Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

II. Zivilrechtliche Abteilung, Beschwerde in Zivilsachen 5A.353/2010
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
5A_353/2010

Urteil vom 16. August 2010
II. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Escher, präsidierendes Mitglied,
Bundesrichter L. Meyer, von Werdt,
Gerichtsschreiber von Roten.

Verfahrensbeteiligte
K.________,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Louis Bochud,
Beschwerdeführer,

gegen

B.________ AG,
vertreten durch Rechtsanwalt Walter A. Stöckli,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Vormerkung einer Verfügungsbeschränkung im Grundbuch (Art. 960 Abs. 1 Ziff. 1
ZGB),

Beschwerde gegen den Entscheid des Obergerichts des Kantons Uri,
Zivilrechtliche Abteilung, vom 18. Dezember 2009.

Sachverhalt:

A.
K.________ (Beschwerdeführer) steht am Grundstück G.________ ein bis 30. Juni
2011 befristetes, im Grundbuch vorgemerktes Vorkaufsrecht zu. Mit Vertrag vom
22. Dezember 2006 erwarb die B.________ AG (Beschwerdegegnerin) das Grundstück.
Das Eigentum an diesem Grundstück ist unter den Parteien streitig.

B.
B.a Auf Gesuch des Beschwerdeführers wies das Landgerichtspräsidium Uri das
kantonale Grundbuchamt in der Form einer dringlichen Anordnung an, zu Lasten
des Grundstücks G.________ eine Verfügungsbeschränkung nach Art. 960 Abs. 1
Ziff. 1 ZGB zur Sicherung des Anspruchs des Beschwerdeführers auf Übereignung
dieses Grundstücks im Grundbuch vorzumerken (Entscheid vom 27. Juni 2007;
Verfahren LGP 2007 202).
B.b Im anschliessenden Verfahren betreffend vorsorgliche Massnahmen
unterzeichneten die Parteien am 25. Juli / 8. August 2007 einen Vergleich.
Gemeinsam beauftragten sie das Gericht, (1.) die dringlich angeordnete
Vormerkung im Grundbuch gerichtlich zu bestätigen und (2.) dem Beschwerdeführer
eine rechtszerstörliche, nicht erstreckbare Frist von 2 Monaten zur Anhebung
des Hauptprozesses anzusetzen. Das Landgerichtspräsidium erteilte dem
Grundbuchamt die entsprechende Anweisung, die dringlich angeordnete Vormerkung
der Verfügungsbeschränkung vorläufig zu bestätigen. Es setzte dem
Beschwerdeführer zur Anhebung des Hauptprozesses auf Übereignung des
Grundstücks beim zuständigen Gericht eine rechtszerstörliche, nicht
erstreckbare Frist von zwei Monaten verbunden mit der Androhung, dass die
vorläufige Verfügungsbeschränkung dahinfällt, wenn die Klage nicht innert Frist
angehoben wird. Das Gesuch um Vormerkung der Verfügungsbeschränkung wurde als
durch Vergleich erledigt abgeschrieben und der Vergleich zum integrierenden
Bestandteil des Erledigungsbeschlusses erklärt (Entscheid vom 13. August 2007;
Verfahren LGP 2007 201).
B.c Am 6. September 2007 erhob der Beschwerdeführer Klage mit dem Antrag, er
sei als Eigentümer des Grundstücks G.________ im Grundbuch einzutragen. Die
Beschwerdegegnerin schloss, auf die Klage sei nicht einzutreten. Das
Landgericht trat auf die Klage nicht ein, weil weder eine Vermittlerverhandlung
durchgeführt worden sei noch ein schriftlich erklärter Verzicht darauf
vorliege. Es überwies die Klage von Amtes wegen an den Vermittler mit der
Folge, dass die Klagefrist als eingehalten gelte und die vorsorgliche
Verfügungsbeschränkung bestehen bleibe (Entscheid vom 14. Februar 2008). Auf
Berufung des Beschwerdeführers hin hob das Obergericht des Kantons Uri die
Überweisung der Klage an den Vermittler ersatzlos auf und trat auf die Klage
nicht ein (Entscheid vom 22. Januar 2009). Mit Schreiben vom 6. April 2009 wies
das Landgerichtspräsidium das Grundbuchamt an, die Vormerkung der
Verfügungsbeschränkung zu löschen (act. 1.24; Verfahren LGZ 2007 25).
B.d Auf Gesuch des Beschwerdeführers wies das Landgerichtspräsidium das
Grundbuchamt mit dringlicher Anordnung vom 6. April 2009 an, zu Lasten des
Grundstücks G.________ eine Verfügungsbeschränkung nach Art. 960 Abs. 1 Ziff. 1
ZGB zur Sicherung des Anspruchs des Beschwerdeführers auf Übereignung dieses
Grundstücks im Grundbuch vorzumerken. Im anschliessenden Verfahren betreffend
vorsorgliche Massnahmen erteilte das Landgerichtspräsidium dem Grundbuchamt die
Anweisung, die dringlich angeordnete Vormerkung der Verfügungsbeschränkung
vorläufig zu bestätigen und die Vormerkung nach Vorlage des rechtskräftigen und
vollstreckbaren letztinstanzlichen Entscheids im vor Landgericht hängigen
Verfahren (LGZ 2009 13) um Übertragung des Eigentums am Grundstück G.________
auf den Beschwerdeführer zu löschen (Entscheid vom 3. Juli 2009; Verfahren LGP
2009 106 und 107).
B.e Das Obergericht hiess den Rekurs der Beschwerdegegnerin gut und trat auf
das Gesuch des Beschwerdeführers betreffend Vormerkung einer
Verfügungsbeschränkung/Grundbuchsperre nicht ein (Entscheid vom 18. Dezember
2009).

C.
Dem Bundesgericht beantragt der Beschwerdeführer am 7. Mai 2010, den Entscheid
des Obergerichts aufzuheben und denjenigen des Landgerichtspräsidiums zu
bestätigen und seiner Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen. Während
das Obergericht auf eine Stellungnahme zum Gesuch um aufschiebende Wirkung
verzichtet hat, schliessen das Grundbuchamt und die Beschwerdegegnerin auf
Abweisung. Die Präsidentin der II. zivilrechtlichen Abteilung des
Bundesgerichts hat der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zuerkannt und die
Massnahme vom 10. Mai 2010 bestätigt, wonach die mit Entscheid des
Landgerichtspräsidiums vom 3. Juli 2009 vorläufig bestätigte Vormerkung einer
Verfügungsbeschränkung im Sinn von Art. 960 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB zulasten des
Grundstücks G.________ für die Dauer des bundesgerichtlichen Verfahrens
aufrecht erhalten bleibt (Verfügung vom 31. Mai 2010). In der Sache sind die
Akten, hingegen keine Vernehmlassungen eingeholt worden.

Erwägungen:

1.
Die obergerichtliche Verweigerung der Vormerkung einer Verfügungsbeschränkung
gemäss Art. 960 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB gilt als kantonal letztinstanzlicher
Endentscheid über eine vorsorgliche Massnahme, wenn der ordentliche Prozess
über den Bestand des streitigen Anspruchs erst noch eingeleitet werden muss
(Art. 75 Abs. 1 und Art. 90 BGG; vgl. Urteil 5P.411/2004 vom 15. März 2005 E.
1.2). Ist hingegen - wie hier - die Klage auf Eigentumsübertragung bereits
rechtshängig, liegt ein Zwischenentscheid vor, der einen nicht wieder
gutzumachenden Nachteil bewirken kann (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG; vgl. BGE 134
I 83 E. 3.1 S. 87). Der Zwischenentscheid unterliegt der Beschwerde in der
Hauptsache (BGE 133 III 645 E. 2 S. 647 f.). Die Hauptsache betrifft die Klage
des Vorkaufsberechtigten auf Übertragung des Eigentums am vorkaufsbelasteten
Grundstück gemäss Art. 216c ff. OR und damit eine Zivilsache (Art. 72 Abs. 1
BGG) in einer vermögensrechtlichen Angelegenheit mit einem Streitwert, der mit
Blick auf den mutmasslichen Vorkaufpreis von 1.15 Mio. Franken (Gesuchsbeilagen
Nrn. 3 und 9, LGP 2009 106) den gesetzlichen Mindestbetrag übersteigt (Art. 74
Abs. 1 lit. b BGG; vgl. BGE 97 II 277 E. 1 S. 280). Gegen den Zwischenentscheid
über vorsorgliche Massnahmen ist die Beschwerde in Zivilsachen somit zulässig.
Zu deren Erhebung ist der Beschwerdeführer als unterlegener Gesuchsteller
berechtigt (Art. 76 Abs. 1 BGG). Mit der Beschwerde gegen Entscheide über
vorsorgliche Massnahmen kann einzig die Verletzung verfassungsmässiger Rechte
gerügt werden (Art. 98 BGG), die das Bundesgericht nur insofern prüft, als eine
entsprechende Rüge in der Beschwerde vorgebracht und begründet wird. Es ist
klar und detailliert anhand der Erwägungen des angefochtenen Entscheids
darzulegen, inwiefern verfassungsmässige Rechte - hier die angerufenen Art. 49
Abs. 1 und Art. 9 BV (S. 12 Ziff. 12 der Beschwerdeschrift) - verletzt worden
sein sollen (Art. 106 Abs. 2 BGG; vgl. BGE 134 I 83 E. 3.2 S. 88). Auf die
Beschwerde kann grundsätzlich eingetreten werden.

2.
Das erste Gesuch um vorsorgliche Massnahmen haben die Parteien durch Vergleich
erledigt (vgl. Bst. B.b hiervor). Dem Vergleich hat das Obergericht eine
zentrale Rolle beigemessen.

2.1 Das Obergericht hat den Vergleich vom 25. Juli / 8. August 2007 dahin
gehend ausgelegt, dass die Parteien darin das Landgerichtspräsidium beauftragt
hätten, dem Beschwerdeführer eine rechtszerstörliche, nicht erstreckbare Frist
von zwei Monaten zur Anhebung des Hauptprozesses anzusetzen. Sinn und Zweck des
Vergleichs sei gewesen, sicherzustellen, dass bei nicht rechtzeitiger oder
formungültiger Anhebung der Klage (auf Übertragung von Grundeigentum) im
Hauptverfahren innert der vereinbarten, nicht erstreckbaren rechtszerstörlichen
Frist die (vorläufige, dringlich angeordnete) Verfügungsbeschränkung aufzuheben
sei. Das Landgerichtspräsidium habe denn auch in seinem Entscheid vom 13.
August 2007 verfügt, dass die vorläufige Verfügungsbeschränkung dahinfalle,
sofern die Klage nicht innert angesetzter Frist angehoben werde (E. 4 S. 6 des
angefochtenen Entscheids).

2.2 Zu den Wirkungen des Vergleichs hat das Obergericht ausgeführt, der
Vergleich sei mit Entscheid vom 13. August 2007 gerichtlich genehmigt und das
erste Gesuchsverfahren als durch Vergleich erledigt abgeschrieben worden. Der
am 25. Juli / 8. August 2007 abgeschlossene Vergleich sei somit ein
gerichtlicher Vergleich. Ein gerichtlicher Vergleich - bzw. gemäss Art. 103
Abs. 2 ZPO/UR der darauf gestützte Erledigungsbeschluss - werde materiell
rechtskräftig (E. 5a S. 6). Wer einen gerichtlichen Vergleich abschliesse,
könne nicht eine erneute Beurteilung in einem späteren Verfahren verlangen (E.
5b S. 6 f.). Da der Vergleich und der darauf gestützte Entscheid vom 13. August
2007 ausdrücklich eine rechtszerstörliche, nicht erstreckbare Frist enthalte,
sei die Ansetzung der rechtszerstörlichen Frist ebenfalls formell und materiell
rechtskräftig. Es könne deshalb nicht wieder ein gleichlautendes Begehren
gestellt werden, da bei nicht rechtzeitiger Anhebung der (Haupt-) Klage gemäss
diesem Entscheid die (vorläufige) Vormerkung einer Verfügungsbeschränkung
dahinfalle (E. 5c S. 7). Dass das Landgerichtspräsidium das Gesuch um Erlass
vorsorglicher Massnahmen mit Entscheid vom 13. August 2007 weder gutgeheissen
noch abgewiesen habe, ändere daran nichts. Es liege ein durch gerichtlichen
Vergleich erwirkter materiell rechtskräftiger Entscheid vor, der ein erneutes
Gesuch in gleicher Sache nicht zulasse (E. 5d S. 7 mit Hinweis auf STAEHELIN/
STAEHELIN/GROLIMUND, Zivilprozessrecht, 2008, § 23 N. 29 und § 24 N. 11).

2.3 Gegen die Auslegung des Vergleichs und gegen dessen Rechtskraftwirkungen
erhebt der Beschwerdeführer keine Rügen (Art. 106 Abs. 2 BGG), macht er doch
selber geltend, es spiele keine Rolle, dass die Parteien im ersten Verfahren
einen gerichtlichen Vergleich geschlossen hatten (S. 14 Ziff. 18 der
Beschwerdeschrift). Der Vollständigkeit halber ist festzuhalten, dass die
Vormerkung einer Verfügungsbeschränkung zur Sicherung streitiger oder
vollziehbarer Ansprüche gemäss Art. 960 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB einer amtlichen
Anordnung bedarf. Daraus folgt, dass ein gerichtlicher Vergleich als
Rechtsgrundausweis für die Vormerkung im Grundbuch nicht genügt und hierfür
eine amtliche bzw. gerichtliche Anordnung erforderlich ist (vgl. Jürg Schmid,
Basler Kommentar, 2007, N. 6 zu Art. 960 ZGB), wie sie im Entscheid vom 13.
August 2007 auch vorgelegen hat. Das bundesrechtliche Erfordernis der
gerichtlichen Anordnung schliesst hingegen nicht aus, dass die Parteien einen
gerichtlichen Vergleich schliessen, soweit sie - wie hier - über den streitigen
Anspruch frei verfügen können (vgl. BGE 124 II 8 E. 3b S. 12), und dass sie im
Vergleich dem Gericht beantragen, eine Verfügungsbeschränkung im Grundbuch
vormerken zu lassen (vgl. Bst. B.b hiervor).

3.
Eine Verletzung des Vorrangs des Bundesrechts (Art. 49 Abs. 1 BV) und des
Willkürverbots (Art. 9 BV) erblickt der Beschwerdeführer in den Ausführungen
des Obergerichts zur materiellen Rechtskraft von Entscheiden über vorsorgliche
Massnahmen (S. 12 ff. Ziff. 13-18 der Beschwerdeschrift).

3.1 Entgegen der Darstellung des Beschwerdeführers hat das Obergericht die
Frage der materiellen Rechtskraft nicht nach kantonalem Recht beantwortet. Es
hat sich auf bundesrechtliche Grundsätze gestützt, wonach bei gleichbleibenden
Verhältnissen nicht mit einem neuen Gesuch durchdringen kann, wer mit seinem
Gesuch um Erlass einer vorsorglichen Massnahme abgewiesen wird (E. 5b S. 7 mit
Hinweis auf Staehelin/Staehelin/Grolimund, a.a.O., § 24 N. 9). Die Rüge der
Verletzung des Vorrangs des Bundesrechts (Art. 49 Abs. 1 BV) erweist sich
deshalb als unbegründet. Geht es um die Anwendung bundesrechtlicher Grundsätze,
ist die Prüfung im Rahmen von Art. 98 BGG auf Willkür beschränkt (vgl. BGE 116
II 625 E. 3b S. 628; Urteil 5A_261/2009 vom 1. September 2009 E. 1.2, nicht
veröffentlicht in BGE 135 III 608).

3.2 Ausgangspunkt der Beurteilung ist der von den Parteien am 25. Juli / 8.
August 2007 geschlossene gerichtliche Vergleich und der gestützt darauf
ergangene Entscheid des Landgerichtspräsidiums vom 13. August 2007. Danach hat
der Beschwerdeführer den Hauptprozess auf Übereignung des Grundstücks beim
zuständigen Gericht innert einer rechtszerstörlichen, nicht erstreckbaren Frist
von zwei Monaten anzuheben verbunden mit der Androhung, dass die vorläufige
Verfügungsbeschränkung dahinfällt, wenn die Klage nicht innert Frist angehoben
wird. Die Regelung findet sich praktisch wörtlich gleich in einer Vielzahl
gesetzlicher Bestimmungen über vorsorgliche Massnahmen, wie z.B. in Art. 28e
Abs. 2 ZGB, in Art. 263 der am 1. Januar 2011 in Kraft tretenden
Schweizerischen Zivilprozessordnung (AS 2010 1739 1800) und in vielen
kantonalen Prozessrechtsvorschriften (Art. 330 ZPO/BE, Art. 110 CPC/VD u.a.m.).
Einigkeit besteht, dass die vorsorgliche Massnahme dahinfällt, wenn sie nicht
innert angesetzter Frist durch Klage prosequiert wird. Geteilt sind die
Meinungen hingegen zur Frage, ob bei unveränderten Verhältnissen dasselbe
Gesuch um vorsorgliche Massnahmen erneut gestellt werden kann, wenn die zuvor
angeordneten vorsorglichen Massnahmen nicht oder nicht rechtzeitig prosequiert
wurden und deshalb dahingefallen sind.
3.2.1 Das Bundesgericht hat zu Art. 28e Abs. 2 ZGB festgehalten, unter
Vorbehalt von Missbrauchsfällen sei es zumindest nicht willkürlich, ein neues
Gesuch um vorsorgliche Massnahmen zuzulassen, wenn zuvor angeordnete
vorsorgliche Massnahmen mangels Prosequierung dahingefallen sind (Urteil 4P.189
/1991 vom 3. März 1992 E. 3b/bb, in: SJ 1992 S. 578 ff. mit Hinweis vorab auf
VINCENT PELET, Réglementation fédérale des mesures provisionnelles et procédure
civile cantonale contentieuse, Diss. Lausanne 1986, S. 174 N. 187). Die als
nicht willkürlich bezeichnete Lösung wurde seither verallgemeinert (z.B.
BERTOSSA/GAILLARD/GUYET/SCHMIDT, Commentaire de la loi de procédure civile
genevoise, 1999, N. 13 zu Art. 330 LPC/GE; MEILI, Basler Kommentar, 2006, N. 2
zu Art. 28e ZGB; FRANÇOIS BOHNET, Les procédures spéciales, in: Le projet de
code de procédure civile fédérale, 2008, S. 269 ff., S. 293 bei Anm. 91). Nach
gegenteiliger Lehrmeinung kann die gesuchstellende Partei dasselbe Gesuch gegen
dieselbe Partei bei unveränderten Verhältnissen nicht erneut stellen, wenn sie
die Frist zur Klage versäumt hat und die zuvor angeordnete vorsorgliche
Massnahme deshalb dahingefallen ist, würde sich doch andernfalls die
Fristansetzung als sinnlos erweisen (z.B. SPRECHER, Basler Kommentar,
Schweizerische Zivilprozessordnung, 2010, N. 32 zu Art. 263 ZPO; MARTIN OTMAR
KAUFMANN, Einstweiliger Rechtsschutz: Die Rechtskraft im einstweiligen
Verfahren und das Verhältnis zum definitiven Rechtsschutz, Diss. Bern 1992,
Druck 1993, S. 136 ff.; PATRICK A. STACH, Vorsorgliche Massnahmen nach
Bundesrecht und st. gallischem Zivilprozessrecht, Diss. St. Gallen 1991, S.
151; vgl. DAMIAN SCHAI, Vorsorglicher Rechtsschutz im Immaterialgüterrecht,
Diss. Basel 2009, Druck 2010, N. 282-284 S. 135 f., mit Hinweisen). Der
Entscheid des Obergerichts, auf das neue inhaltsgleiche Gesuch um vorsorgliche
Massnahmen mangels rechtzeitiger Prosequierung der angeordneten vorsorglichen
Massnahmen nicht einzutreten, kann sich auf einen Teil der Lehre stützen und
erscheint deshalb nicht als willkürlich (Art. 9 BV; vgl. zum Begriff: BGE 135
III 608 E. 4.3 S. 611).
3.2.2 Entscheidend kommt hinzu, dass die Fristansetzung gemäss der Verfügung
des Landgerichtspräsidiums vom 13. August 2007 nicht auf einer
Gesetzesvorschrift beruht, sondern auf einem gerichtlichen Vergleich. Danach
kann ein Begehren um vorläufige Vormerkung einer Verfügungsbeschränkung nicht
mehr gestellt werden, wenn wegen nicht rechtzeitiger Anhebung der Klage innert
der vereinbarten rechtszerstörlichen, nicht erstreckbaren Frist die angeordnete
vorläufige Vormerkung einer Verfügungsbeschränkung dahingefallen ist (vgl. E. 2
hiervor). Ungeachtet fehlender Rügen kann sich dieses Ergebnis willkürfrei auf
die massgebenden Auslegungsgrundsätze stützen. Die Frage nach der Zulässigkeit
eines neuen inhaltsgleichen Gesuchs um vorsorgliche Massnahmen wird zwar im
Vergleich nicht ausdrücklich erwähnt. Das Ziel des Vergleichsvertrags, einen
Streit oder eine Ungewissheit über ein Rechtsverhältnis zu beenden, ist bei der
Auslegung indessen zu berücksichtigen. Ist - wie hier - eine Frage im Vergleich
nicht ausdrücklich geregelt, steht sie aber in engem Zusammenhang mit der
vergleichsweise beigelegten Meinungsverschiedenheit und drängt sich ihre
Beantwortung zur Beilegung des Streites auf, darf in der Regel davon
ausgegangen werden, dass sie von den Parteien mangels eines ausdrücklichen
Vorbehaltes nicht vom Vergleich ausgenommen werden wollte (vgl. Urteil 4C.268/
2005 vom 25. Oktober 2005 E. 2.2, in: SZZP 2006 S. 173). Bei der Auslegung des
Vergleichsvertrags hat das Gericht sodann zu berücksichtigen, was sachgerecht
ist, weil nicht anzunehmen ist, dass die Parteien eine unangemessene Lösung
gewollt haben (BGE 122 III 420 E. 3a S. 424; 126 III 119 E. 2c S. 121). Auch
unter diesem Blickwinkel kann willkürfrei angenommen werden, die Parteien
hätten weitere Gesuche um vorläufige Vormerkung einer Verfügungsbeschränkung
vergleichsweise ausschliessen wollen, wenn die vereinbarte vorläufige
Vormerkung einer Verfügungsbeschränkung nicht innert der ausdrücklich als
rechtszerstörlich und nicht erstreckbar bezeichneten Frist durch Klage
prosequiert würde. Andernfalls wäre schwer erkennbar, welches Interesse an
einem Abschluss des gerichtlichen Vergleichs bestanden haben könnte.
3.2.3 Für seinen gegenteiligen Standpunkt kann sich der Beschwerdeführer nicht
auf das Urteil 5A_309/2008 vom 12. März 2009 berufen. Vollständig wiedergegeben
heisst es in E. 3.2.2, dass Entscheiden über vorsorgliche Massnahmen keine
materielle Rechtskraft zukommt und dass sie durch spätere Verfügung abgeändert
oder aufgehoben werden können, namentlich wenn sich die Verhältnisse geändert
haben. Das Urteil betrifft somit die Frage der Abänderbarkeit bestehender
vorsorglicher Massnahmen, wie sie praktisch wörtlich gleich in Art. 238 Abs. 1
ZPO/UR vorgesehen ist, und sagt nichts zur Frage, ob bei unveränderten
Verhältnissen dasselbe Gesuch um vorsorgliche Massnahmen erneut gestellt werden
kann, wenn die zuvor angeordneten vorsorglichen Massnahmen nicht oder nicht
rechtzeitig prosequiert wurden und deshalb dahingefallen sind.

3.3 Aus den dargelegten Gründen muss die Beschwerde abgewiesen werden, soweit
der Beschwerdeführer geltend macht, er könne trotz unterlassener Prosequierung
der zuvor angeordneten vorsorglichen Massnahme bei unveränderten Verhältnissen
ein gleichlautendes Gesuch um vorsorgliche Massnahmen stellen.

4.
Gleichsam im Eventualstandpunkt wendet der Beschwerdeführer ein, er habe die
vorsorgliche Massnahme rechtzeitig prosequiert, d.h. er habe innert der ihm
analog zu Art. 139 OR zustehenden Nachfrist seine zweite Klage auf Übertragung
von Grundeigentum rechtzeitig am 10. März / 29. April 2009, was hier im Sinne
von Art. 99 Abs. 1 BGG zu ergänzen sei (S. 11 Ziff. 11), anhängig gemacht. Die
vorläufige Vormerkung der Verfügungsbeschränkung sei deshalb entgegen der
Annahme des Obergerichts gar nicht dahingefallen (S. 16 f. Ziff. 19 der
Beschwerdeschrift). Der Einwand ist neu und im Rahmen einer Beschwerde mit
gemäss Art. 98 BGG beschränkten Beschwerdegründen unzulässig. Im
Rekursverfahren hat der Beschwerdeführer seinen heutigen Einwand nicht erhoben,
weshalb darauf bezogene Ausführungen im angefochtenen Entscheid fehlen. Rügen
aber, die den Verfahrensablauf betreffen, dürfen nicht erstmals vor
Bundesgericht erhoben werden und setzen die Ausschöpfung des kantonalen
Instanzenzugs voraus (vgl. BGE 133 III 638 E. 2 S. 640; 135 I 91 E. 2.1 S. 93).
Der Einwand entbehrt auch der tatsächlichen Grundlage. Die vorläufige
Vormerkung einer Verfügungsbeschränkung gemäss Entscheid vom 13. August 2007
wurde auf Weisung des Landgerichtspräsidiums vom 6. April 2009 - im Übrigen
gestützt auf die Löschungsbewilligung des Beschwerdeführers vom 3. April 2009
(Rekurs-Beilage Nr. 15) - gelöscht (Bst. B.c hiervor). Formell kann die zweite
Klage deshalb nicht als gehörige Prosequierung der am 13. August 2007
angeordneten vorsorglichen Massnahme gelten.

5.
Die Beschwerde muss insgesamt abgewiesen werden, soweit darauf einzutreten ist.
Der Beschwerdeführer wird damit kostenpflichtig (Art. 66 Abs. 1 BGG), nicht
hingegen entschädigungspflichtig, da in der Sache keine Vernehmlassung
eingeholt wurde und die Beschwerdegegnerin mit ihrem Antrag, das Gesuch um
aufschiebende Wirkung abzuweisen, unterlegen ist (vgl. Art. 68 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 5'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Obergericht des Kantons Uri,
Zivilrechtliche Abteilung, und dem Grundbuchamt des Kantons Uri schriftlich
mitgeteilt.

Lausanne, 16. August 2010
Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Das präsidierende Mitglied: Der Gerichtsschreiber:

Escher von Roten