Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

I. Zivilrechtliche Abteilung, Beschwerde in Zivilsachen 4A.220/2010
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
4A_220/2010
4A_222/2010

Urteil vom 11. Oktober 2010
I. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Klett, Präsidentin,
Bundesrichter Corboz, Bundesrichterin Kiss,
Gerichtsschreiberin Sommer.

Verfahrensbeteiligte
1. Schweizerische Bundesbahnen SBB,
vertreten durch Rechtsanwältin Barbara Klett,
Beschwerdeführerin 1,

2. Y.________ SA,
vertreten durch Rechtsanwältin Dr. Cristina Schiavi,
Beschwerdeführerin 2; Nebenintervenientin,

gegen

Berufsgenossenschaft Z.________,
vertreten durch Rechtsanwalt Guido Schmidhäusler,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Forderung aus Haftpflicht; EHG,

Beschwerden gegen das Urteil des Kantonsgerichts des Kantons Schwyz,
Zivilkammer, vom 25. August 2009.
Sachverhalt:

A.
A.________ fuhr am 28. Oktober 1999 als Chauffeur eines Sattelschleppers im
Schlafwagen des Zuges Nr. 111.________ von Freiburg (D) herkommend Richtung
Gotthard und wollte nach Mailand. Am 29. Oktober 1999, 00.30 Uhr, meldete
B.________, Fahrdienstleiter des Bahnhofs Arth-Goldau, der Kantonspolizei
Schwyz telefonisch, dass ein Lokomotivführer auf der Strecke Brunnen-Sisikon,
im Fronalptunnel, eine "Bahnleiche" bemerkt hätte. Die Kantonspolizei Schwyz
fand gleichentags um 01.35 Uhr den schwer verletzten A.________ im
Fronalptunnel. Die polizeilichen Ermittlungen ergaben, dass A.________ am 28.
Oktober 1999 gegen 23.49 Uhr aus dem Zug gefallen sein muss. Da er nach Alkohol
roch, wurde eine Blutentnahme angeordnet. Der ermittelte Blutalkoholgehalt zur
Zeit der Blutentnahme um 03.30 Uhr betrug 1,18-1,31 Gewichtspromille.
A.________ erlitt durch den Unfall schwerste Verletzungen: ein schweres offenes
Schädel-Hirn-Trauma, Hämatopneumothoraces beidseits, offene laterale
Malleolarfraktur links, Metatarsale III-V-Köpfchenfrakturen links, Metatarsale
V-Trümmerfraktur rechts sowie eine Scapulablattfraktur rechts.
Nachdem A.________ bis am 25. November 1999 im Universitätsspital Zürich auf
der Intensivstation behandelt worden war, wurde er in die Unfallklinik
M.________ (D) verlegt und hat sich dort bis am 11. Juli 2001 in stationärer
Behandlung befunden. Bis dahin konnte er im Rollstuhl mobilisiert und eine
sprachliche Kommunikationsfähigkeit durch Ein- bis Dreiwortsätze erreicht
werden. Wegen der ausgeprägten Schluckstörung musste A.________ mit einer Sonde
ernährt werden. Das nervenärztliche Gutachten der Unfallklinik M.________ kommt
bereits am 19. Dezember 2001 zum Schluss, dass eine deutliche Besserung der
Unfallfolgen in Zukunft nicht zu erwarten sei. Ein erneutes Gutachten vom 19.
November 2003 hielt denn auch fest, dass gegenüber dem Vorgutachten vom 19.
Dezember 2001 keine wesentliche Änderung eingetreten sei. Durch ein erneutes
stationäres Heilverfahren könne keine nennenswerte Besserung des
Unfallfolgezustandes erreicht werden. Um eine Verschlechterung zu verhindern,
sollten die bisherigen Behandlungsmassnahmen wie krankengymnastische
Übungsbehandlung, Ergotherapie und Pflege durch die Ehefrau weitergeführt
werden. Bis zum 19. Januar 2004 war eine Besserung lediglich insoweit
eingetreten, als A.________ wieder selbständig schlucken konnte. Der Grad der
Erwerbsunfähigkeit lag weiterhin bei 100 %. Im November 2005 konnte gleichwohl
eine Befundverbesserung festgestellt werden. Im Bericht der Praxisklinik
N.________ vom 3. November 2005 wird ausgeführt, dass eine verbale
Kontaktaufnahme mit A.________ nun möglich sei. Er habe auch wieder gelernt zu
essen und könne gestützt stehen.

B.
Die Berufsgenossenschaft Z.________ erhob am 13. September 2006 vor dem
Bezirksgericht Schwyz Klage mit den Rechtsbegehren, die Schweizerischen
Bundesbahnen SBB (Beschwerdeführerin 1) zu verpflichten, ihr Fr. 3'834'249.60
zu zahlen, nebst Zins zu 5 % von Fr. 1'225'781.10 entsprechend EUR 770'931.56
ab dem 29. Dezember 2002 sowie Zins zu 5 % von Fr. 20'033.90 ab dem 16. Juni
2006 und Zins zu 5 % von Fr. 2'588'434.60 entsprechend EUR 1'627'946.29 ab dem
16. Juni 2006.
Auf Antrag der Beschwerdeführerin 1 und mit Zustimmung der Beschwerdegegnerin
beschränkte der Vizegerichtspräsident des Bezirks Schwyz mit Verfügung vom 4.
Oktober 2006 das Prozessthema einstweilen auf die Frage der Haftung.
Am 4. Dezember 2006 verkündete die Beschwerdeführerin 1 der Y.________ SA den
Streit. Am 5. März 2007 trat diese dem Prozess als Nebenintervenientin bei.
Mit Urteil vom 17. Oktober 2008 stellte das Bezirksgericht Schwyz fest, dass
die Beschwerdeführerin 1 aus dem Bahnunfall von A.________ vom 29. (recte 28.)
Oktober 1999 hafte.
Gegen dieses Urteil erklärten die Beschwerdeführerin 1 und die
Nebenintervenientin Berufung an das Kantonsgericht Schwyz mit den
Rechtsbegehren, das angefochtene Urteil des Bezirksgerichts Schwyz vom 17.
Oktober 2008 aufzuheben. Es sei festzustellen, dass die Beschwerdeführerin 1
aus dem Bahnunfall von A.________ vom 29. (recte 28.) Oktober 1999 nicht hafte.
Mit Urteil vom 25. August 2009 wies das Kantonsgericht die Berufungen ab und
bestätigte das Urteil des Bezirksgerichts.

C.
Die Beschwerdeführerin 1 beantragt dem Bundesgericht mit Beschwerde in
Zivilsachen, das Urteil des Kantonsgerichts aufzuheben und die Klage vom 13.
September 2006 abzuweisen. Zur Neuregelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen
des kantonalen Verfahrens sei die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen.
Die Nebenintervenientin (Beschwerdeführerin 2) erhob ebenfalls Beschwerde in
Zivilsachen. Sie beantragt, das Urteil des Kantonsgerichts vom 25. August 2009
und dasjenige des Bezirksgerichts vom 18. Oktober 2008 aufzuheben, die Klage
abzuweisen und die fehlende Haftung der Beschwerdeführerin 1 für den Unfall vom
29. (recte 28.) Oktober 1999 festzustellen. Die Sache sei zur Neuregelung der
Kosten- und Entschädigungsfolgen des vorinstanzlichen Verfahrens an diese
zurückzuweisen. Eventualiter sei die Sache umfassend der Vorinstanz zur
erneuten Beurteilung zurückzuweisen.
Die Beschwerdegegnerin beantragt in zwei separaten Antworten, die Beschwerden
abzuweisen und das angefochtene Urteil zu bestätigen. Die Vorinstanz schliesst
auf Abweisung der Beschwerden, soweit darauf einzutreten sei.

Erwägungen:

1.
Die Beschwerden in den Verfahren 4A_220/2010 und 4A_222/2010 richten sich gegen
das gleiche Urteil des Obergerichts des Kantons Schwyz vom 25. August 2009. Die
beiden Beschwerdeführerinnen stellen zudem im Wesentlichen die gleichen Anträge
und erheben weitgehend die selben Rügen. Teilweise decken sich ihre
Beschwerdebegründungen wörtlich. Es rechtfertigt sich demnach, die Verfahren
4A_220/2010 und 4A_222/2010 zu vereinigen und die beiden Beschwerden in einem
einzigen Entscheid zu beurteilen (vgl. Art. 71 BGG i.V.m. Art. 24 BZP).

2.
Anfechtbar sind einzig Entscheide letzter kantonaler Instanzen (Art. 75 Abs. 1
BGG). Auf die Beschwerde der Beschwerdeführerin 2 kann deshalb nicht
eingetreten werden, soweit sie die Aufhebung des Urteils des Bezirksgerichts
beantragt.

3.
Mit dem angefochtenen Urteil bejahte die Vorinstanz die Haftung der
Beschwerdeführerin 1 dem Grundsatz nach. Dieser Entscheid über eine Vorfrage
schliesst das Verfahren nicht ab, sondern stellt einen Zwischenentscheid dar
(vgl. dazu BGE 135 III 329 E. 1.2; 134 II 124 E. 1.3 S. 127; Urteil 4A_48/2010
vom 9. Juli 2010 E. 1.3).
Gegen selbständig eröffnete Zwischenentscheide, die weder die Zuständigkeit
noch den Ausstand betreffen, ist die Beschwerde nur beim Vorliegen einer der
folgenden alternativen Voraussetzungen zulässig: wenn der Zwischenentscheid
einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken kann (Art. 93 Abs. 1 lit. a
BGG) oder die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen
und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges
Beweisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG).
Vorliegend ist die erste Voraussetzung von Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG erfüllt.
Sollte das Bundesgericht die Rechtsauffassung der Beschwerdeführerinnen teilen
und demnach die Haftung verneinen, würde es die Klage abweisen und damit einen
verfahrensabschliessenden Endentscheid fällen. Die Beschwerdeführerinnen legen
überdies substanziiert dar, dass mit einem Endentscheid ein bedeutender Aufwand
an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren erspart werden könnte,
da namentlich umfangreiche medizinische Abklärungen getätigt bzw. aktualisiert
werden müssten. Sie sehen es zudem für unumgänglich an, dass im internationalen
Verhältnis (Regressforderung eines ausländischen Unfallversicherers) die
rechtliche Qualifikation einzelner Schadenspositionen, die im schweizerischen
Recht nicht anerkannt seien, mittels eines rechtsvergleichenden Gutachtens, das
erhebliche Kosten auslösen würde, geklärt werden müsste.
Bei dieser Sachlage sind die Voraussetzungen von Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG als
gegeben zu betrachten, so dass der angefochtene Zwischenentscheid selbständig
der Beschwerde unterliegt. Da auch die übrigen Sachurteilsvoraussetzungen
erfüllt sind, ist auf die Beschwerden - unter Vorbehalt einer rechtsgenüglichen
Begründung (Art. 42 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 2 BGG) - einzutreten.

4.
Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die
Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Die Feststellung des
Sachverhalts kann nur gerügt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder
auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht und wenn die
Behebung des Mangels für den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann
(Art. 97 Abs. 1 BGG). "Offensichtlich unrichtig" bedeutet dabei "willkürlich"
(BGE 135 III 397 E. 1.5).
Der Beschwerdeführer, der die Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz
anfechten will, kann sich nicht damit begnügen, den bestrittenen Feststellungen
eigene tatsächliche Behauptungen gegenüberzustellen oder darzulegen, wie die
Beweise seiner Ansicht nach zu würdigen gewesen wären. Vielmehr hat er klar und
substanziiert aufzuzeigen, inwiefern die gerügten Feststellungen bzw. die
Unterlassung von Feststellungen offensichtlich unrichtig sind oder auf einer
Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruhen. Soweit der Beschwerdeführer
den Sachverhalt ergänzen will, hat er zudem mit Aktenhinweisen darzulegen, dass
er entsprechende rechtsrelevante Tatsachen und taugliche Beweismittel bereits
bei den Vorinstanzen prozesskonform eingebracht hat (Urteile 4A_214/2008 vom 9.
Juli 2008 E. 1.2, nicht publ. in: BGE 134 III 570; 4A_470/2009 vom 18. Februar
2010 E. 1.2). Auf eine Kritik an den tatsächlichen Feststellungen der
Vorinstanz, die diesen Anforderungen nicht genügt, ist nicht einzutreten (BGE
133 II 249 E. 1.4.3).
Zu beachten ist, dass dem Sachgericht im Bereich der Beweiswürdigung ein
erheblicher Ermessensspielraum zusteht (BGE 120 Ia 31 E. 4b S. 40). Das
Bundesgericht greift auf Beschwerde hin nur ein, wenn das Sachgericht sein
Ermessen missbraucht, insbesondere offensichtlich unhaltbare Schlüsse zieht,
erhebliche Beweise übersieht oder solche willkürlich ausser Acht lässt (vgl.
BGE 132 III 209 E. 2.1; 129 I 8 E. 2.1; 120 Ia 31 E. 4b S. 40 mit Hinweisen).

5.
Mit Blick auf die formelle Natur des Gehörsanspruchs nach Art. 29 Abs. 2 BV
(BGE 135 I 187 E. 2.2 S. 190) ist vorab die Gehörsrüge der
Beschwerdeführerinnen zu prüfen. Sie erblicken eine Verletzung des rechtlichen
Gehörs darin, dass die Vorinstanz die beantragte Zeugeneinvernahme von
C.________, einem der letzten Fachexperten über den Wagentyp Y. 222.________,
abgelehnt habe. Sie hätten mit dieser Zeugeneinvernahme aufzeigen können, wie
der Türschliessungsmechanismus der fraglichen Y.________-Wagen funktionierte.
Die Vorinstanz verneinte eine Verletzung des rechtlichen Gehörs durch das
Bezirksgericht. Zum einen habe die Beschwerdeführerin 1 nur unsubstanziiert
vorgetragen, C.________ verfüge über besondere Kenntnisse. Zum andern habe sie
die beantragte Befragung von C.________ damit begründet, dass dieser die Fragen
beantworten könne, ob und mit welchem Kraftaufwand die Wagontüren hätten
geöffnet werden können, wenn sie mit oder ohne Sicherheitsverschluss
geschlossen gewesen wären, und ob im Zeitpunkt des Unfalls eine Türe nur hätte
angelehnt sein können. Diese Fragen seien aber mit der Stellungnahme des
Bundesamts für Verkehr (BAV) vom 25. März 2008 geklärt worden, insoweit sie von
Relevanz seien. Die Beschwerdeführerin 1 lege nicht dar, inwiefern C.________
zur Sachverhaltsfrage noch mehr hätte beitragen können, als bereits aufgrund
der Stellungnahme des BAV vom 25. März 2008 bekannt gewesen sei, zumal sie
diese als vollständig und schlüssig bezeichnet habe. Im Übrigen sei C.________
Angestellter der Nebenintervenientin, weshalb seine Aussagen von vornherein mit
Vorsicht zu würdigen wären.
Der aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör fliessende Anspruch auf Abnahme und
Würdigung rechtzeitig und formrichtig angebotener Beweismittel (vgl. BGE 124 I
241 E. 2 S. 242; 122 I 53 E. 4a mit Hinweisen) schliesst eine vorweggenommene
Beweiswürdigung nicht aus, verbietet dem Gericht also nicht, einem beantragten
Beweismittel die Erheblichkeit oder Tauglichkeit abzusprechen oder auf die
Abnahme von Beweisen zu verzichten, wenn das Gericht aufgrund der bereits
abgenommenen Beweise seine Überzeugung gebildet hat und willkürfrei davon
ausgehen darf, diese würde durch weitere Beweiserhebungen nicht geändert (BGE
134 I 140 E. 5.3 S. 148; 131 I 153 E. 3 S. 157; 130 II 425 E. 2.1 S. 429).
Die Beschwerdeführerin 1 stellt zunächst richtig, dass C.________ ihr
Angestellter und nicht derjenige der Nebenintervenientin war. Das ändert nichts
daran, dass seine Zeugenaussagen wegen der Verbundenheit zu einer der
Beschwerdeführerinnen mit Zurückhaltung zu würdigen gewesen wären. Die
Beschwerdeführerinnen vermögen auch die Erwägung der Vorinstanz nicht als
unzutreffend auszuweisen, wonach die an C.________ zu stellenden Fragen bereits
durch die Stellungnahme des BAV vom 25. März 2008 geklärt wurden. Sie bringen
lediglich vor, C.________ habe im Gegensatz zu D.________ vom BAV über konkrete
Erfahrung und bessere Kenntnisse betreffend den streitbetroffenen
Türschliessungsmechanismus verfügt. Damit kritisieren sie im Grunde die
Fachkompetenz des beigezogenen BAV-Experten, womit sie in der Phase des
bundesgerichtlichen Verfahrens zu spät und daher nicht mehr zu hören sind. Nach
den Feststellungen der Vorinstanz hat die Beschwerdeführerin 1 nur
unsubstanziiert vorgetragen, C.________ verfüge über besondere Kenntnisse.
Diese Feststellung widerlegen die Beschwerdeführerinnen nicht und geben keine
Aktenstellen an, wo sie konkrete Behauptungen zur Fachkompetenz von C.________
substanziiert hätten. Es ist daher keine Willkür erkennbar, wenn die Vorinstanz
in antizipierter Beweiswürdigung davon ausging, die aufgeworfenen Fragen seien
schon durch die Stellungnahme des BAV vom 25. März 2008 geklärt worden, weshalb
auf eine Befragung von C.________ verzichtet werden könne. Die Rüge einer
Verletzung des rechtlichen Gehörs ist demzufolge unbegründet.

6.
Per 1. Januar 2010 wurde das Bundesgesetz vom 28. März 1905 über die
Haftpflicht der Eisenbahn- und Dampfschifffahrtsunternehmungen und der
Schweizerischen Post (EHG) aufgehoben und sind die Art. 40b ff. des
Eisenbahngesetzes (EBG; SR 742.101) in Kraft getreten. Da sich der Bahnunfall
am 28. Oktober 1999 und somit vor dem Inkrafttreten der neuen Bestimmungen von
Art. 40b ff. EBG ereignete, gelangen vorliegend indessen noch die Bestimmungen
des EHG zur Anwendung.
Wird beim Bau oder Betrieb einer Eisenbahn oder bei Hilfsarbeiten, mit denen
die besondere Gefahr des Eisenbahnbetriebes verbunden ist, ein Mensch getötet
oder körperlich verletzt, so haftet der Inhaber der Eisenbahnunternehmung für
den daraus entstandenen Schaden, sofern er nicht beweist, dass der Unfall durch
höhere Gewalt, durch Verschulden Dritter oder durch Verschulden des Getöteten
oder Verletzten verursacht ist (Art. 1 Abs. 1 EHG).
Bei der Haftung nach dem EHG für Personenschäden handelt es sich um eine
Kausalhaftung, die als Gefährdungshaftung bzw. scharfe Kausalhaftung
ausgestaltet ist (Oftinger/Stark, Schweizerisches Haftpflichtrecht, Besonderer
Teil, Bd. II/3, 4. Aufl., Zürich 1991, § 27 Rz. 2; Keller, Haftpflicht im
Privatrecht, Bd. 1, 6. Aufl., Bern 2002, S. 245).
Das Selbstverschulden des Geschädigten oder das Verschulden eines Dritten
vermag die Bahnunternehmung dann zu entlasten, wenn es die einzige
Unfallursache darstellt oder gegenüber anderen Faktoren, namentlich der
Betriebsgefahr der Bahn, an ursächlicher Bedeutung so sehr überwiegt, dass
diese als adäquate Mitursache des Unfalls ausscheiden. Haben neben der mit dem
Bahnbetrieb normalerweise verbundenen Betriebsgefahr und dem Selbst- oder
Drittverschulden noch weitere, von der Bahn zu vertretende Umstände, wie
insbesondere das Verschulden von Angestellten der Bahn oder eine über das
normale Mass hinausgehende erhöhte Betriebsgefahr den Unfall mitverursacht, so
reicht in der Regel auch ein grobes Selbst- oder Drittverschulden nicht aus,
die Bahn vollständig von ihrer Haftpflicht zu befreien (BGE 102 II 363 E. 3 S.
365 ff.; 87 II 301 E. 2 S. 306 f.; Urteil 4A_453/2008 vom 22. Dezember 2008 E.
3.2; je mit Hinweisen; Oftinger/Stark, a.a.O., § 27 Rz. 137 ff.; Keller,
a.a.O., S. 259).

7.
7.1 Die Vorinstanz nahm mit der Erstinstanz an, dass A.________ beim Unfall vom
28. Oktober 1999 schwerste Körperverletzungen erlitten hatte. Es liege damit
unbestrittenermassen ein Personenschaden im Sinne von Art. 1 Abs. 1 EHG vor.
Dieser Schaden sei durch einen Unfall verursacht worden, der auf den Betrieb
einer Eisenbahn zurückzuführen sei. A.________ habe sich als Reisender im Zug
Richtung Mailand befunden. Er sei aus dem fahrenden Zug gestürzt und habe
(auch) infolge Fortbewegung des Zuges schwerste Verletzungen erlitten. Er sei
damit - egal wie sich der Unfall genau zugetragen habe - im Rahmen eines
Betriebsvorganges verletzt worden, womit die Gefährdungshaftung nach Art. 1
Abs. 1 EHG zum Tragen komme.
Diese Ausgangslage wird von den Beschwerdeführerinnen nicht bestritten. Somit
sind die Haftungsvoraussetzungen des Personenschadens und des Verursachens
desselben beim Betrieb einer Eisenbahn als gegeben zu betrachten.

7.2 Die Bahnunternehmung kann sich insbesondere dadurch entlasten, dass sie ein
den Kausalzusammenhang unterbrechendes Selbstverschulden des Geschädigten
beweist (vgl. Erwägung 6). Vorliegend besteht dabei die Besonderheit, dass nach
den Feststellungen der Vorinstanz im Rahmen des Beweisverfahrens nicht
schlüssig geklärt werden konnte, weshalb A.________ im Tunnel aus dem Bahnwagen
fiel. Er selber konnte wegen seiner schweren Verletzungen nicht befragt werden.
Der Unfallhergang und namentlich das Verhalten des Geschädigten konnte nicht
festgestellt werden. In einer solchen Situation geht es im Rahmen des
Entlastungsbeweises eines Selbstverschuldens des Geschädigten vorerst noch
nicht darum, ein festgestelltes Verhalten des Geschädigten unter dem Aspekt der
Vorwerfbarkeit als Selbstverschulden zu würdigen und zu gewichten. Vielmehr ist
in einem ersten Schritt aufzuzeigen, wie sich der Unfall zugetragen und welche
Rolle der Geschädigte dabei gespielt hat.

8.
8.1 Die Beschwerdeführerinnen rügen eine Missachtung der Regel von Art. 8 ZGB
über die Beweislastverteilung. Sie sind der Meinung, die Beschwerdegegnerin
müsse beweisen, wie A.________ aus dem Zug gefallen sei. Die Beschwerdegegnerin
trage die Beweislast für den Unfallhergang und die Beschwerdeführerin 1 für den
Entlastungsbeweis des Selbstverschuldens.
Nach Art. 8 ZGB hat, wo es das Gesetz nicht anders bestimmt, jene Partei das
Vorhandensein einer behaupteten Tatsache zu beweisen, die aus ihr Rechte
ableitet. Vorliegend hat demnach die Beschwerdegegnerin die
Haftungsvoraussetzungen zu beweisen und die Beschwerdeführerin 1 den
Entlastungsbeweis des behaupteten Selbstverschuldens zu führen. Das heisst aber
nicht, dass die Beschwerdegegnerin beweisen müsste, wie A.________ aus dem Zug
gefallen ist. Für eine Haftung nach Art. 1 Abs. 1 EHG genügt der Nachweis, dass
ein Personenschaden vorliegt, der beim Betrieb der Eisenbahn verursacht wurde.
Diese Haftungsvoraussetzungen hat die Beschwerdegegnerin dargetan (vgl.
Erwägung 7.1). Wenn die unmittelbare Unfallursache, hier der unmittelbare
Anlass für das Herausfallen aus dem Zug, unbekannt ist, wirkt sich das
grundsätzlich zum Nachteil der Bahnunternehmung aus (BGE 85 II 350 E. 5 S. 356;
Oftinger/Stark, a.a.O., § 27 Rz. 143). Der Vorwurf einer unzulässigen
Beweislastumkehr ist unbegründet.

8.2 Weiter stellt sich die Frage, welches Beweismass für den Entlastungsbeweis
gilt.
8.2.1 Nach dem bundesrechtlichen Regelbeweismass gilt ein Beweis als erbracht,
wenn das Gericht nach objektiven Gesichtspunkten von der Richtigkeit einer
Sachbehauptung überzeugt ist und ihm allfällige Zweifel als unerheblich
erscheinen. Ausnahmen von diesem Regelbeweismass der vollen Überzeugung ergeben
sich einerseits aus dem Gesetz und sind anderseits durch Rechtsprechung und
Lehre herausgearbeitet worden. Danach wird insbesondere eine überwiegende
Wahrscheinlichkeit als ausreichend betrachtet, wo ein strikter Beweis nicht nur
im Einzelfall, sondern der Natur der Sache nach nicht möglich oder nicht
zumutbar ist und insofern eine "Beweisnot" besteht (BGE 133 III 153 E. 3.3; 130
III 321 E. 3.2 S. 324 mit Hinweisen). Im Bereich des Haftpflichtrechts gilt das
Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nach ständiger Rechtsprechung
namentlich für den Nachweis des natürlichen bzw. hypothetischen
Kausalzusammenhangs (BGE 133 III 153 E. 3.3 S. 162; 132 III 715 E. 3.2; 128 III
271 E. 2b/aa S. 276; je mit Hinweisen). Nach dem Beweismass der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit gilt ein Beweis als erbracht, wenn für die Richtigkeit der
Sachbehauptung nach objektiven Gesichtspunkten derart gewichtige Gründe
sprechen, dass andere denkbare Möglichkeiten vernünftigerweise nicht
massgeblich in Betracht fallen (BGE 133 III 81 E. 4.2.2 S. 89; 132 III 715 E.
3.1. S. 720; 130 III 321 E. 3.3 S. 325).
8.2.2 Wie alle Befreiungsgründe, ist auch das Selbstverschulden des
Geschädigten von der Bahnunternehmung zu beweisen. Dabei besteht weder nach
Gesetz noch nach Massgabe der vorstehend wiedergegebenen Rechtsprechung
Veranlassung, für den Nachweis des Selbstverschuldens vom Regelbeweismass im
Sinne einer Beweiserleichterung abzugehen. So lässt sich nicht sagen, dass ein
strikter Nachweis von Umständen und Tatsachen, aus denen auf ein bestimmtes
Verhalten des Geschädigten geschlossen werden kann, der Natur der Sache nach
generell nicht möglich oder zumutbar wäre.
8.2.3 Die Beschwerdeführerinnen opponieren grundsätzlich nicht dagegen. Sie
sind jedoch der Meinung, das Selbstverschulden des Geschädigten müsse ohne
strikten Beweis als vorhanden angenommen werden, wenn nicht genau
rekonstruierbare Tatbestände vorliegen würden, bei denen vernünftigerweise
keine andere Erklärung des Unfalls als durch das Zurückführen auf das
Verschulden des Geschädigten denkbar sei. Diese Auffassung stützt sich auf
Oftinger/Stark, die ausführen, das Selbstverschulden sei auch ohne strikten
Beweis anzunehmen, wenn Tatbestände auftreten, wo vernünftigerweise eine andere
Erklärung des Unfalls als durch Zurückführen auf Selbstverschulden nicht
denkbar sei (sogenannter prima-facie-Beweis oder Anscheinsbeweis). Beweist aber
der Geschädigte andere ernsthafte Möglichkeiten des Unfallhergangs, ist der
Annahme des Selbstverschuldens des Geschädigten die Grundlage entzogen und die
Haftung der Bahn gemäss Art. 1 Abs. 1 EHG wird wirksam (Oftinger/Stark, a.a.O.,
§ 27 Rz. 143-145).
Auch wenn man einen solchen prima-facie-Beweis genügen liesse, müsste
vorliegend die Beschwerdeführerin 1 Umstände beweisen, bei deren Vorliegen
vernünftigerweise nur auf den von ihr behaupteten Unfallhergang, nämlich auf
das willentliche Öffnen der Ausgangstür des Y.________-Begleitwagens durch
A.________, geschlossen werden könnte und ein anderer Unfallablauf nicht mehr
ernsthaft in Betracht fällt. Dass ihr dieser Beweis gelungen wäre, hat die
Vorinstanz verneint.

9.
Die Vorinstanz hielt es vielmehr in Würdigung sämtlicher Umstände als
überwiegend wahrscheinlich, dass A.________, als der Zug den Fronalptunnel
befuhr, wegen des allgemein bekannten, immer wieder vorkommenden "Rüttelns" des
Zuges, namentlich auf dem Teil der befahrenen Strecke ab Brunnen, das
Gleichgewicht verlor. In der Folge sei er entweder gegen die nicht korrekt
geschlossene Türe gestossen und ohne Betätigung der Türfalle aus dem Zug
gefallen oder er habe einen Sturz durch unbewusstes Festhalten bei der nach
unten gekippten Türfalle verhindern wollen, da er den oberhalb befindlichen
Haltegriff "verpasst" habe und dabei aus der zuvor zwar geschlossenen, aber
ungesicherten Wagentüre gefallen sei. Die Vorinstanz erwog, die
Beschwerdeführerin 1 könne sich bei dieser Beweislage nicht auf den
prima-facie-Beweis berufen, sondern habe das Gericht von dem von ihr
behaupteten Unfallhergang zu überzeugen.
Nach dem von den Beschwerdeführerinnen behaupteten Unfallablauf hatte sich
A.________ wegen seines hohen Bierkonsums gegen 23.40 Uhr auf die Toilette
begeben, wobei er berauscht durch den starken Alkoholkonsum die Sandalen
verkehrt herum angezogen habe. Anschliessend habe A.________ die WC-Türe
gesucht, habe diese mit der Ausstiegstüre verwechselt und sei beim
willentlichen Öffnen der Türe "A", die sich gegen den Fahrtwind öffnen lasse,
aus dem Zug gefallen. Die Vorinstanz begründete einlässlich, weshalb sie diesen
Unfallhergang als weniger wahrscheinlich als jenen, den die Beschwerdegegnerin
vorgetragen hatte, betrachtete.

10.
Die Beschwerdeführerinnen unterbreiten dem Bundesgericht eingehende
Ausführungen zur Sachverhaltsfeststellung und zur Beweiswürdigung der
Vorinstanz. Die zahlreichen Rügen offensichtlich unrichtiger
Sachverhaltsfeststellungen und willkürlicher Beweiswürdigung verfehlen aber
teilweise die strengen Begründungsanforderungen an solche Rügen (vgl. Erwägung
4). So erschöpft sich die Kritik der Beschwerdeführerinnen teilweise darin,
ihre eigene Sicht der Dinge unter Ergänzung des vorinstanzlichen Sachverhalts
darzustellen und die davon abweichende Würdigung der Vorinstanz als willkürlich
zu bezeichnen. Dabei diskutieren sie die einzelnen Themen, ohne stets
aufzuzeigen, inwiefern ihre Beurteilung für das Gesamtergebnis wesentlich sein
soll. Auf solchermassen unzulässige appellatorische Kritik wird nicht
eingetreten. Soweit hinlänglich begründete Sachverhalts- bzw. Willkürrügen
vorgetragen werden, ist dazu Folgendes auszuführen:

10.1 Die von der Vorinstanz als überwiegend wahrscheinlich erachtete
Unfallversion setzt als erstes Element voraus, dass der Y.________-Begleitwagen
vor dem Unfall mit einer nicht korrekt geschlossenen oder zwar geschlossenen,
aber nicht gesicherten Ausstiegstüre fuhr. Die Beschwerdeführerinnen rügen die
dahingehende Annahme der Vorinstanz wegen einseitiger Beweiswürdigung zugunsten
der Beschwerdegegnerin als offensichtlich unrichtig bzw. willkürlich.
Dieser Vorwurf geht fehl. Zunächst ist festzuhalten, dass es angesichts der
Beweislastverteilung nur darum ging zu ermitteln, ob die von der
Beschwerdegegnerin behauptete Unfallversion ernsthaft in Betracht kommt. Es
muss also nicht positiv bewiesen sein, dass eine Ausstiegstüre effektiv nicht
richtig geschlossen oder gesichert war. Es genügt, wenn dies aufgrund der
Beweislage ernsthaft in Betracht fällt.
Die Vorinstanz bejahte Letzteres. Für diesen Schluss stützte sie sich
einerseits auf die Aussagen mehrerer Zeugen, die jahrelang in denselben
Y.________-Wagen die betreffende Strecke gefahren sind und aussagten, dass die
Türen der Y.________-Wagen über keine automatische Schliesstechnik verfügten,
immer wieder offen gestanden bzw. nicht korrekt verschlossen gewesen und von
den LKW-Fahrern während der Fahrt oder bei einem Halt jeweils zugezogen worden
seien. Als weiteres Indiz zog sie die "Petition E.________" heran, die nach
einem ähnlichen Vorfall verfasst worden war. Damals fiel E.________ ebenfalls
aus dem Zug, wurde aber nur leicht verletzt. Die Petition war an die
Nebenintervenientin gerichtet und wies auf die Mängel der Liegewagen hin. Im
dritten von acht Punkten wurde ausgeführt, jedem Benutzer der "rollenden
Landstrasse" sei bekannt, dass die Wagontüren nicht oder teilweise nicht
richtig verschlossen seien. Trotz Personenbeförderung sei keine automatische
Verriegelung vorhanden. Die Vorinstanz erblickte in dieser Petition einen
weiteren Hinweis darauf, dass die Wagentüren offenbar nicht selten nicht oder
teilweise nicht richtig verschlossen waren. Schliesslich zog sie den Bericht
des BAV vom 25. März 2008 heran, in dem der BAV-Experte D.________ die
Möglichkeit bejahte, dass der Zug am 28. Oktober 1999 zeitweise mit offener
Y.________-Wagentür unterwegs gewesen sei, da damals eine offene Türe nicht im
Führerstand angezeigt werden konnte.
Die Beschwerdeführerinnen rügen eine einseitige Beweiswürdigung, weil die
Vorinstanz folgende Argumente und Beweise der Beschwerdeführerinnen
unberücksichtigt gelassen bzw. in der Beweiswürdigung willkürlich nicht
berücksichtigt habe:
10.1.1 F.________ habe als Mitfahrer im Y.________-Zug Nr. 111.________
gegenüber der Untersuchungsbehörde des Kantons Schwyz bestätigt, dass die Türen
- als A.________ zu Bett ging - geschlossen gewesen seien.
F.________ belegte am 28. Oktober 1999 zusammen mit A.________ ein
Schlafwagenabteil. Er wurde am 11. November 1999 auf schriftlichem Weg durch
die Kantonspolizei Schwyz ohne Zeugenbelehrung angeschrieben. Die Vorinstanz
hat demnach dem Auskunftsschreiben von F.________ vom 21. November 1999 zu
Recht nicht einmal den Beweiswert einer gerichtlich eingeholten Auskunft
beigemessen. Trotzdem hat die Vorinstanz die schriftliche Auskunft von
F.________ aber durchaus berücksichtigt. Dieser hatte auf die Frage, ob die
Schlafwagentüren in der Nacht und am nächsten Morgen geschlossen und verriegelt
gewesen seien, geantwortet "geschlossen" (chiuse). Die Vorinstanz erwog, daraus
gehe - auch mangels entsprechender Fragestellung - nicht hervor, ob die Türe
komplett oder nur unvollständig verschlossen gewesen sei. In der Tat
beantwortete F.________ die Frage nur teilweise, indem er nur von "geschlossen"
sprach, sich aber nicht dazu äusserte, ob die Türen "verriegelt" gewesen seien.
Zudem hatte er sich um 22.30 Uhr schlafen gelegt und konnte somit nicht
beobachtet haben, ob die Türen auch danach stets korrekt geschlossen blieben.
Der Vorinstanz kann daher keine Willkür vorgeworfen werden, wenn sie in der
schriftlichen Auskunft von F.________ keinen Beweis für die Darstellung der
Beschwerdeführerinnen erblicken konnte, dass die Türen in der Unfallnacht stets
richtig bzw. vollständig geschlossen waren.
10.1.2 Als weiteren angeblich nicht oder in willkürlicher Weise
berücksichtigten Punkt führen die Beschwerdeführerinnen an, kein anderer
LKW-Fahrer im Y.________-Zug Nr. 111.________ habe bemerkt, dass eine Türe
offen gewesen sei, obwohl mit grosser Wahrscheinlichkeit mehrere der 17
mitfahrenden Kollegen das WC aufgesucht hätten.
Die Vorinstanz stellte demgegenüber fest, aus den Akten gehe nicht hervor, ob
ein anderer der 17 Mitfahrer am 28. Oktober 1999 eine offene Wagontüre bemerkt
habe. Vielmehr hätten die anderen Mitfahrer bereits im polizeilichen
Ermittlungsverfahren nicht ausfindig gemacht werden können. Auch sei es bloss
eine Vermutung, dass mehrere Fahrer die Toilette in der Nähe der Türe, aus
welcher A.________ gefallen sei, aufgesucht hätten, umso mehr als es noch eine
zweite Toilette gegeben habe. Da mangels Auffindbarkeit der anderen Mitfahrer
nicht feststeht, dass keiner eine offene Türe bemerkt hat, kann der Vorinstanz
auch nicht vorgeworfen werden, dies nicht zugunsten der Version der
Beschwerdeführerinnen berücksichtigt zu haben.
10.1.3 Entgegen dem Vorwurf der Beschwerdeführerinnen hat sich die Vorinstanz
auch mit dem Argument auseinandergesetzt, wonach das Bahnpersonal in den
Bahnhöfen von Arth-Goldau und Erstfeld, wo der Zug einen Halt gemacht habe,
hätte sehen müssen, dass der Zug eine offene Türe hatte. Die Vorinstanz
erachtete dieses Argument als nicht stichhaltig, weil nicht erstellt sei, dass
der Zug auf einem Hauptperron angehalten habe. Ohnehin seien in der Zeit kurz
vor Mitternacht auf Lokalbahnhöfen nicht mehr viele Bahnkunden oder
Bahnangestellte anzutreffen, die eine offene Türe hätten bemerken können.
Überhaupt werde nicht behauptet, A.________ sei durch eine offene Türe
gefallen, sondern durch eine nicht richtig verschlossene. Das hätte aber von
auf dem Bahnhofperron stehenden Personen nicht ohne Weiteres festgestellt
werden können.
Ebenso ging die Vorinstanz auf die Argumente der Beschwerdeführerinnen ein,
wonach die Lokomotivführer beim Lokomotivführerwechsel in Erstfeld mit
Sicherheit eine offene Türe hätten sehen müssen und eine offene Türe
zusätzlichen Lärm sowie einen bemerkbaren "Sog" verursacht hätte, was die
Mitreisenden hätten bemerken müssen. Die Vorinstanz führte dazu aus, es
erscheine zwar als möglich, dass der Lokomotivführer spätestens beim
Lokomotivführerwechsel in Erstfeld eine offene Türe des Y.________-Wagens
erblickt hätte. Dies gelte aber kaum für den Fall, dass die Türe nicht richtig
verschlossen gewesen sei. Die Vorinstanz gestand auch zu, dass es
wahrscheinlich sei, dass eine offene oder auch bloss eine nicht richtig
verschlossene Türe insbesondere wegen der erhöhten Lärmverursachung und des
Windzuges von den Mitreisenden nicht unbemerkt geblieben wäre. Eine geöffnete
Wagentüre hätte sich aber während der Fahrt von selbst schliessen können. Auch
sei es durchaus möglich, wie die Zeugenaussagen zeigten, dass im Wagen später
im Verlauf der Fahrt wieder nicht richtig verschlossene Türen anzutreffen
gewesen seien.
Die Beschwerdeführerinnen zeigen nicht auf, inwiefern diese Würdigung ihrer
Argumente willkürlich sein soll. Die von ihnen vorgebrachten Argumente zwingen
keineswegs zum Schluss, dass die von der Vorinstanz als am wahrscheinlichsten
beurteilte Unfallversion sich realistischerweise gar nicht hätte zutragen
können. So ist mangels Befragung nicht erstellt, dass Personen auf dem
Bahnsteig oder die Mitreisenden effektiv keine offene oder nicht richtig
geschlossene Türe bemerkt haben. Die Argumente der Beschwerdeführerinnen
basieren ihrerseits auf der blossen Vermutung, dass nichts Derartiges bemerkt
wurde. Sie folgern daraus, dass keine Türe offen war, weil dies hätte bemerkt
werden müssen. Dadurch, dass die Vorinstanz einer solchen unbelegten
Argumentation nicht folgte, handelte sie nicht willkürlich. Ohnehin ging sie
davon aus, dass A.________ aus einer nicht richtig geschlossenen Türe fiel. Die
Beschwerdeführerinnen zeigen nicht auf, weshalb es unhaltbar wäre anzunehmen,
dass die Lokomotivführer beim Wechsel eine nicht richtig geschlossene Türe
nicht bemerken mussten, zumal es Nacht war. Daran ändert nichts, dass die Türen
weiss gemalt waren. Denn der ganze Wagen war weiss, weshalb sich die Türen
farblich nicht abhoben. Auch wird nicht widerlegt, dass sich die Türe nach dem
Sturz von A.________ während der Fahrt wieder von selbst geschlossen haben
könnte, wie dies aus der Stellungnahme des BAV vom 25. März 2008 hervorgeht.
Der BAV-Experte D.________ führte in Ziff. 14b auf Seite 4 der Stellungnahme
des BAV aus, dass sich eine geöffnete Türe je nach Strömungsverhältnissen und
je nach Fahrrichtung wieder schliessen könne. Dies sei insbesondere bei Türe
"A" der Fall. Sei Türe "B" voll geöffnet und der Zug in Fahrt, bleibe diese
aufgrund der Strömungsverhältnisse mit grösster Wahrscheinlichkeit offen. Es
seien jedoch auch Szenarien denkbar, bei welchen sich die Türe "B" während der
Fahrt ebenfalls schliesse (z.B. beim Befahren von Weichen in ablenkender
Stellung und durch die damit verbundenen Bewegungen des Wagenkastens). Die
Beschwerdeführerinnen wenden ein, aufgrund der "fadengeraden" Streckenführung
von Brunnen bis Erstfeld ohne Weichenkreuzungen seien keine Erschütterungen
vorstellbar, in deren Folge sich die Türe "B" gegen den Fahrtwind geschlossen
hätte. Sie belegen nicht mit Aktenstellen, dass sie diese Behauptungen im
kantonalen Verfahren vorgetragen hätten, sondern verweisen lediglich auf die
Belege Nr. 16 und Nr. 19. Der Beleg Nr. 16 gibt eine graphische Ausgabe der
Fahrt betreffend die gefahrenen Geschwindigkeiten wieder und Seite 2 des
Beleges Nr. 19 ist eine Kopie der Landkarten "Muotathal" und "Beckenried".
Daraus lässt sich die Streckenführung und namentlich die behauptete Abwesenheit
von Weichenkreuzungen in den passierten Bahnhöfen nicht im Einzelnen ersehen.
Ohnehin müssten die Beschwerdeführerinnen nicht bloss auf Belege verweisen,
sondern die Aktenstellen nennen, an denen sie entsprechende Behauptungen
aufgestellt hätten, die von der Vorinstanz in willkürlicher Weise nicht
berücksichtigt worden wären. Da sie dies nicht tun, können ihre als neu zu
betrachtenden Behauptungen nicht gehört werden (Art. 99 Abs. 1 BGG). Diese sind
deshalb von vornherein nicht geeignet, die Annahme der Vorinstanz, auch die
Türe "B" hätte sich bei entsprechenden Szenarien während der Fahrt schliessen
können, als geradezu willkürlich auszuweisen. Ohnehin wäre auch denkbar, dass
ein mitreisender LKW-Fahrer die nach dem Sturz von A.________ offene Türe
wieder geschlossen hätte, gaben doch die Zeugen teilweise an, dass sie jeweils
offene Türen geschlossen hätten.
10.1.4 Die Beschwerdeführerinnen rügen, dass die Vorinstanz auf die Aussagen
der Zeugen G.________, H.________, I.________ und J.________ abgestellt habe.
Es sei unzulässig, aus deren allgemeinen Wahrnehmungen von Y.________-Wagen aus
früheren Fahrten darauf zu schliessen, der Wagen sei in der Unfallnacht mit
nicht richtig geschlossenen Türen gefahren. Dafür könnten diese Zeugen, die
sich in der Unfallnacht nicht im Y.________-Zug befunden hätten, keinen Beweis
erbringen. Darüber hinaus wähle die Vorinstanz einseitig die Argumente aus den
Aussagen der Zeugen aus, um ihre eigene Sachverhaltsvariante abzustützen, lasse
aber andere wichtige Aussagen aus den gleichen Einvernahmen, die auf
geschlossene Wagentüren hindeuten würden, ausser Acht. Nach den Aussagen von
H.________, wonach das Personal der SBB die Türen bei Fahrten in Richtung Süden
geschlossen habe, wäre davon auszugehen gewesen, dass dies auch am Unfallwagen
geschehen sei. Zudem würde sich aus den Aussagen von H.________, J.________,
G.________ und I.________ ergeben, dass bei späterer Türöffnung die Türen
nachträglich von LKW-Chauffeuren geschlossen worden wären.
Die Vorinstanz hat durchaus erkannt, dass die Aussagen der genannten Zeugen
keinen direkten Beweis dafür darstellen, dass die Türe, aus der A.________ am
28. Oktober 1999 aus dem Wagen fiel, auch am Unfalltag bzw. unmittelbar vor dem
Unfall nicht richtig geschlossen war. Sie zog diese Aussagen bloss als Indizien
für jenen Umstand heran. Dabei überging sie nicht, dass zwei der vier Zeugen -
H.________ und I.________ - sich lediglich daran erinnern konnten, dass das
Problem der offenen bzw. nicht richtig geschlossenen Türen nur auf dem Weg von
Süden in Richtung Norden aufgetreten sei. Sie betrachtete es daher als möglich,
dass die Wagentüren jeweils bei der Abfahrt in Freiburg Richtung Süden richtig
geschlossen waren. Sie hielt es jedoch für denkbar, dass sie später doch nicht
mehr richtig verschlossen gewesen seien, weil zwischenzeitlich Personen die
Türen geöffnet hätten, z.B. um frische Luft zu schnappen, und nachher die Türen
nicht wieder richtig geschlossen worden seien. Dass die Vorinstanz diese
Möglichkeit in Betracht zog, ist nicht willkürlich, zumal sie sich dabei auf
die Aussagen von J.________ und G.________ stützen konnte. So sagte J.________
aus, sie habe während der Fahrt zu verschiedenen Zeitpunkten nicht richtig
geschlossene Türen festgestellt. Auch der Zeuge G.________ gab an, er habe in
jeder Phase der Fahrt festgestellt, dass Türen nicht ganz richtig im Schloss
eingerastet gewesen seien. Daraus lässt sich ableiten, dass trotz korrekt
geschlossener Türen bei Abfahrt in Freiburg nachträglich nicht richtig
geschlossene Türen auftreten konnten. Auch wenn die Zeugen teilweise
(H.________, I.________, J.________) angaben, sie hätten nicht richtig
geschlossene Türen zugezogen (H.________: wenn der Zug langsam gefahren sei;
I.________: beim nächsten Halt), muss nicht zwingend davon ausgegangen werden,
dass eine nicht richtig geschlossene Türe im Unfallwagen sofort durch einen
LKW-Fahrer zugezogen worden wäre und nicht eine gewisse Zeit, zumindest bis der
Mangel bemerkt wurde, im nicht richtig geschlossenen Zustand verblieben wäre.
Auch diese Aussagen der genannten Zeugen stehen somit der Annahme nicht
entgegen, dass im Unfallwagen unmittelbar vor dem Unfall eine Wagentüre nicht
richtig geschlossen war. Die Beschwerdeführerinnen vermögen keine Willkür im
Zusammenhang mit der vorinstanzlichen Würdigung der Zeugenaussagen G.________,
H.________, I.________ und J.________ darzutun.
10.1.5 Die Beschwerdeführerinnen bringen weiter vor, dass die Vorinstanz ihr
Argument der hohen Frequenz der Y.________-Transporte und der wenigen Unfälle
mit keinem Wort erwähne. In der Berufungsschrift sei ausgeführt worden, dass es
in sechs Jahren bei über 19'000 Transporten und rund 350'000 Beförderungen von
LKW-Fahrern in Y.________-Begleitwagen lediglich zwei Unfälle gegeben habe,
wobei bei beiden übermässiger Alkoholkonsum der Geschädigten im Spiel gewesen
sei. Demgegenüber erwähnten die vier Zeugen einige Vorfälle mit den
Ausstiegstüren, die erstens zu keinen Unfällen geführt hätten und zweitens
anzahlmässig in der Gegenüberstellung zu den 19'000 Transporten und rund
350'000 Beförderungen von LKW-Fahrern eine kaum statistisch relevante Grösse
begründeten. Selbst nach den Angaben des Zeugen I.________ ergebe sich, dass er
auf rund 1600 Fahrten drei oder vier Mal, d.h. äusserst selten, eine nicht
korrekt geschlossene Türe richtig verriegeln musste. Trotzdem habe die
Vorinstanz die Version der Türe, die nicht richtig geschlossen sei, als
überwiegend wahrscheinlich erachtet.
Aus dem Umstand, dass sich während sechs Jahren nur zwei Unfälle ereignet
haben, muss nicht geschlossen werden, dass der hier streitige Unfall nicht
anders als durch den Alkoholkonsum von A.________ erklärt werden kann. Auch
wenn sich die Betriebsgefahr der nicht richtig geschlossenen Türen offenbar
sehr selten manifestierte, ändert dies nichts daran, dass sie eine Haftung
auslösen kann, wenn sie sich, wie im vorliegenden Fall, doch einmal
verwirklicht.
10.1.6 Die Beschwerdeführerinnen rügen schliesslich, dass ihre Argumente in
Bezug auf die "Petition E.________" nicht in die Beweiswürdigung eingeflossen
seien. Diese Petition habe beweisrechtlich keine Aussagekraft und sei für die
Abklärung des zu beurteilenden Falles irrelevant. Sie belege einzig, dass die
Lastwagenfahrer mit dem Komfort des Y.________-Schlafwagens nicht zufrieden
gewesen seien. Hätte die Sicherheit tatsächlich im Vordergrund gestanden, wäre
die Position "Türe" an erster Stelle gewesen. Die Lastwagenfahrer hätten ihr
Tür-Anliegen nicht mit einer Petition vorgebracht, sondern wirkungsvollere
Mittel, wie Einschalten der Aufsichtsbehörde eingesetzt. Die Petition datiere
von 1995 und sei wirkungslos geblieben. Sie zeige, dass der ganze Wirbel um die
"Petition E.________" von den Lastwagenfahrern selber nicht so ernst genommen
worden sei. Die Vorinstanz widme ihre Aufmerksamkeit dennoch der "Petition
E.________", aber nicht dem mit einer polizeilichen Aussage dokumentierten
"Fall E.________". E.________, der im Zeitpunkt des Unfalls einen
Alkoholblutwert von 1,6 Gewichtspromille aufgewiesen habe, habe gemäss seinen
ersten Aussagen gegenüber dem Lokomotivführer die WC-Türe mit der Ausstiegstüre
verwechselt.
Ob sich der Unfall von E.________ entsprechend zugetragen hat, ist nicht
erstellt. Die Beschwerdeführerinnen sind zwar der Ansicht, es bestehe keine
Veranlassung, daran zu zweifeln. Sie gestehen aber selber zu, dass der
Unfallhergang nie richtig rekonstruiert werden konnte. Bei dieser Sachlage kann
der Vorinstanz von vornherein nicht vorgeworfen werden, dass sie ihre
Aufmerksamkeit nicht dem "Fall E.________" sondern der "Petition E.________"
widmete. Sie hat diese im Übrigen nicht als direkten Beweis für eine nicht
richtig geschlossene Türe im Unfallwagen herangezogen, sondern als weiteres
Indiz dafür, dass in den Y.________-Begleitwagen nicht richtig geschlossene
Türen vorkamen und es also auch möglich gewesen sein kann, dass im Unfallwagen
vor dem Sturz von A.________ eine Türe nicht richtig geschlossen war. In diesem
Sinne durfte die Vorinstanz die "Petition E.________" berücksichtigen,
manifestiert doch die dort als Punkt drei aufgeführte Beanstandung, wonach
jedem Benutzer der "rollenden Landstrasse" bekannt sei, dass die Wagontüren
nicht oder teilweise nicht richtig verschlossen und trotz Personenbeförderung
keine automatische Verriegelungen vorhanden seien, ein Problem mit nicht
richtig geschlossenen Türen.
10.1.7 Zusammenfassend trifft es nicht zu, dass die Vorinstanz mit ihrer
Annahme, A.________ könnte durch eine nicht korrekt geschlossene oder zwar
geschlossene aber nicht gesicherte Ausstiegstüre gefallen sein, eine
offensichtlich unrichtige Feststellung getroffen hätte oder wegen einseitiger
Beweiswürdigung in Willkür verfallen wäre. Sie hat die Argumente der
Beschwerdeführerinnen durchaus einbezogen, konnte aber aufgrund der vorhandenen
Indizien, die für die von ihr angenommene Version sprachen, willkürfrei
schliessen, dass es ernsthaft in Betracht kommt, dass A.________ aus einer
zuvor nicht korrekt geschlossenen oder zwar geschlossenen, aber nicht
gesicherten Ausstiegstüre gefallen war.

10.2 Das zweite Element im von der Vorinstanz als überwiegend wahrscheinlich
angenommenen Unfallhergang ist der Umstand, dass A.________, "als der Zug den
Fronalptunnel befahren hat, wegen des allgemein bekannten, immer wieder
vorkommenden Rüttelns des Zuges, namentlich im Teil der befahrenen Strecke ab
Brunnen, das Gleichgewicht verlor."
Die Beschwerdeführerinnen bestreiten, dass es in einem Tunnel mehr rüttle als
ausserhalb. Auf der fraglichen Strecke (Brunnen-Sisikon) sei die Trassenführung
gerade, einspurig und deshalb ohne Weichen. Der Gleichgewichtsverlust habe
nichts mit dem vorgebrachten und nicht bewiesenen Rütteln des Zuges im Tunnel
zu tun, sondern vielmehr mit der aethylischen Ausgangslage bei A.________.
In diesem Punkt ist den Beschwerdeführerinnen recht zu geben, dass die
vorinstanzliche These des Gleichgewichtsverlusts wegen erfahrungsgemässen
Rüttelns im Tunnel unfundiert ist. Es gibt keinen Erfahrungssatz, der besagen
würde, dass es beim Befahren eines Tunnels regelmässig derart rütteln würde,
dass mit Gleichgewichtsverlust zu rechnen wäre. Die Vorinstanz hat auch nicht
mit konkreten Angaben zur Streckenführung auf dem Teil der befahrenen Strecke
ab Brunnen belegt, dass es beim Einfahren in den Fronalptunnel zu einem derart
starken Rütteln gekommen sein muss. Selbst wenn davon auszugehen wäre, es komme
beim Befahren von Tunnels zu einem gewissen Rütteln, so würde dieses
normalerweise nicht eine solche Heftigkeit erreichen, dass allein deswegen ohne
weitere Ursache ein Gleichgewichtsverlust die Folge wäre.
Die Erklärung der Beschwerdeführerinnen für den Gleichgewichtsverlust von
A.________ liegt demgegenüber näher. Die Vorinstanz stellte fest, dass
A.________ im Zeitpunkt des Unfalls einen Blutalkoholmindestwert von 1,55
Gewichtspromille aufwies. Wie sie weiter ausführte, bewirken leichte
Rauschzustände (0,5-1,5 Gewichtspromille) insbesondere eine Beeinträchtigung
der Gang- und Standsicherheit und das Auftreten von Störungen komplexer
motorischer Funktionen, der Koordination sowie der Augenfolgebewegung. Bei
einem mittelgradigen Rausch (ungefähr 1,5-2,5 Gewichtspromille) verstärken sich
die erwähnten Symptome. Es ist daher anzunehmen, dass die Alkoholisierung von
A.________ zum Gleichgewichtsverlust und der anschliessenden ungeschickten Art
sich aufzufangen zumindest als Mitursache beitrug. Dieses Selbstverschulden ist
aber nicht als derart gravierend zu qualifizieren, dass es den
Kausalzusammenhang zu unterbrechen vermöchte. Es kann hingegen bei der
Bemessung des Schadenersatzes berücksichtigt werden (vgl. Art. 5 EHG; Keller,
a.a.O., S. 264 f.). Diese Frage war und ist aber zufolge Beschränkung des
Prozessthemas auf die Haftungsfrage nicht zu behandeln. Vorliegend genügt es
festzuhalten, dass die Annahme der Vorinstanz, A.________ habe das
Gleichgewicht verloren und sei in der Folge gegen die Ausstiegstüre gestürzt,
durchaus möglich ist und ernsthaft in Betracht fällt.

10.3 Das dritte Element in der vorinstanzlich vertretenen Version des
Unfallhergangs ist der Sturz von A.________: Entweder sei A.________ gegen die
nicht korrekt geschlossene Ausstiegstüre gestürzt, die sich durch den Aufprall
von A.________ ohne Betätigung der Türfalle öffnete, worauf dieser hinausfiel;
oder A.________ habe den Sturz durch unbewusstes Festhalten bei der nach unten
gekippten Türfalle verhindern wollen, da er den oberhalb befindlichen
Haltegriff "verpasst" habe, worauf er aus der zuvor zwar geschlossenen, aber
ungesicherten Wagontüre (Sicherheitsverschluss nicht oben) gefallen sei.
10.3.1 Die Beschwerdeführerinnen bringen im Zusammenhang mit dem
Türschliessungssystem vor, es sei willkürlich, wenn die Vorinstanz aus der
Tatsache, dass die Türschliesseinrichtung wegen der Verschrottung der
Y.________-Wagons in den Jahren 2002 und 2003 nicht mehr geprüft werden könne,
auf die Möglichkeit schliesse, die Türschliesseinrichtung könnte allenfalls
fehlerhaft eingestellt oder abgenutzt gewesen sein.
Der Umstand, dass die Wagons im Jahre 2002 und 2003 verschrottet worden sind,
wurde zwar den Beschwerdeführerinnen angelastet, bleibt letztlich aber ohne
Relevanz, da auch eine nachträgliche Prüfung der Wagons in späteren Jahren
nicht den Beweis dafür hätte erbringen können, dass die Türschliesseinrichtung
am Tag des Unfalls weder fehlerhaft eingestellt noch abgenützt war. Dafür
erbrachte auch der Bericht des KTD (Kriminaltechnischer Dienst Schwyz) keinen
Beweis, da die Türen nicht unmittelbar nach dem Unfall polizeilich untersucht
worden waren. Da somit nicht positiv festgestellt wurde, dass die
Türschliesseinrichtungen am Tag des Unfalls einwandfrei waren, ist es nicht
unhaltbar, wenn die Vorinstanz eine fehlerhafte Einstellung oder Abnutzung
nicht ausschloss. Im Übrigen ging die Vorinstanz ohnehin nicht von einer
fehlerhaft eingestellten oder abgenutzten Türschliesseinrichtung aus, sondern
von einer nicht korrekt geschlossenen Türe. Auch für diese Variante schloss der
BAV-Experte D.________ in seinem Bericht vom 25. März 2008 in Ziffer 16c auf
Seite 5 nicht aus, dass sich die Türe von selbst, z.B. infolge eines Sturzes
eines erwachsenen Mannes, öffnen könnte.
10.3.2 Als offensichtlich unrichtig und willkürlich kritisieren die
Beschwerdeführerinnen im Weiteren die vorinstanzliche Feststellung, wonach die
Türfalle des Unfallwagens im Unfallzeitpunkt nach unten gekippt und die
Wagontüre nicht gesichert gewesen sei. Sie wenden ein, die Türfalle sei bei
(auch nur "in der ersten Raste") geschlossener Türe waagrecht. Es treffe nicht
zu, dass die Türfalle eine unterschiedliche Position einnehme, je nachdem, ob
sie mit Sicherheitsverschluss oder nur "in der ersten Raste" geschlossen sei.
Selbst wenn die Türe nur "in der ersten Raste" geschlossen gewesen wäre, wären
alle drei Bolzen im Schloss gewesen. Die Vorinstanz habe in keiner Weise
darlegen können, wie es rein physikalisch möglich gewesen sein soll, dass ein
menschlicher Körper durch Hinfallen diese Verriegelung hätte lösen können.
Mit diesen Vorbringen zeigen die Beschwerdeführerinnen keine offensichtlich
unrichtige oder willkürliche Sachverhaltsfeststellung auf. Die
Nebenintervenientin wurde mit ihrer Behauptung, mit einer "nicht richtig"
verschlossenen Türe sei ein korrekter Verschluss, aber ohne zusätzlichen
Sicherheitsverschluss gemeint, bereits vor der Vorinstanz wegen Verletzung des
Novenverbots ausgeschlossen. Die Beschwerdeführerinnen können damit auch im
Verfahren vor Bundesgericht nicht gehört werden. Neu und daher unzulässig (Art.
99 Abs. 1 BGG) ist zudem ihre Darlegung, dass bei einer nur "in der ersten
Raste" verschlossenen Türe alle drei Bolzen im Schloss gewesen seien. Sie geben
auch nicht an, an welcher Stelle sie im kantonalen Verfahren Ausführungen zum
Stand der Türfalle gemacht hätten. Nachdem die Zeugen von Türen sprachen, die
nicht richtig im Schloss eingerastet, nicht richtig verschlossen bzw. nicht
richtig verriegelt oder bloss in der ersten Verriegelung eingerastet gewesen
seien, und der BAV-Experte D.________ in seinem Bericht vom 25. März 2008 nicht
ausschloss, dass sich eine nur scheinbar geschlossene Türe von selbst, z.B.
infolge eines Sturzes eines erwachsenen Mannes, öffnen könnte, ist es nicht
unhaltbar, wenn die Vorinstanz die Variante für möglich hielt, dass A.________
durch einen Sturz gegen eine nicht richtig geschlossene Türe, die sich infolge
des Sturzes öffnete, aus dem Zug fiel. Auch erscheint es durchaus
nachvollziehbar und nicht geradezu willkürlich, wenn die Vorinstanz gestützt
auf die Fotodokumentation, die einerseits den Griff nach unten und andererseits
den Griff nach oben zeigt, auch die Version für wahrscheinlich hielt, dass
A.________ bei einer zwar geschlossenen, aber ungesicherten Türe
(Sicherheitsverschluss nicht oben) einen Sturz durch unbewusstes Festhalten der
nach unten gekippten Türfalle verhindern wollte, weil er den oberhalb
befindlichen Haltegriff "verpasst" hatte.
10.3.3 Die Vorinstanz hielt dafür, A.________ könnte ebenso gut aus der Türe
"B" gefallen sein, die in Richtung Fahrtwind geöffnet wird. Diese These werde
auch durch den KTD (Kriminaltechnischer Dienst Schwyz) vertreten. Nach dessen
Ansicht sei A.________ mit grosser Wahrscheinlichkeit aus dem vorderen
Endeinstieg (Türe "B") hinausgefallen. Für diese Annahme spreche der Umstand,
dass A.________ das Schlafwagenabteil Nr. 8 (zweitvorderstes Abteil in
Fahrtrichtung) belegte, das sich in der Nähe des vorderen Endeinstiegs befinde.
Falls A.________ vor dem Unfall tatsächlich die Toilette hätte aufsuchen
wollen, erscheine es wahrscheinlicher, dass er jene hätte benutzen wollen, die
sich in unmittelbarer Nähe zu seinem Schlafwagenabteil befand, also die vordere
Toilette in Fahrtrichtung.
Die Beschwerdeführerinnen werfen der Vorinstanz auch in diesem Zusammenhang
einseitiges oder widersprüchliches Argumentieren vor: Einerseits verneine die
Vorinstanz, dass A.________ die Toilette habe aufsuchen wollen. Andererseits
sei dies aber eine Begründung dafür, dass A.________ aus der Türe "B" gefallen
sei, da das WC neben der Türe "B" näher beim Schlafabteil von A.________ lag.
Folge man aber der Vermutung der Vorinstanz, dass sich A.________ auch einfach
habe die Beine vertreten wollen, sei es plausibler, dass er hierfür eine
weitere Wegstrecke im Schlafwagen zurückgelegt habe, und somit aus der Türe "A"
gefallen sei. Einseitig sei die Würdigung der Vorinstanz auch in Bezug auf die
Erhebungen des KTD. Im Zusammenhang mit der Version der Verwechslung der
WC-Türe gehe die Vorinstanz davon aus, dass es sich um eine blosse Vermutung
des KTD handle. In Bezug auf die Frage, ob A.________ aus der Türe "A" oder "B"
gefallen sei, folge die Vorinstanz hingegen unkritisch der Meinung des KTD.
Die Fragen, ob A.________ aus der Türe "A" oder aus der Türe "B" gefallen ist
und ob er in den Gangbereich gelangte, weil er die Toilette aufsuchen oder weil
er sich die Beine vertreten wollte, sind nicht entscheidwesentlich. Die
Beschwerdeführerinnen legen jedenfalls nicht dar, inwiefern sie es sein
sollten. Die Möglichkeit, dass eine nicht korrekt geschlossene Türe sich von
selbst öffnet, z.B. infolge eines Sturzes eines erwachsenen Mannes, schloss der
BAV-Experte D.________ in seinem Bericht vom 25. März 2008 generell, also
sowohl für die Türe "A" als auch für die Türe "B", nicht aus. Somit kommt die
erste der von der Vorinstanz vertretenen Varianten bei beiden Türen in
Betracht. Dies gilt auch für die zweite Variante. BAV-Experte D.________
bejahte für beide Türen die Möglichkeit, die Türe mit nicht allzu grosser
Kraftanwendung öffnen zu können, da dieser Wagen nicht über eine Türblockierung
während der Fahrt verfügte. Bei Türe "B" erfolge, nach einem gewissen
Öffnungsweg, eine zusätzliche Unterstützung durch den Fahrtwind auf das sich
öffnende Türblatt (BAV-Bericht vom 25. März 2008, S. 4 Ziff. 14.d). Die
Variante, dass A.________ den Sturz durch versehentliches Festhalten am
Türgriff verhindern wollte, wäre somit bei beiden Türen möglich gewesen, da
sich beide mit nicht allzu grosser Kraftanwendung während der Fahrt öffnen
liessen.
Sodann wäre selbst bei der Annahme, dass A.________ vor dem Unfall das WC habe
aufsuchen wollen, nicht zwingend auf die These der Beschwerdeführerinnen
abzustellen, wonach A.________ die WC-Türe mit der Ausstiegstüre verwechselte
und zufolge willentlicher Öffnung derselben aus dem Zug fiel. Die Vorinstanz
legte in durchaus nachvollziehbarer Weise im Einzelnen dar, dass die beiden
Türen von ihrer Stellung und Ausstattung her zahlreiche wesentliche
Unterschiede aufwiesen. Ihre Verwechslung hätte eine Verkettung verschiedener
Fehlleistungen seitens A.________ bedurft, welche die Vorinstanz auch bei der
A.________ im Unfallzeitpunkt zugerechneten Blutalkoholkonzentration von 1,55
Gewichtspromille mit hoher Wahrscheinlichkeit ausschloss. Mit diesen Erwägungen
setzen sich die Beschwerdeführerinnen nicht auseinander. Sie legen namentlich
nicht in rechtsgenüglicher Weise dar, inwiefern diese willkürlich sein sollen.
10.3.4 Somit hat die Vorinstanz auch das dritte Element der von ihr vertretenen
Version des Unfallhergangs willkürfrei angenommen.

10.4 Zusammenfassend erweist sich die Beweiswürdigung der Vorinstanz zum
Unfallhergang unter dem Blickwinkel der Willkür als vertretbar. Den
Beschwerdeführerinnen ist der Entlastungsbeweis in dem Sinn, dass der Unfall
nur durch Rückschluss auf ein Selbstverschulden des Verunfallten erklärbar
wäre, nicht gelungen.

11.
In einer Eventualbegründung erwog die Vorinstanz, dass selbst bei einem
Unfallhergang nach der Version der Beschwerdeführerinnen (Herausfallen wegen
der Verwechslung der WC-Türe mit der Ausstiegstüre) keine Unterbrechung des
Kausalzusammenhangs anzunehmen wäre. Das Selbstverschulden (irrtümliches Öffnen
der Ausstiegstüre "B" [die Beschwerdeführerinnen gingen allerdings vom
willentlichen Öffnen der Türe "A" aus] in schlaftrunkenem Zustand und bei einer
Alkoholisierung von 1,55 Gewichtspromille) wäre nicht derart intensiv, dass
damit die Betriebsgefahr der Eisenbahn als Unfallursache völlig in den
Hintergrund gedrängt würde.
Die Beschwerdeführerinnen rügen auch diese Begründung als willkürlich. Zudem
berücksichtige die Vorinstanz die Rechtsprechung des Bundesgerichts nicht,
konkret das Urteil 4A_453/2008 vom 22. Dezember 2008, in dem das Bundesgericht
ein den Kausalzusammenhang unterbrechendes Selbstverschulden der Verunfallten
bejaht hatte. Die Vorinstanz lasse das Argument unberücksichtigt, wonach in der
Gegenüberstellung der Betriebsgefahr der Bahn und dem Verschulden des Opfers
erschwerend beim Verschulden von A.________ zu berücksichtigen sei, dass er als
professioneller LKW-Fahrer mit den Verhältnissen im Y.________-Begleitwagen
vertraut war und deshalb besondere Vorsicht hätte walten lassen müssen. Ohne
das Selbstverschulden von A.________, das darin bestehe, die Türe bei fahrendem
Zug in schlaftrunkenem und alkoholisiertem Zustand zu öffnen, wäre der Unfall
nicht passiert. Bei dieser Variante bestehe die einzige Unfallursache darin,
dass der Passagier während der Fahrt die Ausstiegstüre öffnet und dabei
herausfällt oder gar aussteigt. Das Selbstverschulden unterbreche somit den
Kausalzusammenhang.
Beruht der angefochtene Entscheid auf mehreren selbständigen, wenn auch
subsidiären Begründungen, muss der Beschwerdeführer dartun, dass jede von ihnen
Recht verletzt; andernfalls kann auf die Beschwerde nicht eingetreten werden
(BGE 133 IV 119). Die Anfechtung der Eventualbegründung durch die
Beschwerdeführerinnen ist somit nötig, damit das Bundesgericht auf die
Beschwerden eintreten kann. Indessen erübrigt sich eine Beurteilung derselben,
da bereits die vorinstanzliche Hauptbegründung, die das angefochtene Urteil
selbständig stützt, der bundesgerichtlichen Überprüfung standzuhalten
vermochte. Immerhin ist anzumerken, dass es äusserst fraglich erscheint, ob
auch die Eventualbegründung einer bundesgerichtlichen Überprüfung standzuhalten
vermocht hätte.

12.
Die beiden Beschwerden sind abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Bei
diesem Ausgang des Verfahrens werden die Beschwerdeführerinnen kosten- und
entschädigungspflichtig (Art. 66 Abs. 1 und Art. 68 Abs. 2 BGG). Bei der
Bemessung der Parteientschädigungen, welche die Beschwerdeführerinnen der
Beschwerdegegnerin zu bezahlen haben, ist zu berücksichtigen, dass zwar zwei
Beschwerden zu beantworten waren, sich deren Thematik jedoch über weiteste
Strecken deckte, weshalb der Aufwand für die Beschwerdeantworten geringer
ausfiel als bei zwei thematisch völlig unterschiedlichen Beschwerdeschriften.

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Verfahren 4A_220/2010 und 4A_222/2010 werden vereinigt.

2.
Die Beschwerden der SBB und der Y.________ SA werden abgewiesen, soweit darauf
einzutreten ist.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 10'000.-- (Verfahren 4A_222/2010) werden der
Beschwerdeführerin 1, die Gerichtskosten von Fr. 10'000.-- (Verfahren 4A_220/
2010) der Beschwerdeführerin 2 auferlegt.

4.
Die Beschwerdeführerin 1 und die Beschwerdeführerin 2 haben die
Beschwerdegegnerin für das bundesgerichtliche Verfahren je mit einem Betrag von
Fr. 10'000.-- zu entschädigen.

5.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Kantonsgericht des Kantons Schwyz,
Zivilkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 11. Oktober 2010

Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Die Präsidentin: Die Gerichtsschreiberin:

Klett Sommer