Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

II. Öffentlich-rechtliche Abteilung 2P.229/2006
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2P.229/2006 /zga

Urteil vom 14. Mai 2007
II. öffentlich-rechtliche Abteilung

Bundesrichter Merkli, Präsident,
Bundesrichter Hungerbühler, Müller,
Bundesrichterin Yersin, Bundesrichter Karlen,
Gerichtsschreiber Klopfenstein.

A. X.________,
Beschwerdeführer, vertreten durch Fürsprecher
Andreas Wasserfallen,

gegen

Grundbuchamt des Seebezirks, Hallwylstrasse 12, 3280 Murten,
Verwaltungsgericht des Kantons Freiburg, Steuergerichtshof, Postfach, 1762
Givisiez.

Art. 8, 9 und 127 Abs. 2 BV (Steuer zum Ausgleich der Verminderung des
Kulturlandes),

Staatsrechtliche Beschwerde gegen den Entscheid
des Verwaltungsgerichts des Kantons Freiburg
vom 7. Juli 2006.

Sachverhalt:

A.
Das Bundesgesetz vom 12. Juni 1951 über die Erhaltung des bäuerlichen
Grundbesitzes (EGG; AS 1952 403) ist mit dem Inkrafttreten des Bundesgesetzes
vom 4. Oktober 1991 über das bäuerliche Bodenrecht (BGBB; SR 211.412.11) am
1. Januar 1994 aufgehoben worden (Art. 93 lit. a BGBB). Das aufgehobene
Gesetz hatte in Art. 5 vorgeschrieben:
1 Das landwirtschaftliche Areal der Schweiz soll nach Möglichkeit seinem
Zweck erhalten bleiben.

2 Die Kantone bestimmen, gegebenenfalls unter Berücksichtigung der
Vorschriften über die regionale Planung, ob, unter welchen Voraussetzungen
und in welcher Form für Verminderung des Kulturlandes bei
Veräusserungsgeschäften Ersatz zu bieten ist, sei es durch Indienststellung
von Grund und Boden für die landwirtschaftliche Nutzung, sei es durch
Geldbeiträge zu diesem Zweck oder zur Verbesserung von bereits
landwirtschaftlich genutztem Boden.
Das heute geltende Bundesgesetz über das bäuerliche Bodenrecht enthält keine
Art. 5 Abs. 2 EGG entsprechende Bestimmung mehr.

B.
Der Kanton Freiburg hatte von der ihm in Art. 5 Abs. 2 EGG eingeräumten
Kompetenz Gebrauch gemacht. Er erhob gemäss Art. 2 des bis Ende 1993
anwendbaren kantonalen Einführungsgesetzes zum EGG bei
Veräusserungsgeschäften, die eine Verminderung des Kulturlandes zur Folge
hatten, einen Ausgleichsbetrag von 4 % des Veräusserungspreises.

Seit dem 1. Januar 1994 erhebt der Kanton Freiburg nach dem Gesetz vom 28.
September 1993 über die Steuer zum Ausgleich der Verminderung des
Kulturlandes eine Steuer, die dazu bestimmt ist, die Verminderung des
Kulturlandes auszugleichen (Art. 1). Der Ertrag der Steuer wird dem Fonds für
Bodenverbesserungen überwiesen (Art. 2 Abs. 1); dessen Verwendung richtet
sich nach einzelnen Bestimmungen des Gesetzes vom 30. Mai 1990 über die
Bodenverbesserungen. Die Steuer wird bei der Veräusserung von produktivem
Boden erhoben, die eine Verminderung des Kulturlandes zur Folge hat (Art. 3
Abs. 1). Als Veräusserung gilt jedes Rechtsgeschäft, das dem Erwerber das
Eigentum oder einen Miteigentumsanteil an einem Grundstück überträgt (Art. 4
Abs. 1). Die Steuer wird vom Veräusserer geschuldet (Art. 5 Abs. 1). Sie wird
auf der Grundlage des Veräusserungspreises des Grundstücks berechnet. Wurde
kein Preis vereinbart oder entspricht dieser offensichtlich nicht dem
Verkehrswert des Grundstücks, so wird die Steuer auf der Grundlage des
Verkehrswerts berechnet (Art. 8 Abs. 1). Ist das Grundstück bei der
Veräusserung bereits erschlossen oder bebaut, so werden die vom Veräusserer
bezahlten Detailerschliessungskosten und die Baukosten vom Preis bzw. vom
Verkehrswert des Grundstücks abgezogen (Art. 8 Abs. 2). Der Steuersatz
beträgt 4 % (Art. 9).

C.
Mit Schenkungsvertrag vom 28. Mai 2004 übertrug A.X.________ seinem Sohn
B.X.________ die Liegenschaft Nr. 0000 (948 m2 unüberbautes, erschlossenes
Bauland) mit der Auflage, dass der Beschenkte darauf für sich und seine
Familie ein Einfamilienhaus baue.

D.
Mit Verfügung vom 18. März 2005 veranlagte das Grundbuchamt des Seebezirks
für dieses Rechtsgeschäft die Steuer zum Ausgleich der Verminderung des
Kulturlandes auf Fr. 13'272.-- und stellte A.X.________ den entsprechenden
Betrag in Rechnung. Als Verkehrswert hatte der Grundbuchverwalter seiner
Veranlagungsverfügung "aufgrund der Vergleichsmethode" Fr. 350.-- pro m2
zugrunde gelegt (948 m2 x Fr. 350.-- x 4 % = Fr. 13'272.--).
Auf Einsprache hin liess der Grundbuchverwalter Detailerschliessungskosten
zum Abzug zu und setzte die Steuer auf Fr. 12'349.40 fest. Im Übrigen wies er
die Einsprache ab, soweit er darauf eintrat.

E.
Gegen den Einspracheentscheid vom 7. Juni 2005 gelangte A.X.________ an das
Verwaltungsgericht des Kantons Freiburg und machte - im Wesentlichen unter
Bezugnahme auf ein Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden vom
17. Juni 2003 (PVG 2003 S. 147 ff.) - geltend, die erhobene Steuer zum
Ausgleich der Verminderung des Kulturlandes sei bundesrechtswidrig. Das
entsprechende (freiburgische) Gesetz sei "im vorliegenden Fall" nicht
anwendbar.
Mit Entscheid vom 7. Juli 2006 wies das Verwaltungsgericht des Kantons
Freiburg die Beschwerde ab. Es stufte die streitige Abgabe als Zwecksteuer
ein und kam zum Schluss, die Erhebung einer solchen bei Grundeigentümern, die
einen finanziellen Vorteil aus der Verminderung von Kulturland zögen, sei
nicht bundesrechtswidrig.

F.
Mit Eingabe vom 13. September 2006 führt A.X.________ staatsrechtliche
Beschwerde beim Bundesgericht mit den Anträgen, das Urteil des
Verwaltungsgerichts des Kantons Freiburg vom 7. Juli 2006 aufzuheben und die
Sache zu neuer Beurteilung an die "Vorinstanz" zurückzuweisen.

Das Grundbuchamt des Seebezirks beantragt, die Beschwerde abzuweisen. Das
Verwaltungsgericht des Kantons Freiburg stellt denselben Antrag.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

1.
Am 1. Januar 2007 ist das Bundesgesetz vom 17. Juni 2005 über das
Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110) in Kraft getreten. Da
der angefochtene Entscheid vorher ergangen ist, richtet sich das Verfahren
noch nach dem Bundesgesetz vom 16. Dezember 1943 über die Organisation der
Bundesrechtspflege (OG; vgl. Art. 132 Abs. 1 BGG).

2.
2.1 Angefochten ist ein letztinstanzlicher kantonaler Endentscheid, der sich
auf kantonales Recht stützt und gegen den mangels Zulässigkeit eines anderen
eidgenössischen Rechtsmittels nur die staatsrechtliche Beschwerde offen steht
(Art. 84 Abs. 2, Art. 86 und Art. 87 OG). Der Beschwerdeführer ist als
Abgabepflichtiger in seiner Rechtsstellung betroffen und nach Art. 88 OG zur
Beschwerde legitimiert.

2.2 Die staatsrechtliche Beschwerde ist - von hier nicht zutreffenden
Ausnahmen abgesehen - rein kassatorischer Natur (BGE 129 I 173 E. 1.5 mit
Hinweisen). Soweit der Beschwerdeführer mehr verlangt als die Aufhebung des
angefochtenen Entscheides, kann auf die Beschwerde nicht eingetreten werden.

2.3 Nach Art. 90 Abs. 1 lit. b OG muss die Beschwerdeschrift die wesentlichen
Tatsachen und eine kurz gefasste Darlegung darüber enthalten, welche
verfassungsmässigen Rechte bzw. welche Rechtssätze inwiefern durch den
angefochtenen Erlass oder Entscheid verletzt worden sind. Das Bundesgericht
prüft im Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde nur klar und detailliert
erhobene und, soweit möglich, belegte Rügen (BGE 110 Ia 1 E. 2 S. 3 f.). Auf
rein appellatorische Kritik am angefochtenen Entscheid tritt es nicht ein
(BGE 107 Ia 186 E. b).

2.4 Die Gesetzeskonformität der dem Beschwerdeführer auferlegten Steuer zum
Ausgleich der Verminderung des Kulturlandes in der Höhe von Fr. 12'349.40 ist
grundsätzlich nicht streitig. Der Beschwerdeführer macht jedoch geltend, das
entsprechende kantonale Gesetz verstosse gegen die derogatorische Kraft des
Bundesrechts (Art. 49 BV). Er vertritt die Auffassung, mit dem Hinfall der
seinerzeit in Art. 5 EGG enthaltenen Ermächtigungsnorm sei die Befugnis der
Kantone zur Erhebung einer Ausgleichsabgabe für die Verminderung von
Kulturland untergegangen. Die Ausscheidung und Erhaltung ausreichender
Landwirtschaftsflächen sei heute Sache der Raumplanung. Es gehe nicht an,
Eigentümer von bundesrechtskonform ausgeschiedenem Bauland zu verpflichten,
dieses weiterhin der landwirtschaftlichen Nutzung zur Verfügung zu halten
bzw. die Kulturlandverminderungsabgabe als Instrument zur Erhaltung von
Kulturlandflächen einzusetzen.

Mit der staatsrechtlichen Beschwerde gegen einen Einzelakt kann auch die
Verfassungswidrigkeit der zur Anwendung gelangten kantonalen Normen gerügt
werden (akzessorische Normenkontrolle). Das Bundesgericht prüft dabei aber
die Verfassungsmässigkeit der beanstandeten Normen nicht auf alle möglichen
Konstellationen hin, sondern nur unter dem Gesichtswinkel des konkreten
Falles, und wenn sich die Rüge als begründet erweist, hebt es nicht die
beanstandete Norm als solche, sondern lediglich den gestützt auf sie
ergangenen Anwendungsakt auf (BGE 128 I 102 E. 3 S. 105 f.).

3.
Der Grundsatz der derogatorischen Kraft des Bundesrechts nach Art. 49 Abs. 1
BV schliesst in Sachgebieten, welche die Bundesgesetzgebung abschliessend
regelt, eine Rechtssetzung durch die Kantone aus. In Sachgebieten, die das
Bundesrecht nicht abschliessend ordnet, dürfen Kantone nur solche
Vorschriften erlassen, die nicht gegen den Sinn und Geist des Bundesrechts
verstossen und dessen Zweck nicht beeinträchtigen oder vereiteln. Das
Bundesgericht prüft mit freier Kognition, ob die kantonale Norm mit dem
Bundesrecht in Einklang steht (BGE 129 I 402 E. 2. S. 404).

4.
4.1 Wie die Ausgleichsabgaben für die Verminderung von Kulturland, welche nach
der früheren freiburgischen Gesetzgebung (vgl. vorne "B.") unter der Geltung
von Art. 5 des Bundesgesetzes vom 12. Juni 1951 über die Erhaltung des
bäuerlichen Grundbesitzes (EGG) erhoben wurden, rechtlich einzustufen waren,
ob es sich dabei um eine als Ersatzabgabe ausgestaltete Kausalabgabe (so
Klaus A. Vallender, Grundzüge des Kausalabgabenrechts, Bern 1976, S. 133 f. )
oder aber um eine Steuer (so die im angefochtenen Entscheid des
Verwaltungsgerichts vertretene Auffassung) handelte, bedarf vorliegend keiner
weiteren Erörterung (vgl. zur Abgrenzung der Kausalabgabe gegenüber der
Steuer Adrian Hungerbühler, Grundsätze des Kausalabgabenrechts, in: ZBl
104/2003 S. 507, und die dortigen Hinweise).

4.2 Die nach dem heutigen kantonalen Gesetz vom 28. September 1993 erhobene
Abgabe ist klarerweise als Steuer konzipiert und wird im genannten Erlass
auch konsequent so bezeichnet: Ob Kulturland der Überbauung zugeführt und
damit der landwirtschaftlichen Nutzung entzogen werden darf, beurteilt sich
heute einzig nach der bau- und planungsrechtlichen Zuteilung der betreffenden
Fläche (vgl. Art. 14 ff. des Bundesgesetzes vom 22. Juni 1979 über die
Raumplanung [Raumplanungsgesetz, RPG; SR 700]). Es besteht, anders als dies
nach der seinerzeitigen Regelung von Art. 5 EGG allenfalls noch angenommen
werden konnte (vgl. Arthur Jost, Handkommentar zum Bundesgesetz über die
Erhaltung des bäuerlichen Grundbesitzes vom 12. Juni 1951, Bern 1953, S. 23
ff.), - abgesehen von den anders gelagerten öffentlich-rechtlichen
Zweckentfremdungsverboten in Fällen von bereits melioriertem Kulturland -
keine darüber hinausgehende Verpflichtung, Zweckentfremdungen von Kulturland
zu unterlassen, an deren Nichterfüllung die Erhebung einer Ersatzabgabe - als
Kausalabgabe - anknüpfen könnte.

Der Beschwerdeführer stellt die Einstufung der streitigen Abgabe als
kantonale Zwecksteuer (zum Begriff Ernst Höhn/Robert Waldburger, Steuerrecht,
9. Auflage, Band I S. 6) nicht oder jedenfalls nicht in einer den
Anforderungen von Art. 90 Abs. 1 lit. b OG genügenden Weise in Frage. Seiner
Ansicht nach (vorne E. 2.4) verstösst die heute einzig noch im Kanton
Freiburg erhobene Abgabe jedoch gegen die derogatorische Kraft des
Bundesrechts (Art. 49 BV).

4.3 Die Kantone dürfen, wie im angefochtenen Entscheid zutreffend dargelegt,
aufgrund der ihnen nach Art. 3 BV originär zustehenden Steuerhoheit - unter
Vorbehalt der Steuerkompetenzen des Bundes (Art. 134 BV) und unter Beachtung
der sonstigen verfassungsrechtlichen Schranken (u. a. Art. 8, 9, 127 und 129
BV) - auch nach heutiger Ordnung eigene Steuern erheben (vgl. BGE 128 I 102
E. 5 S. 109). Dass das geltende Bundesrecht keine die seinerzeitige
Ermächtigungsnorm von Art. 5 EGG weiterführende Bestimmung mehr enthält,
stellt die Zulässigkeit der vorliegend streitigen - nach dem Gesagten als
Steuer einzustufenden - Abgabe insoweit nicht in Frage. Zu prüfen bleibt, ob
die Erhebung einer derartigen Steuer inhaltlich Sinn und Zweck des
Bundesrechts zuwiderläuft bzw. die Verwirklichung von Bundesrecht vereitelt
und in diesem Sinne gegen die derogatorische Kraft des Bundesrechts
verstösst.

4.4 Die im Kanton Freiburg bei Verminderung von Kulturland erhobene Steuer
dient der Finanzierung von Bodenverbesserungen; der Ertrag der Steuer wird
einem entsprechenden Fonds überwiesen (vgl. vorne "B."). Auch wenn die
Förderung der landwirtschaftlichen Produktion in Art. 104 BV als
Bundesaufgabe behandelt wird, bleiben den Kantonen eigene Massnahmen auf
diesem Gebiet nicht verwehrt (vgl. etwa das Landwirtschaftsgesetz vom 16.
Juni 1997 des Kantons Bern [genehmigt am 21. November 1997 vom
Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement], insbesondere Ziff. 2
["Produktion und Vermarktung"], Ziff. 3 ["Erhaltung der Lebensgrundlagen und
der Kulturlandschaft"], und Ziff. 5 ["Strukturverbesserungen", insbesondere
Art. 33: "Bodenverbesserungen"]). Art 93 Abs. 3 des Bundesgesetzes vom
29. April 1998 über die Landwirtschaft (Landwirtschaftsgesetz; LwG; SR 910.1)
macht zudem Bundesbeiträge an landwirtschaftliche Strukturverbesserungen
ausdrücklich von einer angemessenen Mitfinanzierung solcher Massnahmen durch
den Kanton abhängig. Der mit der streitigen Steuer verfolgte Zweck der
Finanzierung von Strukturverbesserungen steht insoweit mit dem Bundesrecht im
Einklang.

4.5 Hingegen kann man sich fragen, ob die Erhebung einer
Kulturlandverminderungsabgabe, welche nicht nur auf bisher landwirtschaftlich
genutzen Flächen ausserhalb des Baugebietes, sondern auch bei der
Veräusserung von eingezontem und erschlossenem Bauland erhoben wird, nicht
zur raumplanerischen Nutzungsordnung in Widerspruch steht und die
zonenkonforme Nutzung von Bauland unzulässig erschwert.

Dazu ist zu bemerken, dass das eidgenössische Raumplanungsgesetz selber in
Art. 5 Abs. 1 den Kantonen gebietet, für einen Ausgleich der
planungsbedingten Vor- und Nachteile zu sorgen. Auch wenn die vorliegend
streitige Abgabe keine eigentliche Mehrwertabschöpfung im Sinne der genannten
Vorschrift darstellt (vgl. dazu Hungerbühler, a.a.O., S. 511 und dortige
Hinweise), zielt sie, wie im angefochtenen Urteil zutreffend festgestellt,
doch in die gleiche Richtung, indem die Belastung regelmässig Grundeigentümer
trifft, welche von der Raumplanung profitiert haben. Im Übrigen erscheint der
Abgabesatz von 4 % des Veräusserungspreises bzw. des Verkehrswertes - auch
wenn neben dieser Abgabe gegebenenfalls zusätzlich noch eine
Grundstückgewinnsteuer geschuldet sein kann - nicht derart hoch, dass durch
diese Belastung die zonenkonforme Nutzung von Bauland erheblich behindert
würde. Ein Zielkonflikt mit dem Bundesrecht liegt auch in dieser Hinsicht
nicht vor.

5.
5.1 Der Beschwerdeführer erachtet es als willkürlich, die zur Finanzierung von
landwirtschaftlichen Strukturverbesserungen dienende Abgabe allein von
Grundeigentümern zu erheben, welche bisher landwirtschaftlich genutzes Land
als Bauland veräussern. Diese Personengruppe sei weder Verursacherin der zu
finanzierenden Bodenverbesserungsmassnahmen noch kämen diese den
Abgabepflichtigen in erster Linie zugute. Von den Bodenverbesserungen
profitiere die Landwirtschaft als solche, und die landwirtschaftliche
Strukturpolitik sei eine allgemeine Aufgabe von Bund und Kantonen, weshalb es
unhaltbar sei, nur die eingangs erwähnte Gruppe von Grundeigentümern mit
einer Sondersteuer zu belegen. Zugleich verstosse dieses Vorgehen gegen die
in Art. 127 BV festgehaltenen Grundsätze der Allgemeinheit und
Gleichmässigkeit der Besteuerung sowie gegen den Grundsatz der Besteuerung
nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit.

5.2 Was die zuletzt angerufenen Garantien belangt, so kommen diese, wie im
angefochtenen Urteil unter Hinweis auf Art. 127 Abs. 2 BV zutreffend
dargelegt, bloss soweit zum Zuge, als die Art der Steuer es zulässt.
Entscheidend ist somit, ob die vorliegend erhobene Sondersteuer durch die Art
ihrer Ausgestaltung vertretbare Differenzierungen vornimmt.
Kostenanlastungssteuern (vgl. zum Begriff BGE 124 I 289 E. 3b S. 291/292
sowie Hungerbühler, a.a.O., S. 513 mit Hinweisen) können zur Deckung
bestimmter staatlicher Aufwendungen von einem beschränkten Personenkreis
erhoben werden, welcher zu den betreffenden Aufwendungen in einer näheren
Beziehung steht als die Gesamtheit der Steuerpflichtigen, sei es, weil dieser
Personenkreis davon im Allgemeinen stärker profitiert als andere oder weil er
- abstrakt - als hauptsächlicher Verursacher dieser Aufwendungen angesehen
werden kann; ein konkreter Nutzen oder Verursacheranteil muss, weil es sich
nicht um eine Vorzugslast, sondern um eine "voraussetzungslos" bzw.
"gegenleistungslos" (dazu Höhn/Waldburger, a.a.O., S. 5, Hungerbühler,
a.a.O., S. 507) erhobene Steuer handelt, im Einzelfall nicht gegeben sein.

Die Grundeigentümer, welche bei der Veräusserung von bis anhin
landwirtschaftlich genutztem Land zu Bauzwecken mit einer
Kulturlandverminderungsabgabe belastet werden, profitieren in der Regel nicht
in besonderem Masse von landwirtschaftlichen Bodenverbesserungsmassnahmen und
sie sind auch nicht unmittelbare Verursacher solcher Massnahmen.

Dennoch besteht ein hinreichend relevanter Zusammenhang zwischen dem diese
Sondersteuer auslösenden Tatbestand und den damit zu finanzierenden
Aufwendungen; es lässt sich sachlich begründen, den Grundeigentümer, der
durch die Veräusserung von bisher landwirtschaftlich genutzen Flächen zu
Überbauungszwecken einen finanziellen Vorteil zieht, mit einer Zwecksteuer zu
belasten, aus deren Ertrag Massnahmen zur besseren Bewirtschaftung des
verbleibenden Kulturlandes mitfinanziert werden: Die Nutzungsplanung, die dem
Grundeigentümer die Überbauung bisherigen Kulturlands erlaubt, beruht auf
einer gesamthaften Berücksichtigung und Abwägung der raumrelevanten
Interessen (vgl. BGE 119 Ia 362 E. 5a S. 372). Dabei gilt es insbesondere,
der Landwirtschaft genügende Flächen geeigneten Kulturlands zu erhalten (Art.
3 Abs. 2 lit. a RPG), um eine ausreichende Versorgungsbasis des Landes zu
sichern (Art. 1 Abs. 2 lit. d RPG). Bodenverbesserungen dienen der
Verwirklichung dieses Ziels der Nutzungsplanung (vgl. Art. 20 RPG) und
erscheinen daher neben anderen Umständen als Faktor, der die Überbauung von
Kulturland erst ermöglicht. Sie stehen damit in einem sachlichen Zusammenhang
mit dem Tatbestand der vorliegend umstrittenen Abgabe.

Über die Opportunität einer solchen Sondersteuer ist hier nicht zu befinden.
Jedenfalls hält sich die vom freiburgischen Gesetzgeber beschlossene Regelung
noch im Rahmen der den Kantonen zustehenden Gestaltungsfreiheit (vorne E.
4.3).
5.3 Schliesslich kann ein Verstoss gegen das Willkürverbot auch nicht darin
erblickt werden, dass vorliegend die schenkungsweise erfolgte Veräusserung
eines Grundstückes als abgabeauslösender Tatbestand betrachtet worden ist.
Dies steht mit dem Wortlaut von Art. 4 des Gesetzes (vgl. vorne "B.") ohne
weiteres im Einklang, und es kann auch vom Sinn der Abgabe her keinen
Unterschied machen, ob der Veräusserer den Wert des Grundstückes durch einen
entgeltlichen Verkauf oder aber durch eine Schenkung realisiert. Ebenso
unerheblich ist in diesem Zusammenhang, ob und wieweit die vorliegend
veräusserte Parzelle von landwirtschaftlichen Strukturverbesserungsmassnahmen
profitiert hat. Da die Abgabe als Steuer und nicht als Kausalabgabe
(Vorzugslast) ausgestaltet ist, kommt es auf solche individuellen Umstände
nicht an.

6.
Die staatsrechtliche Beschwerde erweist sich nach dem Gesagten als
unbegründet. Sie ist abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann.

Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die Gerichtskosten dem
Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 156 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 153 und
153a OG). Parteientschädigungen sind nicht geschuldet (Art. 159 Abs. 2 OG
analog).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die staatsrechtliche Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten
ist.

2.
Die Gerichtsgebühr von Fr. 2'000.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, dem Grundbuchamt des Seebezirks und
dem Verwaltungsgericht des Kantons Freiburg (Steuergerichtshof) schriftlich
mitgeteilt.

Lausanne, 14. Mai 2007

Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident:  Der Gerichtsschreiber: