Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

II. Zivilabteilung 5C.27/2005
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5C.27/2005 /bnm

Urteil vom 23. November 2005
II. Zivilabteilung

Bundesrichter Raselli, Präsident,
Bundesrichter Meyer, Marazzi,
Gerichtsschreiber von Roten.

Y. ________,
Berufungsklägerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Franz Schumacher,

gegen

X.________,
Berufungsbeklagten,
vertreten durch Rechtsanwältin Elisabeth Ernst,

Ehescheidung (Kinder- und Ehegattenunterhalt),

Berufung gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich, I.
Zivilkammer, vom 22. November 2004.

Sachverhalt:

A.
X. ________, von V.________, Jahrgang 1955, und Y.________, französische
Staatsangehörige, Jahrgang 1953, heirateten nach kurzer Bekanntschaftszeit
von rund einem Jahr am xxxx 1985 in H.________. Sie nahmen ab Oktober 1987
gemeinsam Wohnsitz in Zürich und wurden Eltern des Sohnes S.________, geboren
am xxxx 1987, und der Tochter T.________, geboren am xxxx 1990. Beide
Ehegatten sind ausgebildete Konservatoren/Restauratoren. Der Ehemann ist beim
K.________ angestellt, wird aber ab 2006 eine selbstständige Erwerbstätigkeit
aufnehmen. Zur Zeit bildet er sich in einem Nachdiplomstudium "Denkmalpflege
und Umnutzung" an der Fachhochschule Bern weiter. Die Ehefrau war zusätzlich
zur Familienarbeit stets in ihrem Beruf tätig und führt bis heute als
Selbstständigerwerbende Restaurationsaufträge aus. Sie arbeitet daneben an
verschiedenen Schulen als Französischlehrerin und absolviert an der
Universität Zürich eine Zusatzausbildung zum Höheren Lehramt. Seit 1. Mai
1997 leben die Ehegatten getrennt.

Im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit lernte der Ehemann 1989 seine heutige
Lebenspartnerin L.________, Jahrgang 1952, kennen, die als Restauratorin in
I.________ tätig ist. Im April/Juni 1997 klagte der Ehemann auf Scheidung.
Die Ehefrau verlangte widerklageweise die Trennung. Am 30. Mai 2000
beantragten die Ehegatten gemeinsam die Trennung ihrer Ehe und schlossen eine
Teilvereinbarung über die Kinderbelange. Der Einzelrichter am Bezirksgericht
Zürich (4. Abteilung) trennte die Ehe. Er unterstellte die beiden Kinder der
elterlichen Sorge ihrer Mutter und genehmigte die Teilvereinbarung über den
persönlichen Verkehr zwischen den Kindern und ihrem Vater. Er verpflichtete
den Ehemann, monatlich für die Kinder je Fr. 900.-- (zuzüglich Zulagen) und
für die Ehefrau Fr. 2'140.-- zu bezahlen. Die Ehegatten wurden güterrechtlich
auseinandergesetzt (Urteil vom 29. September 2000).

Am 12. April 2001 stellten die Ehegatten ihr gemeinsames Begehren auf
Scheidung. Der Einzelrichter schied die Ehe, beliess die beiden Kinder unter
der elterlichen Sorge ihrer Mutter und regelte den persönlichen Verkehr
zwischen den Kindern und ihrem Vater. Sein Urteil vom 26. September 2003
wurde in diesen Punkten am 14. April 2004 rechtskräftig. Strittig blieb der
vom Ehemann zu leistende Kindes- und Ehegattenunterhalt. Auf Berufung der
Ehefrau hin bestätigte das Obergericht (I. Zivilkammer) des Kantons Zürich
die erstinstanzlich festgesetzten Unterhaltsbeiträge für die Kinder von
monatlich je Fr. 1'100.-- (zuzüglich allfälliger gesetzlicher oder
vertraglicher Kinderzulagen) und für die Ehefrau von monatlich Fr. 1'400.--
ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis Ende Juli 2006 und danach von
monatlich Fr. 950.-- bis Ende Dezember 2008. Das Obergericht stellte die
massgebenden Einkommens- und Vermögensverhältnisse der Ehegatten teilweise
neu fest und bestimmte den Betrag des hälftig zu teilenden Guthabens aus der
beruflichen Vorsorge des Ehemannes im Zeitpunkt der Scheidung neu (Urteil vom
22. November 2004).

B.
Mit eidgenössischer Berufung beantragt die Ehefrau zur Hauptsache, die
monatlichen Unterhaltsbeiträge für die Kinder auf je Fr. 1'300.-- (allfällige
gesetzliche oder vertragliche Kinderzulagen eingeschlossen) und für sie
selber auf Fr. 2'800.-- bis Ende Dezember 2011 zu erhöhen, unter
entsprechender Anpassung der Feststellungen zu den massgebenden finanziellen
Verhältnissen auf Seiten des Ehemannes. Für das Verfahren vor Bundesgericht
ersucht sie um unentgeltliche Rechtspflege. Das Obergericht hat auf
Gegenbemerkungen zur Berufung verzichtet. Es ist keine Berufungsantwort
eingeholt worden.

C.
Das Kassationsgericht des Kantons Zürich hat die gleichzeitig gegen das
obergerichtliche Urteil erhobene Nichtigkeitsbeschwerde der Ehefrau
abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden konnte (Zirkulationsbeschluss
vom 2. September 2005).

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

1.
Gemäss Art. 125 Abs. 1 ZGB besteht Anspruch auf nachehelichen Unterhalt,
soweit einem Ehegatten nicht zuzumuten ist, für den ihm gebührenden Unterhalt
unter Einschluss einer angemessenen Altersvorsorge selbst aufzukommen. Absatz
2 zählt - wenn auch nicht abschliessend - die für die Beantwortung dieser
Frage massgebenden Kriterien auf, die auch bei der Bemessung des Beitrages zu
berücksichtigen sind. Absatz 3 nennt die Voraussetzungen, unter denen ein
Beitrag "ausnahmsweise versagt oder gekürzt werden" kann. Der nacheheliche
Unterhalt soll insbesondere den durch die Ehescheidung verursachten
Veränderungen Rechnung tragen. Die Bestimmung konkretisiert die Prinzipien
des sog. "clean break" und der nachehelichen Solidarität: Einerseits hat
jeder Ehegatte - soweit immer möglich - für seinen Unterhalt selbst zu
sorgen; anderseits ist der eine Ehegatte zur Leistung von Geldbeiträgen an
den andern verpflichtet, wenn dieser seine durch die Ehe allenfalls
beeinträchtigte wirtschaftliche Selbstständigkeit nicht erreichen kann (vgl.
dazu BGE 127 III 136 E. 2a S. 138; 129 III 7 E. 3.1 S. 8).

Auf Grund der Dauer der Ehe von weit mehr als zehn Jahren, während der zudem
zwei Kinder geboren sind, haben beide kantonalen Sachgerichte angenommen, die
Ehegatten hätten Anspruch auf Fortführung des in der Ehe zuletzt gemeinsam
gelebten bzw. - mit Rücksicht auf die scheidungsbedingten Mehrkosten - auf
Fortführung eines gleichwertigen Lebensstandards (vgl. BGE 129 III 7 E. 3.1.1
S. 8 f.). Das Obergericht hat die familienrechtlichen Notbedarfe des
Ehemannes (Fr. 4'084.-- bzw. Fr. 4'128.-- ab August 2006) und der Ehefrau mit
den beiden Kindern (Fr. 5'977.-- bzw. Fr. 5'950.-- ab August 2006) den
erzielbaren bzw. erzielten Einkünften des Ehemannes (Fr. 7'711.--) und der
Ehefrau (Fr. 2'742.-- bzw. Fr. 4'000.-- ab August 2006) gegenübergestellt und
den Überschuss nach Köpfen aufgeteilt (E. 7 S. 56 ff.; vgl. zu dieser
bundesrechtlich nicht vorgeschriebenen, aber zulässigen
Berechnungsmethode,
wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse - wie hier - weder
ausgesprochen
bescheiden noch aussergewöhnlich gut sind: Urteile 5C.100/2002 vom 11. Juli
2002, E. 3.1, und 5C.258/2004 vom 28. Februar 2005, E. 2.1, in: FamPra.ch
2002 S. 829/830 und 2005 S. 607 f.).

Die Berufungsklägerin macht eine unrichtige Bemessung der Leistungsfähigkeit
des Berufungsbeklagten geltend. Ihr Haupteinwand betrifft die
Berücksichtigung des Anteils des Berufungsbeklagten am (unverteilten)
Nachlass seines Vaters (E. 2). Sie erneuert ferner einen Teil ihrer
Beanstandungen in Einzelpunkten (E. 3) sowie ihre Kritik daran, dass in den
Kinderunterhaltsbeiträgen die Zulagen nicht eingeschlossen seien (E. 4
hiernach).

2.
Im Jahre 1984 starb der Vater des Berufungsbeklagten. Erben sind die Ehefrau,
der Berufungsbeklagte als Sohn und eine Tochter. Testamentarisch hat der
Erblasser den verfügbaren Teil seiner Ehefrau zugewendet und ihr zu Lasten
der beiden gemeinsamen Kinder die Nutzniessung am ganzen Nachlass eingeräumt.
Die Berufungsklägerin wirft dem Obergericht insbesondere vor, dass es weder
zur Höhe des Nachlasses von angeblich über zwei Millionen Franken noch zum
Verzehr des Nachlassvermögens durch die Mutter des Berufungsbeklagten
Feststellungen getroffen habe. Sie beantragt, dass der Erbanteil des
Berufungsbeklagten bei der Rentenbemessung und in der gerichtlichen
Feststellung des Vermögens berücksichtigt wird, eventuell eine im Hinblick
auf den Wegfall der Nutzniessung am Nachlass bedingte oder aufgeschobene
höhere Rente festgesetzt werde (S. 8 ff. und S. 13 ff. der Berufungsschrift).

2.1 In tatsächlicher Hinsicht hat das Obergericht festgestellt, dass der
Berufungsbeklagte aus dem väterlichen Nachlass nichts erhalten hat bzw.
erhält und dass die Ehefrau des Erblassers, Jahrgang 1921, ihre Nutzniessung
am ganzen Nachlass ausübt und teilweise das nutzniessungsbelastete Vermögen
anzehrt bzw. verbraucht. Die Feststellungen sind für das Bundesgericht
verbindlich (Art. 63 Abs. 2 OG). Die Berufungsklägerin hat dagegen erfolglos
kantonale Nichtigkeitsbeschwerde erhoben (E. 4 S. 7 ff. und E. 5 S. 10 des
Zirkulationsbeschlusses) und anerkennt die Verbindlichkeit zum Teil
ausdrücklich (z.B. S. 8 der Berufungsschrift). In rechtlicher Hinsicht geht
es um die Frage, ob sich der Berufungsbeklagte seinen Erbanteil als Vermögen
und/oder einen Ertrag daraus als Einkommen anrechnen lassen muss. Sollte die
Frage zu verneinen sein, wären auch die Sachverhaltsrügen der
Berufungsklägerin betreffend Feststellung des Nachlasswertes unbegründet.
Denn nur für rechtserhebliche Tatsachen besteht ein Beweisführungsanspruch
(BGE 126 III 315 E. 4a S. 317) und ein Auskunftsrecht unter Ehegatten (BGE
118 II 27 E. 3a S. 28/29; Schwander, Basler Kommentar, 2002, N. 15 zu Art.
170 ZGB).

2.2 Im Scheidungsunterhalt nach dem Recht von 1907/12 war die
Beeinträchtigung von "Anwartschaften" (aArt. 151 Abs. 1 ZGB) als
entschädigungsbegründendes Element ausdrücklich vorgesehen. Davon erfasst
wurden Erbanwartschaften gegenüber dem anderen Ehegatten, zumal die Scheidung
erbrechtliche Ansprüche unter Ehegatten kraft Gesetzes (aArt. 154 Abs. 2 ZGB)
zunichte machte. Eine andere, aber regelmässig auch in diesem Zusammenhang
diskutierte Frage war, ob und inwiefern ein in Aussicht stehender
erbbedingter Vermögensanfall - z.B. von Seiten der Eltern eines Ehegatten -
bei der Festsetzung des Unterhaltsbeitrags im Scheidungsurteil berücksichtigt
werden müsse. In der Lehre wurde vertreten, dass der geschiedene Ehegatte von
wirtschaftlichen Verbesserungen auf Seiten des andern Ehegatten nach der
Scheidung grundsätzlich nicht mehr profitieren sollte, weil die Scheidung die
Schicksalsgemeinschaft der Ehegatten beendet. Erbanwartschaften des
Unterhaltspflichtigen vermöchten deshalb ebenso wenig wie die Aussicht auf
eine künftige berufliche Karriere einen Ausgleichungsanspruch zu begründen
(vgl. etwa Lüchinger/Geiser, Basler Kommentar, 1996, N. 18 zu aArt. 151 ZGB;
Hinderling/Steck, Das schweizerische Ehescheidungsrecht, 4.A. Zürich 1995, S.
276-278, je mit Hinweisen, vorab auf BGE 114 II 117 Nr. 19).

Die ZGB-Revision von 1998/2000 hat daran nichts geändert. Weil die Scheidung
die Ehe im Sinne des - erwähnten (E. 1) - "clean break"-Gedankens wirklich
auflösen und sie nicht als Wirtschaftsgemeinschaft weiter bestehen lassen
soll, besteht grundsätzlich auch kein Anspruch auf rein nachehelichen, d.h.
nicht schon in der Ehe "grundgelegten" Wirtschaftserfolg des
Unterhaltspflichtigen (vgl. etwa Hausheer, Der Scheidungsunterhalt und die
Familienwohnung, in: Vom alten zum neuen Scheidungsrecht, Bern 1999, S. 148
N. 3.52; Schwenzer, FamKommentar Scheidung, Bern 2005, N. 6 zu Art. 125 ZGB).
Blosse erbrechtliche Anwartschaften fallen somit ausser Betracht (Botschaft,
BBl. 1996 I 1, S. 115; vgl. Hausheer/Spycher, Unterhalt nach neuem
Scheidungsrecht, Bern 2001, S. 35 N. 05.24 und S. 48 N. 05.53).

Abweichendes ergibt sich auch nicht daraus, dass es hier nicht mehr um eine
eigentliche Erbanwartschaft geht. Der Erbfall ist mit dem Tod des Vaters des
Berufungsbeklagten bereits im Jahre 1984 eingetreten. Der Erblasser hat der
überlebenden Ehefrau indessen letztwillig gegenüber dem Berufungsbeklagten
und seiner Schwester als gemeinsamen Nachkommen die Nutzniessung am ganzen
ihnen zufallenden Teil der Erbschaft zugewendet (vgl. Art. 473 Abs. 1 ZGB).
Solange die Nutzniessung der Mutter des Berufungsbeklagten am ganzen Nachlass
und in vollem Umfang besteht, d.h. solange die Nutzniessungsberechtigte lebt
und sich nicht wiederverheiratet, verbleibt dem Berufungsbeklagten von seinem
Erbanteil nur das nackte Eigentum (vgl. etwa Druey, Grundriss des Erbrechts,
5.A. Bern 2002, § 6 N. 30 und N. 33 S. 61 f.). Entgegen der Darstellung der
Berufungsklägerin kann der Berufungsbeklagte auch nicht die Teilung verlangen
und seinen nutzniessungsbelasteten Erbanteil dadurch verwerten. Das
Obergericht ist unangefochten davon ausgegangen, dass der Berufungsbeklagte
und seine Schwester zusammen mit ihrer Mutter eine fortgesetzte
Erbengemeinschaft bildeten und der Nachlass erst nach Beendigung der
Nutzniessung geteilt werden würde (E. 3g S. 26 f. des angefochtenen Urteils).
Daraus folgt einerseits, dass hier eine Teilung des väterlichen Nachlasses
vor Beendigung der Nutzniessung ausgeschlossen ist (vgl. Art. 604 Abs. 1 ZGB;
BGE 61 II 164 Nr. 38; 86 II 451 E. 5 S. 456 ff.). Da die Einigung der Erben
zudem auf das Jahr 1984 zurückgeht, macht die Berufungsklägerin mit Grund
nicht geltend, sie sei rechtsmissbräuchlich - im Hinblick auf die Scheidung -
getroffen worden. Andererseits steht damit fest, dass der erbbedingte
Vermögensanfall erst nach der Scheidung eintreten wird und für den
nachehelichen Unterhalt deshalb ausser Betracht fällt.

2.3 Aus den dargelegten Gründen muss davon ausgegangen werden, dass der vor
Abschluss der Ehe im Jahre 1984 eingetretene Erbfall keinen Einfluss auf die
Lebenshaltung der Parteien während der Ehe gehabt hat und dass das erst nach
der Scheidung erbbedingt anfallende Vermögen für den nachehelichen Unterhalt
nicht mehr massgebend ist. In Anbetracht dessen erweist sich der
Eventualantrag auf eine mit Blick auf den Vermögensanfall aufgeschobene oder
bedingte Unterhaltsfestsetzung als unzulässig. Ebenso wenig kann dem
Berufungsbeklagten aus dem künftigen Vermögensanfall heute Ertrag oder
Kapital angerechnet werden. Der Berufungsbeklagte hat keine Möglichkeit, über
seinen Erbanteil tatsächlich zu verfügen, so dass seine hypothetische
Anrechnung unterbleiben muss (BGE 128 III 4 E. 4a S. 5; 129 III 577 E. 2,
nicht veröffentlicht; zum hypothetischen Vermögensertrag bzw. Vermögen:
Sutter/Freiburghaus, Kommentar zum neuen Scheidungsrecht, Zürich 1999, N. 51
und N. 55 zu Art. 125 ZGB). Der Wert des Erbanteils musste damit auch nicht
im Scheidungsurteil festgestellt werden, sind doch gemäss Art. 143 Ziff. 1
ZGB im Grundsatz nur diejenigen Vermögenswerte anzugeben, von denen bei der
Festlegung der Unterhaltsbeiträge ausgegangen wird (vgl. Sutter/Freiburghaus,
N. 11 zu Art. 143 ZGB).
Unbegründet ist schliesslich der Einwand, der Berufungsbeklagte hätte
Sicherungsmassnahmen beantragen müssen, weil seine Mutter als Nutzniesserin
des Nachlasses dessen Substanz angreife. In tatsächlicher Hinsicht steht
fest, dass die Mutter des Berufungsbeklagten gewisse Nachlasswerte verbraucht
hat (vgl. E. 3h/cc S. 29 f. und E. 5j S. 43 des angefochtenen Urteils).
Sicherungsmassnahmen im Sinne von Art. 760 ff. ZGB, die der Berufungsbeklagte
unabhängig von Miterben zu verlangen berechtigt ist (BGE 109 II 400 Nr. 84),
änderten indessen nichts am Fortbestand der Nutzniessung und wären nicht
geeignet, dem Berufungsbeklagten ein weitergehendes Recht am Nachlass zu
verschaffen. Selbst wenn die Nutzniessungsbefugnis missbraucht und deshalb
das Nutzniessungsgut entzogen und eine Beistandschaft angeordnet würde (Art.
762 ZGB), wäre die Nutzniessung als solche dadurch nicht aufgehoben (Baumann,
Zürcher Kommentar, 1999, N. 5 zu Art. 762 ZGB; Steinauer, Les droits réels,
III, 3.A. Bern 2003, S. 62 N. 2454).

Insgesamt erscheint das angefochtene Urteil - jedenfalls auf Grund der
Vorbringen der Berufungsklägerin - nicht als bundesrechtswidrig, was die
Berücksichtigung des Nachlasses bzw. des erbbedingten Vermögensanfalls auf
Seiten des Berufungsbeklagten betrifft.

3.
Auf rund fünfzig Seiten hat sich das Obergericht ferner ausführlich mit den
Vorbringen der Berufungsklägerin zu den wirtschaftlichen Verhältnissen der
Ehegatten befasst. Auf knapp vier Seiten greift die Berufungsklägerin -
zusätzlich zur soeben erörterten Frage (E. 2) - etwa acht Einzelpunkte
heraus, um die Bundesrechtswidrigkeit der Rechtsanwendung aufzuzeigen (S. 5
ff. der Berufungsschrift).

3.1 Gemäss Art. 63 OG ist das Bundesgericht an die Begründung der
Parteianträge nicht gebunden (Abs. 1) und in Bezug auf die rechtliche
Würdigung der Tatsachen frei, soweit es um Bundesrecht im Sinne von Art. 43
OG geht (Abs. 3). Vorausgesetzt ist allerdings, dass in der Berufungsschrift
dargelegt wird, welche Bundesrechtssätze und inwiefern sie durch den
angefochtenen Entscheid verletzt worden sind (Art. 55 Abs. 1 lit. c OG). Aus
den Vorbringen muss hervorgehen, gegen welche Regeln des Bundesrechts das
Obergericht verstossen haben soll. Unerlässlich ist, dass auf die Begründung
des angefochtenen Urteils eingegangen und im Einzelnen gezeigt wird, welche
Rechtssätze und warum sie verletzt worden sind. Allgemein
gehaltene
Einwände, die ohne aufgezeigten oder erkennbaren Zusammenhang mit
bestimmten
Urteilsgründen vorgebracht werden, genügen diesen Anforderungen
nicht. Fehlt
es an der geforderten Auseinandersetzung mit dem angefochtenen
Urteil, tritt
das Bundesgericht auf die erhobenen Einwände nicht ein und kann
auf die
Überprüfung der Rechtsanwendung verzichten (BGE 116 II 745 E. 3 S. 748 f.;
131 III 26 E. 12.3 S. 32 und 115 E. 3.4 S. 120; Urteil 4C.261/2001 vom 19.
Dezember 2001, E. 1, in: AJP 2002 S. 846).

3.2 Die Berufungsklägerin wendet ein, der Berufungsbeklagte habe sein
Einkommen seit Einleitung des Trennungsverfahrens im Jahre 1997 um monatlich
Fr. 2'000.-- auf heute Fr. 7'711.-- vermindert. Er könnte auf Grund seiner
Spezialisierung mindestens Fr. 9'000.-- und nach Abschluss des
Nachdiplomstudiums weit mehr als Fr. 10'000.-- verdienen. Das Obergericht
lasse völlig unberücksichtigt, dass die Arbeitgeberin des Berufungsbeklagten
nicht nur die Kosten des Nachdiplomstudiums trage, sondern während der
Zusatzausbildung auch den vollen Lohn bezahle (S. 6 f. der Berufungsschrift).

Das Obergericht hat dazu festgehalten, der Berufungsbeklagte sei im Herbst
1997 von seiner Arbeitgeberin in seiner beruflichen Position zurückversetzt
worden, was für ihn auch eine gewisse Lohneinbusse zur Folge gehabt habe. Es
lägen jedoch keine konkreten Anhaltspunkte dafür vor, dass der
Berufungsbeklagte die Lohnreduktion in böser Absicht inszeniert hätte, so
dass keine Rechtsgrundlage bestünde, um von einem hypothetisch höheren Lohn
auszugehen (E. 5c/dd S. 32). Zur Frage der Leistungen, die die Arbeitgeberin
dem Berufungsbeklagten während der Weiterbildung erbringt, hat das
Obergericht festgehalten, der Berufungsbeklagte erhalte dadurch keine frei
verfügbaren Finanzmittel (E. 5e/cc S. 35 des angefochtenen Urteils). Die
obergerichtlichen Feststellungen zur Absicht des Berufungsbeklagten (z.B. BGE
115 II 484 E. 3c S. 487) und zu den wirklich verfügbaren Mitteln (z.B. BGE
122 III 97 E. 3a S. 99) sind für das Bundesgericht verbindlich (Art. 63 Abs.
2 OG), so dass es bereits an der Tatsachengrundlage für die Anrechnung eines
hypothetischen Einkommens fehlt (vgl. zur Abgrenzung von Tat- und
Rechtsfrage: BGE 126 III 10 E. 2b S. 12 f.; 128 III 4 E. 4c/bb S. 7 f.).

Der Berufungsbeklagte und seine Arbeitgeberin haben am 18. Februar 2003 einen
Vertrag geschlossen. Darin ist vorgesehen, dass die Arbeitgeberin den Bereich
"Denkmalpflege", in dem der Berufungsbeklagte tätig ist, per Ende 2005
aufgeben und den Berufungsbeklagten auf diesen Zeitpunkt hin entlassen wird.
Um ihm sein berufliches Fortkommen zu sichern, haben die Vertragsparteien die
erwähnte Weiterbildung des Berufungsbeklagten vereinbart. Den Einwand der
Berufungsklägerin, dank dieser Zusatz- und Weiterbildung werde der
Berufungsbeklagte ab 2006 monatlich über Fr. 10'000.-- verdienen, hat das
Obergericht für unbegründet erklärt. Es ist davon ausgegangen, auf Grund der
Wirtschaftslage werde der Berufungsbeklagte weiterhin zumindest gleichviel
Einkommen haben wie heute (E. 5d/cc S. 34 f. des angefochtenen Urteils).
Indem die Berufungsklägerin ihren Einwand vor Bundesgericht ohne nähere
Begründung einfach wiederholt, vermag sie die Bundesrechtswidrigkeit der
obergerichtlichen Prognose nicht aufzuzeigen.

3.3 Die Berufungsklägerin verlangt, dem Berufungsbeklagten sei ein
hypothetisches Einkommen für die Verwaltung des Vermögens seiner Mutter
anzurechnen. Dafür habe er früher während Jahren monatlich Fr. 1'000.--
erhalten. Die Zahlungen seiner Mutter hätten angeblich aufgehört, als der
Berufungsbeklagte die Beziehung zu seiner heutigen Lebenspartnerin begonnen
und 1997 den ersten Scheidungsprozess eingeleitet habe. Falls er dafür heute
tatsächlich nichts mehr erhalte, müsse dem Berufungsbeklagten für die
Verwaltung des mehrere Millionen Franken zählenden Vermögens der Mutter ein
hypothetisches Einkommen angerechnet werden. Er könne nicht zu Lasten seiner
Ehefrau und seiner Kinder auf eine Entschädigung verzichten, die sich der
Willensvollstrecker im Nachlass seines Vaters, W.________, oder eine Bank für
vergleichbare Leistungen bezahlen lassen würden (S. 8 der Berufungsschrift).

Das Obergericht hat dazu festgehalten, die Berufungsklägerin habe nie
substantiiert dargelegt, auf Grund welcher Rechtsgrundlage die Mutter
verpflichtet gewesen sei oder weiterhin verpflichtet werden könne, dem
Berufungsbeklagten monatlich Fr. 1'000.-- zu bezahlen. Auch wenn der
Berufungsbeklagte seiner Mutter gewisse Dienstleistungen und Arbeiten
erbracht habe, was dieser ausdrücklich anerkenne, so könne die
Berufungsklägerin daraus noch keine Zahlungspflicht herleiten. Es verstehe
sich doch von selbst, dass ein Sohn seiner bereits in die Jahre gekommenen
Mutter soweit wie möglich bei der Erledigung gewisser Angelegenheiten
behilflich sei, ohne dass er dafür irgend eine Entschädigung verlange. Dies
ergebe sich schon aus einer ethisch-moralischen Pflicht der Kinder ihren
betagten Eltern gegenüber (E. 5h/cc S. 41 des angefochtenen Urteils). Die
Berufungsklägerin hat die obergerichtlichen Feststellungen auch in diesem
Punkt erfolglos beim Kassationsgericht angefochten (E. 6 S. 10 f. und E. 8 S.
14 f. des Zirkulationsbeschlusses).

In tatsächlicher Hinsicht steht nicht fest, was mit "gewisse Dienstleistungen
und Arbeiten" gemeint ist, die der Berufungsbeklagte seiner Mutter erbracht
hat bzw. erbringen soll. Die Berufungsklägerin erhebt diesbezüglich keinerlei
Sachverhaltsrügen (Art. 63 f. OG) und beschränkt sich auf die Behauptung, es
gehe um die Verwaltung eines Millionenvermögens. Wenn dem tatsächlich so
wäre, könnte nur schwer erklärt werden, wie der Berufungsbeklagte
gleichzeitig einer hauptberuflichen Tätigkeit nachgehen kann und weshalb
W._________, Willensvollstrecker im Nachlass des Vaters des
Berufungsbeklagten, gemäss den unwidersprochenen Feststellungen des
Obergerichts für die Mutter des Berufungsbeklagten immer noch tätig ist und
sie in Steuerangelegenheiten betreut (E. 5n/ff/bbb S. 50 des angefochtenen
Urteils). Solange aber nicht feststeht, ob die Hilfestellungen des
Berufungsbeklagten gegenüber seiner betagten Mutter den Rahmen des moralisch
Gebotenen sprengen, kann nicht über eine Rechtspflicht der Mutter, ihren Sohn
zu entschädigen, und über die Anrechenbarkeit einer daherigen Entschädigung
befunden werden. Mangels entsprechender Vorbringen der Berufungsklägerin
lässt sich ihr Einwand nicht beurteilen. Es hat damit bei der
obergerichtlichen Feststellung sein Bewenden, die Berufungsklägerin habe die
Rechtsgrundlage nicht substantiiert, die die Mutter zu
Entschädigungsleistungen an ihren Sohn verpflichte.

3.4 Die Berufungsklägerin rügt, das Obergericht habe Leistungen nicht
berücksichtigt, die die Lebenspartnerin des Berufungsbeklagten erbringe (z.B.
Bezahlung einer teueren Wohnung, der Flugkosten gemeinsamer Reisen, des
Unterhalts eines Oldtimers und der Anschaffung eines Autos). Das Obergericht
habe sogar ausser Acht gelassen, dass in wenigen Monaten die
Ausbildungskosten von monatlich Fr. 245.-- wegfallen würden (S. 7 f. der
Berufungsschrift).

Was die Leistungen der Lebenspartnerin des Berufungsbeklagten angeht,
erneuert die Berufungsklägerin ihre Rügen, die sie bereits vor Obergericht
(E. 1b S. 8 ff., E. 5k S. 44 f. und E. 5n/ii S. 52 f.) und teilweise vor
Kassationsgericht erhoben hat (E. 2 S. 4 f., E. 9.2 S. 16 und E. 10.2 S. 16).
Das Bundesgericht kann sich kurz fassen. Leistungen Dritter, vor allem des
Partners einer nicht ehelichen Lebensgemeinschaft, haben für die Bestimmung
der Leistungsfähigkeit des Unterhaltsschuldners ausser Betracht zu bleiben,
können aber allenfalls die Leistungsfähigkeit mittelbar erhöhen, indem sie -
zumindest bei Vorliegen einer stabilen Beziehung - in der Bedarfsrechnung
berücksichtigt werden und insoweit Einsparungen bewirken (Hausheer/ Spycher,
a.a.O., N. 10.34 f. S. 210; Schwenzer, N. 25 zu Art. 125 ZGB, mit Hinweisen).
Der gegenteilige Standpunkt der Berufungsklägerin, die Leistungen der
Lebenspartnerin des Berufungsbeklagten seien auf seiner Einnahmenseite zu
berücksichtigen, kann somit nicht geteilt werden (vgl. Urteil des
Bundesgerichts 5P.172/2002 vom 6. Juni 2002, E. 2.3.3, in: FamPra.ch 2002 S.
811). Ein Ausnahmefall, wo die Anrechnung nicht dem Willen des zuwendenden
Dritten widerspricht und die Zuwendung auf einer Unterstützungspflicht beruht
(z.B. BGE 128 III 161 Nr. 30), liegt hier offenkundig nicht vor.

Den obergerichtlichen Ausführungen lässt sich nicht entnehmen, dass abgesehen
von den soeben erwähnten Wohnkosten noch weitere Bedarfspositionen auf Seiten
des Berufungsbeklagten strittig gewesen wären (E. 1 S. 7 ff.). Das
Bezirksgericht hat denn auch festgehalten, die Berufungsklägerin habe die
geltend gemachten Beträge nicht grundsätzlich bestreiten lassen. Dazu gehören
die vom Berufungsbeklagten angegebenen, von der Arbeitgeberin nicht
übernommenen Ausbildungskosten von monatlich Fr. 245.-- ab August 2003 für
drei Jahre (E. 3.4.1 S. 16). Unter diesen Umständen und mangels
entsprechender Sachverhaltsrügen muss das Vorbringen, die Ausbildungskosten
von Fr. 245.-- hätten nicht bis Ende Juli 2006 berücksichtigt werden dürfen,
als neu und unzulässig gelten (Art. 55 Abs. 1 lit. c OG; vgl. BGE 125 III 305
E. 2e S. 311).

3.5 Die kantonalen Gerichte haben der Berufungsklägerin ein eigenes
Erwerbseinkommen angerechnet, das sich aus ihren Tätigkeiten als
Restauratorin von Gemälden und als Aushilfslehrerin für Französisch
zusammensetzt. Das Obergericht hat dazu festgehalten, die Berufungsklägerin
habe im bezirksgerichtlichen Verfahren ihr Einkommen von Fr. 2'000.-- als
Aushilfslehrerin nicht grundsätzlich in Frage gestellt. Aus ihren eigenen
Ausführungen - Bezahlung aufgelaufener Anwaltskosten von Fr. 9'500.-- bzw.
Fr. 20'000.--, Ersparnisse von ca. Fr. 10'000.-- und Einzahlung von monatlich
Fr. 500.-- für eine Lebensversicherung - erhelle, dass sie in den letzten
Jahren mit ihren Einkünften nicht nur ihren eigenen Bedarf und denjenigen der
beiden Kinder ausreichend habe decken können, sondern noch weitere Ausgaben
habe tätigen können. Dass ihre bisherigen Einnahmequellen inskünftig so
massiv versiegen würden, dass sie auf einen höheren Unterhaltsbeitrag des
Berufungsbeklagten angewiesen wäre, habe sie nicht rechtsgenügend
substantiiert. Zumindest habe sie es unterlassen, ihre Bemühungen um
zureichende Beschäftigung im Bereich Restaurationen und Französischunterricht
zu begründen, geschweige denn zu belegen. Bei dieser Sachlage könne ohne
weiteres von den zutreffend und korrekt prognostizierten zukünftigen
Einkommensverhältnissen der Berufungsklägerin ausgegangen werden. Dabei könne
sie mit ihrem Einwand, die Arbeitsmarktlage sei schlecht, nicht gehört
werden, zumal sie selber mit Bezug auf das zukünftige Einkommen des
Berufungsbeklagten auf eine gute Marktlage verwiesen habe (E. 6d S. 54 ff.
des angefochtenen Urteils).

Die zusätzlich angerechneten Fr. 742.-- aus Restaurationsarbeiten hat die
Berufungsklägerin erfolglos beim Kassationsgericht angefochten (E. 3 S. 5 ff.
des Zirkulationsbeschlusses). Vor Bundesgericht wendet sie ein, gemäss den
obergerichtlichen Feststellungen werde sie sich auch in Zukunft mit
unregelmässigen Aufträgen für Restaurierungen und unregelmässigen Aufträgen
als Hilfslehrerin begnügen müssen. Es sei gerichtsnotorisch, dass diese
Aufträge nicht besser, sondern im Gegenteil immer schlechter bezahlt,
insbesondere aber immer seltener würden, weil seit einiger Zeit die
öffentliche Hand aus Spargründen ständig Lehrerstellen abbaue, damit
Lehrerinnen entlasse oder Junglehrer nicht anstelle, so dass die Konkurrenz
für Hilfslehrerstellen immer grösser werde. Mit ihrem Alter von 51 Jahren und
ohne Diplom gerate sie offensichtlich ins Hintertreffen. Die obergerichtliche
Auffassung verletze Art. 125 Abs. 2 ZGB, und zwar Ziff. 4 ("Alter") und Ziff.
7 ("berufliche Ausbildung", "Erwerbsaussichten" und "Aufwand für die
berufliche Eingliederung"; vgl. S. 5 f. der Berufungsschrift).

Der Vergleich ihrer heutigen mit ihren Vorbringen im kantonalen Verfahren
verdeutlicht, dass die Berufungsklägerin hier nachzuholen versucht, was sie
dort vorzubringen versäumt hat. Das ist unzulässig (Art. 55 Abs. 1 lit. c
OG). Das Obergericht hat der Berufungsklägerin denn auch ausdrücklich eine
nicht rechtsgenügende Substantiierung vorgeworfen. Soweit die
Berufungsklägerin vor Bundesgericht auf "Gerichtsnotorietät" ausweicht, kann
ihr nicht gefolgt werden. Gerichtsnotorietät der kantonalen Letztinstanz ist
nicht
zwingend mit allgemeiner Lebenserfahrung gleichzusetzen, die im
Verfahren der Berufung überprüft werden könnte (z.B.
Urteile 5C.278/2000 vom
4. April 2001, E. 3d, in: ZBJV 138/2002 S. 37, und
5C.54/2001 vom 9. April
2001, E. 2a). Geht es um Stellen für Aushilfslehrkräfte in einer bestimmten
Region und insoweit um eine konkrete Arbeitsmarktsituation, beruht der
daherige Entscheid auf lokal notorischen Tatsachen, die für das Bundesgericht
verbindlich sind (Poudret/Sandoz-Monod, Commentaire de la loi fédérale
d'organisation judiciaire, II, Bern 1990, N. 4.2.1.8 zu Art. 63 OG; seither:
Urteil 5C.279/2002 vom 14. März 2003, E. 3.3, mit Hinweisen). Die Vorbringen
der Berufungsklägerin sind insoweit unzulässig, abgesehen davon, dass für
Sprachlehrkräfte, die ihre Kenntnisse im betreffenden Sprachraum erworben
haben oder gar von dort stammen, erfahrungsgemäss relativ gute
Berufsaussichten bestehen, wie das die Berufungsklägerin mit ihrer bisherigen
Arbeit an verschiedenen Stellen auch belegt hat. Der Vorwurf, das Obergericht
habe die Kriterien gemäss Art. 125 Abs. 2 Ziff. 7 ZGB bundesrechtswidrig
angewendet, erweist sich deshalb als unberechtigt. Da die Berufungsklägerin
bereits während der Ehe beruflich tätig war und in einer sog. Zuverdienstehe
gelebt hat, ist ihr Alter nicht entscheidend für die Beantwortung der
Rechtsfrage, ob ihr eine Ausdehnung der bisherigen Erwerbstätigkeit zumutbar
ist (vgl. Gloor/Spycher, Basler Kommentar, 2002, N. 11, und Schwenzer, N. 53,
je zu Art. 125 ZGB, mit Hinweisen).

3.6 Zu weiteren Kriterien wie Betreuungspflichten gegenüber Kindern,
Altersvorsorge u.ä., die den Entscheid über den nachehelichen Unterhalt
beeinflussen könnten, äussert sich die Berufungsklägerin nicht bzw. nicht in
einer den formellen Anforderungen genügenden Weise. Darauf ist nicht näher
einzugehen. Das Obergericht hat den Unterhaltsbeitrag anhand einer
Bedarfsrechnung mit Überschussverteilung festgesetzt (E. 1 hiervor). Gegen
die Zulässigkeit und Durchführung der Berechnung erhebt die Berufungsklägerin
wiederum keinerlei Einwände, so dass es sich auch in diesem Zusammenhang
erübrigt, Einzelfragen zu erörtern.

3.7 Aus den dargelegten Gründen bleibt die Berufung erfolglos, soweit sie
sich gegen die Bestimmung des nachehelichen Unterhalts richtet.

4.
Bezogen auf den Kinderunterhalt erneuert die Berufungsklägerin ihren Einwand,
die Kinderzulagen von je Fr. 195.-- im Unterhaltsbeitrag einzuschliessen und
nicht bloss zuzüglich zum Unterhaltsbeitrag zuzusprechen. Ihre Forderung
steht vor dem Hintergrund, dass der Berufungsbeklagte ab 2006 als
Selbstständigerwerbender tätig sein wird. Die Berufungsklägerin macht denn
auch geltend, die Aufstockung des Unterhaltsbeitrags um die Kinderzulagen
bedeute für den Berufungsbeklagten zur Zeit keine Mehrbelastung, aber auch im
nächsten Jahr nicht, weil er dann nach menschlichem Ermessen wesentlich mehr
verdienen werde und den Wegfall der Kinderzulagen auszugleichen vermöge (S. 4
f. der Berufungsschrift). Der Einwand erweist sich als unbegründet, weil der
Berufungsbeklagte gemäss den Annahmen des Obergerichts, die nicht beanstandet
werden können (E. 3.2 hiervor), ab 2006 gleichviel Einkommen haben wird wie
heute. Unter diesen Umständen fällt eine Erhöhung der Unterhaltsbeiträge
ausser Betracht (vgl. E. 7c S. 59 des angefochtenen Urteils). Die Berufung
muss auch in diesem Punkt abgewiesen werden, soweit darauf einzutreten ist.

5.
Die Berufungsklägerin unterliegt und wird damit kostenpflichtig (Art. 156
Abs. 1 OG). Ihrem Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege kann entsprochen
werden. Die gesetzlichen Voraussetzungen dazu sind erfüllt (Art. 152 OG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Berufung wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Das Gesuch der Berufungsklägerin um unentgeltliche Rechtspflege wird
gutgeheissen, und es wird ihr Rechtsanwalt Franz Schumacher als
unentgeltlicher Rechtsbeistand bestellt.

3.
Die Gerichtsgebühr von Fr. 2'000.-- wird der Berufungsklägerin auferlegt,
einstweilen indessen auf die Gerichtskasse genommen.

4.
Rechtsanwalt Franz Schumacher wird als unentgeltlichem Rechtsbeistand der
Berufungsklägerin aus der Bundesgerichtskasse ein Honorar von Fr. 2'000.--
ausgerichtet.

5.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Zürich, I.
Zivilkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 23. November 2005

Im Namen der II. Zivilabteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident:  Der Gerichtsschreiber: