Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

Strafrechtliche Abteilung, Beschwerde in Strafsachen 6B.82/2009
Zurück zum Index Strafrechtliche Abteilung, Beschwerde in Strafsachen 2009
Retour à l'indice Strafrechtliche Abteilung, Beschwerde in Strafsachen 2009


Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
6B_82/2009

Urteil vom 14. Juli 2009
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Favre, Präsident,
Bundesrichter Schneider, Wiprächtiger, Ferrari, Mathys,
Gerichtsschreiberin Koch.

Parteien
X.________,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Urs Rudolf,

gegen

Y.________,
Beschwerdegegner,
vertreten durch Rechtsanwalt Heinz Ottiger,

Staatsanwaltschaft des Kantons Luzern, Zentralstrasse 28, 6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Vollendenter Mordversuch; Gefährdung des Lebens; Verjährung,

Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Luzern, II. Kammer,
vom 28. August 2008.

Sachverhalt:

A.
Das Kriminalgericht des Kantons Luzern sprach X.________ mit Kontumazialurteil
vom 13. Februar 1998 unter anderem des vollendeten Mordversuchs und der
mehrfachen Gefährdung des Lebens schuldig. Es verurteilte ihn zu 15 Jahren
Zuchthaus.

B.
Auf Gesuch von X.________ hob das Kriminalgericht des Kantons Luzern das Urteil
vom 13. Februar 1998 am 18. Oktober 2007 auf und beurteilte die damaligen
Straftaten sowie weitere in der Zwischenzeit begangene Taten neu. Es
verurteilte X.________ wegen vollendeten Mordversuchs, mehrfacher Gefährdung
des Leben, mehrfachen Diebstahls, mehrfachen versuchten Diebstahls, mehrfacher
Sachbeschädigung, mehrfachen Hausfriedensbruchs, mehrfacher Geldwäscherei,
Gebrauchs eines gefälschten Ausweises, illegaler Einreise und illegalen
Aufenthalts in der Schweiz, mehrfacher Widerhandlung gegen die ehemalige
Verordnung über den Erwerb und das Tragen von Schusswaffen durch jugoslawische
Staatsangehörige, Verletzung der Verkehrsregeln durch Überschreiten der
signalisierten Höchstgeschwindigkeit und mehrfacher Widerhandlung gegen das
Betäubungsmittelgesetz, begangen als schwerer Fall, zu einer Freiheitsstrafe
von 14 Jahren, teilweise als Zusatzstrafe zum Urteil des Bezirksgerichts
Prizren/Republik Serbien vom 30. August 2004.

C.
Das Obergericht des Kantons Luzern hob den Schuldspruch betreffend den Vorwurf
der mehrfachen Geldwäscherei mit Urteil vom 28. August 2008 auf Appellation von
X.________ hin auf und stellte das Verfahren wegen Verletzung von
Verkehrsregeln durch Überschreiten der signalisierten Höchstgeschwindigkeit
zufolge Eintritts der Verjährung ein. Im Übrigen bestätigte es die
erstinstanzlichen Schuldsprüche und verurteilte X.________ zu einer
Freiheitsstrafe von 13 Jahren und 8 Monaten, teilweise als Zusatzstrafe zum
Urteil des Bezirksgerichts Prizren/Republik Serbien vom 30. August 2004.

D.
Gegen dieses Urteil erhebt X.________ Beschwerde in Strafsachen. Er beantragt,
er sei anstelle des vollendet versuchten Mordes wegen versuchter vorsätzlicher
Tötung nach Art. 111 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 aStGB zu verurteilen und vom Vorwurf
der mehrfachen Gefährdung des Lebens freizusprechen. Das Verfahren wegen
mehrfacher Sachbeschädigung, mehrfachen Hausfriedensbruchs und mehrfacher
Widerhandlung gegen die ehemalige Verordnung über den Erwerb und das Tragen von
Schusswaffen durch jugoslawische Staatsangehörige sei infolge Eintritts der
Verfolgungsverjährung einzustellen. Für seine Taten sei er mit einer
Freiheitsstrafe von maximal 4 ½ Jahren zu bestrafen, teilweise als Zusatzstrafe
zum Urteil des Bezirksgerichts Prizren vom 30. August 2004. Eventualiter sei
die Sache zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Gleichzeitig
stellt er den Antrag um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege.
Erwägungen

1.
1.1 Der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz verneine zu Unrecht eine
Notwehrlage im Zusammenhang mit der Schussabgabe auf Y.________. Dadurch
verletze sie Bundesrecht. Am Vorabend der Tat sei seine sechzehnjährige
Schwester Z.________ nicht von der Arbeit nach Hause gekommen. Er habe
befürchtet, sie sei entführt worden. Gegen 23 Uhr hätten ihm zwei Personen im
Auftrag Y.________ mitgeteilt, seine Schwester halte sich bei ihrem Freund bzw.
dessen Bruder A.________ auf. Sie hätten ein Treffen am kommenden Tag um 12 Uhr
am Bahnhof Sursee vereinbart. Am Tattag um ca. 11.30 Uhr habe er dort nicht
seine Schwester, sondern Y.________ angetroffen. Aufgrund des
Gesichtsausdrucks, der Körperhaltung und einer Bewegung der rechten Hand zur
Hüfte sei er überzeugt gewesen, Y.________ sei bewaffnet und werde schiessen.
Er habe im Schock seine Waffe ergriffen, geladen und dreimal auf sein Opfer
geschossen. Dieses sei hingefallen, habe jedoch Bewegungen gemacht, welche er
dahingehend interpretiert habe, dass es zur Waffe greife. Aus diesem Grund habe
er weitere sechs Mal in die Beine des am Boden liegenden Opfers geschossen.
Selbst wenn man davon ausgehe, dass keine Notwehrlage bestanden habe, sei er
von einer solchen ausgegangen. Er sei überzeugt gewesen, sein Opfer sei
bewaffnet und es komme zu einer Auseinandersetzung.

1.2 Die Vorinstanz stellt zum Sachverhalt fest, die im Elternhaus wohnhafte
17-jährige Z.________ habe im August 1995 eine Beziehung zu A.________
begonnen, welche ihr Vater missbilligt habe. Am 14. Mai 1996 sei sie abends
nicht wie gewohnt ins Elternhaus zurückgekehrt. An diesem Abend hätten zwei
Personen den im selben Haus wohnhaften Beschwerdeführer um ca. 23 Uhr im
Auftrag von Y.________, dem älteren Bruder von A.________, informiert, dass
Z.________ nun mit A.________ zusammen sei und er sich Z.________ "genommen"
habe. Der Beschwerdeführer habe darauf ausrichten lassen, er wolle A.________
und seine Schwester Z.________ am folgenden Tag während seiner Mittagspause am
Bahnhof Sursee treffen, um ihnen zu gratulieren.
A.________ und Z.________ hätten am 15. Mai 1996 im Restaurant des Bahnhofs
Sursee auf den Beschwerdeführer gewartet, während Y.________ um 11.30 Uhr nach
dem Beschwerdeführer Ausschau gehalten habe. Dieser sei per Auto eingetroffen
und Y.________ sei auf ihn zugegangen. Der Beschwerdeführer sei aus dem Auto
ausgestiegen, habe seine Pistole gezogen und aus einer Distanz von ungefähr
vier bis fünf Metern mehrmals auf Y.________ geschossen. Nach einer kurzen
Pause habe der Beschwerdeführer weitere Schüsse auf das inzwischen am Boden
liegende Opfer abgegeben. Insgesamt habe er mindestens zehnmal geschossen,
wobei er das Opfer neunmal getroffen und dabei lebensgefährlich verletzt habe.
Das Opfer habe ebenfalls eine Waffe mitgeführt. Der Beschwerdeführer habe diese
jedoch nicht gesehen, weil es sie nicht hervorgeholt habe. Der Beschwerdeführer
hingegen sei schussbereit gewesen und habe umgehend nach der Begegnung wortlos
auf sein Opfer geschossen. Insbesondere bei der zweiten Serie von Schüssen, als
das von drei Schüssen in den Oberkörper bzw. Bauch getroffene Opfer wehrlos am
Boden lag, habe er nicht mehr befürchten müssen, dass es noch eine Waffe ziehe
und auf ihn schiesse. Aus den tatsächlichen Feststellungen schliesst die
Vorinstanz, es habe keine Bedrohungs- bzw. Notwehrsituation vorgelegen.

1.3 Wird jemand ohne Recht angegriffen oder unmittelbar mit einem Angriff
bedroht, so ist der Angegriffene und jeder andere berechtigt, den Angriff in
einer den Umständen angemessenen Weise abzuwehren (Art. 15 StGB).
Die Feststellungen der Vorinstanz zum Sachverhalt prüft das Bundesgericht nur
unter dem Gesichtspunkt der Willkür (Art. 97 Abs. 1 BGG). Hingegen stellt die
Schlussfolgerung, ob gestützt auf die festgestellten Tatsachen ein Angriff im
Sinne von Art. 15 StGB vorliegt, eine Rechtsfrage dar, welche das Bundesgericht
frei überprüft. Die Rügen in der Beschwerdeschrift müssen klar und detailliert
erhoben und belegt werden. Die Verletzung des Willkürverbots prüft das
Bundesgericht nur insofern, als eine solche Rüge in der Beschwerde vorgebracht
und begründet worden ist (Art. 106 Abs. 2 BGG). Der Beschwerdeführer muss sich
dazu mit den Entscheidgründen der Vorinstanz auseinandersetzen und präzise
angeben, worin er die Rechtsverletzung erblickt bzw. inwiefern der Entscheid an
einem qualifizierten und offensichtlichen Mangel leidet (BGE 134 V 53 E. 3.3.
S. 60 mit Hinweisen; 134 II 244 E. 2.1 und 2.2 S. 245 f.; 130 I 258 E. 1.3 S.
261 f. mit Hinweisen). Auf rein appellatorische Kritik am angefochtenen
Entscheid wird nicht eingetreten

1.4 Der Beschwerdeführer legt in der Rechtsschrift weitgehend seine eigene
Sicht des Sachverhalts und der Beweiswürdigung dar, ohne sich mit der
Begründung der Vorinstanz auseinanderzusetzen. Er erhebt weder den Vorwurf der
willkürlichen Sachverhaltsfeststellung bzw. Beweiswürdigung noch begründet er
diese Rügen. Soweit seine Darstellung von jener der Vorinstanz abweicht (z.B.
zum gesamten Tatablauf, zu seinem Wissen und Willen bei der Tatausführung bzw.
zur Situation der Schwester Z.________ und zum Grund ihres Fernbleibens, zur
Beweiswürdigung der Aussagen und zu den Traditionen seiner Familie), genügt er
seiner Rügepflicht nicht und vermag er keine Willkür darzutun. Auf seine
diesbezüglichen Vorbringen ist nicht einzutreten.

1.5 Gestützt auf die Feststellungen der Vorinstanz hat der Beschwerdeführer
ohne Vorwarnung unmittelbar nach der Begegnung wortlos das Feuer auf sein Opfer
eröffnet, welches seine Waffe nicht gezogen hat. Selbst wenn man die
Möglichkeit berücksichtigt, das Opfer habe eine Handbewegung zur Hüfte gemacht,
so begründet dies keinen unmittelbar drohenden Angriff auf die Rechtsgüter des
Beschwerdeführers, weil er die Waffe nicht gesehen und das Opfer die
mitgeführte Waffe nicht gegen ihn eingesetzt hat - z.B. durch Anfassen, Zeigen,
Hervorholen oder Zielen. Alleine die Präsenz des Opfers sowie die fehlende
Anwesenheit seiner Schwester und ihres Freundes eine halbe Stunde vor dem vom
Beschwerdeführer genannten Zeitpunkt begründen keine Bedrohungssituation im
Sinne von Art. 15 StGB bzw. aArt. 33 Abs. 1 StGB. Er musste als Initiant des
Treffens mit seiner Schwester und A.________ auch mit der Anwesenheit weiterer
Mitglieder der Familie B.________ rechnen. Er durfte nicht davon ausgehen, dass
ihm dadurch eine Gefahr droht, zumal er weder behauptet, es seien im Vorfeld
des Treffens Drohungen von Seiten der Familie B.________ gefallen noch die
Vorinstanz dahingehende Feststellungen gemacht hat. Die vom Beschwerdeführer
angeführte Körperhaltung und der Gesichtsausdruck des Opfers lassen ebensowenig
auf eine Notwehrsituation schliessen, weil der Beschwerdeführer unmittelbar
nach dem Aussteigen aus seinem Fahrzeug wortlos das Feuer auf sein Opfer
eröffnete, ohne sich durch ein vorgängiges Gespräch einen Überblick über die
Situation zu verschaffen. Auch in subjektiver Hinsicht konnte der
Beschwerdeführer nicht von einer Notwehrlage ausgehen, sah er doch die Waffe
seines Opfers nicht und vermutete er nach den Feststellungen der Vorinstanz
bereits vor dem Tattag eine Beziehung von Z.________ zu A.________. Darüber
sowie über die Tatsache, das Z.________ nicht entführt worden war, hatte er am
Vorabend der Tat Gewissheit. Gestützt auf die festgestellten tatsächlichen
Umstände hat die Vorinstanz zu Recht eine Notwehrsituation in objektiver und
subjektiver Hinsicht nach Art. 15 StGB bzw. aArt. 33 Abs. 1 StGB verneint.

2.
2.1 Der Beschwerdeführer rügt die rechtliche Qualifikation der Tat durch die
Vorinstanz. Es fehle ihm am direkten Vorsatz bezüglich der versuchten Tötung,
was sich aus der Lage der Treffer ergebe. Er hätte auf den Kopf, in das Herz
oder in Richtung Oberkörper geschossen bzw. das Magazin leergeschossen, wenn er
sein Opfer mit direktem Vorsatz hätte töten wollen. Es liege lediglich
Eventualvorsatz vor, da er den Tod des Opfers aufgrund der Schussabgabe in
Richtung Bauch in Kauf genommen habe.
Nicht zutreffend sei auch die rechtliche Würdigung der Tat als Mordversuch im
Sinne von Art. 112 StGB i.V.m. aArt. 22 Abs. 1 StGB. Er habe weder einen Tat-
noch Fluchtplan gehabt. Hätte er die Sache geplant, so hätte er nicht auf
Y.________, sondern auf A.________, den Freund der Schwester, schiessen müssen.
Das Bargeld von Fr. 700.-- habe er für den Familieneinkauf mit sich geführt. Es
sei auch nicht unüblich, den Pass auf sich zu tragen. Er sei von einer
Entführung seiner Schwester ausgegangen und für ihn habe eine
Bedrohungssituation vorgelegen. Die Drohungen in der Vergangenheit (wonach er
seine Schwester töte, wenn sie einen der Familie nicht genehmen Mann heirate)
habe er nicht ernst gemeint. Solche harten Worte würden in seinem Kulturkreis
viel schneller fallen und hätten nicht den drastischen Inhalt, wie sie in der
Schweiz landläufig verstanden würden. Daraus lasse sich nicht auf eine spätere
Ausführung schliessen. Es fehle auch die für die Qualifikation als Mord
notwendige Kaltblütigkeit. Er habe ausschliesslich auf die Beine geschossen,
was gegen die Annahme eines Mordversuchs spreche.

2.2 Die Vorinstanz erwägt zum Tatbestand des Mordes, es sei zwar im Zweifel
davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer erst am Tattag von der Beziehung
seiner Schwester zu A.________ erfahren habe, was den Schluss zulasse, dass die
Tat nicht von langer Hand geplant gewesen sei. Das Tatvorgehen des
Beschwerdeführers, welcher mindestens zehn Schüsse auf sein Opfer abgegeben
habe, wovon neun getroffen hätten, zeuge aber von grosser Kaltblütigkeit. Er
habe am Tattag sowohl die Waffe als auch seinen Pass und genügend Geld für die
Reise nach Albanien mit sich geführt, weshalb davon auszugehen sei, dass er
bereits am Morgen geplant habe, sich nach der Tat ins Ausland abzusetzen.
Zwischen dem Tötungsversuch und der Beziehung seiner Schwester zu A.________
bestehe ein Zusammenhang.
Der Grund für die Schussabgabe sei gestützt auf die Aussagen von Z.________ und
A.________ darin zu sehen, dass der Beschwerdeführer als (temporäres)
Familienoberhaupt seiner Schwester Z.________ verboten habe, einen Freund zu
haben. Sie habe sich darüber hinweggesetzt. Der Beschwerdeführer habe aus Wut
einen Vergeltungsakt ausgeführt, weil ihn die Familie B.________ vor vollendete
Tatsachen bezüglich der Beziehung seiner Schwester gestellt habe. Der Wahl des
Opfers hafte eine gewisse Zufälligkeit an, indem er Y.________ als ersten für
ihn greifbaren Angehörigen der Familie B.________ dafür habe büssen lassen. Der
Beweggrund des Beschwerdeführers sei als verwerflich und krass egoistisch zu
qualifizieren, da er seine eigene Wertvorstellung höher gewichtet habe als den
Respekt vor dem Leben anderer. Er habe kein Mitgefühl mit seinem Opfer gezeigt,
sondern auch noch mehrere Male geschossen, als es wehrlos und schwer verletzt
am Boden gelegen habe. Nach der Tat habe seine Schwester derart grosse Angst
vor dem Beschwerdeführer gehabt und um ihr Leben gefürchtet, dass sie und ihr
Freund sich versteckten.
Die Tatsache, dass der Beschwerdeführer umgehend nach der Begegnung mehrmals
wortlos auf sein Opfer geschossen habe, ohne dass dieses eine Angriffshandlung
ausübte, lasse darauf schliessen, dass es ihm von Anfang an darum gegangen sei,
sein Opfer niederzustrecken. Darüber bestünden kein Zweifel angesichts der
zweiten Serie von sechs Schüssen, welche er auf das wehrlos am Boden liegende
Opfer abgegeben habe.

2.3 Wer vorsätzlich einen Menschen tötet, ohne dass eine der besonderen
Voraussetzungen nach Art. 112 bis Art. 116 StGB erfüllt ist, macht sich der
vorsätzlichen Tötung strafbar (Art. 111 StGB). Handelt der Täter besonders
skrupellos, sind namentlich sein Beweggrund, der Zweck der Tat oder die Art der
Ausführung besonders verwerflich so ist der Tatbestand des Mordes nach Art. 112
StGB gegeben.
Mord zeichnet sich nach der Rechtsprechung durch eine aussergewöhnlich krasse
Missachtung fremden Lebens bei der Durchsetzung eigener Absichten aus. Die für
die Mordqualifikation konstitutiven Elemente sind jene der Tat selber, während
Vorleben und Verhalten nach der Tat nur heranzuziehen sind, soweit sie
tatbezogen sind und ein Bild der Täterpersönlichkeit vermitteln (BGE 127 IV 10
E. 1a S. 13 f. mit Hinweisen). Das Gesetz will den skrupellosen, gemütskalten,
krass und primitiv egoistischen Täter ohne soziale Regungen erfassen, der sich
zur Verfolgung eigener Interessen rücksichtslos über das Leben anderer
hinwegsetzt. Der Richter hat somit eine ethische Wertung vorzunehmen.
Entscheidend ist eine Gesamtwürdigung der äusseren und inneren Umstände der
Tat. Für Mord typische Fälle sind die Tötung eines Menschen zum Zwecke des
Raubes, Tötungen aus religiösem oder politischem Fanatismus oder aus
Geringschätzung (vgl. BGE 127 IV 10 E. 1a S. 13 f. mit zahlreichen Hinweisen).
Was der Täter bei der Tatausführung weiss, will und in Kauf nimmt, betrifft
eine innere Tatsache und ist Tatfrage. Rechtsfrage ist hingegen, gestützt auf
welche tatsächlichen Voraussetzungen bewusste Fahrlässigkeit, Eventualvorsatz
oder direkter Vorsatz gegeben ist (vgl. BGE 133 IV 9 E. 4.1. S. 17; 130 IV 58
E. 8.5 S. 62).

2.4 Die Vorbringen des Beschwerdeführers beschlagen zur Hauptsache die durch
die Vorinstanz festgestellten Tatsachen zu seinem Wissen und Willen bei der
Tatausführung sowie die Beweiswürdigung. Der Beschwerdeführer erhebt
diesbezüglich nicht den Vorwurf der Willkür, sondern setzt lediglich seine
eigene Beweiswürdigung an die Stelle derjenigen der Vorinstanz. Seine Rügen
stellen insoweit unzulässige appellatorische Kritik dar, auf welche nicht
einzutreten ist (vgl. E. 1.3).

2.5 Die Vorinstanz hat festgestellt, dass der Beschwerdeführer seinen Tatwillen
am Morgen der Tat gefasst hat. Er hat aus Wut über die durch ihn nicht
"bewilligte" Liebesbeziehung der Schwester zu A.________ wahllos, wortlos und
unmittelbar, nachdem er Y.________ erblickt hat, zehnmal auf ihn geschossen,
obwohl keine Bedrohungssituation vorgelegen hat. Er hat weitergeschossen, als
das Opfer wehrlos am Boden lag. Gestützt auf diese Tatsachen verletzt die
Vorinstanz kein Bundesrecht, wenn sie die objektiven und subjektiven
Tatbestandsmerkmale des Mordes im Sinne von Art. 112 StGB bejaht. Daran ändert
nichts, dass der Beschwerdeführer in der zweiten Serie seiner Schüsse lediglich
die Beine des Opfers getroffen hat. Es erhellt ohne weiteres, dass eine
Schussabgabe aus nächster Nähe tödlich verletzen kann.

3.
3.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, die Vorinstanz habe zu Unrecht den
Tatbestand der Gefährdung des Lebens nach Art. 129 StGB als erfüllt betrachtet.
Unbestritten sei zwar in objektiver Hinsicht, dass unbeteiligte Drittpersonen
20 bis 25 Meter entfernt vom Tatort an der Bushaltestelle gewartet hätten und
insbesondere durch die Abgabe der ersten drei Schüsse für die Personen eine
unmittelbare Lebensgefahr bestanden habe. Der subjektive Tatbestand sei
hingegen nicht erfüllt, da ihm im Zeitpunkt der Schussabgabe nicht bekannt und
bewusst gewesen sei, dass er Leute gefährdete. Er sei vollkommen auf sein Opfer
fixiert gewesen und habe keine anderen Personen gesehen. Seine Aussage, wonach
er in der Umgebung der Bushaltestelle ein paar Personen gesehen habe, beziehe
sich auf die Situation vor und nach der Tat. Hingegen habe er verneint, im
Zeitpunkt der Schussabgabe in Schussrichtung jemanden gesehen zu haben. Diesen
Widerspruch in seinen Aussagen hätte die Vorinstanz klären müssen. Dass sie
dies nicht getan habe, dürfe nicht zu seinen Ungunsten gewertet werden.

3.2 Die Vorinstanz stellt gestützt auf die Aussagen des Beschwerdeführers fest,
er habe gewusst, dass sich in der Umgebung des Tatortes andere Leute
aufhielten. In der polizeilichen Befragung habe er auf die Frage, ob er bei
Abgeben der Schüsse noch Leute gesehen habe, geantwortet, in der Seitengasse,
wo er geschossen habe, sei niemand gewesen. Hingegen habe es beim Bahnhof schon
Leute gehabt. Diese Aussage habe er in derselben Befragung wiederholt. Das
nachträgliche Bestreiten des Bewusstseins um die Anwesenheit weiterer Leute bei
der Bushaltestelle anlässlich der Befragung vor Amtsstatthalteramt sei eine
unglaubwürdige Schutzbehauptung. In diesem Zusammenhang erachtet die Vorinstanz
die Argumentation der Verteidigung als nicht stichhaltig, wonach der
Beschwerdeführer bei der Schussabgabe keine Passanten gesehen habe bzw. sich
die Aussage vor dem Untersuchungsrichter auf die Phase beziehe, als er mit dem
Auto den Geleisen entlang gefahren sei.

3.3 Der Beschwerdeführer wendet sich gegen die Beweiswürdigung der Vorinstanz
zur Tatfrage, ob er gewusst hat, dass sich im Zeitpunkt der Schussabgabe
Drittpersonen in der Nähe befunden hätten. Er wiederholt seine bereits im
kantonalen Verfahren vorgetragenen Argumente, ohne auf die Begründung im
vorinstanzlichen Urteil einzugehen. Er erhebt weder den Vorwurf der
willkürlichen Beweiswürdigung, noch begründet er, weshalb die Beweiswürdigung
der Vorinstanz schlechterdings unhaltbar sein soll, sondern trägt erneut seine
eigene Sicht der Dinge vor. Auf die rein appellatorischen Vorbringen ist nicht
einzutreten.

3.4 Der Beschwerdeführer macht geltend, er habe nicht mit der Skrupellosigkeit
gehandelt, welche zur Erfüllung des Tatbestandes von Art. 129 StGB erforderlich
sei. Er habe sich aufgrund der befürchteten Entführung seiner Schwester in
einem emotionalen Ausnahmezustand unter einer Bedrohungslage befunden.

3.5 Wie bereits ausgeführt, wusste der Beschwerdeführer, dass seine Schwester
nicht entführt worden war. Die Vorinstanz hat eine Notwehrsituation zu Recht
verneint (E. 1.5). Sie hat die Skrupellosigkeit bejaht, da der Beschwerdeführer
im Wissen um die Anwesenheit mehrerer Personen im unmittelbaren Gefahrenbereich
wiederholt Schüsse abgegeben hat. Die Ausführungen des Beschwerdeführers zu
seinem Wissen um die Situation und den Verbleib seiner Schwester im
Tatzeitpunkt beschlagen den Sachverhalt, welchen die Vorinstanz festgestellt
hat. Der Beschwerdeführer setzt sich nicht mit der Argumentation der Vorinstanz
auseinander. Auf seine Rüge, welche sich in unzulässiger appellatorischer
Kritik erschöpft, ist nicht einzutreten.

4.
4.1 Der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz habe die Verjährungsfrist falsch
berechnet. Aufgrund der Aufhebung des Kontumazialurteils vom 13. Februar 1998
sei die Frist für die Verfolgungsverjährung so zu berechnen, wie wenn es das
Abwesenheitsurteil nie gegeben hätte. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz
ruhe die Verjährungsfrist zwischen dem Kontumazialurteil und seiner Aufhebung
nicht, sondern laufe weiter. Ein Ruhen der Verjährungsfrist sei im
Strafgesetzbuch seit der Revision der Verjährungsfristen nicht mehr vorgesehen.
Dafür fehle eine entsprechende rechtliche Grundlage.

4.2 Die Vorinstanz führt zur Verjährung aus, in Beachtung des Grundsatzes des
milderen Rechts nach Art. 2 Abs. 2 StGB komme das zum Tatzeitpunkt geltende
Verjährungsrecht zur Anwendung. Mit dem Kontumazialurteil vom 13. Februar 1998
habe die Verfolgungsverjährung geendet und die Vollstreckungsverjährung zu
laufen begonnen. Nach der zu bevorzugenden Ruhetheorie falle mit der Aufhebung
des Kontumazialurteils die Vollstreckungsverjährung dahin und laufe die
Verfolgungsverjährung weiter, wie wenn sie in der Zwischenzeit für die Dauer
der Gültigkeit des Kontumazialurteils geruht hätte. Eine Flucht vor dem
Strafverfahren solle sich nicht lohnen, soweit ein Kontumazialurteil bestehe.
In diesem Punkt unterscheide sich der Flüchtige vom unbekannten Täter.
Bei den Vergehen betrage die absolute Frist für die Verfolgungsverjährung 7 ½
Jahre gemäss aArt 70 Abs. 3 i.V.m. aArt. 72 Ziff. 2 Abs. 1 und 2 StGB in der
bis zum 30. September 2002 geltenden Fassung. Sie sei noch nicht abgelaufen.
4.3
4.3.1 Die Frage, wie es sich mit dem Fristenlauf der Verfolgungsverjährung
verhält, wenn ein Kontumazialurteil auf Verlangen des Angeschuldigten nach
seiner Rechtskraft aufgehoben und nachträglich ein Verfahren in seiner
Anwesenheit durchgeführt wird, ist gesetzlich nicht geregelt und hatte das
Bundesgericht bisher nicht zu beurteilen (vgl. BGE 122 IV 344 E. 5b/aa S. 352).
Sie ist von Bedeutung für Taten, welche vor dem Inkrafttreten des neuen
Verjährungsrechts am 1. Oktober 2002 begangen worden sind, zur Prüfung, welches
Recht als milderes Recht nach Art. 2 Abs. 2 StGB anwendbar ist. Hingegen gilt
gestützt auf das am 1. Oktober 2002 in Kraft getretene Verjährungsrecht die
Regel, dass die Verfolgungsverjährung nicht mehr eintreten kann, wenn vor
Ablauf der Verjährungsfrist ein erstinstanzliches Urteil ergangen ist, weshalb
die Frage für die nach diesem Zeitpunkt begangenen Taten nicht mehr von
Bedeutung ist (Art. 97 Abs. 3 StGB bzw. aArt. 70 Abs. 3 StGB).
4.3.2 Ein Teil der Lehre spricht sich dafür aus, dass die Frist für die
Verfolgungsverjährung mit der Aufhebung des Kontumazialurteils ex nunc wieder
auflebt und so behandelt wird, als ob sie für den Zeitraum des rechtskräftigen
Kontumazialurteils geruht hätte (Stefan TrechseL, Schweizerisches
Strafgesetzbuch Praxiskommentar, 2008, N. 9 zu vor Art. 97 StGB; ROBERT HAUSER/
ERHARD SCHWERI/ KARL HARTMANN, Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. Aufl.
2005, N. 29 zu § 91). Zur Begründung wird angeführt, das Kontumazialverfahren
mache nur einen Sinn, wenn mit der Rechtskraft des Urteils auch die
entsprechenden Rechtsfolgen eintreten und die Vollstreckungsverjährung ab
diesem Zeitraum laufe. Es könnten, rückwirkend betrachtet, während der
Geltungsdauer des Kontumazialurteils nicht zwei Fristen - d.h. die Verfolgungs-
und die Vollstreckungsverjährung - gleichzeitig laufen. Zudem dürfe sich eine
Flucht für den Täter nicht lohnen.
4.3.3 Ein anderer Teil der Lehre befürwortet, dass mit der Aufhebung des
Kontumazialurteils die Frist für die Verfolgungsverjährung so berechnet wird,
als hätte es dieses aufgehobene Urteil nie gegeben. Die Autoren berechnen die
Frist der Verfolgungsverjährung so, als ob sie seit der Tatbegehung
ununterbrochen weitergelaufen wäre, also auch während der Dauer der Gültigkeit
des Kontumazialurteils (PETER MÜLLER, in: Basler Kommentar Strafrecht I, 2.
Aufl. 2007, N. 67 zu vor Art. 97 StGB; FRANZ RIKLIN, zur Frage der Verjährung
im Abwesenheitsverfahren, in: ZStrR 1995 Band 113, S. 161 ff. S. 167; CHRISTIAN
DENYS, prescription de l'action pénale, les nouveaux Art. 70, 71, 109 et 333
al. 5 CP, in: la semaine judiciaire, 2003, Vol. II, S. 49 ff., S. 58 f.;
CHRISTOF RIEDO / OLIVER M. KUNZ, Jetlag oder Grundprobleme des neuen
Verjährungsrechts, in: AJP/PJA 8/2004 S. 904 ff., S. 907). Nach dieser Ansicht
fehlt eine gesetzliche Grundlage für ein Ruhen der Frist. Ebenso soll die
Verjährungsfrist nicht übermässig ausgedehnt und der flüchtige Täter nicht
schlechter gestellt werden als der unbekannte Täter.
4.3.4 Andere Autoren gehen davon aus, dass mit Eintritt der Rechtskraft des
Kontumazialurteils die Verfolgungsverjährung endgültig beendet ist. Sie wollen
jedoch bei einem Urteil zuungunsten des Angeklagten die im Zusammenhang mit der
Revision entwickelte Praxis anwenden, wonach der Eintritt der ab
Deliktsbegehung ununterbrochen laufenden Verfolgungsverjährung beachtet wird
(Elisabeth Trachsel, Die Verjährung gemäss den Art. 70 - 75 bis des
Strafgesetzbuches, Diss. 1990, S. 130 ff.; H. F. Pfenninger, Die Verjährung im
Kontumazialverfahren, in: ZStrR 1955, S. 53 ff., S. 57).
4.3.5 Die Botschaft vom 21. September 1998 zur Änderung des Strafgesetzbuches
führt zu den Anpassungen im Verjährungsrecht aus, dass die Strafverfolgung
ende, sobald ein erstinstanzliches Urteil ergangen ist. Als ein solches gelte
auch ein Urteil im Abwesenheitsverfahren. Zweck der Norm sei, dass der Täter
durch das Ergreifen von Rechtsmitteln das Verfahren nicht derart verzögern
könne, dass die absolute Verjährung noch im Rechtsmittelverfahren eintrete (BBl
1999 1979 ff., 2134).
4.3.6 Hintergrund der Verjährungsregeln ist, dass der Strafanspruch mit der
Zeit abnimmt. Die Rechtssicherheit gebietet, dass die Strafverfolgung in einem
vom Gesetz bestimmten Zeitpunkt abgeschlossen werden soll. Zudem kann sich der
Täter verändern und der Anlass für seine Resozialisierung an Bedeutung
verlieren. Grund für die Verfolgungsverjährung ist auch, dass es mit der Zeit
immer schwieriger wird, Beweismittel beizubringen (vgl. Stefan Trechsel,
a.a.O., N. 1 zu vor Art. 97 StGB). Hingegen entspricht es gestützt auf die
Botschaft (a.a.O.) nicht dem Gesetzeszweck, dass es der Täter durch
rechtsmissbräuchliches Verhalten in der Hand hat, die Verjährung eintreten zu
lassen. Dies ergibt sich auch daraus, dass der Gesetzgeber die
Verjährungsregeln mit der per 1. Oktober 2002 in Kraft getretenen
Gesetzesänderung zu Lasten des Straftäters verschärft hat, indem die
Verfolgungsverjährung nach einem erstinstanzlichen Urteil nicht mehr eintreten
kann und die Verjährungsfristen verlängert wurden. Gestützt auf dies neue
Regelung erscheint es sachgerecht, wenn die Frist der Verfolgungsverjährung
während der Gültigkeitsdauer eines Abwesenheitsurteils ruht.
4.3.7 Die Anwendbarkeit der Vorschrift über das Ruhen nach aArt. 72 Ziff. 2
Abs. 1 und 2 StGB entspricht überdies auch der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung zur Frage der lex mitior. Danach ist in Bezug auf ein und
dieselbe Tat entweder das alte oder das neue Recht anwendbar. Eine kombinierte
Anwendung der beiden Rechte ist ausgeschlossen, weil ein Gesetz, das nicht gilt
und zu keiner Zeit gegolten hat, nicht anwendbar sein kann (BGE 134 IV 82 E.
6.2.3 S. 88 mit Hinweisen). Im vorliegenden Fall hat die Vorinstanz die Frage
der Verjährung nach dem alten, vor dem 1. Oktober 2002 geltenden und für den
Beschwerdeführer milderen Recht beurteilt. Dieser wendet sich nicht gegen die
Anwendung des alten Verjährungsrechts, sondern lediglich gegen das Ruhen der
Verjährung nach aArt. 72 StGB. Seine Argumentation geht fehl, weil die alten
Regeln über die Verjährung gestützt auf die zitierte bundesgerichtliche
Rechtsprechung integral und als Einheit, zusammen mit der darin enthaltenen
Bestimmung von aArt. 72 StGB, angewendet werden müssen.
4.3.8 Im vorliegenden Verfahren hat es sich der Beschwerdeführer im Übrigen
selbst zuzuschreiben, dass aufgrund seiner annähernd zehn Jahre dauernden
Flucht ein Urteil im Abwesenheitsverfahren ergangen ist und erst viele Jahre
später ein Verfahren in seiner Anwesenheit durchgeführt werden konnte.

5.
Die Beschwerde ist somit abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Bei diesem
Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer die Gerichtskosten zu tragen
(Art. 66 Abs. 1 BGG). Das Gesuch des Beschwerdeführers um Gewährung der
unentgeltlichen Rechtspflege ist abzuweisen, da die Beschwerde von vornherein
aussichtslos war. Seinen angespannten finanziellen Verhältnissen ist bei der
Bemessung der Gerichtskosten Rechnung zu tragen.

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 1'600.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Luzern, II.
Kammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 14. Juli 2009

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:

Favre Koch