Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

I. Zivilrechtliche Abteilung, Beschwerde in Zivilsachen 4A.290/2010
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
4A_290/2010

Urteil vom 10. Dezember 2010
I. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Klett, Präsidentin,
Bundesrichter Kolly, Bundesrichterin Kiss,
Gerichtsschreiberin Sommer.

Verfahrensbeteiligte
A.________,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Basil Huber,
Beschwerdeführerin,

gegen

B.________, Inhaber der X. B.________,
vertreten durch Rechtsanwältin
Daniela von Flüe Bolliger,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
Werklieferungsvertrag,

Beschwerde gegen das Urteil des Kantonsgerichts des Kantons Schwyz,
Zivilkammer, vom 17. November 2009.
Sachverhalt:

A.
A.________ (Beschwerdeführerin) und B.________ (Beschwerdegegner) schlossen am
24. Oktober 2005 einen als "Kaufvertrag" bezeichneten Vertrag ab. Als
"Kaufobjekt" wurde ein damals im Eigentum des Beschwerdegegners stehendes
Segelboot aufgeführt. Der Beschwerdegegner sollte am Segelboot vorgängig zur
Eigentumsübertragung diverse Umbau- und Neubauarbeiten entsprechend den
Wünschen der Beschwerdeführerin vornehmen. Der "Kaufpreis" wurde mit Fr.
70'000.-- beziffert. Die Details hinsichtlich der vom Beschwerdegegner für den
"Umbau/Neubau des Segelbootes" zu erbringenden Leistungen wurden in einer
separaten Aufstellung vom 24. Oktober 2005 geregelt. Darin wurde der Kaufpreis
des Segelbootes mit Fr. 5'000.-- und der Preis für die verschiedenen vom
Beschwerdegegner zu erbringenden Neu- und Umbauarbeiten mit insgesamt Fr.
65'000.-- beziffert.
Im Januar 2006 begann der Beschwerdegegner mit den Arbeiten am Segelboot. Die
Details der Arbeiten hatten die Parteien laufend besprochen. Da es im Verlauf
der Ausführung der Arbeiten zu Änderungen am ursprünglich vereinbarten
Leistungsumfang gekommen war, erhöhte sich der von der Beschwerdeführerin zu
bezahlende Preis auf total Fr. 77'400.--. Die Beschwerdeführerin hat diesen
Betrag in mehreren Ratenzahlungen vollständig getilgt.
Die Einwasserung des Segelbootes erfolgte am 27. März 2006. Eine förmliche
Übergabe fand nicht statt. Der Schiffsausweis für das Segelboot wurde am 2.
Juni 2006 ausgestellt.
Die Beschwerdeführerin stellte verschiedene Mängel am Segelboot fest, die
mehrmals Gegenstand von Gesprächen zwischen den Parteien gewesen waren und
aufgrund derer mehrere Nachbesserungsarbeiten durch den Beschwerdegegner
ausgeführt werden mussten. Am 26. Mai 2006 arbeitete die Beschwerdeführerin
erstmals eine schriftliche Mängelliste aus. Sie erstellte mit Datum vom 23.
Juni 2006 eine weitere Liste mit dem Titel "Dringende Arbeiten besprochen mit
Segellehrer und C.________ am 23. Juni 2006", da das Segelboot ihrer Meinung
nach noch immer über Mängel verfügte. In der Folge beauftragte die
Beschwerdeführerin D.________, eidg. dipl. Bootsbauer, mit einer Besichtigung
ihres Segelbootes. Gestützt auf ein Schreiben an die Beschwerdeführerin, in dem
D.________ seine Eindrücke der Bootsbesichtigung festhielt, erstellte die
Beschwerdeführerin am 21. Juli 2006 eine weitere Mängelliste. Nachdem sich
D.________ in einem Schreiben vom 17. August 2006 an die Beschwerdeführerin in
deren Auftrag erneut über die seines Erachtens nach wie vor bestehenden Mängel
am Segelboot geäussert hatte, gelangte die Beschwerdeführerin mit Einschreiben
vom 24. August 2006 an den Beschwerdegegner und forderte ihn auf, die Mängel
gemäss der dem Schreiben beiliegenden Mängelliste innert 20 Tagen zu beheben.
Am 15. September 2006 teilte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin dem
Beschwerdegegner mit, seine Mandantin trete vom "Kaufvertrag" vom 24. Oktober
2005 zurück. Gleichzeitig verlangte er die Rückerstattung des "Kaufpreises" von
Fr. 77'400.--.

B.
Die Beschwerdeführerin ersuchte am 9. November 2006 den Einzelrichter des
Bezirks Schwyz um vorsorgliche Beweisabnahme im Sinne von § 185 der
Zivilprozessordnung des Kantons Schwyz vom 25. Oktober 1974 (ZPO/SZ; SRSZ
232.110). Sie beantragte, ein Gutachten über den Zustand des von ihr vom
Beschwerdegegner mit Vertrag vom 24. Oktober 2005 erworbenen Segelbootes zu
erstellen.
Der gerichtlich bestellte Sachverständige E.________ erstellte am 6. Dezember
2006 ein erstes Gutachten über den Zustand des Segelbootes. Nachdem sich
herausgestellt hatte, dass der Sachverständige durch die Gerichtskanzlei
irrtümlicherweise eine falsche Mängelliste zur Bearbeitung erhalten hatte,
arbeitete er am 15. Januar 2007 ein weiteres Gutachten aus. Am 3. April 2007
verfasste der Sachverständige schliesslich ein Ergänzungsgutachten. Der
Einzelrichter des Bezirks Schwyz schloss das vorsorgliche Beweisverfahren mit
Verfügung vom 15. Mai 2007 ab.

C.
Die Beschwerdeführerin gelangte am 18. Juni 2007 an das Bezirksgericht Schwyz.
Sie beantragte, den Beschwerdegegner zu verpflichten, ihr Fr. 83'010.95 nebst
Zins zu 5 % seit 15. September 2006 zu bezahlen. Am 15. Januar 2008 erweiterte
sie ihre Klagebegehren insoweit, als auch die Kosten des vorsorglichen
Beweisabnahmeverfahrens vollumfänglich dem Beschwerdegegner aufzuerlegen seien
und dieser ihr ebenfalls hierfür eine Parteientschädigung zu bezahlen habe. Das
Bezirksgericht Schwyz wies am 18. Juni 2008 die Klage ab.
Gegen das Urteil des Bezirksgerichts vom 18. Juni 2008 erhob die
Beschwerdeführerin Berufung an das Kantonsgericht Schwyz. Sie stellte den
Antrag, das angefochtene Urteil aufzuheben und den Beschwerdegegner zu
verpflichten, ihr Fr. 86'013.90 nebst Zins zu bezahlen. Die Verfahrenskosten
des erstinstanzlichen Hauptverfahrens wie auch diejenigen der vorsorglichen
Beweisabnahme vor dem Bezirksgericht seien vollumfänglich dem Beschwerdegegner
aufzuerlegen. Der Beschwerdegegner sei zu verpflichten, die der
Beschwerdeführerin im erstinstanzlichen Hauptverfahren wie auch die im
Verfahren betreffend vorsorgliche Beweisabnahme angefallenen Parteikosten
gerichtsüblich zu entschädigen. Eventualiter für den Fall, dass die Verfahrens-
und Parteikosten des Verfahrens betreffend die vorsorgliche Beweisabnahme vor
dem Bezirksgericht nicht im Rahmen der Regelung der Kostenfolgen des
erstinstanzlichen Hauptverfahrens erfolgen, sei der Beschwerdegegner zusätzlich
zu verpflichten, ihr Fr. 8'460.40 zu bezahlen. Am 17. November 2009 wies das
Kantonsgericht Schwyz, Zivilkammer, die Berufung ab und bestätigte das Urteil
des Bezirksgerichts.

D.
Die Beschwerdeführerin beantragt dem Bundesgericht mit Beschwerde in
Zivilsachen vom 19. Mai 2010 das Urteil des Kantonsgerichts vom 17. November
2009 aufzuheben. Die Sache sei zur neuen Beurteilung an das Bezirksgericht,
eventuell an das Kantonsgericht zurückzuweisen. Subeventualiter sei der
Beschwerdegegner zu verpflichten, der Beschwerdeführerin Fr. 86'013.90 nebst
Zins zu bezahlen. Die Verfahrenskosten der vorinstanzlichen Hauptverfahren wie
auch der vorsorglichen Beweisabnahme seien vollumfänglich dem Beschwerdegegner
aufzuerlegen. Dieser sei zudem zu verpflichten, ihr die in diesen Verfahren
angefallenen Parteikosten zu bezahlen. Eventualiter für den Fall, dass die ihr
im Verfahren betreffend die vorsorgliche Beweisabnahme auferlegten Verfahrens-
und Parteikosten nicht im Rahmen der Regelung der Kostenfolgen des
Hauptverfahrens dem Beschwerdegegner auferlegt werden, sei dieser zusätzlich zu
verpflichten, ihr Fr. 8'460.40 zu bezahlen.
Der Beschwerdegegner begehrt die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung
des angefochtenen Entscheids. Die Vorinstanz beantragt, die Beschwerde
abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei.
Erwägungen:

1.
Die Parteien gehen übereinstimmend mit der Vorinstanz davon aus, dass sich die
behaupteten Ansprüche der Beschwerdeführerin gegenüber dem Beschwerdegegner
wegen der Mängel am Segelschiff grundsätzlich nach den Bestimmungen des
Werkvertragsrechts gemäss Art. 363 ff. OR beurteilen.
Ebenso ist unbestritten, dass der Beschwerdegegner das Segelschiff der
Beschwerdeführerin in mangelhaftem Zustand abgeliefert hat. Die Parteien gehen
ferner mit der Vorinstanz davon aus, dass das Schreiben der Beschwerdeführerin
vom 24. August 2006 als Mahnung, mit welcher dem Beschwerdegegner sogleich eine
Nachfrist von zwanzig Tagen angesetzt wurde, zu qualifizieren ist.
Die Beschwerdeführerin stellt sich - entgegen der Auffassung der Vorinstanz und
des Beschwerdegegners - auf den Standpunkt, sie sei nach Art. 107 Abs. 2 OR
berechtigt, vom Vertrag zurückzutreten, da der Beschwerdegegner bis zum
Fristablauf die Mängel nicht beseitigt habe. Die Vorinstanz habe zu Unrecht
dafürgehalten, dass ihr das Rücktrittsrecht nur in Gestalt und unter den
Voraussetzungen des Wandelungsrechts im Sinne von Art. 368 Abs. 1 OR zustehe.

1.1 Art. 368 OR regelt die Rechte des Bestellers bei Mängeln. Leidet das Werk
an so erheblichen Mängeln oder weicht es sonst so sehr vom Vertrag ab, dass es
für den Besteller unbrauchbar ist oder dass ihm die Annahme billigerweise nicht
zugemutet werden kann, so darf er diese verweigern und bei Verschulden des
Unternehmers Schadenersatz fordern (Art. 368 Abs. 1 OR). Sind die Mängel oder
die Abweichungen vom Vertrag minder erheblich, so kann der Besteller einen dem
Minderwerte des Werkes entsprechenden Abzug am Lohne machen oder auch, sofern
dieses dem Unternehmer nicht übermässige Kosten verursacht, die unentgeltliche
Verbesserung des Werkes und bei Verschulden Schadenersatz verlangen (Art. 368
Abs. 2 OR).
Da die Spezialbestimmungen des Werkvertragsrechts nicht regeln, wie vorzugehen
ist, wenn sich der Unternehmer weigert, die Nachbesserungsarbeiten vorzunehmen,
ist in einem solchen Fall auf die Bestimmungen des allgemeinen Teils des
Obligationenrechts zurückzugreifen. Somit kommen Art. 102 ff. OR zur Anwendung
(BGE 136 III 273 E. 2.3). Befindet sich der Schuldner bei zweiseitigen
Verträgen im Verzug, so ist der Gläubiger nach Art. 107 Abs. 1 OR berechtigt,
ihm eine angemessene Frist zur nachträglichen Erfüllung anzusetzen. Wird auch
bis zum Ablauf dieser Frist nicht erfüllt, so kann der Gläubiger nach Art. 107
Abs. 2 OR immer noch auf Erfüllung nebst Schadenersatz wegen Verspätung klagen,
statt dessen aber auch, wenn er es unverzüglich erklärt, auf die nachträgliche
Leistung verzichten und entweder Ersatz des aus der Nichterfüllung entstandenen
Schadens verlangen oder vom Vertrag zurücktreten.
Entscheidet sich der Besteller dafür, in Anwendung von Art. 107 Abs. 2 OR vom
Vertrag zurückzutreten, wird dadurch seine Ausübung des Gestaltungsrechts (d.h.
die Wahl des Nachbesserungsrechts) rückwirkend aufgehoben und er ist wieder in
derselben Situation wie vor der Ausübung des Gestaltungsrechts, so dass er
erneut zwischen den Mängelrechten von Art. 368 OR wählen kann (BGE 136 III 273
E. 2.4). Will er vom Vertrag zurücktreten, hat er die werkvertraglichen
Besonderheiten zu berücksichtigen.

1.2 Demzufolge hat entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin die
Vorinstanz zu Recht erwogen, dass der Beschwerdeführerin trotz Erfüllung der
Voraussetzungen von Art. 107 Abs. 2 OR das Rücktrittsrecht nur in Gestalt und
unter den Voraussetzungen des Wandelungsrechts im Sinne von Art. 368 Abs. 1 OR
zustehe.

2.
Um zu beurteilen, ob die Beschwerdeführerin vom Vertrag zurücktreten kann,
prüfte die Vorinstanz zu Recht, ob das Segelschiff an so erheblichen Mängeln
leidet oder sonst so sehr vom Vertrag abweicht, dass es für die
Beschwerdeführerin unbrauchbar ist oder dass ihr die Annahme billigerweise
nicht zugemutet werden kann (Art. 368 Abs. 1 OR).

2.1 Ob dem Besteller die Annahme des abgelieferten Werks nicht zugemutet werden
kann, beurteilt sich nach den gegenseitigen Interessen der Parteien, die nach
den Grundsätzen der Billigkeit gegeneinander abzuwägen sind (BGE 98 II 118 E.
3a S. 122). Bei der Beurteilung dieser Frage verfügt der Sachrichter über einen
weiten Ermessensspielraum (Urteil 4C.301/2002 vom 22. Januar 2003 E. 3.4.1).
Derartige Ermessensentscheide überprüft das Bundesgericht grundsätzlich frei.
Es übt dabei aber Zurückhaltung und schreitet nur ein, wenn die Vorinstanz
grundlos von in Lehre und Rechtsprechung anerkannten Grundsätzen abgewichen
ist, wenn sie Tatsachen berücksichtigt hat, die für den Entscheid im Einzelfall
keine Rolle hätten spielen dürfen, oder wenn sie umgekehrt Umstände ausser
Betracht gelassen hat, die zwingend hätten beachtet werden müssen. Es greift
ausserdem in Ermessensentscheide ein, wenn sich diese als offensichtlich
unbillig, als in stossender Weise ungerecht erweisen (BGE 135 III 121 E. 2 S.
123 f.; 130 III 28 E. 4.1 S. 32, 213 E. 3.1 S. 220; 129 III 380 E. 2 S. 382;
125 III 226 E. 4b S. 230; je mit Hinweisen).

2.2 Die Vorinstanz erwog, der Beschwerdegegner habe rund die Hälfte der in der
Liste vom 26. Juni 2006 aufgeführten ca. 20 Mängel behoben und die
Beschwerdeführerin habe in der Liste vom 24. August 2006 rund 30 neue Mängel
geltend gemacht und vom Beschwerdegegner die Beseitigung derselben innert 20
Tagen verlangt. Zu prüfen bleibe, welche dieser ca. 40 Mängel der
Beschwerdegegner beseitigt habe und welche nicht. Sodann sei zu beurteilen, ob
die vom gerichtlichen Gutachter E.________ noch festgestellten Mängel in ihrer
Gesamtheit eine Wandelung des Vertrags vom 24. Oktober 2005 seitens der
Beschwerdeführerin rechtfertigten. Beim Segelboot handle es sich nicht um eine
Massenware, sondern um eine Spezialanfertigung, hergestellt nach den Wünschen
und Vorstellungen der Beschwerdeführerin. Ein Verkauf dieses Bootes an Dritte
sei ohne erhebliche finanzielle Einbusse kaum möglich.
Zusammenfassend führte die Vorinstanz aus, gestützt auf die Gutachten
E.________ vom 15. Januar 2007 und 3. April 2007 habe sich ergeben, dass der
Beschwerdegegner die meisten der in den Listen vom 26. Juni 2006 und 24. August
2006 aufgeführten Mängel behoben habe. Jene Mängel, die von diesem nicht innert
der ihm angesetzten Frist von 20 Tagen behoben worden sind, können mit einem
Kostenaufwand von insgesamt ca. Fr. 1'000.-- behoben werden. Ferner könnten die
Risse in den Teakleisten für ca. Fr. 400.-- bis Fr. 500.-- nachgebessert
werden, ohne dass dadurch die Gebrauchstauglichkeit oder Werthaltigkeit des
Segelschiffs beeinträchtigt werde. Überdies lasse die gewählte Konstruktion des
Teakdecks zu, dass darauf etwas Wasser bleibe. Doch sei dieser Mangel vor allem
ästhetischer Natur, da kaum eine Gefahr von Wasserschäden bestehe, wenn
anlässlich der jährlichen Ein- und Auswinterungsarbeiten entsprechende,
regelmässige Kontrollen durchgeführt würden. Im Weiteren fehle ein
Elektro-Prüfbericht für die 220 V Anlage sowie eine Doppelverbindung der
Treibstoffschläuche. Allerdings habe die Beschwerdeführerin diesbezüglich
erstmals nach Vorliegen des Gutachtens E.________ vom 15. Januar 2007 Mängel
gerügt. Doch selbst wenn insoweit vom Beschwerdegegner zu verantwortende Mängel
angenommen werden müssten, könnten diese von ihm behoben werden.
Demzufolge seien alle am Segelboot noch bestehenden Mängel zu beheben. Es
bestünden keine Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdegegner zur Beseitigung
der Mängel nicht fähig oder nicht willens wäre. In Anbetracht der Gesamtsumme
der werkvertraglichen Neu- und Umbauarbeiten von Fr. 77'400.-- seien die
Mängelbeseitigungsarbeiten von insgesamt nicht mehr als Fr. 2'000.-- als
geringfügig zu betrachten. Es könne daher nicht geschlossen werden, dass der
Beschwerdeführerin mit einer Nachbesserung und Minderung nicht auch gedient
wäre. Das Segelboot stelle eine Einzelanfertigung dar. Der Beschwerdegegner
habe ein ursprünglich in seinem Eigentum stehendes Segelboot nach den
besonderen Wünschen der Beschwerdeführerin umgebaut und dabei auch viele
Neubauarbeiten geleistet. Würde der Beschwerdeführerin ein Wandelungsrecht
zugestanden, könnte der Beschwerdegegner dieses Segelboot nie zu dem von der
Beschwerdeführerin insgesamt bezahlten Preis von Fr. 77'400.-- einem Dritten
verkaufen. Dies liege aber im Wesentlichen nicht daran, dass das Boot noch über
einige Mängel verfüge, sondern sei vielmehr darauf zurückzuführen, dass es
aufgrund der besonderen Wünsche der Beschwerdeführerin speziell angefertigt
wurde. Denn der von der Beschwerdeführerin bestellte Gutachter F.________
schätze den Wert des Schiffes nach Behebung der Mängel auf nur ca. Fr.
25'000.-- bis Fr. 30'000.--. In die gleiche Richtung ziele der Gerichtsexperte
E.________ habe er in seinem Gutachten vom 3. April 2007 doch ausgeführt, dass
der Wert des über 35 Jahre alten Bootes nie die insgesamt veranschlagten Kosten
erreichen könne. Insoweit würden die Nachteile der Wandelung für den
Beschwerdegegner ungleich schwerer wiegen als die daraus entstehenden Vorteile
für die Beschwerdeführerin. Unter Berücksichtigung all dieser Umstände gelangte
die Vorinstanz zum Schluss, dass gestützt auf die Gutachten E.________ vom 15.
Januar 2007 und 3. April 2007 eine Wandelung des Vertrags vom 24. Oktober 2005
im Sinne von Art. 368 Abs. 1 OR nicht gerechtfertigt sei.

2.3 Die Beschwerdeführerin rügt eine Verletzung von Art. 368 Abs. 1 OR.
Sie macht insbesondere geltend, die Vorinstanz habe jeden Mangel betreffend
seine Schwere und Nachbesserungsmöglichkeit isoliert beurteilt und keine
Gesamtbetrachtung vorgenommen. Dies trifft jedoch nicht zu. Die Vorinstanz hat,
nachdem sie sich zu jedem Mangel einzeln äusserte, sehr wohl die Mängel in
ihrer Gesamtheit gewürdigt und ist dabei zum Schluss gekommen, dass die
Gesamtheit der Mängel die Voraussetzungen der Wandelung nicht erfüllen würde.
Ebenso geht der Vorwurf der Beschwerdeführerin fehl, wonach die Vorinstanz zu
Unrecht erwogen habe, dass bei der Frage der Zumutbarkeit zu beachten sei, ob
dem Besteller weder mit einer Minderung noch mit einer Nachbesserung gedient
wäre. Die Vorinstanz konnte ohne Bundesrecht zu verletzen prüfen, ob der
Beschwerdeführerin mit einer Minderung oder Nachbesserung gedient wäre. Denn
bei einer Verneinung dieser Frage wäre die Annahme des Segelbootes für die
Beschwerdeführerin unter Umständen unzumutbar gewesen. Andererseits folgt aus
der Tatsache, dass eine Nachbesserung oder Minderung möglich wäre, nicht
zwingend, dass das Wandelungsrecht wegen fehlender Zumutbarkeit ausgeschlossen
wäre. Die Vorinstanz hat - entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin -
denn auch keine solche Folgerung vorgenommen, sondern den Umstand, dass eine
Nachbesserung der Mängel möglich wäre, lediglich als ein Element in ihre
Interessenabwägung miteinbezogen.
Weiter erblickt die Beschwerdeführerin eine Verletzung von Art. 368 Abs. 1 OR
darin, dass die Vorinstanz die Würdigung der von ihr festgestellten Mängel zu
Unrecht davon abhängig gemacht habe, ob es dem Beschwerdegegner nach
zugelassener Wandelung möglich wäre, das Schiff zu dem von der
Beschwerdeführerin bezahlten Kaufpreis von Fr. 77'400.-- an einen Dritten
weiter zu verkaufen. Auch mit diesem Vorbringen vermag sie nicht
durchzudringen. Die Vorinstanz durfte bei der Abwägung, ob die Nachteile einer
Wandelung für den Unternehmer ungleich schwerer wiegen als die daraus
entstehenden Vorteile für den Besteller, die Tatsache berücksichtigen, dass der
Beschwerdegegner das von der Beschwerdeführerin auf ihre Wünsche umgebaute
Schiff nur mit einem beträchtlichen Verlust weiterverkaufen könnte. Darin ist
keine Bundesrechtsverletzung zu erblicken.

2.4 Inwiefern die Vorinstanz ihr Ermessen verletzt hätte, wenn sie aufgrund der
von ihr vorgenommenen Abwägung der gegenseitigen Interessen das Recht auf
Wandelung des Vertrags der Beschwerdeführerin nicht zugestand, ist nicht
ersichtlich. Eine Verletzung von Art. 368 Abs. 1 OR liegt nicht vor.

3.
Die Beschwerdeführerin macht weiter eine unrichtige Sachverhaltsfeststellung
durch die Vorinstanz geltend. Sie rügt eine Verletzung von Art. 29 Abs. 2 BV
und Art. 8 ZGB sowie eine Verletzung des Willkürverbots (Art. 9 BV).

3.1 Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die
Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Die Feststellung des
Sachverhalts kann nur gerügt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder
auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht und wenn die
Behebung des Mangels für den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann
(Art. 97 Abs. 1 BGG). "Offensichtlich unrichtig" bedeutet dabei "willkürlich"
(BGE 135 III 397 E. 1.5).
Der Beschwerdeführer, der die Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz
anfechten will, kann sich nicht damit begnügen, den bestrittenen Feststellungen
eigene tatsächliche Behauptungen gegenüberzustellen oder darzulegen, wie die
Beweise seiner Ansicht nach zu würdigen gewesen wären. Vielmehr hat er klar und
substanziiert aufzuzeigen, inwiefern die gerügten Feststellungen bzw. die
Unterlassung von Feststellungen offensichtlich unrichtig sind oder auf einer
Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruhen. Soweit der Beschwerdeführer
den Sachverhalt ergänzen will, hat er zudem mit Aktenhinweisen darzulegen, dass
er entsprechende rechtsrelevante Tatsachen und taugliche Beweismittel bereits
bei den Vorinstanzen prozesskonform eingebracht hat (Urteile 4A_214/2008 vom 9.
Juli 2008 E. 1.2, nicht publ. in: BGE 134 III 570; 4A_470/2009 vom 18. Februar
2010 E. 1.2). Auf eine Kritik an den tatsächlichen Feststellungen der
Vorinstanz, die diesen Anforderungen nicht genügt, ist nicht einzutreten (BGE
133 II 249 E. 1.4.3).

3.2 Die Beschwerdeführerin wirft der Vorinstanz insbesondere vor, einzig
geprüft zu haben, ob auf das vom Gutachter E.________ gestützt auf die
Mängelliste vom 24. August 2006 erstellte Gutachten abgestellt werden könne.
Die Vorinstanz habe sich einzig darauf konzentriert, ob im Zeitpunkt der
Gutachtenerstattung noch Mängel gemäss Mängelliste vom 24. August 2006
vorhanden gewesen seien. Mit keinem Wort habe sie sich zur Mängelsituation vor
dem 26. Mai 2006, zur Situation bei Erstellung der Mängelliste vom 26. Mai
2006, zur Situation vom 21. Juli 2006 und zu den Verhältnissen am 24. August
2006 geäussert.
Da die Beschwerdeführerin die Wandelung gestützt auf die Mängelliste vom 24.
August 2006 erklärte und die Wandelung des Vertrags damit begründete, dass die
Mängel gemäss Liste vom 24. August 2006 nicht abgearbeitet worden sind, kann
der Vorinstanz keine Gehörsverletzung vorgeworfen werden, wenn sie zu den
Mängelsituationen vor diesem Zeitpunkt keine tatsächlichen Feststellungen
getroffen hat. Inwiefern die Verhältnisse vor dem 24. August 2006
entscheidwesentlich sein sollten, zeigt die Beschwerdeführerin zudem auch nicht
auf. Sie wiederholt in ihrer Beschwerdeschrift bloss weitschweifig ihre
Ausführungen in ihrer Klage und Replik zur Situation vor dem 26. Mai 2010
(recte 2006), zur Situation am 26. Mai 2006, zu derjenigen am 23. Juni 2006, am
21. Juli 2006 sowie am 24. August 2006 und gibt ihre im kantonalen Verfahren
gestellten Beweisanträge wieder. Weiter wiederholt sie ihre in der Klage und
Replik vorgebrachte Kritik zu den Gutachten von E.________ vom 15. Januar 2007
und vom 3. April 2007 und ihre Vorbringen zur Mängelrüge vom 26. Mai 2006 und
zur Mängelrüge vom 23. Juni 2006. Sie rügt anschliessend, die Vorinstanz habe
sich zu ihren Darlegungen nicht geäussert, sondern sich einzig darauf
konzentriert, ob im Zeitpunkt der Gutachtenerstattung (also im Zeitraum
Dezember 2006 bis April 2007) noch Mängel gemäss Mängelliste vom 24. August
2006 vorhanden gewesen seien. Inwiefern die Situationen betreffend Mängel vor
dem 24. August 2006 entscheidwesentlich sein sollte und die Vorinstanz
entsprechende Feststellungen willkürlich unterlassen hätte, geht aus ihren
appellatorischen Ausführungen indessen nicht hervor.

3.3 Die Beschwerdeführerin rügt weiter, die Einvernahme der Zeugen D.________,
G.________ und F.________ wäre weit näher gelegen als die vom Gericht
tatsächlich vorgenommenen Einvernahmen von H.________ und I.________. Sie macht
zudem geltend, die befragten Zeugen seien dem Beschwerdegegner sehr
wohlgesinnt. H.________ habe selber ein Schiff beim Beschwerdegegner gekauft
und I.________ sei dem Beschwerdegegner freundschaftlich verbunden.
Mit diesen Vorbringen vermag sie keine willkürliche Beweiswürdigung
aufzuzeigen. Aus dem Umstand, wonach H.________ beim Beschwerdegegner ein
Schiff gekauft hat, folgt nicht zwingend, dass H.________ dem Beschwerdegegner
gutgesinnt sei. Vielmehr könnte gerade das Gegenteil der Fall sein, so wenn er
beim Kauf beispielsweise schlechte Erfahrungen gemacht hätte. Dass der Zeuge
I.________ mit dem Beschwerdegegner befreundet sei, ist im vorinstanzlichen
Urteil nicht festgestellt und hätte die Beschwerdeführerin bereits im
kantonalen Verfahren geltend machen müssen.
Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin kann daraus, dass die Vorinstanz
die Ablehnung der weiteren Zeugen D.________, G.________ und F.________ nicht
explizit begründete, ebenfalls keine Willkür abgeleitet werden. Die
Beschwerdeführerin bringt vor, mit den Zeugen hätte die Mängelsituation in den
Zeitpunkten vor dem 24. August 2006 geklärt werden können. Wie es sich damals
verhielt, war indessen gerade nicht entscheidrelevant. Dasselbe gilt für den
von der Beschwerdeführerin beantragten Augenschein, mit dem sie die
Verhältnisse vor dem 26. Mai 2006, am 26. Mai 2006, am 21. Juli 2006 und 24.
August 2006 beweisen möchte. Sie verkennt zudem, dass sich mit der Anordnung
eines Augenscheins zum heutigen Zeitpunkt die von ihr behaupteten Mängel am
Segelboot zu den früheren Zeitpunkten gar nicht mehr beweisen lassen würden.
Indem sie weiter lediglich pauschal anfügt, nur mit diesen Zeugeneinvernahmen
und einem Augenschein sei es möglich, das gesamte, für die rechtliche
Beurteilung massgebliche Unternehmerverhalten abzuschätzen, vermag sie den
Begründungsanforderungen an eine Sachverhaltsrüge nicht zu genügen.

3.4 Die Beschwerdeführerin wendet sich weiter gegen die Expertise des
gerichtlichen Gutachters E.________ vom 15. Januar 2007 und vom 3. April 2007.
Indem sie vorbringt, der Beschwerdegegner würde den Gutachter E.________
bestens kennen und habe diesen bei der Gutachtenerstellung begleitet sowie auf
ihn eingewirkt, bringt sie Sachverhaltselemente vor, die im vorinstanzlichen
Urteil nicht festgestellt sind. Sie erweitert damit den Sachverhalt in
unzulässiger Weise, ohne rechtsgenügliche Sachverhaltsrügen zu erheben. Damit
ist sie nicht zu hören.
Die Beschwerdeführerin bringt weiter vor, das Gutachten E.________ vom 6.
Dezember 2006 sei gestützt auf eine falsche Mängelliste erfolgt und der
Gutachter E.________ hätte in der Folge als befangen erklärt werden müssen. Da
der Gutachter irrtümlicherweise von der Gerichtskanzlei zunächst eine falsche
Mängelliste zur Bearbeitung erhalten hatte, arbeitete er am 15. Januar 2007 ein
weiteres Gutachten gestützt auf die Mängelliste vom 24. August 2006 aus.
Inwiefern der Gutachter bei der zweiten Gutachtenerstellung befangen gewesen
wäre, zeigt die Beschwerdeführerin nicht nachvollziehbar auf. Das Versehen lag
bei der Gerichtskanzlei und manifestiert keine Anhaltspunkte für eine
Befangenheit des Gutachters. Die entsprechende Rüge erweist sich als
unbegründet.
Die von der Beschwerdeführerin gerügten Widersprüche zwischen den Gutachten vom
6. Dezember 2006 und 15. Januar 2007 lassen sich daraus erklären, dass die
beiden Gutachten auf verschiedenen Mängellisten beruhen, was die Vorinstanz in
ihrem Urteil berücksichtigt hat. Da dieser Widerspruch somit erklärbar ist,
bildet er entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin gerade keinen Grund für
die Einholung eines Obergutachtens und es ist keine Willkür darin zu erblicken,
dass die Vorinstanz den Gutachten des Gerichtsexperten E.________ vom 15.
Januar 2007 und vom 3. April 2007 folgte.
Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, das gerichtliche Gutachten sei
sachlich ungenügend und weise grosse, unüberbrückbare Differenzen zu zwei von
ihr bestellten Fachgutachten auf, übt sie weitgehend appellatorische Kritik am
vorinstanzlichen Entscheid. Sie rügt, die Vorinstanz habe sich zwar
vordergründig mit den Gutachten von D.________ und F.________
auseinandergesetzt. Ihre diesbezüglichen Erwägungen und Begründungen seien aber
in vielerlei Hinsicht unlogisch, aktenwidrig und unvollständig. Die Vorinstanz
hätte vom Gutachten E.________ zugunsten der fundierten Auffassungen der
Privatgutachter abweichen können. In jedem Fall aber hätte sie aufgrund der
Vielzahl von Ungereimtheiten und Unklarheiten unüberbrückbare Zweifel an der
Richtigkeit des Gutachtens E.________ haben müssen, die durch Einholung eines
neuen Gutachtens hätten ausgemerzt werden müssen. Diese Vorbringen vermögen den
Anforderungen an eine Sachverhaltsrüge nicht zu genügen. Die Beschwerdeführerin
schildert mit ihren Ausführungen lediglich ihre eigene Sicht der Dinge, ohne
darzutun, inwiefern der vorinstanzlich festgestellte Sachverhalt offensichtlich
unrichtig wäre oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruhen
würde. Auf die entsprechende appellatorische Kritik ist daher nicht
einzutreten.

3.5 Die Beschwerdeführerin rügt weiter, die Vorinstanz gehe in ihrem Entscheid
von einer Mängelliste vom 26. Juni 2006 aus. Da es offensichtlich sei, dass es
sich nicht um die Mängelliste vom 26. Juni 2006, sondern um die Mängelliste vom
26. Mai 2006 handeln müsse, sei von einer offensichtlich unrichtigen
Feststellung des Sachverhalts auszugehen.
Der Auffassung der Beschwerdeführerin kann nicht gefolgt werden, da eine
Mängelliste mit dem Datum vom 26. Juni 2006 als BB 5 im Recht liegt. Wie die
Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung indessen darauf hinweist, sind die Listen
vom 26. Mai 2006 und vom 26. Juni 2006 praktisch identisch. Inwieweit das Datum
der Mängelliste entscheidrelevant wäre, vermag die Beschwerdeführerin mit ihren
Ausführungen zudem nicht aufzuzeigen.

3.6 Die Beschwerdeführerin wendet sich schliesslich gegen die Feststellung der
Vorinstanz, wonach sie nicht habe zu beweisen vermögen, dass dem
Beschwerdegegner die Mängelrüge vom 23. Juni 2006 zugegangen sei. Indem der von
ihr in diesem Zusammenhang angerufene Zeuge G.________ nicht einvernommen
worden sei, sei ihr das Recht auf Beweisführung in bundesrechtswidriger Art und
Weise verweigert worden.
Die Vorinstanz stellte in tatsächlicher Hinsicht fest, dass die
Beschwerdeführerin mit Datum vom 23. Juni 2006 eine weitere Liste mit dem Titel
"Dringende Arbeiten besprochen mit Segellehrer und C.________ am 23. Juni 2006"
verfasst habe. Wie sie in ihrer Vernehmlassung indessen zutreffend vorbringt,
vermöchte die Beschwerdeführerin nichts zu ihren Gunsten daraus abzuleiten,
wenn davon ausgegangen würde, der Zeuge G.________ könne bestätigen, dass die
Beschwerdeführerin dem Beschwerdegegner am 23. Juni 2006 eine handschriftliche
Mängelliste ausgehändigt habe. Ein Vergleich der drei Mängellisten vom 26. Mai
2006, 23. Juni 2006 und 24. August 2006 zeige, dass fünf der sechs in der Liste
vom 23. Juni 2006 aufgeführten Mängel in der Liste vom 26. Mai 2006 noch nicht
erwähnt, sondern neu gerügt worden seien, und dass die meisten in der Liste vom
23. Juni 2006 genannten Mängel behoben worden seien, da sie in der Mängelliste
vom 24. August 2006 nicht mehr aufgeführt wurden. Entgegen der Auffassung der
Beschwerdeführerin ist deshalb nicht ersichtlich, dass die Zustellung der
Mängelrüge vom 23. Juni 2006 bei der Beurteilung der Zumutbarkeit der Annahme
des Segelboots im Sinne von Art. 368 Abs. 1 OR überhaupt entscheidwesentlich
gewesen wäre.

4.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Vorinstanz weder den Sachverhalt im
Sinne von Art. 97 BGG unrichtig feststellte noch Art. 107 Abs. 2 oder Art. 368
Abs. 1 OR verletzte.
Die Beschwerde ist demzufolge abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden
kann. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend wird die Beschwerdeführerin
kosten- und entschädigungspflichtig (Art. 66 Abs. 1 und Art. 68 Abs. 2 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 4'000.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

3.
Die Beschwerdeführerin hat den Beschwerdegegner für das bundesgerichtliche
Verfahren mit Fr. 5'000.-- zu entschädigen.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Kantonsgericht des Kantons Schwyz,
Zivilkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 10. Dezember 2010

Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Die Präsidentin: Die Gerichtsschreiberin:

Klett Sommer