Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

I. Zivilrechtliche Abteilung, Beschwerde in Zivilsachen 4A.43/2010
Zurück zum Index I. Zivilrechtliche Abteilung, Beschwerde in Zivilsachen 2010
Retour à l'indice I. Zivilrechtliche Abteilung, Beschwerde in Zivilsachen 2010


Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
4A_43/2010

Urteil vom 29. Juli 2010
I. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Klett, Präsidentin,
Bundesrichter Corboz, Kolly,
Gerichtsschreiber Leemann.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Ulf Walz,
Beschwerdeführer,

gegen

Fédération Equestre Internationale,
vertreten durch Frau Marjolaine Viret und Dr. Xavier Favre-Bulle,
Rechtsanwälte,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Internationales Schiedsgericht,

Beschwerde gegen das Urteil des Tribunal Arbitral du Sport (TAS) vom 4.
Dezember 2009.

Sachverhalt:

A.
A.a X.________ (Beschwerdeführer) ist ein erfahrener internationaler
Springreiter.
Die Fédération Equestre Internationale (FEI; Beschwerdegegnerin) ist der
Weltverband für den Reitsport mit Sitz in Lausanne.
A.b Der Beschwerdeführer nahm zwischen dem 8. und 21. August 2008 mit dem Pferd
Y.________ als Mitglied des Nationalteams Z.________an den Olympischen
Sommerspielen 2008 in China teil. Er gewann mit der Springreitermannschaft
Z.________ die Bronzemedaille.
Am 18. August 2008, nach dem Mannschaftsfinal der Springreiter, wurde beim
Pferd Y.________ eine Urinprobe entnommen. Die Analyse der Urinprobe wurde vom
anerkannten FEI-Labor "A.________ Laboratory" unter der Aufsicht der Chemikerin
B.________ sowie des "Chief Racing Chemist" und Vorstehers des genannten
Labors, Dr. C.________, durchgeführt. Im Urin von Y.________ wurde gemäss
Testbericht vom 21. August 2008 die verbotene Substanz Capsaicin nachgewiesen.
Weder ein Antrag für den Gebrauch von Capsaicin noch ein entsprechendes
Medikationsformular waren eingereicht worden.
Am 21. August 2008 informierte die Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer über
den Nachweis der verbotenen Substanz sowie die mögliche Regelverletzung.
Gleichzeitig wurde er provisorisch suspendiert, wobei er die Möglichkeit
eingeräumt erhielt, sich anlässlich eines Preliminary Hearing vor dem
FEI-Tribunal zu äussern, das noch am selben Tag stattfand. Der Beschwerdeführer
bot keine Erklärung für das Vorliegen der verbotenen Substanz an. Der
vorläufige Entscheid wurde dem Beschwerdeführer ebenfalls am gleichen Tag
mitgeteilt. Danach wurde die provisorische Sperre aufgrund des Nachweises von
Capsaicin bis zu einem definitiven Entscheid des FEI-Tribunals
aufrechterhalten.
Am 21. August 2008 wurde dem Beschwerdeführer auch mitgeteilt, dass die B-Probe
im A.________ Laboratory analysiert werde. Er wurde zudem über sein Recht
informiert, bei der Identifikation sowie beim Öffnen der B-Probe selbst dabei
zu sein oder sich vertreten zu lassen. Der Beschwerdeführer nahm zur Kenntnis,
dass die B-Probe wie beschrieben analysiert werden soll und teilte mit, er
werde sich durch Dr. D.________, dem Mannschaftstierarzt des schwedischen
Reitsportverbands, vertreten lassen.
Am 23. August 2008 wurde die B-Probe beim A.________ Laboratory unter der
Aufsicht der Chemikerin Dr. E.________ sowie des Chemikers F.________
untersucht, während Dr. D.________ als Zeuge und Vertreter des
Beschwerdeführers anwesend war.
Der Zeuge Dr. D.________ bestätigte schriftlich, dass der Behälter mit der
B-Urinprobe keine Anzeichen einer Fremdeinwirkung aufwies und die
Identifikationsnummern auf der zu analysierenden Probe mit derjenigen auf der
Probedokumentation übereinstimmte. Er bezeugte ausserdem, dass er bei der
Öffnung der Probe dabei war.
Die Analyse der B-Probe bestätigte den Nachweis von Capsaicin.
Am 27. August 2008 wurden dem Beschwerdeführer die Resultate der B-Probe
mitgeteilt.
Am 26. September 2008 fand am Sitz der Beschwerdegegnerin in Lausanne ein Final
Hearing statt. Die Parteien einigten sich darauf, dass am 8. November 2008 ein
weiteres Hearing anzusetzen sei, damit zusätzliche Beweismittel vorgetragen und
insbesondere die Sachverständigen befragt und ins Kreuzverhör genommen werden
könnten.

B.
B.a Mit Entscheid des FEI-Tribunals vom 22. Dezember 2008 wurden das Pferd
Y.________ sowie der Beschwerdeführer für die Olympischen Spiele in Peking
disqualifiziert und sämtliche Medaillen und Preisgelder aberkennt. Im Weiteren
ordnete das FEI-Tribunal die Neuberechnung der Resultate des Springreiterteams
Z.________ unter Ausblendung der Resultate des Beschwerdeführers an.
Schliesslich verhängte es gegen den Beschwerdeführer weitere Sanktionen, so
insbesondere eine Wettkampfsperre von viereinhalb Monaten ab dem 21. August
2008 sowie eine Busse von Fr. 3'000.--.
B.b Mit Appeal vom 19. Januar 2009 focht der Beschwerdeführer den Entscheid des
FEI-Tribunals vom 22. Dezember 2008 beim Tribunal Arbitral du Sport (TAS) an
und beantragte die Aufhebung dieses Entscheids.
Mit Schiedsentscheid vom 4. Dezember 2009 wies das TAS den Appeal des
Beschwerdeführers ab und bestätigte den angefochtenen Entscheid. Das TAS ging
aufgrund der positiven Urinproben von einem Regelverstoss aus. Die
verschiedenen Einwände des Beschwerdeführers erachtete das TAS als nicht
stichhaltig, so insbesondere die Behauptung, die Urinproben seien kontaminiert
gewesen, weil die mit der Entnahme der Urinprobe betraute Person keine
Handschuhe getragen hätte, wie dies vorgeschrieben sei. Auch die vom
Beschwerdeführer erst nach dem Final Hearing vorgebrachte These, die erwähnte
Person habe zwar Handschuhe getragen, diese seien jedoch vermutlich bereits
verunreinigt gewesen, erachtete das TAS als haltlos. Ausserdem schloss das TAS
die Möglichkeit einer Verunreinigung der Urinprobe auch aufgrund einer weiteren
Untersuchung der ersten Urinprobe hinsichtlich der Zusammensetzung der
nachgewiesenen Substanz aus.

C.
Mit Beschwerde vom 19. Januar 2010 beantragt der Beschwerdeführer dem
Bundesgericht, es seien das Urteil des TAS vom 4. Dezember 2009 und der
Entscheid des FEI-Tribunals vom 22. Dezember 2008 aufzuheben.
Die Beschwerdegegnerin schliesst auf Abweisung der Beschwerde, soweit darauf
einzutreten sei. Die Vorinstanz hat sich in einer kurzen Eingabe lediglich zur
Frage ihrer Zuständigkeit geäussert, ansonsten jedoch auf eine Vernehmlassung
verzichtet.
Der Beschwerdeführer hat dem Bundesgericht eine Replik, die Beschwerdegegnerin
eine Duplik eingereicht.

D.
Mit Verfügung vom 2. Februar 2010 wies das Bundesgericht die Gesuche des
Beschwerdeführers um Gewährung der aufschiebenden Wirkung und um Anordnung
vorsorglicher Massnahmen gegenüber der Beschwerdegegnerin ab.

Erwägungen:

1.
Nach Art. 54 Abs. 1 BGG ergeht der Entscheid des Bundesgerichts in einer
Amtssprache, in der Regel derjenigen des angefochtenen Entscheids. Wurde dieser
Entscheid in einer anderen Sprache abgefasst, bedient sich das Bundesgericht
der von den Parteien verwendeten Amtssprache. Der angefochtene Entscheid ist in
englischer Sprache abgefasst. Da es sich dabei nicht um eine Amtssprache
handelt und sich die Parteien vor Bundesgericht verschiedener Sprachen
bedienen, ergeht der Entscheid des Bundesgerichts praxisgemäss in der Sprache
der Beschwerde.

2.
Der Beschwerdeführer hat unter anderem den Verfahrensantrag gestellt, es sei
ein zweiter Schriftenwechsel anzuordnen; zudem sei ihm zu gegebener Zeit Frist
zur Replikerstattung anzusetzen und seinem Rechtsvertreter die vorinstanzlichen
Akten mit der Fristansetzung zur Einsichtnahme zuzustellen.
Im Verfahren vor Bundesgericht findet in der Regel kein zweiter
Schriftenwechsel statt (Art. 102 Abs. 3 BGG). Vorliegend besteht kein Grund,
davon abzuweichen, weshalb auf eine Fristansetzung zur Einreichung einer Replik
und die zusammen mit der beantragten Fristansetzung verlangte Aktenzustellung
verzichtet wurde. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts steht es indessen
der beschwerdeführenden Partei frei, sich zur Beschwerdeantwort zu äussern,
ohne vorher um eine gerichtliche Fristansetzung zu ersuchen (BGE 133 I 98 E.
2.2 S. 99 f.). Davon hat der Beschwerdeführer mit der Einreichung seiner
Replikschrift Gebrauch gemacht.
Was den Antrag des Beschwerdeführers auf Beizug der vorinstanzlichen Akten
betrifft, ist festzuhalten, dass das TAS seine Akten dem Bundesgericht samt
Inhaltsverzeichnis der verschiedenen Ordner eingereicht hat. Dies genügt zur
Beurteilung der Beschwerde. Eine fortlaufende Paginierung mit individuellen
Nummern auf jeder Seite, wie dies der Beschwerdeführer mit einem seiner
Verfahrensanträge verlangt, ist nicht erforderlich.

3.
Im Bereich der internationalen Schiedsgerichtsbarkeit ist die Beschwerde in
Zivilsachen unter den Voraussetzungen der Art. 190-192 IPRG zulässig (Art. 77
Abs. 1 BGG).

3.1 Der Sitz des Schiedsgerichts befindet sich vorliegend in Lausanne. Der
Beschwerdeführer hatte im relevanten Zeitpunkt weder seinen Wohnsitz noch
seinen gewöhnlichen Aufenthalt in der Schweiz. Da die Parteien die Bestimmungen
des 12. Kapitels des IPRG nicht schriftlich ausgeschlossen haben, gelangen
diese zur Anwendung (Art. 176 Abs. 1 und 2 IPRG).

3.2 Aufgrund des angefochtenen Entscheids sowie der Vorbringen des
Beschwerdeführers ist von einem Streitwert von über Fr. 30'000.-- auszugehen.
Damit kann offen bleiben, ob die in Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG vorgesehene
Streitwertgrenze auch für Beschwerden gegen internationale Schiedssprüche gilt
(vgl. bereits Urteil 4A_215/2008 vom 23. September 2008 E. 1.1).

3.3 Mit der Beschwerde in Zivilsachen nach Art. 77 BGG in Verbindung mit Art.
190-192 IPRG kann nur der Entscheid des internationalen Schiedsgerichts,
vorliegend der Schiedsspruch des TAS vom 4. Dezember 2009, angefochten werden.
Von vornherein nicht einzutreten ist auf die Beschwerde, soweit sie sich gegen
den FEI-Verbandsentscheid vom 22. Dezember 2008 richtet und dessen Aufhebung
verlangt.

3.4 Zulässig sind allein die Rügen, die in Art. 190 Abs. 2 IPRG abschliessend
aufgezählt sind (BGE 134 III 186 E. 5 S. 187; 128 III 50 E. 1a S. 53; 127 III
279 E. 1a S. 282). Nach Art. 77 Abs. 3 BGG prüft das Bundesgericht nur die
Rügen, die in der Beschwerde vorgebracht und begründet worden sind; dies
entspricht der in Art. 106 Abs. 2 BGG für die Verletzung von Grundrechten und
von kantonalem und interkantonalem Recht vorgesehenen Rügepflicht (BGE 134 III
186 E. 5 S. 187 mit Hinweis). Bei Rügen nach Art. 190 Abs. 2 lit. e IPRG ist
die Unvereinbarkeit des angefochtenen Schiedsentscheids mit dem Ordre public im
Einzelnen aufzuzeigen (BGE 117 II 604 E. 3 S. 606). Appellatorische Kritik ist
unzulässig (BGE 119 II 380 E. 3b S. 382).

3.5 Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den das
Schiedsgericht festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Es kann die
Sachverhaltsfeststellung des Schiedsgerichts weder berichtigen noch ergänzen,
selbst wenn diese offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung
im Sinne von Art. 95 BGG beruht (vgl. Art. 77 Abs. 2 BGG, der die Anwendbarkeit
von Art. 105 Abs. 2 sowie Art. 97 BGG ausschliesst). Allerdings kann das
Bundesgericht die tatsächlichen Feststellungen des angefochtenen
Schiedsentscheids überprüfen, wenn gegenüber diesen Sachverhaltsfeststellungen
zulässige Rügen im Sinne von Art. 190 Abs. 2 IPRG vorgebracht oder
ausnahmsweise Noven berücksichtigt werden (BGE 133 III 139 E. 5 S. 141; 129 III
727 E. 5.2.2 S. 733; je mit Hinweisen). Wer sich auf eine Ausnahme von der
Bindung des Bundesgerichts an die tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz
beruft und den Sachverhalt gestützt darauf berichtigt oder ergänzt wissen will,
hat mit Aktenhinweisen darzulegen, dass entsprechende Sachbehauptungen bereits
im vorinstanzlichen Verfahren prozesskonform aufgestellt worden sind (vgl. BGE
115 II 484 E. 2a S. 486; 111 II 471 E. 1c S. 473; je mit Hinweisen).

3.6 Der Beschwerdeführer verkennt diese Grundsätze teilweise.
3.6.1 Der Beschwerdeführer kritisiert die "von der FEI diktierte"
Schiedsgerichtsbarkeit des TAS und weist darauf hin, dass zwei staatliche
Gerichte in Brasilien und Deutschland im Zusammenhang mit Capsaicin-Fällen
anlässlich der Olympiade 2008 die Schiedsklausel zu Gunsten des TAS als
unbeachtlich beurteilt hätten. Diese Gerichte hätten eine weniger restriktive
Überprüfungspraxis als das Bundesgericht. Diese Vorbringen hinsichtlich der
Wirksamkeit der Schiedsklausel sowie der Zuständigkeit des TAS sind
unverständlich, hat doch der Beschwerdeführer den Entscheid des FEI-Tribunals
selber beim TAS angefochten. Aus dem Umstand, dass verschiedene nationale
Gerichte auf Grundlage ihrer Verfahrensordnung je eigene und damit
möglicherweise verschiedene Beschwerdegründe bzw. Prüfungsbefugnisse kennen,
lässt sich jedenfalls nichts zu Gunsten des Beschwerdeführers ableiten.
Überhaupt verlangt der Beschwerdeführer in allgemeinen rechtlichen Ausführungen
vergeblich eine Erweiterung der bundesgerichtlichen Kognition. Die
eingeschränkte Prüfungsbefugnis nach Art. 77 Abs. 1 BGG in Verbindung mit Art.
190 Abs. 2 IPRG gilt für sämtliche Verfahren der internationalen
Schiedsgerichtsbarkeit, so auch im Bereich des Sports. Eine Ausweitung der
Prüfungsbefugnis des Bundesgerichts, wie sie der Beschwerdeführer unter
Berufung auf die Rechtsweggarantie, den Gleichbehandlungsgrundsatz, den Ordre
public, das Willkürverbot sowie rechtspolitische Überlegungen verlangt, ist
angesichts der klaren gesetzlichen Grundlagen nicht zu rechtfertigen.
Da mit einer Beschwerde gegen einen internationalen Schiedsentscheid nach Art.
190 Abs. 2 IPRG ausschliesslich die in dieser Bestimmung abschliessend
aufgezählten Beschwerdegründe angerufen werden können, nicht jedoch direkt eine
Verletzung der Bundesverfassung, der EMRK oder weiterer Staatsverträge (vgl.
Urteile 4A_612/2009 vom 10. Februar 2010 E. 2.4.1; 4P.105/2006 vom 4. August
2006 E. 7.3; 4P.64/2001 vom 11. Juni 2001 E. 2d/aa, nicht publ. in BGE 127 III
429 ff.), ist auf die verschiedentlich gerügte Verletzung entsprechender
Bestimmungen grundsätzlich nicht einzutreten. Die aus der BV bzw. der EMRK
fliessenden Grundsätze können zwar gegebenenfalls bei der Konkretisierung der
nach Art. 190 Abs. 2 IPRG anrufbaren Garantien herangezogen werden; angesichts
der strengen Begründungsanforderungen (Art. 77 Abs. 3 BGG) ist jedoch in der
Beschwerde eigens aufzuzeigen, inwiefern ein in der genannten Bestimmung
vorgesehener Beschwerdegrund gegeben sein soll. Diesen Anforderungen genügt der
Beschwerdeführer nicht, wenn er vor Bundesgericht ohne entsprechende Begründung
Art. 9, 32 und 35 Abs. 3 BV sowie Art. 6 Ziff. 1 und 2 EMRK ins Feld führt.
Fehl geht im Übrigen die Berufung des Beschwerdeführers auf
wettbewerbsrechtliche Bestimmungen, so insbesondere das "Verbot unangemessener
Geschäftsbedingungen marktmächtiger Unternehmen" nach Art. 7 Abs. 2 lit. c KG
(SR 251). Mit dem vereinzelt erhobenen Vorwurf der Verletzung
wettbewerbsrechtlicher Vorschriften lässt sich keine Ordre public-Widrigkeit
begründen (vgl. BGE 132 III 389 E. 3.2 S. 397 f.).
3.6.2 Soweit sich der Beschwerdeführer überhaupt auf zulässige Beschwerdegründe
beruft, verfehlt er über weite Strecken die gesetzlichen
Begründungsanforderungen an entsprechende Rügen. So beruft er sich etwa im
Zusammenhang mit den nach seiner Ansicht anwendbaren Anti-Doping-Bestimmungen
auf eine Missachtung des Gleichheitsgrundsatzes oder des rechtlichen Gehörs,
ohne sich mit den Erwägungen des Schiedsentscheids des TAS auseinanderzusetzen
und eine konkrete Verletzung aufzuzeigen. Auch lässt sich eine Rüge der Ordre
public-Widrigkeit nicht mit dem pauschalen Hinweis auf eine angebliche
Verletzung "zwingender Persönlichkeitsschutzrechte" begründen (vgl. Urteil
4A_458/2009 vom 10. Juni 2010 E. 4.4.3.2). Der Beschwerdeführer kritisiert
überwiegend lediglich in appellatorischer Weise den angefochtenen Entscheid und
legt seine eigene Sicht der Dinge, insbesondere hinsichtlich der massgeblichen
Vorschriften für die Laboranalyse, dar. Dies ist im Verfahren der
Schiedsbeschwerde nicht zulässig.
3.6.3 Die Beschwerde enthält eine eigene Sachverhaltsdarstellung, in welcher
der Beschwerdeführer den Ablauf der Ereignisse sowie des Verfahrens aus seiner
Sicht darlegt. Er weicht darin, wie auch in seiner weiteren
Beschwerdebegründung, in verschiedenen Punkten von den tatsächlichen
Feststellungen der Vorinstanz ab oder erweitert diese, ohne substantiiert
Ausnahmen von der Sachverhaltsbindung geltend zu machen. So trägt er etwa unter
Verweis auf zwei bundesgerichtliche Entscheide vor, "dem Scheich und Ehemann
der FEI-Präsidentin" sowie dem Reiter G.________ seien weitergehende
Anwesenheits- und Kontrollrechte als ihm selbst gewährt worden. Seine
Vorbringen haben insoweit unbeachtet zu bleiben.

4.
Zusammen mit der Begründung seiner Verfahrensanträge rügt der Beschwerdeführer
verschiedene Verfahrensfehler.

4.1 Zunächst wirft er dem TAS zu Unrecht "Geheimjustiz" und damit eine
Verletzung des rechtlichen Gehörs (Art. 190 Abs. 2 lit. d IPRG) sowie des Ordre
public vor (Art. 190 Abs. 2 lit. e IPRG). Seine Behauptung, das TAS habe auf
Analyseunterlagen abgestellt, die er selbst erfolglos von der
Beschwerdegegnerin herausverlangt habe und die nicht Eingang in die Akten
gefunden hätten, ist nicht plausibel.
Der Beschwerdeführer stützt seine Behauptung einzig auf eine Erwägung im
angefochtenen Entscheid, wonach dem TAS die Analyseunterlagen vorgelegen hätten
("The cogent supporting analytical material was shown to us."). Dieser Hinweis
steht jedoch in eindeutigem Zusammenhang mit der Analyse der beiden Urinproben,
wie der vorangehende Absatz verdeutlicht ("The presence of Capsaicin in
Y.________'s urine was shown by the tests on the 'A' and 'B' samples"). Dieses
Verständnis wird im nachfolgenden Satz bestätigt, der auf die Anwesenheit von
Dr. D.________ bei der Identifikation und Öffnung der B-Probe hinweist, wobei
es sich wiederum untrüglich um die Urinprobe handelt. Die These des
Beschwerdeführers, das TAS habe mit den erwähnten Analyseunterlagen "geheime"
Blutresultate oder zusätzliche Untersuchungsunterlagen gemeint, die dem
Schiedsgericht vorgelegen, ihm selbst jedoch vorenthalten worden seien, ist
demnach nicht haltbar.

4.2 Keine Verletzung des Gehörsanspruchs (Art. 190 Abs. 2 lit. d IPRG) lässt
sich dem Schiedsgericht mit der Begründung vorwerfen, es habe die
Zeugenaussagen von Dr. C.________ nicht protokolliert, sondern bloss
Tonbandaufnahmen davon erstellt.
Eine Protokollierung ist in Verfahren der internationalen
Schiedsgerichtsbarkeit gesetzlich nicht vorgeschrieben. Ein genereller
Verfahrensanspruch auf Protokollierung lässt sich weder aus dem Gehörsanspruch
noch dem verfahrensrechtlichen Ordre public ableiten (Urteil 4P.10/1998 vom 28.
Mai 1998 E. 2a; vgl. SCHNEIDER MICHAEL E., in: Basler Kommentar zum
Internationalen Privatrecht, 2. Aufl. 2007, N. 95 zu Art. 182 IPRG mit
Hinweisen).

4.3 Nicht einzutreten ist im Übrigen auf den in der Beschwerde erhobenen
Vorwurf, Dr. C.________ sei "hochgradig befangen" gewesen, zumal nicht
ersichtlich ist, inwiefern der Beschwerdeführer die fehlende Unabhängigkeit
bzw. Unparteilichkeit des genannten Experten bereits vor dem Schiedsgericht
gerügt hätte (vgl. BGE 129 III 445 E. 3.1 S. 449 mit Hinweisen).

5.
Der Beschwerdeführer unterbreitet dem Bundesgericht in seiner weiteren
Beschwerdebegründung verschiedene Bestimmungen des "World Anti-Doping Code" der
Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), des "FEI Standard for Laboratories" sowie des
"Parts B and C of ILAC Document G-7: 1996" und bringt vor, diese dienten dem
Schutz des Sportlers, seien jedoch nicht eingehalten worden. Sodann kritisiert
er die Bestimmungen der Beschwerdegegnerin über den Nachweis von Dopingvergehen
bzw. Verletzungen von Medikationsvorschriften. Er macht geltend, ohne
Anwesenheit während des Analyseverfahrens und ohne vollständige Einsicht in
alle Analyseunterlagen könne der Beweis nicht erbracht werden, "dass die Probe
unsachgemäss behandelt, international anerkannte Standards in
resultatverfälschender Weise missachtet, falsch gemessen und gewogen oder die
Probe einfach schlicht und simpel vorsätzlich manipuliert oder unbeabsichtigt
kontaminiert worden" sei.

5.1 Das Schiedsgericht hat es aufgrund der durchgeführten Laboruntersuchungen
als erwiesen erachtet, dass die verbotene Substanz Capsaicin in den beiden beim
Pferd Y.________ erhobenen Urinproben vorhanden gewesen sei. Gestützt auf die
anwendbaren Anti-Doping-Bestimmungen der Beschwerdegegnerin befand es weiter,
dass beim Nachweis einer verbotenen Substanz in der Probe davon auszugehen sei,
dass sich die Substanz auch im Organismus des Pferdes befunden habe. Behaupte
die für das Pferd verantwortliche Person das Gegenteil, nämlich dass die in der
Probe nachweisbare Substanz tatsächlich gar nicht vom Tier stamme, sondern etwa
- wie dies der Beschwerdeführer vor dem Schiedsgericht behauptete - auf eine
Verunreinigung der Probe zurückzuführen sei, so obliege ihr der Beweis für eine
solche Fremdeinwirkung.
Diese Erwägungen verstossen nicht gegen den Ordre public (Art. 190 Abs. 2 lit.
e IPRG). Der Beschwerdeführer kritisiert vielmehr lediglich in appellatorischer
Weise den Sachentscheid des TAS, was im Rahmen der Schiedsbeschwerde nicht
zulässig ist.

5.2 Entsprechendes gilt für seine Behauptung, die Beschwerdegegnerin habe - mit
Billigung durch das TAS - Art. 7.2 lit. d und e WADA-Code missachtet und sich
mit ihrem Vorgehen im Zusammenhang mit dem Analyseverfahren in offenen
Widerspruch zur Regelung im "FEI Standard for Laboratories" gesetzt, was einen
Verstoss gegen den Grundsatz pacta sunt servanda bedeute.
Der Grundsatz der Vertragstreue ist nur dann verletzt, wenn das Schiedsgericht
zwar die Existenz eines Vertrags bejaht, die daraus sich ergebenden
Konsequenzen jedoch missachtet, oder - umgekehrt - die Existenz eines Vertrags
verneint, jedoch trotzdem eine vertragliche Verpflichtung bejaht (Urteile
4A_256/2009 vom 11. Januar 2010 E. 4.2.2; 4A_176/2008 vom 23. September 2008 E.
5.2; 4A_370/2007 vom 21. Februar 2008 E. 5.5; vgl. auch BGE 120 II 155 E. 6c/cc
S. 171; 116 II 634 E 4b S. 638). Davon kann vorliegend keine Rede sein.

5.3 Der Beschwerdeführer legt dar, es sei eine Verletzung des rechtlichen
Gehörs im Umstand zu erblicken, dass er das Analyseverfahren nicht habe durch
einen eigenen Sachverständigen überwachen lassen dürfen und ihm die
Beschwerdegegnerin auch nicht Einblick in sämtliche Analyseunterlagen gewährt
habe. Dabei verkennt er, dass es beim Beschwerdegrund der Verletzung des
rechtlichen Gehörs nach Art. 190 Abs. 2 lit. d IPRG um die Frage geht, ob das
Schiedsgericht im Rahmen des Schiedsverfahrens zum rechtlichen Gehör zählende
Verfahrensgarantien des Beschwerdeführers verletzt hat. Was der
Beschwerdeführer hingegen kritisiert, ist das Verhalten der Beschwerdegegnerin
sowie die vom TAS vorgenommene materiellrechtliche Beurteilung der Streitfrage,
ob das positive Analyseresultat gemäss den anwendbaren Bestimmungen zum Ablauf
der Laboruntersuchungen sowie den massgebenden Anti-Doping-Regeln auf einen
Regelverstoss schliessen lässt oder nicht (vgl. Urteil 4P.105/2006 vom 4.
August 2006 E. 9). Auf diese Kritik kann nicht eingetreten werden. Eine
Verletzung des rechtlichen Gehörs ist nicht dargetan.

5.4 Die im gleichen Zusammenhang erhobene Rüge der Verletzung des rechtlichen
Gehörs scheitert bereits daran, dass der Beschwerdeführer nicht mit
Aktenhinweisen aufzeigt, welche seiner bereits im Rahmen des Schiedsverfahrens
erhobenen Vorbringen das TAS übergangen haben soll. Abgesehen davon verkennt
der Beschwerdeführer, dass sich aus dem Grundsatz des rechtlichen Gehörs im
Sinne von Art. 190 Abs. 2 lit. d IPRG kein Anspruch auf Begründung des
Entscheids ergibt (BGE 134 III 186 E. 6.1 S. 187 f. mit Hinweisen). Zwar
behauptet er, das TAS habe bereits die sich aus Art. 190 Abs. 2 lit. d IPRG
ergebende Mindestanforderung missachtet, die entscheiderheblichen Probleme zu
prüfen und zu behandeln, er zeigt jedoch nicht hinreichend konkret auf,
inwiefern dies der Fall gewesen sein soll (vgl. BGE 133 III 235 E. 5.2 S. 248).

6.
Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. Bei
diesem Verfahrensausgang wird der Beschwerdeführer kosten- und
entschädigungspflichtig (Art. 66 Abs. 1 und Art. 68 Abs. 2 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 5'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Der Beschwerdeführer hat die Beschwerdegegnerin für das bundesgerichtliche
Verfahren mit Fr. 6'000.-- zu entschädigen.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Tribunal Arbitral du Sport (TAS)
schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 29. Juli 2010

Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Die Präsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Klett Leemann