Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

II. Zivilrechtliche Abteilung, Beschwerde in Zivilsachen 5A.340/2010
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
5A_340/2010

Urteil vom 19. Oktober 2010
II. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Hohl, Präsidentin,
Bundesrichterin Escher, Bundesrichter L. Meyer,
Bundesrichter Marazzi, Bundesrichter von Werdt,
Gerichtsschreiber Levante.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
vertreten durch Rechtsanwälte Dr. Ernst Inderbitzin und Dr. Roman Bruhin,
Beschwerdeführer,

gegen

Y.________,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Marco Toller,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
Aufnahme eines Güterverzeichnisses,

Beschwerde gegen den Entscheid des Bezirksgerichtspräsidiums Plessur vom 10.
März 2010.

Sachverhalt:

A.
A.a X.________ und Y.________ erwarben im Jahr 2005 aus der Nachlassmasse der
Firma A.________ die B.________ AG und dazu gehörende Gesellschaften.
A.b In der Folge gerieten X.________ und Y.________ in einen Konflikt, den sie
mit einem zwischen 16 beteiligten Parteien geschlossenen "Entflechtungsvertrag"
vom 12. Juni 2008 zu lösen suchten. Darin wurde u.a. vereinbart, dass
X.________ rückwirkend per 31. Dezember 2007 seine 245 Namenaktien der
C.________ AG für Fr. 60 Mio. an Y.________ verkauft, wobei der Kaufpreis durch
Verrechnung mit Gegenforderungen sowie der Einräumung eines novierenden
Darlehens über Fr. 45'509'490.-- zu tilgen ist, bestehend aus einer
Akontozahlung von Fr. 2 Mio. und einem Restdarlehen von Fr. 43'509'490.--. Als
Sicherheiten sollten X.________ zwei Schuldbriefe über je Fr. 20 Mio. auf
Liegenschaften der D.________ AG als Drittpfandgeberin sowie E.________
zustehen.
A.c Die Akontozahlung wurde von Y.________ am 15. Juli 2008 ausgeführt. Für die
Darlehensforderung leitete X.________ gegen Y.________ die Betreibung ein,
worauf der Betreibungsschuldner Rechtsvorschlag erhob. Mit Urteil 5A_400/2009
des Bundesgerichts vom 12. November 2009 wurde in dieser Betreibung (Nr. 1,
Betreibungsamt Chur) für Fr. 43'509'409.-- nebst Zins zu 6% seit dem 12. Juni
2008 die provisorische Rechtsöffnung erteilt.

B.
Am 10. Februar 2010 beantragte X.________ beim Bezirksgerichtspräsidium Plessur
gestützt auf Art. 83 Abs. 1 SchKG die Aufnahme eines Güterverzeichnisses nach
Massgabe von Art. 162 SchKG. Mit Entscheid vom 10. März 2010 wies das
Bezirksgerichtspräsidium das Gesuch ab.

C.
Mit Eingabe vom 30. April 2010 führt X.________ Beschwerde in Zivilsachen. Der
Beschwerdeführer verlangt, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und
gegenüber Y.________ die Aufnahme eines Güterverzeichnisses anzuordnen;
eventuell sei die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen.
Es sind keine Vernehmlassungen eingeholt worden.

Erwägungen:

1.
1.1 Angefochten ist ein Entscheid des Konkursgerichts über die Anordnung eines
Güterverzeichnisses nach Art. 162 SchKG. Entscheide des Konkursgerichts
unterliegen der Beschwerde in Zivilsachen (Art. 72 Abs. 2 lit. a BGG), ohne an
einen Streitwert gebunden zu sein (Art. 74 Abs. 2 lit. d BGG). Der angefochtene
Entscheid bzw. die Verweigerung des Güterverzeichnisses ist
verfahrensabschliessend (Art. 90 BGG). Die fristgerecht erhobene Beschwerde
(Art. 100 Abs. 1 BGG) ist grundsätzlich zulässig.

1.2 Der angefochtene Entscheid wurde vom Bezirksgerichtspräsidium erlassen. Die
kantonale Anschlussgesetzgebung zum SchKG sieht gegen Summarentscheide, welche
der Bezirksgerichtspräsident in Anwendung von u.a. Art. 162 SchKG trifft,
keinen Weiterzug an das Kantonsgericht vor (vgl. Art. 15 Abs. 1 Ziff. 6, Art.
17 Abs. 1 Ziff. 2-4 GVVSchKG/GR). Dies wird übrigens mit der (vom
Beschwerdeführer und Bezirksgericht am 21. bzw. 28. Mai 2010 eingereichten)
Nichteintretensverfügung des Kantonsgerichts von Graubünden vom 12. Mai 2010
bestätigt. Dass der hier angefochtene Entscheid nicht vom oberen kantonalen
Gericht ausgeht, ändert an der Zulässigkeit der Beschwerde in Zivilsachen
nichts, da die Frist zur Anpassung des kantonalen Rechts an die schweizerische
Zivilprozessordnung noch nicht abgelaufen ist (Art. 75 Abs. 2, Art. 130 Abs. 2
BGG).

1.3 Die Anordnung des Güterverzeichnisses durch das Konkursgericht gemäss Art.
162 SchKG ist, ähnlich wie der Arrestbefehl (Art. 274 SchKG), eine blosse
Sicherungsmassnahme zum Schutz der Gläubigerrechte (Amonn/Walther, Grundriss
des Schuldbetreibungs- und Konkursrechts, 8. Aufl. 2008, § 36 Rz 11 ff.). Die
Massnahme beschränkt sich auf eine Kontrolle der Aktiven für den Fall des
Konkursausbruchs (BGE 46 III 105 E. 1 S. 106; FRITZSCHE/WALDER,
Schuldbetreibung und Konkurs, Bd. II, 1993, § 36 Rz 9; Gilliéron, Poursuite
pour dettes, faillite et concordat, 4. Aufl. 2005, Rz 1441). Die Anordnung des
Güterverzeichnisses durch das Konkursgericht stellt damit - wie der
Arrestbefehl (BGE 133 III 589 E. 1 S. 590) - eine vorsorgliche Massnahme im
Sinne von Art. 98 BGG dar (PHILIPPIN, La nouvelle loi sur le Tribunal fédéral -
Effets sur le droit des poursuites et faillites, JdT 2007 II S. 153; Diggelmann
/Müller, Kurzkommentar SchKG, 2009, N. 8 zu Art. 163).

1.4 Mit der vorliegenden Beschwerde kann nur die Verletzung verfassungsmässiger
Rechte gerügt werden, wobei die Rüge in der Beschwerdeschrift vorzubringen und
zu begründen ist (Art. 106 Abs. 2 BGG); es gilt das Rügeprinzip (BGE 133 III
589 E. 2 S. 591). Wird die Verletzung des Willkürverbots (Art. 9 BV) in der
Rechtsanwendung gerügt, reicht es nicht aus, die Rechtslage aus Sicht des
Beschwerdeführers darzulegen und den davon abweichenden angefochtenen Entscheid
als willkürlich zu bezeichnen; vielmehr ist im Einzelnen darzulegen, inwiefern
das kantonale Gericht willkürlich entschieden haben soll und der angefochtene
Entscheid deshalb an einem qualifizierten und offensichtlichen Mangel leidet
(BGE 117 Ia 10 E. 4b S. 11 f.). Wird eine willkürliche Sachverhaltsfeststellung
gerügt, ist neben der Erheblichkeit der gerügten Tatsachenfeststellung für den
Ausgang des Verfahrens klar und detailliert darzutun, inwiefern diese
offensichtlich unhaltbar sein soll, d.h. mit der tatsächlichen Situation in
klarem Widerspruch stehe, auf einem offenkundigen Versehen beruhe oder sich
sachlich in keiner Weise rechtfertigen lasse (BGE 133 III 393 E. 7.1 S. 398 mit
Hinweisen).

2.
Das Bezirksgerichtspräsidium hat erwogen, dass der Beschwerdeführer
grundsätzlich berechtigt sei, nach Massgabe von Art. 162 SchKG die Aufnahme
eines Güterverzeichnisses zu verlangen, zumal ihm in der Betreibung gegen den
Beschwerdegegner die provisorische Rechtsöffnung erteilt worden sei und dieser
als Inhaber einer Einzelfirma der Konkursbetreibung unterliege. Es hat weiter
geprüft, ob die Anordnung zur Sicherung des Schuldnervermögens wegen Gefährdung
des Gläubigerinteresses als geboten erscheint.

2.1 Die Vorinstanz hat dabei festgestellt, dass dem Beschwerdeführer zur
Sicherung der Betreibungsforderung zwei Schuldbriefe als Pfand überlassen
wurden, welchen ein Wert von insgesamt Fr. 40 Mio. zuzubilligen sei. Sodann sei
der Beschwerdeführer berechtigt, die sich in seinem Besitz befindlichen Aktien
der F.________ AG zu retinieren, wobei diesen Aktien ein Wert von Fr. 33'000.--
beizumessen sei.

2.2 Den verbleibenden Betrag der Betreibungsforderung (Fr. 3'476'490.--) könne
sich der Beschwerdegegner über die D.________ AG durch ein Darlehen in der
erforderlichen Höhe beschaffen. Sodann bestünden keine hinreichenden
Anhaltspunkte, dass der Beschwerdegegner mit Vermögenstransaktionen (vom 14.
Dezember 2009) die Befriedigung der Betreibungsforderung zu vereiteln versuche.

2.3 Die Hinweise des Beschwerdeführers auf Strafverfahren vermöchten ebenfalls
kein hinreichendes Sicherungsbedürfnis begründen. Das Gleiche gelte für den
Hinweis, wonach der Beschwerdegegner durch verschiedene Umstrukturierungen
gegen ein im Fürstentum Liechtenstein erlassenes Verfügungsverbot verstossen
habe. Das Bezirksgerichtspräsidium hat keinen hinreichenden Grund zur Anordnung
eines Güterverzeichnisses erblickt.

3.
Anlass zur vorliegenden Beschwerde gibt die Verweigerung der Aufnahme eines
Güterverzeichnisses nach Art. 83 Abs. 1 i.V.m. Art. 162 SchKG durch die
Vorinstanz. Es ist zu Recht unbestritten, dass die Anordnung des
Güterverzeichnisses das Vorliegen von Tatsachen voraussetzt, welche die
Sicherung des Schuldnervermögens wegen Gefährdung des Gläubigerinteresses als
"geboten erscheinen lassen" (BGE 82 III 145 E. 2 S. 148), so z.B. wenn
Anzeichen vorliegen, dass der Schuldner beabsichtigt, zu fliehen oder
umzuziehen, oder dass er Vermögensbestandteile verheimlicht, beiseite schafft,
vermindert oder verschleudert (AMONN/WALTHER, a.a.O., § 36 Rz 14). Der
Beschwerdeführer wirft der Vorinstanz vor, bei der Prüfung des
Sicherungsbedürfnisses gegen das Willkürverbot (Art. 9 BV) verstossen zu haben.

3.1 Der Beschwerdeführer beruft sich an verschiedener Stelle auf den Umstand,
dass der Beschwerdegegner an der Hauptverhandlung davon abgesehen habe, das
vorhandene Organigramm über die gegenwärtige Gruppenstruktur seiner
Gesellschaften einzureichen.
3.1.1 Der Beschwerdegegner hat nach den kantonalen Akten an der
Hauptverhandlung vorgebracht, "gemäss Gruppenstruktur per 5.3.2010 halte [er]
100 % der Aktien der G.________, welche ihrerseits direkt und über die
H.________ AG 100 % der F.________-Aktien halte". Für diese Tatsachenbehauptung
hat er sich auf das Dokument "Gruppenstruktur Stand 5.3.2010" berufen, aber
davon abgesehen, dieses einzulegen. Die Vorinstanz ist bei der Prüfung der
Frage, ob der Beschwerdeführer berechtigt sei, die sich in seinem Besitz
befindlichen Aktien der F.________ AG zu retinieren, davon ausgegangen, dass
die dem Beschwerdegegner gehörende G.________ seit kurzem 100 % der Aktien der
F.________ AG halte. Dass diese Tatsache unhaltbar sei, weil sie nicht auf
andere Weise (als aufgrund des Dokumentes "Gruppenstruktur Stand 5.3.2010")
festgestellt habe werden können, behauptet der Beschwerdeführer nicht.
3.1.2 Der Beschwerdeführer leitet aus der Nichteinreichung des betreffenden
Dokumentes vielmehr ab, dass damit die Umstrukturierung "offensichtlich
unglaubwürdig und nicht plausibel" und daher eine Aushöhlung der zu seinem
Vermögen gehörenden Gesellschaften angenommen werden müsse. Damit übergeht er
jedoch, dass der Gläubiger - wie die Vorinstanz zu Recht festgehalten hat - die
Voraussetzungen zur Anordnung eines Güterverzeichnisses glaubhaft zu machen hat
(GILLIÉRON, Commentaire de la loi fédérale sur la poursuite pour dettes et la
faillite, Bd. III, 2003, N. 14 zu Art. 162). Der Beschwerdegegner ist in diesem
Verfahren (Art. 162 SchKG) nicht verpflichtet, Auskunft über seine
Vermögensverhältnisse zu geben. Die Mitwirkungspflichten des Schuldners
entfalten sich erst nach allfälliger Anordnung des Güterverzeichnisses, bzw.
beim Vollzug durch das Betreibungsamt (Art. 163 Abs. 2 SchKG). Die blossen
Ausführungen des Beschwerdeführers, die Vorinstanz habe zu Unrecht übergangen,
dass sich der Beschwerdegegner "geweigert habe, die tatsächliche gegenwärtige
Gruppenstruktur offenzulegen", sind unbehelflich.

3.2 Eine erste Sachverhaltsrüge steht im Zusammenhang mit der Frage, ob sich
der Beschwerdegegner die fraglichen Mittel (zur Befriedigung der Forderung) bei
der D.________ AG beschaffen könne. Die Vorinstanz hat festgestellt, mit
Schreiben vom 8. März 2010 habe die Bank K.________ AG bestätigt, dass "die
D.________ AG jederzeit über freie Mittel in der Höhe von CHF 50 Mio. verfügen
könne". Der Beschwerdeführer macht geltend, aus dem Wortlaut dieses Schreibens
gehe lediglich hervor, dass die Bestätigung "ausschliesslich die aktuelle
Situation per heutiges Datum" wiedergebe und ohne Verpflichtung der Bank
erfolge. Daraus ergebe sich, dass die Bestätigung nicht "jederzeit" gelte. Es
trifft zu, dass die Bank im Schreiben nicht davon spricht, die D.________ AG
könne "jederzeit" über Fr. 50 Mio. verfügen, sondern damit die aktuelle
Situation per 8. März 2010 wiedergegeben wird. Allerdings ist nicht
ersichtlich, inwiefern die Bestätigung, die D.________ AG könne "am 8. März
2010" über freie Mittel von Fr. 50 Mio. verfügen, den Schluss der Vorinstanz,
dass die D.________ AG mit überwiegender Wahrscheinlichkeit im betreffenden
Umfang zahlungsfähig sei, mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch
erscheinen lässt. Sodann legt der Beschwerdeführer nicht dar, inwiefern das
Ergebnis der Vorinstanz, dass der Beschwerdegegner sich bei der D.________ AG
ein Darlehen in der Höhe von Fr. 3'476'490.-- (nebst Zinsen) gewähren lassen
könne, offensichtlich unhaltbar sei. Die Willkürrüge geht insoweit fehl.

3.3 Weiter rügt der Beschwerdeführer, dass die Vorinstanz angenommen habe, die
gegen den Beschwerdegegner erhobene Strafuntersuchung im Zusammenhang mit
seiner Tätigkeit als Verwalter der StWE-Gemeinschaft L.________ sei
"mutmasslich eingestellt worden", denn eine Einstellungsverfügung liege nicht
vor. Es trifft zu, dass die Vorinstanz nach Würdigung des Schreibens des
Untersuchungsrichters M.________ vom 4. Juni 2008 an die Bank K.________ AG
geschlossen hat, eine entsprechende Strafuntersuchung sei "mutmasslich
eingestellt worden". Der Beschwerdeführer legt jedoch nicht dar, inwiefern die
allfällige Tatsache, dass eine Strafuntersuchung gegen den Beschwerdegegner
wegen Vermögensdelikten zulasten der StWE-Gemeinschaft L.________ läuft, seine
eigenen Gläubigerinteressen gefährde. Dass die Vorinstanz aus seinem blossen
Hinweis, dem Beschwerdegegner sei wegen allenfalls möglichen Vermögensdelikten
zulasten eines Dritten "nicht zu trauen", kein Sicherungsbedürfnis zu seinen
Gunsten abgeleitet hat, kritisiert er nicht. Von Willkür kann insoweit nicht
gesprochen werden.

3.4 In die gleiche Richtung gehen die Vorbringen des Beschwerdeführers, wonach
die Vorinstanz die laufende Strafuntersuchung betreffend unwahre Angaben
gegenüber Handelsregisterbehörden übergangen habe. Die Vorinstanz hat erwogen,
dass unabhängig vom Ergebnis der Strafuntersuchung nicht ersichtlich sei, wie
der Beschwerdegegner die Vermögensinteressen des Beschwerdeführers gefährdet
haben soll, indem er einen Revisor für die F.________ AG gewählt habe, zumal
der vormalige Revisor verstorben sei. Auch hier ist nicht ersichtlich,
inwiefern es geradezu unhaltbar sein soll, wenn die Vorinstanz im laufenden
Strafverfahren wegen unwahren Angaben gegenüber der Handelsregisterbehörde kein
Sicherungsbedürfnis zu seinen Gunsten erblickt hat. Die Ausführungen, wonach
aus dem "Potential zu strafrechtlich relevantem Verhalten" hervorgehe, dass der
Beschwerdegegner auch Handlungen zu seinem Vermögensnachteil vornehmen werde,
hat appellatorischen Charakter und vermag keine Willkür darzutun.

3.5 Weiter wirft der Beschwerdeführer der Vorinstanz Willkür bei der
Beurteilung seines Sicherheitsbedürfnisses vor, weil der Beschwerdegegner die
Substanz von zu dessen Vermögen gehörenden Gesellschaften aushöhle. Er nimmt
dabei Bezug auf die Übertragung von Grundstücken der B.________ AG und der
D.________ AG auf die N.________ AG gemäss Verträgen vom 14. Dezember 2009.
3.5.1 Der Beschwerdeführer erachtet insbesondere als widersprüchlich, dass die
Vorinstanz festhalte, "es liege auf der Hand, dass sich ein solcher
Aktiventausch für die übertragenden Gesellschaften als nachteilig erweisen
[könne]", und dennoch eine Aushöhlung der Substanz der beiden Gesellschaften
bzw. sein Sicherheitsbedürfnis verneine. Die Vorinstanz hat als glaubhaft
erachtet, dass die Umstrukturierung im Vermögen des Beschwerdegegners
erforderlich gewesen sei, um die Gruppenstruktur der von ihm beherrschten
Aktiengesellschaften zu vereinfachen und die daran bestehenden Beteiligungen zu
entflechten. Diesen Schluss hat die Vorinstanz aus dem Schreiben vom 25.
November der O.________ AG, St. Gallen, an das Kantonale Steueramt Zürich
(Beilage Nr. 8 zur Stellungnahme des Beschwerdegegners) gezogen. Darin wird die
Umstrukturierung im Einzelnen erläutert, um u.a. feststellen zu lassen, dass
keine Steuerfolgen wegen unentgeltlicher Vermögensverschiebungen eintreten.
Darauf geht der Beschwerdeführer nicht ein. Er beschränkt sich auf die Kritik,
das in jener Korrespondenz ("Steuerruling") im Anhang eingereichte Organigramm
entspreche nicht den heutigen Tatsachen. Hingegen legt er nicht dar, inwiefern
der aus der Korrespondenz mit den Steuerbehörden gezogene Schluss der
Vorinstanz eine unhaltbare Beurteilung der beurteilten Vermögenstransaktionen
vom 14. Dezember 2009 darstelle.
3.5.2 Ebenso wenig geht der Beschwerdeführer darauf ein, dass die Vorinstanz
sich auf die Bestätigung der Bank K.________ AG vom 8. März 2010 gestützt hat,
wonach die D.________ AG am betreffenden Tag (bzw. zwei Tage vor Erlass des
Entscheides) über freie Mittel von Fr. 50 Mio. verfüge. Dass die Vorinstanz
sich auf diese Feststellung stützen durfte, stellt der Beschwerdeführer - wie
dargelegt (E. 3.2) - vergeblich in Frage. Die Annahme der Vorinstanz, es sei
nicht gelungen, mit Bezug auf die Transaktionen vom 14. Dezember 2009 eine
Vermögensentäusserung glaubhaft zu machen, verstösst demnach nicht gegen das
Willkürverbot.

3.6 Der Beschwerdeführer macht sodann Rechtsverweigerung bzw. Willkür geltend,
weil die Vorinstanz in den erwähnten Umstrukturierungen einen Verstoss gegen
ein von ihm im Fürstentum Liechtenstein erwirktes Verfügungsverbot
(Sicherungsbot des Fürstlichen Landgerichts vom 11. Dezember 2008) betreffend
die Aktien der C.________ AG, Schaan, und damit eine Gefährdung seines
Gläubigerinteresses übergangen habe.
3.6.1 Die Vorinstanz hat erwogen, die Parteien hätten spätestens mit dem
Entflechtungsvertrag vom 12. Juni 2008 die Zusammenarbeit aufgegeben. Die
Sicherungsverfügung des Fürstlichen Landgerichts sei erst am 11. Dezember 2008
ergangen. In der Zwischenzeit habe der Beschwerdegegner als Mehrheitsaktionär
der C.________ AG ausreichend Zeit gehabt, um die D.________ AG- und F.________
AG-Beteiligungen an die Firma G.________ zu übertragen. Daher sei wenig
wahrscheinlich, dass die fraglichen Beteiligungen im Zeitpunkt des Erlasses der
Sicherungsverfügung noch von der C.________ AG gehalten worden seien. Der
Beschwerdeführer überspielt, dass die Vorinstanz diesen Schluss vor dem
Hintergrund der Verpflichtungen im Entflechtungsvertrag getroffen hat. Wenn er
den Schluss für "höchst unglaubwürdig" hält, beschränkt er sich auf
appellatorische Kritik, vermag aber nicht die Verfassungswidrigkeit der
Überlegungen der Vorinstanz darzutun.
3.6.2 Der weitere Hinweis des Beschwerdeführers auf S. 4 der
liechtensteinischen Sicherungsverfügung ist unbehelflich. Dass die Parteien die
gemeinsamen Beteiligungen an der D.________ AG und F.________ AG in die
C.________ AG eingebracht hatten, ist unbestritten. Laut Vorinstanz hat der
Beschwerdegegner eingewendet, es treffe nicht zu, dass die C.________ AG im
Zeitpunkt des Erlasses der liechtensteinischen Sicherungsverfügung "wesentliche
Anteile der von ihm beherrschten Gesellschaften besessen habe". Inwiefern die
Vorinstanz willkürlich das Vorliegen einer Bestreitung angenommen habe, legt
der Beschwerdeführer nicht; sein blosser Einwand, "es sei unbestritten, dass es
bei Erlass des Sicherungsbotes noch so war", geht fehl. Mit Bezug auf das Datum
des Erlasses des Sicherungsbotes des Fürstlichen Landgerichts ("11. Dezember
2008" wie im Urteil erwähnt oder - wie der Beschwerdeführer [wohl] meint - "10.
Oktober 2008") braucht nicht untersucht zu werden, zumal in der
Beschwerdeschrift nicht dargelegt wird, inwiefern die allfällige Beseitigung
eines offensichtlichen Versehens für das Ergebnis entscheidend sein soll.
Insoweit kann von Willkür nicht gesprochen werden.

3.7 Schliesslich wirft der Beschwerdeführer der Vorinstanz "Rechtsverweigerung"
vor, weil sie weitere Vorbringen zu seinem Sicherungsbedürfnis nicht geprüft
bzw. nicht berücksichtigt habe. Seine Vorbringen, welche auf die Rüge einer
formellen Rechtsverweigerung, m.a.W. einer Verletzung seines Anspruchs auf
rechtliches Gehör bzw. auf eine Entscheidbegründung (Art. 29 Abs. 2 BV; BGE 130
II 530 E. 4.3 S. 540) hinauslaufen, gehen fehl. Es trifft nicht zu, dass die
Ausführungen betreffend die "Intervention des Beschwerdegegners bei der Bank
P.________" nicht geprüft worden seien. Die Vorinstanz hat festgehalten, das
betreffende Verhalten genüge für sich allein jedenfalls nicht, um ein
Sicherheitsbedürfnis glaubhaft zu machen. Dies müsse umso mehr gelten, als der
Beschwerdegegner (abgesehen vom vorliegenden Verfahren) noch nie betrieben
worden sei, seit Jahren in R.________ lebe und arbeite und daran sei, eine
Überbauung in S.________ zu realisieren. Es bestünden keine Anhaltspunkte, dass
er sich dem Betreibungsverfahren durch Flucht entziehen werde. Im Übrigen sei
sein Vermögen mehrheitlich in von ihm beherrschten Aktiengesellschaften
gebunden und die fraglichen Aktien seien unbestrittenermassen schwer zu
veräussern; Anhaltspunkte zum Verheimlichen oder Beiseiteschaffen von
Vermögenswerten seien nicht erstellt. Diese Erwägungen übergeht der
Beschwerdeführer. Er legt nicht hinreichend dar, inwiefern die Vorinstanz sich
mit seinen weiteren tatbeständlichen Behauptungen (wie Zerstrittenheit der
Parteien, weitere Verletzung des Entflechtungsvertrages in einem Verfahren im
Fürstentum Liechtenstein, für Aussenstehende intransparente
Vermögensverhältnisse des Beschwerdegegners) hätte auseinandersetzen müssen und
insoweit für den Entscheid wesentliche Gesichtspunkte unbehandelt geblieben
sind. Die Beschwerde genügt in diesem Punkt den Begründungsanforderungen nicht
(Art. 106 Abs. 2 BGG). Nach dem Dargelegten hält die Verweigerung des
Güterverzeichnisses insgesamt vor den verfassungsmässigen Rechten des
Beschwerdeführers stand.

4.
Der Beschwerde in Zivilsachen ist kein Erfolg beschieden. Bei diesem
Verfahrensausgang wird der Beschwerdeführer kostenpflichtig (Art. 66 Abs. 1
BGG). Eine Parteientschädigung ist nicht zu bezahlen, da keine Vernehmlassung
eingeholt worden ist und dem Beschwerdegegner im bundesgerichtlichen Verfahren
keine entschädigungspflichtigen Kosten entstanden sind.

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde in Zivilsachen wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 7'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Bezirksgerichtspräsidium Plessur
schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 19. Oktober 2010
Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Die Präsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Hohl Levante