Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

I. Zivilrechtliche Abteilung, Beschwerde in Zivilsachen 4A.439/2010
Zurück zum Index I. Zivilrechtliche Abteilung, Beschwerde in Zivilsachen 2010
Retour à l'indice I. Zivilrechtliche Abteilung, Beschwerde in Zivilsachen 2010


Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
4A_439/2010

Urteil vom 20. Oktober 2011
I. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Klett, Präsidentin,
Bundesrichter Kolly, Bundesrichterin Kiss,
Gerichtsschreiberin Schreier.

Verfahrensbeteiligte
A.________,
vertreten durch Advokaten
Dr. Thomas Weibel und Sabina Nägeli,
Beschwerdeführerin,

gegen

B.________,
vertreten durch Rechtsanwalt Olivier Vuillaume,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
Darlehensvertrag,

Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Zug, Zivilrechtliche
Abteilung,
vom 11. Juni 2010.

Sachverhalt:

A.
A.a B.________ (Beschwerdegegner) und der damalige Lebenspartner von A.________
(Beschwerdeführerin) schlossen am 29. März/7. April 1999 eine Vereinbarung über
den Erwerb von Beteiligungen. Gestützt auf diese Vereinbarung überwies der
Beschwerdegegner einen Betrag von NLG 2 Mio. auf ein Konto der von der
Beschwerdeführerin beherrschten X.________ Ltd.
A.b Nachdem Meinungsverschiedenheiten hinsichtlich des Inhalts dieser
Vereinbarung aufgetreten waren, schlossen der Beschwerdegegner, die
Beschwerdeführerin, ihr damaliger Lebenspartner sowie die X.________ Ltd.,
vertreten durch den damaligen Lebenspartner der Beschwerdeführerin als
Geschäftsführer, im März/April 2002 eine "Vergleichsvereinbarung" ab. Darin
wurde insbesondere statuiert, dass es sich bei dem vom Beschwerdegegner
gestützt auf die Vereinbarung aus dem Jahr 1999 überwiesenen Betrag von NLG 2
Mio. um ein verzinsliches Darlehen des Beschwerdegegners an die X.________ Ltd.
handle.
A.c Im Sommer 2005 verlangte der Beschwerdegegner von der Beschwerdeführerin
als Privatperson die Rückzahlung des Darlehens von umgerechnet EUR 910'000.--.
Darauf überwies die Beschwerdeführerin dem Beschwerdegegner über eine von ihr
beherrschte Aktiengesellschaft am 30. November 2005 einen Betrag von EUR
450'000.-- und am 6. Februar 2006 einen solchen von EUR 469'922.28, ausmachend
insgesamt EUR 919'922.28.
A.d Im September 2006 forderte die Beschwerdeführerin den überwiesenen Betrag
von EUR 919'922.28 vom Beschwerdegegner zurück. Zur Begründung führte sie aus,
sie sei aus der Vereinbarung nicht persönlich verpflichtet und habe die Zahlung
nur aufgrund von Drohungen des Beschwerdegegners geleistet. Der
Beschwerdegegner verweigerte die Rückzahlung.

B.
B.a Am 19. März 2007 reichte die Beschwerdeführerin beim Kantonsgericht Zug
Klage ein mit dem Begehren, es sei der Beschwerdegegner zur Zahlung von EUR
919'922.28 zu verurteilen.
Mit Urteil vom 2. Juli 2009 wies das Kantonsgericht Zug die Klage ab.
B.b Gegen dieses Urteil erhob die Beschwerdeführerin beim Obergericht des
Kantons Zug Berufung mit dem Begehren, es das Urteil des Kantonsgerichts Zug
aufzuheben und die Klage vom 19. März 2007 gutzuheissen, eventualiter sei die
Sache an das Kantonsgericht Zug zurückzuweisen.
Mit Urteil vom 11. Juni 2010 wies das Obergericht des Kantons Zug die Berufung
ab und bestätigte das erstinstanzliche Urteil.

C.
C.a Mit Beschwerde in Zivilsachen vom 19. August 2010 beantragt die
Beschwerdeführerin dem Bundesgericht, es sei das Urteil des Obergerichts des
Kantons Zug aufzuheben und es sei der Beschwerdegegner in Gutheissung der Klage
zur Zahlung von EUR 919'922.28 zu verurteilen. Eventualiter sei die Sache zur
Ergänzung des Beweisverfahrens sowie zur Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen
an die Vorinstanz, subeventualiter an das Kantonsgericht Zug zurückzuweisen.
Die Beschwerdeführerin stellte weiter den Verfahrensantrag, es sei die Beilage
12 der Beschwerde als neues Beweismittel zuzulassen. Eventualiter sei das
Beschwerdeverfahren zu sistieren, bis die Vorinstanz über das dort anhängig
gemachte Gesuch der Beschwerdeführerin um Revision des angefochtenen Urteils
entschieden habe und es sei der Beschwerdeführerin für den Fall eines
abweisenden Revisionsentscheids Gelegenheit zur Einreichung einer
Beschwerdeergänzung einzuräumen.
Die Beschwerdeführerin beantragt zudem, es sei im bundesgerichtlichen Urteil
über die übliche Anonymisierung hinausgehend der Sachverhalt dergestalt
wiederzugeben, dass keine Rückschlüsse auf die Involvierung der
Beschwerdeführerin in den zu beurteilenden Sachverhalt möglich seien.
C.b Der Beschwerdegegner beantragt in seiner Vernehmlassung die Abweisung der
Beschwerde, soweit darauf einzutreten ist. Die Vorinstanz beantragt die
Abweisung der Beschwerde.

D.
D.a Mit Präsidialverfügung vom 25. August 2010 wurde das Verfahren bis zum
Entscheid über das beim kantonalen Obergericht hängige Revisionsgesuch der
Beschwerdeführerin sistiert.
D.b Mit Zirkulationsbeschluss vom 30. August 2010 wies das Obergericht das
Revisionsgesuch ab.
D.c Mit Präsidialverfügung vom 6. September 2010 wurde der Antrag der
Beschwerdeführerin, ihr Gelegenheit zur Einreichung einer Beschwerdeergänzung
zu geben, abgewiesen.
D.d Mit Eingabe vom 30. September 2010 erhob die Beschwerdeführerin gegen den
Zirkulationsbeschluss des Obergerichts des Kantons Zug vom 30. August 2010
Beschwerde beim Bundesgericht (Verfahren 4A_553/2010). Mit Präsidialverfügung
vom 7. Oktober 2010 wurde daraufhin das vorliegende Verfahren bis zum Entscheid
des Bundesgerichts im Verfahren 4A_553/2010 sistiert.
D.e Mit Urteil vom 24. März 2011 trat das Bundesgericht im Verfahren 4A_553/
2010 auf die subsidiäre Verfassungsbeschwerde nicht ein. Die Beschwerde in
Zivilsachen wurde abgewiesen, soweit darauf einzutreten war.

Erwägungen:

1.
Das Bundesgericht prüft von Amtes wegen und mit freier Kognition, ob ein
Rechtsmittel zulässig ist (BGE 135 III 212 E. 1).

1.1 Die Beschwerde richtet sich gegen einen verfahrensabschliessenden Entscheid
einer letzten kantonalen Instanz (Art. 75 Abs. 1 i.V.m. Art. 90 BGG) in einer
Zivilsache (Art. 72 Abs. 1 BGG), die Rechtsbegehren der Beschwerdeführerin sind
im kantonalen Verfahren nicht geschützt worden (Art. 76 Abs. 1 BGG), der
massgebende Streitwert beträgt mehr als Fr. 30'000.-- (Art. 51 i.V.m. Art. 74
Abs. 1 lit. b BGG) und die Beschwerdefrist ist eingehalten (Art. 46 Abs. 1 lit.
b i.V.m. Art. 100 Abs. 1 BGG).

1.2 Die Beschwerdeführerin hat den Verfahrensantrag gestellt, im
bundesgerichtlichen Urteil sei über die übliche Anonymisierung hinausgehend der
Sachverhalt dergestalt wiederzugeben, dass keine Rückschlüsse auf die
Involvierung der Beschwerdeführerin in den zu beurteilenden Sachverhalt möglich
seien. Die Anonymisierung der Parteien ist bei der Veröffentlichung der Urteile
die Regel, soweit wie hier die Kenntnis der Namen für die Verständlichkeit der
Tragweite des Urteils nicht erforderlich ist (Art. 27 Abs. 2 BGG). Eine
weitergehende Anonymisierung kommt etwa im Interesse des Jugendschutzes oder
bei Sexualdelikten aus Gründen des Opferschutzes in Frage (BGE 133 I 106 E.
8.4). Ist ein solches Interesse hingegen wie vorliegend nicht ersichtlich, so
rechtfertigt der Umstand, dass allenfalls aus entscheidwesentlichen Umständen
Rückschlüsse auf die Identität der Parteien möglich sind, keinen
grundsätzlichen Verzicht auf derartige Angaben (BGE 133 I 106 E. 8.3 S. 109).
Soweit der Verfahrensantrag nicht ohnehin gegenstandslos ist, ist er somit
abzuweisen.

1.3 Die Beschwerdeführerin beantragt, es sei die Beilage 12 zur Beschwerde als
neues Beweismittel zuzulassen. Bei dieser Beilage handelt es sich um eine
Telefonnotiz des früheren Steuerberaters der Beschwerdeführerin. Dieser Zeuge
soll die Notiz nach einem Telefongespräch mit dem Beschwerdegegner am 25.
Oktober 2005 angefertigt und darin die Drohung dokumentiert haben, welche der
Beschwerdegegner gegen die Beschwerdeführerin ausgestossen haben soll und
welche diese dazu bewegt habe, dem Beschwerdegegner den eingeklagten Betrag von
EUR 919'922.28 zu überweisen. Nach der Auffassung der Beschwerdeführerin
handelt es sich bei dieser Telefonnotiz somit um ein zentrales Beweismittel zum
Nachweis der Drohung. Der Zeuge habe die Notiz erst nach wiederholtem
Nachfragen und völlig überraschend am 13. Juli 2010 herausgegeben.
1.3.1 Neue Tatsachen und Beweismittel dürfen nach Art. 99 Abs. 1 BGG nur soweit
vorgebracht werden, als erst der Entscheid der Vorinstanz dazu Anlass gibt, was
in der Beschwerde näher darzulegen ist (BGE 133 III 393 E. 3 S. 395 mit
Hinweis).
1.3.2 Wie die Beschwerdeführerin in der Beschwerdeschrift selbst ausführt, hat
bereits das erstinstanzliche Gericht die Abweisung der Klage u.a. damit
begründet, dass die fragliche Telefonnotiz dem Gericht nicht eingereicht worden
sei. Zudem weist die Beschwerdeführerin zu Recht darauf hin, dass der Frage, ob
die Drohung stattgefunden hat, im vorliegenden Verfahren zentrale Bedeutung
zukommt. Mithin wurde die Klage der Beschwerdeführerin gerade damit begründet,
dass diese dem Beschwerdegegner den Betrag von EUR 919'922.28 einzig aufgrund
der Drohung überwiesen habe, welche der Beschwerdegegner anlässlich des
Telefongesprächs mit dem Zeugen ausgesprochen habe. Es kann somit nicht gesagt
werden, erst der Entscheid der Vorinstanz habe Anlass zur Einreichung der
Telefonnotiz gegeben. Unerheblich ist, wann die Beschwerdeführerin in den
Besitz des Beweismittels kam. Sie hätte bereits vor erster oder zweiter Instanz
ein entsprechendes Editionsbegehren stellen können. Das neue Beweismittel hat
im vorliegenden Verfahren folglich unbeachtet zu bleiben.
1.4
1.4.1 Mit Beschwerde in Zivilsachen können Rechtsverletzungen gemäss Art. 95
und 96 BGG gerügt werden. Die Beschwerde ist hinreichend zu begründen,
andernfalls wird darauf nicht eingetreten. In der Beschwerdeschrift ist in
gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt (Art.
42 Abs. 2 BGG). Eine qualifizierte Rügepflicht gilt hinsichtlich der Verletzung
von Grundrechten und von kantonalem und interkantonalem Recht. Das
Bundesgericht prüft solche Rügen nur insofern, als sie in der Beschwerde
präzise vorgebracht und begründet worden sind (Art. 106 Abs. 2 BGG; BGE 133 II
249 E. 1.4.2. S. 254; 133 III 393 E. 6, 439 E. 3.2).
Unerlässlich ist im Hinblick auf Art. 42 Abs. 2 BGG, dass die Beschwerde auf
die Begründung des angefochtenen Entscheids eingeht und im Einzelnen aufzeigt,
worin eine Verletzung von Bundesrecht liegt. Die beschwerdeführende Partei soll
in der Beschwerdeschrift nicht bloss die Rechtsstandpunkte, die sie im
kantonalen Verfahren eingenommen hat, erneut bekräftigen, sondern mit ihrer
Kritik an den als rechtsfehlerhaft erachteten Erwägungen der Vorinstanz
ansetzen (vgl. BGE 134 II 244 E. 2.1 S. 245 f.; 121 III 397 E. 2a S. 400; 116
II 745 E. 3 S. 749). Dabei hat die Begründung in der Beschwerdeschrift selbst
zu erfolgen; Verweise auf andere Rechtsschriften, insbesondere im kantonalen
Verfahren eingereichte, sind unbeachtlich (BGE 133 II 396 E. 3.1 S. 399 f.; 131
III 384 E. 2.3 S. 387 f., je mit Verweisen).
1.4.2 Diese Grundsätze verkennt die Beschwerdeführerin, wenn sie ohne nähere
Begründung angeblich verletzte Gesetzesbestimmungen aufzählt oder etwa eine
Verletzung der Begründungspflicht bzw. des Anspruchs auf rechtliches Gehör mit
der Begründung rügt, eine bestimmte Erwägung der Vorinstanz sei nicht
nachvollziehbar. Als Begründung einer Rüge der Verletzung des rechtlichen
Gehörs genügt auch nicht, lediglich auf Ausführungen in der an die Vorinstanz
gerichtete Rechtsschrift zu verweisen und der Vorinstanz vorzuwerfen, sie sei
darauf nicht eingegangen. Auf solche Rügen kann nicht eingetreten werden.

2.
Die Beschwerdeführerin rügt, die Vorinstanz habe in verschiedener Hinsicht die
Beweise willkürlich gewürdigt und als Folge davon als nicht erwiesen erachtet,
dass der Beschwerdegegner die Beschwerdeführerin für den Fall der Nichtzahlung
der Darlehensschuld mit einem Presseskandal bedroht habe. Die
Beschwerdeführerin macht geltend, sie habe dem Beschwerdegegner den Betrag von
EUR 919'922.28, welcher nur von der X.________ Ltd. und nicht auch von ihr
persönlich geschuldet gewesen sei, nur zur Verhinderung des angedrohten
Presseskandals bezahlt. Nach Auffassung der Beschwerdeführerin ist der
Beschwerdegegner daher ungerechtfertigt bereichert und besteht aufgrund der
Unfreiwilligkeit der Zahlung ein entsprechender Rückerstattungsanspruch (Art.
63 Abs. 1 OR).

2.1 Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die
Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Zu dem von der Vorinstanz
grundsätzlich verbindlich festgestellten Sachverhalt gehören nicht nur die
Feststellungen über den Lebenssachverhalt, der dem Streitgegenstand zugrunde
liegt, sondern auch jene über den Ablauf des vorinstanzlichen Verfahrens und
von diesem vorangegangenen Verfahren, wie namentlich die Parteivorbringen in
denselben, also die Feststellungen über den Prozesssachverhalt (Urteil 4A_210/
2009 vom 7. April 2010 E. 2). Das Bundesgericht kann die
Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz nur berichtigen oder ergänzen, wenn sie
offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art.
95 BGG beruht (Art. 105 Abs. 2 BGG). "Offensichtlich unrichtig" bedeutet dabei
"willkürlich" (BGE 133 II 249 E. 1.2.2). Die beschwerdeführende Partei, welche
die Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz anfechten will, kann sich nicht
damit begnügen, den bestrittenen Feststellungen eigene tatsächliche
Behauptungen gegenüberzustellen oder darzulegen, wie die Beweise ihrer Ansicht
nach zu würdigen gewesen wären. Vielmehr hat sie klar und substanziiert
aufzuzeigen, inwiefern die gerügten Feststellungen bzw. die Unterlassung von
Feststellungen offensichtlich unrichtig sind oder auf einer Rechtsverletzung im
Sinne von Art. 95 BGG beruhen (vgl. BGE 133 II 249 E. 1.4.3; 133 III 350 E.
1.3, 393 E. 7.1, 462 E. 2.4).
Wird Willkür in der Ermittlung des Sachverhalts geltend gemacht, ist zu
beachten, dass dem Sachrichter in der Beweiswürdigung ein breiter
Ermessensspielraum zusteht (BGE 120 Ia 31 E. 4b S. 40). Das Bundesgericht
greift auf Beschwerde hin nur ein, wenn das Sachgericht sein Ermessen
missbraucht, insbesondere offensichtlich unhaltbare Schlüsse zieht, erhebliche
Beweise übersieht oder solche willkürlich ausser Acht lässt (vgl. BGE 132 III
209 E. 2.1; 129 I 8 E. 2.1; 120 Ia 31 E. 4b S. 40 mit Hinweisen). Inwiefern das
kantonale Gericht sein Ermessen im dargelegten Sinn missbraucht haben soll, ist
in der Beschwerde klar und detailliert aufzuzeigen (BGE 134 II 244 E. 2.2; 130
I 258 E. 1.3). Namentlich genügt es nicht, einzelne Beweise anzuführen, die
anders als im angefochtenen Entscheid gewichtet werden sollen, und dem
Bundesgericht in appellatorischer Kritik die eigene Auffassung zu unterbreiten,
als ob diesem die freie Prüfung aller Tat- und Rechtsfragen zukäme (vgl. BGE
116 Ia 85 E. 2b).
2.2
2.2.1 Die Beschwerdeführerin rügt vorab, die Vorinstanz habe in aktenwidriger
Weise übersehen, dass sie dem Beschwerdegegner einen erheblich höheren als den
angeblich geschuldeten Betrag bezahlt habe, was ein klares Indiz für die
Drohung sei. Bereits in der Vergleichsvereinbarung vom März/April 2002 sei der
Darlehensbetrag aufgrund einer Teilamortisation von NLG 250'000.-- herabgesetzt
worden. Die Beschwerdeführerin verweist diesbezüglich auf verschiedene
Dokumente. Nach Abschluss der Vereinbarung seien sodann weitere Zahlungen von
insgesamt EUR 472'000.-- erfolgt. Die Vorinstanz habe willkürlich festgestellt,
der Eingang dieser Zahlungen beim Beschwerdegegner sei teilweise nicht
erwiesen. Für den Eingang auf dessen Bankkonto könne nicht die
Beschwerdeführerin beweispflichtig sein, da ihr ein solcher Beweis aufgrund des
Bankgeheimnisses gar nicht möglich wäre. Es sei zudem unbeachtet geblieben,
dass bei diesen Zahlungen der Beschwerdegegner als Zahlungsempfänger jeweils
namentlich genannt worden sei. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz sei auch
völlig irrelevant, dass die Zahlungen hauptsächlich nicht durch die X.________
Ltd., sondern durch andere Gesellschaften vorgenommen worden seien. Insgesamt
sei der bezahlte Gesamtbetrag höher als der geschuldete, was auf eine
unfreiwillige Zahlung hindeute.
2.2.2 Die Vorinstanz hat dazu ausgeführt, nach der Zeugenaussage des ehemaligen
Lebenspartners der Beschwerdeführerin habe es sich bei der Zahlung von NLG
250'000.-- vor Abschluss der Vergleichsvereinbarung nicht um eine
Teilamortisation gehandelt, sondern um eine Zinszahlung. Zu dieser Zeit habe
die geschuldete Darlehenssumme unverändert NLG 2 Mio. betragen. Auch in der
Vereinbarung sei entsprechend dieser Betrag eingesetzt worden. Was die
behaupteten Zahlungen von EUR 472'000.-- nach Abschluss der Vereinbarung
angehe, so bestätige der Beschwerdegegner den Erhalt von EUR 326'953.77. Dabei
habe es sich nach dessen Aussagen aber nicht um Tilgungen gehandelt. Die
Beschwerdeführerin habe Gegenteiliges nicht bewiesen. In der eingereichten
Aufstellung seien die Zahlungen mit "Funds Transfer", "Zinsen und Tilgung",
"Zinsen" und in einem Fall mit "Rückzahlung Darlehen" bezeichnet. Bei den mit
"Zinsen" bzw. "Zinsen und Tilgung" bezeichneten Zahlungen könne es sich von
vornherein nicht um Amortisationen handeln bzw. sei die entsprechende
Behauptung unsubstantiiert. Was mit der Bezeichnung "Funds Transfer" gemeint
sei, sei unklar. Was die Zahlung mit der Bezeichnung "Rückzahlung Darlehen"
angehe, so bestreite der Beschwerdegegner deren Erhalt. Das von der
Beschwerdeführerin eingereichte Dokument "Afschriften" (sic) erbringe den
Beweis nicht, dass dieser Betrag dem Beschwerdegegner zugegangen sei.
Schliesslich seien die Beträge mit einer einzigen Ausnahme nicht von der
X.________ Ltd. selbst, sondern von anderen Gesellschaften überwiesen worden.
2.2.3 Soweit die Ausführungen der Beschwerdeführerin im vorinstanzlich
festgestellten Sachverhalt keine Stütze finden, sind sie vorliegend nicht zu
beachten, zumal keine Rügen vorgebracht wurden, wonach der Sachverhalt
diesbezüglich zu ergänzen wäre. Dies gilt etwa für die behauptete Tatsache,
dass der Beschwerdegegner bei den nach Abschluss der Vereinbarung erfolgten
Zahlungen namentlich genannt worden sei.
Was die Zahlung von NLG 250'000.-- vor Abschluss der Vereinbarung angeht, so
hat sich die Vorinstanz hauptsächlich auf die Zeugenaussage des ehemaligen
Lebenspartners der Beschwerdeführerin abgestützt. Die Beschwerdeführerin bringt
nichts vor, was das Abstützen auf diese Aussage als willkürlich erscheinen
liesse, namentlich macht sie nicht geltend, der Zeuge habe eine Falschaussage
gemacht. Die Vorinstanz hat neben dieser Aussage zusätzlich auf den Wortlaut
der Vergleichsvereinbarung abgestellt, worin das Darlehen unbestrittenermassen
nach wie vor mit NLG 2 Mio. beziffert wurde. Es ist daher nicht ersichtlich,
inwiefern die Vorinstanz damit in Willkür verfallen wäre.
Die Zahlungen von insgesamt EUR 472'000.-- hat die Vorinstanz einzeln
hinsichtlich des Zahlungsbetreffs gewürdigt. Dagegen bringt die
Beschwerdeführerin nichts vor. Wenn sie rügt, die Beweispflicht bezüglich des
Zugangs der Zahlung mit dem Betreff "Rückzahlung Darlehen" obliege nicht ihr,
so ist darauf hinzuweisen, dass aus dem festgestellten Sachverhalt nicht
hervorgeht, dass die Zahlung überhaupt auf ein Konto des Beschwerdegegners
überwiesen wurde, was zweifellos von der Beschwerdeführerin zu beweisen wäre.
Es ist demnach nicht ersichtlich, inwiefern es geradezu willkürlich wäre, eine
Teilamortisation des Darlehens nicht als bewiesen zu erachten. Entsprechend ist
eine massive Überzahlung nicht erwiesen, womit aus der Höhe des bezahlten
Betrags hinsichtlich der angeblichen Drohung nichts zu Gunsten der
Beschwerdeführerin abgeleitet werden kann.
2.3
2.3.1 Die Beschwerdeführerin rügt weiter, die Vorinstanz habe in willkürlicher
Beweiswürdigung die Glaubwürdigkeit ihres früheren Steuerberaters als Zeuge
angezweifelt. Entgegen den Ausführungen der Vorinstanz sei unerfindlich, wie
die Beschwerdeführerin im Falle ihres Unterliegens im vorliegenden Verfahren
den Zeugen dafür ins Recht fassen könnte. Eine Befangenheit des Zeugen könne
auch nicht daraus abgeleitet werden, dass die Beschwerdeführerin diesem zwei
Jahre nach dessen Zeugenaussage in anderem Zusammenhang den Streit verkündet
habe. Es sei zudem willkürlich, die Glaubwürdigkeit des Zeugen auch gestützt
auf die Tatsache anzuzweifeln, dass dessen Telefonnotiz nicht vorgelegen habe,
ohne aber den Zeugen zur Vorlage der Notiz aufgefordert zu haben. Schliesslich
habe die Vorinstanz aktenwidrig und damit willkürlich festgestellt, bereits das
erstinstanzliche Gericht habe innere Widersprüche in den Aussagen des Zeugen
bemerkt. Vielmehr habe dieses lediglich auf Widersprüche zwischen dessen
Aussagen und den Aussagen des ehemaligen Lebenspartners der Beschwerdeführerin
als Zeuge hingewiesen.
2.3.2 Zur Glaubwürdigkeit des früheren Steuerberaters der Beschwerdeführerin
hat die Vorinstanz ausgeführt, die Beschwerdeführerin habe die Zusammenarbeit
mit diesem beendet. Es bestünden Unstimmigkeiten wegen angeblich zu hoher
Rechnungen für nach Auffassung der Beschwerdeführerin mangelhafte Leistungen.
Der Zeuge sei zudem als Verwaltungsrat einer von der Beschwerdeführerin
beherrschten Aktiengesellschaft abgesetzt worden, wobei ihm die
Beschwerdeführerin als Aktionärin der Gesellschaft die Décharge verweigert
habe. Die eingeklagten Zahlungen an den Beschwerdegegner waren von dieser
Aktiengesellschaft geleistet worden, dies in der Zeit, als der Zeuge
Verwaltungsrat war. Der Zeuge habe also befürchten müssen, von der
Beschwerdeführerin aus verschiedenen Gründen ins Recht gefasst zu werden,
woraus sich Anhaltspunkte ergäben, dass er möglicherweise aus eigenem Interesse
zu Gunsten der Beschwerdeführerin ausgesagt habe. Inzwischen habe die
Beschwerdeführerin ihm auch in anderer Sache den Streit verkündet. Der Zeuge
habe sodann ausgesagt, er habe die Drohung mit Anwälten der Kanzlei besprochen,
in welcher er tätig sei. Keiner dieser Mitarbeiter sei aber als Zeuge benannt
worden, was zumindest den Schluss zulasse, dass diese Aussagen des Zeugen nicht
der Wahrheit entsprächen.
Schliesslich verwies die Vorinstanz bezüglich Widersprüche in den Aussagen des
Zeugen auf die Ausführungen des erstinstanzlichen Gerichts. Dieses hatte darauf
hingewiesen, dass die Darstellung des Sachverhalts durch den Zeugen nicht frei
von Widersprüchen sei. So habe er angegeben, er sei Ende August 2005 erstmals
vom Beschwerdegegner bezüglich des Darlehens kontaktiert worden. Der ehemalige
Lebenspartner der Beschwerdeführerin habe demgegenüber ausgesagt, der frühere
Steuerberater der Beschwerdeführerin habe ihn bereits im Juli oder August 2005
angerufen und mitgeteilt, es sei mit dem Beschwerdegegner eine Einigung
gefunden worden. Auch der Beschwerdegegner selbst habe ihm solches mitgeteilt.
Die Aussage des früheren Steuerberaters stehe somit in völligem Widerspruch zur
Aussage des ehemaligen Lebenspartners der Beschwerdeführerin und jener des
Beschwerdegegners, wonach bereits Ende Juli oder im August 2005 Einigkeit über
die wesentlichen Punkte der Rückzahlung bestanden habe.
2.3.3 Es trifft zwar zu, dass im erstinstanzlichen Urteil nicht direkt auf
innere Widersprüche in den Aussagen des früheren Steuerberaters der
Beschwerdeführerin als Zeuge vor Gericht hingewiesen wird. Das erstinstanzliche
Gericht zeigt indessen Widersprüche auf zwischen den Aussagen des Zeugen vor
Gericht und dessen Aussagen, wie er sie offenbar gegenüber dem ehemaligen
Lebenspartner der Beschwerdeführerin gemacht hat. Die Vorinstanz durfte diese
Ausführungen damit ohne Willkür als weiteren Punkt in der Beweiswürdigung
aufführen, welcher gegen die Glaubwürdigkeit des Zeugen spreche. Dass die
Vorinstanz diese Ausführungen womöglich in nicht ganz exakter Weise als
Widersprüche in den Aussagen des Zeugen selbst bezeichnete, ändert daran
nichts, zumal sie dabei einzig die Terminologie des erstinstanzlichen Gerichts
übernahm.
Die Vorinstanz hat in ihren Ausführungen zudem auf mögliche Interessenkonflikte
des Zeugen hingewiesen und daraus gefolgert, dass diese Tatsache dessen
Glaubwürdigkeit schmälere. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin hat sie
sich dabei nicht auf die spätere Streitverkündung bezogen, sondern auf die
Beendigung der Zusammenarbeit durch die Beschwerdeführerin, die Unstimmigkeiten
betreffend offene Rechnungen, die nach Auffassung der Beschwerdeführerin
teilweise nicht zufriedenstellende Arbeit des Zeugen und die Absetzung als
Verwaltungsrat ohne Erteilung der Décharge. Dagegen bringt die
Beschwerdeführerin nichts vor. Die Vorinstanz durfte somit in einer
Gesamtwürdigung ohne in Willkür zu verfallen die Glaubwürdigkeit des Zeugen
anzweifeln. Die Rüge erweist sich als unbegründet.

2.4 Die Beschwerdeführerin rügt weiter, die Vorinstanz sei in willkürlicher
Beweiswürdigung zum Schluss gelangt, selbst das Fehlen einer persönlichen
Zahlungspflicht der Beschwerdeführerin impliziere die von dieser geschilderte
Drohung nicht, da sie sich als seriöse Geschäftsfrau hätte verpflichtet fühlen
können, die Schulden anstelle ihrer notleidenden Gesellschaft zu tilgen. Die
Beschwerdeführerin macht geltend, sie habe selbst ausgesagt, dass sie mit der
X.________ Ltd. persönlich nichts zu tun habe und sich daher auch nicht zur
Zahlung verpflichtet gesehen habe. Zudem kenne sie den Beschwerdegegner kaum,
womit nicht nachvollziehbar sei, weshalb sich die Beschwerdeführerin diesem
gegenüber hätte verpflichtet fühlen sollen.
Die Beschwerdeführerin beruft sich auf eine eigene Aussage, welche im
vorinstanzlich festgestellten Sachverhalt keine Stütze findet. Da diesbezüglich
auch keine Sachverhaltsrüge vorgebracht wird, hat diese Behauptung unbeachtet
zu bleiben. Die Vorinstanz hat es abgelehnt, aus der Tatsache der Rückzahlung
des Darlehens durch die Beschwerdeführerin, welche angeblich trotz der
Überzeugung erfolgte, persönlich nichts zu schulden, zwingend auf eine erfolgte
Drohung zu schliessen. Es ist nicht ersichtlich, inwiefern die Vorinstanz dabei
in Willkür verfallen wäre, da eine Zahlung trotz subjektiver Überzeugung,
persönlich in rechtlicher Hinsicht nichts zu schulden, verschiedene Gründe
haben kann, wobei die Vorinstanz nur einen dieser möglichen Gründe genannt hat.
Auch diese Rüge erweist sich als unbegründet.

3.
Die Beschwerdeführerin wirft der Vorinstanz schliesslich eine willkürliche
antizipierte Beweiswürdigung sowie eine Verletzung des rechtlichen Gehörs vor,
indem diese die Befragung der Töchter und des Schwiegersohns der
Beschwerdeführerin als Zeugen abgelehnt habe. Entgegen den vorinstanzlichen
Ausführungen seien diese Zeugen nicht nur deshalb benannt worden, weil sie die
desolate Gemütslage der Beschwerdeführerin hätten bestätigen können, sondern
auch zur Bezeugung, dass die Beschwerdeführerin ihnen unmittelbar von der ihr
widerfahrenen Drohung berichtet habe. Die Zeugen hätten weiter belegen können,
dass die Beschwerdeführerin subjektiv davon ausgegangen war, sie oder eine ihr
nahe verbundene Person wie die Zeugen selbst seien an Leib und Leben, Ehre oder
Vermögen mit einer nahen und erheblichen Gefahr bedroht. Abgesehen davon lasse
die Vorinstanz auch völlig unbeantwortet, weshalb die Beschwerdeführerin sich
in einer desolaten Gemütsverfassung hätte befinden sollen, wenn nicht aufgrund
der Drohung.

3.1 Der Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV) gewährt den Parteien
insbesondere das Recht, mit rechtzeitig und formrichtig angebotenen erheblichen
Beweismitteln gehört zu werden (BGE 134 I 140 E. 5.3; 129 II 497 E. 2.2; 127 I
54 E. 2b). Keine Verletzung des rechtlichen Gehörs liegt vor, wenn ein Gericht
darauf verzichtet, beantragte Beweise abzunehmen, weil es aufgrund bereits
abgenommener Beweise seine Überzeugung gebildet hat und ohne Willkür in
vorweggenommener Beweiswürdigung annehmen kann, dass seine Überzeugung durch
weitere Beweiserhebungen nicht geändert würde (BGE 134 I 140 E. 5.3; 130 II 425
E. 2.1 mit Hinweisen).
Das Bundesgericht greift in eine antizipierte Beweiswürdigung nur ein, wenn sie
willkürlich und damit offensichtlich unhaltbar ist, namentlich wenn sie eine
prozessuale Vorschrift oder einen unumstrittenen Grundsatz des Beweisrechts
krass verletzt oder sonst wie in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken
zuwiderläuft (BGE 132 III 209 E. 2.1; 131 I 153 E. 3 S. 157, 217 E. 2.1; 129 I
8 E. 2.1; 124 I 208 E. 4a).

3.2 Die Vorinstanz hat ausgeführt, die als Zeugen benannten Töchter der
Beschwerdeführerin und ihr Schwiegersohn könnten zur Klärung nichts beitragen.
Es möge zwar zutreffen, dass diese die damals desolate Gemütsverfassung der
Beschwerdeführerin hätten bezeugen können. Dass diese Gemütslage auf die
angebliche Drohung zurückgeführt werden müsse, würde sich durch die
Zeugenaussagen jedoch nicht erhärten lassen. Die Beschwerdeführerin habe sich
in jenem Zeitpunkt von ihrem langjährigen Lebenspartner getrennt, was ebenso
die Ursache für die desolate Gemütsverfassung hätte sein können.

3.3 Das Vorbringen der Beschwerdeführerin, sie habe die drei Zeugen entgegen
der Auffassung der Vorinstanz nicht nur zur Bestätigung ihrer desolaten
Gemütslage benannt, findet im vorinstanzlich festgestellten Sachverhalt keine
Stütze. Mangels dazu erhobener Sachverhaltsrügen kann die Beschwerdeführerin
damit folglich nicht gehört werden. Denn zu dem von der Vorinstanz
grundsätzlich verbindlich festgestellten Sachverhalt gehören nicht nur die
Feststellungen über den Lebenssachverhalt, der dem Streitgegenstand zugrunde
liegt, sondern auch jene über den Ablauf des vorinstanzlichen Verfahrens, also
die Feststellungen über den Prozesssachverhalt, wie namentlich die Anträge der
Parteien, ihre Beweisvorbringen oder die erhobenen Tatsachenbehauptungen
(Urteile 4A_229/2010 vom 7. Oktober 2010 E. 5.1.3, nicht publ. in: BGE 136 III
518; 4A_293/2011 vom 23. August 2011 E. 3.2.2; 4A_210/2009 vom 7. April 2010 E.
2).
Gegen die vorinstanzlichen Ausführungen in Bezug auf die angebliche desolate
Gemütsverfassung der Beschwerdeführerin bringt diese lediglich vor, die
Vorinstanz erkläre nicht, weshalb sie sich denn in einer solchen Verfassung
hätte befinden sollen. Die Vorinstanz hat entgegen der Auffassung der
Beschwerdeführerin durchaus eine solche Erklärung angeführt, indem sie darauf
hingewiesen hat, die Beschwerdeführerin habe sich in jenem Zeitpunkt von ihrem
langjährigen Lebenspartner getrennt. Inwiefern die Vorinstanz sonst in Willkür
verfallen wäre, bringt die Beschwerdeführerin nicht vor und ist auch nicht
ersichtlich. Die Rüge ist somit unbegründet, soweit darauf eingetreten werden
kann.

4.
Nach dem Gesagten dringt die Beschwerdeführerin mit ihren Rügen, welche sie
gegen die Feststellung der Vorinstanz vorgebracht hat, eine Drohung seitens des
Beschwerdegegners sei nicht erwiesen, nicht durch. Bei diesem Ergebnis steht
fest, dass die Beschwerdeführerin den eingeklagten Betrag nicht aufgrund einer
Drohung, sondern freiwillig bezahlt hat. Wer eine Nichtschuld freiwillig
bezahlt, kann das Geleistete nach Art. 63 Abs. 1 OR indessen nur dann
zurückfordern, wenn er nachzuweisen vermag, dass er sich über die Schuldpflicht
im Irrtum befunden hat. Es ist auch von der Beschwerdeführerin unbestritten,
dass sie sich nicht in einem solchen Irrtum befunden hat. Die
Beschwerdeführerin hat somit keinen Rückforderungsanspruch aus
ungerechtfertigter Bereicherung gegen den Beschwerdegegner.
Damit kann offen bleiben, ob die Vorinstanz wie von der Beschwerdeführerin
gerügt Bundesrecht verletzt hat, wenn sie davon ausging, die Beschwerdeführerin
habe sich in der Vergleichsvereinbarung persönlich verpflichtet. Denn die
Beschwerdeführerin hat ohnehin keinen Anspruch auf Rückerstattung des von ihr
freiwillig bezahlten Betrags von EUR 919'922.28.

5.
Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Bei diesem
Verfahrensausgang wird die Beschwerdeführerin kosten- und
entschädigungspflichtig (Art. 66 Abs. 1 sowie Art. 68 Abs. 2 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 12'000.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

3.
Die Beschwerdeführerin hat den Beschwerdegegner für das bundesgerichtliche
Verfahren mit Fr. 14'000.-- zu entschädigen.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Zug,
Zivilrechtliche Abteilung, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 20. Oktober 2011

Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Die Präsidentin: Klett

Die Gerichtsschreiberin: Schreier