Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

II. Zivilrechtliche Abteilung, Beschwerde in Zivilsachen 5A.56/2010
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
5A_56/2010

Urteil vom 2. Juni 2010
II. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Hohl, Präsidentin,
Bundesrichterin Escher, Bundesrichter von Werdt,
Gerichtsschreiber Zingg.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
vertreten durch Advokat Dr. Jean-Louis von Planta,
Beschwerdeführerin,

gegen

Y.________,
vertreten durch Advokat Bernhard Simonetti,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
Ehescheidung (Ehevertrag, Scheidungskonvention, Unterhalt),

Beschwerde gegen das Urteil des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung
Zivil- und Strafrecht, vom 17. November 2009.

Sachverhalt:

A.
X.________ (geb. 1964) und Y.________ (geb. 1949) schlossen am 15. November
2004 den Bund der Ehe, nachdem sie sich zu Beginn desselben Jahres
kennengelernt hatten. Die Ehefrau zog kurz vor der Hochzeit von Schweden in die
Schweiz. Gemäss ihren Angaben war sie in Schweden zuvor als Mitarbeiterin eines
Reisebüros tätig.
Noch vor der Hochzeit, am 4. November 2004, liessen die Parteien durch eine
Basler Notarin einen Ehe- und Erbvertrag (fortan: Ehevertrag) beurkunden.
Ziffer 6 dieses Ehevertrages lautet wie folgt:
"Die zukünftigen Ehegatten blicken mit Zuversicht auf eine gemeinsame Zukunft.
In Anbetracht aber der heutigen Scheidungsrealität wünschen sie in diesem
Vertrag im Hinblick auf eine mögliche Scheidung nachfolgende Regelung
hinsichtlich des Ehegattenunterhaltes:
Y.________ verpflichtet sich, X.________ für den Zeitpunkt während des
Scheidungsverfahrens sowie nach der Scheidung eine monatliche und monatlich
vorauszahlbare sowie lebenslängliche Rente von Fr. 3'000 (Franken dreitausend)
zu zahlen. Der am 4. (vierten) November 2004 (zweitausendundvier) festgelegte
Unterhaltsbeitrag wird indexiert (Landesindex der Konsumentenpreise, Stand des
Indexes im Zeitpunkt der Hochzeit) und soll jährlich der Entwicklung des
Indexes auf den ersten Januar angepasst werden. Massgeblich soll jeweils der
Novemberindex des Vorjahres sein. Die Indexierung gilt nicht nur für die
Festlegung des Unterhaltsbeitrages im Zeitpunkt des Scheidungsverfahrens
respektive der Scheidung, sondern auch weiterhin. Der Unterhaltsanspruch steht
neben den sonstigen Ansprüchen von X.________ wie beispielsweise aus
Güterrecht, aus Pensionskassenanwartschaften sowie auf allfälligen Unterhalt
für die gemeinsamen Kinder.
Die Ehegatten verpflichten sich, diesbezüglich eine entsprechend lautende
Scheidungskonvention zu unterzeichnen. Sie sind von der Notarin auf Artikel 140
(einhundertvierzig) des Schweizerischen Zivilgesetzbuches aufmerksam gemacht
worden, wonach die Vereinbarung über die Scheidungsfolgen erst rechtsgültig
ist, wenn das Gericht sie genehmigt. Das Gericht spricht die Genehmigung aus,
wenn es sich davon überzeugt hat, dass die Ehegatten aus freiem Willen und nach
reiflicher Überlegung die Vereinbarung geschlossen haben und diese klar,
vollständig und nicht offensichtlich unangemessen ist."
Gemäss übereinstimmender Darstellung der Parteien verlief die Ehe schon wenige
Wochen nach Eheschluss nicht erwartungsgemäss und die Ehegatten beschlossen
über Weihnachten 2004, sich zu trennen. Beide Parteien gehen von einer effektiv
gelebten Ehe von fünf Wochen Dauer aus. Die Ehefrau zog per 1. Februar 2005 in
eine eigene Wohnung. Der Ehemann klagte am 8. Juni 2005 auf Ungültigerklärung
des Eheschlusses, eventualiter auf Scheidung gemäss Art. 115 ZGB, zog diese
Klage aber wieder zurück. Für die Dauer der Trennung wurde der vom Ehemann an
die Ehefrau zu bezahlende monatliche Unterhaltsbeitrag wie folgt festgelegt:
Fr. 5'400.-- ab 1. Oktober 2005, Fr. 3'200.-- ab 1. August 2007 und Fr.
3'000.-- ab 1. Dezember 2007.

B.
Am 12. Februar 2007 reichte Y.________ beim Bezirksgericht Laufen die auf Art.
114 ZGB gestützte Scheidungsklage ein und ersuchte um Regelung der
Scheidungsnebenfolgen. Insbesondere beantragte er, der Ehefrau ab Rechtskraft
des Scheidungsurteils keine Unterhaltsbeiträge mehr zahlen zu müssen.
X.________ beantragte hingegen einen monatlichen, lebenslänglichen und
indexierten Unterhaltsbeitrag von Fr. 3'000.--.
Mit Urteil der Dreierkammer des Bezirksgerichts Laufen vom 22. Januar 2009
wurde die Ehe der Parteien gestützt auf Art. 112 ZGB geschieden. Nachehelicher
Unterhalt wurde keiner zugesprochen. Hingegen wurde der Ehemann verpflichtet,
der Ehefrau aus Auflösung der Gütergemeinschaft eine Summe von Fr. 314'837.40
zu bezahlen. Seine Vorsorgeeinrichtung wurde angewiesen, Fr. 85'464.25 auf ein
Freizügigkeitskonto der Ehefrau zu überweisen. Die Gerichtskosten wurden
halbiert und die Parteikosten wettgeschlagen.

C.
Am 30. Januar 2009 appellierte X.________ gegen dieses Urteil beschränkt auf
den Unterhalts- und den Kostenpunkt und ersuchte gemäss ihrem erstinstanzlichen
Antrag um Zusprechung eines monatlichen Unterhaltsbeitrags von Fr. 3'000.--.
Mit Urteil vom 17. November 2009 wies das Kantonsgericht Basel-Landschaft die
Appellation ab.

D.
Am 19. Januar 2010 hat X.________ (fortan: Beschwerdeführerin) gegen dieses
Urteil Beschwerde in Zivilsachen erhoben. Sie beantragt, das angefochtene
Urteil aufzuheben und ihrem Antrag auf Zusprechung eines Unterhaltsbeitrags von
monatlich Fr. 3'000.-- stattzugeben. Zudem seien sämtliche Kosten des
vorliegenden wie auch des kantonalen Verfahrens gemäss Prozessausgang
Y.________ (fortan: Beschwerdegegner) aufzuerlegen.
Ein Gesuch der Beschwerdeführerin vom 10. März 2010, mit welchem sie um
aufschiebende Wirkung und die Zusprechung von monatlich Fr. 3'000.-- während
des bundesgerichtlichen Verfahrens gebeten hat, ist mit Verfügung der
Instruktionsrichterin am 12. März 2010 abgewiesen worden.
Das Kantonsgericht Basel-Landschaft und der Beschwerdegegner schliessen auf
Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.
Angefochten ist binnen Frist (Art. 100 Abs. 1, 46 Abs. 1 lit. c BGG) ein
kantonal letztinstanzliches Endurteil (Art. 75 Abs. 1, Art. 90 BGG) in einer
Scheidungs- und mithin in einer Zivilsache (Art. 72 Abs. 1 BGG). Einzig
umstritten sind die Unterhaltsbeiträge, weshalb eine vermögensrechtliche
Angelegenheit vorliegt (Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG; Urteil 5A_108/2007 vom 11.
Mai 2007 E. 1.2), wobei der massgebliche Streitwert überschritten ist (Art. 51
Abs. 4 BGG).
Mit der Beschwerde in Zivilsachen können Rechtsverletzungen im Sinne von Art.
95 und Art. 96 BGG gerügt werden. Die Feststellung des Sachverhalts kann nur
gerügt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer
Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht und die Behebung des Mangels
für den Verfahrensausgang entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG). Dabei
bedeutet "offensichtlich unrichtig" willkürlich (BGE 135 III 127 E. 1.5 S. 130
mit Hinweis). Neue Tatsachen und Beweismittel dürfen nur so weit vorgebracht
werden, als erst der Entscheid der Vorinstanz dazu Anlass gibt (Art. 99 Abs. 1
BGG). Im Übrigen legt das Bundesgericht seinem Urteil den vorinstanzlich
festgestellten Sachverhalt zugrunde (Art. 105 Abs. 1 BGG).
Nach Art. 42 Abs. 2 BGG ist in der Begründung in gedrängter Form darzulegen,
inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt. Dies setzt voraus, dass sich der
Beschwerdeführer wenigstens kurz mit den Erwägungen des angefochtenen
Entscheids auseinandersetzt. Ansonsten kann auf die Beschwerde nicht
eingetreten werden (BGE 134 II 244 E. 2.1 S. 245 f.). Wird Willkür bei der
Sachverhaltsfeststellung geltend gemacht, gelten strengere Anforderungen und es
muss anhand des angefochtenen Entscheides im Einzelnen aufgezeigt werden, in
welcher Hinsicht er an einem qualifizierten und offensichtlichen Mangel leidet
(BGE 133 II 249 E. 1.4.3 S. 255; 134 II 244 E. 2.2 S. 246 mit Hinweis). Auf
rein appellatorische Kritik ist nicht einzutreten (BGE 133 II 396 E. 3.1 S.
399; 133 III 589 E. 2 S. 591 f.).

2.
2.1 In erster Linie ist die Bedeutung der zitierten Klausel über den
nachehelichen Unterhalt im Ehevertrag umstritten. Das Bezirksgericht Laufen hat
ihr jegliche Bindungswirkung versagt, da der Gesetzgeber keine Privatautonomie
vor dem Eheschluss zur Regelung unterhaltsrechtlicher Folgen bei Scheidung
vorgesehen habe und die Klausel auch aufgrund von Art. 27 Abs. 2 ZGB nichtig
sei. Ausserdem könne die Klausel wegen offensichtlicher Unangemessenheit (Art.
140 Abs. 2 ZGB) nicht genehmigt werden. Das Kantonsgericht hat einen anderen
Ansatzpunkt gewählt, die Klausel ausgelegt und ist zum Schluss gekommen, die
Unterhaltsregelung sei nicht direkt anwendbar, sondern die Parteien hätten sich
einzig verpflichtet, später eine Konvention mit entsprechendem Inhalt
abzuschliessen. Dies sei jedoch nicht geschehen, was gleich behandelt werden
könne, wie wenn die Konvention während der Bedenkfrist widerrufen worden wäre.
Im Ergebnis haben somit beide Instanzen die nacheheliche Unterhaltsregelung im
Ehevertrag für unbeachtlich befunden.

2.2 Die Vorinstanz hat keinen übereinstimmenden wirklichen Willen (Art. 18 Abs.
1 OR) der Ehegatten hinsichtlich der umstrittenen Klausel festgestellt. Soweit
die Beschwerdeführerin das Gegenteil behauptet und sich auf das Willensprinzip
stützt, bringt sie Tatsachenrügen vor, ohne im Einzelnen darzutun, inwiefern
die vorinstanzliche Beurteilung willkürlich sein soll (Art. 97 Abs. 1 BGG). Den
Begründungsanforderungen ist damit nicht Genüge getan.
Bei der Auslegung nach dem Vertrauensprinzip, die das Bundesgericht als
Rechtsfrage frei überprüfen kann, ist die Vorinstanz vom Wortlaut der
Vertragsbestimmung ausgegangen, wonach sich die Parteien verpflichten, eine
Scheidungskonvention mit dem in der Klausel festgelegten Inhalt zu
unterzeichnen. Die Bestimmung sei somit nicht direkt anwendbar, sondern die
Parteien hätten einzig den Inhalt einer in Zukunft noch zu unterzeichnenden
Konvention über den Ehegattenunterhalt festgelegt.
Was die Beschwerdeführerin gegen diese Auslegung vorbringt, vermag nicht zu
tragen. Ob sie - wie vorgebracht - Vertrauen in die direkte Anwendbarkeit der
Bestimmung hatte, beschlägt eine Tatsachenfrage und ist nicht relevant.
Entscheidend ist, ob sie angesichts des Wortlautes des Vertrages auf eine
direkte Anwendbarkeit vertrauen durfte. Dies ist angesichts der gewählten
Formulierung nicht der Fall. Hätten die Parteien eine unmittelbare Anwendung
gewollt, hätten sie ohne weiteres vereinbaren können, dass Ziff. 6 des
Ehevertrages als Teilkonvention für den Scheidungsfall aufzufassen und als
solche, ohne nochmalige Unterzeichnung, dem Gericht einzureichen sei. Musste
der Beschwerdeführerin von Anfang an bewusst sein, dass eine
Scheidungskonvention erst später zu unterzeichnen ist, womit zwangsläufig das
Risiko der Nichtunterzeichnung einhergeht, kann das Auslegungsergebnis entgegen
ihrer Auffassung auch nicht als stossend oder als Verletzung des Grundsatzes
"pacta sunt servanda" aufgefasst werden. Der letztgenannte Grundsatz ist bei
der blossen Vertragsinhaltsermittlung durch Auslegung ohnehin nicht berührt. Im
vorliegenden Verfahren nicht zu beurteilen ist, ob die Nichtunterzeichnung der
Scheidungskonvention durch den Beschwerdegegner allenfalls vertragswidrig war
und welches die Folgen davon sein könnten. Dass die Beschwerdeführerin keinen
Anlass hatte, Vertrauen in den Bestand der Unterhaltsklausel zu haben, ergibt
sich im Übrigen auch aus dem Hinweis im Vertrag auf den Genehmigungsvorbehalt
gemäss Art. 140 Abs. 2 ZGB. Dieser Hinweis sagt zwar nichts darüber aus, ob die
Unterhaltsklausel direkt anwendbar sein soll oder nicht, da Art. 140 Abs. 2 ZGB
auch bei direkter Anwendbarkeit zu beachten ist (BGE 121 III 393 E. 5b S. 394
f. zu aArt. 158 Ziff. 5 ZGB; Urteil 5C.114/2003 vom 4. Dezember 2003 E. 2.2,
in: Fampra.ch 2004 S. 345; Urteil 5C.270/2004 vom 14. Juli 2005 E. 4.1, in:
Fampra.ch 2006 S. 438). Allerdings musste er der Beschwerdeführerin zusätzlich
vor Augen führen, dass der vereinbarte Unterhaltsbeitrag in keiner Weise
gesichert war, und zwar weder im Grundsatz, noch in der Höhe oder von der
Zeitdauer her. Zusammenfassend durfte die Beschwerdeführerin nach Treu und
Glauben somit weder in die direkte Anwendbarkeit der Klausel noch in den
Bestand ihres Inhaltes Vertrauen haben.

2.3 Dem Gericht liegt somit keine Scheidungskonvention über den nachehelichen
Unterhalt zur Genehmigung vor. Angesichts dieses Auslegungsergebnisses kann
offen bleiben, ob eine vor der Ehe abgeschlossene Vereinbarung über den
nachehelichen Unterhalt vor Art. 27 Abs. 2 ZGB standhält (vgl. BGE 122 III 97
zu einem Abänderungsverzicht unter altem Scheidungsrecht). Nicht thematisiert
werden muss des Weiteren, ob sich der Beschwerdegegner auf die clausula rebus
sic stantibus berufen kann oder ob er die Vereinbarung hätte widerrufen können,
wie dies die Vorinstanz annimmt (vgl. zur unterschiedlichen Bindungswirkung
einer Scheidungskonvention je nach Art des Scheidungsverfahrens Urteil 5C.270/
2004 vom 14. Juli 2005 E. 3.1 und E. 5.1 sowie die Kritik von Hausheer/Steck,
Eheverträge und Scheidungsvereinbarungen, ZBJV 2008 S. 940 ff.). Schliesslich
kann auch offen bleiben, ob eine Konvention mit dem Inhalt gemäss Ziff. 6 des
Ehevertrages angesichts der konkreten Umstände überhaupt genehmigungsfähig wäre
oder nicht als offensichtlich unangemessen im Sinne von Art. 140 Abs. 2 ZGB
erschiene.

3.
Zu untersuchen bleibt demnach, ob die Beschwerdeführerin nach der gesetzlichen
Regelung von Art. 125 ZGB Anspruch auf nachehelichen Unterhalt hat.

3.1 Gemäss Art. 125 Abs. 1 ZGB besteht ein Anspruch auf nachehelichen
Unterhalt, soweit einem Ehegatten nicht zuzumuten ist, für den ihm gebührenden
Unterhalt unter Einschluss einer angemessenen Altersvorsorge selbst
aufzukommen. Diese Bestimmung basiert auf zwei Prinzipien: einerseits auf jenem
des "clean break", wonach jeder Ehegatte im Rahmen des Möglichen nach der
Scheidung die wirtschaftliche Unabhängigkeit erlangen und für seinen Unterhalt
selber aufkommen soll, und andererseits auf jenem der nachehelichen
Solidarität, der namentlich Bedeutung erlangt, wenn es einem Ehegatten
beispielsweise durch eine ehebedingte Beeinträchtigung seiner wirtschaftlichen
Selbständigkeit nicht zumutbar ist, nach Auflösung der Ehe selber für seinen
Unterhalt aufzukommen. In Art. 125 Abs. 2 Ziff. 1-8 ZGB werden in nicht
abschliessender Weise die Kriterien für die Beurteilung aufgezählt, ob, in
welcher Höhe und für welche Dauer eine Unterhaltspflicht besteht (BGE 132 III
598 E. 9.1 S. 600 mit Hinweisen; 127 III 289 E. 2a/aa S. 291).

3.2 Zunächst ist die Dauer der Ehe zu berücksichtigen (Art. 125 Abs. 2 Ziff. 2
ZGB). Soweit die Trennung der Ehegatten zur Vorbereitung der Scheidung dient
bzw. die Wiederaufnahme des Zusammenlebens nicht mehr ernstlich in Frage kommt,
bemisst sich die Ehedauer grundsätzlich von der Eheschliessung an bis zur
tatsächlichen Aufhebung der ehelichen Gemeinschaft (BGE 132 III 598 E. 9.2 S.
600; 127 III 136 E. 2c S. 140). Dass vorliegend nach der Trennung eine
Wiederaufnahme des ehelichen Zusammenlebens in Frage gekommen wäre, wird nicht
geltend gemacht. Gegen die vorinstanzliche Beurteilung, dass die Dauer der
effektiv gelebten Ehe von lediglich fünf Wochen für sich allein betrachtet
keinen Unterhaltsanspruch zu erzeugen vermöge, wendet sich die
Beschwerdeführerin - zu Recht - nicht. Hingegen macht sie geltend, ihr sei
aufgrund ihres Gesundheitszustandes und ihres Alters (Art. 125 Abs. 2 Ziff. 4
ZGB) sowie ihrer beruflichen Ausbildung und fehlender Erwerbsaussichten (Art.
125 Abs. 2 Ziff. 7 ZGB) nicht zumutbar, eine Stelle anzutreten und für ihren
eigenen Unterhalt aufzukommen.

3.3 Was Ausbildung und Erwerbsaussichten betrifft, führt die Beschwerdeführerin
aus, ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt seien aufgrund der wirtschaftlichen Lage
und ihres Alters - sie erreiche 2010 das 47. Altersjahr - erheblich verringert.
Zudem verfüge sie über keine Ausbildung. Sie sei aus dem Ausland für die
Eheschliessung in die Schweiz gezogen und beherrsche die deutsche Sprache
nicht, womit die Erwerbsaussichten durch die Ehe verringert worden seien.
Die Vorinstanz hat diesbezüglich in tatsächlicher Hinsicht festgehalten, die
Beschwerdeführerin habe vor der Ehe in einem Reisebüro in Schweden gearbeitet
und sei für ihren Unterhalt selber aufgekommen, habe diese Stelle aber im
Hinblick auf die Hochzeit gekündigt und Schweden kurz vor derselben verlassen.
In rechtlicher Hinsicht hat die Vorinstanz angenommen, der Beschwerdeführerin
wäre nach der Trennung ohne weiteres zuzumuten gewesen, in ihr Heimatland
zurückzukehren und an ihr früheres Leben anzuknüpfen, auch wenn sie dort eine
neue Wohnung und Stelle hätte suchen müssen.
Gegen die Möglichkeit der Anknüpfung an die vorehelichen Verhältnisse bringt
die Beschwerdeführerin bloss vor, ihre Situation sei nicht zu vergleichen mit
der einer Person, die vor der Ehe bereits im selben Land gelebt habe. Inwiefern
sich ihre Situation allerdings davon unterscheiden soll, legt sie nicht dar.
Insbesondere führt sie nicht aus, wieso sie nicht nach Schweden hätte
zurückkehren können, als das Scheitern der Ehe manifest wurde. Selbst wenn sie
sich rechtsgenüglich mit der tragenden vorinstanzlichen Erwägung
auseinandergesetzt hätte, wäre kaum ersichtlich, was einer Reintegration in
Schweden nach einer Abwesenheit von solch kurzer massgeblicher Dauer
entgegenstünde, wurde die Ehe doch bloss während fünf Wochen gelebt. Blieb die
Beschwerdeführerin dennoch in der Schweiz, so stellt dies - wie bereits die
Vorinstanz festgehalten hat - ihre eigenverantwortliche Entscheidung dar, deren
negative Folgen keinen ehebedingten Nachteil begründen können. Soweit sich die
Argumente der Beschwerdeführerin auf die Folgen ihres Verbleibs in der Schweiz
beziehen, sind sie mithin nicht geeignet, an der kantonsgerichtlichen
Beurteilung etwas zu ändern. Dies betrifft zunächst die Berufung auf ihre
mangelnden Deutschkenntnisse, welche nur für ihre Situation in der Schweiz,
nicht aber in Schweden, relevant sind, wobei anzufügen bleibt, dass sie gemäss
den Akten offenbar Französisch und weitere Fremdsprachen spricht, so dass ihre
Erwerbsaussichten selbst in der Schweiz oder im grenznahen Ausland zum
massgeblichen Zeitpunkt nicht schlecht gewesen sein dürften. Auf ihre
Erwerbsaussichten in Schweden konnte auch die angeblich fehlende
Berufsausbildung keinen massgeblichen Einfluss haben, arbeitete sie doch dort
bereits vorher ohne eine solche. In analoger Weise ist schliesslich ihrem
Hinweis auf ihr derzeitiges Alter entgegenzuhalten, dass sie nach der Trennung
wieder eine Erwerbsarbeit hätte aufnehmen müssen und die sich mit zunehmendem
Alter allenfalls verschlechternden Erwerbsaussichten auf ihren Entscheid
zurückzuführen sind, nicht bereits früher wieder ins Arbeitsleben einzusteigen
(vgl. Urteil 5A_76/2009 vom 4. Mai 2009 E. 6.2.3 mit Hinweisen).

3.4 Die Beschwerdeführerin macht des Weiteren geltend, sie leide wegen
traumatischer Erlebnisse während der Ehe an einer schweren psychischen Störung
und sei deshalb gemäss ärztlichem Attest bis auf weiteres nicht arbeitsfähig.
Das Kantonsgericht hat keinen adäquat kausalen Zusammenhang zwischen dem
Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin bzw. ihrer Arbeitsunfähigkeit und der
real gelebten Ehe erkennen können. Sie könne keine Ereignisse benennen, welche
ihr Krankheitsbild nach allgemeiner Lebenserfahrung zwingend hervorrufen
würden. Insbesondere vermöge sie keine Situation zu schildern, in welcher der
Beschwerdegegner sie bedrängt, bedroht oder unerwünschten Kontakt zu ihr
gesucht habe. Im Gegenteil habe er sich kooperativ gezeigt, indem er ihr
beispielsweise half, eine eigene Wohnung zu finden, und er sei seinen
Unterhaltspflichten während der Trennung nachgekommen. Auch das ärztliche
Zeugnis vom Dezember 2007 belege keinen Kausalzusammenhang und es sei zudem
ungewiss, ob die Diagnose (Depression) zum heutigen Zeitpunkt überhaupt noch
zutreffe.
Was die Beschwerdeführerin dagegen vorbringt, erschöpft sich im Wesentlichen in
einer Darstellung des Sachverhalts aus eigener Sicht, wobei sie weiterhin
ausdrücklich aus privaten Gründen keine genauen Aussagen zu Vorfällen in der
Ehe machen will, sondern sich auf die Behauptung beschränkt, sie sei wie eine
Sklavin behandelt worden und der Beschwerdegegner sei geizig gewesen. Das von
der Vorinstanz als positiv gedeutete Verhalten des Beschwerdegegners bezüglich
der Hilfe bei der Wohnungssuche deutet sie negativ dahingehend, dass er sie
möglichst schnell hinauswerfen wollte. Mit diesen allgemein gehaltenen
Ausführungen genügt sie den Begründungsanforderungen an eine Sachverhaltsrüge
nicht (vgl. oben E. 1). Unzulässig ist auch die Beibringung des neuen, im
Übrigen kaum aussagekräftigen Arztzeugnisses vom 13. November 2009, ist doch
nicht ersichtlich, wieso ein neueres Zeugnis als dasjenige von Dezember 2007
nicht bereits vor Kantonsgericht hätte eingereicht werden können (Art. 99 Abs.
1 BGG). Es bleibt somit bei den Tatsachenfeststellungen der Vorinstanz. Mit der
Rechtsfrage, dass bei dieser Ausgangslage kein adäquat kausaler Zusammenhang
zwischen der Ehe und ihrer Erkrankung angenommen werden kann, setzt sich die
Beschwerdeführerin nicht auseinander. Auch insofern kann deshalb auf ihre Rüge
nicht eingetreten werden. Insbesondere macht sie nicht geltend, dass in ihrem
Fall der gesundheitliche Nachteil alleine aufgrund der nachehelichen
Solidarität zu einer Unterhaltsberechtigung führen müsste und deshalb seine
Ehebedingtheit nicht zu prüfen sei (vgl. Urteil 5A_384/2008 vom 21. Oktober
2008 E. 5.2.1 mit Hinweis; Gloor/Spycher, in: Basler Kommentar,
Zivilgesetzbuch, 3. Aufl. 2006, N. 27 zu Art. 125 ZGB). Dass die
Beschwerdeführerin im Übrigen bereits zum Trennungszeitpunkt an einer zur
Arbeitsunfähigkeit führenden Erkrankung litt, macht sie nicht geltend, so dass
auch unter diesem Gesichtswinkel nicht zu beanstanden ist, wenn die Vorinstanz
für die Zumutbarkeit der Wiederaufnahme einer Erwerbstätigkeit auf diesen
Zeitpunkt abgestellt hat.

3.5 Zusammenfassend besteht somit keine Grundlage, um der Beschwerdeführerin
nachehelichen Unterhalt zuzusprechen. Es erübrigt sich, auf die von der
Vorinstanz behandelte Frage einzugehen, wie die Zahlung aus Güterrecht von Fr.
314'837.40 unterhaltsrechtlich zu berücksichtigen wäre. Wenn die
Beschwerdeführerin in diesem Zusammenhang behauptet, der Beschwerdegegner habe
eine volle Absicherung der Beschwerdeführerin gewollt, stellt sie eine mit dem
Ehevertrag zusammenhängende, appellatorische Sachverhaltsbehauptung auf, die
für die Frage, ob ihr von Gesetzes wegen ein Unterhaltsanspruch zusteht, nicht
bedeutsam ist. Sie macht des Weiteren geltend, der Betrag aus Güterrecht reiche
nicht, um davon lange zu überleben, behauptet aber zu Recht nicht, dass dies
allein genügen würde, um einen Unterhaltsanspruch gestützt auf Art. 125 ZGB zu
erzeugen.

4.
Somit ist die Beschwerde abzuweisen, soweit auf sie eingetreten werden kann.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens trägt die Beschwerdeführerin die
Gerichtskosten (Art. 66 Abs. 1 BGG). Zudem hat sie dem Beschwerdegegner eine
Parteientschädigung zu entrichten (Art. 68 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 3'000.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

3.
Die Beschwerdeführerin hat den Beschwerdegegner für das bundesgerichtliche
Verfahren mit Fr. 3'000.-- zu entschädigen.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Kantonsgericht Basel-Landschaft,
Abteilung Zivil- und Strafrecht, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 2. Juni 2010
Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Die Präsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Hohl Zingg