Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

I. Zivilrechtliche Abteilung, Beschwerde in Zivilsachen 4A.232/2010
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
4A_232/2010

Urteil vom 19. Juli 2010
I. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Klett, Präsidentin,
Bundesrichter Corboz,
Bundesrichterin Kiss,
Gerichtsschreiberin Sommer.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
vertreten durch Rechtsanwalt Rémy Wyssmann,
Beschwerdeführerin,

gegen

1. Kanton Solothurn, vertreten durch Departement des Innern,
vertreten durch Fürsprech Konrad Luder,
Beschwerdegegner,
2. Y.________,
vertreten durch Advokat Dr. Axel Delvoigt,
Streitberufener.

Gegenstand
Arzthaftung,

Beschwerde gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Solothurn vom
8. März 2010.
Sachverhalt:

A.
X.________ (Beschwerdeführerin) trat am 23. Mai 2001 nach einem vorzeitigen
Blasensprung für eine Entbindung in das Spital Z.________ ein. Nachdem Wehen
eingesetzt hatten und der zuständige Gynäkologe Dr. Y.________ vor Ort war,
begann der operative Geburtsvorgang. Auf ausdrücklichen Wunsch der
Beschwerdeführerin wurde eine Periduralanästhesie durchgeführt. Als der
Geburtsvorgang ins Stocken geriet, versuchte der Gynäkologe Dr. Y.________, das
Kind mittels Zangengeburt zur Welt zur bringen. Als dies misslang, musste ein
Kaiserschnitt eingeleitet werden, weshalb die Anästhesistin der Gebärenden noch
im Gebärsaal ein stärkeres Medikament verabreichte und die Anästhesie im
Operationssaal durch Nachspritzen verstärkte. Bei der Prüfung der
Unempfindlichkeit ergab sich zunächst kein Schmerzbefund. Beim Hautschnitt war
die Beschwerdeführerin immer noch schmerzfrei. Beim Spreizen der Bauchfelldecke
verspürte sie Schmerzen, worauf die Anästhesie durch den Katheter verstärkt und
Schmerz- und Beruhigungsmittel ins Blut verabreicht wurden. Das Kind kam wenige
Minuten später gesund zur Welt.
Die Beschwerdeführerin war seit dem 1. Januar 1999 als selbständige Coiffeuse
tätig. Sie meldete sich am 7. Mai 2002 bei der Eidgenössischen
Invalidenversicherung unter Hinweis auf eine posttraumatische Belastungsstörung
infolge der Komplikationen im Zusammenhang mit der Geburt ihres Sohnes zum
Leistungsbezug an. Am 4. April 2005 sprach die IV-Stelle des Kantons
Basel-Landschaft der Beschwerdeführerin ab dem 1. Oktober 2002 eine
Viertelsrente gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 42 % zu und - nach
Revision von Amtes wegen - am 12. Juli 2007 ab dem 1. Juni 2006 eine halbe
Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 54 %. Eine dagegen erhobene
Beschwerde wies das Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung
Sozialversicherungsrecht, am 3. September 2008 ab.
Mit Schreiben vom 5. März 2002 gelangte die Beschwerdeführerin an die
A.________ Versicherungsgesellschaft als Unfallversicherer der B.________ GmbH
(gemeinsame GmbH der Eheleute X.________ und C.________, in der die
Beschwerdeführerin zum Zeitpunkt der Geburt tätig gewesen war) und verlangte
die Ausrichtung von nach UVG versicherten Leistungen. Die Unfallversicherung
lehnte die Ausrichtung von Leistungen ab.

B.
Am 28. Dezember 2007 reichte die Beschwerdeführerin beim Verwaltungsgericht des
Kantons Solothurn ein Vorladungsbegehren gegen den Kanton Solothurn
(Beschwerdegegner) betreffend Forderung aus Verantwortlichkeit (Arzthaftung)
ein. Sie verlangte die Durchführung einer öffentlichen Verhandlung und machte
geltend, das Vorladungsbegehren erfolge zur Unterbrechung der Verwirkungs-
resp. Verjährungsfrist.
Zuvor, nämlich am 23. Mai 2007, hatte die Beschwerdeführerin beim
Verwaltungsgericht des Kantons Solothurn gegen die Solothurner Spitäler AG und
gegen den Kanton Solothurn ein Vorladungsbegehren betreffend Forderung aus
Verantwortlichkeit (Arzthaftung) eingereicht mit dem Ersuchen, eine öffentliche
Verhandlung durchzuführen und das Verfahren bis zum rechtskräftigen Abschluss
der sozialversicherungsrechtlichen Verfahren (IVG und UVG) zu sistieren. Sie
führte aus, die Klage erfolge zur Unterbrechung der Verwirkungsfristen nach §
11 des Verantwortlichkeitsgesetzes des Kantons Solothurn vom 26. Juni 1966 (VG/
SO; BGS 124.21). Mit Urteil vom 21. Juli 2008 (VWKLA.2007.16) wies das
Verwaltungsgericht die Klage gegen die Solothurner Spitäler AG mangels
Passivlegitimation ab. Es stellte weiter fest, dass der Kanton Solothurn
passivlegitimiert und die Forderung entgegen dessen Auffassung nicht verwirkt
sei. Die Kosten- und Entschädigungsfolgen wurden zur Hauptsache geschlagen.
Mit Verfügung vom 21. April 2009 wurde den Parteien mitgeteilt, dass das
Verfahren VWKLA.2007.16 unter der neuen Bezeichnung VWKLA. 2008.1 weitergeführt
werde. Zudem wurde der Beschwerdeführerin Frist gesetzt, die Klage zu begründen
und Beweisanträge zu stellen. Die Klagebegründung vom 3. Juni 2009 ging am 5.
Juni 2009 ein (die darin gestellten Rechtsbegehren der Beschwerdeführerin
finden sich wortwörtlich wiedergegeben in Erwägung 5). Der Beschwerdegegner
verlangte die Abweisung der Klage, soweit darauf eingetreten werden könne, und
stellte sich auf den Standpunkt, er hafte höchstens für das Verhalten der
Anästhesieärztin, nicht aber für das Verhalten des Streitberufenen Dr.
Y.________, da dieser am Spital Z.________ als Belegarzt und damit
eigenverantwortlich tätig gewesen sei. Dr. Y.________ (Streitberufener) teilte
am 19. Oktober 2008 mit, er sei grundsätzlich mit der Streitberufung
einverstanden, lehne aber jede Haftung ab und behalte sich vor, seine Gerichts-
und Anwaltskosten bei den Parteien geltend zu machen. Keinesfalls wolle er an
Stelle des Kantons Solothurn in den Prozess eintreten, sondern diesem
allfällige Verteidigungsmittel in die Hand geben.
Das Verwaltungsgericht trat mit Urteil vom 8. März 2010 nicht auf die Klage
ein. Es erkannte, die Beschwerdeführerin habe völlig mangelhafte Rechtsbegehren
gestellt. Daher fehle es an einer Prozessvoraussetzung.

C.
Die Beschwerdeführerin erhebt Beschwerde in öffentlich-rechtlichen
Angelegenheiten und subsidiäre Verfassungsbeschwerde mit folgenden Anträgen:
"1. Das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Solothurn vom 8. März 2010
sei vollumfänglich aufzuheben.
2. Die Rechtsstreitsache sei an die kantonale Vorinstanz zurückzuweisen.
3. a) Das Verwaltungsgericht des Kantons Solothurn sei anzuweisen, die Anträge
der Klägerin vom 3. Juni 2009 gerichtlich zu behandeln und zu beantworten.
b) Eventualiter: Das Verwaltungsgericht des Kantons Solothurn sei anzuweisen,
der Beschwerdeführerin Gelegenheit zu geben, ihre Ansprüche rechtskonform
geltend zu machen, worauf das Gericht materiell in der Sache zu entscheiden
habe.
4. - 6. ... "
Der Beschwerdegegner beantragt, auf die Beschwerde nicht einzutreten,
allenfalls sei sie abzuweisen. Der Streitberufene begehrt, die Beschwerde
abzuweisen, soweit auf sie einzutreten sei. Das Verwaltungsgericht schliesst
unter Verzicht auf eine Vernehmlassung auf Abweisung der Beschwerde, soweit
darauf eingetreten werden könne.

D.
Der Beschwerde wurde mit Präsidialverfügung vom 27. Mai 2010 die aufschiebende
Wirkung gewährt.
Erwägungen:

1.
Die Beschwerdeführerin erhebt Ansprüche wegen fehlerhafter Behandlung in einem
öffentlichen Spital nach dem kantonalen öffentlichen Haftungsrecht. Da solche
Entscheide in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Zivilrecht stehen, kann
dagegen nach Art. 72 Abs. 2 lit. b BGG Beschwerde in Zivilsachen erhoben werden
(BGE 135 III 329 E. 1.1; 133 III 462 E. 2.1 S. 465). Die von der
Beschwerdeführerin gestützt auf die unrichtige Rechtsmittelbelehrung der
Vorinstanz als Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten bezeichnete
Eingabe ist daher als Beschwerde in Zivilsachen entgegenzunehmen, soweit sie
die weiteren Sachurteilsvoraussetzungen erfüllt (BGE 133 III 462 E. 2.1 S.
466).
Die Vorinstanz trat mangels Vorliegens einer Prozessvoraussetzung (kein
hinreichendes Rechtsbegehren) auf die Klage nicht ein. Dieser
Nichteintretensentscheid schliesst das kantonale Verfahren ab und gilt als
anfechtbarer Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG (BGE 135 II 38 E. 1.1 S. 41;
135 V 153 E. 1.3 S. 156). Das Verwaltungsgericht fällte den angefochtenen
Entscheid als kantonalrechtlich einzige Instanz. Der Umstand, dass das
Verwaltungsgericht die Anforderungen des BGG an die kantonalen Vorinstanzen
insofern nicht erfüllt, als es nicht als Rechtsmittelinstanz entschied (vgl.
Art. 75 Abs. 2 Satz 2 BGG), hindert das Eintreten auf die Beschwerde nicht, da
die Frist für die kantonalen Ausführungsvorschriften (Art. 130 Abs. 2 BGG) noch
läuft (vgl. BGE 133 III 439 E. 2.2.2.2). Die vorliegende Streitsache beschlägt
eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Die Beschwerde in Zivilsachen kommt
daher nur in Betracht, sofern der Streitwert mindestens Fr. 30'000.-- beträgt
(Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG). Die Vorinstanz äusserte sich entgegen der
Vorschrift von Art. 112 Abs. 1 lit. d BGG nicht zum Streitwert und traf auch
keine tatsächlichen Feststellungen, die dem Bundesgericht eine Bestimmung des
Streitwerts nach Art. 51 BGG erlauben würden, was vorliegend verständlich ist,
weil der Beschwerdeführerin vorgeworfen wird, ihren Anspruch in keiner Weise
beziffert zu haben. Da keine der Parteien bestreitet, dass der Streitwert
mindestens Fr. 30'000.-- erreicht, kann diese Voraussetzung als erfüllt
betrachtet werden.
Die Beschwerde in Zivilsachen ist demnach grundsätzlich zulässig, womit die
subsidiäre Verfassungsbeschwerde ausscheidet (Art. 113 BGG). Auf die von der
Beschwerdeführerin ebenfalls erhobene subsidiäre Verfassungsbeschwerde ist
demnach nicht einzutreten.

2.
Die Beschwerdeführerin stellt keinen materiellen Antrag, sondern beantragt
lediglich die Aufhebung des angefochtenen Entscheids und die Rückweisung der
Sache an die Vorinstanz. Das unter Ziffer 3 gestellte Rechtsbegehren kann als
Antrag auf Anweisung an die Vorinstanz, auf die Klage einzutreten, verstanden
werden. Der angefochtene Entscheid lautet auf Nichteintreten. Hat die
Vorinstanz einen Nichteintretensentscheid gefällt und demnach die Sache
materiell nicht beurteilt, könnte das Bundesgericht im Falle der Gutheissung
der Beschwerde nicht reformatorisch entscheiden, sondern müsste die
Angelegenheit zum Entscheid in der Sache an die Vorinstanz zurückweisen. Ein
materieller Antrag ist daher in solchen Fällen nicht erforderlich (BGE 134 III
379 E. 1.3 S. 383; 133 III 489 E. 3.1; Urteil 4A_330/2008 vom 27. Januar 2010
E. 2.1, nicht publ. in: BGE 136 III 102). Entgegen der Meinung des
Streitberufenen genügt demnach vorliegend der Rückweisungsantrag.

3.
Mit Beschwerde in Zivilsachen können Rechtsverletzungen nach Art. 95 und 96 BGG
gerügt werden. Die Beschwerde ist hinreichend zu begründen, andernfalls wird
darauf nicht eingetreten. In der Beschwerdeschrift ist in gedrängter Form
darzulegen, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt (Art. 42 Abs. 2 BGG).
Die Verletzung von Grundrechten und von kantonalem und interkantonalem Recht
kann das Bundesgericht nur insofern prüfen, als eine solche Rüge in der
Beschwerde präzise vorgebracht und begründet worden ist (Art. 106 Abs. 2 BGG).
Der Beschwerdeführer muss klar und detailliert anhand der Erwägungen des
angefochtenen Entscheids darlegen, inwiefern verfassungsmässige Rechte verletzt
worden sein sollen (BGE 136 I 65 E. 1.3.1; 134 I 83 E. 3.2; 134 V 138 E. 2.1;
133 II 396 E. 3.1 S. 399; 133 III 589 E. 2 S. 591 f.; je mit Hinweisen). Die
erhobenen Rügen müssen zudem in der Beschwerdeschrift selber enthalten sein;
der blosse Verweis auf Ausführungen in anderen Rechtsschriften oder auf die
Akten reicht nicht aus (BGE 133 II 396 E. 3.1 S. 400 mit Hinweisen). Macht der
Beschwerdeführer beispielsweise eine Verletzung von Art. 9 BV geltend, genügt
es nicht, wenn er einfach behauptet, der angefochtene Entscheid sei
willkürlich. Er hat vielmehr im Einzelnen zu zeigen, inwiefern der angefochtene
Entscheid offensichtlich unhaltbar ist. Auf Rügen, die diese
Begründungsanforderungen nicht erfüllen, ist nicht einzutreten (BGE 134 II 244
E. 2.2 S. 246; 133 I 1 E. 5.5).

4.
Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die
Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Die Feststellung des
Sachverhalts kann nur gerügt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder
auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht und wenn die
Behebung des Mangels für den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann
(Art. 97 Abs. 1 BGG). "Offensichtlich unrichtig" bedeutet dabei "willkürlich"
(BGE 135 III 397 E. 1.5).
Soweit die Beschwerdeführerin in ihrer eigenen Sachverhaltsdarstellung und der
weiteren Beschwerdebegründung von den tatsächlichen Feststellungen der
Vorinstanz abweicht, kann darauf nicht abgestellt werden, zumal sie keine
(rechtsgenüglichen) Sachverhaltsrügen erhebt.

5.
Die Beschwerdeführerin beantragt dem Bundesgericht, die Vorinstanz anzuweisen,
die Anträge vom 3. Juni 2009 zu behandeln. Sie hält demnach selbst diese für
massgebend und nicht die erst nach Abschluss des Beweisverfahrens - und damit
zu spät - gestellten Anträge. Die Rechtsbegehren der Beschwerdeführerin vom 3.
Juni 2009 lauten wie folgt:
"1. a) Das vorliegende Verfahren sei vorerst auf die Frage der Haftung des
Beklagten [des Beschwerdegegners] resp. der Widerrechtlichkeit seines
Verhaltens und auf die Frage des natürlichen resp. medizinischen
Kausalzusammenhangs zu beschränken.

b) Eventualiter: Es sei dem unterzeichneten Rechtsanwalt eine angemessene
Nachfrist zur Quantifizierung und weiteren Substantiierung der Schadenersatz-
und Genugtuungsforderungen anzusetzen.

c) Subeventualiter: Der im heutigen Zeitpunkt nicht ziffernmässig nachweisbare
Schaden sei nach Ermessen des Richters mit Rücksicht auf den gewöhnlichen Lauf
der Dinge und auf die vom Geschädigten getroffenen Massnahmen abzuschätzen
(vgl. Art. 42 Abs. 2 OR).
2. Es sei ein medizinisches Gerichtsgutachten zur Frage der Haftung des
Beklagten [des Beschwerdegegners] resp. der Widerrechtlichkeit seines
Verhaltens und zur Frage des natürlichen resp. medizinischen
Kausalzusammenhangs erstellen zu lassen; dies im Bestreitungsfall und für den
Fall, dass das angerufene Gericht die Beweislage in Bezug auf den
Kausalzusammenhang und die Haftung als nicht ausreichend erachten sollte.
3. Es sei eine öffentliche Parteiverhandlung im Sinne von Art. 6 Ziff. 1 EMRK
mit Partei- und Zeugenbefragung durchzuführen.
4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Beklagten [des
Beschwerdegegners]."
Die Vorinstanz erwog dazu, mit Ausnahme des unter Ziffer 1.c) gestellten
Subeventualbegehrens handle es sich um reine Verfahrensanträge, die mit der
Umschreibung des Klagegegenstandes nichts zu tun und sich durch den
Prozessablauf erledigt hätten. Auch mit dem Subeventualbegehren verlange die
Beschwerdeführerin vom Beschwerdegegner nicht die Bezahlung einer Geldsumme
nach richterlichem Ermessen, sondern vom Richter die Abschätzung des Schadens.
Dieses Rechtsbegehren genüge den Anforderungen an die Bestimmtheit nicht.
Diesbezüglich verwies die Vorinstanz auf § 129 Abs. 1 lit. b der
Zivilprozessordnung des Kantons Solothurn vom 11. September 1966 (ZPO/SO; BGS
221.1), wonach die Klageschrift die Anträge des Klägers enthalten muss, "die
derart klar und bestimmt abgefasst werden sollen, dass bei Gutheissung das
Urteil auf Zuspruch der Klagebegehren lauten kann." Weiter führte die
Vorinstanz aus, selbst wenn man zugunsten der Beschwerdeführerin davon ausgehen
würde, dass wegen der Nennung von Art. 42 Abs. 2 OR klar sein müsste, um
welchen Klagegrund es sich handle und deshalb auf die Klage einzutreten wäre,
bringe die Beschwerdeführerin rein gar nichts vor, was das Gericht in die Lage
versetzen würde, den Schaden auch nur annähernd zu bestimmen. Die einzelnen
Schadensbemessungsfaktoren hätte die Beschwerdeführerin vorbringen müssen, so
dass der Beschwerdegegner dazu hätte Stellung nehmen können. Dies habe sie aber
nicht getan.
Die Beschwerdeführerin erhebt dagegen Rügen der Verletzung von
Bundesverfassungsrecht (Art. 9 BV, Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 5 Abs. 1 und 2 BV),
ferner der Verletzung von Art. 6 Ziff. 1 EMRK, von Art. 42 Abs. 2 OR und von
kantonalem Prozessrecht (§ 58 Abs. 4 und § 133 Abs. 2 ZPO/SO). Dazu ist
Folgendes auszuführen:

6.
6.1 In einem ersten Rügenkomplex stellt sich die Beschwerdeführerin auf den
Standpunkt, die Vorinstanz habe in mehrfacher Hinsicht den Vertrauensschutz
missachtet. Im Grunde anerkennt sie in ihrer diesbezüglichen Argumentation,
dass die gestellten Anträge nicht rechtsgenüglich sind, ist aber der Meinung,
sie hätte aufgrund des Zwischenentscheids vom 21. Juli 2008, der
prozessleitenden Verfügung vom 21. April 2009 und der bisherigen Praxis der
Vorinstanz darauf vertrauen dürfen, dass auf die Klage eingetreten werde.

6.2 Ihre Argumentation verfängt offensichtlich nicht. Die Pflicht, hinlängliche
Rechtsbegehren zu stellen, ergibt sich direkt aus der gesetzlichen Vorschrift
von § 129 Abs. 1 lit. b ZPO/SO. Dies musste der anwaltlich vertretenen
Beschwerdeführerin bewusst sein, zumal die Stellung korrekter Rechtsbegehren
ein zentrales Element jeder Klageerhebung bildet. Weder im Zwischenentscheid
des Verwaltungsgerichts vom 21. Juli 2008 noch in der prozessleitenden
Verfügung vom 21. April 2009 wurde die Beschwerdeführerin von dieser Pflicht
dispensiert oder wurde ihr zugesichert, die gestellten Rechtsbegehren würden
genügen. Aus dem Umstand, dass die Vorinstanz im Entscheid vom 21. Juli 2008
vorweg die Fragen der Passivlegitimation der ursprünglich eingeklagten
Solothurner Spitäler AG und des Kantons Solothurn sowie der allfälligen
Verwirkung entschieden hatte, konnte und durfte die Beschwerdeführerin nicht
ableiten, die Vorinstanz habe bereits rechtskräftig über das Eintreten auf die
Klage beschlossen. Namentlich bedeutet die Abweisung der Klage gegen die
Solothurner Spitäler AG mangels Passivlegitimation nicht, dass das Gericht auch
schon sämtliche Eintretensvoraussetzungen bezüglich der Klage gegen den
Beschwerdegegner bejaht hätte. Betreffend das Erfordernis eines
rechtsgenüglichen Rechtsbegehrens scheidet ein solcher Schluss bereits deshalb
aus, weil nach solothurnischem Prozessrecht die Begehren noch bis zum Abschluss
des Beweisverfahrens geändert werden können (§ 144 Abs. 1 ZPO/SO). Die
Beschwerdeführerin hätte somit im Zeitpunkt des Zwischenentscheids vom 21. Juni
2008 ihre Rechtsbegehren noch anpassen können, was sich wiederum direkt aus dem
Gesetz ergibt. Sodann kann - entgegen der Meinung der Beschwerdeführerin - im
Passus des besagten Zwischenentscheids, wonach der Prozess nun zur Prüfung der
Haftungsvoraussetzungen, insbesondere der Widerrechtlichkeit und des
Kausalzusammenhangs, fortgesetzt werde, keine behördliche Zusage erblickt
werden, dass die Eintretensvoraussetzungen erfüllt seien und insbesondere die
gestellten Rechtsbegehren genügen würden. Ohnehin zählt auch der Schaden zu den
Haftungsvoraussetzungen.
Ebenso wenig ergibt sich aus der Tatsache, dass der Beschwerdeführerin in der
prozessleitenden Verfügung vom 21. April 2009 Frist zur Einreichung der
Klagebegründung angesetzt wurde, eine "verbindliche Zusicherung", dass "kein
Rechtsbegehren einzureichen" sei. Wie bereits ausgeführt, folgt die Pflicht zur
Stellung hinreichender Rechtsbegehren aus dem Gesetz und muss jedem
Rechtsanwalt ohne Weiteres klar sein. Vorliegend hat der Beschwerdegegner zudem
in der Klageantwort ausdrücklich auf das Ungenügen der gestellten
Rechtsbegehren hingewiesen. Trotzdem hat die Beschwerdeführerin ihre Begehren
nicht hinlänglich geändert.
Auch die Berufung auf eine angebliche vertrauensbegründende Praxis der
Vorinstanz geht fehl. Die Beschwerdeführerin bezieht sich auf ein Urteil des
Verwaltungsgerichts des Kantons Solothurn vom 17. Dezember 2009, in dem die
Vorinstanz auf angeblich "identische Rechtsbegehren des unterzeichneten
Rechtsanwalts zumindest eingetreten" sei (eine gegen diesen Entscheid erhobene
Beschwerde wurde vom Bundesgericht mit Urteil 4A_98/2010 vom 21. April 2010
abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden konnte). Abgesehen davon, dass
durch einen einzelnen Entscheid noch keine feststehende Praxis begründet wird,
kann die Beschwerdeführerin daraus nichts für den vorliegenden Fall ableiten.
In jenem Verfahren war das Verfahren auf Antrag der Parteien auf die Fragen der
Verjährung/Verwirkung, der Widerrechtlichkeit und der Kausalität beschränkt
worden. Der Rechtsanwalt der Beschwerdeführerin stellte bezüglich dieser
Vorfragen Feststellungsbegehren. Da das Verwaltungsgericht die
Haftungsvoraussetzung der Widerrechtlichkeit verneinte, wies es die Klage ab,
und es kam gar nicht mehr zur Fortsetzung des Verfahrens. Vorliegend hingegen
war eine solche Beschränkung des Verfahrens nicht angeordnet. Die
Beschwerdeführerin hatte hinlängliche Rechtsbegehren betreffend ihre
Forderungsklage zu stellen. Von "identischen Rechtsbegehren" kann demnach nicht
die Rede sein. Aber selbst unter der Annahme, in jenem Verfahren seien die
Rechtsbegehren ungenügend gewesen und das Verwaltungsgericht hätte anstatt auf
Abweisung mangels Widerrechtlichkeit auf Nichteintreten erkennen können, hätte
die Beschwerdeführerin kein berechtigtes Vertrauen dahingehend schöpfen dürfen,
dass die Vorinstanz auch auf rechtsungenügliche Anträge, wie sie im
vorliegenden Verfahren gestellt wurden, eintreten würde. So kommt es immer
wieder vor, dass ein Gericht die Eintretensfrage nicht abschliessend prüft,
wenn klar ist, dass eine Klage bzw. ein Rechtsmittel ohnehin abzuweisen ist.

6.3 Die Berufung der Beschwerdeführerin auf Vertrauensschutz geht demnach fehl.

7.
7.1 In einem zweiten Rügenkomplex beschwert sich die Beschwerdeführerin über
eine Verletzung der richterlichen Prüfungs- und Antwortpflicht und insbesondere
über eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV)
und auf ein faires Verfahren (Art. 6 Ziff. 1 EMRK). Die genannten Bestimmungen
sieht sie dadurch verletzt, dass die Vorinstanz ihre am 3. Juni 2009 gestellten
Anträge, das Verfahren auf die Fragen der Widerrechtlichkeit und der Kausalität
zu beschränken bzw. - eventualiter - eine Nachfrist zur Quantifizierung und
weiteren Substantiierung der Schadenersatz- und Genugtuungsforderungen
anzusetzen, nicht behandelt habe.

7.2 Die Rüge ist unbegründet. Die Vorinstanz führte in der Erwägung 8 des
angefochtenen Urteils klar und deutlich aus, dass nach § 138 ZPO/SO die
Möglichkeit der Beschränkung des Prozessstoffes nur dem Beklagten, nicht aber
dem Kläger zustehe. Vorliegend sei der Prozessstoff aber weder durch Verfügung
des Instruktionsrichters beschränkt worden, noch habe der Beschwerdegegner eine
Einwendung im Sinne von § 138 ZPO/SO erhoben. Demzufolge hätte die
Beschwerdeführerin ihre völlig mangelhaften Rechtsbegehren neu stellen oder
abändern müssen. Dazu wäre nach § 144 ZPO/SO bis zum Abschluss des
Beweisverfahrens Zeit gewesen.
Daraus ergibt sich, dass die Vorinstanz die besagten Anträge durchaus hörte,
diese aber implizit abwies bzw. als völlig untauglich beurteilte. Die
Beschwerdeführerin war als Klägerin gar nicht befugt, eine Beschränkung des
Prozessstoffes zu verlangen. In ihrem Eventualbegehren kann sodann nicht - wie
sie vor Bundesgericht vorbringt - ein Fristerstreckungsgesuch im Sinne von § 10
des Verwaltungsrechtspflegegesetzes des Kantons Solothurn vom 15. November 1970
(VRG/SO; BGS 124.11) erblickt werden. Denn es wurde nicht um Erstreckung einer
behördlich gesetzten Frist ersucht. Die Pflicht, hinlänglich bestimmte
Rechtsbegehren zu stellen und dieselben substantiiert zu begründen, ergibt sich
explizit aus dem Gesetz (§ 129 ZPO/SO). Wenn die Beschwerdeführerin der Meinung
war, dass die Rechtsbegehren nicht genügten bzw. dass sie eine weitere
Substantiierung der Schadenersatz- und Genugtuungsforderungen vornehmen wolle,
hätte sie dies bis zum Abschluss des Beweisverfahrens (§ 144 ZPO/SO) bzw. bis
zu den Parteivorträgen an der Hauptverhandlung (§ 143 ZPO/SO) tun können. Der
Ansetzung einer Nachfrist bedurfte dies nicht. Entsprechend war auch das eine
Nachfristansetzung beantragende Eventualbegehren von der Vorinstanz zu Recht
als untauglich beurteilt worden. Es ging nicht darum, eine behördlich
angesetzte Frist zu erstrecken oder - bei Ablehnung einer Erstreckung - eine
kurze Nachfrist zu setzen. Der Vorwurf trifft daher nicht zu, dass die
Vorinstanz ein Fristerstreckungsgesuch im Sinne von § 10 VRG/SO nicht behandelt
habe.

7.3 Demnach ist weder eine Verletzung von Art. 29 Abs. 2 BV noch eine solche
von Art. 6 Ziff. 1 EMRK dargetan.

8.
Weiter rügt die Beschwerdeführerin eine Verletzung der richterlichen
Aufklärungs- und Fragepflicht durch die Vorinstanz als Ausfluss des Anspruchs
auf rechtliches Gehör (Art. 9 und 29 Abs. 2 BV i.V.m. § 58 Abs. 4 und § 133
Abs. 2 ZPO/SO).

8.1 Das Bundesgericht kann grundsätzlich die Anwendung kantonalen Rechts nicht
überprüfen (Art. 95 f. BGG). Die Beschwerdeführerin ist daher mit ihrer Rüge
einer Verletzung von § 58 Abs. 4 und § 133 Abs. 2 ZPO/SO ausgeschlossen. Sie
müsste eine willkürliche Anwendung der genannten kantonalen Prozessvorschriften
aufzeigen, was sie aber in keiner Weise tut. Auf ihre diesbezüglichen
Ausführungen kann daher nicht eingetreten werden.

8.2 Auch soweit sie behauptet, die richterliche Aufklärungs- und Fragepflicht
sei Ausfluss des Anspruchs auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV) und des
Gebots der prozessualen Fairness (Art. 9 BV, Handeln nach Treu und Glauben),
verfehlt sie die Begründungsanforderungen an eine Verfassungsrüge (Art. 106
Abs. 2 BGG; Erwägung 3). Denn sie legt nicht hinreichend klar dar, dass und
inwiefern diese Verfassungsbestimmungen überhaupt eine richterliche
Aufklärungs- und Fragepflicht garantieren und dieselbe durch die Vorinstanz
verletzt worden sein soll. Ihre diesbezügliche Behauptung entbehrt der
Grundlage, wonach die richterliche Aufklärungs- und Fragepflicht ihre Wirkung
insbesondere dann entfalte, wenn eine Unklarheit oder Unsicherheit bestehe, die
offensichtlich sei und vorliegend durch die Praxis des Gerichts selber
verursacht worden sei, indem dieses eine Beschränkung des Prozessstoffes
bereits mehrfach und auch ohne gültige Zustimmung des Beklagten vorgenommen
habe. Vorliegend nahm die Vorinstanz gerade keine Beschränkung des
Prozessstoffes vor. Es ist nicht ersichtlich, dass und wie sie bei der
Beschwerdeführerin eine Unklarheit hervorgerufen hätte. Es handelt sich um
einen üblichen Haftpflichtprozess, bei dem die Beschwerdeführerin als Klägerin
hinlängliche Rechtsbegehren zu stellen hat. Die Beschwerdeführerin änderte denn
auch an der Hauptverhandlung am Schluss ihres ersten Parteivortrages (und damit
verspätet) ihre Rechtsbegehren ab und manifestierte damit, dass sie offenbar
selbst der Meinung war, die am 3. Juni 2009 gestellten Anträge seien noch nicht
die definitiven. Trotzdem hat sie nicht rechtzeitig hinlängliche Rechtsbegehren
vorgetragen. Dies muss sie ihrer eigenen nachlässigen Prozessführung
zuschreiben und nicht einem Verstoss gegen die richterliche Aufklärungs- bzw.
Fragepflicht. Eine Verletzung des Gehörsanspruchs oder des Prinzips von Treu
und Glauben durch die Vorinstanz ist nicht, jedenfalls nicht rechtsgenüglich,
dargetan.

9.
9.1 Die Beschwerdeführerin wirft der Vorinstanz eine Verletzung des
Legalitätsprinzips (Art. 5 Abs. 1 BV) vor, indem diese von der
Beschwerdeführerin verlangt habe, ihr Rechtsbegehren zu beziffern, obwohl das
kantonale Recht bei verwaltungsrechtlichen Klagen nur ein Rechtsbegehren und
eine Begründung verlange (§ 61 Abs. 2 VRG/SO).

9.2 Nach § 58 VRG/SO finden auf das Verfahren vor den
Verwaltungsgerichtsbehörden die Vorschriften der Zivilprozessordnung sinngemäss
Anwendung. § 61 Abs. 2 VRG/SO bestimmt, dass die Rechtsschriften ein
Rechtsbegehren und eine Begründung enthalten müssen. Die Vorinstanz erwog, das
VRG/SO enthalte keine weiteren diesbezüglichen Vorschriften. Es fänden daher
die Vorschriften der Zivilprozessordnung Anwendung, konkret § 129 Abs. 1 lit. b
ZPO/SO, wonach die Rechtsbegehren des Klägers derart klar und bestimmt
abgefasst werden sollen, dass bei Gutheissung das Urteil auf Zuspruch der
Klagebegehren lauten kann.

9.3 Die Vorinstanz legte demnach die Anforderungen an die Bestimmtheit der
klägerischen Rechtsbegehren gestützt auf kantonales Recht fest. Abgesehen von
hier nicht in Betracht fallenden Ausnahmen kann die Verletzung kantonalen
Rechts beim Bundesgericht nur insofern gerügt werden, als darin eine Verletzung
von Bundesrecht oder Völkerrecht im Sinne von Art. 95 lit. a und b BGG liegt.
Im Vordergrund steht dabei ein Verstoss gegen das Willkürverbot (BGE 134 II 349
E. 3 S. 351; 133 II 249 E. 1.2.1 S. 251 f.). Diese Beschränkung der
Überprüfungsbefugnis des Bundesgerichts betreffend die Anwendung des kantonalen
Rechts kann nicht mittels Anrufung der allgemeinen Grundsätze nach Art. 5 Abs.
1 und 2 BV umgangen werden (BGE 134 I 153 E. 4.2.2 S. 158).

9.4 Eine willkürliche Anwendung des kantonalen Rechts macht die
Beschwerdeführerin nicht geltend, weshalb eine solche nicht weiter zu prüfen
ist (Art. 106 Abs. 2 BGG) und im Übrigen auch nicht in die Augen springt. Es
erscheint nämlich keineswegs unhaltbar, wenn die Vorinstanz annahm, § 61 Abs. 2
VRG/SO regle die Anforderungen an Form und Inhalt des Rechtsbegehrens nicht und
sei daher nicht abschliessend, weshalb sie gestützt auf § 58 VRG/SO die
Regelung von § 129 ZPO/SO heranzog.

10.
Die Beschwerdeführerin rügt eine Verletzung von Bundesrecht (Art. 42 Abs. 2
OR), da die Vorinstanz das Rechtsbegehren auf richterliche Schätzung des
Schadens nicht zugelassen habe, obwohl der Schaden im Zeitpunkt der
Antragstellung noch gar nicht bezifferbar gewesen sei. Insbesondere sei das
unfallversicherungsrechtliche Abklärungsverfahren nicht abgeschlossen gewesen.
Ein auf ungewissen sozialversicherungsrechtlichen Faktoren beruhendes
Rechtsbegehren wäre aber arbiträr gewesen und hätte zu einem Überklagen
geführt. Das könne von der Beschwerdeführerin nicht verlangt werden. Bei Art.
42 Abs. 2 OR handle es sich um "ein bundesrechtlich normiertes Rechtsbegehren".
Die Beschwerdeführerin habe sich an den Wortlaut des Gesetzes gehalten. Es sei
nicht erkennbar, was daran unbestimmt oder ungenügend sein solle.

10.1 Der Schaden ist vom Geschädigten grundsätzlich ziffernmässig nachzuweisen
(Art. 42 Abs. 1 OR). Ist das nicht möglich, ist der Schaden vom Richter mit
Rücksicht auf den gewöhnlichen Lauf der Dinge abzuschätzen (Art. 42 Abs. 2 OR).
Diese Bestimmung bezieht sich sowohl auf das Vorhandensein wie auf die Höhe des
Schadens. Dieser gilt als erwiesen, wenn sich genügend Anhaltspunkte ergeben,
die geeignet sind, auf seinen Eintritt zu schliessen. Der Schluss muss sich mit
einer gewissen Überzeugungskraft aufdrängen (BGE 132 III 379 E. 3.1 S. 381; 122
III 219 E. 3a S. 221 f.). Eine Anwendung von Art. 42 Abs. 2 OR setzt voraus,
dass ein strikter Beweis nach der Natur der Sache nicht möglich oder nicht
zumutbar ist (BGE 128 III 271 E. 2b/aa S. 276).
Allerdings soll dem Geschädigten damit nicht die Möglichkeit eröffnet werden,
ohne nähere Angaben Schadenersatzforderungen in beliebiger Höhe zu stellen.
Art. 42 Abs. 2 OR zielt lediglich auf eine Beweiserleichterung und nicht etwa
darauf, dem Geschädigten die Beweislast generell abzunehmen. Das Bundesgericht
hält in seiner Rechtsprechung denn auch ausdrücklich fest, dass der Geschädigte
alle Umstände, die für den Eintritt eines Schadens sprechen und dessen
Abschätzung erlauben oder erleichtern, soweit möglich und zumutbar zu behaupten
und zu beweisen hat (BGE 128 III 271 E. 2b/aa S. 276 f. mit Hinweisen). Die vom
Geschädigten vorgebrachten Umstände müssen geeignet sein, den Bestand des
Schadens hinreichend zu belegen und seine Grössenordnung hinreichend fassbar
werden zu lassen (BGE 122 III 219 E. 3a mit Hinweisen).

10.2 Die Beschwerdeführerin verkennt den soeben dargestellten Gehalt von Art.
42 Abs. 2 OR, wenn sie meint, sie könne einfach den Wortlaut dieser Bestimmung
übernehmen und damit ein hinlängliches Rechtsbegehren in einem
Schadenersatzprozess stellen. Die Vorinstanz liess das Subeventualbegehren 1.c)
nicht deshalb nicht genügen, weil der Schaden bzw. die Forderung nicht schon
genau beziffert war, sondern weil die Beschwerdeführerin damit überhaupt kein
Leistungsbegehren stellte, also nicht die Verpflichtung des Beschwerdegegners
zur Bezahlung einer Geldsumme nach richterlichem Ermessen verlangte. Art. 42
Abs. 2 OR betrifft den Beweis des Schadens, dispensiert den Kläger indessen
nicht davon, ein Leistungsbegehren zu stellen. Die Beschwerdeführerin
beantragte lediglich vom Richter, dass er den Schaden abschätze. Der Schluss
der Vorinstanz, wonach dies kein rechtsgenügliches Rechtsbegehren in einem
Schadenersatzprozess darstellt, hält somit ohne Weiteres vor Bundesrecht stand.
Die Vorinstanz erwog schliesslich, selbst wenn man zugunsten der
Beschwerdeführerin annehmen würde, dass wegen der Nennung von Art. 42 Abs. 2 OR
klar sein müsse, um welchen Klagegrund es sich handle und deshalb auf die Klage
einzutreten sei, wäre das Gericht nicht in der Lage, den Schaden auch nur
annähernd zu bestimmen, da die Beschwerdeführerin rein gar nichts zur
Schadensbemessung behaupten würde. Die einzelnen Schadensbemessungsfaktoren
hätte die Beschwerdeführerin vorbringen müssen, was sie aber nicht getan habe.
Damit verlangte die Vorinstanz nichts, was nicht von der oben dargestellten
Rechtsprechung gedeckt wäre, muss doch der Geschädigte alle Umstände, die für
den Eintritt eines Schadens sprechen und dessen Abschätzung erlauben oder
erleichtern, soweit möglich und zumutbar behaupten und beweisen. Nach der
Feststellung der Vorinstanz kam die Beschwerdeführerin auch dieser Pflicht
nicht nach. Letzteres wird in der Beschwerde nicht entkräftet.
Eine Verletzung von Art. 42 Abs. 2 OR liegt demnach nicht vor.

11.
In einem letzten Punkt greift die Beschwerdeführerin den vorinstanzlichen
Kostenentscheid an.

11.1 Zunächst wirft sie der Vorinstanz eine Verletzung des
Verhältnismässigkeitsprinzips (Art. 5 Abs. 2 BV) vor. Die Vorinstanz habe
sowohl im Rahmen der Kostenverteilung in Bezug auf das Urteil vom 8. März 2010
als auch im Rahmen der Festsetzung der gegnerischen Parteientschädigungen dem
Nichteintretensentscheid vom 8. März 2010 im Verhältnis zum Sachurteil vom 21.
Juli 2008 eine ungerechtfertigt hohe Bedeutung zugemessen. Darüber hinaus seien
die zugesprochenen Parteientschädigungen allein schon von der Summe her
betrachtet zu hoch und unverhältnismässig. Dazu komme, dass die Vorinstanz
nicht begründe, welche Überlegungen zur Festsetzung der Pauschalsummen geführt
hätten, weshalb sie auch ihre Begründungspflicht (Art. 29 Abs. 2 BV) verletze.
Auf die Rüge der Verletzung des Verhältnismässigkeitsprinzips kann nicht
eingetreten werden. Die Verteilung und Bemessung der Kosten und
Parteientschädigungen ergingen in Anwendung von kantonalem Recht. Bei der
Anwendung kantonalen Rechts kann das in Art. 5 Abs. 2 BV als allgemeiner
Verfassungsgrundsatz verankerte Verhältnismässigkeitsprinzip (ausserhalb des
Schutzbereichs spezieller Grundrechte) nur unter dem Gesichtswinkel des
Willkürverbots angerufen werden (BGE 134 I 153 E. 4.2.2 S. 158). Die
Beschwerdeführerin erwähnt in ihren Ausführungen zum
Verhältnismässigkeitsprinzip zwar auch einen Verstoss gegen das Willkürverbot.
Zur Begründung der Willkürrüge begnügt sie sich aber mit der Behauptung, der
vorgenommene Verteilschlüssel von 1 zu 10 sei in Anbetracht des Urteils vom 21.
Juli 2008 offensichtlich unhaltbar und stehe zur tatsächlichen Situation in
klarem Widerspruch. Das ist keine rechtsgenügliche Begründung einer Willkürrüge
(vgl. Erwägung 3). Einen Widerspruch zur tatsächlichen Situation zeigt die
Beschwerdeführerin nicht auf und ist auch nicht ersichtlich. Sodann kann
angesichts des Umstands, dass die Beschwerdeführerin im Zwischenentscheid vom
21. Juli 2008 zwar betreffend die Vorfrage der Verwirkung obsiegte, hingegen
betreffend die Passivlegitimation der ebenfalls eingeklagten Solothurner
Spitäler AG und vor allem dann im Endentscheid vollumfänglich unterlag, nicht
gesagt werden, der Verteilschlüssel von 1 zu 10 sei offensichtlich unhaltbar,
auch wenn der Endentscheid bloss auf Nichteintreten lautete. Auch durch dieses
Prozessurteil galt die Beschwerdeführerin als unterliegende Partei.
Was schliesslich die Rüge anbelangt, die Vorinstanz habe in Verletzung ihrer
Begründungspflicht nicht dargelegt, welche Überlegungen zur Festsetzung der
Pauschalsummen geführt hätten, so ist an die Rechtsprechung des Bundesgerichts
zu erinnern, dass der Entscheid über die Höhe der Parteientschädigung in der
Regel nicht begründet werden muss (BGE 111 Ia 1 E. 2a). Gründe, weshalb
vorliegend von dieser Regel abzuweichen wäre, nennt die Beschwerdeführerin
nicht.

11.2 Weiter macht die Beschwerdeführerin eine Verletzung des Legalitätsprinzips
(Art. 5 Abs. 1 BV) geltend, weil die Vorinstanz dem streitberufenen Dr.
Y.________ eine Parteientschädigung zugesprochen habe, obwohl das kantonale
Recht dafür keine gesetzliche Grundlage enthalte. Dr. Y.________ sei nicht
"Gegenpartei" im Sinne von § 101 Abs. 1 ZPO/SO.
Da die Vorinstanz die Zusprechung einer Parteientschädigung an den
streitberufenen Dr. Y.________ in Anwendung von kantonalem Recht vornahm, hätte
die Beschwerdeführerin wiederum nur mit einer gehörig begründeten Willkürrüge
dagegen angetreten können (siehe Erwägung 9.3). Eine solche erhebt die
Beschwerdeführerin aber im vorliegenden Zusammenhang nicht, weshalb es beim
Entscheid der Vorinstanz sein Bewenden haben muss.

11.3 Schliesslich soll das Legalitätsprinzip (Art. 5 Abs. 1 BV) auch dadurch
verletzt worden sein, dass die Vorinstanz den Kanton Solothurn gestützt auf §
77 VRG/SO von der Kostentragung befreite. Diese Bestimmung gelte nur für das
verwaltungsgerichtliche Beschwerdeverfahren, nicht aber für das
verwaltungsgerichtliche Klageverfahren. Für dieses seien die Grundsätze der
Zivilprozessordnung massgebend.
Wie es sich damit verhält, kann offen bleiben. Auf die Rüge ist vielmehr
mangels Beschwer der Beschwerdeführerin nicht einzutreten. Die Vorinstanz hat
der Beschwerdeführerin nur den ihr gemäss der vorgenommenen Aufteilung
obliegenden Teil der Verfahrenskosten (Fr. 4'500.--) auferlegt. Dadurch, dass
sie den Kanton Solothurn von dem diesem obliegenden Teil der Verfahrenskosten
von Fr. 500.-- gestützt auf § 77 VRG/SO befreite, wurde die Beschwerdeführerin
nicht belastet. Sie ist daher auch nicht legitimiert, dagegen vorzugehen.

12.
Die Beschwerde in Zivilsachen ist abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden
kann. Bei diesem Verfahrensausgang wird die Beschwerdeführerin kostenpflichtig
(Art. 66 Abs. 1 BGG).
Dem Beschwerdegegner (Kanton Solothurn) ist keine Parteientschädigung
zuzusprechen. Gründe, um ausnahmsweise von der Regel nach Art. 68 Abs. 3 BGG
abzugehen, sind weder vom Beschwerdegegner genannt noch ersichtlich.
Der Streitberufene, der die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten
ist, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen beantragte, obsiegt mit dem
Beschwerdegegner. Das Bundesgericht befindet nach seinem Ermessen über die
Berücksichtigung der Nebenintervenienten im Kosten- und Entschädigungspunkt
(Art. 71 BGG i.V.m. Art. 69 Abs. 2 BZP). Der Nebenintervention wie auch der
Streitverkündung liegt ein Rechtsverhältnis zwischen der unterstützten
Hauptpartei und der Nebenpartei zu Grunde, an welchem der Prozessgegner nicht
beteiligt ist. Mit ihrer Teilnahme am Prozess nimmt die Nebenpartei Interessen
wahr, die in diesem Rechtsverhältnis und nicht in einem Rechtsverhältnis
zwischen ihr und dem Prozessgegner begründet sind. Es rechtfertigt sich daher
grundsätzlich nicht, der Nebenpartei einen Anspruch gegenüber dem Prozessgegner
auf Ersatz ihrer Parteikosten einzuräumen. Das Bundesgericht spricht deshalb
der Nebenpartei im Allgemeinen keine Parteientschädigung zu, es sei denn, es
bestünden Gründe der Billigkeit (vgl. BGE 130 III 571 E. 6; Urteil 4A_216/2008
vom 20. August 2008 E. 5; je mit Hinweis). Solche Gründe sind im vorliegenden
Fall nicht ersichtlich und werden vom Streitberufenen auch nicht geltend
gemacht. Ihm ist folglich keine Parteientschädigung zuzusprechen.

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Auf die subsidiäre Verfassungsbeschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Die Beschwerde in Zivilsachen wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 6'000.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

4.
Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.

5.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Verwaltungsgericht des Kantons
Solothurn schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 19. Juli 2010

Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Die Präsidentin: Die Gerichtsschreiberin:

Klett Sommer