Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

II. Öffentlich-rechtliche Abteilung 2P.242/2006
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{T 0/2}
2P.242/2006 /ble

Urteil vom 16. März 2007
II. öffentlich-rechtliche Abteilung

Bundesrichter Merkli, Präsident,
Bundesrichter Hungerbühler, Karlen,
Gerichtsschreiber Klopfenstein.

X. ________ AG,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Bruno M. Bernasconi,

gegen

Einwohnergemeinde Herisau, Projektleitung Sanierung und Erweiterung
Sportzentrum, Postfach 1160,
9102 Herisau,
Verwaltungsgericht von Appenzell Ausserrhoden, Einzelrichter, Postfach 161,
9043 Trogen.

Zuschlagsverfügung der Gemeinde Herisau (Projektleitung Sportzentrum)
betreffend Plattenarbeiten

Staatsrechtliche Beschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts von
Appenzell Ausserrhoden, Einzelrichter, vom 21. August 2006.

Sachverhalt:

A.
Die Einwohnergemeinde Herisau ist Eigentümerin des Sportzentrums an der
Kasernenstrasse 71 in Herisau. Im kantonalen Amtsblatt vom 6. Juli 2005
schrieb sie verschiedene Sanierungs- und Erweiterungsarbeiten im offenen
Verfahren "gemäss GATT/WTO-Übereinkommen" zur Bewerbung aus, darunter die
Position 281.63 ("Plattenarbeiten"). In der öffentlichen Ausschreibung wurde
u.a. darauf hingewiesen, dass sich die Eignungs- und Zuschlagskriterien nach
den "Kriterien der Ausschreibungsunterlagen" richten würden, welche bis zum
20. Juli 2005 von den interessierten Unternehmern angefordert werden konnten.
Ziff. 224 der Ausschreibungsunterlagen legt die Zuschlagskriterien wie folgt
fest:
Angebotspreis:      60 %
Qualifikation anhand beizulegender Referenzen: 30 %
Lehrlingsausbildung:     10 %

Gemäss der "Zusammenstellung Unternehmervergleich" vom 14. Dezember 2005
reichten sieben Unternehmungen fristgerecht eine Offerte ein, darunter die
X.________ AG, Rotkreuz, zu einem Preis von Fr. 478'148.70. Ebenfalls
offeriert hatte u. a. die Arbeitsgemeinschaft  Y.________ AG/Z.________,
Schwellbrunn (welche sich aus der Y.________ AG und der Einzelfirma
Z.________ zusammensetzt), zu einem Preis von Fr. 547'903.55 bzw. Fr.
523'651.55 (Unternehmervariante).
Die von der Vergabebehörde vorgenommene Bewertung anhand der
Zuschlagskriterien ergab - soweit hier interessierend - folgendes Bild:

1. Y.________ AG/Z.________
(Unternehmervariante)                     94.29 Punkte
2. Y.________ AG/Z.________ 91.25 Punkte

3. X.________ AG 90      Punkte
(...).
Dabei hatten alle Unternehmungen beim Kriterium "Lehrlingsausbildung" 10
Punkte erhalten, ausser die X.________ AG (0 Punkte).

B.
Mit Zuschlagsverfügung vom 22. Dezember 2005 vergab die Projektleitung
Sportzentrum die fraglichen Plattenarbeiten zum Preis von Fr. 523'652.- an
die Arbeitsgemeinschaft Y.________ AG/Z.________ in Schwellbrunn.
Eine hiegegen erhobene Beschwerde der nicht berücksichtigten X.________ AG
hiess das Verwaltungsgericht von Appenzell Ausserrhoden (Einzelrichter) mit
Entscheid vom 27. März 2006 teilweise gut. Der Verwaltungsgerichtspräsident
hob die Zuschlagsverfügung vom 22. Dezember 2005 auf und wies die Streitsache
"zu neuem Entscheid im Sinne der Erwägungen" an die Vergabebehörde zurück. Er
zog im Wesentlichen in Betracht, das von der X.________ AG als rechtswidrig
gerügte Zuschlagskriterium "Lehrlingsausbildung" erweise sich zwar als
zulässig. Hingegen dringe die Rüge durch, wonach der Beschwerdeführerin
gegenüber mit keinem Wort begründet worden sei, weshalb sie bei diesem
Zuschlagskriterium 0 Punkte erhalten habe (alle anderen Mitbewerber dagegen
deren 10). Die Zuschlagsverfügung sei daher zum Zweck weiterer Abklärungen
aufzuheben. Dabei könne und solle auch die Position 721.201.02 (Versetzen von
so genannten "Wiesbadener Rinnen") überprüft werden, für welche die
X.________ AG einen Laufmeterpreis von Fr. 15.- offeriert habe, die übrigen
Mitbewerber dagegen einen solchen zwischen Fr. 265.- und Fr. 560.05.

C.
Mit Zuschlagsverfügung vom 18. Mai 2006 vergab die Projektleitung des
Sportzentrums Herisau den umstrittenen Auftrag zum Preis von Fr. 523'652.-
erneut an die Arbeitsgemeinschaft Y.________ AG/Z.________ in Schwellbrunn.
Zur Begründung führte die Vergabebehörde im Wesentlichen aus, der X.________
AG werde nunmehr für die Ausbildung eines kaufmännischen Lehrlings die Hälfte
der entsprechenden Punktzahl (fünf von zehn) zuerkannt. Der von dieser Firma
eingereichte Lehrvertrag vom 21. April 2006 für einen Plattenleger-Lehrling
stelle hingegen eine unzulässige nachträgliche Veränderung der für die
Vergabe massgebenden Grundlagen dar und werde nicht berücksichtigt. Was die
Preisgestaltung für die "Wiesbadener Rinnen" betreffe, habe die X.________ AG
anerkannt, dass es sich beim angegebenen Laufmeter-Preis von Fr. 15.- um
einen "Verschrieb" handle. Das Resultat ihres Angebots mit der
unbestrittenermassen tiefsten Endsumme sei aufgrund dieser einzigen, von der
Submittentin falsch deklarierten Position zustande gekommen. Das Angebot der
Arbeitsgemeinschaft Y.________ AG/Z.________ biete demgegenüber der
Auftraggeberin eine grössere Gewähr für Kostensicherheit.
Die gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde der X.________ AG wies das
Verwaltungsgericht des Kantons Appenzell Ausserrhoden (Einzelrichter) mit
Entscheid vom 21. August 2006 ab. Der Verwaltungsgerichtspräsident hatte
einen neuen Unternehmervergleich erstellt, und zwar wie folgt:
X.________ AG       Y.________ AG/Z.________
(Unternehmervariante)
Total netto 487'148.70 523'651.55
zuzüglich Differenz     17'550.-
Total 504'698.70 523'651.55
Abweichung Preis in %                                   + 3,74
Punkte Preis 60 57,84
Punkte Qualität 30 30
Punkte Lehrlingsausbildung   5 10
Total Punkte 95 97,84

Daraus schloss der Verwaltungsgerichtspräsident, die Vergabebehörde habe den
Zuschlag zu Recht an die Y.________ AG/Z.________ erteilt.

D.
Mit Eingabe vom 25. September 2006 führt die X.________ AG staatsrechtliche
Beschwerde beim Bundesgericht mit den Anträgen, das Urteil des
Verwaltungsgerichts des Kantons Appenzell Ausserrhoden (Einzelrichter) vom
21. August 2006 aufzuheben und die Sache zwecks Feststellung der
Rechtswidrigkeit der Zuschlagsverfügung an dieses zurückzuweisen.
Der Gemeinderat der Einwohnergemeinde Herisau beantragt Abweisung der
Beschwerde. Denselben Antrag stellt der Präsident des Verwaltungsgerichts des
Kantons Appenzell Ausserrhoden. In seiner Vernehmlassung räumt er ein, im
angefochtenen Entscheid seien - im Sinne eines Schreibfehlers - zwei Ziffern
verwechselt worden, habe doch die Offertsumme der Beschwerdeführerin
tatsächlich Fr. 478'148.70 und nicht Fr. 487'148.70 betragen. Dies ergebe
eine Abweichung von 5,6 %, weshalb sich das Punktetotal der Y.________
AG/Z.________ auf 96,76 verringere, aber immer noch über dem Punktetotal der
Beschwerdeführerin (95) liege. Der Schreibfehler ändere also am Ergebnis
nichts.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

1.
Am 1. Januar 2007 ist das Bundesgesetz vom 17. Juni 2005 über das
Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110) in Kraft getreten. Da
der angefochtene Entscheid vorher ergangen ist, richtet sich das Verfahren
noch nach dem Bundesgesetz vom 16. Dezember 1943 über die Organisation der
Bundesrechtspflege (OG), vgl. Art. 132 Abs. 1 BGG.

2.
2.1 Angefochten ist ein letztinstanzlicher kantonaler Endentscheid, der sich
auf kantonales Submissionsrecht stützt und gegen den mangels Zulässigkeit
eines anderen eidgenössischen Rechtsmittels nur die staatsrechtliche
Beschwerde offen steht (Art. 84 Abs. 2, Art. 86 und Art. 87 OG).

2.2 Die Beschwerdeführerin war am vorliegenden kantonalen
Submissionsverfahren beteiligt und ist als übergangene Bewerberin zur
staatsrechtlichen Beschwerde legitimiert (Art. 88 OG). Ist der
Zuschlagsentscheid schon in Vollzug gesetzt und mit dem ausgewählten
Konkurrenten - wie vorliegend (vgl. S. 3 des angefochtenen Entscheides) -
bereits ein Vertrag abgeschlossen worden, kann nur noch die Feststellung der
Rechtswidrigkeit der "angefochtenen Verfügung" verlangt werden (vgl. Art. 9
Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 1995 über den Binnenmarkt
[Binnenmarktgesetz, BGBM; SR 943.02], BGE 125 II 86 E. 5b S. 97 f.). Der
Antrag in der staatsrechtlichen Beschwerde kann insoweit nur noch auf
Aufhebung des angefochtenen Rechtsmittelentscheides sowie auf Feststellung
der Rechtswidrigkeit der ergangenen Zuschlagsverfügung lauten. Im Falle einer
Gutheissung der staatsrechtlichen Beschwerde stellt das Bundesgericht
zusätzlich zur Aufhebung des Rechtsmittelentscheides auch die
Rechtswidrigkeit des Zuschlagsentscheides fest, sofern diese Frage spruchreif
ist. Erscheint die Frage der Rechtswidrigkeit des (vollzogenen) Zuschlags
nicht liquid, beschränkt sich das Bundesgericht auf die Aufhebung des
kantonalen Rechtsmittelentscheides, und es ist alsdann Sache der kantonalen
Rechtsmittelinstanz, aufgrund neuer Beurteilung die allfällige
Rechtswidrigkeit des Zuschlages selber festzustellen (BGE 130 I 258 E. 1.2 S.
261). Der Antrag der Beschwerdeführerin, der Entscheid des Einzelrichters des
Verwaltungsgerichts sei aufzuheben und die Sache zur Feststellung der
Rechtswidrigkeit des Zuschlages an die kantonale Rechtsmittelinstanz
zurückzuweisen, ist in diesem Sinne - als Ausnahme zur grundsätzlich
kassatorischen Natur der staatsrechtlichen Beschwerde - zulässig.

2.3 Nach Art. 90 Abs. 1 lit. b OG muss die Beschwerdeschrift die wesentlichen
Tatsachen und eine kurz gefasste Darlegung darüber enthalten, welche
verfassungsmässigen Rechte bzw. welche Rechtssätze inwiefern durch den
angefochtenen Erlass oder Entscheid verletzt worden sind. Das Bundesgericht
prüft im Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde nur klar und detailliert
erhobene und, soweit möglich, belegte Rügen (BGE 110 Ia 1 E. 2 S. 3 f.). Auf
rein appellatorische Kritik am angefochtenen Entscheid tritt es nicht ein
(BGE 107 Ia 186 E. b).

3.
Die Beschwerdeführerin rügt, das Verwaltungsgericht habe mit Bezug auf den
von ihr eingegebenen Offertpreis den Sachverhalt willkürlich festgestellt.
Sodann habe das Gericht das anwendbare kantonale Recht verfassungswidrig
ausgelegt und willkürlich angewendet. Die Beschwerdeführerin erhebt diese
Rügen im Zusammenhang mit den beiden streitigen Punkten ihrer Offerte,
nämlich der Behandlung der mit einem sehr tiefen Wert (Fr. 15.-) eingegebenen
Einzelposition "Wiesbadener Rinnen" sowie der Bewertung des Kriteriums der
Lehrlingsausbildung.

4.
4.1 Art. 30 der kantonalen Verordnung vom 13. September 2004 über das
öffentliche Beschaffungswesen regelt die Prüfung der Angebote. Gemäss Art. 30
Abs. 2 werden "offensichtliche Schreib- und Rechnungsfehler" im Rahmen dieser
Prüfung korrigiert.
Die Beschwerdeführerin räumt ein, dass der von ihr offerierte Preis von Fr.
15.- pro Einheit "Wiesbadener Rinnen" auf einem "Verschrieb" beruhe und
stattdessen Fr. 150.- pro Einheit hätte stehen müssen. Sie lehnt die
entsprechende Korrektur, welche das Verwaltungsgericht für die Bewertung
vorgenommen hat (Aufrechnung von Fr. 17'550.-, vgl. vorne "C".), jedoch ab
und will auf ihrem versehentlich eingegebenen tieferen Wert behaftet werden.
Eine "Zwangskorrektur" zuungunsten eines Submittenten sei nicht zulässig.
Ob es sich im vorliegenden Fall bei der extrem tiefen Bewertung der
fraglichen Position um einen blossen Schreibfehler gehandelt hat, bedarf hier
keiner weiteren Untersuchung. Die Beschwerdeführerin hat gegenüber den
kantonalen Instanzen selber erklärt, es handle sich bei dieser Position um
einen Verschrieb, weshalb dem Verwaltungsgericht keine Willkür vorgeworfen
werden kann, wenn es den Vorgang auch so einstufte, d.h. die betreffende
Position entsprechend korrigierte und der Beurteilung der Offerte den gemäss
Darlegung der Beschwerdeführerin wirklich gemeinten Betrag zugrunde legte.
Deren Forderung, ihre Offerte gemäss dem versehentlich zu tiefen
Einheitspreis zu bewerten (um doch noch den Zuschlag zu erhalten), durfte
schon deshalb zulässigerweise abgelehnt werden, weil sie im Zeitpunkt dieser
Erklärung von den Eingabesummen der Konkurrenten bereits Kenntnis hatte. Mit
dem (seitens der Vergabebehörde angeführten, im angefochtenen Entscheid aber
nicht weiter behandelten) Argument, es habe sich bei dem tiefen, nicht
kostendeckenden Einheitspreis von Fr. 15.- in Wirklichkeit um ein
"Lockvogelangebot" gehandelt, setzt sich die Beschwerdeführerin nicht
auseinander, weshalb sich weitere Ausführungen hierzu erübrigen.
Unbestritten ist dagegen, dass dem Verwaltungsgericht bei der Bewertung
seinerseits insoweit ein Versehen unterlaufen ist, als es den von ihm für die
Beschwerdeführerin korrigierten Offertbetrag auf Fr. 504'698.70 statt auf Fr.
495'698.70 bezifferte, was zu einer falschen Punktezahl geführt hat.

4.2
4.2.1 Nach Art. 33 Abs. 2 lit. g der kantonalen Submissionsverordnung kann für
die Ermittlung des wirtschaftlich günstigsten Angebots auch die "Sicherung
des Ausbildungsstandes einer Berufsgattung" berücksichtigt werden. In der
vorliegenden Ausschreibung wurde dieses Kriterium gemäss Feststellung im
angefochtenen Urteil (S. 5) mit "Lehrlingsausbildung" umschrieben.

4.2.2 Die Zulässigkeit der Verwendung dieses Kriteriums ist nicht
unumstritten (vgl. BGE 129 I 313 E. 8 und E. 9 S. 323 ff. mit Hinweisen); zur
kantonalen Praxis Galli/Moser/Lang, Praxis des öffentlichen
Beschaffungsrechts, 2003, Rz. 425 ff. S. 201). Die Beschwerdeführerin stellt
ihrerseits die Verfassungsmässigkeit dieses Kriteriums "am Rande" in Frage
(S. 16 der Beschwerdeschrift), ohne jedoch ihre Rüge, die genannte
Verordnungsbestimmung diene zur Betreibung einer den Kantonen gemäss Art. 103
BV verwehrten Strukturpolitik, in einer den Anforderungen von Art. 90 Abs. 1
lit. b OG genügenden Weise zu begründen. Auf diese Rüge ist daher nicht
einzutreten (vgl. E. 2.3).
4.2.3 Zu prüfen ist dagegen der Einwand, es verstosse gegen das
Willkürverbot, dass das berücksichtigte Konsortium mit lediglich zwei
Lehrlingen die doppelte Punktzahl (10) erhalten habe, während der
Beschwerdeführerin mit insgesamt 8 Lehrlingen - 7 auf dem Bau tätige Maler-
bzw. Gipserlehrlinge, eine im Bürobereich eingesetzte kaufmännische
Lehrtochter - nur 5 Punkte zugesprochen worden seien.
Die Beschwerdeführerin erachtet es als unhaltbar, beim Zuschlagskriterium
"Lehrlingsausbildung" grundsätzlich bloss jene Lehrverhältnisse zu
berücksichtigen, welche die Branche der angebotenen Arbeitsgattung betreffen.
Richtigerweise müsse auf die Gesamtzahl aller Lehrlinge eines Betriebes
abgestellt werden. Vorliegend habe die Gemeinde zwar berücksichtigt, dass
grössere Betriebe über eine Verwaltungsabteilung verfügten, und
dementsprechend wenigstens die im kaufmännischen Bereich der
Beschwerdeführerin tätige Lehrtochter mitgezählt. Es sei aber stossend, die
weiteren 7 im Betrieb der X.________ AG tätigen Maler- und Gipserlehrlinge,
welche immer wieder auch mit Arbeiten im Boden- und Plattenlegerbereich
betraut würden, ausser Acht zu lassen. Bei konsequenter Anwendung des von der
Submissionsbehörde verfolgten Konzepts hätte auch die Beschwerdeführerin
unter dem Zuschlagskriterium "Lehrlingsausbildung" die gleiche
Maximalpunktzahl (10) erhalten müssen wie das berücksichtigte Konsortium.
Das mit dem - an sich vergabefremden und daher entsprechend niedrig zu
gewichtenden - Zuschlagskriterium der Lehrlingsausbildung verfolgte
sozialpolitische Ziel würde eher dafür sprechen, auf die Gesamtzahl der im
Betrieb eines Offerenten beschäftigten Lehrlinge abzustellen, statt bloss
gerade jene Zahl von Lehrlingen zu berücksichtigen, welche für die Art der zu
vergebenden Arbeit speziell ausgebildet werden. Ein sachgerechter Vergleich
wird sonst schwierig, wenn im Submissionsverfahren neben spezialisierten
Betrieben auch Unternehmen mit einem weiteren Tätigkeitsfeld als Konkurrenten
auftreten. Um eine systematische Benachteiligung kleiner Betriebe zu
vermeiden, liegt es zudem nahe, nicht auf die absolute Zahl der Lehrlinge,
sondern auf das Verhältnis in Bezug auf die Gesamtzahl der Beschäftigten
abzustellen (vgl. Galli/Moser/Lang, a.a.O., Rz. 425).
Für die vorliegend von den kantonalen Behörden vertretene Auffassung, wonach
nur gerade die der zu vergebenden Arbeitsgattung zuzuordnenden Lehrlinge zu
berücksichtigen seien, lässt sich der Wortlaut von Art. 33 Abs. 2 lit. g der
kantonalen Submissionsverordnung anführen, welcher die "Sicherung des
Ausbildungsstandes einer Berufsgattung" als mögliches Zuschlagskriterium
bezeichnet. Mit dieser Formulierung wollte der kantonale Verordnungsgeber
offenbar gezielt die Ausbildung von Lehrlingen in der jeweiligen
Berufsgattung, welcher die zu vergebende Arbeit zuzuordnen ist, fördern. Auch
ein die Lehrlingsausbildung nur in dieser spezifischen Weise honorierendes
Zuschlagskriterium entbehrt nicht jeder sachlichen Begründung. Wird auf die
so ausgelegte kantonale Regelung abgestellt, verstösst es nicht gegen das
Willkürverbot, wenn die Vergabebehörde einem Betrieb, welcher Lehrlinge in
der entsprechenden Berufsgattung beschäftigt, bei diesem Kriterium eine
höhere Punktzahl vergibt als einem solchen, der primär Lehrlinge in anderen
Berufszweigen ausbildet. Die Rüge, die Vergabebehörde hätte bei der
Punktezuteilung zwingend auch die von der Beschwerdeführerin beschäftigten
Maler- und Gipserlehrlinge berücksichtigen müssen, erweist sich demnach als
unbegründet.

4.2.4 Es steht sodann ausser Frage, dass bei der Punkteverteilung auf den
Stand der Dinge im Zeitpunkt des Zuschlagsentscheides der Gemeinde abgestellt
werden muss und der seitens der Beschwerdeführerin im Laufe des
Rechtsmittelverfahrens abgeschlossene Lehrvertrag für einen
Plattenlegerlehrling die Beurteilung nicht mehr zu beeinflussen vermag.
Ebenso liegt auf der Hand, dass die Vergabebehörde bei der Punkteverteilung
nur diejenigen Lehrlinge berücksichtigen durfte, die unmittelbar zum
offerierenden Unternehmen bzw. zur offerierenden Arbeitsgemeinschaft gehören
(dazu sogleich).

4.2.5 Die Beschwerdeführerin bestreitet, dass die berücksichtigte
Arbeitsgemeinschaft überhaupt zwei Lehrlinge der betreffenden Berufsgattung
(Plattenleger/Bodenleger) beschäftige. Sie macht geltend, das
Verwaltungsgericht habe in diesem Punkt willkürlich auf weitere Abklärungen
verzichtet.
Der Einzelrichter des Verwaltungsgerichts stützte sich, was die Frage der
Anzahl auszubildender Lehrlinge in den einzelnen Betrieben betrifft, auf die
von der Vergabebehörde diesbezüglich vorgenommenen Abklärungen. Er erachtete
deren Ausführungen als glaubwürdig und verzichtete auf weitere
Beweiserhebungen hiezu. Er stellte lediglich fest, in der Beschwerdeantwort
habe die Vergabebehörde ergänzend und glaubwürdig dargelegt, dass sie die
Lehrlingssituation beim berücksichtigten Konsortium überprüft habe; von dem
sei denn auch in tatsächlicher Hinsicht auszugehen (vgl. S. 5 unten des
angefochtenen Entscheides).
Den von den Offerenten ausgefüllten "Referenzblättern" ist zu entnehmen, dass
die "Y.________ AG" und das "Z.________ Gipsergeschäft Plattenbeläge" je
einen Lehrling beschäftigt. Welcher Art diese Lehrverträge sind, geht aus den
Angaben der beiden Firmen nicht hervor. Die Vergabebehörde nahm offenbar in
einer ersten Phase an, es handle sich dabei um zwei Plattenlegerlehrlinge.
Dies ergibt sich aus dem Schreiben vom 21. April 2006 an den Rechtsvertreter
der Beschwerdeführerin. In der kantonalen Beschwerdeantwort an das
Verwaltungsgericht vom 27. Juni 2006 ist dann noch von einem "bisher
genannten Plattenlegerlehrling" die Rede, wobei weiter auffällt, dass die
Vergabebehörde bei der Ermittlung der Anzahl Lehrverhältnisse
unzulässigerweise (vgl. E. 4.2.4) weitere Lehrstellen ausserhalb der
offerierenden Arbeitsgemeinschaft Y.________ AG/Z.________ berücksichtigt hat
(beispielsweise solche aus einer "R.________ AG", Flawil, welche ebenfalls
zur so genannten "Z.________ Gruppe" gehören soll).
Weder aus den Akten noch aus dem angefochtenen Entscheid geht nach dem
Gesagten genau hervor, auf welcher Grundlage die Punkte beim Kriterium
"Lehrlingsausbildung" (5 für die Beschwerdeführerin, 10 für die Y.________
AG/Z.________) verteilt worden sind. Die Angaben in den Akten hierzu sind
vielmehr unvollständig und widersprüchlich. Bei dieser Sachlage aber durfte
der Einzelrichter bei der Prüfung der erwähnten Rüge nicht unbesehen auf die
Angaben der Vergabebehörde abstellen, zumal die Punkteverteilung beim
Kriterium "Lehrlingsausbildung" vorliegend für die Vergabe des Auftrages
entscheidend sein konnte. Die äusserst knappe Punktedifferenz unter den
Konkurrenten hätte den Einzelrichter vielmehr veranlassen müssen, die Anzahl
und Art der Lehrverhältnisse bei den Beteiligten näher abzuklären.

5.
Die staatsrechtliche Beschwerde ist nach dem Gesagten gutzuheissen, soweit
darauf einzutreten ist, und der angefochtene Rechtsmittelentscheid
aufzuheben. Die Frage, ob sich der Vergabeentscheid vom 18. Mai 2006 wegen
der Bewertung des Kriteriums "Lehrlingsausbildung" als bundesrechtswidrig
erweist, ist für das Bundesgericht nicht spruchreif (vgl. E. 4.2.5). Die
Angelegenheit ist daher zu neuer Beurteilung und zu neuem Entscheid im Sinne
der Erwägungen an das Verwaltungsgericht (Einzelrichter) zurückzuweisen (E.
2.2).
Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die bundesgerichtlichen Kosten der
Einwohnergemeinde Herisau aufzuerlegen, welche in diesem Verfahren
Vermögensinteressen vertreten hat (Art. 156 Abs. 2 OG). Die Einwohnergemeinde
Herisau hat die Beschwerdeführerin für das bundesgerichtliche Verfahren
ausserdem angemessen zu entschädigen (Art. 159 Abs. 2 OG analog).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die staatsrechtliche Beschwerde wird gutgeheissen, soweit darauf einzutreten
ist, der Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Appenzell Ausserrhoden
(Einzelrichter) vom 21. August 2006 aufgehoben und die Sache zu neuem
Entscheid im Sinne der Erwägungen an dieses zurückgewiesen.

2.
Die Gerichtsgebühr von Fr. 6'000.- wird der Einwohnergemeinde Herisau
auferlegt.

3.
Die Einwohnergemeinde Herisau hat die Beschwerdeführerin für das
bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 4'000.- zu entschädigen.

4.
Dieses Urteil wird der Beschwerdeführerin, der Einwohnergemeinde Herisau und
dem Verwaltungsgericht Appenzell Ausserrhoden, (Einzelrichter) schriftlich
mitgeteilt.

Lausanne, 16. März 2007

Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: