Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

II. Zivilrechtliche Abteilung, Beschwerde in Zivilsachen 5A.395/2010
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
5A_395/2010

Urteil vom 22. Oktober 2010
II. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Hohl, Präsidentin,
Bundesrichterin Escher, Bundesrichter von Werdt,
Gerichtsschreiber Zingg.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

1. Y.________,
Erbengemeinschaft des Z.________ sel. bestehend aus:
2. R.________,
3. S.________,
4. T.________,
5. U.________,
6. V.________,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
Aufsicht über den Willensvollstrecker,

Beschwerde gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Nidwalden vom
18. Januar 2010.

Sachverhalt:

A.
Am 18. November 2003 und am 29. März 2006 erstellte Y.________ für Z.________
je eine öffentliche letztwillige Verfügung. Z.________ (fortan: Erblasser)
verstarb am 11. Mai 2006. Als Erben hinterliess er seine Ehefrau U.________
sowie die Kinder R.________, X.________, V.________, S.________ und T.________.
Zu seinem Willensvollstrecker hatte er W.________ und als
Ersatzwillensvollstrecker Y.________ ernannt. Nachdem die letztwillige
Verfügung vom 29. März 2006 für ungültig erklärt worden war und W.________ sein
Mandat mit Schreiben vom 14. April 2008 niedergelegt hatte, wurde Y.________ am
25. April 2008 als Ersatzwillensvollstrecker eingesetzt. Am 16. Mai 2008 legte
Y.________ den Erben einen Entwurf des Erbteilungsvertrages vor, der jedoch
nicht die Zustimmung aller Erben fand.

B.
Am 7. Juni 2008 reichte X.________ beim Amt für öffentliche Inventarisationen
des Kantons Nidwalden Beschwerde ein gegen die Amtsführung von Y.________.
Darin ersuchte er primär um Absetzung des Willensvollstreckers, eventualiter
darum, ihn anzuhalten, innert kurzer Frist ein korrektes und vollständiges
Inventar der Erbschaft zu erstellen, ihn des Weiteren anzuweisen, die fälligen
Guthaben der Erbschaft einzufordern und seine Kontakte sowie diejenigen seiner
Büropartnerin Q.________ zu allen Mitgliedern der Erbengemeinschaft, zum
vormaligen Willensvollstrecker, zur Firma P.________, und zur Firma O.________
offenzulegen und alle im Zusammenhang mit dem Erbfall angefallenen
Schriftstücke zu edieren. Das Amt wies die Beschwerde mit Verfügung vom 29.
Juli 2008 ab.

Das zugleich gestellte Gesuch um vorläufige Suspendierung des
Willensvollstreckers während hängigen Beschwerdeverfahrens wurde
letztinstanzlich durch das Bundesgericht abgewiesen (Urteil 5A_574/2009 vom 4.
Dezember 2009).

C.
Gegen die Verfügung vom 29. Juli 2008 reichte X.________ am 18. August 2008
Beschwerde beim Regierungsrat des Kantons Nidwalden ein, welche mit Beschluss
vom 28. April 2009 abgewiesen wurde.

D.
Dagegen wandte sich X.________ am 27. Mai 2009 an das Verwaltungsgericht des
Kantons Nidwalden, welches seine Beschwerde mit Urteil vom 18. Januar 2010
abwies.

E.
Am 20. Mai 2010 hat X.________ (fortan: Beschwerdeführer) Beschwerde in
Zivilsachen erhoben. Er beantragt die Aufhebung des vorinstanzlichen Urteils
sowie die Entbindung von Y.________ (fortan: Beschwerdegegner 1) von seinem Amt
als Willensvollstrecker. Eventualiter ersucht er darum, den Beschwerdegegner 1
anzuhalten, innert kurzer Frist ein korrektes und vollständiges Inventar der
Erbschaft des Erblassers zu erstellen, und ihn anzuweisen, die fälligen
Guthaben der Erbschaft einzufordern, sowie, seine Kontakte und diejenigen
seiner Büropartnerin Q.________ zu allen Mitgliedern der Erbengemeinschaft, zum
vormaligen Willensvollstrecker, zur Firma P.________, sowie zur Firma
O.________ offenzulegen und sämtliche im Zusammenhang mit dem Erbfall
angefallenen Schriftstücke zu edieren. Schliesslich ersucht der
Beschwerdeführer um unentgeltliche Rechtspflege.

Vernehmlassungen sind keine eingeholt worden. Hingegen wurden die kantonalen
Akten beigezogen. Aufgrund einer verfrühten Aktenrücksendung durch die
Vorinstanz mussten dem Bundesgericht Belege durch den Beschwerdeführer und den
Beschwerdegegner 1 nachgereicht werden.

Erwägungen:

1.
1.1 Angefochten ist binnen Frist (Art. 100 Abs. 1 BGG) ein kantonal
letztinstanzlicher Endentscheid (Art. 75 Abs. 1, Art. 90 BGG) aus dem Gebiet
der Aufsicht über die Willensvollstrecker (Art. 72 Abs. 2 lit. b Ziff. 5 BGG).

1.2
1.2.1 Ob dem Streit um die Absetzung des Willensvollstreckers
vermögensrechtlicher Charakter im Sinne des BGG zukommt, hat das Bundesgericht
bisher offen gelassen (Urteil 5A_574/2009 vom 4. Dezember 2009 E. 1.2; ebenso
für die altrechtliche Berufung BGE 90 II 376 E. 4 S. 386). Als
vermögensrechtliche Streitigkeit hat es aber Beschwerden betrachtet, welche
einzig die kantonale Gerichtsgebühr und Parteientschädigung in einem
Aufsichtsverfahren gegen den Willensvollstrecker zum Gegenstand hatten (Urteil
5A_646/2008 vom 22. Dezember 2008 E. 1.1; Urteil 5A_44/2009 vom 20. Mai 2009 E.
1; Urteil 5A_23/2009 vom 20. Mai 2009 E. 1, nicht publ. in: BGE 135 III 578).
Im kantonalen Verfahren darf die Willensvollstreckerbeschwerde willkürfrei als
vermögensrechtliche Streitigkeit qualifiziert werden (Urteil 5A_646/2008 vom
22. Dezember 2008 E. 2.3; Urteil 5A_44/2009 vom 20. Mai 2009 E. 4.2; BGE 135
III 578 E. 6.3 S. 581).

1.2.2 Eine vermögensrechtliche Angelegenheit liegt vor, wenn der Rechtsgrund
des streitigen Anspruchs im Vermögensrecht ruht und mit der Beschwerde
letztlich und überwiegend ein wirtschaftlicher Zweck verfolgt wird (BGE 118 II
528 E. 1c S. 531; 116 II 379 E. 2a S. 380). Erbrechtliche Angelegenheiten
erscheinen grundsätzlich als solche vermögensrechtlicher Art (vgl. BGE 135 III
578 E. 6.3 S. 581), betreffen sie doch die Regelung der Nachfolge in
Vermögensrechte des Erblassers (JEAN NICOLAS DRUEY, Grundriss des Erbrechts, 5.
Aufl. 2002, § 3 Rz. 1 und 8 ff.). Soweit eine Aufsichtsbeschwerde gegen den
Willensvollstrecker durch sein Handeln in vermögensrechtlichen Angelegenheiten
veranlasst ist (vgl. Art. 518 Abs. 2 ZGB; MARTIN KARRER, in: Basler Kommentar,
Zivilgesetzbuch, 3. Aufl. 2007, N. 3 zu Art. 518 ZGB), kommt auch ihr
vermögensrechtliche Natur zu. Der Zweck des Aufsichtsverfahrens ist diesfalls
überwiegend wirtschaftlich, da eine Änderung in der Nachlassverwaltung
angestrebt wird. Das Bundesgericht hat im Übrigen bereits Beschwerden mit
ähnlich gelagertem Gegenstand als vermögensrechtliche Angelegenheit behandelt
(Urteil 5A_257/2009 vom 26. Oktober 2009 E. 1.3 betreffend Ausstellung einer
Willensvollstreckerbescheinigung; Urteil 5A_787/2008 vom 22. Januar 2009 E. 1.1
betreffend Ernennung eines Erbenvertreters). Der vermögensrechtliche Bezug wird
im vorliegenden Fall besonders deutlich, geht es dem Beschwerdeführer doch
darum, zusätzlich Fr. 200'000.-- im Nachlassinventar berücksichtigt zu wissen
und eine Darlehensforderung der Masse von Fr. 1'000'000.-- einzuziehen. Darauf
zielen nicht nur seine Eventualanträge ab, sondern mit der angeblich
pflichtwidrigen Unterlassung dieser Handlungen begründet er auch den
Absetzungsantrag gegenüber dem Willensvollstrecker (Beschwerdegegner 1).
1.2.3 Entgegen Art. 112 Abs. 1 lit. d BGG enthält das angefochtene Urteil keine
Angaben zum Streitwert. Da das Begehren nicht auf Bezahlung einer bestimmten
Geldsumme lautet, setzt ihn das Bundesgericht nach Ermessen fest (Art. 51 Abs.
2 BGG). Auf den Nachlasswert kann dabei nicht abgestellt werden (BGE 135 III
578 E. 6.5 S. 582). Es besteht vorliegend aber kein Anlass, eine alle möglichen
Fälle abdeckende Methode festzulegen. Denkbar erscheint, das Interesse an der
Absetzung bzw. den dahinter stehenden Vertrauensverlust in den Vordergrund zu
rücken. Diesfalls wäre eine Streitwertschätzung anhand von Vergütung und
Auslagenersatz des Willensvollstreckers (Art. 517 Abs. 3 ZGB) in Analogie zur
Abberufung der Verwaltung einer Stockwerkeigentümergemeinschaft (Urteil 5C.243/
2004 vom 2. März 2005 E. 1, nicht publ. in: BGE 131 III 297) nicht
ausgeschlossen. Stehen hinter den Anträgen auf Absetzung oder Anweisung indes
weitergehende ökonomische Zwecke, so muss sich ein Beschwerdeführer darauf
behaften lassen. Eine Berücksichtigung dieses wirtschaftlichen Interesses bei
der Streitwertbemessung ist möglich (BGE 135 III 578 E. 6.5 S. 582 f.).
Vorliegend geht es dem Beschwerdeführer in erster Linie um die Mehrung der
Nachlassmasse. Da sein finanzielles Interesse erheblich ist, wird
ermessensweise vom Erreichen des massgeblichen Streitwerts von Fr. 30'000.--
ausgegangen (Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG).

1.3 Mit der Beschwerde in Zivilsachen können Rechtsverletzungen im Sinne von
Art. 95 und Art. 96 BGG gerügt werden. Die Feststellung des Sachverhalts kann
nur gerügt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer
Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht und die Behebung des Mangels
für den Verfahrensausgang entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG). Dabei
bedeutet "offensichtlich unrichtig" willkürlich (BGE 135 III 127 E. 1.5 S. 130
mit Hinweis). Neue Tatsachen und Beweismittel dürfen nur so weit vorgebracht
werden, als erst der Entscheid der Vorinstanz dazu Anlass gibt (Art. 99 Abs. 1
BGG). Im Übrigen legt das Bundesgericht seinem Urteil den vorinstanzlich
festgestellten Sachverhalt zugrunde (Art. 105 Abs. 1 BGG).

1.4 Nach Art. 42 Abs. 2 BGG ist in der Begründung in gedrängter Form
darzulegen, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt. Dies setzt voraus,
dass sich der Beschwerdeführer wenigstens kurz mit den Erwägungen des
angefochtenen Entscheids auseinandersetzt. Ansonsten kann auf die Beschwerde
nicht eingetreten werden (BGE 134 II 244 E. 2.1 S. 245 f.). Strengere
Anforderungen gelten, wenn die Verletzung von Grundrechten - einschliesslich
der Willkür bei der Sachverhaltsfeststellung - geltend gemacht wird. Eine
solche Rüge prüft das Bundesgericht nur insoweit, als sie in der Beschwerde
vorgebracht und begründet worden ist (Art. 106 Abs. 2 BGG). Es muss demnach
klar und detailliert anhand der Erwägungen des angefochtenen Entscheids
dargelegt werden, welche verfassungsmässigen Rechte inwiefern verletzt worden
sein sollen. Auf rein appellatorische Kritik ist hingegen nicht einzutreten.
Wird eine Verletzung des Willkürverbots geltend gemacht, muss im Einzelnen
dargelegt werden, inwiefern der Entscheid an einem qualifizierten und
offensichtlichen Mangel leidet (BGE 134 II 244 E. 2.2 S. 246; 133 III 393 E. 6
S. 397). Die erhobenen Rügen müssen zudem in der Beschwerdeschrift selber
enthalten sein. Soweit der Beschwerdeführer auf andere Rechtsschriften
verweist, genügt dies nicht (BGE 133 II 396 E. 3.1 S. 400 mit Hinweisen)

2.
2.1 Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung des rechtlichen Gehörs (Art. 29
Abs. 2 BV). Er wirft der Vorinstanz vor, sich weitgehend auf eine
Aneinanderreihung von Textbausteinen beschränkt zu haben und im Allgemeinen
verharrt zu sein, so dass eine sachgerechte Anfechtung nicht möglich sei.

2.2 Die Begründungspflicht ist Teilgehalt des rechtlichen Gehörs nach Art. 29
Abs. 2 BV. Die Begründung muss so abgefasst sein, dass sich der Betroffene über
die Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben und ihn in voller Kenntnis der
Sache an die höhere Instanz weiterziehen kann. In diesem Sinne müssen
wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat
leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt (BGE 134 I 83 E. 4.1 S. 88
mit Hinweisen).

2.3 Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs liegt nicht vor. Dass eine
sachgerechte Anfechtung möglich war, zeigt sich bereits an der umfangreichen
Eingabe des Beschwerdeführers an das Bundesgericht. Die konkret kritisierten
Erwägungen der Vorinstanz sind zum einen deswegen allgemein gehalten, weil sie
im Wesentlichen allgemeine Rechtserörterungen zum Gegenstand haben. Zum anderen
kann der Vorinstanz nicht zum Vorwurf gemacht werden, dass sie in einer
Pauschalerwägung festgehalten hat, der Beschwerdeführer genüge seiner
Begründungs- und Mitwirkungspflicht nur teilweise, ohne aufzuzeigen, auf welche
Ausführungen des Beschwerdeführers sich dies konkret bezieht, geht sie doch
danach auf mehreren Seiten auf einzelne Aspekte des Falles ein.

3.
Der Beschwerdeführer wirft dem Beschwerdegegner 1 verschiedene Fehler und
Unterlassungen vor, die Letzteren als parteiisch erscheinen liessen. In diesem
Zusammenhang sei der Sachverhalt willkürlich festgestellt worden.

3.1 Eine Sachverhaltsfeststellung ist dann willkürlich, wenn sie offensichtlich
unhaltbar ist, zur tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, auf
einem offenkundigen Versehen beruht, eine Norm oder einen unumstrittenen
Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem
Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft. Willkür liegt nur vor, wenn nicht bloss
die Begründung, sondern auch das Ergebnis unhaltbar ist (BGE 129 I 173 E. 3.1
S. 178 mit Hinweisen). Eine willkürliche Beweiswürdigung liegt demnach etwa
vor, wenn das Gericht offensichtlich Sinn und Tragweite eines Beweismittels
verkannt oder ohne zureichenden Grund ein Beweismittel, das einen anderen
Entscheid herbeiführen könnte, nicht zur Kenntnis genommen hat oder aufgrund
der festgestellten Grundlagen zu unhaltbaren Schlüssen gekommen ist (BGE 129 I
8 E. 2.1 S. 9).

3.2 Der Beschwerdeführer bringt zunächst vor, dass im Nachlassinventar
zusätzliche Beträge im Umfang von mindestens Fr. 200'000.-- aufgenommen werden
müssten. Dabei handle es sich einerseits (dazu E. 3.4) um vier nicht bezahlte
Zinsraten für ein Darlehen über Fr. 1 Mio. des Erblassers an R.________
(Beschwerdegegner 2) sowie andererseits (dazu E. 3.5-3.8) um ein weiteres
Darlehen des Erblassers über Fr. 100'000.-- an die damalige, im Besitz des
Beschwerdegegners 2 stehende N.________ AG. Der Beschwerdeführer wirft den
Vorinstanzen vor, diese zusätzlich aufzunehmenden Beträge mit einem Erbvorbezug
des Beschwerdegegners 2 über Fr. 200'000.-- verwechselt zu haben, welcher
tatsächlich berücksichtigt worden sei. Dieser Erbvorbezug sei durch Verrechnung
mit einem anderen Darlehen des Erblassers an den Beschwerdegegner 2 zu Stande
gekommen und die Verwechslung basiere wohl darauf, dass die fraglichen Beträge
gleich hoch seien.

3.3 Zu diesem Punkt findet sich im vorinstanzlichen Urteil einzig die
Bemerkung, das Darlehen an den Beschwerdegegner 2 über Fr. 200'000.-- sei im
Erbteilungsvertrag unter Ziff. 1.6 berücksichtigt worden. Eine eigentliche
Auseinandersetzung mit der schon vor der Vorinstanz - wenn auch in wenig
konziser Weise - erhobenen Rüge, dass hier eine Verwechslung vorliege, ist
nicht erfolgt.

3.4 Neben diversen Hinweisen auf bisher ergangene Rechtsschriften belegt der
Beschwerdeführer seine Ansicht mit einem E-Mail inklusive Anhang des
Beschwerdegegners 2 vom 4. Mai 2008, welches diverse Zahlen zu
Darlehensverhältnissen zwischen dem Beschwerdegegner 2 und dem Erblasser
enthält. Der Beschwerdeführer behauptet zwar, dieses E-Mail liege bereits in
den Vorakten, doch versäumt er die Angabe, in welchem Zusammenhang er den Beleg
eingereicht hat. Aufgrund der Umstände (oben lit. E) kann das Bundesgericht
nicht nachvollziehen, ob der Beleg tatsächlich im kantonalen Verfahren vorlag
oder ob das Beweismittel verspätet und deshalb unzulässig ist (Art. 99 Abs. 1
BGG). Dies ist jedoch nicht entscheidwesentlich: Die Darstellung des
Beschwerdeführers, dass die Vorinstanzen einer Verwechslung zum Opfer gefallen
sind, entbehrt hinsichtlich der fraglichen Zinszahlungen nicht jeglicher
Plausibilität. Der Beschwerdegegner 1 hat nämlich selber in einem aktenkundigen
Schreiben vom 11. Juni 2008 an den Beschwerdeführer eingeräumt, dass die
Zinserlasse von 2000, 2003, 2004 und 2005 bezüglich des dem Beschwerdegegner 2
gewährten Darlehens seines Erachtens ausgleichungspflichtig und deshalb noch zu
inventarisieren seien (Beleg 1 zur Replik von X.________ vom 6. Januar 2009 im
Verfahren vor dem Regierungsrat des Kantons Nidwalden). Diese Korrespondenz ist
erst im Rahmen der Stellungnahmen zum Entwurf des Erbteilungsvertrags, welcher
mit Schreiben vom 16. Mai 2008 zugestellt wurde, ergangen, so dass die
entsprechenden Beträge in diesem Entwurf offenbar noch gar nicht berücksichtigt
sind. Ob sie zurecht geltend gemacht werden, kann im vorliegenden Verfahren
nicht entschieden werden (vgl. unten E. 3.8), sondern hängt unter anderem von
der Haltung der mitbetroffenen weiteren Erben ab und wird im Streitfall vor
Zivilgericht zu klären sein.

Selbst wenn damit die Sachverhaltsdarstellung des Beschwerdeführers
grundsätzlich korrekt sein sollte und die Vorinstanzen aufgrund einer
Verwechslung geurteilt haben, hat der Beschwerdegegner 1 in diesem Zusammenhang
aber weder Anlass zu seiner Absetzung gesetzt noch ist ihm diesbezüglich eine
Weisung zu erteilen. Gemäss dem zitierten Schreiben ist er offenbar zur
Aufnahme des Betrages in einem korrigierten Entwurf bereit. Der
Beschwerdeführer wirft dem Beschwerdegegner 1 allerdings zusätzlich vor, durch
sein prozessuales Verhalten dem Irrtum Vorschub geleistet zu haben, was seine
Parteilichkeit belege. Angesichts der weitschweifigen und zuweilen nicht leicht
verständlichen Eingaben des Beschwerdeführers kann dem Beschwerdegegner 1 aber
nicht ein die Absetzung rechtfertigender Vorwurf gemacht werden, wenn er in
seinen Stellungnahmen die Auffassung der jeweiligen Vorinstanz übernommen hat
und dabei demselben Irrtum wie diese zum Opfer gefallen ist.

3.5 Der Beschwerdeführer kritisiert - wie bereits angesprochen - die
Nichtinventarisierung eines Darlehens über Fr. 100'000.-- des Erblassers an die
N.________ AG. Dabei handle es sich neben den - soeben behandelten -
Darlehenszinsen um einen weiteren Bestandteil des nichtinventarisierten Betrags
von Fr. 200'000.--.

3.6 Die Vorinstanz hat die fragliche Summe als unentgeltliche Zuwendung
qualifiziert und ausgeführt, diese unterstehe nicht der Ausgleichungspflicht
gemäss Art. 626 ZGB und gehöre somit nicht in das Nachlassinventar. Sie hat
ihre Beurteilung auf ein Dankesschreiben der N.________ AG vom 23. März 2001
gestützt. Im fraglichen Schreiben wird Bezug genommen auf eine Offerte des
Erblassers zum Verzicht auf Rückzahlung eines Kontokorrentdarlehens über Fr.
100'000.-- zwecks Verbesserung der Geschäftszahlen. Im Namen der
Geschäftsleitung und des Verwaltungsrates der N.________ AG wird dieses
Entgegenkommen sodann vom Beschwerdegegner 2 verdankt.

3.7 Der Beschwerdeführer hält das Dankesschreiben für ungeeignet, eine
Schenkung zu beweisen. Einerseits werde seine Echtheit bestritten, andererseits
sei es abwegig, ein Dankesschreiben des Beschenkten als Beweis für eine
Schenkung zuzulassen, da sich auf diese Weise jeder Schuldner seiner Schuld
entledigen könnte. Schliesslich stehe es dem Beschwerdegegner 1 gar nicht zu,
zur entsprechenden Beweisführung anzutreten, sondern einzig der N.________ AG.
Insbesondere liege eine Verletzung von Art. 8 ZGB vor.

3.8 Zur Rüge der Verletzung von Art. 8 ZGB ist anzumerken, dass diese Norm die
Konsequenz der Beweislosigkeit regelt, indem zulasten derjenigen Partei zu
entscheiden ist, die aus der nicht bewiesenen Tatsache Rechte ableitet. Die
Beweislastverteilung wird aber gegenstandslos, wenn das Gericht einen
Sachverhalt als bewiesen oder widerlegt erachtet hat (BGE 131 III 646 E. 2.1 S.
649 mit Hinweisen). Unter diesem Gesichtspunkt ist irrelevant, wer von den
Verfahrensbeteiligten das fragliche Aktenstück eingereicht hat. Art. 8 ZGB
verbietet im Übrigen nicht, zum Beweis eines Schenkungswillens des Schenkers
ein Dankesschreiben des Beschenkten vorzulegen. Welche Schlüsse daraus zu
ziehen sind, ist eine Frage der durch Art. 8 ZGB nicht geregelten
Beweiswürdigung (BGE 131 III 222 E. 4.3 S. 226 mit Hinweisen). Diesbezüglich
ist für den vorliegenden Zusammenhang zu beachten, dass im Aufsichtsverfahren
gegen den Willensvollstrecker nicht über materiellrechtliche Fragen, wie etwa
den Bestand einer umstrittenen Forderung, entschieden werden kann. Dies ist dem
Zivilrichter überlassen und die Befürchtung des Beschwerdeführers hinsichtlich
der Präjudizialität des Aufsichtsentscheids insofern unbegründet. Die
Aufsichtsbehörden sind nur zuständig, die Amtsführung des Willensvollstreckers
auf ihre Zweckmässigkeit hin zu überprüfen. Dazu gesellt sich die Kontrolle
mangelnder persönlicher Eignung wie der vorliegend geltend gemachten
Parteilichkeit (BGE 91 II 52 E. 1 S. 56 mit Hinweisen; PETER TUOR, Berner
Kommentar, 2. Aufl. 1952 [unveränderter Nachdruck 1973], N. 30 zu Art. 518 ZGB;
BRUNO DERRER, Die Aufsicht der zuständigen Behörde über den Willensvollstrecker
und den Erbschaftsliquidator, 1985, S. 30 ff.; DRUEY, a.a.O., § 14 Rz. 50).
Angesichts dieser eingeschränkten Kognition und der begrenzten Tragweite eines
Aufsichtsentscheides durfte die Vorinstanz - wie auch der Willensvollstrecker -
willkürfrei aus dem Dankesschreiben der R.________ AG auf einen
Schenkungswillen des Erblassers schliessen. Der Beschwerdeführer ist allerdings
der Ansicht, dass selbst in diesem Fall eine Ausgleichungspflicht besteht, da
sich das Vermögen des Beschwerdegegners 2 als Alleinaktionär der R.________ AG
entsprechend vergrössert habe. Damit macht der Beschwerdeführer einen
Durchgriff durch die beschenkte juristische Person auf den dahinterstehenden
Aktionär geltend. Die Frage ist gegebenenfalls im Erbteilungs- oder
Ausgleichungsprozess zu klären. Angesichts des klaren Wortlauts von Art. 626
ZGB, der die Ausgleichungspflicht auf gesetzliche Erben (Abs. 1) bzw.
Nachkommen (Abs. 2) beschränkt, kann dem Beschwerdegegner 1 kein Vorwurf daraus
erwachsen, dass er die entsprechende Forderung nicht in das Inventar
aufgenommen hat.

3.9 Der Beschwerdeführer macht schliesslich geltend, der Beschwerdegegner 1 sei
verpflichtet, ein vom Erblasser an den Beschwerdegegner 2 gewährtes Darlehen
über Fr. 1 Mio. zurückzufordern.

3.10 Die Vorinstanz hat hiezu erwogen, der Willensvollstrecker sei bis anhin
nicht verpflichtet gewesen, dieses Darlehen zurückzufordern, da dessen
Fälligkeit nicht erwiesen sei. Der Beschwerdeführer bringe diesbezüglich keine
Beweise vor. Im Übrigen sei das Darlehen korrekt als Schuld gegenüber der
Erbmasse ins Inventar aufgenommen worden.

3.11 Dagegen wendet der Beschwerdeführer ein, er habe dargelegt, dass sich die
Fälligkeit aus Vertrag ergebe und weder der Beschwerdegegner 1 noch die übrigen
Erben hätten die Fälligkeit bestritten, so dass darüber als unbestrittene
Behauptung gar nicht weiter Beweis zu führen sei. Diesbezüglich liege eine
Verletzung von Art. 8 ZGB vor.

3.12 Die Sachverhaltsrüge ist für die Beurteilung der
Willensvollstreckerbeschwerde nicht relevant (Art. 97 Abs. 1 BGG). Der
Beschwerdeführer selber weist auf die Vernehmlassung des Beschwerdegegners 1 an
die Vorinstanz hin, worin Letzterer ausführt, dass die Darlehensschuld bei der
Erbteilung verrechnet oder das Guthaben einem Erben zugewiesen werden soll, da
derzeit eine Mehrheit der Erben eine Einziehung nicht wünsche und diese den
Beschwerdegegner 2 in den Privatkonkurs treiben könnte. Es gehört zwar zu den
Aufgaben des Willensvollstreckers, Forderungen auch gegenüber den Erben
einzuziehen (KARRER, a.a.O., N. 35a zu Art. 518 ZGB). Zugleich verfügt er aber
über einen Ermessensspielraum hinsichtlich zweckmässiger Massnahmen zur
Ausübung seines Amtes (KARRER, a.a.O., N. 14 zu Art. 518 ZGB; vgl. auch PAUL
PIOTET, Erbrecht, SPR Bd. IV/1, 1978, S. 155; TUOR, a.a.O., N. 30 zu Art. 518
ZGB) und er hat auf die Wünsche der Erben Rücksicht zu nehmen (BGE 115 II 323
E. 2b S. 329 mit Hinweis). Das Bundesgericht hat sich bei der Überprüfung der
Ermessensbetätigung des Willensvollstreckers Zurückhaltung aufzuerlegen. Es ist
auf Rechtskontrolle beschränkt (Art. 95 BGG) und kann somit erst bei
Rechtsfehlern eingreifen, insbesondere wenn das Ermessen überschritten oder
missbraucht wurde (BGE 132 III 758 E. 3.3 S. 762; 132 V 393 E. 3.3 S. 399; 133
III 201 E. 5.4 S. 211). Dies ist namentlich der Fall, wenn sich der
Willensvollstrecker Ermessen anmasst, wo ihm gar keines zukommt, wenn er sich
auf Gesichtspunkte stützt, die keine Rolle spielen dürften, oder wenn er
rechtserhebliche Umstände ausser Acht lässt. Zu korrigieren sind auch
Entscheide, die im Ergebnis stossend ungerecht sind (vgl. BGE 132 III 758 E.
3.3 S. 762 mit Hinweisen). Selbst wenn die Fälligkeit des fraglichen Darlehens
unterstellt wird, sind vorliegend keine Umstände ersichtlich, die eine
Intervention erforderlich machen würden. Die vom Beschwerdeführer selber
angeführte Stellungnahme des Beschwerdegegners 1 lässt erkennen, dass die
finanzielle Situation des Beschwerdegegners 2 und der Wunsch einer Mehrheit der
Erben für den vorläufigen Verzicht auf die Einziehung massgebend sind. Damit
bewegt sich der Beschwerdegegner 1 weder ausserhalb seines Ermessensbereichs
noch lässt die Begründung unsachliche Motive für sein Vorgehen erkennen.
Inwiefern der Aufschub der Einziehung zu einem offensichtlich ungerechten
Ergebnis führen könnte, ist ebenfalls nicht ersichtlich. Liegt somit kein Grund
vor, in das Vorgehen des Willensvollstreckers einzugreifen, erübrigt es sich,
auf die gerügte Verletzung von Art. 8 ZGB bei der Beweisführung über die
Fälligkeit des umstrittenen Darlehens einzugehen.

3.13 Soweit der Beschwerdeführer im Zusammenhang mit der behaupteten
Makuladegeneration des Erblassers eine Verletzung des aus Art. 8 ZGB
abgeleiteten Rechts auf Beweis (dazu BGE 129 III 18 E. 2.6 S. 24 f. mit
Hinweisen) rügt, so unterlässt er es aufzuzeigen, wieso diesbezügliche
Sachverhaltsfeststellungen für das vorliegende Verfahren überhaupt relevant
sein könnten (Art. 97 Abs. 1 BGG), d.h. die Unabhängigkeit des
Beschwerdegegners 1 infrage stellen würden. Er kommt damit seiner
Begründungspflicht nicht nach.

3.14 Zu seinem weiteren Eventualantrag auf Anweisung an den Beschwerdegegner 1,
über gewisse Kontakte zwischen ihm bzw. seiner Büropartnerin und bestimmten
Dritten Auskunft zu geben, findet sich in der Beschwerdeschrift keine Art. 42
BGG genügende Begründung, sondern bloss einige nicht weiter belegte
Sachverhaltsbehauptungen. Darauf ist nicht einzutreten. Gar keine Begründung
findet sich schliesslich zu seinem letzten Eventualantrag auf Anweisung an den
Beschwerdegegner 1 zur Edition der im Zusammenhang mit dem Erbfall angefallenen
Schriftstücke. Darauf ist folglich ebenfalls nicht einzutreten.

3.15 Zusammenfassend liegen somit keine Umstände vor, die es rechtfertigen
würden, an den Beschwerdegegner 1 die eventualiter beantragten Weisungen zu
richten, geschweige denn, ihn seines Amtes zu entheben. Die Beschwerde ist
abzuweisen, soweit auf sie eingetreten werden kann.

4.
Aufgrund der Umstände (oben E. 3.4 und lit. E) wird ausnahmsweise auf die
Erhebung von Gerichtskosten verzichtet (Art. 66 Abs. 1 BGG).
Parteientschädigungen sind mangels zu entschädigenden Aufwands keine
zuzusprechen. Das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechtspflege
(Art. 64 Abs. 1 BGG) wird damit gegenstandslos.

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege für das bundesgerichtliche Verfahren
wird als gegenstandslos abgeschrieben.

3.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Verwaltungsgericht des Kantons
Nidwalden schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 22. Oktober 2010
Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Die Präsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Hohl Zingg