grundstücke der Stadt Zürich (Beklagten). Das Obergericht hat die Klage
bezüglich der Saffa-Insel allein schon deshalb abgewiesen, weil die Beklagte
nicht Eigentümerin und daher auch nicht passivlegitimiert sei.

3.2 Die Kläger machen geltend, der Kanton habe der Beklagten die Saffa-Insel
faktisch zur Nutzung überlassen. Die Insel werde als Teil der Landiwiese
behandelt, so dass die Beklagte faktisch die Verfügungsmacht ausübe, was ihre
Passivlegitimation begründe. Ob dieser Einwand an den tatsächlichen
Feststellungen des Obergerichts scheitert (vgl. Art. 55 Abs. 1 lit. c OG),
oder ob bezüglich der Nutzungsverhältnisse ein Versehen im Sinne von Art. 55
Abs. 1 lit. d OG vorliegt, wie die Kläger erklären, kann dahingestellt
bleiben. Die Beklagte ist nach den verbindlichen Feststellungen der
Vorinstanz jedenfalls Eigentümerin der Landiwiese, die das Herzstück aller
beanstandeten Grossveranstaltungen im Quartier Wollishofen bildet, und
insoweit passivlegitimiert. Aus den im Folgenden darzulegenden Gründen ist
die Berufung bezüglich dieser Parzelle unbegründet, und sie wäre es ebenso
bezüglich der Saffa-Insel.

4.
4.1 Das Obergericht hat sich zunächst mit der öffentlichrechtlichen
Ausgangslage befasst, deren Beurteilung das Bundesgericht im
Berufungsverfahren ebenso wenig überprüfen kann (Art. 43 Abs. 1 und 2; Art.
44 - 46 und Art. 55 Abs. 1 lit. c a.E. OG) wie seine tatsächlichen
Feststellungen (Art. 43 Abs. 3 OG). Letzteren ist zu entnehmen, dass die
Wohnlagen des grösseren Teils der Kläger als "lärmvorbelastet" einer Zone mit
der Empfindlichkeitsstufe III zugewiesen sind (wo nach Art. 43 Abs. 1 lit. c
LSV mässig störende Betriebe zugelassen sind), während nur die deutlich
weiter (d.h. 400 bis 500 m) vom Seeufer und von der Landiwiese entfernten
Wohnlagen des kleineren Teils in der Zone mit Empfindlichkeitsstufe II lägen,
wo keine störenden Betriebe zugelassen sind (Art. 43 Abs. 1 lit. b LSV). Das
von der Klage erfasste Gelände (Landiwiese im Halte von 36'949 m2 und die
Parzellen der Tennisanlagen Mythenquai im Halte von insgesamt 22'309 m2)
gelte als kantonale bzw. regionale Freihaltezone bzw. sei dem Erholungsgebiet
des Typus B zugewiesen, das als "Festplatz, Rastplatz, Parkanlage und
dergleichen" gedacht sei. Das strittige Gebiet diene der Bevölkerung zur
Erholung. Zu bemerken sei, dass unter Bevölkerung nicht etwa nur die
ortsansässige Bevölkerung zu verstehen sei, sondern die Bevölkerung des
gesamten Einzugsgebiets der Stadt, und dass Erholen nicht nur ein stilles
Betrachten der Landschaft bedeute, sondern auch das gelegentliche Feiern von
Festen. Das Gebiet der Landiwiese sei für derartige Veranstaltungen ein sehr
attraktiver Ort, weshalb sie von der Beklagten denn auch in den
Gemeingebrauch gestellt worden sei. Wegen ihrer Lage am Seeufer böten sich
diese grosse Wiese sowie die zu ihrem Umgelände gehörenden, der Erholungszone
Sport und Freizeit zugewiesenen Tennisplätze für Freizeitaktivitäten aller
Art an. Dass solche von einer breiten Bevölkerung wahrgenommen werden
könnten, liege im öffentlichen Interesse.

4.2 Alsdann hat sich die Vorinstanz mit der Entwicklung der Nutzung der
Landiwiese befasst und ausgeführt, das Gebiet sei seit dem Beginn des 20.
Jahrhunderts immer wieder für grössere öffentliche Anlässe aller Art in
Anspruch genommen worden. Zu erinnern sei namentlich an die Veranstaltungen
von nationaler Bedeutung, wie die Schweizerische Landesausstellung 1939, die
SAFFA (Schweizerische Ausstellung für Frauenarbeit) im Jahre 1958, die
Gartenbauausstellung G 59 im Jahre 1959 oder die Ausstellung "Pfahlbauland"
im Jahre 1990. Zudem werde die Landiwiese seit Jahrzehnten für grössere
Volksfeste - Züri-Fescht; Seenachtsfest - als Festplatz und seit 1980
alljährlich auch für das Zürcher Theaterspektakel in Anspruch genommen.

4.3 Das Obergericht bemerkt des Weiteren, die Beklagte anerkenne, dass in den
letzten Jahren die Zahl grösserer Veranstaltungen im gesamten Stadtgebiet
zugenommen habe; sie verweise jedoch auf die "Richtlinien für das Überlassen
von öffentlichem Grund zu Festveranstaltungen", die sie sich mit
Stadtratsbeschluss vom 19. April 2000 (und Änderung vom 11. September 2002)
gegeben habe, wie auch auf ihre im Juli 2001 in die Wege geleitete Strategie
zur Quartierverträglichkeit von Veranstaltungen
("Quartierverträglichkeitsstrategie"). Darnach sei vorgesehen, pro
Örtlichkeit und Jahr nicht mehr als vier Veranstaltungen zuzulassen. Auf der
Landiwiese seien für das Jahr 2004 folgende Veranstaltungen angesetzt
gewesen: Züri-Fescht, Ironman, Theaterspektakel und "Freestyle Contest".
Nicht als Veranstaltung in diesem Sinn zähle die Wagenburg des Zirkus Knie,
die jeweils während dessen Gastspiels auf dem Sechseläutenplatz auf der
Landiwiese errichtet werde, sowie die "Street Parade", die die gesamte Stadt
beschlage. In den Richtlinien seien jedoch zusätzlich Ausnahmen für Anlässe
von "einmaliger und ausserordentlicher Bedeutung" vorgesehen. Solche
Ausnahmen müssen nach Auffassung der Vorinstanz möglich sein, liege es doch
in einem eminenten öffentlichen Interesse, dass die Beklagte als grösste
Stadt der Schweiz weiterhin die Möglichkeit habe, an einem ihrer
attraktivsten Standorte längere Zeit dauernde Veranstaltungen von nationaler
oder gar internationaler Bedeutung durchzuführen.

4.4 Die dargelegte Art der Verwendung der Landiwiese und des angrenzenden
Geländes durch die Beklagte als Gemeinwesen ist nach Auffassung des
Obergerichts nicht zu beanstanden. Sie werde durch das kantonale
Planungsrecht, das eine Nutzung als Festplatz erlaube, gedeckt und entspreche
langer Tradition und damit dem in Art. 684 Abs. 2 ZGB erwähnten Ortsgebrauch,
auch wenn in den letzten Jahren als Zeichen der Zeit öffentliche
Veranstaltungen eine erhöhte Bedeutung bekommen hätten. Die gegenwärtige
Bewilligungspraxis der städtischen Behörden sei mit dem zivilrechtlichen
Immissionsschutz vereinbar und das von den Klägern Vorgebrachte unbegründet.

5.
5.1 Soweit die Kläger (in allgemeiner Form) verlangen, es sei der Beklagten zu
untersagen, auf der Landiwiese und ihrem Umgelände immissionsträchtige
Veranstaltungen zu bewilligen oder zu dulden, ist ihre Klage offensichtlich
unbegründet: Nach der vom Obergericht für das Bundesgericht verbindlich
festgestellten öffentlichrechtlichen Zweckbestimmung der Landiwiese ist diese
dem Gemeingebrauch gewidmet; sie gehört damit zum Verwaltungsvermögen (zum
Begriff: BGE 103 II 227 E. 3 S. 233) und dient nach der gültigen Zonenordnung
auch als Festplatz. Das Begehren der Kläger würde jede Bewilligung für
gesteigerten Gemeingebrauch ausschliessen, ist doch ein solcher stets mit
gewissen Immissionen verbunden. Die bestimmungsgemässe Nutzung würde damit
vereitelt, was das Zivilrecht nicht zulässt. Das Begehren,
immissionsträchtige Veranstaltungen vollständig zu verbieten, steht im
Übrigen in einem gewissen Widerspruch zum zweiten Antrag, wonach
Grossveranstaltungen mit Massenverkehr und/oder Verkehrsumleitungen oder mit
Einsatz von Lautsprecheranlagen auf zwei Tage pro Jahr einzuschränken seien.

5.2 Mit diesem zweiten Begehren wenden sich die Kläger nicht gegen eine
bestimmte Veranstaltung und deren konkreten Immissionen. Vielmehr verlangen
sie eine zahlenmässige Beschränkung. Das Begehren steht im Widerstreit zur
gegenwärtigen Praxis der Beklagten, neben dem Wagenpark des Zirkus Knie und
der "Street Parade" grundsätzlich vier Veranstaltungen zu bewilligen, was
durch das Obergericht nicht beanstandet worden ist. Die Vorinstanz hat damit
einen Ermessensentscheid getroffen. Bei der Überprüfung von Entscheiden
dieser Art übt das Bundesgericht Zurückhaltung. Es greift nur ein, wenn die
kantonale Instanz von dem ihr zustehenden Ermessen einen falschen Gebrauch
gemacht hat, d.h. wenn sie grundlos von in Rechtsprechung und Lehre
anerkannten Grundsätzen abgegangen ist, wenn sie Umstände berücksichtigt hat,
die keine Rolle hätten spielen dürfen, oder wenn sie umgekehrt
rechtserhebliche Umstände ausser Acht gelassen hat. Aufzuheben und zu
korrigieren sind ausserdem Ermessensentscheide, die sich als im Ergebnis
offensichtlich unbillig oder in stossender Weise ungerecht erweisen (BGE 126
III 223 E. 4a S. 227 f. mit Hinweisen).

5.3 Mängel der genannten Art vermögen die Kläger nicht darzutun:
5.3.1Sie führen aus, die Beklagte dulde oder bewillige jeden Sommer eine
Vielzahl von Veranstaltungen, die stets mit elektronisch verstärktem Lärm
oder sogar mit dem Lärm der Rotoren von tieffliegenden Helikoptern verbunden
seien. Diese Lautsprecherbeschallungen seien wesentlich lästiger als der
übliche gleichmässige Verkehrslärm, der übrigens an den Wochenenden und in
der Nacht ohnehin stark abnehme.

Nicht zu beanstanden ist der Hinweis des Obergerichts darauf, dass die Kläger
einerseits wohl in einer privilegierten Lage der Stadt in Seenähe wohnten,
andererseits aber in lärmbelastetem Gebiet unmittelbar oberhalb der - wenn
auch heute nur noch durch den regionalen S-Bahn-Verkehr - stark
frequentierten Bahnlinie und des Mythenquais bzw. der Seestrasse, die
ausgesprochen stark befahren seien. Es handelt sich daher nicht um ein
ruhiges Wohnquartier, und wer in der Nähe der Landiwiese wohnt, muss damit
rechnen, dass diese vorab im Sommer gelegentlich als Festplatz mit seinen
typischen Immissionen genutzt wird. Die Kläger haben eine gewisse Anzahl
Grossanlässe in ihrem Quartier nachbarrechtlich hinzunehmen. Auch müssen sie
sich bisweilen gefallen lassen, dass die Immissionen bis weit in die Nacht
dauern.

Allerdings hat die Beklagte auch der zonenkonformen Nutzung der sich in
Wohnzonen befindenden Liegenschaften der Kläger Rechnung zu tragen. Der
Einsatz von Lautsprecheranlagen darf nur in einem gewissen Rahmen bewilligt
werden. Wie das Bundesgericht in BGE 126 III 223 (E. 3c S. 226) festgehalten
hat, sind öffentlichrechtliche Lärmschutzbestimmungen auch bei der
Beurteilung des privatrechtlich zu duldenden Masses an Immissionen
heranzuziehen. Im Ingress der Richtlinien der Beklagten für das Überlassen
von öffentlichem Grund zu Festveranstaltungen und für die Bewilligung von
Musikdarbietungen (Verstärkeranlagen und Lautsprechereinsatz) auf privatem
und öffentlichem Grund im Freien, in Zelten und in Fahrnisbauten vom 19.
April 2000/11. September 2002 wird denn auch ausdrücklich auf die (kommunale)
Lärmschutzverordnung vom 2. Juni 1971 hingewiesen. Der angefochtene Entscheid
enthält indessen keine Feststellungen zum jeweiligen Lärmpegel, so dass das
Bundesgericht letztlich nicht zu beurteilen vermag, ob aus dieser Sicht von
übermässigen bzw. unverhältnismässigen Immissionen zu sprechen ist. Da die
Kläger nicht etwa geltend machen, im kantonalen Verfahren Behauptungen und
Beweisanträge zum Lärmpegel vorgebracht zu haben, fällt eine Rückweisung der
Sache an die Vorinstanz zur Ergänzung der tatsächlichen Feststellungen jedoch
ausser Betracht (vgl. Jean-François Poudret, Commentaire de la loi fédérale
d'organisation judiciaire, N. 2.3 zu Art. 64).

5.3.2 Die Ausführungen der Kläger zum Gemeinderecht der Beklagten und zum
kantonalen öffentlichen Recht sind hier nicht zu hören: Wie bereits oben
festgehalten (E. 4.1), ist das Bundesgericht im Berufungsverfahren nicht
befugt, die Auslegung und Anwendung von kantonalem Recht zu überprüfen.

5.3.3 Die Kläger wenden ein, Wollishofen verfüge über zu wenig Parkplätze,
weshalb das Quartier zur Aufnahme von Grossveranstaltungen weniger geeignet
sei als andere. Indessen ändert dieses Vorbringen nichts an der
vorinstanzlichen Feststellung, die Landiwiese diene nach ihrer
Zweckbestimmung auch als Festplatz. Die Bewilligung von Festanlässen in
beschränktem Umfang ist daher auch aus dieser Sicht nicht zu beanstanden.

5.3.4 Den Klägern ist darin beizupflichten, dass die früheren
Grossveranstaltungen zum Teil einen anderen Charakter aufwiesen als die
heutigen Events. Es trifft zu, dass die früheren Veranstaltungen neben dem
geselligen Zweck auch belehrenden und/oder besinnlichen Charakter hatten und
daher nachbarrechtlich weit weniger problematisch waren als die in jüngerer
Zeit vorherrschenden Feste mit ihren die Nachbarschaft beeinträchtigenden
Lautsprechereinsätzen. Die Vorinstanz hat dies nicht verkannt. Sie hat in
ihren Erwägungen vielmehr ausdrücklich auf die Problematik von heutigen
Grossveranstaltungen hingewiesen, aber gleichzeitig die Bemühungen der
Beklagten anerkannt, mit Richtlinien, Quartierverträglichkeitsstrategien und
verschärften Bedingungen und Auflagen einen Ausgleich zwischen den
gegenläufigen Interessen zu finden. Der teilweise unterschiedliche Charakter
der Veranstaltungen von einst und jetzt ändert nichts daran, dass das
Abhalten von Grossveranstaltungen auf der Landiwiese Tradition hat, was in
der Gesamtwürdigung berücksichtigt werden durfte und musste. Der Vorwurf, das
Obergericht habe Gesichtspunkte berücksichtigt, die keine Rolle hätten
spielen dürfen, bzw. Umstände ausser Acht gelassen, die rechtserheblich
gewesen wären, ist nach dem Gesagten unbegründet.

5.3.5 Die Kläger machen geltend, die streitbezogenen Parzellen würden im
Zusammenhang mit der "Street Parade" grossräumig und während mehrerer Tage
als lärmiger Campingplatz verwendet, was zur Folge habe, dass sie von diesem
Ereignis mehr als alle anderen Quartiere belästigt würden. Dieses Vorbringen
findet in den tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz keine Stütze, so
dass es nicht zu hören ist. Soweit die Kläger eine willkürliche oder
ungenügende Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts geltend machen,
wäre ihre Rüge mit staatsrechtlicher Beschwerde wegen Verletzung des
Willkürverbots bzw. wegen Missachtung des Anspruchs auf rechtliches Gehör
vorzutragen gewesen.

5.3.6 Die von der Beklagten und der Vorinstanz angerufenen Richtlinien für
das Überlassen von öffentlichem Grund zu Festveranstaltungen halten die
Kläger für wirkungslos. Inwiefern sie mit diesem Einwand eine Verletzung von
Bundeszivilrecht dartun wollen, ist allerdings nicht ohne weiteres erkennbar.
Das Obergericht hat die beklagtische Bewilligungspraxis der letzten Jahre
dargelegt (grundsätzlich vier Bewilligungen neben der "Street Parade" und der
Wagenburg des Zirkus Knie) und zahlenmässig als bundesrechtskonform
bezeichnet. Dass in jüngster Zeit wesentlich mehr oder anderes bewilligt
worden wäre, machen die Kläger selbst nicht geltend. In den Bewilligungen ist
im Übrigen naturgemäss die Zeit für den Aufbau und das Abbrechen der mit der
jeweiligen Veranstaltung verbundenen Anlagen enthalten.

5.3.7 Dem Hinweis der Kläger auf das kantonale Ruhetags- und
Ladenöffnungsgesetz vom 26. Juni 2000, das vom Obergericht nicht beachtet
worden sei, ist zunächst wiederum entgegenzuhalten, dass das Bundesgericht im
Berufungsverfahren den angefochtenen Entscheid nicht auf seine
Übereinstimmung mit dem kantonalen Recht überprüfen kann. Im Übrigen legen
die Kläger nicht dar, dass und inwiefern sie den hier geltend gemachten
Gesichtspunkt bereits im vorinstanzlichen Verfahren aufgeworfen und
hinreichend begründet hätten. Sie können den obergerichtlichen
(Ermessens-)Entscheid unter diesen Umständen nicht mit der Begründung
anfechten, es seien rechtserhebliche Gesichtspunkte nicht berücksichtigt
worden.

5.3.8 Es trifft zu, dass dem von der Vorinstanz erwähnten Entscheid des
Bundesgerichts vom 27. April 2004 (5C.14/2004) insofern ein anderer
Sachverhalt zugrunde gelegen hatte, als sich dort zwei private Nachbarn in
ländlichem Gebiet gegenüber gestanden hatten und eine Grossveranstaltung zu
beurteilen gewesen war, die einmal jährlich stattfindet. Den Unterschied hat
das Obergericht nicht verkannt. Es hat lediglich einige dort angestellte
grundlegende Überlegungen in seine Erwägungen miteinbezogen, was nicht zu
beanstanden ist.

5.3.9 Das Obergericht bemerkt, dass die Landiwiese auch ohne
Grossveranstaltungen keineswegs stets nur eine stille Oase der Ruhe sei.
Vielmehr verhalte es sich so, dass dort wegen der attraktiven Lage des
Geländes an warmen Wochenenden jeweils ein buntes Treiben herrsche, indem
sich bisweilen Hunderte von Leuten vergnügten, und zwar auch ohne
gleichzeitige Grossveranstaltung. Die Kläger anerkennen ausdrücklich, dass
die vorinstanzlichen Ausführungen den Tatsachen entsprächen. Indessen
würdigen sie die Feststellungen des Obergerichts anders, indem sie ausführen,
sie hätten bereits ohne Festanlässe unter dem Gemeingebrauch hinreichend zu
leiden.
Es mag richtig sein, dass der gewöhnliche bestimmungsgemässe allgemeine
Gemeingebrauch der Landiwiese bereits zu gewissen Immissionen führt. Dies
ändert indessen nichts daran, dass auch Festanlässe zu deren
bestimmungsgemässen Nutzung gehören und solche nicht bereits deshalb
untersagt werden können, weil sie mit Einwirkungen auf die Nachbarschaft
verbunden sind.

5.3.10 Den Klägern ist zuzustimmen, dass der Motorenlärm der gelegentlichen
Helikopterflüge über dem streitbetroffenen Gebiet zum Zweck von
Panoramaaufnahmen von besonderen Anlässen wohl als von den fraglichen
Parzellen ausgehende Immission zu betrachten ist (vgl. dazu BGE 120 II 15 E.
2a S. 17; 119 II 411 E. 4b S. 415). Ausserhalb von Einsätzen zum Transport
verletzter oder schwer kranker Personen und aus der Sicht von Art. 684 ZGB
sind solche Tiefflüge - zur Aufnahme einiger eindrücklicher Bilder von einem
ausserordentlichen Anlass wie einem Marathon oder der "Street Parade" - nur
ausnahmsweise und in geringer Zahl zu gestatten. Der angefochtene Entscheid
enthält indessen zu den Helikopterflügen im Zusammenhang mit den
Grossanlässen weder in zahlenmässiger Hinsicht noch bezüglich des Lärmpegels
tatsächliche Feststellungen, die erlauben würden, die Verhältnismässigkeit
der durch die Überflüge verursachten Beeinträchtigung zu beurteilen. Auch in
diesem Punkt haben die Kläger den Mangel sich selbst zuzuschreiben (vgl. oben
E. 5.3.1).
5.3.11 Unbehelflich ist der Hinweis darauf, dass eine Anwohnerin, die sich
ursprünglich der Klage angeschlossen hatte, nur und ausschliesslich wegen der
beanstandeten Immissionen weggezogen sei. Letzteres mag zutreffen, belegt
aber nicht den von den Klägern erhobenen Vorwurf, die Beklagte mache das
Quartier mit Absicht und System so unwohnlich, dass die Bewohner von selbst
wegzögen.

5.3.12 Die Kläger weisen schliesslich darauf hin, das Nachbarrecht sei zum
Schutz der Minderheit gegen die Mehrheit geschaffen worden. Mit dem rein
politischen Argument, Grossveranstaltungen entsprächen einem Bedürfnis eines
grossen von weit her angereisten Publikums und könnten nicht von wenigen
Quartierbewohnern verhindert werden, werde nicht weniger getan, als das
Nachbarrecht abzuschaffen. Dieses sei aber gemäss bisheriger Rechtsprechung
das Instrument, um Einzelne gegen Glockengeläut, Schallpegel einer Disco,
Klappern von Getränkeflaschen, Geschrei von exotischen Vögeln und anderem zu
schützen, auch wenn die Immissionen im Interesse einer Mehrheit gelegen
hätten.
Diesen Vorbringen ist insofern beizupflichten, als das Nachbarrecht
tatsächlich dem Interessenausgleich unter Nachbarn dient und sich daher auch
ein Einzelner gegen übermässige Einwirkungen des Nachbarn zur Wehr setzen
kann. Das ändert indessen nichts daran, dass die Vorinstanz in Anbetracht
aller massgeblichen Gesichtspunkte mit der Abweisung der Klage von dem ihr
zustehenden Ermessen keinen falschen Gebrauch gemacht und somit kein
Bundesrecht verletzt hat.

6.
Soweit auf die Berufung einzutreten ist, ist sie nach dem Gesagten
abzuweisen. Die Gerichtsgebühr ist mithin den Klägern aufzuerlegen (Art. 156
Abs. 1 OG). Da keine Berufungsantwort eingeholt worden ist und der Beklagten
demnach keine Kosten erwachsen sind, entfällt die Zusprechung einer
Parteientschädigung.

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Berufung wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Die Gerichtsgebühr von Fr. 4'000.-- wird den Berufungsklägern auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht (II. Zivilkammer) des
Kantons Zürich schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 19. August 2005

Im Namen der II. Zivilabteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident:  Der Gerichtsschreiber: