Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

I. Zivilrechtliche Abteilung, Beschwerde in Zivilsachen 4A.402/2010
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
4A_402/2010

Urteil vom 17. Februar 2011
I. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Klett, Präsidentin,
Bundesrichter Corboz,
Bundesrichterin Rottenberg Liatowitsch,
Gerichtsschreiber Leemann.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
vertreten durch Rechtsanwälte
Philipp J. Dickenmann und Reto Hunsperger,
Beschwerdeführerin,

gegen

A.________,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Stephan Netzle,
Beschwerdegegner,

Fédération Internationale de Football Association (FIFA),
vertreten durch Rechtsanwalt Christian Jenny,
Verfahrensbeteiligte.

Gegenstand
Internationales Schiedsgericht; rechtliches Gehör,

Beschwerde gegen den Schiedsentscheid des Tribunal Arbitral du Sport (TAS) vom
7. Juni 2010.
Sachverhalt:

A.
A.a X.________ (Beschwerdeführerin), eine juristische Person mit Sitz in
Istanbul, ist ein türkischer Fussballclub. Die Beschwerdeführerin ist Mitglied
des türkischen Fussballverbands, der wiederum der Fédération Internationale de
Football Association (FIFA; Verfahrensbeteiligte) mit Sitz in Zürich angehört.
A.________ (Beschwerdegegner), ist ein professioneller Fussballspieler aus
Y.________. Er spielt derzeit beim italienischen Fussballclub FC Z.________.
A.b Seit der Saison 2003/2004 spielte der Beschwerdegegner für den
italienischen Fussballclub Q.________. Im Juli 2005 stimmte der Q.________
gegen Erhalt einer Entschädigung von EUR 8 Mio. einem Transfer des
Beschwerdegegners zur Beschwerdeführerin zu. Im Zusammenhang mit diesem
Transfer musste die Beschwerdeführerin zudem Solidaritätsbeiträge an Dritte im
Betrag von EUR 390'000.-- erbringen. Zudem zahlte sie dem Spielervermittler des
Beschwerdegegners EUR 200'000.--.
Am 19. Juli 2005 schloss der Beschwerdegegner mit der Beschwerdeführerin einen
Arbeitsvertrag mit einer festen Dauer vom 1. Juli 2005 bis 30. Juni 2009 ab.
Der Vertrag sah neben einem sofort zahlbaren Handgeld ("signing fee") von EUR
250'000.-- für die vereinbarten vier Dienstjahre ein Jahressalär von EUR 1.85
Mio. (1. Jahr), EUR 1.9 Mio. (2. Jahr), EUR 1.95 Mio. (3. Jahr) bzw. EUR 2 Mio.
(4. Jahr) vor. Im Weiteren verpflichtete sich die Beschwerdeführerin, dem
Beschwerdegegner einen Audi A4, eine möblierte Wohnung sowie jährlich fünf
Flugscheine Istanbul - Y.________ - Istanbul zur Verfügung zu stellen. Der
Beschwerdeführerin wurde schliesslich das Recht eingeräumt, das
Arbeitsverhältnis einseitig um ein Jahr, d.h. für die Spielsaison 2009/2010, zu
verlängern.
In der Folge unterzeichneten die Parteien einen weiteren, undatierten
Arbeitsvertrag, der die Bedingungen der Vereinbarung vom 19. Juli 2005
bestätigte und einzelne Punkte ergänzte. So wurde unter anderem der Betrag für
die dem Beschwerdegegner zur Verfügung zu stellende möblierte Wohnung auf USD
3'000.-- beschränkt und eine erfolgsabhängige Prämie auf Grundlage des
"incentive scheme" der Beschwerdeführerin vereinbart, die dem Spieler
zusätzlich zu seinem Salär zustehen soll. Der Beschwerdegegner verpflichtete
sich zudem ausdrücklich, die Reglemente der Beschwerdeführerin zu beachten,
ihre Weisungen zu befolgen, seiner Gesundheit Sorge zu tragen und an den
offiziellen Spielen, Freundschaftsspielen, Trainings und Trainingslagern der
Beschwerdeführerin teilzunehmen.
Am 22. Juli 2005 unterzeichneten die Parteien einen dritten Vertrag, der dem
Formularvertrag des türkischen Fussballverbands entspricht. Darin wiederholten
sie im Wesentlichen die Bedingungen der beiden vorangehenden Vereinbarungen,
mit Ausnahme der Vertragsdauer, die um einen Monat (d.h. bis zum 31. Mai 2009)
verkürzt wurde, sowie der Bestimmung, dass der versprochene Lohn ohne Abzug von
Steuern ("free of taxes of the Player") zu entrichten sei.
A.c Im Januar 2007 verletzte sich der Beschwerdegegner anlässlich eines
Freundschaftsspiels in Ankara am linken Knie. Nachdem die Verletzung im März
2007 noch nicht verheilt war, veranlasste die Beschwerdeführerin eine
medizinische Untersuchung im R.________ Spital in Instanbul. Dabei wurde eine
Schädigung des Knorpels festgestellt, die einen operativen Eingriff
erforderlich machte. Der Beschwerdegegner spielte jedoch noch bis zum Ende der
Saison 2006/2007 weiter, in der die Beschwerdeführerin den türkischen
Meistertitel gewann.
Am 24. Mai 2007 unterzog sich der Beschwerdegegner einer Operation. Dabei wurde
in Anwendung eines besonderen Transplantationsverfahrens ("mosaicplasty") der
beschädigte durch einen gesunden Knorpel ersetzt.
Während der Erholungsphase nach durchgeführter Operation führten der
Beschwerdegegner und seine Berater Gespräche mit anderen Fussballclubs. Am 11.
Juli 2007 bestätigte der FC S.________ gegenüber der Beschwerdeführerin sein
Interesse an einer Übernahme des Spielers gegen eine Entschädigung von EUR 4
Mio. Obwohl die Beschwerdeführerin dieses Angebot ablehnte, drängten die
Berater weiter auf einen Transfer, worauf die Beschwerdeführerin der FIFA
beantragte, Sanktionen gegen die Berater des Beschwerdegegners und den
deutschen Fussballclub zu verhängen.
Am 5. September 2007 wurde der Beschwerdegegner, nachdem er sich über
Ermüdungs- und Atemnoterscheinungen sowie Husten beklagt hatte, wiederum in das
R.________ Spital überwiesen. Ein Lungenspezialist diagnostizierte daraufhin
eine Asthmaerkrankung und verschrieb die Einnahme von Medikamenten.
Am 10. Oktober 2007 wurde der Beschwerdegegner wegen Atembeschwerden erneut in
das gleiche Spital eingewiesen.
Im Oktober 2007 nahm der Beschwerdegegner seine offizielle Wettkampftätigkeit
wieder auf. Er spielte im November 2007 anlässlich eines Vierländerturniers für
die Nationalmannschaft Y.________ und absolvierte am 1. Dezember 2007 sein
letztes Wettkampfspiel für die Beschwerdeführerin.
Im Dezember 2007 wurde der Beschwerdegegner abermals in das R.________ Spital
eingewiesen, da sich sein Gesundheitszustand nicht gebessert hatte. Diesmal
stellten die Ärzte eine akute Thrombose im linken Oberschenkel sowie eine
Lungenembolie fest. Diese Diagnose wurde sodann auch von den italienischen
Ärzten bestätigt, die der Beschwerdegegner im Dezember 2007 bzw. Januar 2008
mit Zustimmung der Beschwerdeführerin konsultierte.
Am 12. Januar 2008 fand in Italien ein Treffen statt, an dem neben dem
Beschwerdegegner sowie verschiedenen Vertretern der Beschwerdeführerin auch ein
Arzt des R.________ Spitals und die vom Beschwerdegegner beauftragten Ärzte
teilnahmen. Anlässlich dieses Treffens wurde der Beschwerdegegner erneut
untersucht, wobei die italienischen Ärzte diverse Blutgefässerkrankungen im
operierten linken Bein des Spielers sowie eine Lungenembolie feststellten. Noch
während des Treffens kam es zwischen den medizinischen Experten der Parteien zu
Meinungsverschiedenheiten hinsichtlich der Diagnose, der erforderlichen
Behandlung sowie der Frage, ab wann der Spieler wieder in der Lage sein sollte,
zu trainieren und wettkampfmässig zu spielen.
Angesichts der verletzungsbedingten Spielunfähigkeit bat die Beschwerdeführerin
den Beschwerdegegner um Aussetzung seiner Spielberechtigung bis zum letzten
Spiel der Saison 2007/2008, das auf den 11. Mai 2008 angesetzt war, was der
Beschwerdeführerin nach den anwendbaren Regeln des türkischen Fussballverbands
erlaubt hätte, einen anderen ausländischen Spieler anstelle des
Beschwerdegegners einzusetzen. Am 14. Januar 2008 bestätigte die
Beschwerdeführerin gegenüber dem Beschwerdegegner, dass er trotz Aussetzung
seiner Spielberechtigung weiterhin seinen Lohn sowie andere vertragliche
Leistungen erhalten und sein Arbeitsvertrag aufrechterhalten würde. Der
Beschwerdegegner verweigerte seine Zustimmung, da ihm die möglichen Folgen
einer solchen Aussetzung seiner Spielberechtigung unklar waren.
Am 16. Januar 2008 bat die Beschwerdeführerin den Beschwerdegegner, der sich
noch immer in Italien aufhielt, sich bis spätestens 19. Januar 2008 zurück zur
Mannschaft nach Istanbul zu begeben, um seine medizinische Behandlung und
Rehabilitation unter der Aufsicht ihres Medizinalpersonals weiterzuführen.
Dabei drohte sie ihm an, seinen Fall der FIFA zu melden, sollte er diese
Anweisungen nicht befolgen. Der Beschwerdegegner erschien am 19. Januar 2008
nicht in Instanbul, sondern reiste nach Y.________, um zwischen 20. Januar und
10. März 2008 dem Afrika Cup als Berater ("special adivsor") beizuwohnen.
Am 22. Januar 2008 erklärte die Beschwerdeführerin, ihr vertragliches Recht zur
Verlängerung des Arbeitsverhältnisses um ein Jahr ausüben zu wollen. Im
Weiteren forderte sie den Beschwerdegegner auf, unverzüglich nach Istanbul
zurückzukehren.
Am 25. Januar 2008 hielt die Beschwerdeführerin den Beschwerdegegner vergeblich
dazu an, sich auf ihre Kosten für eine am 29. Januar 2008 vorgesehene
Untersuchung in die T.________ Klinik, Arizona (USA), zu begeben.
A.d Am 28. Januar 2008 verhängte die interne Disziplinarkommission der
Beschwerdeführerin eine Busse im Betrag von USD 73'500.-- gegen den
Beschwerdegegner wegen Zuwiderhandlung gegen verschiedene Bestimmungen der
internen Reglemente.
A.e Mit Schreiben vom 31. Januar und 4. Februar 2008 beschwerte sich die
Beschwerdeführerin bei der FIFA und beantragte ihr unter anderem, es seien der
Beschwerdegegner und seine Berater zu verwarnen, es sei der Beschwerdegegner
zur Rückkehr nach Istanbul aufzufordern und es seien sportliche Sanktionen zu
verhängen. Es folgte ein Austausch verschiedener Eingaben.
Am 21. April 2008 leitete die Beschwerdeführerin bei der Kammer zur Beilegung
von Streitigkeiten der FIFA ("Dispute Resolution Chamber") ein Verfahren ein
und beantragte, der Beschwerdegegner sei zur Zahlung einer Entschädigung im
Betrag von EUR 12 Mio. zu verpflichten und zudem während sechs Monaten für die
Teilnahme an offiziellen Wettkämpfen zu sperren.
Mit Entscheid vom 9. Januar 2009 sprach die Kammer zur Beilegung von
Streitigkeiten der Beschwerdeführerin eine Entschädigung von EUR 2'281'915.--
zu; die Widerklage des Beschwerdegegners wies sie ab.
Im November 2009 unterzeichnete der Beschwerdegegner einen Einjahresvertrag mit
dem Fussballclub FC Z.________ für ein Jahressalär von ungefähr EUR 200'000.--
netto. Bislang wurde er allerdings bei keinem offiziellen Spiel eingesetzt.

B.
Am 25. Mai 2009 appellierte die Beschwerdeführerin beim Tribunal Arbitral du
Sport (TAS) gegen den Entscheid der Kammer zur Beilegung von Streitigkeiten der
FIFA vom 9. Januar 2009 mit dem Antrag, es sei der angefochten Entscheid
teilweise aufzuheben und der Beschwerdegegner zur Zahlung von EUR 12'131'178.--
sowie EUR 701'190.--, jeweils zuzüglich Zins, zu verpflichten.
Ebenfalls am 25. Mai 2009 erhob der Beschwerdegegner beim TAS Berufung gegen
den Entscheid der Kammer zur Beilegung von Streitigkeiten der FIFA vom 9.
Januar 2009. Er beantragte, es sei der angefochtene Entscheid aufzuheben und
festzustellen, dass er gegenüber der Beschwerdeführerin nicht haftbar sei, weil
er sein Arbeitsverhältnis aus wichtigem Grund beendet habe, eventualiter weil
der geschuldete Schadenersatz Null betrage. Zudem sei die Beschwerdeführerin
widerklageweise wegen Vertragsverletzung und unerlaubter Handlung zu einer vom
Schiedsgericht festzusetzenden Schadenersatzzahlung zu verurteilen.
Mit Schiedsspruch vom 7. Juni 2010 hiess das TAS die Berufung des
Beschwerdegegners insoweit gut, als es den Entscheid der Kammer zur Beilegung
von Streitigkeiten der FIFA vom 9. Januar 2009 teilweise aufhob, das
Klagebegehren der Beschwerdeführerin abwies und feststellte, dass der
Beschwerdegegner keine Entschädigung schulde.
Das TAS erwog gestützt auf die Reglemente der FIFA sowie das subsidiär
anwendbare schweizerische Recht, dass dem Beschwerdegegner eine
Vertragsverletzung vorzuwerfen sei. Hinsichtlich der Vertragsdauer hielt es
dafür, dass die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer Lohnzahlungen sowie ihres
sonstigen Verhaltens zu Beginn des Jahres 2008 anerkannt habe, dass das bis
Ende Mai 2009 befristete Arbeitsverhältnis mit dem Beschwerdegegner zunächst
bis Ende April 2008 aufrechterhalten wurde und zu diesem Zeitpunkt vorzeitig
endete. Die von der Beschwerdeführerin geltend gemachte einseitige
Vertragsverlängerung erachtete das TAS für ungültig. Es stellte fest, dass der
Beschwerdegegner ab Anfang 2008 und mindestens bis zum vereinbarten
Vertragsende aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage war, Spiele
auszutragen, ohne sich der Gefahr ernsthafter Gesundheitsschäden auszusetzen.
In Bezug auf den Vermögensschaden erwog das TAS in Anwendung von Art. 17 des
FIFA-Reglements bezüglich Status und Transfer von Spielern, Ausgabe 2005,
("Regulations for the Status and Transfer of Players"; nachfolgend:
FIFA-Transferreglement), dass die Beschwerdeführerin mit der vorzeitigen
Beendigung des Arbeitsverhältnisses EUR 2'633'020.65 eingespart habe, indem sie
dem Beschwerdegegner von Anfang Mai 2008 bis Ende Mai 2009 weder einen Lohn
noch andere vertragliche Leistungen habe erbringen müssen. Der ihr aufgrund der
ungerechtfertigten vorzeitigen Vertragsauflösung zustehende Ersatz entspreche
demgegenüber lediglich der Summe von EUR 2'445'106.35 für nicht amortisierten
Transferaufwand sowie dem zusätzlichen Schadenersatz ("supplementary damages")
von EUR 51'172.50 (entsprechend der verhängten Disziplinarstrafe im Betrag von
USD 73'500.--). Unter Berücksichtigung der "Besonderheit des Sports"
("specificity of sport") nach Art. 17 Abs. 1 des FIFA-Transferreglements stehe
der Beschwerdeführerin, die durch die vorzeitige Vertragsauflösung EUR
136'741.80 mehr eingespart als verloren habe, kein Schadenersatz zu.

C.
Mit Beschwerde in Zivilsachen vom 7. Juli 2010 beantragt die Beschwerdeführerin
dem Bundesgericht, es sei der Schiedsentscheid des TAS vom 7. Juni 2010
aufzuheben und die Sache zur neuen Entscheidung an das Schiedsgericht
zurückzuweisen.
Der Beschwerdegegner beantragt die Abweisung der Beschwerde, soweit überhaupt
darauf eingetreten werden könne. Das TAS beantragt die Abweisung der
Beschwerde. Die FIFA hat auf eine aktive Beteiligung am Verfahren verzichtet.
Die Akten des Schiedsverfahrens wurden beigezogen. Mit einer weiteren Eingabe
vom 7. Dezember 2010 nahm die Beschwerdeführerin Stellung zur Beschwerdeantwort
sowie zur Vernehmlassung des TAS.
Erwägungen:

1.
Im Bereich der internationalen Schiedsgerichtsbarkeit ist die Beschwerde in
Zivilsachen unter den Voraussetzungen der Art. 190-192 IPRG (SR 291) zulässig
(Art. 77 Abs. 1 lit. a BGG).

1.1 Der Sitz des Schiedsgerichts befindet sich vorliegend in Lausanne. Sowohl
die Beschwerdeführerin als auch der Beschwerdegegner hatten im relevanten
Zeitpunkt ihren Sitz bzw. Wohnsitz ausserhalb der Schweiz. Da die Parteien die
Bestimmungen des 12. Kapitels des IPRG nicht schriftlich ausgeschlossen haben,
gelangen diese zur Anwendung (Art. 176 Abs. 1 und 2 IPRG).

1.2 Zulässig sind allein die Rügen, die in Art. 190 Abs. 2 IPRG abschliessend
aufgezählt sind (BGE 134 III 186 E. 5 S. 187; 128 III 50 E. 1a S. 53; 127 III
279 E. 1a S. 282). Nach Art. 77 Abs. 3 BGG prüft das Bundesgericht nur die
Rügen, die in der Beschwerde vorgebracht und begründet worden sind; dies
entspricht der in Art. 106 Abs. 2 BGG für die Verletzung von Grundrechten und
von kantonalem und interkantonalem Recht vorgesehenen Rügepflicht (BGE 134 III
186 E. 5 S. 187 mit Hinweis). Appellatorische Kritik ist unzulässig (BGE 119 II
380 E. 3b S. 382).

1.3 Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den das
Schiedsgericht festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Es kann die
Sachverhaltsfeststellung des Schiedsgerichts weder berichtigen noch ergänzen,
selbst wenn diese offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung
im Sinne von Art. 95 BGG beruht (vgl. Art. 77 Abs. 2 BGG, der die Anwendbarkeit
von Art. 97 BGG sowie Art. 105 Abs. 2 BGG ausschliesst). Allerdings kann das
Bundesgericht die tatsächlichen Feststellungen des angefochtenen
Schiedsentscheids überprüfen, wenn gegenüber diesen Sachverhaltsfeststellungen
zulässige Rügen im Sinne von Art. 190 Abs. 2 IPRG vorgebracht oder
ausnahmsweise Noven berücksichtigt werden (BGE 133 III 139 E. 5 S. 141; 129 III
727 E. 5.2.2 S. 733; je mit Hinweisen). Wer sich auf eine Ausnahme von der
Bindung des Bundesgerichts an die tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz
beruft und den Sachverhalt gestützt darauf berichtigt oder ergänzt wissen will,
hat mit Aktenhinweisen darzulegen, dass entsprechende Sachbehauptungen bereits
im vorinstanzlichen Verfahren prozesskonform aufgestellt worden sind (vgl. BGE
115 II 484 E. 2a S. 486; 111 II 471 E. 1c S. 473; je mit Hinweisen).

1.4 Die Beschwerdeführerin stellt ihren rechtlichen Vorbringen eine
ausführliche Sachverhaltsdarstellung voran, in der sie den Ablauf der
Ereignisse sowie des Verfahrens aus ihrer Sicht darlegt. Sie weicht darin in
verschiedenen Punkten von den tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz ab
oder erweitert diese, ohne substantiiert Ausnahmen von der Sachverhaltsbindung
geltend zu machen. So trägt sie etwa vor, das Schiedsgericht sei
fälschlicherweise davon ausgegangen, dass sie im Rahmen des Transfers des
Beschwerdegegners effektiv lediglich einen Betrag von EUR 200'000.-- an den
Spielervermittler bezahlt habe. Sie kritisiert in ihrer Sachverhaltsdarstellung
zudem in appellatorischer Weise den angefochtenen Schiedsentscheid, als ob das
Bundesgericht den Rechtsstreit von Grund auf neu beurteilen könnte. So stellt
sie den Erwägungen des TAS zum Zeitpunkt der Vertragsbeendigung sowie zur
Schadensberechnung ihre eigene Ansicht entgegen. Sie bringt etwa vor, das
Schiedsgericht sei fälschlicherweise von der Ungültigkeit der von ihr erklärten
Vertragsverlängerung ausgegangen. Auch habe es zu Unrecht dafür gehalten, der
Beschwerdegegner sei ab Januar 2008 bis zum Ablauf seines Arbeitsvertrags
gesundheitlich nicht mehr in der Lage gewesen, Spiele zu bestreiten. Die
Beschwerdeführerin trägt über mehrere Seiten vor, weshalb die
Schadensberechnung sowie die Schadenersatzbemessung durch das TAS ihrer Meinung
nach in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht an verschiedenen Fehlern leide.
Ihre entsprechenden Ausführungen, denen sich keine rechtsgenügend begründete
Rüge nach Art. 190 Abs. 2 IPRG entnehmen lässt, haben daher unberücksichtigt zu
bleiben.
Nach Art. 99 Abs. 1 BGG unzulässig ist die erstmals vor Bundesgericht
aufgestellte Behauptung, der Beschwerdegegner sei an der FIFA-Weltmeisterschaft
2010 in mehreren Ernstkämpfen eingesetzt worden. Diese ist für das
Beschwerdeverfahren vor Bundesgericht ebenso unbeachtlich wie die von der
Beschwerdeführerin hierzu eingereichten neuen Beweismittel.

2.
Die Beschwerdeführerin bringt vor, das Schiedsgericht habe im Zusammenhang mit
den eingeklagten Ansprüchen auf Lohnrückerstattung sowie Bezahlung der
Disziplinarstrafe ein ihm unterbreitetes Rechtsbegehren unberücksichtigt
gelassen (Art. 190 Abs. 2 lit. c IPRG) und in verschiedener Hinsicht ihr
rechtliches Gehör verletzt (Art. 190 Abs. 2 lit. d IPRG).

2.1
2.1.1 Die Beschwerdeführerin rügt, sie habe im Verfahren vor dem Schiedsgericht
"drei komplett unterschiedliche Ansprüche" eingeklagt, nämlich gestützt auf
Art. 17 des Transferreglements Schadenersatz infolge unzulässiger vorzeitiger
Vertragsauflösung im Umfang von EUR 12'131'178.--, die Rückzahlung zu Unrecht
bezahlter Löhne für den Zeitraum 19. Januar bis 30. April 2008 im Betrag von
EUR 650'000.-- sowie die im Januar 2008 ausgesprochene Disziplinarstrafe im
Betrag von EUR 51'190.10. Das Schiedsgericht habe sich jedoch mit dem Anspruch
auf Rückzahlung von EUR 650'000.-- überhaupt nicht auseinandergesetzt, während
es den Anspruch auf Bezahlung der Disziplinarstrafe über EUR 51'190.10 "in
einem völlig falschen Gesamtkontext abgehandelt" habe.
2.1.2 Das Schiedsgericht ging davon aus, dass der Beschwerdegegner ab Anfang
2008 und mindestens bis zum vereinbarten Vertragsende aus gesundheitlichen
Gründen nicht ohne ernsthafte Gesundheitsgefährdung arbeiten bzw. spielen
konnte. In Bezug auf den Lohn für die Monate Januar bis April 2008 hielt es
fest, die Beschwerdeführerin habe dem Beschwerdegegner während dieser Zeit
vorbehaltlos Lohn ausgerichtet. Obwohl sie am 21. April 2008 formell ein
Verfahren bei der Kammer zur Beilegung von Streitigkeiten der FIFA eröffnet
habe, sei dem Beschwerdegegner noch am 25. April 2008 der Lohn für den Monat
April bezahlt worden. Aufgrund dieser Umstände ging das TAS davon aus, die
Beschwerdeführerin habe anerkannt, dass das Arbeitsverhältnis bis Ende April
2008 Bestand hatte, bevor es vom Beschwerdegegner vorzeitig beendigt wurde.
Vor diesem Hintergrund kann der Beschwerdeführerin nicht gefolgt werden, wenn
sie vorbringt, das TAS habe in Ziffer 222 des Schiedsspruchs selbst bestätigt,
den von ihr geltend gemachten Rückforderungsanspruch nicht beurteilt zu haben.
Vielmehr ist davon auszugehen, dass das Schiedsgericht den von ihr nach
Bereicherungsrecht geltend gemachten Rückerstattungsanspruch für den von Januar
bis April 2008 ausgezahlten Lohn mit seinen entsprechenden Erwägungen zumindest
sinngemäss beurteilte, indem es für diese Zahlungen gerade von einem von der
Beschwerdeführerin anerkannten Rechtsgrund ausging. Wenn das TAS entschied,
dass der Beschwerdegegner der Beschwerdeführerin keine Entschädigung schulde
(Dispositiv-Ziffer 1) und alle weiteren Klagen abgewiesen werden
(Dispositiv-Ziffer 4), so hat es damit auch den eingeklagten
Bereicherungsanspruch im Betrag von EUR 650'000.-- für angeblich irrtümlich
bezahlten Lohn im Zeitraum vom 19. Januar 2008 bis 30. April 2008 abgewiesen.
Dass es nicht ausdrücklich auf den Bereicherungsanspruch Bezug nahm, verletzt
unter diesen Umständen den Gehörsanspruch der Beschwerdeführerin nicht. Aus dem
Grundsatz des rechtlichen Gehörs im Sinne von Art. 190 Abs. 2 lit. d IPRG
ergibt sich nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts kein Anspruch auf
Begründung des Schiedsspruchs (BGE 134 III 186 E. 6 S. 187 f. mit Hinweisen).
Das Schiedsgericht hat demnach weder ein Rechtsbegehren der Beschwerdeführerin
unbeurteilt gelassen (Art. 190 Abs. 2 lit. c IPRG) noch den Grundsatz des
rechtlichen Gehörs verletzt (Art. 190 Abs. 2 lit. d IPRG). Wenn die
Beschwerdeführerin in ihren weiteren Ausführungen unter Berufung auf Art. 62
ff., Art. 82 und Art. 324a OR geltend macht, die Lohnzahlungen irrtümlich
vorgenommen zu haben, weshalb ihr ein bereicherungsrechtlicher oder
gegebenenfalls vertraglicher Rückerstattungsanspruch zustehe, kritisiert sie
den angefochtenen Entscheid in inhaltlicher Hinsicht. Die materiellrechtliche
Überprüfung eines internationalen Schiedsentscheids durch das Bundesgericht ist
jedoch auf die Frage beschränkt, ob der Schiedsspruch den Ordre public
missachtet (BGE 121 III 331 E. 3a S. 333). Dass dies der Fall wäre, macht auch
die Beschwerdeführerin nicht geltend.
2.2
2.2.1 In Bezug auf den geltend gemachten Anspruch von EUR 51'172.50 hielt das
Schiedsgericht fest, dass der Beschwerdeführerin unter Berücksichtigung der von
ihr am 28. Januar 2008 verhängten Disziplinarstrafe von USD 73'500.--
(entsprechend EUR 51'172.50) gegen den Beschwerdegegner für Zuwiderhandlungen
gegen verschiedene Bestimmungen ihrer internen Reglemente grundsätzlich ein
zusätzlicher Schadenersatzanspruch in diesem Betrag zustehe. Die
Beschwerdeführerin habe aufgrund der Vertragsbeendigung jedoch EUR 2'633'020.65
eingespart, was den ihr an sich zustehenden Ersatzanspruch, bestehend aus dem
nicht amortisierten Transferaufwand (EUR 2'445'106.35) und dem zusätzlichen
Schadenersatz (EUR 51'172.50), um EUR 136'741.80 übersteige. Der Grundsatz der
"Besonderheit des Sports" ("specificity of sport") nach Art. 17 Abs. 1 des
FIFA-Transferreglements gebiete es angesichts der konkreten Umstände,
insbesondere der nicht wieder gutzumachenden Gesundheitsschäden des
Beschwerdegegners und deren Auswirkungen auf seine sportliche Laufbahn, dass
der Beschwerdeführerin kein Schadenersatz zugesprochen werde, wenn sich schon
erwiesen habe, dass sie infolge der Vertragsverletzung sogar Geld einsparte.
2.2.2 Die Beschwerdeführerin zeigt keine Gehörsverletzung auf, wenn sie hierzu
vorträgt, das Schiedsgericht habe den von ihr geltend gemachten Anspruch auf
Bezahlung der verhängten Disziplinarstrafe zwar nicht völlig unerwähnt
gelassen, ihn jedoch "unter einem komplett falschen Gesamtkontext" abgehandelt.
Ebenso wenig zeigt sie einen nach Art. 190 Abs. 2 IPRG vorgesehenen Rügegrund
auf, indem sie dem TAS eine "krass falsche" und "absurde" Rechtsauffassung
vorwirft und behauptet, es habe verkannt, dass dieser Anspruch "absolut nichts
mit dem FIFA Transferreglement 2005 zu tun" habe. Sie kritisiert damit vielmehr
in unzulässiger Weise die rechtlichen Erwägungen des angefochtenen Entscheids.
Die Beschwerdeführerin bringt zudem zu Unrecht vor, das Schiedsgericht habe
ihre wesentlichen Argumente nicht zur Kenntnis genommen, genauer den Umstand,
dass sie ihren Anspruch auf Bezahlung der Konventionalstrafe unabhängig und
separat vom Schadenersatzanspruch gestützt auf Art. 17 des
FIFA-Transferreglements eingeklagt habe. Das Schiedsgericht hat den geltend
gemachten Anspruch über USD 73'500.-- (entsprechend EUR 51'172.50) vielmehr als
berechtigt erachtet, diesen jedoch - zusammen mit der Entschädigung für den
nicht amortisierten Transferaufwand - unter Berücksichtigung der "Besonderheit
des Sports" gemäss Art. 17 Abs. 1 des FIFA-Transferreglements gegen die noch
höheren Ersparnisse aufgerechnet. Die genannte Bestimmung stand im Zentrum des
Verfahrens. Beiden Parteien, die im Schiedsverfahren je von mindestens zwei
Rechtsanwälten vertreten waren, musste das dem Schiedsgericht aufgrund der
verwendeten unbestimmten Rechtsbegriffe eingeräumte weite Ermessen bei
Festsetzung der Entschädigung bewusst sein, zumal die Bestimmung dazu anhält,
die "Besonderheit des Sports" ("specificity of sport") sowie "alle anderen
objektiven Kriterien" ("any other objective criteria") zu berücksichtigen. Der
Einbezug der Konventionalstrafe in die Überlegungen des Schiedsgerichts unter
diesem Titel erfolgte daher nicht in einer Weise, die es nach der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung ausnahmsweise geboten hätte, die Parteien zu
dieser rechtlichen Würdigung noch besonders anzuhören. Entgegen der in der
Beschwerde vertretenen Ansicht trifft nicht zu, dass die Beschwerdeführerin
bezüglich der eingeklagten Konventionalstrafe mit der Erheblichkeit von Art. 17
des FIFA-Transferreglements vernünftigerweise nicht habe rechnen müssen (vgl.
BGE 130 III 35 E. 5 S. 39 f.; 126 I 19 E. 2c/aa S. 22; 124 I 49 E. 3c S. 52).
Ob die Aufrechnung der verschiedenen Posten zutreffend erfolgte, beschlägt die
schiedsgerichtliche Rechtsanwendung, die - mit Ausnahme einer vorliegend (zu
Recht) nicht gerügten Missachtung des Ordre public (Art. 190 Abs. 2 lit. e
IPRG) - einer materiellen Überprüfung durch das Bundesgericht nicht zugänglich
ist.

3.
Die Beschwerdeführerin bringt vor, das Schiedsgericht habe ihren Anspruch auf
rechtliches Gehör in einem kontradiktorischen Verfahren verletzt, indem es
feststellte, der Beschwerdegegner sei ab Anfang 2008 und mindestens bis zum
vereinbarten Vertragsende (d.h. Ende Mai 2009) nicht in der Lage gewesen, ohne
Gefährdung seiner Gesundheit Spiele auszutragen.

3.1 Nach Art. 182 Abs. 1 und 2 IPRG können die Parteien und allenfalls das
Schiedsgericht die schiedsgerichtliche Verfahrensordnung selbst bestimmen. Als
verfahrensrechtliche Minimalgarantien der Parteidisposition entzogen sind
jedoch nach Art. 182 Abs. 3 IPRG die Ansprüche auf Gleichbehandlung der
Parteien und auf rechtliches Gehör in einem kontradiktorischen Verfahren. Art.
190 Abs. 2 lit. d IPRG lässt die Anfechtung allein wegen der zwingenden
Verfahrensregeln gemäss Art. 182 Abs. 3 IPRG zu. Danach muss das Schiedsgericht
insbesondere den Anspruch der Parteien auf rechtliches Gehör wahren. Dieser
entspricht - mit Ausnahme des Anspruchs auf Begründung - dem in Art. 29 Abs. 2
BV gewährleisteten Verfassungsrecht (BGE 130 III 35 E. 5 S. 37 f.; 128 III 234
E. 4b S. 243; 127 III 576 E. 2c S. 578 f.). Die Rechtsprechung leitet daraus
insbesondere das Recht der Parteien ab, sich über alle für das Urteil
wesentlichen Tatsachen zu äussern, ihren Rechtsstandpunkt zu vertreten, ihre
entscheidwesentlichen Sachvorbringen mit tauglichen sowie rechtzeitig und
formrichtig offerierten Mitteln zu beweisen, sich an den Verhandlungen zu
beteiligen und in die Akten Einsicht zu nehmen (BGE 130 III 35 E. 5 S. 38; 127
III 576 E. 2c S. 578 f.; je mit Hinweisen).

3.2 Die Beschwerdeführerin verkennt die Tragweite des Gehörsanspruchs in einem
kontradiktorischen Verfahren, wenn sie unter Hinweis auf verschiedene
Parteivorbringen im Rahmen des Schiedsverfahrens vorbringt, das Schiedsgericht
verletze die in Art. 190 Abs. 2 lit. d IPRG erwähnten Verfahrensrechte, indem
es seinem Entscheid eine angeblich unbestritten gebliebene Tatsachenbehauptung
nicht zugrunde gelegt habe, sondern von einem anderen Sachverhalt ausgegangen
sei. Dies betrifft vielmehr die Beachtung der anwendbaren Verfahrensmaxime zur
Feststellung des Sachverhalts, nicht jedoch das Recht der Beschwerdeführerin,
ihren Standpunkt in das Verfahren einzubringen. Sie legt denn auch nicht dar,
dass es ihr im Schiedsverfahren verunmöglicht worden wäre, zu den Vorbringen
des Beschwerdegegners Stellung zu nehmen. Mit ihrem Vorbringen, sie habe in
ihrer Beschwerdeantwort an das TAS vom 10. Dezember 2009 aufgezeigt, dass der
Beschwerdegegner während der Saison 2008/2009 im Rahmen der Qualifikation für
die FIFA-Weltmeisterschaft 2010 mindestens dreimal für die Nationalmannschaft
von Y.________ im Einsatz gestanden habe, was vom Beschwerdegegner im
Schiedsverfahren angeblich unbestritten geblieben sei, lässt sich keine nach
Art. 190 Abs. 2 lit. d IPRG zulässige Rüge begründen.
Abgesehen davon gibt die Beschwerdeführerin die Feststellungen des
angefochtenen Entscheids ungenau wieder, wenn sie dem Schiedsgericht vorwirft,
es sei angesichts der Tatsachenbehauptungen der Parteien "völlig überraschend"
davon ausgegangen, der Beschwerdegegner sei bis zum Ablauf des Arbeitsvertrags
(d.h. bis zum 31. Mai 2009) nicht in der Lage gewesen, wettkampfmässig Fussball
zu spielen. Das Schiedsgericht sah es vielmehr für erwiesen an, dass dies nicht
ohne ernsthafte Gefährdung seiner Gesundheit ("without exposing himself to
majoir health complications") möglich gewesen sei. Im Übrigen ergibt sich -
worauf der Beschwerdegegner zu Recht hinweist - aus der Darstellung der
Parteivorbringen im angefochtenen Entscheid (Ziffer 89 S. 21), dass das
Schiedsgericht die Behauptungen der Beschwerdeführerin zur Teilnahme des
Beschwerdegegners an WM-Qualifikationsspielen durchaus zur Kenntnis genommen
hat. Die Rüge der Beschwerdeführerin, sie sei mit ihren Vorbringen im
Schiedsverfahren nicht gehört worden, ist unberechtigt.
Wenn die Beschwerdeführerin vorbringt, aus der Teilnahme des Beschwerdegegners
an den erwähnten Qualifikationsspielen folge - entgegen dem angefochtenen
Entscheid - zwingend die Spiel- und Arbeitsfähigkeit des Spielers bis zum
Ablauf der Vertragsdauer und damit ein hoher Ersatzanspruch der
Beschwerdeführerin, legt sie lediglich in appellatorischer Weise ihren
Standpunkt dar und zieht die materielle Richtigkeit des Schiedsspruchs in
Zweifel. Der Gehörsanspruch beinhaltet jedoch keinen Anspruch auf einen
materiell richtigen Entscheid (BGE 127 III 576 E. 2b S. 577 f.). Entsprechendes
gilt für die Ausführungen der Beschwerdeführerin hinsichtlich der Dauer der
verunmöglichten Amortisation des Transferaufwands infolge der
Vertragsverletzung, die sich in unzulässiger Kritik an der Rechtsauffassung des
Schiedsgerichts erschöpfen.

4.
Die Beschwerdeführerin rügt schliesslich eine Verletzung ihres Gehörsanspruchs
auch im Zusammenhang mit der dem Spielervermittler geschuldeten Provision für
den Transfer des Beschwerdegegners.

4.1 Das Schiedsgericht berücksichtigte für die Berechnung der infolge
vorzeitiger Vertragsauflösung verhinderten Amortisation des Transferaufwands
neben der an den ehemaligen Fussballclub des Beschwerdegegners bezahlten
Transfersumme von EUR 8 Mio., den Solidaritätsbeiträgen von EUR 390'000.--
sowie dem Handgeld von EUR 250'000.-- auch die von der Beschwerdeführerin
geltend gemachten Provisionen zugunsten eines Spielervermittlers. Es erwog,
dass die Beschwerdeführerin gestützt auf eine vom 19. Juli 2005 datierende
Vertragsurkunde zwar eine Provision von EUR 400'000.-- geltend gemacht habe,
dass sie jedoch lediglich eine Zahlung über EUR 200'000.-- habe nachweisen
können, während der angebliche Beleg für die Bezahlung des Restbetrags keinen
Zusammenhang mit den Dienstleistungen des betreffenden Spielervermittlers
erkennen lasse. Entsprechend berücksichtigte das TAS den Provisionsbetrag von
EUR 200'000.--, anteilsmässig für die restlichen 13 Monate der insgesamt
47-monatigen Vertragsdauer.

4.2 Die Beschwerdeführerin bringt zu Unrecht vor, das TAS habe seinen Entscheid
damit auf juristische Argumente gestützt, auf die sich die beteiligten Parteien
nicht berufen hätten und mit deren Erheblichkeit sie nicht habe rechnen müssen.
Sie verkennt die Entscheidbegründung des Schiedsgerichts, wenn sie in diesem
Zusammenhang vorbringt, nicht einmal ein Laie komme auf die Idee, dass eine
noch unbezahlte Schuld keine Schuld sei, weshalb sie zu dieser "schlicht und
einfach unhaltbaren" Rechtsauffassung besonders anzuhören gewesen wäre. Das TAS
hat die von der Beschwerdeführerin eingereichten Vertragsurkunden und
Zahlungsbelege, mit denen sie die behauptete Bezahlung des Gesamtbetrags von
EUR 400'000.-- in zwei Raten zu beweisen suchte, gewürdigt und befunden, es
seien dem Spielervermittler nur EUR 200'000 geschuldet. Die Berücksichtigung
dieses Betrags beruht entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin nicht auf
einem Rechtsgrund, mit dem sie nicht hätte rechnen können, sondern ergibt sich
folgerichtig aus der Beweiswürdigung durch das Schiedsgericht. Von einer
überraschenden Rechtsanwendung, die vorgängig eine besondere Anhörung erfordert
hätte (vgl. BGE 130 III 35 E. 5 S. 39; 126 I 19 E. 2c/aa S. 22; 124 I 49 E. 3c
S. 52), kann keine Rede sein. Wie die Beschwerdeführerin im Übrigen selbst
einräumt, wäre der (für die Restdauer des Vertrags anteilsmässig) geltend
gemachte Mehrbetrag von EUR 200'000.-- angesichts der schiedsgerichtlichen
Berechnung der Ersparnisse einerseits und der Ersatzforderung andererseits, die
vor Bundesgericht vergeblich als unzutreffend gerügt worden ist, ohnehin nicht
entscheidrelevant.

5.
Die Beschwerde erweist sich als unbegründet und ist abzuweisen, soweit darauf
eingetreten werden kann. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend wird die
Beschwerdeführerin kosten- und entschädigungspflichtig (Art. 66 Abs. 1 sowie
Art. 68 Abs. 2 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 40'000.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

3.
Die Beschwerdeführerin hat den Beschwerdegegner für das bundesgerichtliche
Verfahren mit Fr. 50'000.-- zu entschädigen.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien, der Verfahrensbeteiligten und dem Tribunal
Arbitral du Sport (TAS) schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 17. Februar 2011

Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Die Präsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Klett Leemann