Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

I. Zivilrechtliche Abteilung, Beschwerde in Zivilsachen 4A.259/2010
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
4A_259/2010

Urteil vom 2. September 2010
I. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Klett, Präsidentin,
Bundesrichter Corboz,
Bundesrichterin Rottenberg Liatowitsch,
Bundesrichter Kolly,
Bundesrichterin Kiss,
Gerichtsschreiber Luczak.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
vertreten durch Rechtsanwalt Oskar Müller,
Beschwerdeführer,

gegen

Y.________,
vertreten durch Rechtsanwalt Bruno Habegger,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
Arbeitsvertrag; Überstunden,

Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Luzern, I. Kammer als
Appellationsinstanz, vom 16. März 2010.

Sachverhalt:

A.
Y.________ (Beschwerdegegner) arbeitete vom 1. Oktober 2002 bis zum 30. Juni
2007 für X.________ (Beschwerdeführer) als Chauffeur Kat. C/E. Mit Klage vom
10. März 2008 verlangte er vom Beschwerdeführer Fr. 60'684.60 nebst Zins für
geleistete Überstunden. Nach Auffassung des Beschwerdeführers waren dagegen die
Überstunden, soweit sie ausgewiesen waren, mit dem vereinbarten Lohn
abgegolten. Allfälligen berechtigten Forderungen des Beschwerdegegners stellte
er eine Verrechnungsforderung von Fr. 38'010.-- gegenüber.

B.
Das Amtsgericht Willisau hiess die Klage im Umfang von Fr. 21'710.10 nebst Zins
gut. Auf Appellation des Beschwerdeführers und Anschlussappellation des
Beschwerdegegners sprach das Obergericht des Kantons Luzern am 16. März 2010
dem Beschwerdegegner Fr. 43'980.-- nebst Zins zu. Mit Beschwerde in Zivilsachen
beantragt der Beschwerdeführer dem Bundesgericht im Wesentlichen, die Klage
abzuweisen. Der Beschwerdegegner schliesst auf Bestätigung des angefochtenen
Entscheides. Das Obergericht beantragt unter Verweis auf seine
Urteilsbegründung, die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.

Erwägungen:

1.
Gemäss Art. 75 Abs. 1 BGG ist die Beschwerde zulässig gegen Entscheide letzter
kantonaler Instanzen und des Bundesverwaltungsgerichts. Dabei knüpft der
Begriff der Letztinstanzlichkeit an jenen von Art. 86 Abs. 1 OG an.
Letztinstanzlichkeit gemäss Art. 75 Abs. 1 BGG bedeutet, dass der kantonale
Instanzenzug für die Rügen, die dem Bundesgericht vorgetragen werden,
ausgeschöpft sein muss (BGE 134 III 524 E. 1.3 S. 527 mit Hinweisen).

1.1 Die Vorinstanz hat den erstinstanzlichen Entscheid nicht umfassend
überprüft, sondern nur soweit, als sich der Beschwerdeführer mit den Erwägungen
des erstinstanzlichen Gerichts auseinandergesetzt hat. Soweit er dieser
Obliegenheit nicht hinreichend nachkam, trat es auf die Appellation nicht ein,
namentlich bezüglich der Rüge der Verletzung des Rechts auf Beweisabnahme. Vor
Bundesgericht kann der Beschwerdeführer geltend machen, die Vorinstanz hätte
mit dieser eingeschränkten Prüfung Recht im Sinne von Art. 95 ff. BGG verletzt.
Ist dies nicht der Fall, kann das Bundesgericht die von der Vorinstanz
materiell nicht behandelten Streitfragen mangels Ausschöpfung des
Instanzenzuges nicht überprüfen, so dass es beim erstinstanzlichen Entscheid
bleibt.

1.2 Mit der Beschwerde kann primär die Verletzung von Bundesrecht gerügt werden
(Art. 95 lit. a BGG). In tatsächlicher Hinsicht legt das Bundesgericht seinem
Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105
Abs. 1 BGG). Die Feststellung des Sachverhaltes kann nur gerügt werden, wenn
sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von
Art. 95 BGG beruht und wenn die Behebung des Mangels für den Ausgang des
Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG). "Offensichtlich
unrichtig" bedeutet dabei "willkürlich" (BGE 135 III 127 E. 1.5 S. 130, 397 E.
1.5 S. 401; 133 II 249 E. 1.2.2 S. 252).

2.
Im Arbeitsvertrag vereinbarten die Parteien, die Arbeitszeit werde flexibel
gestaltet und variiere aufgrund des Arbeitsvorkommens. Bezüglich der
Überstunden wurde festgehalten, ausserhalb der normalen Arbeitszeiten sei der
Arbeitnehmer verpflichtet, Überstunden zu leisten, sofern ihm dies nach Treu
und Glauben zugemutet werden könne. Der Lohn betrug Fr. 5'000.-- brutto, wobei
im Vertrag in Klammern angemerkt ist: "Fr. 5000.-- gleich Profigehalt,
Ueberstunden inklusive". Zwischen den Parteien ist streitig, in welchem Ausmass
allfällige Überstunden bereits mit dem Lohn abgegolten sind.

2.1 Die erste Instanz ging davon aus, nach dem übereinstimmenden Verständnis
der Parteien seien im Lohn nur eigentliche Überstunden, die im Rahmen der
wöchentlichen Höchstarbeitszeit geleistet wurden, abgegolten. Diese beträgt
nach Art. 6 Abs. 1 der Verordnung vom 19. Juni 1995 über die Arbeits- und
Ruhezeit der berufsmässigen Motorfahrzeugführer und -führerinnen
(Chauffeurverordnung, ARV 1; SR 822.221) 46 Stunden. Ob diese Auffassung
zutrifft (der Beschwerdeführer hatte geltend gemacht, der Beschwerdegegner
selbst sei bei der Spesenabrechnung von 50 Stunden ausgegangen), liess die
Vorinstanz letztlich offen. Sie hielt fest, Überstunden seien Stunden zwischen
der vereinbarten Arbeitszeit und der gesetzlich zulässigen Höchstarbeitszeit.
Diesbezüglich könne sowohl der Grundlohn als auch der Lohnzuschlag schriftlich
wegbedungen werden. Überzeit sei die über die Höchstarbeitszeit geleistete
Arbeit. Diese sei, sofern keine Kompensation mit Freizeit erfolge, nach Art. 13
Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 13. März 1964 über die Arbeit in Industrie,
Gewerbe und Handel (Arbeitsgesetz, ArG; SR 822.11) zwingend mit dem Grundlohn
und dem gesetzlich vorgesehenen Zuschlag zu entschädigen. Die Vorinstanz
erachtete Art. 13 Abs. 1 ArG auch für den zu beurteilenden Fall für
massgeblich, da in der Chauffeurverordnung lediglich die zulässige Arbeitszeit
definiert werde, nicht aber deren Entschädigung.

2.2 Der Beschwerdeführer macht demgegenüber geltend, die Begriffe
Höchstarbeitszeit in Art. 9 Abs. 1 und 3 ArG und in Art. 6 ARV 1 seien nicht
identisch. Der Beschwerdeführer und der Beschwerdegegner hätten die Mehrarbeit
im Sinne von Art. 6 ARV 1 als Überstunden verstanden, weshalb der
Beschwerdegegner seine Ferienwochen auf den Spesenblättern mit 50 Stunden
berücksichtigt habe. Während das Arbeitsgesetz die wöchentliche Höchstarbeit
fixiere und Ausnahmen nur auf Verordnungsstufe zulasse, gestatte Art. 7 ARV 1
ausdrücklich, abweichend von der wöchentlichen Höchstarbeitszeit je Woche fünf
weitere Stunden Mehrarbeit zu leisten. Zulässige Mehrarbeit im Sinne der
Chauffeurverordnung stelle Überstundenarbeit im Sinne des OR und des
Arbeitsgesetzes dar, so dass die Wegbedingung der Entschädigung zulässig sei.

2.3 Sowohl im Arbeitsgesetz (Art. 9 ArG) als auch in der Chauffeurverordnung
(Art. 6 ARV 1) wird eine "Höchstarbeitszeit" festgelegt und der Umfang, in
welchem diese Stundenanzahl überschritten werden darf (Art. 12 ArG; Art. 7 ARV
1). Ohne klar anderslautende Indizien ist grundsätzlich nicht davon auszugehen,
dieselben Begriffe, die in verschiedenen Gesetzen im gleichem Zusammenhang
verwendet werden, seien unterschiedlich auszulegen. Zweck und Aufbau der
Bestimmungen des Arbeitsgesetzes und der Chauffeurverordnung sind weitgehend
analog. Hinweise darauf, dass der Begriff "Höchstarbeitszeit" Unterschiedliches
bezeichnen soll, bestehen nicht. Auch in der Literatur wird ohne Weiteres davon
ausgegangen, Art. 6 ARV 1 enthalte betreffend die Höchstarbeitszeit, wie sie in
Art. 9 ArG geregelt ist, spezielle Bestimmungen für eine besondere
Arbeitnehmerkategorie (vgl. von Kaenel, in: Geiser/von Kaenel/Wyler [Hrsg.],
Arbeitsgesetz, 2005, N. 38 zu Art. 9 ArG). Insoweit kann der Argumentation des
Beschwerdeführers nicht gefolgt werden.

2.4 Die Annahme der Vorinstanz, die Chauffeurverordnung definiere lediglich die
zulässige Arbeitszeit, nicht aber deren Entschädigung, widerspricht dem
Wortlaut der Verordnung. Art. 7 Abs. 3 ARV 1 hält fest: "Die Überzeitarbeit
kann durch einen Lohnzuschlag nach Obligationenrecht oder durch Freizeit von
gleicher Dauer ausgeglichen werden. Ein solcher Ausgleich ist innert dreier
Monate vorzunehmen, sofern Arbeitgeber und Arbeitnehmer oder Arbeitnehmerin
nicht einen längeren Zeitraum schriftlich vereinbaren; dieser Zeitraum darf in
keinem Fall länger als zwölf Monate sein." Die Chauffeurverordnung regelt
mithin entgegen der Auffassung der Vorinstanz nicht nur die zulässige
Arbeitszeit, sondern auch die Abgeltung der Überzeit.

2.5 Die Chauffeurverordnung verweist für den Lohnzuschlag auf das
Obligationenrecht, also auf Art. 321c Abs. 3 OR (Roger Bollag, Die Arbeits- und
Ruhezeit der berufsmässigen Motorfahrzeugführer, Zürich 1994, S. 26 Fn. 151).
Da die Chauffeurverordnung eine Spezialregelung enthält, geht sie dem
Arbeitsgesetz nach Art. 71 lit. a ArG vor (vgl. Thomas Gächter, Arbeitsschutz,
in: Koller/Müller/Rhinow/Zimmerli, Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Bd.
8, Gesundheitsrecht, hrsg. von Poledna/Kieser 2005, S. 369 Rz. 220). Nach Art.
321c Abs. 3 OR hat der Arbeitgeber, sofern die Überstundenarbeit nicht durch
Freizeit ausgeglichen wird und nichts anderes schriftlich verabredet oder durch
Normalarbeitsvertrag oder Gesamtarbeitsvertrag bestimmt ist, für die
Überstundenarbeit Lohn zu entrichten, der sich nach dem Normallohn samt einem
Zuschlag von mindestens einem Viertel bemisst. Zu prüfen bleibt, ob mit diesem
Verweis auf das OR auch unter der Geltung der Chauffeurverordnung der nach Art.
321c Abs. 3 OR zulässige Ausschluss der Entschädigung durch Parteiabrede zum
Tragen kommt.
2.5.1 Die Chauffeurverordnung stützt sich auf die Regelung über die Arbeits-
und Ruhezeit der berufsmässigen Motorfahrzeugführer im SVG. Danach ordnet der
Bundesrat die Arbeits- und Präsenzzeit der berufsmässigen Motorfahrzeugführer.
Er sichert ihnen eine ausreichende tägliche Ruhezeit sowie Ruhetage, so dass
ihre Beanspruchung nicht grösser ist als nach den gesetzlichen Regelungen für
vergleichbare Tätigkeiten (Art. 56 SVG). Die Anlehnung an die gesetzlichen
Regelungen für vergleichbare Tätigkeiten spricht eher dagegen, dass vom
Gesetzgeber bezüglich der Vergütung der Überzeit eine zu Lasten der
Arbeitnehmer vom Arbeitsgesetz abweichende Regelung gewollt ist. Unter der
Geltung des Arbeitsgesetztes ist nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts bei
Ausgleich der Überzeitarbeit in Geld zwingend der Grundlohn und die im Gesetz
vorgesehene Zusatzentschädigung geschuldet (Art. 13 Abs. 1 ArG; BGE 126 III
337).
2.5.2 Art. 7 Abs. 3 ARV 1 verweist für den Lohnzuschlag auf die Bestimmungen
des Obligationenrechts und scheint diesen als gegeben vorauszusetzen,
allerdings ohne ausdrücklich zu erläutern, ob sich der Verweis nur auf die Höhe
des Zuschlags bezieht. Bereits der verwendete Begriff der Höchstarbeitszeit
verdeutlicht indessen, dass diese grundsätzlich nicht überschritten werden
soll, auch wenn in Art. 7 ARV 1 unter gewissen Voraussetzungen Ausnahmen
vorgesehen sind. Innerhalb der Höchstgrenze können die Parteien die Arbeitszeit
frei festlegen und daher auch vereinbaren, Überstunden seien mit dem Lohn
abgegolten. Die Position des Arbeitnehmers ist diesfalls nicht anders, als wenn
(innerhalb der Höchstarbeitszeit) eine längere Arbeitszeit vereinbart worden
wäre, was den Parteien freisteht. Bezüglich der Höchstarbeitszeit kann den
Parteien dagegen nicht derselbe Freiraum zugebilligt werden. Andernfalls könnte
die vorgeschriebene Höchstarbeitszeitgrenze durch Parteiabrede faktisch
umgangen werden, was dem Regelungszweck widerspräche.
2.5.3 Der Zweck der Verordnung liegt darin, für eine ausreichende Ruhezeit zu
sorgen (Art. 56 SVG) und eine Überanstrengung zu verhindern, um die Gesundheit
der Arbeitnehmer zu schützen (Gächter, a.a.O., S. 370 Rz. 221). Die Regelung
soll in erster Linie die Verkehrssicherheit fördern, obwohl sie gleichzeitig
dem Schutz der Arbeitnehmer dient (Botschaft zum Entwurf eines Bundesgesetzes
über den Strassenverkehr vom 24. Juni 1955, Bbl. 1955 II 40 zu Art. 53 Abs. 2
E-SVG; Giger, SVG Strassenverkehrsgesetz, 7. Aufl. 2008, N. 1 zu Art. 56 SVG).
Art. 7 ARV 1 sieht als Ausgleich für die Überzeit entweder einen Lohnzuschlag
oder Freizeit von gleicher Dauer vor. Der Ausgleich durch Freizeit dient dem
Schutz vor Überanstrengung und damit dem primären Ziel der Verkehrssicherheit
besser als eine Abgeltung in Geld. Entsprechend wird im Gegensatz zu den
analogen Bestimmungen in Art. 321c OR und Art. 13 ArG, welche primär den
Interessen des Arbeitnehmers dienen (vgl. von Kaenel, a.a.O., N. 2 zu Art. 9
ArG) in Art. 7 Abs. 3 ARV 1 für den Ausgleich der Überzeit durch Freizeit nicht
das Einverständnis des Arbeitnehmers verlangt (vgl. demgegenüber Art. 13 Abs. 2
ArG und Art. 321 c Abs. 2 OR). Im Vergleich zu den analogen Bestimmungen im ArG
wird damit der Ausgleich durch Freizeit für den Arbeitgeber vereinfacht und
dadurch privilegiert. Dem entspricht, dass der Ausgleich in Geld für den
Arbeitgeber mit einem Zuschlag verbunden ist, während bei einem Ausgleich durch
Freizeit keine zusätzlichen Kosten anfallen. Wäre es zulässig zu vereinbaren,
die Entschädigung für Überzeitarbeit sei im Lohn bereits enthalten, bestünde
für den Arbeitgeber keinerlei Anreiz, auf Überzeitarbeit zu verzichten oder die
geleistete Überzeit mit Freizeit auszugleichen. Eine derartige Auslegung liesse
sich zwar mit dem Wortlaut von Art. 321c OR vereinbaren, liefe aber dem Zweck
der Chauffeurverordnung und von Art. 56 SVG zuwider.

2.6 Mit Blick auf den Zweck der Bestimmungen ist daher auch für den
Geltungsbereich der Chauffeurverordnung davon auszugehen, der Lohnzuschlag für
Überzeitarbeit sei zwingend. Aus diesem Zweck folgt auch, dass entgegen der
Auffassung des Beschwerdeführers nicht nur der Zuschlag, sondern auch der
Grundlohn zwingend geschuldet ist. Es besteht kein Grund diesbezüglich von der
zu Art. 13 ArG ergangenen Rechtsprechung (BGE 126 III 337) abzuweichen.
Insoweit ist der angefochtene Entscheid im Ergebnis nicht zu beanstanden.

2.7 Der Beschwerdeführer rügt schliesslich, die Vorinstanz sei zu Unrecht davon
ausgegangen, nur bei Überstunden im Sinne von Art. 321c Abs. 1 OR müssten die
Anordnung derselben und die Betriebsnotwendigkeit vom Arbeitnehmer nachgewiesen
werden. Die Vorinstanz erachtete indessen die geleisteten Arbeitsstunden
aufgrund von Spesenblättern des Beschwerdegegners für erwiesen. Diese waren dem
Beschwerdeführer bekannt. Ist dem Arbeitgeber bekannt, dass Überstunden
geleistet werden, und schreitet er nicht dagegen ein, ist ihm der Einwand, sie
seien nicht angeordnet oder betriebsnotwendig gewesen, verwehrt (BGE 116 II 69
E. 4b S. 71; Urteil des Bundesgerichts 4C.381/1996 vom 20. Januar 1997 E. 3d
nicht publiziert in BGE 123 III 84; je mit Hinweisen). Soweit der
Beschwerdeführer um die Überzeitarbeit wusste, stellt sich die vom ihm
aufgeworfene Frage nicht.
2.7.1 Der Beschwerdeführer macht allerdings geltend, es sei willkürlich, auf
die Spesenblätter abzustellen. Willkürlich ist ein Entscheid aber nicht schon
dann, wenn eine andere Lösung ebenfalls vertretbar erscheint oder gar
vorzuziehen wäre. Das Bundesgericht hebt einen kantonalen Entscheid wegen
Willkür vielmehr nur auf, wenn er offensichtlich unhaltbar ist, mit der
tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen
unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem
Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft. Dabei genügt es nicht, wenn sich nur die
Begründung des angefochtenen Entscheides als unhaltbar erweist. Eine Aufhebung
rechtfertigt sich nur dann, wenn der Entscheid auch im Ergebnis
verfassungswidrig ist (BGE 134 II 124 E. 4.1 S. 133 mit Hinweisen). Rügen
betreffend die Beweiswürdigung sind nach Massgabe von Art. 106 Abs. 2 BGG zu
begründen (BGE 133 II 249 E. 1.4.3 S. 254 f. mit Hinweisen).
2.7.2 Soweit der Beschwerdeführer einfach die Beweiswürdigung der ersten
Instanz wiederholt, welche nicht auf die Spesenblätter abgestellt hatte, genügt
er den Begründungsanforderungen offensichtlich nicht. Auch der pauschale
Vorwurf, die Vorinstanz hätte das Beweisverfahren nicht bundesrechtskonform
durchgeführt wie auch die Behauptung samt Angaben der Beweismittel, der
Beschwerdeführer habe in der Anschlussappellationsantwort bewiesen, dass die
Spesenauswertungen beweisuntauglich seien, stellen keine hinreichend begründete
Willkürrüge dar. Gänzlich an der Sache vorbei geht der Hinweis auf Art. 8 ZGB,
da diese Bestimmung die Folgen der Beweislosigkeit regelt (BGE 134 II 235 E.
4.3.4 S. 241; 130 III 591 E. 5.4 S. 601 f.) und die Vorinstanz den Nachweis der
entsprechenden Überzeit aufgrund der Spesenblätter für erbracht erachtete. Die
Vorinstanz hält fest, ein weiterer Beweis sei dem Beschwerdegegner nicht
zuzumuten. Inwiefern die Vorinstanz die bundesrechtlichen Bestimmungen über das
Beweismass verletzt haben sollte, wie der Beschwerdeführer behauptet, ist nicht
auszumachen. Es ist nicht zulässig, unter dem Titel des Beweismasses die
Beweiswürdigung der Vorinstanz zu kritisieren. Im Übrigen setzt sich der
Beschwerdeführer nicht hinreichend mit der Argumentation der Vorinstanz
auseinander, wonach er die Spesenblätter offensichtlich zur Kontrolle der
Arbeitszeit verwendet habe, zumal darin auch vermerkt worden sei, wenn dem
Beschwerdegegner nicht eingehaltene Feiertage entschädigt wurden. Mangels
hinreichender Begründung kann auf die Willkürrüge nicht eingetreten werden. Im
Übrigen sind Abweichungen zwischen den Spesenblättern und der ARV-Berechnung
des Beschwerdeführers allenfalls geeignet aufzuzeigen, dass vielleicht auch
eine andere Lösung denkbar gewesen wäre. Sie genügen aber nicht, um den
angefochtenen Entscheid als offensichtlich unhaltbar auszuweisen.

3.
Der Beschwerdeführer hat im kantonalen Verfahren eine Forderung für private
Benützung des Geschäftsautos durch den Beschwerdegegner zur Verrechnung
gestellt. Die kantonalen Instanzen erachteten die Forderung nicht für
ausgewiesen. Der Beschwerdeführer ist der Auffassung, analog zur Rechtsprechung
betreffend Überstunden hätte das Gericht den Umfang der Privatfahrten schätzen
müssen, sofern es den strikten Beweis nicht für erbracht hielt. Er verweist auf
eine Zeugenaussage, wonach der Beschwerdegegner das Geschäftsauto zwei bis
dreimal pro Woche zusammen mit einem anderen Arbeitnehmer benutzt habe, und ist
der Meinung, damit sei seine Forderung wenigstens zu zwei bis drei Fünfteln im
Umfang von Fr. 8'193.-- bis Fr. 12'289.-- ausgewiesen. Und selbst wenn man die
diesbezüglichen Kosten auf beide Arbeitnehmer verteilen wollte, verblieben Fr.
4'096.-- bis Fr. 6'144.-- zuzüglich Zins ab mittlerem Verfall.

3.1 Der Schaden ist vom Geschädigten grundsätzlich ziffernmässig nachzuweisen
(Art. 42 Abs. 1 OR). Ist das nicht möglich, ist der Schaden vom Richter "mit
Rücksicht auf den gewöhnlichen Lauf der Dinge" abzuschätzen (Art. 42 Abs. 2
OR). Die Anwendung von Art. 42 Abs. 2 OR setzt voraus, dass ein strikter Beweis
nach der Natur der Sache nicht möglich oder nicht zumutbar ist. Die
Herabsetzung des Beweismasses darf im Ergebnis nicht zu einer Umkehr der
Beweislast führen. Die beweispflichtige Partei hat alle Umstände, die für die
Verwirklichung des behaupteten Sachverhalts sprechen, soweit möglich und
zumutbar zu behaupten und zu beweisen (BGE 128 III 271 E. 2b/aa S. 276 f. mit
Hinweisen). Das Bundesgericht hat stets Forderungen abgelehnt, wenn eine
Festsetzung des Schadens ex aequo et bono verlangt wurde, obschon der genaue
Schadensnachweis hätte erbracht werden können (BGE 92 II 328 E. 4 S. 334;
Brehm, Berner Kommentar, 3. Aufl. 2006, N. 51 zu Art. 42 OR; je mit Hinweisen).

3.2 Bei der Benutzung des Geschäftsautos für den Arbeitsweg kann keine Rede
davon sein, dass ein strikter Beweis für die Häufigkeit der Benutzung nach der
Natur der Sache nicht möglich oder nicht zumutbar sei. Der Arbeitgeber kann von
den Arbeitnehmern Rechenschaft über die Benutzung von Geschäftsautos für den
Arbeitsweg verlangen und sich taugliche Beweismittel sichern. Es besteht kein
Grund, nicht den strikten Beweis zu verlangen. Eine Bundesrechtsverletzung ist
nicht ersichtlich.

3.3 Somit könnte der Beschwerdeführer einzig geltend machen, es sei angesichts
der zitierten Zeugenaussage offensichtlich unhaltbar und damit willkürlich,
seine Forderung nicht zumindest teilweise für ausgewiesen anzusehen.
Diesbezüglich verfehlt er aber die strengen Begründungsanforderungen, welche
das Bundesgericht an die Rüge der willkürlichen Beweiswürdigung stellt. Er
beschränkt sich im Wesentlichen darauf, seine eigene Interpretation der
Zeugenaussage vorzutragen. Gemäss dem angefochtenen Entscheid hat der Zeuge
ausgesagt, er und der Beschwerdegegner hätten am Morgen oft gleichzeitig
anfangen müssen, am Abend hätten aber verschiedene Möglichkeiten bestanden
heimzukommen. Die Vorinstanz schliesst aus dieser Aussage, selbst der Nachweis
von mindestens vier privaten Fahrten gelinge dem Beschwerdeführer nicht. Auf
diese Argumentation geht der Beschwerdeführer nicht ein. Er genügt damit den
Begründungsanforderungen nicht, so dass auf die Rüge nicht einzutreten ist.

4.
Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde insgesamt als unbegründet. Sie
ist abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. Dem Ausgang des
Verfahrens entsprechend wird der Beschwerdeführer kosten- und
entschädigungspflichtig (Art. 66 Abs. 1 und Art. 68 Abs. 2 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 2'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Der Beschwerdeführer hat den Beschwerdegegner für das bundesgerichtliche
Verfahren mit Fr. 2'500.-- zu entschädigen.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Luzern, I.
Kammer als Appellationsinstanz, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 2. September 2010

Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Die Präsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Klett Luczak