Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

II. Zivilabteilung 5C.150/2005
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5C.150/2005 /bnm

Urteil vom 11. Oktober 2005
II. Zivilabteilung

Bundesrichter Raselli, Präsident,
Bundesrichterin Escher, Bundesrichter Marazzi,
Gerichtsschreiber Levante.

X. ________,
Klägerin und Berufungsklägerin,
vertreten durch Fürsprecherin Beatrice Müller-Wirth,

gegen

Y.________,
Beklagten und Berufungsbeklagten,
vertreten durch Rechtsanwältin Cornelia Stössel Casanova,

Unterhaltsbeitrag,

Berufung gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Aargau, 2.
Zivilkammer, vom 7. April 2005.

Sachverhalt:

A.
Mit Scheidungsurteil vom 3. September 1997 des Bezirkgerichts Brugg wurde
Y.________ verpflichtet, an den Unterhalt seiner Tochter X.________, geboren
am 9. September 1985, monatlich vorschüssig Fr. 800.-- bis zur Vollendung des
12. Altersjahres sowie Fr. 900.-- (indexiert per Januar 2003: Fr. 947.--) bis
zur Mündigkeit, je zuzüglich Kinderzulagen, zu bezahlen. Ab September 2003,
dem Erreichen des Mündigkeitsalters, reduzierte Y.________ die
Unterhaltszahlungen an seine Tochter. Am 9. Januar 2004 erhob X.________ beim
Bezirksgericht Aarau Klage gegen ihren Vater und verlangte, dass er zu
verpflichten sei, ihr rückwirkend ab 9. September 2003 (Erreichen des
Mündigkeitsalters) bis zum ordentlichen Abschluss ihrer Erstausbildung einen
indexierten Unterhaltsbeitrag von mindestens Fr. 947.-- pro Monat zuzüglich
Kinderzulagen zu bezahlen, unter Anrechnung der geleisteten Beiträge. Das
Bezirksgericht Aarau hiess die Klage mit Urteil vom 12. Mai 2005 gut und
verpflichtete Y.________, seiner Tochter rückwirkend ab 9. September 2003 bis
zum Abschluss der ordentlichen Erstausbildung vorschüssig einen indexierten
Unterhaltsbeitrag von Fr. 960.-- pro Monat zuzüglich Kinderzulagen zu
bezahlen, unter Anrechnung der geleisteten Beiträge.

B.
Mit Appellation gegen das Urteil des Bezirksgerichts verlangte Y.________,
dass der erstinstanzlich festgesetzte Unterhaltsbeitrag auf Fr. 500.--
reduziert werde, währenddem X.________ mit Anschlussappellation die Erhöhung
auf Fr. 1'457.-- verlangte. Das Obergericht des Kantons Aargau, 2.
Zivilkammer, hiess die Appellation von Y.________ mit Urteil vom 7. April
2005 teilweise gut und verpflichtete ihn (Dispositiv-Ziffer 1), seiner
Tochter
rückwirkend ab 9. September 2003 bis zum Ende des Jahres 2003 Fr. 650.--,
ab Januar 2004 bis zur Beendigung der Kantonsschule Fr. 600.--,
und ab Aufnahme bis zur Beendigung der Erstausbildung Fr. 500.--
monatlich vorschüssig als Unterhaltsbeitrag zuzüglich Kinderzulagen zu
bezahlen, unter Anrechnung der geleisteten Beiträge.

C.
X. ________ hat mit Eingabe vom 9. Juni 2005 Berufung erhoben und beantragt
dem Bundesgericht, es sei das Urteil des Obergerichts aufzuheben und
Y.________ zu verpflichten, ihr rückwirkend ab 9. September 2003 bis zum
Abschluss ihrer ordentlichen Erstausbildung (gemeint: bis zum ordentlichen
Abschluss ihrer Erstausbildung) einen indexierten Unterhaltsbeitrag von Fr.
947.-- pro Monat zuzüglich allfälliger Kinderzulagen zu bezahlen. Weiter
ersucht sie um unentgeltliche Rechtspflege.

Das Obergericht hat anlässlich der Akteneinsendung auf Gegenbemerkungen
verzichtet. Y.________ als Berufungsbeklagter beantragt die Abweisung der
Berufung, soweit darauf eingetreten werden könne.

Strittig sind im Wesentlichen die wirtschaftlich relevanten Rahmenbedingungen
der Parteien, insbesondere einzelne Punkte des familienrechtlichen
Notbedarfs, die gegenübergestellten erzielbaren Einkünfte der Klägerin sowie
die Frage, inwieweit es dem Beklagten zumutbar sei, den ungedeckten
Lebensbedarf der Klägerin zu tragen.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

1.
Im vorliegenden Verfahren ist der Unterhaltsbeitrag an die Klägerin streitig.
Dabei handelt es sich um eine vermögensrechtliche Zivilrechtsstreitigkeit
(BGE 116 II 493 E. 2b), deren Streitwert die Berufungssumme gemäss Art. 46 OG
von Fr. 8'000.-- übersteigt. Das angefochtene Urteil des Obergerichts ist
kantonal letztinstanzlich (Art. 48 Abs. 1 OG). Auf die Berufung ist somit
grundsätzlich einzutreten.

2.
In der Berufungsschrift ist darzulegen, welche Bundesrechtssätze und
inwiefern diese durch den angefochtenen Entscheid verletzt sind (Art. 55 Abs.
1 lit. c OG). Im Berufungsverfahren sind sodann neue tatsächliche Vorbringen
sowie neue Einreden ausgeschlossen (Art. 55 Abs. 1 lit. c OG). Das
Bundesgericht ist an die tatsächlichen Feststellungen der letzten kantonalen
Instanz gebunden, wenn sie nicht offensichtlich auf Versehen beruhen, unter
Verletzung bundesrechtlicher Beweisvorschriften zustande gekommen (Art. 63
Abs. 2 OG) oder zu ergänzen sind (Art. 64 OG). Liegen solche Ausnahmen vor,
so hat die Partei, die den Sachverhalt berichtigt oder ergänzt wissen will,
darüber genaue Angaben mit Aktenhinweisen zu machen. Eine Ergänzung setzt
zudem voraus, dass entsprechend Sachbehauptungen bereits im kantonalen
Verfahren prozesskonform aufgestellt, von der Vorinstanz aber zu Unrecht für
unerheblich gehalten oder übersehen worden sind, was wiederum näher anzugeben
ist; andernfalls gelten die Vorbringen als neu und damit als unzulässig (BGE
115 II 484 E. 2a S. 485 f.; 127 III 248 E. 2c S. 252). Offensichtliches
Versehen liegt zudem nur vor, wenn die Vorinstanz eine bestimmte Aktenstelle
übersehen oder unrichtig, d.h. nicht in ihrer wahren Gestalt, insbesondere
nicht mit ihrem wirklichen Wortlaut wahrgenommen hat (BGE 109 II 159 E. 2b S.
162).

Die Klägerin macht geltend (Berufung S. 4, Ziff. 1a), "in gewissen Punkten"
der vom Obergericht vorgenommenen Existenzminimumsberechnung bestehe ein
offensichtliches Versehen, und es sei die Ergänzung des Sachverhaltes
notwendig. Sie unterlässt indessen darzulegen, inwiefern die erwähnten
Voraussetzungen erfüllt wären, um den Sachverhalt zu berichtigen oder
ergänzen. Die Klägerin übergeht, dass ihre Vorbringen im Wesentlichen auf die
Rüge einer Verletzung von Bundesrecht hinauslaufen.

3.
Vor dem Obergericht war unstrittig, dass die angemessene Ausbildung der
Klägerin noch aussteht. Hingegen war im Wesentlichen strittig, in welchem
Mass es nach den wirtschaftlich relevanten Rahmenbedingungen der Parteien
zumutbar sei, den Beklagten zum Unterhalt zu verpflichten. Die kantonalen
Instanzen haben für jede der drei beteiligten Personen den Notbedarf anhand
der kantonalen betreibungsrechtlichen Richtlinien ermittelt, um gewisse
Beträge (z.B. die laufende Steuerlast) erweitert und um einen gewissen
Prozentsatz erhöht. Diesen familienrechtlichen Notbedarf haben sie den
erzielbaren und erzielten Einkünften gegenübergestellt. Die Differenz hat für
die Klägerin einen ungedeckten Unterhaltsbedarf ausgewiesen, für die beiden
Elternteile hingegen einen Überschuss ergeben und damit deren wirtschaftliche
Leistungsfähigkeit belegt. Den ungedeckten Lebensbedarf der Klägerin hat das
Obergericht den beiden Elternteilen anteilsmässig auferlegt (vgl. zu dieser
bundesrechtlich nicht vorgeschriebenen, aber zulässigen Vorgehensweise, wenn
die wirtschaftlichen Verhältnisse - wie hier - weder ausgesprochen
bescheiden, noch aussergewöhnlich gut sind: Urteil 5C.238/2003 vom 27. Januar
2004, E. 2.1, FamPra.ch 2004 S. 427 f.).

Die Vorinstanz ist im Einzelnen zur Auffassung gelangt, dass sich auf Seiten
der Klägerin ein erweiterter Notbedarf von insgesamt Fr. 1'528.-- (von
September 2003 bis zum Ende der Kantonsschule) bzw. Fr. 1'668.-- (nach
Aufnahme des Studiums) ergebe, welcher zum Teil durch Kinderzulagen und einen
erzielbaren Eigenverdienst der Klägerin von monatlich Fr. 300.-- bzw. Fr.
700.-- nach Aufnahme des Studiums gedeckt werde. Weiter hat das Obergericht
die Überschüsse der Mutter der Klägerin (Fr. 3'266.20) sowie des Beklagten
(Fr. 3'888.30 bzw. ab dem Jahre 2004 Fr. 3'086.25) ermittelt und festgelegt,
dass der Beklagte 60% bzw. ab dem Jahre 2004 55% und die Mutter der Klägerin
40% bzw. ab dem Jahre 2004 45% des ungedeckten Unterhalts der Klägerin zu
tragen haben.

4.
Die Klägerin wendet sich im Wesentlichen gegen die Notbedarfsberechnung und
den ihr vom Obergericht angerechneten Eigenverdienst, ferner gegen die
Notbedarfsberechnungen ihrer Mutter sowie des Beklagten und schliesslich
dagegen, wie das Obergericht den ungedeckten Lebensbedarf der Klägerin den
Elternteilen zulasten ihrer Überschüsse auferlegt hat. Sie wirft der
Vorinstanz vor, bei der Beurteilung ihres Bedarfes und der gesamten
wirtschaftlichen Umstände zur Festsetzung des Unterhaltsbeitrages Art. 277
Abs. 2 und Art. 285 ff. ZGB sowie das Ermessen (Art. 4 ZGB) verletzt zu
haben.

4.1 Gemäss Art. 276 Abs. 1 ZGB haben die Eltern für den Unterhalt des Kindes
aufzukommen, wobei sich der zu entrichtende Unterhaltsbeitrag nach Art. 285
Abs. 1 ZGB nach den Bedürfnissen des Kindes sowie der Lebensstellung und
Leistungsfähigkeit der Eltern bemisst. Hat das Kind im Zeitpunkt des
Eintritts der Mündigkeit noch keine angemessene Ausbildung, so haben die
Eltern, soweit es ihnen nach den gesamten Umständen zugemutet werden darf,
für seinen Unterhalt aufzukommen, bis eine entsprechende Ausbildung
ordentlicherweise abgeschlossen werden kann (Art. 277 Abs. 2 ZGB).
Zumutbarkeit bedeutet, dass ein gerechter Ausgleich gefunden werden muss
zwischen dem Beitrag, der unter Berücksichtigung aller Umstände von den
Eltern erwartet werden darf, und der Leistung, die dem Kind in dem Sinne
zugemutet werden kann, dass es zu seinem Unterhalt durch eigenen
Arbeitserwerb oder andere Mittel beiträgt (BGE 111 II 410 ff.; vgl.
Breitschmid, Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 2. Aufl., N. 15 zu Art.
277; Hegnauer, Berner Kommentar, N. 88 zu Art. 277). Die Zumutbarkeit ist wie
die Bemessung des Unterhaltsentscheides als Ganzes nach Recht und Billigkeit
(Art. 4 ZGB), d.h. allen im Einzelfall erheblichen Umständen zu beurteilen
(BGE 107 II 406 E. 2c S. 410; Hegnauer, a.a.O., N. 89 zu Art. 277, N. 16 zu
Art. 285).

4.2 Die Klägerin wirft dem Obergericht - was ihren eigenen Bedarf anbelangt -
die Verletzung des Ermessens vor, weil es in der Existenzminimumsberechnung
einen Grundnotbedarf von 500.-- angenommen hat.

4.2.1 Das Obergericht hat die Anwendung des Grundbetrages von Fr. 500.--
betreffend die Klägerin (mit Hinweis auf Bühler, Betreibungs- und
prozessrechtliches Existenzminimum, AJP 2002 S. 660) damit begründet, dass
dieser Betrag dem existenznotwendigen Lebensbedarf auch von mündigen Kindern
entspreche. Dem hält die Klägerin entgegen, die Vorinstanz stütze sich
insoweit zu Unrecht auf die kantonalen Richtlinien für die Berechnung des
betreibungsrechtlichen Notbedarfs nach Art. 93 SchKG (Kreisschreiben des
Obergerichts) vom 3. Januar 2001, welche (in Ziff. I.4) für den Unterhalt für
Kinder über 12 Jahre einen Zuschlag von Fr. 500.-- vorsehe. Dieser
Kinderzuschlag könne die Grundbedürfnisse für sie als Erwachsene nicht
abdecken. Deshalb sei vom Grundbetrag von Fr. 1'000.-- auszugehen, welcher
bereits die Erstinstanz nach den kantonalen Richtlinien für eine
alleinstehende Person in Haushaltgemeinschaft (Ziff. I.2) eingesetzt habe.

4.2.2 Die Rüge ist begründet. Es kann nicht übergangen werden, dass sich der
in den kantonalen SchKG-Richtlinien vorgesehene Kinderzuschlag von Fr. 500.--
für Kinder über 12 Jahre in erster Linie auf unmündige Kinder bezieht, und in
zweiter Linie auf mündige Kinder bis zum Abschluss der Schul- oder
Lehrausbildung (Vonder Mühll, in: Kommentar zum Bundesgesetz über
Schuldbetreibung und Konkurs, N. 24 zu Art. 93). Hingegen hat dieser
Kinderzuschlag nicht den Unterhalt eines Kindes während des Studiums im Auge,
denn hierfür soll der nicht leistungsfähige Schuldner zulasten seiner
Gläubiger gar  nicht aufkommen (BGE 98 III 34 E. 2 S. 36; Urteil
7B.2000/1999, E. 2a, FamPra.ch 2000 S. 550; Urteil 7B.228/2004 vom 1.
Dezember 2004, E. 5.1; Vonder Mühll, a.a.O.; Mathey, La saisie de salaire et
de revenue, Diss. Lausanne 1989, S. 64 Ziff. 118; Gilliéron, Commentaire de
la loi fédérale sur la poursuite pour dettes et la faillite, N. 85 zu Art.
93). In BGE 111 II 413 (E. 5b S. 419) hat das Bundesgericht denn auch nicht
beanstandet, dass die Vorinstanz in Bezug auf die Klägerin (eine 24-jährige
Studentin) in Anwendung der damals massgebenden SchKG-Richtlinien (BlSchK
1982 S. 237) den reduzierten Grundbetrag eingesetzt hatte, der für im Hause
Angehöriger lebende alleinstehende Personen gilt, und nicht den
Kinderzuschlag für minderjährige Kinder. Im Weiteren kann der Richter bei der
Ermittlung des familienrechtlichen Notbedarfs die Richtlinien zu Art. 93
SchKG wohl als Ausgangspunkt nehmen; indessen ist er nicht daran gebunden,
insbesondere wenn - wie die Vorinstanz für den konkreten Fall zu Recht
festgehalten hat - gute finanzielle Verhältnisse vorliegen (vgl. BGE 114 II 9
E. 7b S. 13; Urteil 5C.119/1991 vom 3. März 1992, E. 3b und 4, SJ 1992 S. 383
f.). Vor diesem Hintergrund erscheint sachgerecht, für den Grundbedarf der
Klägerin im Hinblick auf das mehrere Jahre dauernde Studium den Betrag von
Fr. 1'000.-- einzusetzen, wie er in den kantonalen Richtlinien (in Ziff. I.2)
für eine alleinstehende Person in Haushaltgemeinschaft vorgesehen ist. Damit
wird bei der hier vorliegenden guten finanziellen Situation hinreichend
berücksichtigt, dass aus erzieherischen Gründen (vgl. BGE 116 II 110 E. 3b S.
113; 120 II 285 E. 3b/bb S. 291) der Unterhalt für Studierende in
vernünftigen Grenzen zu halten ist.

4.3 Weiter wendet sich die Klägerin gegen verschiedene Positionen, um welche
das Obergericht den Grundbedarf erweitert hat.

4.3.1 Das Obergericht hat in der Bedarfsberechnung der Klägerin bis zum
Abschluss der Kantonsschule einen Wohnkostenanteil von Fr. 300.--
berücksichtigt. Dieser Betrag sei nach Abschluss der Kantonsschule nicht zu
erhöhen, da es der Klägerin damit möglich sei, ein Zimmer in einer
Wohngemeinschaft am Ausbildungsort zu finden, zumal diesfalls der für die
Benützung des öffentlichen Verkehrs berücksichtigte Betrag (Fr. 63.--)
hinzuzurechnen sei. Die Klägerin legt nicht weiter dar, inwiefern die
Berücksichtigung dieses Wohnkostenanteils für die Zeit bis zum Abschluss der
Kantonsschule gesetzwidrig wäre. Sie hält lediglich fest, ein Betrag von Fr.
400.-- würde es ihr "theoretisch auch ermöglichen", nach Aufnahme des
Studiums in Bern ein Zimmer zu mieten. In der Tat dürften Fr. 300.-- bzw. Fr.
363.-- kaum für eine auswärtige Unterkunft - weder in einem Studentenwohnheim
noch in einer Wohngemeinschaft - ausreichen. Allerdings spricht die Klägerin
nur von der theoretischen Möglichkeit, für die Zeit des Studiums nach Bern zu
ziehen. Damit ist kein Ermessensfehler dargetan, und die Rüge ist insoweit
nicht hinreichend substantiiert. Anzufügen bleibt, dass - unter Vorbehalt
ganz besonderer Verhältnisse - ein Kind sich das Angebot der Eltern (hier
seiner Mutter), es im elterlichen Haus aufzunehmen, anrechnen lassen muss,
wenn es in einer eigenen Wohnung leben will, soweit sich das Wohnen bei den
Eltern mit den Bedürfnissen der Ausbildung vereinbaren lässt (BGE 111 II 413
E. 5b S. 419).

4.3.2 Weiter hat das Obergericht für die auswärtige Verpflegung für die Zeit
vor und nach der Matura bzw. während des Studiums - unter Hinweis auf Ziff.
II.4.b der kantonalen SchKG-Richtlinien - den Betrag von Fr. 8.--/Tag bzw.
Fr. 160.--/Monat eingesetzt. Die Klägerin verlangt unter Berufung auf die
Rechtsgleichheit die Erhöhung dieser Position auf Fr. 180.--, welche in der
Grundbedarfsberechnung für den Beklagten und dessen Ehefrau eingesetzt worden
sind. Sie setzt sich indessen mit der Begründung des Obergerichts, wonach sie
als Schülerin bzw. Studentin von günstigen Konditionen der Mensa profitieren
könne, nicht auseinander. Insoweit kommt die Klägerin in der Berufungsschrift
den Begründungsanforderungen nicht genügend nach. Die ferner von der
Erstinstanz eingesetzten Beträge von Fr. 125.-- für Auslagen für Lehrmittel
und von Fr. 63.-- für Kosten für öffentlichen Verkehr sind vor Obergericht
unbestritten geblieben. Soweit die Klägerin diesbezüglich im vorliegenden
Verfahren höhere Beträge von Fr. 150.-- bzw. Fr. 205.-- und im Übrigen
erstmals einen AHV-Minimalbeitrag von Fr. 33.-- verlangt, handelt es sich um
neue und daher unzulässige Begehren (Art. 55 Abs. 1 lit. b OG). Die vom
Obergericht mit 15% eingesetzte Sparquote wird schliesslich nicht kritisiert.

4.4 Die Klägerin wirft dem Obergericht im Wesentlichen weiter vor, es habe
sein Ermessen verletzt, wenn es ihr im Wesentlichen einen Eigenverdienst in
Umfang von Fr. 700.--/Monat angerechnet habe. Weder der angenommene
Stundenlohn für eine Person ohne Berufsausbildung noch die während des
Studiums zugemutete Belastung sei mit der Realität vereinbar. Zumutbar sei
höchstens ein von der Firma W.________ in Aarau oder Bern bezahltes Einkommen
von Fr. 17.40/Stunde während eines Monats (Fr. 2'784.--; 40 Stunden/Woche)
pro Jahr, was ein anrechenbares Einkommen von Fr. 232.--/Monat ergebe.

4.4.1 Die Eigenverantwortung des Kindes geht der Unterhaltspflicht der Eltern
vor (vgl. Art. 276 Abs. 3 ZGB), was für ein mündiges Kind erst recht gilt
(Hegnauer, a.a.O., N. 92 zu Art. 277). Diese Eigenverantwortung besteht
unabhängig von der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Eltern. Soweit mit
der Ausbildung vereinbar, hat das (mündige) Kind demnach alle Möglichkeiten
auszuschöpfen, um den Unterhalt während der Ausbildung nach Möglichkeit
selbst zu bestreiten und namentlich einem Erwerb nachzugehen (BGE 114 II 205
E. 3c S. 209). Allenfalls ist ihm ein hypothetisches Einkommen aufzurechnen
(vgl. BGE 119 II 314 E. 4a S. 316; Hegnauer, a.a.O., N. 34 zu Art. 276;
Hausheer/Spycher, Handbuch des Unterhaltsrechts, Rz. 06.84).

4.4.2 Das Obergericht hat angenommen, der Klägerin sei unter Berücksichtigung
ihrer bisherigen Erwerbstätigkeit (Verdienst Fr. 300.--/Monat aus der
Tätigkeit im Speisesaal der Klinik U.________) nach Beginn des Studiums
zumutbar, bei einem Lohn von Fr. 20.--/Stunde insgesamt Fr. 700.--/Monat zu
verdienen. Dies ergibt pro Jahr einen Verdienst von Fr. 8'400.-- bzw. eine
zeitliche Belastung von 420 Stunden bzw. (bei 40 Stunden/Woche) von 10,5
Wochen pro Jahr.

Diese Auffassung des Obergerichts ist unter Ermessengesichtspunkten nicht zu
beanstanden. Zum einen bietet der Umstand, dass die Vorinstanz der Klägerin
zugemutet hat, einen Stundenlohn von Fr. 20.-- (und nicht Fr. 17.40.--) zu
erzielen, keinen hinreichenden Anlass, um in die Ermessensausübung des
kantonalen Gerichts einzugreifen, zumal die Klägerin selber nicht bestreitet,
dass dieser Stundenlohn bei einer Ausweitung ihrer bisherigen Tätigkeit in
der Klinik U.________ erzielbar sei. Zum anderen erscheint nicht unhaltbar,
der Klägerin während ihres Studiums, das sie an der Universität Bern,
Studienrichtung Phil. I, absolvieren will, eine Nebenerwerbstätigkeit
zuzumuten. Die überwiegende Mehrheit der Studierenden (fast 80%) ist in
irgendeiner Form erwerbstätig, und drei Viertel der erwerbstätigen
Studierenden haben im Jahresdurchschnitt höchstens eine 30%-Stelle inne
(Markus Diem, Soziale Lage der Studierenden, Bern 1997, S. 36). In der
Studienrichtung, für welche sich die Klägerin interessiert, ist der Anteil
der Erwerbstätigen sogar am grössten (Diem, a.a.O., S. 42). Vor diesem
Hintergrund ist nicht zu beanstanden, wenn das Obergericht der Klägerin
während des Studiums eine Nebenerwerbstätigkeit im Umfang von ca. 20% als
zumutbar erachtet hat. Damit bleibt ausreichend Zeit für Studium und
Erholung. Daher kann nicht von gesetzwidriger Ermessensausübung gesprochen
werden, wenn das Obergericht der Klägerin ein erzielbares Einkommen von Fr.
700.-/Monat aufgerechnet hat.

4.5 Zusammenfasssend ergibt sich somit auf Seiten der Klägerin der folgende
zu deckende Bedarf:
ab September 2003 bis zum Ende der Kantonsschule
(mutmasslich im Sommer 2005)
Grundbetrag
Fr. 1'000.--
Mietanteil
Fr.    300.--
Krankenkasse
Fr.    180.--
Auswärtige Verpflegung
Fr.    160.--
Auslagen für Lehrmittel etc.
Fr.    125.--
Öffentlicher Verkehr
Fr.      63.--
Sparquote (ca. 15% des Notbedarfs von Fr. 1'828.--)
Fr.    274.--
Zwischentotal (gerundet)
Fr. 2'100.--
- Kinderzulagen (Erhöhung ab September 2004: Fr. 170.--)
Fr.    150.--
- Erwerb
Fr.    300.--
Total
Fr. 1'650.--

ab Aufnahme des Studiums
Grundbetrag
Fr. 1'000.--
Mietanteil
Fr.    300.--
Krankenkasse
Fr.    180.--
Auswärtige Verpflegung
Fr.    160.--
Auslagen für Lehrmittel etc.
Fr.    125.--
Öffentlicher Verkehr
Fr.      63.--
Semestergebühr
Fr.    120.--
Sparquote (ca. 15% des Notbedarfs von Fr. 1'948.--)
Fr.    292.--
Zwischentotal (gerundet)
Fr. 2'240.--
- Kinderzulagen (bis September 2004: Fr. 150.--)
Fr.    170.--
- Erwerb
Fr.    700.--
Total
Fr. 1'370.--

4.6 Was Bedarf und Leistungsfähigkeit der Mutter der Klägerin betrifft, so hat
das Obergericht im Rahmen der Ermittlung des erweiterten Existenzminimums den
Grundbetrag auf Fr. 900.-- festgesetzt. Die Klägerin macht geltend, das
Obergericht habe ihrer Mutter zu Unrecht nicht den (gemäss Ziff. I.1 der
kantonalen SchKG-Richtlinien) für alleinstehende Schuldner massgebenden
Grundbetrag von Fr. 1'100.-- zugestanden. Dieser Einwand ist unbehelflich.
Während der Beklagte vor Obergericht vorbrachte, die Mutter der Klägerin lebe
im Konkubinat, und verlangte, es sei die Hälfte des für ein Konkubinatspaar
massgebenden Grundbetrages (Fr. 1'550.--; Ziff. I.3 der kantonalen
SchKG-Richtlinien) einzusetzen, hat das Obergericht das Konkubinat für nicht
erwiesen gehalten und der Mutter der Klägerin den auf alleinstehende
Schuldner zugeschnittenen Grundbetrag zugebilligt. Es hat indessen diesen
Grundbetrag um Fr. 200.-- gekürzt, weil nicht glaubhaft gemacht worden sei,
dass der Freund der Mutter nur zirka zwei Mal (pro Woche) dort frühstücke.
Gestützt auf die Aussagen der Klägerin vor der Erstinstanz ("Der Freund
meiner Mutter wohnt praktisch bei uns.") und den Umstand, dass die Mutter von
ihrem Freund Fr. 450.-- als Mietzinszahlung erhalte, sei (anders als die
Erstinstanz, welches auf ein Konkubinat geschlossen hatte) immerhin
anzunehmen, dass dieser mehrheitlich bei ihr wohne. Die Klägerin verkennt,
dass der Schluss, der Freund der Mutter wohne mehrheitlich bei dieser, auf
Beweiswürdigung beruht, welche im vorliegenden Verfahren im Hinblick auf
einen Verstoss gegen das Willkürverbot nicht überprüft werden kann (Art. 9
BV; Art. 43 Abs. 1 OG). Die Rüge der Klägerin, Art. 8 ZGB sei verletzt
worden, geht ins Leere: Diese Bestimmung kann nicht verletzt sein, wenn - wie
hier - in Bezug auf die Anwesenheit des Freundes bei der Mutter kein offenes
Beweisergebnis vorliegt (BGE 128 III 271 E. 2b/aa S. 277). Dass die
Freundschaft seit Dezember 2004 nicht mehr bestehe, ist eine neue
tatsächliche Behauptung, die nicht berücksichtigt werden kann. Die Klägerin
legt unter diesen Umständen nicht dar (Art. 55 Abs. 1 lit. c OG), inwiefern
das Obergericht Art. 4 ZGB verletzt habe, wenn es gestützt auf den Umstand,
dass der Freund der Mutter mehrheitlich bei dieser wohne, nicht den vollen,
sondern einen um Fr. 200.-- verringerten Grundbetrag eines alleinstehenden
Schuldners zugestanden hat (vgl. Hausheer/Spycher, a.a.O., Rz. 10.52). Damit
bleibt es beim vom Obergericht ermittelten erweiterten Existenzminimum von
Fr. 3'033.80, so dass der Mutter der Klägerin bei einem unbestrittenen
Einkommen von Fr. 6'300.-- ein Überschuss von Fr. 3'266.20 verbleibt.

4.7 Was Bedarf und Leistungsfähigkeit des Beklagten und seiner neuen Ehefrau
anbelangt, hat das Obergericht ein (gemeinsames) erweitertes Existenzminimum
im Betrag von Fr. 8'980.-- und ein gemeinsames Einkommen von 14'704.90
(Beklagter allein: Fr. 9'904.90) bzw. ab dem Jahre 2004 von Fr. 13'723.25
(Beklagter allein: Fr. 8'923.25) ermittelt. Entsprechend der Verdienstanteile
habe der Beklagte rund 67% und ab dem Jahre 2004 65% des erweiterten
Existenzminimums zu tragen (Fr. 6'016.60 bzw. Fr. 5'837.--), so dass ein
Überschuss von Fr. 3'888.30 bzw. Fr. 3'086.25 (ab 2004) verbleibe.

4.7.1 Die Klägerin hält dieser Berechnung entgegen, dass das Obergericht
betreffend erweitertes Existenzminimum zu Unrecht Fr. 375.--/Monat für die
Amortisation der Hypotheken eingerechnet habe. In der Tat sind
Amortisationen, da sie der Vermögensbildung dienen, nicht zum Unterhalt zu
rechnen (zuletzt: Urteil 5C.53/2005 vom 31. Mai 2005, E. 5.4.2;
Hausheer/Spycher, a.a.O., Rz. 02.44). Vorliegend hat die Vorinstanz die
Amortisation zwar eingerechnet, weil diese im Hypothekarvertrag vereinbart
worden sei. Die Klägerin übergeht allerdings, dass das Obergericht aus diesem
Grund lediglich eine reduzierte Sparquote von 15% (vom erweiterten Notbedarf)
gewährt hat, und nicht - wie der Mutter der Klägerin - im Umfang von 20%
(vgl. BGE 118 II 97 E. 4b/aa S. 100; Urteil 5C.238/2003 vom 27. Januar 2004,
E. 2.1, FamPra.ch 2004 S. 426; Breitschmid, a.a.O., N. 17 zu Art. 277).
Inwiefern dieses Vorgehen unter Ermessensgesichtspunkten unhaltbar sein soll,
legt die Klägerin nicht dar.

4.7.2 Weiter macht die Klägerin geltend, dass das Obergericht betreffend
Leistungsfähigkeit des Beklagten gewisse Vermögensteile (wie das Ferienhaus
in T.________, Autos, Guthaben der Dritten Säule) zu Unrecht ausser Acht
gelassen habe. Die Klägerin setzt nicht auseinander, inwiefern das
Obergericht das Ermessen gesetzwidrig ausgeübt habe, wenn es davon
ausgegangen ist, dass der Beklagte gar keine Vermögenssubstanz einzusetzen
habe, um einen angemessenen Unterhalt zu bestreiten (dazu BGE 110 II 321 E. 1
S. 323 f.; Hegnauer, a.a.O., N. 54 zu Art. 285; Hausheer/Spycher, a.a.O., Rz.
01.78). Insoweit kann auf die Berufung mangels Substantiierung nicht
eingetreten werden, und es bleibt beim Überschuss des Beklagten von Fr.
3'888.30 bzw. Fr. 3'086.25 (ab 2004).

4.8 Schliesslich hat das Obergericht in Anbetracht der Überschüsse der Mutter
der Klägerin (Fr. 3'266.20) sowie des Beklagten (Fr. 3'888.30 bzw. ab dem
Jahre 2004 Fr. 3'086.25) auf die Leistungsfähigkeit der Elternteile
geschlossen. Es hat erwogen, dass die Klägerin mit ihrer Mutter wohne und
auch bei einem mündigen Kind der Anteil an Pflege und Erziehung nicht ganz zu
vernachlässigen sei, und gefolgert, dass der Beklagte 60% bzw. ab dem Jahre
2004 55% und die Mutter der Klägerin 40% bzw. ab dem Jahre 2004 45% des
ungedeckten Unterhalts der Klägerin zu tragen hätten.

4.8.1 Die Klägerin wirft dem Obergericht im Wesentlichen vor, die Einkommens-
und Vermögensunterschiede der beiden Elternteile und damit die
unterschiedliche Leistungsfähigkeit übergangen zu haben. Da der Beklagte mehr
als die Mutter der Klägerin verdiene und diese nebst ihrem Einkommen anders
als der Beklagte über keinerlei Mittel (wie Vermögen, Lebensversicherung,
Dritte Säule etc.) verfüge, sei gerechtfertigt, dass der Beklagte den
überwiegenden Teil des ungedeckten Unterhaltsbedarfes der Klägerin trage.

4.8.2 Vorweg ist festzuhalten, dass die Klägerin ein hinreichendes Interesse
(vgl. BGE 114 II 189 E. 2. S. 190) hat, um im Berufungsverfahren die Prüfung
der Frage zu verlangen, in welchem Verhältnis die Eltern ihre
Unterhaltsleistungen zu erbringen haben. Ohne diese vorfrageweise Prüfung der
Leistungspflichten lässt sich der (einzig) gegenüber dem Vater eingeklagte
Unterhaltsanspruch nicht festlegen.

4.8.3 Der Unterhaltsbeitrag hat grundsätzlich den wirtschaftlichen
Verhältnissen des Unterhaltspflichtigen zu entsprechen (BGE 116 II 110 E. 3b
S. 113; 118 II 97 E. 4 S. 98; 120 II 285 E. 3a/cc S. 289). Die
Leistungsfähigkeit des Unterhaltspflichtigen ergibt aus der Gegenüberstellung
seines Bedarfs und seines Nettoeinkommens (BGE 128 III 161 E. 2c/aa S. 162).
Vorliegend ist unbestritten, dass die Gegenüberstellung des Bedarfs und
Nettoeinkommens der Mutter der Klägerin einen Überschuss von Fr. 3'266.20 und
die Gegenüberstellung des Bedarfs und Nettoeinkommens des Beklagten unter
Berücksichtigung seiner Beistands- und Unterhaltspflichten gegenüber seiner
neuen Ehefrau einen Überschuss von Fr. 3'888.30 bzw. ab dem Jahre 2004 Fr.
3'086.25 ergibt. Soweit die Klägerin einen blossen Einkommensvergleich
vornehmen will, geht sie fehl, da auf die frei verfügbaren Mittel
(Überschüsse) abzustellen ist (Urteil 5C.106/2004 vom 5. Juli 2004, E. 4).
Mit Blick auf die jeweiligen Überschüsse kann - entgegen der Auffassung der
Klägerin - nicht davon gesprochen werden, dass die wirtschaftliche
Leistungsfähigkeit der Elternteile in ausserordentlichem Masse voneinander
abweiche. Weitere Hinweise in tatsächlicher Hinsicht über die
wirtschaftlichen Verhältnisse der Mutter der Klägerin finden sich im
angefochtenen Entscheid nicht. Die Klägerin selber gibt nicht näher an, dass
ihre Sachbehauptungen (betreffend Vermögen, Lebensversicherung, Dritte Säule
etc.) zu den weiteren wirtschaftlichen Verhältnisse ihrer Mutter bereits im
kantonalen Verfahren prozesskonform aufgestellt, von der Vorinstanz aber zu
Unrecht für unerheblich gehalten oder übersehen worden seien (vgl. E. 2), so
dass kein Anlass besteht, die Sache nach Art. 64 OG zu einer Ergänzung des
Sachverhalts an die Vorinstanz zurückzuweisen. Die Vorbringen zu den weiteren
wirtschaftlichen Verhältnissen der Mutter der Klägerin gelten daher als neu
und sind unzulässig. Wenn das Obergericht angenommen hat, dass ein gewisser,
von der Mutter der Klägerin geleisteter Anteil an Pflege und Erziehung zu
berücksichtigen sei, und geschlossen hat, dass der Beklagte 60% bzw. ab dem
Jahre 2004 55% und die Mutter der Klägerin 40% bzw. ab dem Jahre 2004 45% des
ungedeckten Unterhalts der Klägerin zu tragen hätten, besteht kein
hinreichender Grund, um in die Ermessensausübung des kantonalen Gerichts
einzugreifen. Demnach erscheint das Mass, nach welchem das Obergericht den
ungedeckten Lebensbedarf der Klägerin den Elternteilen auferlegt hat, nicht
als bundesrechtswidrig.

4.9 Zusammenfassend ergibt sich, dass der Beklagte von September 2003 bis
Ende 2003 der Klägerin 60% ihres ungedeckten Lebensbedarfs (Fr. 1'650.--),
also Fr. 990.-- zuzüglich bezogener Kinderzulagen zu bezahlen hätte,
währenddem im Berufungsverfahren Fr. 947.-- verlangt wird. Ab Januar 2004 bis
zur Beendigung der Kantonsschule hat der Beklagte 55% ihres ungedeckten
Lebensbedarfs (Fr. 1'650.--), also Fr. 900.-- (gerundet) zuzüglich bezogener
Kinderzulagen zu bezahlen. Für die Zeit nach Beendigung der Kantonsschule bis
zur Beendigung der Erstausbildung hat der Beklagte 55% des ungedeckten
Lebensbedarfs von Fr. 1'370.--, also Fr. 750.- (gerundet) zuzüglich bezogener
Kinderzulagen zu leisten. Diese Erhöhung (für die Zeit bis zur Matura um Fr.
297.-- bzw. Fr. 300.-- und für die Zeit danach um Fr. 250.--) ist dem
Beklagten nach Massgabe seines Überschusses ohne weiteres zumutbar. Die vom
Obergericht festgelegten Unterhaltsbeiträge sind daher entsprechend zu
erhöhen. Der Antrag der Klägerin auf Indexierung der Unterhaltsbeiträge ist
an sich überflüssig, da die von der Erstinstanz vorgesehene Indexklausel
unangefochten geblieben und vom Obergericht auch nicht aufgehoben worden ist.
Unbestritten ist schliesslich, dass die geleisteten Unterhaltsbeiträge
anzurechnen sind.

5.
Aus den dargelegten Gründen ist die Berufung teilweise gutzuheissen. Die
Klägerin obsiegt insgesamt zu rund zwei Dritteln (Art. 156 Abs. 3 und Art.
159 Abs. 3 OG). Über die Gerichtskosten und Parteientschädigungen des
kantonalen Verfahrens wird das Obergericht zu entscheiden haben (Art. 157 und
Art. 159 Abs. 6 OG).
Die Klägerin verlangt für das bundesgerichtliche Verfahren die unentgeltliche
Rechtspflege. Die in Art. 277 Abs. 2 ZGB vorgesehene Unterhaltspflicht
umfasst grundsätzlich auch die Prozesskosten (BGE 127 I 202 E. 3f S. 208
ff.). Die Klägerin legt vor dem Hintergrund der finanziellen Verhältnisse
ihrer unterstützungspflichtigen Eltern die eigene Bedürftigkeit nicht dar, so
dass das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege abgewiesen werden muss (Art.
152 Abs. 1 OG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
1.1 Die Berufung wird teilweise gutgeheissen. Die Dispositiv-Ziffern 1, 4 und
5 des Urteils des Obergerichts des Kantons Aargau, 2. Zivilkammer, vom 7.
April 2005 werden aufgehoben und wie folgt geändert:
Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin

rückwirkend ab 9. September 2003 bis zum Ende des Jahres 2003 Fr. 947.--,
ab Januar 2004 bis zu Beendigung der Kantonsschule Fr. 900.--,
und ab Aufnahme bis zur Beendigung der Erstausbildung Fr. 750.--

je zuzüglich bezogener Kinderzulage monatlich vorschüssig, indexiert (Urteil
des Bezirksgerichts Aarau vom 12. Mai 2004, Dispositiv- Ziffer 2), unter
Anrechnung der geleisteten Beiträge, zu bezahlen.

1.2 Im Übrigen wird die Berufung abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Das Gesuch der Klägerin um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3.
Die Gerichtsgebühr von Fr. 1'500.-- wird zu zwei Dritteln dem Beklagten und
zu einem Drittel der Klägerin auferlegt.

4.
Der Beklagte hat die Klägerin mit Fr. 500.-- zu entschädigen.

5.
Die Sache wird zur Neuverlegung der Kosten und Entschädigung für das
kantonale Verfahren an das Obergericht zurückgewiesen.

6.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Aargau, 2.
Zivilkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 11. Oktober 2005

Im Namen der II. Zivilabteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident:  Der Gerichtsschreiber: