Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

II. Zivilrechtliche Abteilung, Beschwerde in Zivilsachen 5A.177/2010
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
5A_177/2010

Urteil vom 8. Juni 2010
II. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Hohl, Präsidentin,
Bundesrichterin Escher,
Bundesrichter L. Meyer, Marazzi, von Werdt,
Gerichtsschreiber Zbinden.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
vertreten durch Rechtsanwalt Sven Oliver Dogwiler,
Beschwerdeführerin,

gegen

Y.________,
vertreten durch Rechtsanwalt Thomas Lämmli,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
Ehescheidung,

Beschwerde gegen den Entscheid des Obergerichts des Kantons Schaffhausen vom
22. Januar 2010.

Sachverhalt:

A.
A.a X.________ (geb. 1978) und Y.________ (geb. 1965) heirateten am 11. März
2005. Aus ihrer Ehe ging die Tochter A.________ (geb. 2006) hervor.
A.b Auf Gesuch der Ehefrau nahm der Eheschutzrichter des Bezirksgerichts
B.________ mit Verfügung vom 15. November 2005 davon Vormerk, dass die Parteien
seit 12. August 2005 auf unbestimmte Zeit getrennt leben, und verpflichtete den
Ehemann, an den Unterhalt der Ehefrau sowie des damals noch ungeborenen
gemeinsamen Kindes einen monatlichen Beitrag von insgesamt Fr. 3'000.-- zu
bezahlen, und zwar ab 1. September 2005 bis zur Geburt des Kindes Fr. 3'000.--
für die Ehefrau persönlich, ab Geburt Fr. 1'200.-- für das Kind und Fr.
1'800.-- für die Ehefrau.
A.c Nachdem der Ehemann am 22. Januar 2008 beim Kantonsgericht Schaffhausen
Scheidungsklage erhoben hatte, wurde die Ehe der Parteien mit Urteil vom 16.
Dezember 2008 geschieden, das Kind der elterlichen Sorge der Mutter
unterstellt, ein monatlicher Kinderunterhaltsbeitrag von Fr. 1'200.--
(zuzüglich allfälliger Kinder- oder Ausbildungszulagen) festgelegt und der
Ehefrau eine monatlich im Voraus zahlbare Unterhaltsrente von Fr. 900.-- bis
Ende Januar 2014 zugesprochen. Das Kantonsgericht legte dem Urteil ein
monatliches Netto-Erwerbseinkommen des Ehemannes von Fr. 6'450.-- und der
Ehefrau von Fr. 1'000.-- sowie einen monatlichen Bedarf des Ehemannes von Fr.
4'330.-- und der Ehefrau von Fr. 3'100.-- zugrunde. Ferner merkte das
Kantonsgericht vor, dass die Parteien güterrechtlich auseinandergesetzt seien
und keine gegenseitigen Ansprüche hätten.

B.
Auf Berufung des Ehemannes und Anschlussberufung der Ehefrau bestätigte das
Obergericht des Kantons Schaffhausen am 22. Januar 2010 die Verpflichtung des
Ehemannes zur Leistung monatlicher Kinderunterhaltsbeiträge von Fr. 1'200.--
(zuzüglich allfälliger Kinder- oder Ausbildungszulagen) und verpflichtete ihn
zudem, sich an ausserordentlichen Auslagen für das Kind zur Hälfte zu
beteiligen. Sodann legte es die der Ehefrau bis Ende Januar 2014 zu leistende
Unterhaltsrente auf Fr. 460.-- fest (Berichtigung vom 26. Januar 2010). Diesem
Urteil wurde ein monatliches Netto-Erwerbseinkommen des Ehemannes von Fr.
6'450.-- und der Ehefrau von Fr. 1'000.-- (inkl. Kinderzulagen) sowie ein
monatlicher Bedarf des Ehemannes von Fr. 4'793.-- und der Ehefrau von Fr.
3'250.-- zugrunde gelegt.

C.
Gegen diesen Entscheid hat X.________ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 8.
März 2010 Beschwerde beim Bundesgericht erhoben. Sie beantragt, Y.________
(nachfolgend: Beschwerdegegner) sei zur Leistung monatlicher
Kinderunterhaltsbeiträge von Fr. 1'200.-- ab Rechtskraft des Scheidungsurteils
bis und mit Dezember 2011, hernach von Fr. 1'350.-- bis und mit Dezember 2017,
danach von Fr. 1'500.-- bis zum Abschluss einer ordentlichen Erstausbildung zu
verpflichten. Sodann verlangt sie die Verurteilung des Beschwerdegegners zur
Leistung von persönlichen Unterhaltsbeiträgen von Fr. 2'129.-- ab Rechtskraft
des Scheidungsurteils bis und mit Dezember 2015 und von Fr. 929.-- bis und mit
Dezember 2021. Weiter stellt sie den Antrag, dem Urteil sei ein monatliches
Netto-Erwerbseinkommen des Beschwerdegegners von mindestens Fr. 8'209.-- und
ein eigenes von Fr. 800.-- sowie ein monatlicher Bedarf des Ehemannes von Fr.
4'429.-- und ein eigener von Fr. 4'129.-- zugrunde zu legen. Eventualiter sei
die Sache zu neuer Beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Ferner ersucht
sie um unentgeltliche Rechtspflege für das bundesgerichtliche Verfahren.
Es wurden keine Vernehmlassungen eingeholt.

Erwägungen:

1.
Angefochten sind Fr. 30'000.-- übersteigende vermögensrechtliche Folgen eines
kantonal letztinstanzlichen Ehescheidungsurteils, welches einen Endentscheid
darstellt und gegen das grundsätzlich die Beschwerde in Zivilsachen ergriffen
werden kann (Art. 72 Abs. 1, Art. 74 Abs. 1 lit. b, Art. 75 Abs. 1 und Art. 90
BGG).

2.
2.1 An die kantonalen Sachverhaltsfeststellungen ist das Bundesgericht
grundsätzlich gebunden (Art. 105 Abs. 1 BGG). Diesbezüglich kann einzig
vorgebracht werden, der Sachverhalt sei offensichtlich unrichtig festgestellt
worden (Art. 97 Abs. 1 BGG); hierfür gilt das strenge Rügeprinzip (Art. 106
Abs. 2 BGG; BGE 133 II 249 E. 1.4.2 S. 254). Das bedeutet, dass das
Bundesgericht nur klar und detailliert erhobene und soweit möglich belegte
Rügen prüft, während es auf ungenügend begründete Rügen und rein
appellatorische Kritik am angefochtenen Entscheid nicht eintritt (BGE 130 I 258
E. 1.3 S. 262). Wird die Verletzung des Willkürverbots gerügt, reicht es sodann
nicht aus, die Situation aus eigener Sicht zu schildern und den davon
abweichenden angefochtenen Entscheid als willkürlich zu bezeichnen; vielmehr
ist im Einzelnen darzulegen, inwiefern das kantonale Gericht willkürlich
entschieden haben soll und der angefochtene Entscheid deshalb an einem
qualifizierten und offensichtlichen Mangel leidet (BGE 134 II 244 E. 2.2 S.
246).

2.2 Die Rechtsanwendung überprüft das Bundesgericht im Rahmen behaupteter und
begründeter Verletzungen (Art. 42 Abs. 2 BGG) an sich von Amtes wegen und mit
freier Kognition (Art. 106 Abs. 1 BGG). Für die Unterhaltsfestsetzung gilt es
freilich zu beachten, dass der Richter in verschiedener Hinsicht auf sein
Ermessen verwiesen ist (Art. 4 ZGB; BGE 127 III 136 E. 3a S. 141; Botschaft vom
15. November 1995 über die Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches
[Personenstand, Eheschliessung, Scheidung, Kindes-recht,
Verwandtenunterstützungspflicht, Heimstätten, Vormundschaft und
Ehevermittlung], BBI 1996 I 115 f.) und das Bundesgericht bei der Überprüfung
solcher Entscheide eine gewisse Zurückhaltung übt: Es greift nur ein, wenn die
kantonale Instanz von dem ihr zustehenden Ermessen falschen Gebrauch gemacht
hat, d.h. wenn sie grundlos von in Rechtsprechung und Lehre anerkannten
Grundsätzen abgewichen ist, wenn sie Gesichtspunkte berücksichtigt hat, die
keine Rolle hätten spielen dürfen, oder wenn sie umgekehrt rechtserhebliche
Umstände ausser Acht gelassen hat; aufzuheben und zu korrigieren sind ausserdem
Ermessensentscheide, die sich als im Ergebnis offensichtlich unbillig, als in
stossender Weise ungerecht erweisen (BGE 132 III 97 E. 1 S. 99; 131 III 12 E.
4.2 S. 15; 128 III 161 E. 2c/aa S. 162; 127 III 136 E. 3a S. 141).

3.
Die Beschwerdeführerin wendet sich zunächst gegen die Feststellung des
Einkommens des Beschwerdegegners durch die Vorinstanz.
3.1
Sie macht geltend, es bestünden Indizien für ein höheres Einkommen des
Beschwerdegegners. So sei er seiner im Rahmen des Eheschutzverfahrens
begründeten Verpflichtung zur Leistung von Unterhaltsbeiträgen von monatlich
Fr. 3'000.-- bis und mit März 2008 ausnahmslos nachgekommen. Daher habe er
zusammen mit seinem Bedarf von Fr. 4'793.-- (gemäss Berechnung durch das
Obergericht) bzw. von Fr. 5'209.-- (gemäss der beschwerdegegnerischen
Berechnung) monatliche Ausgaben von Fr. 7'793.-- bzw. von Fr. 8'209.--
bestreiten müssen, was im Widerspruch zum obergerichtlich festgesetzten
Einkommen von Fr. 6'050.-- (exkl. Kinderzulagen) stehe. Namentlich habe er
nicht nachweisen können, für die Erfüllung seiner Unterhaltspflicht Kredite
aufgenommen zu haben. Das Obergericht habe Art. 8 ZGB bzw. das rechtliche Gehör
(Art. 29 Abs. 2 BV) verletzt, indem es sämtliche Editions- und Beweisanträge
betreffend die Einkommensverhältnisse des Beschwerdegegners abgelehnt und zur
Berechnung seines Erwerbseinkommens ausschliesslich auf die eingereichten
Jahresrechnungen 2005-2007 abgestellt habe, welche von ihr bestritten worden
seien.

3.2 Artikel 8 ZGB regelt im Bereich des Bundesprivatrechts die Verteilung der
Beweislast (und somit die Folgen der Beweislosigkeit) und verleiht der
beweisbelasteten Partei das Recht, zu dem ihr obliegenden Beweis
rechtserheblicher Tatsachenbehauptungen zugelassen zu werden (sog.
Beweisführungsanspruch; BGE 126 III 315 E. 4a S. 317), soweit sie im
(kantonalen) Verfahren rechtzeitig und formgerecht entsprechende Beweisanträge
gestellt hat. Indes schreibt Art. 8 ZGB dem Sachgericht nicht vor, wie die
Beweise zu würdigen sind, und schliesst die vorweggenommene Würdigung von
angebotenen Beweisen nicht aus. Dem Gericht bleibt vielmehr unbenommen, von
beantragten Beweiserhebungen abzusehen, weil es sie für untauglich hält, die
behaupteten Tatsachen zu beweisen, oder weil es seine Überzeugung bereits aus
anderen Beweisen gewonnen hat und mit Gewissheit davon ausgeht, weitere
Beweisabnahmen vermöchten diese Überzeugung nicht zu erschüttern (sog.
vorweggenommene Beweiswürdigung; BGE 122 III 219 E. 3c S.223 f.; 118 II 365 E.
1 S.366; 114 II 289 E. 2a S. 290 f., je mit Hinweisen; vgl. auch BGE 128 III
271 E. 2b/aa S. 277). Derart vorweggenommene Beweiswürdigung prüft das
Bundesgericht nur auf Willkür (vgl. BGE 131 I 153 E. 3 S. 157; 114 II 289E. 2
S. 291).
Was das Einkommen des Beschwerdegegners betrifft, rügt die Beschwerdeführerin
denn auch willkürliche Beweiswürdigung sowie unrichtige
Sachverhaltsfeststellung i.S.v. Art. 97 BGG. Sie behauptet, entgegen dem
angefochtenen Entscheid sei von einem monatlichen Einkommen von mindestens Fr.
8'209.-- auszugehen.

3.3 Willkür in der Beweiswürdigung liegt vor, wenn das Gericht Sinn und
Tragweite eines Beweismittels offensichtlich verkannt hat, wenn es ohne
sachlichen Grund ein wichtiges Beweismittel, das für den Entscheid wesentlich
sein könnte, unberücksichtigt gelassen hat oder wenn es auf Grundlage der
festgestellten Tatsachen unhaltbare Schlussfolgerungen getroffen hat (vgl. BGE
129 I 8 E. 2.1 S. 9). Dass von Sachgerichten gezogene Schlüsse nicht mit der
eigenen Darstellung übereinstimmen, belegt keine Willkür (Art. 9 BV; BGE 135
III 513 E. 4.3 S. 522; 116 la 85 E. 2b S. 88).
Über mehrere Seiten führt die Beschwerdeführerin aus, wie die Würdigung der
Jahresrechnungen 2005-2007 ihrer Ansicht nach vorzunehmen gewesen wäre, und
nennt Anhaltspunkte, welche Zweifel an deren Richtigkeit hätten aufkommen
lassen sollen, ohne jedoch darzulegen, weshalb die vorinstanzliche
Beweiswürdigung geradezu willkürlich gewesen sein soll. Auch ihre allgemeinen
Hinweise auf die Äusserungen der späteren Lebenspartnerin des
Beschwerdegegners, mit welchen sie die Glaubwürdigkeit seiner Aussagen in
Zweifel ziehen will, vermögen die Annahme einer willkürlichen Beweiswürdigung
nicht zu begründen. Ebensowenig ist aus ihren Vorbringen ersichtlich, weshalb
der vorinstanzlich festgestellte Sachverhalt offensichtlich unrichtig sein soll
(Art. 97 Abs. 1 BGG), sodass auf diese Rüge nicht einzutreten ist (Art. 106
Abs. 2 BGG; s. oben, E. 2.1).

4.
Sodann rügt die Beschwerdeführerin, der Bedarf des Beschwerdegegners sei tiefer
als von der Vorinstanz angenommen.

4.1 So habe die Vorinstanz unter der Position Kinderbetreuung einen Betrag von
Fr. 300.-- berücksichtigt, obwohl ein solcher weder ausgewiesen sei noch
anfalle; sodann habe sie in aktenwidriger Weise und in Abweichung von der
ersten Instanz die vom Beschwerdegegner behaupteten Krankenkassenkosten von Fr.
332.-- um Fr. 63.70 erhöht.

4.2 Was die Kinderbetreuung betrifft, führte das Obergericht aus, die vom
Beschwerdegegner geltend gemachten Zahlungen für die Haushaltshilfe und die
Betreuung seiner zwei vorehelichen Kinder in der Höhe von Fr. 1'050.-- seien
weder ausreichend substanziiert noch als notwendig zu betrachten. Weiter sei
auch nicht ersichtlich, weshalb die ebenfalls sorgeberechtigte und nicht
arbeitstätige Mutter dieser Kinder deren Erziehung und Betreuung nicht
teilweise übernehmen könnte, weshalb der erstinstanzlich angenommene Betrag von
Fr. 300.-- als angemessen erscheine.

4.3 Die Beschwerdeführerin bestreitet nicht, dass der Beschwerdegegner
gegenüber seinen vorehelichen Kindern Betreuungspflichten hat. Dass diese auch
mit Kosten verbunden sein können, erscheint selbstverständlich. Daher durfte
die Vorinstanz einen Betrag für die Kinderbetreuung in der entsprechenden Höhe
veranschlagen, ohne damit das ihr zustehende Ermessen zu überschreiten (s.
oben, E. 2.2). Dies gilt auch für die Berücksichtigung des zusätzlichen
Betrages von Fr. 63.70, zumal der Bedarf des Beschwerdegegners ohnehin sehr
knapp bemessen worden ist.

5.
Die Beschwerdeführerin bringt ferner vor, die Vorinstanz habe ihren Bedarf zu
tief berechnet.

5.1 Das Obergericht habe zu Unrecht nur ihre tatsächlichen Wohnkosten von Fr.
1'021.-- berücksichtigt. Da sie in der Liegenschaft ihrer Mutter wohne, obwohl
sie mit ihrem 5-jährigen Kind Anspruch auf eine eigene Wohnung habe, schränke
sie sich übermässig ein, zumal auch der Beschwerdegegner für sich Kosten für
eine eigene Wohnung geltend mache. Daher seien ihr hypothetische Wohnkosten von
Fr. 1'500.-- zuzubilligen.

5.2 Indes sind bei der Berechnung des Bedarfs Ausgabenpositionen grundsätzlich
nur dann anzurechnen, wenn die daraus entstehenden Kosten tatsächlich anfallen
(Hausheer/Spycher, Handbuch des Unterhaltsrechts, 1997, S. 79 N. 02.32; zur
Berücksichtigung effektiv anfallender Wohnkosten in der Notbedarfsrechnung vgl.
BGE 129 III 526 E. 2 S. 527, mit Hinweisen). Die Beschwerdeführerin behauptet
nicht, es handle sich um eine vorübergehende Lösung und tut zudem nicht dar,
weshalb ihre konkrete Wohnsituation eine übermässige Einschränkung darstellen
soll. Somit hat das Obergericht auch diesbezüglich von seinem Ermessen keinen
falschen Gebrauch gemacht. Die Rüge erweist sich daher als unbegründet.

6.
Ausserdem rügt die Beschwerdeführerin, das Obergericht habe ihr keinen
angemessenen Betrag für die Altersvorsorge (beziffert auf Fr. 400.--)
angerechnet.

6.1 Diesbezüglich hat das Obergericht ausgeführt, die Beschwerdeführerin habe
ihre Anstellung als Programmiererin vor der Heirat mit dem Beschwerdegegner
aufgegeben, sodass nicht ersichtlich sei, inwiefern sie damit einen
ehebedingten Nachteil erlitten habe. Aufgrund dieses Umstandes hat es die
Anrechenbarkeit eines Betrages für die Äufnung einer Altersvorsorge verneint.

6.2 Die Beschwerdeführerin erörtert, sie habe ihren Beruf im Hinblick auf die
bevorstehende Vermählung und die Aufnahme einer Tätigkeit im Betrieb des
Beschwerdegegners aufgegeben. Sodann macht sie unter Hinweis auf das Urteil
5A_103/2008 vom 5. Mai 2008 geltend, allein aus der Tatsache, dass ein Kind aus
der Ehe hervorgegangen sei, müsse auf eine lebensprägende Ehe geschlossen
werden. Zudem könne sie wegen der Kinderbetreuung keiner regelmässigen und
umfassenden Erwerbstätigkeit nachgehen und damit auch keine Altersvorsorge
äufnen.

6.3 Es trifft zu, dass die Beschwerdeführerin nur dann einen allgemeinen
Anspruch auf Vorsorgeunterhalt stellen kann, wenn von einer lebensprägenden Ehe
ausgegangen werden muss. War die Ehe hingegen nicht lebensprägend, hat sie nur
dann einen Anspruch auf Vorsorgeunterhalt, wenn die fehlende oder ungenügende
eigene Vorsorge als ehebedingter Nachteil zu betrachten ist.

6.4 Die bundesgerichtliche Rechtsprechung zum nachehelichen Unterhalt fusst auf
der Unterscheidung, ob eine Ehe lebensprägend war oder nicht. Bei fehlender
Prägung wird an den vorehelichen Verhältnissen angeknüpft, d.h., die Ehegatten
sind so zu stellen, wie wenn die Ehe nie geschlossen worden wäre (BGE 135 III
158 E. 4.3 S. 160), während die Partner bei der lebensprägenden Ehe Anspruch
auf Fortführung der ehelichen Lebenshaltung haben (BGE 132 III 593 E. 3.2 S.
594 f.). Der Grund hierfür liegt darin, dass das Vertrauen des ansprechenden
Ehegatten auf Fortführung der Ehe und auf den Weiterbestand der bisherigen,
frei vereinbarten Aufgabenteilung objektiv schutzwürdig ist (statt vieler:
Urteil 5C.169/2006 vom 13. September 2006 E. 2.4 in Fampra.ch 2007 S. 146). Für
oder gegen die Annahme einer Lebensprägung spielen verschiedene Vermutungen
eine Rolle: So wird bei einer Kurzehe von weniger als fünf Jahren vermutet,
dass keine Lebensprägung vorliegt, während eine Ehe, die mehr als zehn Jahre
gedauert hat, vermutungsweise lebensprägend war; unabhängig von der Dauer gilt
die Ehe in der Regel als lebensprägend, wenn aus ihr gemeinsame Kinder
hervorgegangen sind (zum Ganzen: BGE 135 III 59 E. 4.1 S. 61). Keine der
erwähnten Vermutungsgrundlagen haben bezüglich der Vermutungsfolge absolute
Gültigkeit; vielmehr handelt es sich um Grundsätze, die auf durchschnittliche
Verhältnisse zugeschnitten sind; das Sachgericht hat sie im Rahmen des ihm
zustehenden Ermessens auf den jeweiligen Einzelfall anzuwenden.
6.5
6.5.1 Angesichts des kurzen Zusammenlebens kann nicht von einer langen Ehedauer
gesprochen werden, wie sie für die Annahme einer lebensprägenden Ehe
erforderlich wäre; vielmehr liegt eine sogenannte Kurzehe vor, weil sich die
massgebliche Zeitspanne von der Eheschliessung an bis zur tatsächlichen
Aufhebung der ehelichen Gemeinschaft bemisst und die Trennungsdauer ausser
Betracht fällt (BGE 127 III 136 E. 2c S. 140; 132 III 598 E. 9.2 S. 600).
6.5.2 Das Kind war im Zeitpunkt der Aufhebung des gemeinsamen Haushaltes noch
nicht geboren. Der angefochtene Entscheid enthält keine Feststellungen, wonach
die Ehegatten bereits vor der Geburt der Tochter vereinbart hätten, dass die
Mutter ihre berufliche Tätigkeit ganz aufgeben und sich ausschliesslich um das
Kind kümmern würde, und die Beschwerdeführerin behauptet nichts Derartiges.
Folglich gibt es hinsichtlich der Erwerbstätigkeit der Beschwerdeführerin keine
Vertrauensbasis, deren Schutz sie in Anspruch nehmen könnte. Sodann behauptet
sie nicht, das Kind bedürfe besonderer Betreuung, welche nur die Mutter
erbringen könne, und es sie an einer Erwerbstätigkeit und entsprechend an der
Möglichkeit hindere, sich selbst zu versorgen.
6.5.3 Insgesamt hat die Vorinstanz den ihr zukommenden Beurteilungsspielraum
(Art. 4 ZGB) jedenfalls nicht überschritten, wenn sie die Ehe als nicht
lebensprägend angesehen hat. Sowohl nach dem Kriterium "Dauer der Ehe" (Art.
125 Abs. 2 Ziff. 2 ZGB) als auch nach demjenigen der "noch zu leistenden
Betreuung der Kinder" (Art. 125 Abs: 2 Ziff. 6 ZGB) bemisst sich der gebührende
Unterhalt somit an den vorehelichen Verhältnissen der Unterhaltsberechtigten.

6.6 Nach dem Gesagten kann die Beschwerdeführerin nur dann einen Anspruch auf
einen Beitrag an ihre Altersvorsorge stellen, wenn die heutigen Ausfälle
ehebedingt sind. Wie bereits erwähnt, begründet die Beschwerdeführerin ihren
Anspruch auf eine gebührende Altersvorsorge ausschliesslich mit dem gemeinsamen
Kind (E. 6.2) und der daraus abzuleitenden Lebensprägung der Ehe. Indem sie
behauptet, sie habe ihren Beruf im Hinblick auf die bevorstehende Vermählung
und ihrer Tätigkeit im Betrieb des Beschwerdegegners aufgegeben, widerspricht
sie zwar der tatsächlichen Feststellung der Vorinstanz, wonach sie ihren Beruf
vor der Heirat aufgegeben habe und damit nicht ersichtlich sei, inwiefern sie
einen ehebedingten Nachteil erlitten haben könnte. Sie sagt aber auch
gleichzeitig, dass sie nicht auf eine Erwerbstätigkeit als solche verzichten
wollte. Folglich ist in der Schlussfolgerung der Vorinstanz, wonach die
Beschwerdeführerin mit Bezug auf die Altersvorsorge keinen ehebedingten
Nachteil erleide, keine Bundesrechtsverletzung zu erkennen.

7.
Weiter macht die Beschwerdeführerin geltend, ihr sei ein zu hohes Einkommen
angerechnet worden. So sei dieses zunächst entsprechend dem erstinstanzlichen
Entscheid auf Fr. 800.-- beziffert, an anderer Stelle dann aber auf Fr.
1'000.-- erhöht worden. Eine allfällige Hinzurechnung von Kinderzulagen in der
Höhe von Fr. 200.-- sei nicht statthaft, da Selbstständigerwerbende im Kanton
Zürich keinen Anspruch auf Kinderzulagen hätten.
Mit diesem Einwand verkennt die Beschwerdeführerin, dass das Obergericht
offensichtlich gestützt auf den erstinstanzlichen Entscheid davon ausgegangen
ist, der Beschwerdegegner sei nach den Art. 23 ff. des Schaffhauser Gesetzes
vom 22. September 2008 über Familien- und Sozialzulagen (FSG; SHR 836.100)
berechtigt, monatliche Kinderzulagen von Fr. 200.-- zu beziehen. Mit dieser
Argumentation setzt sich die Beschwerdeführerin nicht auseinander, sodass sich
ihre Rüge als ungenügend begründet erweist und darauf nicht eingetreten werden
kann (Art. 42 Abs. 2 BGG).

8.
Ferner wendet sich die Beschwerdeführerin, gegen die zeitliche Beschränkung der
Unterhaltspflicht und bringt vor, ihr könne aufgrund der Kinderbetreuung bis
Ende 2015 lediglich eine Erwerbstätigkeit im bisherigen Umfang, somit zu einem
Einkommen von Fr. 800.-- und ab 2016 bis Ende 2021 eine solche zu einem Pensum
von 50% und einem Einkommen von Fr. 2'000.-- zugemutet werden.

8.1 Im kantonalen Verfahren machte die Beschwerdeführerin lediglich einen
Unterhaltsanspruch bis und mit Januar 2016 geltend, sodass ihr in zeitlicher
Hinsicht darüber hinausgehendes Begehren neu und damit unzulässig ist (Art. 99
Abs. 2 BGG).

8.2 Damit steht nur noch eine Verlängerung der Unterhaltspflicht bis Januar
2016 zur Diskussion.
8.2.1 Die Beschwerdeführerin leitet Ihre Forderung auf Leistung des
nachehelichen Unterhalts über den vorinstanzlich festgelegten Zeitraum hinaus
allein aus dem Alter des Kindes ab; praxisgemäss sei sie bis zum Erreichen des
10. Altersjahres der Tochter nur im bisherigen Umfang gehalten, einer
Erwerbstätigkeit nachzugehen und danach nur zu 50%.
8.2.2 Selbst die hier nicht gegebene lebensprägende Ehe führt nicht automatisch
zu Scheidungsalimenten: Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung geniesst
der Grundsatz der Eigenversorgung gegenüber dem Unterhaltsanspruch unabhängig
davon, ob die Ehe lebensprägend war oder nicht, Vorrang, was sich direkt aus
Art. 125 Abs. 1 ZGB ergibt; nur dann und insoweit hat ein Ehegatte gegenüber
dem anderen einen Anspruch auf Scheidungsalimente, als er seinen gebührenden
Unterhalt nicht aus eigener Kraft zu decken vermag und der andere Teil
leistungsfähig ist (BGE 134 III 145 E. 4 S. 146). Die Eigenversorgungskapazität
kann insbesondere durch die Kinderbetreuung ganz oder teilweise eingeschränkt
sein. Als Richtlinie gilt, dass dem betreuenden Elternteil die (Wieder-)
Aufnahme einer Erwerbsarbeit im Umfang von 50% zumutbar ist, sobald das jüngste
Kind 10-jährig ist; erreicht es das 16. Altersjahr, erfolgt eine Aufstockung
der Erwerbstätigkeit auf 100% (BGE 115 II 6 E. 3c S. 10; Rechtsprechung
bestätigt im Urteil 5A_210/2008 vom 14. November 2008 E. 3.2, nicht publ. in
BGE 135 III 158). Ferner schliesst die Formulierung "das jüngste Kind" auch
Einkinderfamilien ein (so explizit Urteil 5A_100/2007 vom 4. Juli 2007 E. 4).
Das Bundesgericht hat die zitierten Richtlinien denn auch in anderen Fällen
stets auf solche Verhältnisse angewandt (z.B. 5A_203/2006 vom 16. Januar 2007
E. 3.2). Richtlinien stellen jedoch definitionsgemäss keine starren Regeln dar;
vielmehr sind sie auf durchschnittliche Verhältnisse zugeschnitten und müssen
vor einer jeden Einzelfallbetrachtung standhalten (z.B. Urteil 5A_100/2007 vom
4. Juli 2007 E. 4). So ist etwa eine darüber hinausgehende Erwerbsarbeit
zumutbar, wenn sie bereits während des ehelichen Zusammenlebens ausgeübt worden
ist oder das Kind fremd platziert ist und deshalb den Inhaber der elterlichen
Sorge bzw. der Obhut nicht an einer Erwerbsarbeit hindert. Umgekehrt kann eine
Erwerbsarbeit auch länger unzumutbar bleiben, etwa bei einem behinderten Kind
oder wenn zahlreiche Kinder zu betreuen sind (Urteil 5A_100/2007 vom 4. Juli
2007 E. 4). Der Sachrichter hat deshalb die Richtlinien in pflichtgemässer
Ausübung seines weiten Ermessens in Unterhaltsfragen (Art. 4 ZGB; BGE 134 III
577 E. 4 S. 580) und mit Augenmass anzuwenden.
8.2.3 Die Tochter wird im Januar 2014 das 8. Altersjahr erreicht haben und
damit im schulpflichtigen Alter sein. Die Beschwerdeführerin tut nicht dar,
weshalb es ihr nicht möglich sein sollte, ihre bereits ausgeübte berufliche
Tätigkeit als Reitlehrerin während der Schulzeit des Kindes auszubauen und
damit ein Einkommen zu erzielen, welches den auf sie persönlich entfallenden
Anteil ihres Notbedarfs deckt. Insgesamt hat die Vorinstanz das ihr zustehende
Ermessen nicht überschritten, und die diesbezügliche Rüge erweist sich als
unbegründet.

9.
Schliesslich beantragt die Beschwerdeführerin eine gestaffelte Erhöhung des
Kinderunterhalts, und zwar jeweils um Fr. 150.-- ab Januar 2012 und 2018. Sie
bezieht sich auf die Richtlinien für die Berechnung des betreibungsrechtlichen
Existenzminimums (Notbedarf) vom 1. Juli 2009 und macht geltend, der
Grundbetrag für ein Kind erhöhe sich ab dessen 10. Altersjahr von Fr. 400.--
auf Fr. 600.--. Eine Begründung, weshalb der Kinderunterhalt auch ab dem 16.
Altersjahr steigen soll, liefert die Beschwerdeführerin hingegen nicht.
In welcher Höhe und wie lange Unterhaltsbeiträge zu zahlen sind, ist eine
Ermessensfrage, die nach Recht und Billigkeit zu beantworten ist (vgl. Art. 4
ZGB; BGE 127 III 136 E. 3a S. 141; vgl. auch E. 2.2).
Das Obergericht hat seiner Berechnung des Bedarfs des Kindes nicht die
SchKG-Richtlinien, sondern die Zürcher Empfehlungen zur Bemessung von
Unterhaltsbeiträgen für Kinder zugrunde gelegt, welche ohnehin von einem
höheren Gesamtbedarf ausgehen und für den fraglichen Zeitpunkt keine Erhöhung
vorsehen, sodass die Beschwerdeführerin nichts zu ihren Gunsten ableiten kann.
Diese Rüge erweist sich somit als unbegründet.
Soweit die Beschwerdeführerin eine Staffelung des Kinderunterhalts verlangt,
weil sie erst ab Januar 2016 einer Erwerbstätigkeit im Umfang von 50% nachgehen
werde und ab diesem Zeitpunkt zusätzliche Fremdbetreuungskosten anfallen
werden, stösst die Rüge ins Leere, denn die angeblichen Zusatzkosten sind weder
substanziiert noch zu erwarten (s. E. 8.2.3).

10.
Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen, soweit
darauf eingetreten werden kann. Sie muss als von Anfang an aussichtslos
bezeichnet werden, weshalb es an den materiellen Voraussetzungen für die
unentgeltliche Rechtspflege fehlt (Art. 64 Abs. 1 BGG). Folglich ist das
betreffende Gesuch abzuweisen, und die Gerichtskosten sind entsprechend dem
Verfahrensausgang der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Dem
Beschwerdegegner ist kein entschädigungspflichtiger Aufwand entstanden.

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 2'000.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Schaffhausen
schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 8. Juni 2010
Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Die Präsidentin: Der Gerichtsschreiber:

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