Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

II. Zivilrechtliche Abteilung, Beschwerde in Zivilsachen 5A.559/2010
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
5A_559/2010

Urteil vom 15. November 2010
II. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Hohl, Präsidentin,
Bundesrichterin Escher, Bundesrichter von Werdt,
Gerichtsschreiber Schwander.

Verfahrensbeteiligte
X.________ (Ehemann),
vertreten durch Fürsprecher Luigi R. Rossi,
Beschwerdeführer,

gegen

Z.________ (Ehefrau),
vertreten durch Rechtsanwältin Catherine Auer,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Vorsorgliche Massnahmen,

Beschwerde gegen den Entscheid des Kantonsgerichts St. Gallen, Einzelrichter im
Familienrecht, vom 27. Juli 2010.

Sachverhalt:

A.
Z.________ (Ehefrau) und X.________ (Ehemann) heirateten im Jahr 1985. Der
Ehemann war seit 1999 bei der S.________ AG mit Sitz in A.________ als
Geschäftsführer einer Tochterfirma (T.________ GmbH mit Sitz in Deutschland)
angestellt. Sein durchschnittlicher Monatslohn betrug Fr. 14'300.--. Ausserdem
ging er einem Nebenerwerb im Geschäft seiner Ehefrau nach. Der
durchschnittliche Gewinn aus diesem Nebenerwerb belief sich auf monatlich rund
Fr. 7'000.--. Dieses Geschäft stand im Alleineigentum der Ehefrau und trug ihre
Initialen als Firmenname. Für den Geschäftserfolg war überwiegend der Ehemann
verantwortlich, während die Ehefrau eher administrative Arbeiten erledigte.

Im Jahr 2006 kam es zur Trennung. Mit Eheschutzverfügung vom 19. Dezember 2006
verpflichtete das Richteramt Olten-Gösgen den Ehemann, seiner Ehefrau - unter
Berücksichtigung eines hypothetischen Nebeneinkommens - einen monatlichen
Unterhaltsbeitrag von Fr. 8'820.-- zu bezahlen. Dieser Entscheid wurde vom
Obergericht des Kantons Solothurn mit Urteil vom 11. April 2007 bestätigt. Im
März 2008 verlangte der Ehemann beim Kreisgericht Rheintal/St. Gallen die
Aufhebung des Ehegattenunterhalts. Ebenfalls per Ende März 2008 kündigte ihm
die S.________ AG. Fortan bezog der Ehemann Arbeitslosentschädigung (ergänzt
durch einen Zwischenverdienst bei der S.________ AG im Umfang von Fr. 2'600.--
netto).

Noch während des Verfahrens betreffend Abänderung der Eheschutzmassnahmen
reichte der Ehemann im August 2008 beim Kreisgericht Rheintal die
Scheidungsklage ein. Mit Verfügung vom 23. September 2008 schrieb der
Massnahmerichter das Eheschutzverfahren ab, behandelte das Gesuch aber im
Rahmen vorsorglicher Massnahmen weiter.

Mit Entscheid vom 25. März 2009 reduzierte der Massnahmerichter den
Ehegattenunterhalt rückwirkend ab August 2008 auf monatlich Fr. 6'500.--. Bei
der Festlegung dieses Betrages berücksichtigte er nicht nur ein effektives
Nettoeinkommen von monatlich Fr. 7'600.-- (bestehend aus Fr. 5'000.--
Arbeitslosenentschädigung sowie netto Fr. 2'600.-- Zwischenverdienst), sondern
auch ein zusätzliches Nebeneinkommen aus selbständiger Nebenerwerbstätigkeit
von monatlich Fr. 7'000.--. Der Einzelrichter liess offen, ob dieses
Nebeneinkommen real oder nur hypothetischer Natur sei. Nach der Trennung hatte
die Ehefrau dem Ehemann zwar untersagt, ihr Geschäft unter der bisherigen Firma
weiterzuführen; der Massnahmerichter erachtete es hingegen als zumutbar, dass
der Ehemann - auch nach der Trennung - einem gleichartigen Nebenerwerb im
erwähnten Ausmass nachgehe, wenn auch unter Verwendung eines anderen
Firmennamens.

Mit Entscheid vom 14. Juli 2009 wies der Einzelrichter des Kantonsgerichts St.
Gallen den vom Ehemann erhobenen Rekurs ab. Daraufhin gelangte der Ehemann mit
Beschwerde in Zivilsachen vom 13. August 2009 an das Bundesgericht.

Das Bundesgericht hiess die Beschwerde mit Urteil vom 9. November 2009 gut, hob
den vorinstanzlichen Entscheid auf und wies die Sache zur Ermittlung des
massgebenden Einkommens sowie zur Festsetzung des Unterhaltsbeitrags an die
Vorinstanz zurück (Urteil 5A_529/2009 vom 9. November 2009). Zur Begründung
führte es im Wesentlichen aus, die Vorinstanz habe in willkürlicher Weise
ausser Acht gelassen, dass ein Nebenerwerb im erwähnten Ausmass zu einer
Kürzung, wenn nicht gar zu einer Einstellung der Arbeitslosenentschädigung
führe. Ein von der Ehefrau erhobenes Erläuterungsgesuch wies das Bundesgericht
ab (Urteil 5G_1/2009 vom 26. Januar 2010).

B.
Nach Durchführung eines erneuten Schriftenwechsels fällte der zuständige
Einzelrichter des Kantonsgerichts St. Gallen am 27. Juli 2010 einen neuen
Entscheid. Dabei berücksichtigte er im Sinne neuer Tatsachen, dass der Ehemann
per 1. April 2010 bei der U.________ GmbH wieder eine Anstellung gefunden hatte
(Monatslohn brutto Fr. 6'000.--) sowie dass sich die Ehefrau seit dem 30.
Januar 2009 in stationärer psychiatrischer Behandlung befindet, so dass ab
diesem Zeitpunkt ein ihr bis dahin angerechnetes hypothetisches Einkommen von
monatlich Fr. 1'500.-- entfällt. Der Einzelrichter entschied im Wesentlichen,
es bestünden keine Belege dafür, dass der Ehemann den früheren Nebenerwerb
tatsächlich weiterführe, ihm sei jedoch ein hypothetisches Nebeneinkommen aus
selbständiger Tätigkeit von monatlich brutto Fr. 6'000.-- anzurechnen. Dem
Ehemann sei es als erfahrenem und gut vernetztem Geschäftsmann ohne weiteres
möglich und zumutbar, den früheren Nebenerwerb unter anderem Firmennamen
weiterzuführen; das erwähnte hypothetische Nebeneinkommen gelte ab August 2008,
wobei während der Dauer der Arbeitslosengeldzahlungen bei der Festlegung des
relevanten Gesamteinkommens - in Beachtung des bundesgerichtlichen
Rückweisungsentscheids - einzig auf das hypothetische Nebeneinkommen sowie auf
den Zwischenverdienst, nicht aber auf die Arbeitslosenentschädigung abzustellen
sei. Das Dispositiv des neuen vorinstanzlichen Entscheids lautet, soweit
vorliegend relevant, wie folgt:
"1. Der Ehemann bezahlt der Ehefrau monatlich im Voraus folgende
Unterhaltsbeiträge
a) Fr. 3'670.-- ab August 2008 bis Ende Januar 2009,
b) Fr. 4'470.-- ab 1. Februar 2009 bis Ende März 2010,
c) Fr. 5'795.-- ab 1. April 2010."

C.
Mit Beschwerde in Zivilsachen vom 16. August 2010 gelangt der Ehemann
(nachfolgend Beschwerdeführer) erneut an das Bundesgericht und verlangt die
Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids sowie dessen Rückweisung zur
Neubeurteilung.
Es wurden die Akten, aber keine Vernehmlassungen eingeholt.
Mit Präsidialverfügung vom 31. August 2010 wurde der Beschwerde die
aufschiebende Wirkung zuerkannt.

Erwägungen:

1.
1.1 Angefochten ist ein kantonal letztinstanzlicher Entscheid in einer
Zivilsache mit einem Fr. 30'000.-- übersteigenden Streitwert (Art. 72 Abs. 1,
Art. 74 Abs. 1 lit. a und Art. 75 Abs. 1 BGG). Ein auf Art. 137 ZGB gestützter
Entscheid schliesst das betreffende Massnahmeverfahren ab, weshalb er als
Endentscheid im Sinn von Art. 90 BGG gilt (BGE 134 III 426 E. 2.2 S. 431; mit
ausführlicher Begründung: Urteil 5A_9/2007 vom 20. April 2007 E. 1.2). Die
Beschwerde in Zivilsachen ist somit im Grundsatz gegeben.

1.2 Vorliegend verlangt der Beschwerdeführer die Aufhebung des vorinstanzlichen
Entscheids sowie dessen Rückweisung zur Neubeurteilung. Da die Beschwerde in
Zivilsachen ein reformatorisches Rechtsmittel ist (Art. 107 Abs. 2 BGG), darf
sich der Beschwerdeführer grundsätzlich nicht darauf beschränken, die Aufhebung
des angefochtenen Entscheids zu beantragen, sondern muss einen Antrag in der
Sache, einen sog. materiellen Antrag stellen. Anträge auf Rückweisung an die
Vorinstanz zu neuer Entscheidung oder blosse Aufhebungsanträge genügen nicht
und machen die Beschwerde unzulässig. Ein blosser Rückweisungsantrag reicht
indes aus, wenn das Bundesgericht im Falle der Gutheissung in der Sache nicht
selbst entscheiden könnte, weil die erforderlichen Sachverhaltsfeststellungen
der Vorinstanz fehlen (BGE 134 III 379 E. 1.3 S. 383). Dass das Bundesgericht
im Falle der Gutheissung der Beschwerde nicht selbst in der Lage wäre, ein
Sachurteil zu fällen, ist in der Beschwerdeschrift darzulegen (BGE 133 III 489
E. 3.2 S. 490). Dies hat der Beschwerdeführer vorliegend ebenfalls unterlassen.
Auf eine Beschwerde mit formell mangelhaftem Rechtsbegehren kann das
Bundesgericht ausnahmsweise dann eintreten, wenn sich aus der
Beschwerdebegründung, allenfalls in Verbindung mit dem angefochtenen Entscheid,
"zweifelsfrei" bzw. "ohne weiteres" ergibt, was der Beschwerdeführer in der
Sache verlangt (BGE 133 II 409 E. 1.4 S. 414 f.; 134 V 208 E. 1 S. 210) oder -
im Falle zu beziffernder Rechtsbegehren - welcher Geldbetrag zuzusprechen ist
(BGE 134 III 235 E. 2 S. 236 f.).
Aus der Begründung der vorliegenden Beschwerde ergibt sich zweifelsfrei, dass
sich der Beschwerdeführer einerseits gegen die Anrechnung eines hypothetischen
Nebenerwerbs wendet, andererseits einzelne Posten der Unterhaltsberechnung
beanstandet, wobei er die seiner Meinung nach geschuldeten Beträge zeitlich und
betragsmässig genau beziffert (Beschwerdeschrift S. 7 ff.). Insofern ist die
Beschwerde zulässig.

2.
Da es sich bei einem gestützt auf Art. 137 ZGB ergangenen Entscheid um eine
vorsorgliche Massnahme im Sinn von Art. 98 BGG handelt (BGE 133 III 393 E. 5.1
S. 397), kann vorliegend nur die Verletzung verfassungsmässiger Rechte gerügt
werden. Hierfür gilt das strenge Rügeprinzip gemäss Art. 106 Abs. 2 BGG. Dies
bedeutet, dass das Bundesgericht nur klar und detailliert erhobene und soweit
möglich belegte Rügen prüft, während es auf ungenügend begründete Rügen und
rein appellatorische Kritik am angefochtenen Entscheid nicht eintritt. Wird die
Verletzung des Willkürverbots gerügt, reicht es sodann nicht aus, die
Rechtslage aus Sicht des Beschwerdeführers darzulegen und den davon
abweichenden angefochtenen Entscheid als willkürlich zu bezeichnen; vielmehr
ist im Einzelnen darzulegen, inwiefern das kantonale Gericht willkürlich
entschieden haben soll und der angefochtene Entscheid deshalb an einem
qualifizierten und offensichtlichen Mangel leidet (BGE 134 II 244 E. 2.2 S.
246).

Dem qualifizierten Rügeprinzip von Art. 106 Abs. 2 BGG wird auch nicht dadurch
Genüge getan, dass in der Beschwerdeschrift dessen allgemeine Tragweite bzw.
die dazu ergangene Rechtsprechung lehrbuchartig wiedergegeben wird, sondern es
ist jeweils im Einzelnen aufzuzeigen, inwiefern ein spezifischer Punkt des
vorinstanzlichen Entscheids ein spezifisches und namentlich zu benennendes
verfassungsmässiges Recht verletzt.

Inwiefern diese Rügeanforderungen vorliegend erfüllt sind und demzufolge auf
die einzelnen Streitpunkte bzw. Begehren eingetreten werden kann, wird
nachfolgend näher zu prüfen sein.

3.
Der Beschwerdeführer wehrt sich in seiner Eingabe gegen das ihm von der
Vorinstanz angerechnete hypothetische Einkommen. Die Rechtsfigur des
hypothetischen Einkommens bedeutet Folgendes: Dem unterhaltspflichtigen
Ehegatten darf ein höheres als das tatsächlich erzielte Einkommen angerechnet
werden, wenn ihm eine entsprechende Einkommenssteigerung tatsächlich möglich
sowie auch zumutbar ist (eingehend: BGE 128 III 4 E. 4a S. 5 f. mit.
Hinweisen). Tatfrage ist dabei, ob dem Beschwerdeführer die Erzielung eines
hypothetischen Einkommens tatsächlich möglich ist, wobei es im Rahmen
vorsorglicher Massnahmen genügt, wenn eine solche Möglichkeit glaubhaft
erscheint. Ob dem Pflichtigen ein an sich möglicher hypothetischer Nebenerwerb
auch wirklich zumutbar ist, stellt demgegenüber eine Rechtsfrage dar (BGE 128
III 4 E. 4c/bb S. 7; BGE 126 III 10 E. 2b S. 12).

3.1 Der Beschwerdeführer macht vorliegend geltend, es sei "unerfindlich",
weshalb die Vorinstanz ihm eine zusätzliche Nebenerwerbstätigkeit anrechne bzw.
zumute. Eine solch pauschale Kritik genügt den vorerwähnten qualifizierten
Rügeanforderungen offensichtlich nicht.

3.2 Der Beschwerdeführer bringt weiter vor, er sei während der Dauer seiner
Arbeitslosigkeit verpflichtet gewesen, gegenüber dem kantonalen Arbeitsamt
sämtliche Erwerbstätigkeiten zu deklarieren. So habe er den Zwischenverdienst
bei seiner ehemaligen Arbeitgeberin jeweils deklariert, was aus den
Abrechnungen der kantonalen Arbeitslosenkasse hervorgehe. Wäre er tatsächlich
einer zusätzlichen selbständigen Tätigkeit nachgegangen, hätte er diese
gegenüber der Arbeitslosenkasse ebenfalls deklariert .
Abgesehen davon, dass diese Kritik den Anforderungen von Art. 106 Abs. 2 BGG
nicht genügt, zielt sie ohnehin ins Leere, denn die Vorinstanz hat dem
Beschwerdeführer gar keinen realen, sondern einen hypothetischen Nebenerwerb
angerechnet. Wie schon aus dessen Bezeichnung erhellt, zeichnet sich der
hypothetische Nebenerwerb gerade dadurch aus, dass es irrelevant ist, ob ein
solcher Nebenerwerb tatsächlich stattgefunden hat oder nicht. Der Einwand des
Beschwerdeführers, er sei in der fraglichen Zeit keinem Nebenerwerb
nachgegangen, ist daher unbehelflich bzw. nicht rechtserheblich.

3.3 Weiter führt der Beschwerdeführer aus, nach Aufhebung der ehelichen
Gemeinschaft sei ihm vom damaligen Rechtsvertreter der Beschwerdegegnerin
mitgeteilt worden, er dürfe die Firma des Geschäftes der Beschwerdegegnerin
nicht mehr weiter verwenden. Daraus folgert der Beschwerdeführer, es bestünden
somit weder Anzeichen noch überhaupt die Möglichkeit, eine
Nebenerwerbstätigkeit auszuüben .
Abgesehen davon, dass auch dieses Vorbringen den Anforderungen von Art. 106
Abs. 2 BGG nicht genügt, ist es ohnehin nicht rechtserheblich, denn die
Vorinstanz hat die Möglichkeit, ein hypothetisches Einkommen zu erzielen, gar
nicht damit begründet, dass der Beschwerdeführer das fragliche Geschäft unter
der Firma der Beschwerdegegnerin hätte weiterführen können. Im vorinstanzlichen
Entscheid heisst es dazu: "Dem Ehemann wäre es ohne weiteres möglich gewesen,
das Geschäft unter anderem Namen weiterzuführen." Zu diesem Argument äussert
sich der Beschwerdeführer mit keinem Wort.

3.4 Der Beschwerdeführer macht sodann geltend, sein neuer Arbeitsvertrag, den
er bereits vor der Vorinstanz eingereicht habe, untersage ihm ausdrücklich,
eine Nebenerwerbstätigkeit auszuüben. In der vorinstanzlichen
Sachverhaltsfeststellung, die für das Bundesgericht grundsätzlich massgebend
ist (Art. 105 BGG), wird der erwähnte Arbeitsvertrag zwar erwähnt, nicht jedoch
diese spezifische angebliche Verbotsklausel. Mit der diesbezüglichen
Argumentation des Beschwerdeführers hat sich die Vorinstanz in der Tat nicht
auseinandergesetzt; um daraus aber vor Bundesgericht etwas zu seinen Gunsten
ableiten zu können, hätte der Beschwerdeführer diesen Punkt - entsprechend den
Anforderungen von Art. 106 Abs. 2 BGG - als Verletzung spezifischer
verfassungsmässiger Rechte rügen und diese Rügen einlässlich begründen müssen
(vgl. dazu auch Urteil 5A_55/2007 vom 14. August 2007 E. 2.2, in: FamPra.ch
2008 S. 181). In seiner Beschwerdeschrift macht er aber nicht einmal explizit
geltend, dass die Vorinstanz das vorerwähnte arbeitsvertragliche Verbot einer
Nebenerwerbstätigkeit ausser Acht gelassen habe, geschweige denn, dass dadurch
ein spezifisches verfassungsmässiges Recht verletzt worden sei.

3.5 Wiederum unter Hinweis auf sein neues Anstellungsverhältnis macht der
Beschwerdeführer geltend, er schöpfe seine Arbeitskraft voll aus, weshalb es
für die Anrechnung eines hypothetischen Einkommens keinen Anlass gebe. In
diesem Zusammenhang ist auch sein an anderer Stelle geäussertes Vorbringen zu
sehen, wonach ihm die Anrechnung eines hypothetischen Einkommens nicht
"zumutbar" sei.
Die Zumutbarkeit eines hypothetischen Nebenerwerbs ist eine Rechtsfrage (siehe
oben E. 3), was im Kontext von Art. 98 BGG i.V.m. Art. 106 Abs. 2 BGG den
Beschwerdeführer aber nicht davon entbindet, im Einzelnen zu rügen und zu
begründen, warum die Vorinstanz im Rahmen ihrer Rechtsanwendung ein
verfassungsmässiges Recht verletzt hat. Mit dem blossen Hinweis des
Beschwerdeführers, dass er seine Arbeitskraft voll ausschöpfe, wird diesem
Erfordernis nicht Genüge getan.

3.6 Der Beschwerdeführer weist weiter darauf hin, dass der Grund für seinen
heute im Vergleich zu früher tieferen Verdienst in der Entwicklung des
Arbeitsmarktes liege; besser bezahlte Stellen seien in seinem Geschäftsbereich
wegen sinkender Nachfrage nicht mehr vorhanden. Sinngemäss bestreitet der
Beschwerdeführer damit die Möglichkeit, einem Nebenerwerb nachzugehen. Dabei
handelt es sich um eine Tatfrage (siehe oben E. 3), deren Überprüfung dem
Bundesgericht grundsätzlich verwehrt ist (Art. 105 BGG) und deren Beanstandung
im Kontext von Art. 106 Abs. 2 BGG wiederum erfordern würde, dass die
Verletzung eines verfassungsmässigen Rechts präzise gerügt und begründet wird.

4.
Im Folgenden ist auf die weiteren Vorbringen des Beschwerdeführers, die nicht
direkt das hypothetische Einkommen betreffen, näher einzugehen.

4.1 Bloss in Klammern erwähnt der Beschwerdeführer nebenbei, die Höhe des
Zwischenverdienstes bei der S.________ AG betrage nicht Fr. 2'600.--, sondern
Fr. 2'400.--. Belege bzw. eine Begründung dafür liefert er keine, weshalb er
den Anforderungen von Art. 106 Abs. 2 BGG nicht nachkommt. Unzureichend ist
sein Vorbringen im Übrigen auch im Lichte von Art. 105 Abs. 2 BGG (Urteil
4A_223/2007 vom 30. August 2007 E. 3.2; BGE 130 III 102 E. 2.2 S. 106).

4.2 Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, die Vorinstanz habe den Beginn
der ersten Periode der Unterhaltszahlungen zu Unrecht auf August 2008
angesetzt. Da das ursprüngliche Abänderungsgesuch an das Kreisgericht Rheintal
am 11. März 2008 erfolgt sei, hätte die Vorinstanz die Unterhaltsbeiträge
bereits ab April 2008 anpassen müssen.
Auch diese Ausführungen des Beschwerdeführers tragen dem qualifizierten
Rügeprinzip nicht Rechnung. Dass er im darauf folgenden Absatz seiner
Beschwerde allgemein gehaltene Ausführungen betreffend die bundesgerichtliche
Rechtsprechung zu Art. 98 BGG macht, ändert daran nichts (siehe oben E. 2).

4.3 Sodann bringt der Beschwerdeführer vor, es sei "unerklärlich", dass die
Vorinstanz seine Wohnkosten von monatlich Fr. 1'500.-- auf Fr. 1'000.--
reduziert habe, währenddem der Beschwerdegegnerin die Wohnkosten in Höhe von
Fr. 1'340.-- belassen worden seien. Weiter führt der Beschwerdeführer dazu aus:
"Angemessen wäre, die Wohnkosten für beide Parteien gleich hoch anzusetzen."
Wie der Beschwerdeführer damit selbst explizit zum Ausdruck bringt, hält er die
vorinstanzliche Festsetzung der Wohnkosten für nicht "angemessen". Im Rahmen
einer Rüge gemäss Art. 98 BGG i.V.m. Art. 106 Abs. 2 BGG kann ein
vorinstanzlicher Entscheid aber nicht auf seine Angemessenheit überpüft werden,
es sei denn, es liege ein eigentlicher Ermessensmissbrauch vor, was aber
wiederum im Einzelnen darzulegen wäre und vorliegend unterblieben ist. Weiter
bringt der Beschwerdeführer vor, die Vorinstanz habe für diese
Ungleichbehandlung der Wohnkosten keinen "vernünftigen Grund" angegeben. In Tat
und Wahrheit hat die Vorinstanz ihre diesbezügliche Haltung aber auf einer
knappen halben Seite begründet (vorinstanzlicher Entscheid S. 5 unten). Mit den
dort aufgeführten Argumenten setzt sich der Beschwerdeführer mit keinem Wort
auseinander.

4.4 Weiter heisst es in der Beschwerdeschrift, es sei "sachlich nicht
gerechtfertigt", die während des Zwischenverdienstes angefallenen Fahrkosten
des Beschwerdeführers nur auf Fr. 200.-- zu veranschlagen; es seien ihm statt
dessen Fr. 1'000.-- anzurechnen, da er einmal pro Woche mit dem Auto nach
Deutschland habe fahren müssen. Auch diese Kritik betrifft lediglich eine Frage
der Angemessenheit.

4.5 Schliesslich stellt der Beschwerdeführer in seiner Beschwerdeschrift von
ihm (mit Ausnahme des vorstehend Gesagten) nicht weiter kommentierte
tabellarische Unterhaltsberechnungen an. Auch darauf kann im Lichte der
Anforderungen von Art. 106 Abs. 2 BGG nicht näher eingetreten werden.

5.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich die vorliegende Beschwerdeschrift
durchwegs in appellatorischer Kritik erschöpft und den qualifizierten Rüge- und
Begründungsanforderungen von Art. 106 Abs. 2 BGG nicht genügt. Auf die
Beschwerde ist daher nicht einzutreten.

6.
Bei diesem Verfahrensausgang wird der Beschwerdeführer kostenpflichtig (Art. 66
Ab. 1 BGG). Eine Parteientschädigung an die Beschwerdegegnerin ist nicht
zuzusprechen, da sie zum Gesuch um aufschiebende Wirkung keine Vernehmlassung
eingereicht hat und in der Sache dazu nicht eingeladen wurde (vgl. Art. 68 Abs.
2 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 2500.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Kantonsgericht St. Gallen,
Einzelrichter im Familienrecht, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 15. November 2010
Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Die Präsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Hohl Schwander