Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

I. Zivilrechtliche Abteilung, Beschwerde in Zivilsachen 4A.640/2010
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
4A_640/2010

Urteil vom 18. April 2011
I. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Klett, Präsidentin,
Bundesrichter Corboz, Kolly,
Gerichtsschreiber Leemann.

Verfahrensbeteiligte
A.________,
vertreten durch Rechtsanwälte
Philipp J. Dickenmann und Reto Hunsperger,
Beschwerdeführer,

gegen

1. World Anti-Doping Agency (WADA),
vertreten durch Rechtsanwälte
François Kaiser und Serge Vittoz,
2. Fédération Internationale de Football Association (FIFA),
vertreten durch Rechtsanwalt Christian Jenny,
3. Cyprus Football Association (CFA),
vertreten durch Rechtsanwalt Antonio Rigozzi,
Beschwerdegegnerinnen.

Gegenstand
Internationales Schiedsgericht; Zuständigkeit,

Beschwerde gegen den Schiedsentscheid des Tribunal Arbitral du Sport (TAS) vom
26. Oktober 2010.
Sachverhalt:

A.
A.a A.________ mit Wohnsitz in X.________ (Beschwerdeführer) ist ein
professioneller Fussballtrainer.
Die World Anti-Doping Agency (WADA; Beschwerdegegnerin 1) ist eine Stiftung
schweizerischen Rechts mit Sitz in Lausanne. Ihr Zweck ist der weltweite Kampf
gegen Doping im Sport.
Die Fédération Internationale de Football Association (FIFA; Beschwerdegegnerin
2) ist der internationale Fussballverband mit Sitz in Zürich. Die Cyprus
Football Association (CFA; Beschwerdegegnerin 3) ist der nationale
Fussballverband Zyperns und als solcher Mitglied der FIFA.
A.b Der Beschwerdeführer war im massgeblichen Zeitraum beim zypriotischen
Fussballclub Y.________ tätig, der wiederum der CFA angehört.
Nach den Fussballspielen vom 31. Oktober 2008, 9. November 2008 und 24.
November 2008 wurden verschiedene Spieler der Mannschaft von Y.________ einer
Dopingkontrolle unterzogen. Bei zwei Spielern wurde dabei die auf der Liste der
verbotenen Anabolica verzeichnete Substanz "Oxymesteron" nachgewiesen.
In der Folge leitete die CFA eine Untersuchung hinsichtlich der Hintergründe
der positiv ausgefallenen Dopingtests ein. Der Untersuchungsbeauftragte hielt
in seinem Bericht vom 31. Dezember 2008 unter anderem fest, dass der
Beschwerdeführer als Trainer von Y.________ den elf Spielern jeweils vor dem
Spiel zwei weisse Pillen anbot. Dabei seien die Spieler nicht zur Einnahme
gezwungen worden und einige hätten die vom Beschwerdeführer als
Koffeintabletten bezeichneten Pillen nicht eingenommen.
A.c Gestützt auf diese Untersuchung leitete die CFA ein Disziplinarverfahren
gegen den Beschwerdeführer sowie die beiden positiv getesteten Spieler wegen
Verletzung von Dopingvorschriften ein. Mit Entscheid vom 2. April 2009 sprach
das Judicial Committee der CFA eine zweijährige Sperre gegen den
Beschwerdeführer aus, wirksam ab dem Tag des Entscheids. Das Judicial Committe
erwog, es sei im Hinblick auf die zu verhängende Sanktion die Kooperation des
Beschwerdeführers sowie seine Bereitschaft zu berücksichtigen, zur Aufklärung
des Falls beizutragen. Entsprechend sei die nach den anwendbaren Bestimmungen
des FIFA Disciplinary Code sowie des World Anti-Doping Code an sich vorgesehene
vierjährige Sperre auf zwei Jahre zu reduzieren.
Mit Entscheid vom 24. April 2009 verhängte das Judicial Committee jeweils eine
einjährige Spielsperre gegen die beiden positiv getesteten Spieler, während
gegen die übrigen Spieler kein Disziplinarverfahren eröffnet wurde.

B.
B.a Am 30. März 2009 appellierte die Beschwerdegegnerin 1 beim Tribunal
Arbitral du Sport (TAS) gegen sämtliche Entscheide der CFA im Zusammenhang mit
den beschriebenen Vorkommnissen beim Fussballclub Y.________ (Verfahren CAS
2009/A/ 1817). Da die Beschwerdegegnerin 1 an den Verfahren vor den
Verbandsgremien der CFA nicht beteiligt war und ihr bis dahin keine Entscheide
dieser Instanzen zugestellt worden waren, verlangte sie vor dem TAS zunächst
die Zustellung der entsprechenden Entscheide sowie weiterer Unterlagen.
Nachdem die Beschwerdegegnerin 1 die verlangten Entscheide erhalten hatte,
reichte sie dem TAS am 8. September 2009 ihre Berufungsbegründung ein und
beantragte, es seien die Entscheide des Disciplinary Committe der CFA
aufzuheben und der Beschwerdeführer sei für vier Jahre, die übrigen Spieler,
welche die Pillen eingenommen hätten, für zwei Jahre zu sperren.
Am 5. Mai 2009 appellierte die Beschwerdegegnerin 2 beim TAS gegen den
Entscheid des Disciplinary Committee der CFA vom 2. April 2009, mit dem eine
zweijährige Sperre gegen den Beschwerdeführer verhängt worden war, und
beantragte, dem Beschwerdeführer sei die Ausübung des Trainerberufs für
mindestens vier Jahre zu verbieten (Verfahren CAS 2009/A/1844). Mit
Berufungsbegründung vom 8. September 2009 wiederholte die Beschwerdegegnerin 2
ihre Anträge und bestätigte gleichzeitig als Nebenintervenientin im Verfahren
CAS 2009/A/1817 die von der Beschwerdegegnerin 1 gestellten Anträge.
Das TAS verzichtete in der Folge auf eine formelle Vereinigung der beiden
Verfahren, informierte die Parteien aber, dass beide Verfahren simultan geführt
und von denselben Schiedsrichtern entschieden würden.
B.b Mit Berufungsantwort vom 26. Oktober 2009 bestritt der Beschwerdeführer die
Zuständigkeit des TAS und machte im Übrigen geltend, der Entscheid des Judicial
Committee der CFA vom 2. April 2009 sei in rechtlicher Hinsicht zutreffend.
Seine Unzuständigkeitseinrede begründete der Beschwerdeführer damit, dass der
in den massgebenden Regeln der CFA enthaltene einfache Verweis auf die
FIFA-Statuten nicht ausreiche, weil die CFA in ihren Statuten ein Recht zur
Anfechtung von Entscheiden des Judicial Committee beim TAS nicht ausdrücklich
vorsehe. R47 der Procedural Rules des TAS-Code verlange einen ausdrücklichen
Verweis auf die Zuständigkeit des TAS.
B.c Mit Schiedsentscheid vom 26. Oktober 2010 hiess das TAS die Appellationen
gegen den Entscheid des Judicial Committee der CFA vom 2. April 2009, soweit
den Beschwerdeführer betreffend, gut (Dispositiv-Ziffer 1) und verhängte eine
vierjährige Sperre gegen den Beschwerdeführer, wirksam ab dem 2. April 2009
(Dispositiv-Ziffer 2). Im Weiteren wurde dem Beschwerdeführer eine
Parteientschädigung auferlegt (Dispositiv-Ziffer 7).

C.
Mit Beschwerde in Zivilsachen vom 24. November 2010 beantragt der
Beschwerdeführer dem Bundesgericht im Wesentlichen, es seien Dispositiv-Ziffern
1, 2 und 7 des Schiedsentscheids des TAS vom 26. Oktober 2010 aufzuheben und es
sei mit Bezug auf den Beschwerdeführer die Unzuständigkeit des Schiedsgerichts
festzustellen. Eventualiter seien die Ziffern 1, 2 und 7 des Schiedsentscheids
vom 26. Oktober 2010 aufzuheben und die Streitsache zur Feststellung der
Unzuständigkeit des Schiedsgerichts mit Bezug auf den Beschwerdeführer an das
Schiedsgericht zurückzuweisen. Subeventualiter seien die Ziffern 1, 2 und 7 des
angefochtenen Schiedsentscheids aufzuheben und die Streitsache an das
Schiedsgericht zurückzuweisen.
Die Beschwerdegegnerinnen beantragen die Abweisung der Beschwerde, soweit
darauf eingetreten werden könne. Das TAS schliesst auf Abweisung der
Beschwerde.
Mit Eingabe vom 28. März 2011 reichte der Beschwerdeführer dem Bundesgericht
eine Replikschrift ein.

D.
Mit Verfügung vom 20. Dezember 2010 wies das Bundesgericht das Gesuch der
Beschwerdegegnerin 2 um Sicherstellung einer allfälligen Parteientschädigung
ab.
Mit Verfügung vom 2. Februar 2011 wies das Bundesgericht das Gesuch des
Beschwerdeführers um Gewährung der aufschiebenden Wirkung ab. Am 17. März 2011
wies es ein erneutes Gesuch um Gewährung der aufschiebenden Wirkung ebenfalls
ab.

Erwägungen:

1.
Nach Art. 54 Abs. 1 BGG ergeht der Entscheid des Bundesgerichts in einer
Amtssprache, in der Regel derjenigen des angefochtenen Entscheids. Wurde dieser
Entscheid in einer anderen Sprache abgefasst, bedient sich das Bundesgericht
der von den Parteien verwendeten Amtssprache. Der angefochtene Entscheid ist in
englischer Sprache abgefasst. Da es sich dabei nicht um eine Amtssprache
handelt und sich die Parteien vor Bundesgericht verschiedener Sprachen
bedienen, ergeht der Entscheid des Bundesgerichts praxisgemäss in der Sprache
der Beschwerde.

2.
Im Bereich der internationalen Schiedsgerichtsbarkeit ist die Beschwerde in
Zivilsachen unter den Voraussetzungen der Art. 190-192 IPRG (SR 291) zulässig
(Art. 77 Abs. 1 lit. a BGG).

2.1 Der Sitz des Schiedsgerichts befindet sich vorliegend in Lausanne. Der
Beschwerdeführer sowie die Beschwerdegegnerin 3 hatten im relevanten Zeitpunkt
ihren Sitz ausserhalb der Schweiz. Da die Parteien die Bestimmungen des 12.
Kapitels des IPRG nicht schriftlich ausgeschlossen haben, gelangen diese zur
Anwendung (Art. 176 Abs. 1 und 2 IPRG).

2.2 Die Beschwerde in Zivilsachen im Sinne von Art. 77 Abs. 1 BGG ist
grundsätzlich rein kassatorischer Natur, d.h. sie kann nur zur Aufhebung des
angefochtenen Entscheids führen (vgl. Art. 77 Abs. 2 BGG, der die Anwendbarkeit
von Art. 107 Abs. 2 BGG ausschliesst, soweit dieser dem Bundesgericht erlaubt,
in der Sache selbst zu entscheiden). Soweit der Streit die Zuständigkeit des
Schiedsgerichts betrifft, gilt davon allerdings eine dahingehende Ausnahme,
dass das Bundesgericht selber die Zuständigkeit oder die Unzuständigkeit des
Schiedsgerichts feststellen kann (Urteile 4A_456/2009 vom 3. Mai 2010 E. 2.4;
4A_240/2009 vom 16. Dezember 2009 E. 1.2; je mit Hinweisen; vgl. im Rahmen der
altrechtlichen staatsrechtlichen Beschwerde bereits BGE 127 III 279 E. 1b S.
282; 117 II 94 E. 4 S. 95 f.). Der Hauptantrag des Beschwerdeführers ist
insofern zulässig.

2.3 Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den das
Schiedsgericht festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Es kann die
Sachverhaltsfeststellung des Schiedsgerichts weder berichtigen noch ergänzen,
selbst wenn diese offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung
im Sinne von Art. 95 BGG beruht (vgl. Art. 77 Abs. 2 BGG, der die Anwendbarkeit
von Art. 97 BGG sowie Art. 105 Abs. 2 BGG ausschliesst). Allerdings kann das
Bundesgericht die tatsächlichen Feststellungen des angefochtenen
Schiedsentscheids überprüfen, wenn gegenüber diesen Sachverhaltsfeststellungen
zulässige Rügen im Sinne von Art. 190 Abs. 2 IPRG vorgebracht oder
ausnahmsweise Noven (vgl. Art. 99 Abs. 1 BGG) berücksichtigt werden (BGE 133
III 139 E. 5 S. 141; 129 III 727 E. 5.2.2 S. 733; je mit Hinweisen). Wer sich
auf eine Ausnahme von der Bindung des Bundesgerichts an die tatsächlichen
Feststellungen der Vorinstanz beruft und den Sachverhalt gestützt darauf
berichtigt oder ergänzt wissen will, hat mit Aktenhinweisen darzulegen, dass
entsprechende Sachbehauptungen bereits im vorinstanzlichen Verfahren
prozesskonform aufgestellt worden sind (vgl. BGE 115 II 484 E. 2a S. 486; 111
II 471 E. 1c S. 473; je mit Hinweisen).

3.
Der Beschwerdeführer macht unter Berufung auf Art. 190 Abs. 2 lit. b IPRG
geltend, die Vorinstanz habe sich zu Unrecht für zuständig erklärt.

3.1 Das TAS prüfte seine Zuständigkeit ausgehend von Artikel R47 des TAS-Code,
wonach ein Entscheid eines Sportverbands beim TAS angefochten werden kann,
sofern die Statuten oder Reglemente des Verbands dies vorsehen oder die
Parteien eine besondere Schiedsvereinbarung abgeschlossen haben. Entsprechend
sei zu beurteilen, ob die Statuten und Reglemente der CFA, deren Entscheide
angefochten worden seien, eine Anfechtungsmöglichkeit beim TAS vorsähen.
Das Schiedsgericht berücksichtigte weiter, dass sich die Beschwerdegegnerinnen
1 und 2 hinsichtlich der Zuständigkeitsfrage auf Artikel 62 und 63 der
FIFA-Statuten stützten, die Folgendes vorsehen:
"62 Court of Arbitration for Sports (CAS)
1. FIFA recognises the independent Court of Arbitration for Sport (CAS) with
headquarters in Lausanne (Switzerland) to resolve disputes between FIFA,
Members, Confederations, Leagues, clubs, Players, Officials and licensed match
agents and players' agents.
2. The provisions of the CAS Code of Sports-Related Arbitration shall apply to
the proceedings. CAS shall primarily apply the various regulations of FIFA and,
additionally, Swiss law.
63 Jurisdiction of CAS
1. Appeals against final decisions passed by FIFA's legal bodies and against
decisions passed by Confederations, Members or Leagues shall be lodged with CAS
within 21 days of notification of the decision in question.
2. Recourse may only be made to CAS after all other internal channels have been
exhausted.
3. CAS, however, does not deal with appeals arising from:
(a) violations of the Laws of the Game;
(b) suspensions of up to four matches or up to three months (with the exception
of doping decisions);
(c) decisions against which an appeal to an independent and duly constituted
arbitration tribunal recognised under the rules of an Association or
Confederation may be made.
4. The appeal shall not have a suspensive effect. The appropriate FIFA body or,
alternatively, CAS may order the appeal to have a suspensive effect.
5. FIFA is entitled to appeal to CAS against any internally final and binding
doping-related decision passed by the Confederations, Members or Leagues under
the terms of par. 1 and par. 2 above.
6. The World Anti-Doping Agency (WADA) is entitled to appeal to CAS against any
internally final and binding doping-related decision passed by FIFA, the
Confederations, Members or Leagues under the terms of par. 1 and par. 2 above.
7. Any internally final and binding doping-related decision passed by the
Confederations, Members or Leagues shall be sent immediately to FIFA and WADA
by the body passing that decision. The time allowed for FIFA or WADA to lodge
an appeal begins upon receipt by FIFA or WADA, respectively, of the internally
final and binding decision in an official FIFA language."
Das Schiedsgericht erachtete es als erwiesen, dass sich der Beschwerdeführer
als Trainer des Fussballclubs Y.________ bei der CFA registriert und im Rahmen
dieser Registrierung zugestimmt habe, die Statuten und Reglemente
(einschliesslich der Anti-Doping-Bestimmungen) der CFA einzuhalten.
Es erwog weiter, dass der Beschwerdeführer, für den die Statuten und Reglemente
der CFA verbindlich seien, auch an die Statuten der FIFA gebunden sei, zumal
- die CFA nach Artikel 13.1(d) der FIFA-Statuten dazu verpflichtet sei
sicherzustellen, dass ihre eigenen Mitglieder die Statuten, Reglemente,
Direktiven und Entscheidungen von Organen der FIFA einhalten würden;
- Artikel 11.7 der CFA-Statuten vorsieht, dass die Anti-Doping-Reglemente der
CFA unter anderem mit den Regeln der FIFA übereinstimmen müssten;
- nach Artikel 21 der CFA-Statuten bei unklaren oder fehlenden internen
Bestimmungen der CFA die Regeln der FIFA anwendbar seien;
- Artikel 22.5 der CFA-Statuten bei Streitigkeiten zwischen Mitgliedern der CFA
und ausländischen Rechtssubjekten die Anwendbarkeit der FIFA-Statuten vorsehe.
Entsprechend hielt das Schiedsgericht dafür, Artikel 62 und 63 der
FIFA-Statuten seien für den Beschwerdeführer verbindlich. Soweit nach diesen
Statutenbestimmungen eine Anfechtung beim TAS möglich sei, begründeten diese
eine Zuständigkeit des TAS zur Beurteilung der vorliegenden Streitsache.
Aufgrund des allgemeinen Verweises der CFA-Statuten auf die FIFA-Statuten sei
das TAS zuständig, über die von den Beschwerdegegnerinnen 1 und 2 erhobenen
Berufungen in Übereinstimmung mit Artikel R47 des TAS-Code zu befinden.
3.2
3.2.1 Das Bundesgericht prüft die Zuständigkeitsrüge nach Art. 190 Abs. 2 lit.
b IPRG einschliesslich materieller Vorfragen, von deren Beantwortung die
Zuständigkeit abhängt, in rechtlicher Hinsicht frei. Demgegenüber überprüft es
die tatsächlichen Feststellungen des angefochtenen Schiedsentscheids auch im
Rahmen der Zuständigkeitsrüge nur, wenn gegenüber diesen
Sachverhaltsfeststellungen zulässige Rügen im Sinne von Art. 190 Abs. 2 IPRG
vorgebracht oder ausnahmsweise Noven berücksichtigt werden (BGE 134 III 565 E.
3.1 S. 567; 133 III 139 E. 5 S. 141; 129 III 727 E. 5.2.2 S. 733).

3.2.2 Die Schiedsvereinbarung hat den Anforderungen von Art. 178 IPRG zu
genügen. Das Bundesgericht prüft dabei in Sportangelegenheiten die Vereinbarung
der Parteien darüber, ein Schiedsgericht anzurufen, mit einem gewissen
"Wohlwollen"; dies mit dem Ziel, die rasche Streiterledigung durch
spezialisierte Gerichte zu fördern, die wie das TAS hinreichende Gewähr für
Unabhängigkeit und Unparteilichkeit bieten (BGE 133 III 235 E. 4.3.2.3 S. 244
f. mit Hinweisen). Die Grosszügigkeit, die in diesem Bereich die
bundesgerichtliche Rechtsprechung prägt, zeigt sich namentlich in der
Beurteilung der Wirksamkeit von Schiedsklauseln mittels Verweisungen (Urteil
4A_548/2009 vom 20. Januar 2010 E. 4.1; 4A_460/2008 vom 9. Januar 2009 E. 6.2
mit Hinweisen).
Entsprechend hat das Bundesgericht einen globalen Verweis auf eine in
Verbandsstatuten enthaltene Schiedsklausel verschiedentlich als gültig erachtet
(Urteile 4A_460/2008 vom 9. Januar 2009 E. 6.2; 4P.253/2003 vom 25. März 2004
E. 5.4; 4P.230/2000 vom 7. Februar 2001 E. 2a; 4C.44/1996 vom 31. Oktober 1996
E. 3c; vgl. auch BGE 133 III 235 E. 4.3.2.3 S. 245; 129 III 727 E. 5.3.1 S.
735; je mit Hinweisen). So hat es etwa im Fall eines Fussballspielers, der
Mitglied des nationalen Verbands war, die in den Statuten enthaltene
Bestimmung, wonach die dem Verband angehörenden Sportler die Regeln der FIFA
beachten müssten, als rechtswirksamen Verweis auf die in den FIFA-Statuten
enthaltene Schiedsklausel erachtet (Urteil 4A_460/2008 vom 9. Januar 2009 E.
6.2).
3.3
3.3.1 Der Beschwerdeführer stellt zu Recht nicht in Frage, dass er als
professioneller Fussballtrainer im Rahmen seiner Registrierung bei der CFA
zugestimmt hat, die Statuten und Reglemente der CFA einzuhalten. Er bestreitet
jedoch, dass Artikel 62 und 63 der FIFA-Statuten für ihn gelten.
Der Beschwerdeführer weist zunächst grundsätzlich zutreffend darauf hin, dass
Artikel 13.1(d) der FIFA-Statuten, der die nationalen Fussballverbände
verpflichtet sicherzustellen, dass sich ihre eigenen Mitglieder an die
Statuten, Reglemente, Direktiven und Entscheide der FIFA halten, nicht
unmittelbar gegenüber dem Beschwerdeführer angewendet werden kann, zumal er
selbst nicht Mitglied der FIFA ist. Vielmehr ist erforderlich, dass die
CFA-Statuten, deren Verbindlichkeit der Beschwerdeführer im Rahmen seiner
Registrierung als Fussballtrainer zugestimmt hat, die entsprechende Bestimmung
der FIFA-Statuten direkt oder durch globalen Verweis auf die FIFA-Regeln für
anwendbar erklärt.
Artikel 11.7 der CFA-Statuten sieht vor, dass die Anti-Doping-Regeln der CFA
unter anderem im Einklang mit den Statuten und Reglementen der FIFA stehen
müssen. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers trifft nicht zu, dass es
sich bei diesem Verweis "klarerweise lediglich um einen Verweis auf das
materielle Anti-Doping Recht der FIFA" handle und damit kein Verweis auf die
formellen Bestimmungen von Art. 62 und 63 der FIFA-Statuten beabsichtigt sei,
sondern bloss die Anwendbarkeit des jeweils strengsten Regelwerks
sichergestellt werden soll. Hinweise darauf, dass der Verweis auf bestimmte
Anti-Doping-Regeln beschränkt wäre und die Schiedsklausel in Artikel 62 f. der
FIFA-Statuten davon ausgenommen wäre, sind nicht erkennbar. Die
Beschwerdegegnerin 2 weist zu Recht darauf hin, dass die FIFA-Statuten, auf die
Artikel 11.7 der CFA-Statuten unter anderem verweist, keine materiellen
Anti-Doping-Regeln enthalten, in Artikel 63 Abs. 5 und 6 bei intern
letztinstanzlichen Entscheiden mit Dopingbezug jedoch eigens eine
Anfechtungsmöglichkeit der Beschwerdegegnerinnen 1 und 2 an das TAS vorsehen.
Nicht überzeugend ist angesichts dieser konkreten Bestimmungen, die dem
internationalen Kampf gegen Doping dienen, der Hinweis in der Replik des
Beschwerdeführers, Artikel 24 der Ausführungsbestimmungen zu den FIFA-Statuten
sehe sehr wohl eine materiellrechtliche Dopingbestimmung vor, nach der mit
Bezug auf Art. 2 lit. e der FIFA-Statuten "die FIFA insbesondere, aber nicht
abschliessend alle Massnahmen gegen irreguläre Wettaktivitäten, Doping und
Rassismus" ergreife. Es leuchtet nicht ein, und wird vom Beschwerdeführer auch
nicht näher ausgeführt, inwiefern Artikel 11.7 der CFA-Statuten gerade dem
Verweis auf diese allgemeine Bestimmung dienen soll, die sich unmittelbar an
die FIFA richtet und die generell gehaltene Zweckbestimmung von Art. 2 lit. e
der FIFA-Statuten veranschaulicht.
Nicht zu verkennen ist, dass dem TAS im Rahmen des weltweiten Kampfs gegen
Doping eine immer wichtigere Bedeutung zukommt. So ist eine internationale
Entwicklung hin zur Zuständigkeit des TAS in Dopingangelegenheiten
festzustellen im Hinblick darauf, die Einhaltung internationaler Standards in
diesem Bereich sicherzustellen. Artikel 13.2.1 des Welt-Anti-Doping Code
(WADA-Code) sieht dabei das TAS als Berufungsinstanz für sämtliche Dopingfälle
bei einer Beteiligung internationaler Athleten vor, während nach Artikel 13.2.3
Abs. 2 Satz 2 WADA-Code bei einer Beteiligung nationaler Athleten die WADA
sowie der betroffene internationale Sportverband zur Anfechtung beim TAS
berechtigt sind (vgl. bereits BGE 129 III 445 E. 3.3.3.3 S. 462 sowie Urteil
4A_149/2003 vom 31. Oktober 2003 E. 2.2.2). Diese Entwicklung wird auch durch
den - für den zu beurteilenden Fall im Übrigen nicht einschlägigen - Hinweis in
der Beschwerde auf die Statuten des Schweizerischen Fussballverbands
unterstrichen, nach deren Artikel 64bis Abs. 3 Entscheide der Disziplinarkammer
für Dopingfälle der Swiss Olympic Association beim TAS angefochten werden
können.
Vor diesem Hintergrund verfängt der Einwand nicht, die Zuständigkeit des TAS
für Appellationen gegen Dopingentscheide der CFA sei für den Beschwerdeführer
unmöglich erkennbar gewesen. Dem Schiedsgericht ist keine Rechtsverletzung
vorzuwerfen, wenn es in Artikel 11.7 der CFA-Statuten einen Verweis auf die in
Artikel 63 Abs. 5 und 6 der FIFA-Statuten vorgesehene Zuständigkeit des TAS zur
Beurteilung der Anfechtung letztinstanzlicher Entscheide nationaler
Fussballverbände in Dopingangelegenheiten erblickt hat. Indem mittels Anrufung
des TAS die Einhaltung der internationalen Standards durch die nationalen
Organe sichergestellt werden soll, dient diese unmittelbar dem weltweiten Kampf
gegen Doping im Sport (vgl. Urteil 4A_17/2007 vom 8. Juni 2007 E. 5). Das
Argument des Beschwerdeführers, Artikel 62 f. der FIFA-Statuten seien als
prozessuale Bestimmungen vom Verweis in Artikel 11.7 der CFA-Statuten nicht
mitumfasst, überzeugt daher nicht.
3.3.2 Selbst wenn in Artikel 11.7 der CFA-Statuten kein hinreichend klarer
Verweis auf Artikel 62 f. der FIFA-Statuten zu erblicken wäre, würde Artikel 21
der CFA-Statuten für die Zuständigkeit des TAS sprechen, der vorsieht, dass bei
unklaren oder fehlenden internen Bestimmungen der CFA die Regeln der FIFA
anwendbar sind. In diesem Fall wäre unklar, an welche Instanz der interne
Dopingentscheid der CFA weitergezogen werden könnte, womit Artikel 63 Abs. 5
und 6 der FIFA-Statuten zur Anwendung kämen.
Dem Beschwerdeführer kann nicht gefolgt werden, wenn er vorbringt, es sei bei
fehlendem Hinweis auf eine Anfechtungsmöglichkeit beim TAS von einem
qualifizierten Schweigen auszugehen. Er bringt selber vor, gemäss Artikel 64
der FIFA-Statuten seien die nationalen Verbände verpflichtet, eine Bestimmung
in ihre Statuten und Reglementen aufzunehmen, wonach es ihren Mitgliedern
verboten sei, Streitigkeiten in Fussballbelangen vor nationale Gerichte zu
bringen; stattdessen sollen die nationalen Verbände die Zuständigkeit eines
Schiedsgerichts vorsehen, das entweder das TAS oder ein anderes Schiedsgericht
sein könne. Er hat jedoch weder im Schiedsverfahren noch vor Bundesgericht
aufgezeigt, dass ein Dopingentscheid der CFA nach deren Statuten bei einer
unabhängigen Schiedsinstanz angefochten werden könnte. Unter Berücksichtigung
dieser allgemeinen Verpflichtung der CFA, einen Weiterzug entweder an das TAS
oder ein anderes unabhängiges Schiedsgericht zu ermöglichen, kann entgegen der
in der Beschwerde vertretenen Ansicht nicht von einem qualifizierten Schweigen
in dem Sinne ausgegangen werden, dass Entscheide des Judicial Committee der CFA
weder beim TAS noch bei einem anderen Schiedsgericht angefochten werden
könnten. Gegenteiliges lässt sich auch aus der vom Beschwerdeführer
eingereichten, jedoch kaum begründeten, "Legal Opinion" zum zypriotischen Recht
nicht ableiten, die im Übrigen auf die Rechtslage des konkreten Falls nicht
eingeht.
3.3.3 Der in den Statuten der CFA enthaltene Verweis auf die Anti-Doping-Regeln
der FIFA-Statuten, und damit die in Artikel 63 Abs. 5 und 6 vorgesehene
Zuständigkeit des TAS zur Beurteilung der Anfechtung von Dopingentscheiden
nationaler Fussballverbände durch die Beschwerdegegnerinnen 1 und 2, ist unter
Berücksichtigung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zur Wirksamkeit von
Schiedsklauseln mittels Verweisen im Bereich der Sportgerichtsbarkeit (vgl.
vorn E. 3.2.2) als rechtswirksam zu beurteilen. Genügt bei einem Sportler, der
sich nach Art. 178 Abs. 1 IPRG formgültig den Statuten eines Nationalverbands
unterworfen hat, bereits eine Statutenbestimmung hinsichtlich der allgemeinen
Anwendbarkeit der Regeln des internationalen Sportverbands, die unter anderem
eine Schiedsklausel enthalten (vgl. Urteil 4A_460/2008 vom 9. Januar 2009 E.
6.2), so muss dies erst recht für einen (begrenzten) Verweis auf Teile der
Statuten gelten, die für bestimmte Streitigkeiten - vorliegend Entscheide mit
Dopingbezug - die Zuständigkeit eines Schiedsgerichts vorsehen.
Wenn der Beschwerdeführer in seiner Replik in Bezug auf das Formerfordernis von
Art. 178 Abs. 1 IPRG vorbringt, das TAS habe in seinem Schiedsurteil nirgends
festgestellt, dass er eine schriftliche Erklärung abgegeben hätte, der CFA
beizutreten oder den Statuten der CFA zu unterstehen, so zeigt er damit keine
Verletzung von Zuständigkeitsvorschriften auf. Das Schiedsgericht sah es als
erwiesen an, dass sich der Beschwerdeführer als Trainer des Fussballclubs
Y.________ bei der CFA registriert und im Rahmen dieser Registrierung
zugestimmt habe, die Statuten und Reglemente (einschliesslich der
Anti-Doping-Bestimmungen) der CFA einzuhalten. Zwar trifft es zu, dass der
angefochtene Schiedsentscheid nicht auf die Einzelheiten dieser Registrierung
eingeht. Das Schiedsgericht hatte jedoch keinen Anlass dazu, deren Umstände
weiter abzuklären, nachdem der Beschwerdeführer die mit Einleitung des
Schiedsverfahrens erhobene Behauptung einer förmlichen Bindungserklärung vor
dem TAS nicht in tatsächlicher Hinsicht bestritten hatte, sondern sich
lediglich - wie sich gezeigt hat, zu Unrecht - auf den Standpunkt stellte, der
in den massgebenden Regeln der CFA enthaltene Verweis auf die FIFA-Statuten
reiche nicht aus, sondern es sei ein in den Statuten der CFA ausdrücklich
verankertes Recht zur Anfechtung von Entscheiden des Judicial Committee beim
TAS erforderlich. Angesichts dieser fehlenden Bestreitung ist dem
Schiedsgericht keine Verletzung von Art. 178 Abs. 1 IPRG vorzuwerfen, wenn es
mit der festgestellten Registrierung die erforderliche Schriftform im Ergebnis
als erfüllt erachtete. Soweit der Beschwerdeführer mit seinen Vorbringen in
Abrede stellen wollte, jemals eine schriftliche bzw. durch Text nachweisbare
Erklärung abgegeben zu haben, den Statuten der CFA zu unterstehen, wäre diese
erstmals vor Bundesgericht erhobene Behauptung neu und damit unzulässig (Art.
99 Abs. 1 BGG).
Entsprechendes gilt für das Vorbringen, das Schiedsgericht habe nicht
festgestellt, dass dem Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Unterwerfung unter die
CFA-Statuten die FIFA-Statuten vorgelegen hätten oder dass deren Inhalt ihm zu
diesem Zeitpunkt bekannt gewesen sei.
Die Rüge des Beschwerdeführers, das Formerfordernis von Art. 178 Abs. 1 IPRG
sei nicht erfüllt, erweist sich daher als unbegründet, soweit seine Vorbringen
überhaupt berücksichtigt werden können.

4.
Die Beschwerde erweist sich als unbegründet und ist abzuweisen, soweit darauf
eingetreten werden kann. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend wird der
Beschwerdeführer kosten- und entschädigungspflichtig (Art. 66 Abs. 1 sowie Art.
68 Abs. 2 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 5'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Der Beschwerdeführer hat die Beschwerdegegnerinnen für das bundesgerichtliche
Verfahren mit je 6'000.-- zu entschädigen.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Tribunal Arbitral du Sport (TAS)
schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 18. April 2011

Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Die Präsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Klett Leemann