Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

I. Zivilrechtliche Abteilung, Beschwerde in Zivilsachen 4A.612/2010
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
4A_612/2010

Urteil vom 14. Februar 2011
I. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Klett, Präsidentin,
Bundesrichter Corboz,
Bundesrichterin Rottenberg Liatowitsch,
Gerichtsschreiber Gelzer.

Verfahrensbeteiligte
A.________,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. P. Andri Vital,
Beschwerdeführer,

gegen

X.________,
vertreten durch Rechtsanwalt Hans-Peter Sorg,
Beschwerdegegner,

B.________,
Streitberufener.

Gegenstand
Werkeigentümerhaftung; Verjährung,

Beschwerde gegen das Urteil des Kantonsgerichts von Graubünden, II.
Zivilkammer, vom 15. März 2010.
Sachverhalt:

A.
Am 3. Februar 2002 veranstaltete der Verein X.________ (Beschwerdegegner) im
Rahmen des "White Turf 2002" auf dem gefrorenen St. Moritzer-See das Trabrennen
GP Champagne Nicolas Feuillatte. Die Rennbahn war durch Abschrankungen (Rails)
aus Holzlatten begrenzt, die an ins Eis gebohrten und darin festgefrorenen
Holzpfosten befestigt wurden und damit einen Zaun bildeten. Im Verlauf des
Rennens wurde C.________ mit seinem Schlitten zufolge eines Überholmanövers
anderer Teilnehmer gegen die Innenrails gedrängt. Dabei hängte der Schlitten
(Sulky) mit einer Kufe an einem Pfosten ein und prallte gegen einen weiteren
Pfosten der Abschrankung. C.________ wurde schwer verletzt, und das A.________
(Beschwerdeführer) gehörende Pferd "D.________" erlitt ebenfalls Verletzungen.
Ausserdem wurden das Geschirr und der Schlitten beschädigt. Eine wegen dieses
Vorfalls eingeleitete Strafuntersuchung der Staatsanwaltschaft Graubünden wurde
eingestellt.

B.
Mit Eingabe vom 3. Januar 2007 belangte der Beschwerdeführer den
Beschwerdegegner auf Zahlung von Fr. 100'000.-- nebst 5 % Zins seit dem 3.
Februar 2002. Damit verlangte er Ersatz für Behandlungs- und Pflegekosten für
das Pferd "D.________", dessen Minderwert, entgangene Preisgelder,
Materialschäden und vorprozessuale Anwaltskosten. Zur Begründung brachte der
Beschwerdeführer vor, der Unfall vom 3. Februar 2002 sei auf die
Mangelhaftigkeit der Rennbahnabschrankung zurückzuführen, weshalb der
Beschwerdegegner als Werkeigentümer gemäss Art. 58 OR für die durch den Unfall
hervorgerufenen Schäden ersatzpflichtig sei.

Mit Urteil vom 30. Juni 2009 wies das Bezirksgericht Maloja die Klage ab. Es
bejahte zwar, dass die Abschrankung der Rennbahn ein Werk im Sinne von Art. 58
OR sei, verneinte jedoch einen Werkmangel. Die gegen dieses Urteil vom
Beschwerdeführer eingelegte Berufung wies das Kantonsgericht von Graubünden am
15. März 2010 ab.

C.
Der Beschwerdeführer beantragt dem Bundesgericht mit Beschwerde in Zivilsachen,
das Urteil des Kantonsgerichts aufzuheben und die Streitsache zur
Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.

Der Beschwerdegegner und die Vorinstanz schliessen auf Abweisung der
Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Der Streitberufene verzichtet auf
eine Stellungnahme.

Erwägungen:

1.
1.1 Auf die Beschwerde in Zivilsachen kann grundsätzlich eingetreten werden, da
sie unter Einhaltung der gesetzlichen Frist (Art. 100 Abs. 1 BGG) und Form
(Art. 42 BGG) von der mit ihren Anträgen unterliegenden Partei (Art. 76 Abs. 1
BGG) eingereicht wurde und sich gegen einen von einer letzten kantonalen
Instanz (Art. 75 BGG) gefällten Endentscheid (Art. 90 BGG) mit einem Streitwert
von mindestens Fr. 30'000.-- (Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG) richtet.

1.2 Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die
Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Die Feststellung des
Sachverhaltes kann nur gerügt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig ist
oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht und wenn die
Behebung des Mangels für den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann
(Art. 97 Abs. 1 BGG). "Offensichtlich unrichtig" bedeutet dabei "willkürlich"
(BGE 133 II 249 E. 1.2.2 S. 252). Willkür im Sinne von Art. 9 BV liegt nach
ständiger Rechtsprechung nicht schon dann vor, wenn eine andere Lösung
ebenfalls vertretbar erscheint oder gar vorzuziehen wäre. Das Bundesgericht
hebt einen kantonalen Entscheid nur wegen Willkür auf, wenn er im Ergebnis
unhaltbar ist (BGE 133 I 149 E. 3.1 S. 153 mit Hinweisen). Zudem steht dem
Sachgericht im Bereich der Beweiswürdigung ein erheblicher Ermessensspielraum
zu. Die Beweiswürdigung ist daher nur willkürlich, wenn das Sachgericht sein
Ermessen missbraucht, indem es zum Beispiel offensichtlich unhaltbare Schlüsse
zieht oder erhebliche Beweise übersieht (BGE 129 I 8 E. 2.1. S. 9; 120 Ia 31 E.
4b S. 40, mit Hinweisen). Der Beschwerdeführer, der die
Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz anfechten will, kann sich nicht damit
begnügen, den bestrittenen Feststellungen eigene tatsächliche Behauptungen
gegenüberzustellen oder darzulegen, wie die Beweise seiner Ansicht nach zu
würdigen gewesen wären. Vielmehr hat er klar und substantiiert aufzuzeigen,
inwiefern die gerügten Feststellungen bzw. die Unterlassung von Feststellungen
offensichtlich unrichtig sind oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art.
95 BGG beruhen (BGE 133 II 249 E. 1.4.3 S. 254 f.; 133 III 462 E. 2.4 S. 466
f.).

2.
2.1 Nach Art. 58 Abs. 1 OR haftet der Werkeigentümer für den Schaden, der durch
fehlerhafte Anlage oder Herstellung oder durch mangelhaften Unterhalt des Werks
verursacht wird.

2.2 Vor der Vorinstanz war nicht umstritten, dass die Abschrankung der
Rennstrecke als Werk im Sinne von Art. 58 OR zu qualifizieren ist und der
Beschwerdegegner für allfällige Mängel dieses Werkes als dessen Eigentümer
einzustehen hat. Umstritten war einzig, ob die Anlage mangelbehaftet war.

2.3 Ob ein Werk fehlerhaft angelegt oder mangelhaft unterhalten ist, hängt vom
Zweck ab, den es zu erfüllen hat. Ein Werkmangel liegt vor, wenn das Werk beim
bestimmungsgemässen Gebrauch keine genügende Sicherheit bietet (BGE 130 III 736
E. 1.3 S. 741 f. mit Hinweisen). Als Grundsatz gilt somit, dass das Werk einem
bestimmungswidrigen Gebrauch nicht gewachsen zu sein braucht. Ob ein Werk
mängelfrei ist, bestimmt sich nach objektiven Gesichtspunkten unter
Berücksichtigung dessen, was sich nach der Lebenserfahrung am fraglichen Ort
zutragen kann (BGE 122 III 229 E. 5a/bb S. 235). Aus einer nach erfolgtem
Schadenseintritt gewonnenen Erfahrung darf nicht zwingend auf einen Werkmangel
bzw. eine Verletzung der Sorgfaltspflicht geschlossen werden (vgl. BGE 110 II
456 E. 3a S. 463). Auch erweist sich ein Werk nicht bereits als mangelhaft,
wenn weitere Sicherungsmassnahmen an sich möglich gewesen wären, stellt doch
nicht jede Gefahrenquelle einen Mangel im Sinne von Art. 58 OR dar (BGE 102 II
343 E. 2c S. 340). Vielmehr findet die Sicherungspflicht ihre Schranke in der
Selbstverantwortung. Demnach darf der Werkeigentümer Risiken ausser Acht
lassen, welche von den Benützern des Werks oder von Personen, die mit dem Werk
in Berührung kommen, mit einem Mindestmass an Vorsicht vermieden werden können
(BGE 130 III 736 E. 1.3 S. 741 f. mit Hinweisen). Entsprechend gebietet die
Verkehrssicherungspflicht im Bereich des Skisports, die Pistenbenützer vor
Gefahren zu bewahren, die selbst bei vorsichtigem Fahrverhalten nicht vermieden
werden können. Dies trifft bei nicht ohne weiteres erkennbaren, sich als
eigentliche Fallen erweisenden Gefahren zu (BGE 121 III 358 E. 4a S. 360 f. mit
Hinweisen). Gefahren, die einer Skiabfahrt als solcher eigen sind, muss
hingegen der Skifahrer selber tragen (vgl. BGE 111 IV 15 E. 2 S. 16 f.). Auch
das Fehlverhalten eines Pistenbenützers, der in Verkennung seines Könnens oder
in Missachtung von Signalisationen fährt, stürzt und dabei verunfallt, ist der
Selbstverantwortung zuzurechnen (vgl. BGE 117 IV 415 E. 5a S. 416). Eine
weitere Schranke der Sicherungspflicht bildet die Zumutbarkeit. Zu
berücksichtigen ist, ob die Beseitigung allfälliger Mängel oder das Anbringen
von Sicherheitsvorrichtungen technisch möglich ist und die entsprechenden
Kosten in einem vernünftigen Verhältnis zum Schutzinteresse der Benützer und
dem Zweck des Werks stehen (BGE 130 III 736 E. 1.3 S. 741 f. mit Hinweisen).

2.4 Nach den Feststellungen im angefochtenen Urteil führt der Beschwerdegegner
von Suisse Trot genehmigte Trabrennen durch, die dem Trabrennreglement Suisse
Trot vom 7. Mai 1990 mit nachfolgenden Revisionen unterstehen. Danach sind Bau,
Unterhalt und Pflege der Rennbahn wie auch die Organisation und die
Durchführung der Pferderennen Sache des veranstaltenden Vereins. Jede Rennbahn
muss an jedem Renntag bis spätestens zwei Stunden vor dem ersten Rennen durch
einen Delegierten des Vorstandes von Suisse Trot kontrolliert werden. Der
Delegierte kann Änderungen an der Bahn und den technischen Anlagen verlangen,
wobei die Verantwortung jedoch in jedem Fall beim Rennverein verbleibt (§ 58
Ziff. 3 und § 59 Ziff. 1 des Reglements). Jede Rennbahn muss durch ausreichende
Markierungszeichen unmissverständlich abgegrenzt werden (§ 61 des Reglements).
Für die Abgrenzungen dürfen aber keine Metallstäbe oder Metallstangen verwendet
werden. Dem Reglement entsprechend wurde die Bahn im Hinblick auf das Rennen
vom 3. Februar 2002 überprüft und - nach dem Aufstellen von Pylonen im Bereich
des Eingangs zum Meiereibogen - für regelkonform befunden und der Anlass von
Suisse Trot genehmigt. Nach Auffassung der Vorinstanz dienen das Reglement und
die Kontrollen unter anderem der Gewährleistung der Sicherheit, und sie
berücksichtigen die besonderen Gefahren des Pferderennsports. Dies indiziere,
dass ein abgenommenes und für gut befundenes Werk bei bestimmungsgemässem
Gebrauch hinreichende Sicherheit biete. Eine Verletzung des Trabrennreglements
sei denn auch nicht geltend gemacht worden.

Was die Innenrails anbelangt, stellte die Vorinstanz fest, Holzrails der vom
Beschwerdeführer beanstandeten Art seien seit Jahren sowohl in St. Moritz als
auch in Arosa unfallfrei verwendet worden, ohne dass die Reiter oder Suisse
Trot je Einwände erhoben hätten. Mit Ausnahme eines einzigen der fünf befragten
fachkundigen Zeugen hätten alle die Rails ausdrücklich als sicher betrachtet.
Auf die Meinung des im Strafverfahren beigezogenen Gutachters, welcher die
verwendeten Rails wegen der erkennbaren Gefahr des Einhängens der
Schlittenkufen an den senkrechten Holzpfosten für besonders gefährlich
erachtete, stellte die Vorinstanz nicht ab, weil der Gutachter über keine
konkrete Erfahrung mit derartigen Rails verfüge. Er habe angegeben, es sei ihm
keine Rennbahn mit ähnlicher Abgrenzung bekannt, obschon derartige Rails
erwiesenermassen gebräuchlich seien. Allein aus der Tatsache, dass die Gefahr
des Einhängens bestehe, lasse sich noch kein Werkmangel im Sinne von Art. 58 OR
ableiten.

3.
Der Beschwerdeführer wirft der Vorinstanz in verschiedener Hinsicht eine
willkürliche Sachverhaltsfeststellung vor.
3.1
3.1.1 Im Einzelnen mach der Beschwerdeführer geltend, aus dem Umstand, dass
Holzrails in St. Moritz und Arosa verwendet würden, ergebe sich nicht zwingend,
dass diese Art der Rails allgemein gebräuchlich und bekannt sei. Daraus, dass
nur zwei Bahnen mit derartigen Abschrankungen bekannt seien und der Experte
keine weiteren kenne, hätte die Vorinstanz folgern müssen, dass es eben nur
sehr wenige Bahnen mit derartigen Abschrankungen gebe und diese gerade nicht
allgemein gebräuchlich seien, weshalb sich die vorinstanzliche Beurteilung der
Erfahrung des Experten nicht als zwingend und daher als willkürlich erweise.
3.1.2 Entgegen der Meinung des Beschwerdeführers verstösst es keineswegs gegen
die Gesetze der Logik, von "allgemeiner Gebräuchlichkeit" von Rails zu
sprechen, wenn sich aufgrund der topographischen Gegebenheiten nur wenige Orte
für die Durchführung einer bestimmten Art von Pferderennen eignen, solche an
diesen Orten aber regelmässig seit vielen Jahren stattfinden, und wenn dabei
stets dieselbe Art der Eingrenzung gewählt wird. Ortschaften, an denen
gleichartige Rennen stattfinden, aus Sicherheitsgründen aber keine Holzrails
verwendet werden, bezeichnet der Beschwerdeführer nicht. Willkür zeigt er
insoweit nicht auf. Somit verstiess die Vorinstanz auch nicht gegen das
Willkürverbot, wenn sie auf mangelnde einschlägige Erfahrung des Experten
schloss und sein Gutachten nicht berücksichtigte.
3.2
3.2.1 Mit Bezug auf die vom Beschwerdeführer bevorzugte Art der
Sicherheitsrails in Form von Schwanenhälsen stellte die Vorinstanz fest, diese
seien im Jahr 2002 in St. Moritz getestet worden. Sie hätten sich aber als
ungeeignet erwiesen, weil die damals verwendete Kunststofflegierung bei den im
Engadin herrschenden Temperaturen spröde geworden sei und beim Zusammenstoss
mit Pferden bzw. mit Schlitten gesplittert habe. Zudem hätten auch diese
neuartigen Rails die Gefahr des Einhängens nicht gänzlich beseitigen können. Im
Herbst 2002 habe sich in Maienfeld ein Unfall ereignet, bei dem der Wagen
eingehängt sei, obwohl neuartige Rails verwendet worden seien.
3.2.2 Der Beschwerdeführer hält auch diese Schlussfolgerung für falsch und
bringt vor, Schwanenhälse gebe es schon sehr lange. Neuartig sei nur, dass
diese aus Kunststoff gefertigt würden. Üblicherweise bestünden die
Schwanenhalsabschrankungen aus Eisenrohren. Auch diese könne man ins Eis
einlassen und festfrieren lassen. Damit lasse sich die Unfallgefahr zwar nicht
vollends bannen, das Risiko aber doch erheblich vermindern. Damit verkenne die
Vorinstanz, dass der Beschwerdegegner seine Anlage über Jahrzehnte nicht an
modernere technische Möglichkeiten angepasst habe, obwohl dies möglich und
zumutbar gewesen wäre.
3.2.3 Inwiefern die Unfallfolgen bei einer Abgrenzung der Rennbahn mit
Schwanenhälsen weniger gravierend ausgefallen wären, zeigt der Beschwerdeführer
nicht auf. Zudem lässt er ausser Acht, dass eine Abgrenzung mit Metallstäben
oder Metallstangen reglementarisch verboten ist. Weshalb Eisenstangen nicht
unter dieses Verbot fallen sollen oder weshalb dem Beschwerdegegner hätte
zugemutet werden müssen, das Verbot zu übertreten, legt der Beschwerdeführer
nicht dar. Willkür ist auch diesbezüglich nicht ersichtlich.

3.3 Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, der Fahrer müsse sich darauf
verlassen können, dass die Anlage so gebaut sei, dass ein Einhängen mit den
Kufen an den Rails nicht möglich sei, etwa mit Schwanenhälsen oder mit
Kippstangen, argumentiert er widersprüchlich, räumt er doch an anderer Stelle
selbst ein, dass ein Einhängen auch bei Schwanenhalsrails nicht ausgeschlossen
werden kann. Dass Kipppstangen ein Einhängen verhindert hätten, geht aus dem
angefochtenen Urteil nicht hervor. Vielmehr stellte die Vorinstanz - insoweit
unangefochten - fest, deren Verwendung sei auf Sandbahnen üblich, nicht aber
auf Schneebahnen; diesbezüglich fehlten entsprechende Erfahrungen. Die
Vorinstanz hat mithin im Ergebnis den Nachweis der Überlegenheit von
Kippstangen gegenüber der gewählten Art der Markierung mit sachlich
vertretbaren Gründen und damit willkürfrei verneint.

3.4 Vor diesem Hintergrund vermag der Beschwerdeführer die Feststellung der
Vorinstanz, es seien zum Zeitpunkt des Unfalls keine tauglichen Alternativen zu
den verwendeten Holzpfosten zur Verfügung gestanden, nicht als willkürlich
auszuweisen.

4.
4.1 Die Vorinstanz ging davon aus, entgegen der Meinung des Beschwerdeführers
hätte auch das Aufstellen von Pylonen keinen besseren Schutz geboten. Solche
seien am Renntag zu Sicherheitszwecken eingangs des Meiereibogens aufgestellt
gewesen, von den Teilnehmern aber nicht beachtet und überfahren worden, wie der
bei den Akten befindliche Rennfilm zeige. Sie seien sogar zwischen die
Pferdegespanne geraten und hätten somit ein zusätzliches Gefahrenpotenzial
geborgen. Pylonen würden denn auch vorwiegend bei Wasser oder Löchern auf der
Rennbahn, nicht aber als Abschrankung verwendet. Von der Rennbahn selbst sei
keine die Grundrisiken der Sportart übersteigende Gefahr ausgegangen. Es habe
genügend Platz gehabt, um den erforderlichen Abstand zu den Rails einzuhalten.

4.2 Der Beschwerdeführer ist demgegenüber der Meinung, der Film zeige mit aller
Deutlichkeit, dass die Pylonen durchaus einen wirksamen Schutz vor dem
Einhängen an den Rails abgäben, auch wenn sie im Meiereibogen zu einem anderen
Zweck eingesetzt worden seien.

4.3 Die Rüge ist kaum nachvollziehbar. Inwiefern die kleinen, leichten Pylonen
ein Einhängen eines in voller Fahrt herannahenden Schlittens hätten verhindern
können, ist nicht ersichtlich. Jedenfalls verfiel die Vorinstanz nicht in
Willkür, wenn sie den Pylonen eine erhebliche Schutzwirkung absprach.

5.
5.1 Der Beschwerdeführer vertrat im kantonalen Verfahren die Meinung, würden
Abschrankungen mit Holzpfosten als zulässig angesehen, hätten wenigstens in den
Kurven die Pfosten auch am Boden horizontal mit einem Brett verbunden werden
müssen. Da im Unfalljahr praktisch kein Schnee vorhanden gewesen sei, habe
nicht wie in anderen Jahren eine Schneemade vor die Abschrankungen gehäuft
werden können, um die Gefahr des Einhängens mit der Kufe zu verhindern, was die
Gefährlichkeit der Abschrankungen erhöht habe.

5.2 Die Vorinstanz erkannte indessen auch diesbezüglich keinen Werkmangel. Sie
nahm an, bei Trabrennen, wo keine abgetrennten Bahnen existieren, könne es
immer wieder zu Gefahrensituationen kommen, etwa durch Abdrängen des Gefährts
gegen die Abschrankung oder durch Berührung der Teilnehmer untereinander. Dies
sei den Fahrern bewusst, und der Beschwerdeführer habe selbst ausgeführt,
solche Drängeleien seien an der Tagesordnung. Diese Gefahr des gegenseitigen
Abdrängens der Gespanne und damit eine dem Trabrennsport inhärente Gefahr habe
sich vorliegend verwirklicht. Zudem erachtete die Vorinstanz die vom Experten
zusätzlich erwähnten baulichen Massnahmen zur Verhinderung des Einhängens der
Kufen nicht als tauglich. An den senkrechten Pfosten und unten ans Geläuf
grenzend angebrachte Holzbohlen hätten letztlich eine Kollision mit den
Innenrails nicht zu vermeiden vermocht und möglicherweise eine Zusatzgefahr
geschaffen, weil dadurch keine Ausweichmöglichkeit mehr bestanden hätte.

5.3 Wie der Beschwerdeführer rügt, ist bei dieser Argumentation nicht restlos
nachvollziehbar, weshalb an den Holzpfosten angebrachte und mit dem Boden
verbundene Bretter, gewissermassen als Leitplanken, nicht hätten verhindern
können, dass ein Pfosten zwischen die Kufen eines abgedrängten Gefährts gerät.
Ebenso wenig ist vorstellbar, dass ein abgedrängter Schlitten über die
Abschrankung hinaus ausweichen könnte. Ob allerdings andere Gefahren gedroht
hätten, wenn ein Gefährt mit den Kufen an diese Bretter gestossen wären, und ob
diese Gefahren schwerer, weniger schwer oder etwa gleich zu gewichten wären wie
die aus der unterbliebenen Anbringung von Brettern, kann offen bleiben. Die
Gefahr, abgedrängt zu werden, war den Teilnehmern des Rennens bewusst. Sie
bildete ein dem Trabrennsport inhärentes Risiko, dem die Teilnehmer durch
ausreichenden Abstand zueinander hätten begegnen können und wofür der nötige
Platz zur Verfügung stand, wie nach dem angefochtenen Urteil feststeht. Um
eigentliche Fallen, die sich bei regelkonformem Verhalten der Teilnehmer
öffneten und vor welchen der Werkeigentümer bzw. der Sportveranstalter schützen
muss, kann es sich demnach bei den vom Beschwerdeführer beanstandeten
Abschrankungen nicht handeln, zumal diese seit langem regelmässig verwendet
wurden, ohne dass es zu entsprechenden Problemen gekommen wäre. Wenn die
Vorinstanz bei dieser Sachlage festhielt, von der Rennbahn sei keine die
Sportart übersteigende Gefahr ausgegangen, welcher sich die Teilnehmer nicht
bewusst und in Selbstverantwortung ausgesetzt hätten, ist dies nicht zu
beanstanden. Somit konnte die Vorinstanz bundesrechtskonform annehmen, das Werk
sei nicht mit einem Mangel im Sinne von Art. 58 OR behaftet, auch wenn seine
bauliche Ausgestaltung das Einhängen der Kufen in den Abschrankungspfosten
nicht gänzlich ausschliesst. Eine Haftung des Beschwerdegegners nach Art. 58 OR
kommt daher nicht in Frage.

6.
Aus den dargelegten Gründen ist die Beschwerde abzuweisen. Bei diesem Ausgang
des Verfahrens wird der Beschwerdeführer dafür kosten- und
entschädigungspflichtig.

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 5'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Der Beschwerdeführer hat den Beschwerdegegner für das bundesgerichtliche
Verfahren mit Fr. 6'000.-- zu entschädigen.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien, B.________ und dem Kantonsgericht von
Graubünden, II. Zivilkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 14. Februar 2011

Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Die Präsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Klett Gelzer