Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

II. Öffentlich-rechtliche Abteilung 2P.198/2006
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2P.198/2006 /zga

Urteil vom 9. Mai 2007
II. öffentlich-rechtliche Abteilung

Bundesrichter Merkli, Präsident,
Bundesrichter Hungerbühler, Müller,
Gerichtsschreiber Häberli.

X. ________,
Beschwerdeführer, vertreten durch Fürsprecher Marcus Sartorius,

gegen

Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern, Rathausgasse 1, 3011
Bern,
Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Verwaltungsrechtliche Abteilung,
Speichergasse 12, 3011 Bern.

Art. 27 BV (Berufsausübungsbewilligung als Heilpraktiker),

Staatsrechtliche Beschwerde gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des
Kantons Bern, Verwaltungsrechtliche Abteilung, vom 3. Juli 2006.

Sachverhalt:

A.
Das am 2. Dezember 1984 erlassene Gesundheitsgesetz des Kantons Bern (GesG)
sah zunächst eine generelle Bewilligungspflicht für die Berufe des
Gesundheitswesens vor. Diese galt sowohl für die eigentlichen Medizinalberufe
gemäss Art. 25 GesG (Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, Apotheker und Hebammen) als
auch für die "anderen Berufe des Gesundheitswesens", welche in Art. 38 Abs. 1
GesG aufgezählt wurden (Art. 14 GesG in seiner ursprünglichen Fassung).
Tätigkeiten, für welche das Gesetz keine Bewilligung vorsah, durften
grundsätzlich nicht selbständig ausgeübt werden (vgl. Entscheid des Berner
Verwaltungsgerichts vom 9. November 1992, in: BVR 1993 S. 410, E. 6).

B.
Die am 1. Januar 2002 in Kraft getretene Änderung des Gesundheitsgesetzes
unterstellt neu nur noch jene Tätigkeiten des Gesundheitswesens der
Bewilligungspflicht, "für die aus Gründen der Qualitätssicherung für den
Gesundheitsschutz erhöhte Anforderungen gestellt werden müssen" (Art. 15 Abs.
1 GesG in der Fassung vom 6. Februar 2001). Dabei ist es Sache des
Regierungsrats, die einzelnen bewilligungspflichtigen Tätigkeiten zu
bezeichnen (Art. 15 Abs. 2 GesG in der Fassung vom 6. Februar 2001). Dieser
hat am 24. Oktober 2001 die Verordnung über die beruflichen Tätigkeiten im
Gesundheitswesen (Gesundheitsverordnung; GesV) erlassen, welche insbesondere
auch die Tätigkeit des Heilpraktikers der Bewilligungspflicht unterstellt
(Art. 2 lit. q GesV).

C.
X.________ ist offenbar bereits seit dem Jahr 1989 in A.________ als
Heilpraktiker mit eigener Praxis tätig. Am 6. Februar 2004 ersuchte er - auf
behördliche Aufforderung hin - um Erteilung einer Berufsausübungsbewilligung.
Weil er den Nachweis einer genügenden Fachausbildung nicht zu erbringen
vermochte, wurde sein Gesuch vom Berner Kantonsarztamt abgewiesen (Verfügung
vom 8. Juni 2005). Gegen diesen Entscheid beschwerte sich X.________
erfolglos bei der Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern
(Entscheid vom 10. Januar 2006) und anschliessend beim Verwaltungsgericht des
Kantons Bern (Urteil vom 3. Juli 2006).

D.
Am 2. August 2006 hat X.________ beim Bundesgericht staatsrechtliche
Beschwerde eingereicht mit dem Antrag, den angefochtenen Entscheid aufzuheben
und die kantonale Gesundheits- und Fürsorgedirektion anzuweisen, ihm die
Berufsausübungsbewilligung als Heilpraktiker zu erteilen. Er rügt
insbesondere eine Verletzung der Wirtschaftsfreiheit (Art. 27 BV).
Das Verwaltungsgericht des Kantons Bern schliesst auf Abweisung der
Beschwerde, während sich die Gesundheits- und Fürsorgedirektion nicht hat
vernehmen lassen.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Auf das vorliegende Verfahren findet noch das bis Ende 2006 geltende
Bundesgesetz vom 16. Dezember 1943 über die Organisation der
Bundesrechtspflege (OG) Anwendung (vgl. Art. 132 Abs. 1 des am 1. Januar 2007
in Kraft getretenen Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht
[BGG; SR 173.110]).

1.2 Angefochten ist ein kantonal letztinstanzlicher Endentscheid, der sich
auf kantonales Recht stützt und gegen den auf Bundesebene deshalb nur die
staatsrechtliche Beschwerde offen steht (Art. 86 Abs. 1 und Art. 87 in
Verbindung mit Art. 84 Abs. 2 OG). Als in seiner Wirtschaftsfreiheit
betroffener (vgl. E. 2) abgewiesener Gesuchsteller ist der Beschwerdeführer
zu diesem Rechtsmittel legitimiert (vgl. Art. 88 OG).

1.3 Die staatsrechtliche Beschwerde muss die wesentlichen Tatsachen und eine
kurz gefasste Darlegung darüber enthalten, welche verfassungsmässigen Rechte
bzw. welche Rechtssätze inwiefern durch den angefochtenen Entscheid verletzt
worden sein sollen (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG). Das Bundesgericht untersucht
nicht von Amtes wegen, ob ein kantonaler Hoheitsakt verfassungsmässig ist,
sondern prüft nur rechtsgenügend vorgebrachte, klar erhobene und, soweit
möglich, belegte Rügen (BGE 110 Ia 1 E. 2 S. 3 f.; 119 Ia 197 E. 1d S. 201,
mit Hinweisen). Soweit die Beschwerdeschrift diesen Anforderungen nicht
genügt und sich in appellatorischer Kritik erschöpft, ist auf sie nicht
einzugehen.

1.4 Nicht einzutreten ist auf die staatsrechtliche Beschwerde ferner
insoweit, als der Beschwerdeführer - über die Aufhebung des angefochtenen
Entscheids hinausgehend - verlangt, die kantonalen Behörden seien anzuweisen,
ihm die Berufsausübungsbewilligung als Heilpraktiker zu erteilen. Gegenstand
des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht bildete lediglich die Frage der
genügenden Fachausbildung des Beschwerdeführers. Die übrigen gesetzlichen
Voraussetzungen für die Erteilung einer Berufsausübungsbewilligung (vgl.
insb. Art. 15b GesG) wurden damit nicht abschliessend beurteilt, weshalb eine
Bewilligungserteilung unmittelbar gestützt auf eine allfällige Gutheissung
der vorliegenden staatsrechtlichen Beschwerde nicht in Frage kommen kann.

2.
Der Beschwerdeführer kann sich für seine selbständige Tätigkeit als
Heilpraktiker auf die Wirtschaftsfreiheit (Art. 27 BV) berufen, welche
insbesondere auch den freien Zugang zu einer privatwirtschaftlichen
Erwerbstätigkeit und deren freie Ausübung garantiert. Dabei steht ausser
Frage, dass die kantonalen Behörden die Zulassung zur Berufsausübung im
(öffentlichen) Interesse des Gesundheitsschutzes von der beruflichen Eignung
des Bewerbers abhängig machen dürfen. Das aus der Verweigerung der
Berufsausübungsbewilligung resultierende Berufsverbot stellt für den
Beschwerdeführer, der offenbar seine Praxis in A.________ seit dem Jahre 1989
führt, einen schweren Eingriff in die Wirtschaftsfreiheit dar. Darum ist hier
frei zu prüfen, ob es - wie in der Beschwerdeschrift geltend gemacht - an
einer genügenden gesetzlichen Grundlage für die Bewilligungsverweigerung
fehlt, auch wenn das Bundesgericht die Anwendung und Auslegung des kantonalen
Rechts ansonsten nur unter dem Gesichtswinkel des Willkürverbots beurteilt
(vgl. BGE 123 I 313 E. 2b S. 317). Unabhängig von der Schwere des Eingriffs
prüft das Bundesgericht mit freier Kognition, ob bezüglich einer bestimmten
Massnahme das öffentliche Interesse gegeben und der Grundsatz der
Verhältnismässigkeit gewahrt ist (BGE 124 I 80 E. 2c S. 81 f.).

3.
Der Beschwerdeführer wendet sich nicht gegen die Bewilligungspflicht als
solche; er beanstandet lediglich in verschiedener Hinsicht die Regelung der
fachlichen Voraussetzungen für die Erteilung der Berufsausübungsbewilligung
als Heilpraktiker bzw. das angebliche Fehlen einer Übergangsbestimmung.

3.1 Das Gesundheitsgesetz verlangt als Voraussetzung für die Erteilung einer
Berufsausübungsbewilligung unter anderem einen anerkannten Fähigkeitsausweis
(Art. 15b Abs. 1 lit. a GesG). Zuständig zum Erlass der
Ausführungsbestimmungen hinsichtlich der Zulassung zu den Tätigkeiten des
Gesundheitswesens ist der Regierungsrat (Art. 21 Abs. 1 GesG). Dieser hat in
der Gesundheitsverordnung näher geregelt, welche Fachausweise für die
Ausübung der einzelnen Berufe vorausgesetzt werden.

3.1.1 Als Arzt, Zahnarzt und Apotheker werden nur Inhaber eines einschlägigen
eidgenössischen Diploms zur Berufsausübung zugelassen (vgl. Art. 16, Art. 18
und Art. 20 GesV). Im Bereich der kantonal geregelten, etablierten Berufe des
Gesundheitswesens (Chiropraktoren, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten,
Hebammen, Pflegefachleute, Rettungssanitäter, Ernährungsberater,
Dentalhygieniker) wird der Besitz eines Diploms vorausgesetzt, welches
gestützt auf die interkantonale Vereinbarung vom 18. Februar 1993 über die
Anerkennung von Ausbildungsabschlüssen anerkannt ist (vgl. Art. 22, Art. 26,
Art. 28, Art. 30, Art. 32, Art. 40, Art. 42 und Art. 46 GesV).

3.1.2 Für die Berufe der Komplementärmedizin - einschliesslich der Tätigkeit
als Heilpraktiker - gibt es keine bundesrechtlich oder interkantonal
normierten Fachausweise und keine einheitlich geregelten Lehrgänge. So ist
denn auch keine klare Definition der Tätigkeit des (Natur-)Heilpraktikers
ersichtlich; diese scheint eine grosse Vielfalt von unterschiedlichen
Behandlungsmethoden zu umfassen (vgl. Art. 47 GesV; vgl. auch Max Künzi,
Komplementärmedizin und Gesundheitsrecht, Basel 1996, S. 4 ff.). Die
Ausbildung erfolgt überwiegend in privaten Institutionen ohne staatliche
Qualitätskontrolle, so dass ein erworbenes Diplom für sich allein keine
Gewähr für ausreichende Fachkenntnisse bietet. Deshalb musste der
Regierungsrat des Kantons Bern selber bestimmen, welche Ausbildungsinhalte
für die Erteilung einer Berufsausübungsbewilligung im Bereich der
Alternativmedizin erforderlich sind (vgl. neben Art. 48 [Heilpraktiker] auch
Art. 50 [Homöopath] und Art. 52 GesV [Akupunkteur]).

3.1.3 Wer als Heilpraktiker zugelassen werden will, muss gemäss Art. 48 GesV
über "eine vom Kantonsarztamt anerkannte Ausbildung verfügen" (Abs. 1); diese
besteht in der Regel aus einer mindestens dreijährigen Fachausbildung, welche
hinreichende Kenntnisse vermittelt in Anatomie, Physiologie, Pathologie,
Hygiene, Psychosomatik, Heilkräuterkunde, in System und Gesetzgebung des
Gesundheitswesens, Anamnese, Gesprächsführung mit Patienten, klinischen
Untersuchungsmethoden, Erkennen und Differentialdiagnose ansteckender
Krankheiten gemäss Epidemiengesetzgebung sowie in den Therapieformen der
Heilpraktik (Abs. 2). Weiter ist erforderlich, dass der Gesuchsteller
mindestens sechs Monate unter fachlicher Aufsicht als Heilpraktiker tätig
gewesen ist (Abs. 3). Gemäss der Richtlinie, welche die Gesundheits- und
Fürsorgedirektion bzw. das Kantonsarztamt am 31. Oktober 2003 erlassen hat,
muss die dreijährige Fachausbildung für Heilpraktiker 1'600 Stunden
theoretische und 400 Stunden praktische Fachausbildung umfassen (Art. 1 lit.
a in Verbindung mit Art. 2 lit. a), wobei die qualitativen und quantitativen
Anforderungen je Ausbildungsbereich im Anhang 1 zur Richtlinie näher
umschrieben werden. Eine Sonderregelung ist für jene Gesuchsteller
vorgesehen, welche ihre Ausbildung - wie der Beschwerdeführer - vor dem 1.
Januar 2002 begonnen haben: Sie müssen im Bereich der Heilpraktik lediglich
eine theoretische Ausbildung im Umfang von 500 Stunden methodenspezifischer
und 350 Stunden schulmedizinischer Ausbildung absolviert haben (Art. 5).

3.1.4 Der Inhalt der für die Bewilligungserteilung erforderlichen
Fachausbildung ist mithin im Wesentlichen in der Verordnung des
Regierungsrats geregelt; dem Kantonsarztamt als zuständiger
Bewilligungsbehörde (vgl. Art. 11 Abs. 1 lit. n GesV) wurde lediglich die
Ausarbeitung der Detailfragen überlassen. Letztlich beanstandet der
Beschwerdeführer aber nicht die Delegation von Rechtsetzungsbefugnissen ans
Kantonsarztamt, sondern rügt die Beteiligung der "Fachkommission natürliche
Heilmethoden" an der Ausarbeitung der Ausbildungsanforderungen (vgl. Art. 48
Abs. 4 GesV; vgl. auch die vom Regierungsrat am 24. Oktober 2001 erlassene
Verordnung über die Fachkommissionen [FKV]); er stört sich insbesondere am
Umstand, dass in der Richtlinie, welche das Amt gestützt auf die Vorarbeiten
der Fachkommission erlassen hat, in der Form von Stundenzahlen quantitative
Anforderungen an die Ausbildung gestellt werden, ohne dass bereits die
Verordnung Entsprechendes vorsieht.

3.1.5 Die Kritik des Beschwerdeführers ist nicht stichhaltig: Indem Art. 48
Abs. 2 GesV eine "mindestens dreijährige Fachausbildung" verlangt, die
"hinreichende Kenntnisse" in den aufgezählten Fächern vermittelt, stellt die
Verordnung selber sowohl qualitative als auch quantitative Anforderungen an
die absolvierte Ausbildung. Es ist allgemein üblich, das quantitative Element
über die Anzahl der besuchten Lektionen zu bestimmen. Das Kantonsarztamt,
welches aufgrund der vom Beschwerdeführer nicht beanstandeten Delegation zur
Detailregelung der für eine Bewilligungserteilung genügenden Ausbildung
zuständig ist, durfte deshalb beim Erlass der streitigen Richtlinie je Fach
eine minimal erforderliche Stundenzahl für die Ausbildung definieren, ohne
von den Vorgaben von Art. 48 Abs. 2 GesV abzuweichen. Insoweit kann weder von
einer Verletzung der Delegationsgrundsätze noch von einer ungenügenden
gesetzlichen Grundlage die Rede sein. Im Übrigen ist nicht ersichtlich,
weshalb es unzulässig sein sollte, dass sich das Kantonsarztamt beim Erlass
der Richtlinie auf Vorarbeiten der "Fachkommission natürliche Heilmethoden"
stützt; deren Mitwirkung bei der Ausarbeitung der einschlägigen Richtlinien
und überhaupt bei der Beurteilung von Fähigkeitsausweisen ist gesetzlich
ausdrücklich vorgesehen (Art. 48 Abs. 4 GesV und Art. 1 Abs. 2 lit. a FKV).

3.2 Unbegründet ist auch die Rüge, es fehle vorliegend an einer genügenden
Übergangsregelung:
3.2.1 Einerseits sieht Art. 88 GesV ausdrücklich vor, dass
Berufsausübungsbewilligungen, die vor Inkrafttreten der Gesundheitsverordnung
ausgestellt wurden, ihre Gültigkeit behalten, soweit die entsprechende
Tätigkeit weiterhin bewilligungspflichtig ist. Andererseits hat der
Regierungsrat für die neu bewilligungspflichtigen bzw. bewilligungsfähigen
Tätigkeiten des Gesundheitswesens Fristen bestimmt, innert derer das
Kantonsarztamt und die zuständigen Fachkommissionen die erforderlichen
Richtlinien über die genügende Ausbildung auszuarbeiten und die eingereichten
Bewilligungsgesuche zu behandeln haben (vgl. Art. 89 GesV). Ferner werden in
Art. 5 der erwähnten Richtlinie vom 31. Oktober 2003 die Anforderungen für
Gesuchsteller, die ihre Ausbildung vor Inkrafttreten der
Gesundheitsverordnung begonnen bzw. absolviert haben, wesentlich erleichtert
(vgl. E. 3.1.3 i.f.). Damit haben die kantonalen Behörden die sich
übergangsrechtlich stellenden Probleme im Wesentlichen erfasst.

3.2.2 Der Umstand, dass der Fall von Heilpraktikern, die - wie der
Beschwerdeführer - bei Inkrafttreten der Gesundheitsverordnung bereits über
eine eigene Praxis verfügten, nicht geregelt wurde, stellt kein Versäumnis
dar: Bevor am 1. Januar 2002 die Revision des Gesundheitsrechts in Kraft
trat, waren (nichtärztliche) Heilpraktiker im Kanton Bern weder ordentlich
zur Berufsausübung zugelassen noch geduldet (vgl. Künzi, a.a.O., S. 43;
Michael Wicki, Komplementärmedizin im Rahmen des Rechts, Diss. Bern 1998, S.
95 f.). Mithin haben Heilpraktiker, welche - ohne als Schulmediziner über
eine Bewilligung zur Behandlung von Patienten zu verfügen - schon früher eine
eigene Praxis führten, ihre Tätigkeit illegal ausgeübt. Es ist
verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden, wenn das kantonale Recht für
derartige Fälle gesetzeswidriger Berufsausübung keine besondere
Übergangsregelung vorsieht.

4.
Das Verwaltungsgericht hat im angefochtenen Entscheid insbesondere die
Feststellung der kantonalen Gesundheits- und Fürsorgedirektion geschützt,
wonach dem Beschwerdeführer der Nachweis einer den gesetzlichen Anforderungen
genügenden Ausbildung nicht gelungen sei. Es hat ausgeführt, der
Beschwerdeführer verweise zwar auf den Abschluss eines Heilpraktiker-Studiums
an einer Seminar-Schule in München aus dem Jahre 1976, ohne aber Angaben über
Inhalt und Umfang der Ausbildung zu machen. Die zusätzlich eingereichten
Diplome und Zertifikate beträfen nur zu einem kleinen Teil
Ausbildungsinhalte, wie sie von den einschlägigen Bestimmungen für
Heilpraktiker verlangt würden; es gehe dabei überwiegend um "Lasertherapie".
Letztlich habe der Beschwerdeführer lediglich den Besuch von 98 Stunden
methodenspezifischer Ausbildung belegen können.

4.1 Der Beschwerdeführer bestreitet diese Feststellungen des
Verwaltungsgerichts nicht. Er macht jedoch geltend, angesichts seiner
langjährigen Berufspraxis stehe zum Vornherein ausser Frage, dass er über
mehr als bloss hinreichende Fachkenntnisse verfüge. So sei es denn auch nie
zu irgendwelchen Beanstandungen seiner Tätigkeit durch die Behörden gekommen.
Zudem habe das Verwaltungsgericht im angefochtenen Entscheid nicht
berücksichtigt, dass er seine Ausbildung zu einem Zeitpunkt absolviert habe,
in welchem die Anzahl der besuchten Lektionen noch gar nicht erfasst worden
sei. Von ihm werde deshalb ein Nachweis verlangt, den er gar nicht erbringen
könne.

4.2 Tatsächlich besteht die Besonderheit des vorliegenden Ersuchens um
Erteilung einer Berufsausübungsbewilligung darin, dass einerseits die
eigentliche Ausbildung des Beschwerdeführers Jahrzehnte zurückliegt und
dieser andererseits schon seit längerer Zeit als Heilpraktiker tätig ist.

4.2.1 Allerdings vermag letztere Tatsache unter den gegebenen Umständen den
Nachweis einer genügenden Ausbildung nicht zu ersetzen: Die bisherige
Tätigkeit des Beschwerdeführers stand im Widerspruch zum geltenden Berner
Gesundheitsrecht, welches (nichtärztliche) Heilpraktiker nicht zur
selbständigen Berufsausübung zuliess (vgl. E. 3.2.2). Demzufolge unterlag die
in der Illegalität verrichtete Tätigkeit des Beschwerdeführers, anders als
jene der über eine Berufsausübungsbewilligung verfügenden Fachleute des
Gesundheitswesens, keiner behördlichen Überwachung. Insoweit kann aus dem
Umstand, dass der Beschwerdeführer den Behörden nie negativ aufgefallen ist,
nichts zu seinen Gunsten abgeleitet werden. Allein aus der angerufenen
beruflichen Erfahrung des Beschwerdeführers ergeben sich keine objektiven
Erkenntnisse über dessen fachliche Qualitäten und die Seriosität seiner
Arbeit. Sodann hat der Beschwerdeführer kaum Angaben über die von ihm
applizierten Behandlungsmethoden gemacht, so dass sich die Bedeutung seiner
beruflichen Erfahrung hinsichtlich der vom kantonalen Gesetzgeber verlangten
fachlichen Ausbildung überhaupt nicht einschätzen lässt. Im vorliegenden
Zusammenhang unerheblich ist schliesslich die Tatsache, dass der
Beschwerdeführer offenbar von gewissen Krankenkassen als Leistungserbringer
akzeptiert worden ist; entsprechende Vereinbarungen können zum Vornherein nur
im Bereich der Zusatzversicherungen zur allgemeinen Krankenversicherung
getroffen worden sein, in welchem weitgehende Privatautonomie herrscht.

4.2.2 Etwas weniger klar präsentieren sich die Dinge bezüglich des verlangten
Nachweises der fachlichen Ausbildung. Es ist anzunehmen, dass die vom
Beschwerdeführer in den 70-er Jahren absolvierte Ausbildung anders
strukturiert war als eine entsprechende Ausbildung in der heutigen Zeit.
Diesem Umstand tragen die deutlich herabgesetzten Anforderungen an eine vor
dem 1. Januar 2002 begonnene Ausbildung an sich ausreichend Rechnung.
Allerdings ist denkbar, dass - wie der Beschwerdeführer vorbringt - damals
keine detaillierten Aufzeichnungen darüber gemacht wurden, während wievielen
Stunden in den einzelnen Fächern unterrichtet wurde. Gegebenenfalls vermöchte
der Beschwerdeführer den von ihm verlangten Nachweis nicht ohne weiteres zu
erbringen, wobei diesem Umstand bei der Beurteilung seines Gesuchs um
Erteilung einer Berufsausübungsbewilligung Rechnung zu tragen wäre. Die
Feststellung des Verwaltungsgerichts, das Erfüllen der
Bewilligungsvoraussetzungen sei allein nach der heutigen Rechtslage zu
beurteilen, greift insoweit zu kurz.

4.2.3 Wie ein rechtsgenüglicher Nachweis der absolvierten Fachausbildung
aussehen müsste, falls der Beschwerdeführer tatsächlich nie über detaillierte
Belege für die Anzahl Unterrichtsstunden je Fach verfügt haben sollte,
braucht hier jedoch nicht abschliessend beurteilt zu werden. Der
Beschwerdeführer hat sich während des ganzen Verfahrens nie bemüht,
irgendwelche inhaltlichen Angaben zu seiner Ausbildung zu machen, obschon von
allem Anfang an klar war, dass dieser Punkt für die Bewilligungserteilung im
Vordergrund stand. Selbst wenn ihm tatsächlich keine Dokumente zur Verfügung
gestanden haben sollten, mit denen er konkrete Stundenzahlen zu belegen
vermochte (und er heute auch keine solchen mehr beschaffen könnte), hätte er
die Behörden zumindest darüber informieren müssen, in welchen Fächern er
Unterricht genossen hat, wobei er die Anzahl der besuchten Lektionen grob
hätte schätzen können. Statt dessen hat sich der Beschwerdeführer darauf
beschränkt, in allgemeiner Art und Weise auf seine langjährige
Berufstätigkeit hinzuweisen. Er durfte sich jedoch nicht darauf verlassen,
dass ihm das (Weiter-)Führen seiner Praxis allein deswegen bewilligt würde,
weil er diese schon bisher (illegal) betrieben hatte. Nach dem Gesagten hat
der Beschwerdeführer die Beweislosigkeit bezüglich seiner fachlichen
Ausbildung primär selber zu verantworten und kann sich deshalb zum Vornherein
nicht auf einen allfälligen Beweisnotstand berufen.

5.
Der Beschwerdeführer macht geltend, unter den gegebenen Umständen sei die
Bewilligungsverweigerung unverhältnismässig. Zu Unrecht: Die Heilpraktiker
sind zur "Vorbeugung, Feststellung und Behandlung von Krankheiten,
Verletzungen und anderen gesundheitlichen Störungen" zugelassen (Art. 47
GesV). Mit Blick auf den Gesundheitsschutz ihrer Patienten ist es deshalb
unabdingbar, dass sie über genügende Fachkenntnisse verfügen. Der
Beschwerdeführer hat den entsprechenden Nachweis nicht zu erbringen vermocht,
wobei - obschon er bereits jahrelang als Heilpraktiker tätig war - über seine
Fachkenntnisse kaum Konkretes bekannt ist. Irrelevant sind diesbezüglich die
verschiedenen absolvierten Zusatzausbildungen, weil sie unbestrittenermassen
fast ausnahmslos andere Kenntnisse betrafen als die gemäss Art. 48 Abs. 2
GesV zur erforderlichen Fachausbildung gehörenden. Zwar wird es den
Beschwerdeführer hart treffen, wenn er die bestehende Praxis mangels
Bewilligung nicht weiterführen kann; dieser Umstand kann indessen nicht
ausschlaggebend sein, zumal der Beschwerdeführer die betreffende Praxis ohne
Bewilligung in der Illegalität betrieben hat. Im Übrigen führt die
Bewilligungsverweigerung beim Beschwerdeführer offenbar nicht zu einem
gänzlichen Berufsverbot, kann dieser doch gemäss den unbestrittenen
Ausführungen im angefochtenen Entscheid einen Teil jener Leistungen, die er
schon bis anhin angeboten hat, künftig weiterhin erbringen, weil sie nicht
unter die bewilligungspflichtigen Tätigkeiten fallen. Unter diesen Umständen
ist die Verhältnismässigkeit der Bewilligungsverweigerung nicht zu
beanstanden.

6.
Ferner beruft sich der Beschwerdeführer auf das Gebot von Treu und Glauben
(Art. 9 BV); weil die Gesundheits- und Fürsorgedirektion seit langem von
seiner Tätigkeit Kenntnis gehabt habe, müssten seine "bisherigen Tätigkeiten
im Bereich der Heilpraktik als bewilligt" gelten. Gemäss den Feststellungen
des Verwaltungsgerichts bestehen indessen keine Hinweise darauf, dass die
Behörden von der illegalen Tätigkeit des Beschwerdeführers wussten. Nachdem
dieser die entsprechende Sachverhaltsfeststellung nicht substantiiert als
verfassungswidrig beanstandet, fehlt es bereits an der Grundlage für die
Annahme einer allfälligen schützenswerten Vertrauensposition. Schliesslich
ist weder ersichtlich noch rechtsgenüglich dargetan, inwiefern die
Bewilligungsverweigerung in wohlerworbene Rechte des Beschwerdeführers und
mithin in die Eigentumsgarantie (Art. 26 BV) eingreifen könnte.

7.
Mithin ist die staatsrechtliche Beschwerde abzuweisen, soweit darauf
einzutreten ist.
Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens werden die bundesgerichtlichen Kosten
dem Beschwerdeführer auferlegt (Art. 156 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 153
und Art. 153a OG). Parteientschädigung ist keine auszurichten (vgl. Art. 159
OG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die staatsrechtliche Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten
ist.

2.
Die Gerichtsgebühr von Fr. 3'000.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, der Gesundheits- und
Fürsorgedirektion und dem Verwaltungsgericht (Verwaltungsrechtliche
Abteilung) des Kantons Bern schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 9. Mai 2007

Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident:  Der Gerichtsschreiber: