Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

Schuldbetreibungs- und Konkurskammer 7B.132/2005
Zurück zum Index Schuldbetreibungs- und Konkurskammer 2005
Retour à l'indice Schuldbetreibungs- und Konkurskammer 2005


7B.132/2005 /bnm

Urteil vom 31. Oktober 2005
Schuldbetreibungs- und Konkurskammer

Bundesrichterin Hohl, Präsidentin,
Bundesrichter Meyer, Marazzi,
Gerichtsschreiber Möckli.

X. ________,
Beschwerdeführer,

gegen

Obergericht des Kantons Zug, Justizkommission, als Aufsichtsbehörde über
Schuldbetreibung und Konkurs, Aabachstrasse 3, 6301 Zug.

Einsetzung bzw. Nichtbestätigung der ausseramtlichen Konkursverwaltung bzw.
des Ersatzkonkursverwalters,

SchKG-Beschwerde gegen den Beschluss des Obergerichts des Kantons Zug,
Justizkommission, als Aufsichtsbehörde über Schuldbetreibung und Konkurs, vom
1. Juli 2005.

Sachverhalt:

A.
Die Bank Y.________ und die Bank Z.________ verpflichteten sich am 13. Juli
1999, den beiden zur V.________-Gruppe gehörenden, in A.________
domizilierten Gesellschaften V.________ AG und der W.________
Kreditfazilitäten in einer Gesamthöhe von maximal Fr. 277 Mio. zur Verfügung
zu stellen. In der Folge schied die Bank Z.________ aus, während elf andere
Banken dem Konsortium unter der Federführung der Bank Y.________ beitraten.

Am 21. Mai 2001 wurde über die V.________ AG und die W.________ der Konkurs
eröffnet. Die ersten Gläubigerversammlungen wählten die U.________ AG zur
ausseramtlichen Konkursverwaltung. In beiden Konkursverfahren wurde je ein
Gläubigerausschuss bestellt.

Nachdem die U.________ AG für die Prüfung und Durchsetzung von Ansprüchen im
Zusammenhang mit der Bank Y.________ in den Ausstand getreten war, bestellte
der Gläubigerausschuss am 23. April 2003 für diesen Aufgabenbereich
X.________ als Ersatzkonkursverwalter, namentlich zur Prüfung und allfälligen
Durchsetzung von paulianischen und von Verantwortlichkeitsansprüchen
gegenüber der Bank Y.________ sowie zur Kollokation ihrer Forderungseingaben.

B.
Am 25. November 2004 fanden in beiden Konkursverfahren die zweiten
Gläubigerversammlungen statt. Im Vorfeld wurden für beide Versammlungen Büros
bestellt. Dasjenige der V.________ AG entschied, dass den Konsortialbanken in
der Gläubigerversammlung je eine Stimme zukomme, mithin total zwölf Stimmen.
X.________ als Vorsitzender des Büros stellte sich auf die Standpunkte, das
Büro sei nicht rechtmässig zusammengesetzt gewesen und den Banken komme
insgesamt nur eine Stimme zu. Die Gläubigerversammlung beschloss daraufhin,
Doppelabstimmungen durchzuführen, einmal mit zwölf und einmal mit einer
Bankenstimme. In der Folge wurde unter Berücksichtigung von zwölf
Bankenstimmen die ausseramtliche Konkursverwaltung U.________ AG in ihrem Amt
bestätigt, während X.________ als Ersatzkonkursverwalter nicht bestätigt,
sondern an dessen Stelle S.________ gewählt wurde. Unter Berücksichtigung von
nur einer Bankenstimme ergab sich Stimmengleichheit, wobei die ausseramtliche
Konkursverwaltung U.________ AG mit ihrem Stichentscheid bestätigt wurde;
ebenso wurde X.________ als Ersatzkonkursverwalter bestätigt. Gegen diese
Wahlbeschlüsse sowie gegen den Beschluss des Büros bezüglich der
Stimmberechtigung reichte X.________ am 29. November 2004 beim Obergericht
des Kantons Zug, Justizkommission, als Aufsichtsbehörde über Schuldbetreibung
und Konkurs (nachfolgend Aufsichtsbehörde), Beschwerde gemäss Art. 17 SchKG
ein. Am 30. November 2004 reichten ebenfalls die Gläubigerausschüsse der
V.________ AG und der W.________ und am 6. Dezember 2004 T.________ eine
Beschwerde ein.
Das Büro der W.________ kam (in anderer Zusammensetzung als dasjenige der
V.________ AG) zum Schluss, dass den Konsortialbanken lediglich eine Stimme
zustehe. In der Folge wurden auf entsprechenden Antrag auch hier
Doppelabstimmungen durchgeführt. In beiden Varianten wurde die U.________ AG
als ausseramtliche Konkursverwaltung nicht bestätigt und als neue
ausseramtliche Konkursverwaltung X.________ gewählt. Im Hinblick auf eine
allfällige Anfechtung dieses Beschlusses wurde X.________ in beiden
Variantenabstimmungen als Ersatzkonkursverwalter bestätigt. Gegen diese
Wahlbeschlüsse hat die U.________ AG am 6. Dezember 2004 Beschwerde gemäss
Art. 17 SchKG eingereicht.
Im Rahmen der Vernehmlassung zu dieser Beschwerde reichte der
Gläubigerausschuss der W.________ der Aufsichtsbehörde eine Vereinbarung
zwischen X.________ und den beiden Gläubigerausschüssen vom 25. Januar 2005
ein, worin die Parteien mit Blick auf die Rücktrittsabsichten der U.________
AG um gemeinsame Einsetzung von X.________ und von S.________ als
Konkursverwalter in beiden Verfahren und um Aufhebung sämtlicher Beschlüsse
der zweiten Gläubigerversammlungen ersuchten, soweit diese nicht durch den
Rücktritt der U.________ AG gegenstandslos würden; die Vereinbarung war von
sämtlichen Mitgliedern der Gläubigerausschüsse sowie von X.________ und
S.________ unterzeichnet. Gleichentags teilte T.________ der Aufsichtsbehörde
mit, dass sie von dieser Vereinbarung gehört habe und damit einverstanden
sei.
Mit Eingabe vom 15. Februar 2005 teilte die U.________ AG der
Aufsichtsbehörde mit, dass sie sich entschlossen habe, auf einen noch
festzusetzenden Termin bzw. im Rahmen einer abgesprochenen Übergaberegelung
als ausseramtliche Konkursverwaltung zurückzutreten. Die Verwaltung für beide
Konkursmassen sei S.________ oder allenfalls dem Konkursamt des Kantons Zug
zu übertragen.

C.
Mit Beschluss vom 1. Juli 2005 stellte die Aufsichtsbehörde nach eingehenden
Erwägungen (E. 2) fest, dass auf sämtliche Beschwerden nicht eingetreten
werden könne bzw. diese gegenstandslos geworden seien oder kein
Rechtsschutzinteresse (mehr) an ihnen bestehe (E. 3). Ausgehend von der
Rücktrittserklärung der U.________ AG führte sie weiter aus, weshalb
ungeachtet der grundsätzlichen Kompetenz der Gläubigerversammlung zur
Bestellung einer neuen Konkursverwaltung eine direkte Einsetzung durch die
Aufsichtsbehörde unabdingbar sei (E. 4a-4c), und hielt fest, auch die
amtierenden Konkursorgane seien darin einig, dass die Einsetzung auf
aufsichtsrechtlichem Weg erfolgen soll (E. 4d). Sodann erwog die
Aufsichtsbehörde, Einigkeit herrsche mit Bezug auf die Person von S.________,
der auch bestens ausgewiesen sei (E. 4e). Demgegenüber bestehe bei X.________
der objektive Anschein von Befangenheit, weshalb von dessen Einsetzung als
ausseramtlichem Konkursverwalter abzusehen sei, was freilich nicht
ausschliesse, dass die neu eingesetzte Konkursverwaltung ihn aufgrund seines
Wissens weiterhin in Anspruch nehme (E. 4f und 4g). Demnach sei S.________ in
beiden Verfahren aufsichtsrechtlich als ausseramtlicher Konkursverwalter
einzusetzen (E. 5).

Gestützt auf diese Erwägungen trat die Aufsichtsbehörde auf die vier
Beschwerden nicht ein, bzw. schrieb sie als gegenstandslos ab (Ziff. 1), hob
die Beschlüsse der Gläubigerversammlungen vom 25. November 2004 kraft ihrer
Aufsichtsfunktion auf, soweit sie die Wahl bzw. Bestätigung der
ausseramtlichen Konkursverwaltungen und Ersatzkonkursverwaltungen betrafen
(Ziff. 2), und setzte in beiden Konkursverfahren auf einen noch zu
bestimmenden Zeitpunkt S.________ als neuen ausseramtlichen Konkursverwalter
ein (Ziff. 3).

D.
Gegen diesen Beschluss hat X.________ sowohl staatsrechtliche Beschwerde als
am 18. Juli 2005 auch SchK-Beschwerde eingereicht, Letztere mit den Anträgen,
Ziff. 1-3 des angefochtenen Beschlusses seien aufzuheben, soweit er als
Ersatzkonkursverwalter betroffen sei, der Beschwerde sei die aufschiebende
Wirkung zu erteilen, es seien die vorinstanzlichen Akten sowie diejenigen der
zweiten Gläubigerversammlungen beizuziehen und es seien von S.________ sowie
den Gläubigerausschüssen Vernehmlassungen einzuholen.
Mit Verfügung vom 3. August 2005 wurde der Beschwerde die aufschiebende
Wirkung erteilt.

In ihrer Vernehmlassung vom 26. August 2005 verlangte die U.________ AG die
Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei, während S.________
und die Gläubigerausschüsse in ihren Eingaben vom 22. August 2005 bzw. 1.
September 2005 eine gemeinsame Konkursverwaltung durch X.________ und
S.________ als sinnvoll erachteten, ohne jedoch eigentliche Anträge zu
stellen.

Mit Urteil heutigen Datums ist die II. Zivilabteilung des Bundesgerichts auf
die konnexe staatsrechtliche Beschwerde nicht eingetreten.

Die Kammer zieht in Erwägung:

1.
1.1 Von vornherein nicht eingetreten werden kann auf die Beschwerde insoweit,
als der Beschwerdeführer die Verletzung verfassungsmässiger Rechte geltend
macht (das Recht auf Vernehmlassung sei nur der Bank Y.________ erteilt
worden, Art. 8 BV; sinngemäss auch willkürliche Beweiswürdigung, Art. 9 BV,
und Gehörsverletzung, Art. 29 BV). Hierfür wäre grundsätzlich die
staatsrechtliche Beschwerde vorbehalten, wobei diese im vorliegenden Fall
nicht offen steht (vgl. im Einzelnen Urteil 5P.313/2005, E. 4.2).

1.2 Nicht einzutreten ist auf die Beschwerde auch insofern, als die Aufhebung
von Ziff. 1 des angefochtenen Entscheids (Nichteintreten auf bzw.
Gegenstandsloserklärung der kantonalen Beschwerden) beantragt wird, führt
doch der Beschwerdeführer entgegen seiner Begründungspflicht nicht im Ansatz
aus, welche Bundesrechtssätze und inwiefern diese durch den angefochtenen
Entscheid verletzt sind (Art. 79 Abs. 1 OG).

Mit Bezug auf die V.________ AG hat die Aufsichtsbehörde die
Gegenstandslosigkeit der Beschwerde damit begründet, dass die Wahl eines
Ersatzkonkursverwalters nur insoweit nötig und angezeigt gewesen sei, als die
U.________ AG in den Ausstand habe treten müssen, weshalb mit deren Rücktritt
die Funktion eines Ersatzkonkursverwalters obsolet geworden sei. Ficht nun
der Beschwerdeführer diese Gegenstandsloserklärung nicht in gehöriger Weise
an, ist in der Sache selbst (dazu E. 3) auf seine Einwände nicht mehr
zurückzukommen, soweit er in seiner Funktion als vormaliger
Ersatzkonkursverwalter der V.________ AG betroffen ist (vgl. auch E. 2).

1.3 Weil niemand einen Anspruch auf Einsetzung als ausseramtlicher
Konkursverwalter hat und diesbezüglich kein hinreichendes
Rechtsschutzinteresse besteht (BGE 112 III 67 E. 2b S. 72), kann auf die
Beschwerde schliesslich nicht eingetreten werden, soweit die Aufhebung von
Ziff. 3 (Einsetzung allein von S.________ als Konkursverwalter) verlangt
wird.

2.
Zumindest faktisch bewirkt die Neueinsetzung einer (anderen)
Konkursverwaltung die Absetzung des Beschwerdeführers als ausseramtlichen
Konkursverwalter; die Aufsichtsbehörde hat denn die entsprechenden
Wahlbeschlüsse in Ziff. 2 des Dispositivs auch explizit aufgehoben.
Diesbezüglich ist die Beschwerdelegitimation näher zu prüfen.

2.1 Der Beschwerde lässt sich nicht schlüssig entnehmen, wieweit Ziff. 2 des
vorinstanzlichen Beschlusses überhaupt angefochten sein soll. Obwohl die
Aufsichtsbehörde die Wahlbeschlüsse der Gläubigerversammlungen vom 25.
November 2004 in ihrer Gesamtheit aufgehoben hat, beantragt der
Beschwerdeführer die Aufhebung nur, soweit er als Ersatzkonkursverwalter der
V.________ AG betroffen sei, worauf aber nicht mehr zurückzukommen ist (vgl.
E. 1.2). Aus seinen Ausführungen ergibt sich klar, dass er mit der faktischen
Absetzung als Konkursverwalter der W.________ nicht einverstanden ist. Zumal
zwischen sämtlichen aufsichtsrechtlichen Massnahmen eine Sacheinheit besteht,
rechtfertigt es sich deshalb, trotz fehlender Kongruenz zwischen Anträgen und
Begründung die Absetzung als Konkursverwalter der W.________ als
Beschwerdeobjekt zu behandeln.

2.2 Mit Beschwerde gemäss Art. 19 Abs. 1 SchKG kann jeder Entscheid
angefochten werden, mit dem die kantonale Aufsichtsbehörde über Begehren
befindet, die gegen eine Massnahme der Betreibungs- oder Konkursbehörden
gerichtet sind, oder mit dem sie selbst eine Massnahme anordnet (BGE 128 III
156 E. 1c; 129 III 400 E. 1.1). Ausgehend von dieser Definition hat das
Bundesgericht befunden, dass ein Dritter, dem als Hilfsperson des
Betreibungsamtes die Verwaltung einer Liegenschaft oblag, gegen die Auflösung
des betreffenden Auftrages Beschwerde im Sinn von Art. 19 SchKG erheben kann
(BGE 129 III 400). Ebenso ist der ausseramtliche Konkursverwalter zur
Beschwerde legitimiert, wenn der Entscheid in die eigenen materiellen oder
persönlichen Interessen eingreift (BGE 119 III 4 E. 1), insbesondere, wenn er
seine Entschädigung betrifft (BGE 130 III 611 E. 1.1 S. 614; Amonn/Walther,
Grundriss des Schuldbetreibungs- und Konkursrechts, 7. Aufl., § 6 N. 79).
Folglich kann sich der Beschwerdeführer mit Beschwerde gegen die faktische
Absetzung als ausseramtlicher Konkursverwalter zur Wehr setzen (BGE 128 III
156 E. 1c S. 158 unten; vgl. auch BGE 119 III 118 E. 4 S. 122).

Nicht einschlägig ist die von der U.________ AG geltend gemachte
Rechtsprechung, wonach die Konkursverwaltung nur dann zur Beschwerde ans
Bundesgericht legitimiert ist, wenn sie Interessen der Konkursmasse oder
fiskalische Interessen des Staates vertritt (BGE 108 III 79; 116 III 32 E.
1). Diese Rechtsprechung betrifft den Fall, dass ein Betreibungs- oder
Konkursorgan selbst eine Verfügung erlassen hat und diese von der kantonalen
Aufsichtsbehörde auf Beschwerde hin aufgehoben wird. Vorliegend hat jedoch
die kantonale Aufsichtsbehörde kraft ihrer Aufsichtsfunktion eine ausserhalb
des seinerzeitigen Verfahrensgegenstandes liegende Massnahme getroffen,
welche unmittelbar die eigenen materiellen und persönlichen Interessen des
Beschwerdeführers berührt; diesfalls ist er - wie ausgeführt - zur Beschwerde
legitimiert.

2.3 Als Zwischenergebnis ist festzuhalten, dass auf die Beschwerde insofern
grundsätzlich eingetreten werden kann, als der Beschwerdeführer die faktische
Absetzung als ausseramtlicher Konkursverwalter von der W.________ rügt.
Diesbezüglich kann er Gesetzesverletzungen und Überschreitungen bzw.
Missbrauch des Ermessens rügen (Art. 19 Abs. 1 SchKG).

3.
Der Beschwerdeführer behauptet unrichtige Tatsachenfeststellungen (dazu E.
3.2) und macht eine Verletzung von Art. 20a Abs. 2 Ziff. 2 SchKG (dazu E.
3.3) sowie Ermessensmissbrauch geltend (dazu E. 3.4). Sodann rügt er eine
Verletzung von Art. 10 Abs. 1 Ziff. 4 SchKG (dazu E. 3.5).
3.1 Im Zusammenhang mit der Absetzung ist vorab zu bemerken, dass der
Beschwerdeführer nicht etwa eine Verletzung von Art. 237 Abs. 2 i.V.m. Art.
253 Abs. 2 SchKG (grundsätzliche Zuständigkeit der Gläubigerversammlung zur
Wahl der Konkursverwaltung) geltend macht, sondern im Gegenteil das
aufsichtsrechtliche Einschreiten - das er im Übrigen in der von ihm
mitunterzeichneten Vereinbarung vom 25. Januar 2005 selbst verlangt hat -
anerkennt und ein gleiches Vorgehen auch vom Bundesgericht wünscht. Die
Kompetenzattraktion der kantonalen Aufsichtsbehörde wird zwar in der
Vernehmlassung der Gläubigerausschüsse sinngemäss kritisiert. Indes hätten
diese selbst Beschwerde erheben können; im Rahmen der Vernehmlassung lässt
sich der Beschwerdegegenstand nicht ausdehnen.

3.2 Der Beschwerdeführer hatte im kantonalen Verfahren mehrmals Gelegenheit
(Beschwerde, Ergänzung und Noveneingabe in Sachen V.________ AG;
Vernehmlassung als Vertreter des Büros zur Beschwerde der T.________;
Vernehmlassung, Noveneingabe und Duplik zur Beschwerde der U.________ AG in
Sachen der W.________), Sachbehauptungen vorzubringen und Beweismittel
einzureichen, weshalb er nicht zu hören ist, soweit er den Sachverhalt aus
eigener Sicht schildert und eine unrichtige Tatsachenfeststellung behauptet
(Art. 79 Abs. 1 OG). Vielmehr hat das Bundesgericht seiner Entscheidung die
Feststellungen der letzten kantonalen Instanz über die tatsächlichen
Verhältnisse zugrunde zu legen (Art. 63 Abs. 2 i.V.m. Art. 81 SchKG). Möglich
wäre einzig das Anbringen offensichtlicher Versehen im Sinn von Art. 63 Abs.
2 OG, was der Beschwerdeführer jedoch nicht geltend macht (BGE 120 III 32 E.
3b S. 36).

3.3 Im Zusammenhang mit der (angeblich krass falschen)
Sachverhaltsfeststellung rügt der Beschwerdeführer eine Verletzung der
Untersuchungsmaxime, wie sie in Art. 20a Abs. 2 Ziff. 2 SchKG für das
kantonale Verfahren vorgesehen ist.

Entgegen der sinngemässen Darstellung des Beschwerdeführers ist die
Untersuchungsmaxime weder mit der Beweiswürdigung noch mit dem rechtlichen
Gehör gleichzusetzen. Vielmehr bedeutet Sachverhaltsermittlung von Amtes
wegen, dass die urteilende Behörde nicht an die Beweisanträge der Parteien
gebunden ist, sondern von sich aus Beweise erheben darf (Rehbinder, Berner
Kommentar N. 22 zu Art. 343 OR; Higi, Zürcher Kommentar, N. 60 zu Art. 274d
OR) und Tatsachen in den Prozess einbeziehen kann, die von niemandem
behauptet worden sind (BGE 107 II 233 E. 2b S. 236; Cometta, in Kommentar zum
SchKG, Band I, N. 26 zu Art. 20a SchKG). Zudem muss die Behörde prüfen, ob
die Vorbringen der Parteien schlüssig sind, und sie ist verpflichtet,
allfällige Lücken zu schliessen (Brönnimann, Gedanken zur
Untersuchungsmaxime, in: ZBJV 1990, S. 354), soweit sie an der
Vollständigkeit Zweifel haben muss (BGE 107 II 233 E. 2c S. 236). Für die
Untersuchungsmaxime gemäss Art. 20a Abs. 2 Ziff. 2 SchKG ist schliesslich in
einem einschränkenden Sinn zu beachten, dass die Erhebungen der
Aufsichtsbehörde in einem vernünftigen Rahmen bleiben sollen (BGE 123 III 328
E. 3).

Von der Sache her stellen die Vorbringen des Beschwerdeführers zum grössten
Teil Gehörsrügen und Kritik an den kantonalen Sachverhaltsfeststellungen bzw.
an der Beweiswürdigung dar, wie sie im Beschwerdeverfahren vor Bundesgericht
unzulässig sind (dazu E. 1). Dies gilt insbesondere für die - ohnehin die
V.________ AG betreffenden - Vorbringen im Zusammenhang mit den Vorgängen in
den Büros der Gläubigerausschüsse und der Bevollmächtigung von Q.________,
aber auch für die Behauptung, die Aufsichtsbehörde habe es unterlassen, ihrem
Entscheid die vor einem Jahr vorgenommenen Veränderungen betreffend
Prozessführung zugrunde zu legen, zumal der Beschwerdeführer anbringt, die
richtigen Verhältnisse wären aus den Parteivorbringen hervorgegangen, und
deshalb nicht ersichtlich ist, welche weiteren Abklärungen die
Aufsichtsbehörde diesbezüglich hätte treffen müssen. Keine Frage der
Untersuchungsmaxime, sondern eine solche des rechtlichen Gehörs ist auch das
Vorbringen, nach der Eingabe der Vereinbarung vom 25. Januar 2005 hätte eine
erneute Anhörung stattfinden müssen, zumal der Beschwerdeführer nicht
darlegt, inwiefern und wozu sich diesbezüglich weitere
Sachverhaltsabklärungen aufgedrängt hätten. Nicht Sachverhalts-, sondern
Rechtsfrage ist die Stimmkraft der Konsortialbanken, weshalb Art. 20a Abs. 2
Ziff. 2 SchKG in diesem Zusammenhang von vornherein nicht verletzt sein kann.
Das Vorbringen, die Ausführungen der U._______ AG hätten nicht beachtet
werden dürfen, weil diese infolge Ausübung eines Gestaltungsrechts
ausgeschieden sei, geht - abgesehen vom Umstand, dass diese erst auf einen
noch zu bestimmenden Zeitpunkt zurücktreten wird - schon deshalb fehl, weil
die Untersuchungsmaxime die Anhörung Dritter nicht ver-, sondern unter
Umständen gerade gebietet. Nicht einzutreten ist im Übrigen auf die
allgemeine Kritik an der Bank Y.________ und der U.________ AG.

Insgesamt ergibt sich, dass die in Art. 20a Abs. 2 Ziff. 2 SchKG statuierte
Untersuchungsmaxime nicht verletzt ist.

3.4 In verschiedenster Hinsicht wirft der Beschwerdeführer der
Aufsichtsbehörde Ermessensmissbrauch vor. Was er diesbezüglich vorbringt,
stellt jedoch wiederum zum grössten Teil Kritik an der kantonalen
Sachverhaltsfeststellung bzw. Beweiswürdigung dar; darauf ist nicht
einzutreten. Nicht ersichtlich ist im Übrigen, inwiefern die Aufsichtsbehörde
ihr Ermessen dadurch missbraucht haben könnte, dass sie das angeblich gegen
den Beschwerdeführer gerichtete rechtsmissbräuchliche Vorgehen der
Konsortialbanken bzw. der Bank Y.________ bei der Stimmabgabe geschützt haben
soll, zumal die Klärung der Stimmrechtsfrage für die von der Aufsichtsbehörde
getroffenen Massnahmen nicht von Belang war. Ebenso wenig ist ersichtlich,
inwiefern die Aufsichtsbehörde in missbräuchlicher Weise auf die Ausführungen
der U.________ AG abgestellt haben soll; entgegen den sinngemässen Vorbringen
kann Ermessensmissbrauch jedenfalls nicht allein deshalb vorliegen, weil die
Aufsichtsbehörde im Ergebnis Massnahmen getroffen hat, die nicht den Anträgen
des Beschwerdeführers, sondern denjenigen einer anderen Verfahrenspartei
entsprechen.

3.5 Ausgehend von ihren Sachverhaltsfeststellungen bzw. ihrer Beweiswürdigung
(Interessenkonflikte insofern, als X.________ zum Bevollmächtigen der
K.________, die ihre Ansprüche in gewissem Umfang aus der Abtretung von
Ansprüchen der T.________ herleite, geworden sei und damit indirekt auch die
Interessen einer Konkursgläubigerin vertreten habe; Vorkommnisse rund um die
Wahlbeschlüsse, namentlich gezielte Suche eines Gläubigervertreters, der sich
für die Variante mit einer Konsortialbankenstimme aussprechen würde, sowie
Anweisung an Frau R.________, dem betreffenden Vertreter die Vollmacht zu
entziehen, nachdem sich dieser für die Variante mit zwölf Stimmen stark
gemacht hatte) hat die Aufsichtsbehörde den Beschwerdeführer als befangen
betrachtet, und aufgrund des engen Sachzusammenhanges hat sie in beiden
Verfahren von seiner Einsetzung als Konkursverwalter abgesehen.

Der Aufsichtsbehörde kommt beim Erlass aufsichtsrechtlicher Massnahmen ein
weites Ermessen zu. Das Bundesgericht kann folglich einzig überprüfen, ob
dieses überschritten oder missbraucht worden ist (Art. 19 Abs. 1 SchKG; vgl.
auch BGE 97 III 121 E. 5; 119 III 118 E. 4). Dies wäre der Fall, wenn die
Aufsichtsbehörde Gesichtspunkte berücksichtigt hat, die keine Rolle hätten
spielen dürfen, oder wenn sie umgekehrt rechtserhebliche Umstände ausser Acht
gelassen hat; aufzuheben und zu korrigieren sind ausserdem
Ermessensentscheide, die sich im Ergebnis als offensichtlich unbillig, als in
stossender Weise ungerecht erweisen (vgl. BGE 126 III 223 E. 4 S. 228).
Ausgehend von den obigen Ausführungen, wonach auf den Sachverhalt abzustellen
ist, wie ihn die kantonale Aufsichtsbehörde festgestellt hat, fallen die
Rügen des Beschwerdeführers in sich zusammen, zumal die Aufsichtsbehörde auch
bei der Anwendung von Art. 10 Abs. 1 Ziff. 4 SchKG als typischer Blankettnorm
auf ihr Ermessen verwiesen ist (Art. 4 ZGB) und der Beschwerdeführer mit
Recht nicht geltend macht, Art. 10 Abs. 1 SchKG stehe vom Grundsatz her in
keinem Zusammenhang mit der Einsetzung von Konkursorganen, sondern betreffe
allein die Frage, wann das eingesetzte Organ bei einzelnen Geschäften in den
Ausstand treten müsse.
Ob im Übrigen eine gemeinsame Konkursverwaltung die sinnvollste Lösung wäre,
wie der Beschwerdeführer vorbringt, kann offen bleiben; das Ermessen ist
nicht bereits deshalb überschritten oder missbraucht, weil andere Massnahmen
möglicherweise zweckmässiger wären (vgl. BGE 128 II 259 E. 5 S. 280 f.; 129 I
9 E. 2.1). Jedenfalls durfte die Aufsichtsbehörde zu Recht feststellen, dass
die beiden Konkursverfahren grundsätzlich auch von einer einzigen
Konkursverwaltung abgewickelt werden können.

4.
Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde abzuweisen ist, soweit
darauf eingetreten werden kann. Im Beschwerdeverfahren werden weder
Gerichtskosten noch Parteientschädigungen gesprochen (Art. 20a Abs. 1 SchKG
und Art. 62 Abs. 2 GebV SchKG).

Demnach erkennt die Kammer:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, dem Obergericht des Kantons Zug,
Justizkommission, als Aufsichtsbehörde über Schuldbetreibung und Konkurs,
S.________, der U.________ AG sowie den Gläubigerausschüssen der V.________
AG und der W.________ schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 31. Oktober 2005

Im Namen der Schuldbetreibungs- und Konkurskammer
des Schweizerischen Bundesgerichts

Die Präsidentin:  Der Gerichtsschreiber: