Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

II. Zivilrechtliche Abteilung, Beschwerde in Zivilsachen 5A.639/2010
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
5A_639/2010

Urteil vom 7. März 2011
II. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Hohl, Präsidentin,
Bundesrichter L. Meyer, Marazzi,
Gerichtsschreiber Zbinden.

Verfahrensbeteiligte
KW.________ AG,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Beat Schmid und Rechtsanwalt Fernando
Willisch,
Beschwerdeführerin,

gegen

1. X.________,
2. Y.________,
3. Z.________,
alle drei vertreten durch Advokat Bernhard Brigger,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
Eigentumsfreiheitsklage,

Beschwerde gegen das Urteil des Kantonsgerichts des Kantons Wallis, I.
zivilrechtliche Abteilung, vom 27. Mai 2010.

Sachverhalt:

A.
A.a X.________, Y.________ und Z.________ sind je Miteigentümer der in
U.________ gelegenen Parzelle Nr. 2735. Die an diese Parzelle grenzende
Nachbarparzelle Nr. 646 befindet sich im Eigentum der KW.________ AG
(nachfolgend: AG).
A.b Die AG plante auf ihrer Parzelle einen mehrstöckigen Bau mit einem
gedeckten Pausenplatz im Erdgeschoss, gesamthaft fünf Schulzimmern im ersten,
zweiten und dritten Obergeschoss sowie Büroräumen im Dachgeschoss. Mit
Verfügungen der Gemeinde U.________ vom 25. Mai und 28. Juni 2004 wurde der
geplante Neubau bewilligt mit der Auflage der Verankerung des Gebäudes in der
angrenzenden Felswand der Parzellen Nrn. 2735 und 2892.
A.c Die Fixierung des Gebäudes der AG an die angrenzende Felswand der Parzellen
Nrn. 2735 und 2892 erfolgte durch 14 Vorspannanker. Dabei wurden in drei
Vertikalen, die 10.60 Meter resp. 7.70 Meter auseinanderliegen, jeweils vier
Anker (A1-A4, B1-B4 und C1-C4) in unterschiedlichen Höhenlagen gesetzt. Die
oberste Ankerreihe, die nach Angaben der AG keine aktive Stützfunktion hat und
nur in Form leerer Bohrlöcher im Fels existiert, liegt in einer Tiefe von etwa
6 Metern unter dem gewachsenen Terrain, die zweite in einer Tiefe von etwa 8
Metern, die Dritte in einer Tiefe von rund 11.20 Metern, die unterste
schliesslich in einer Tiefe von etwa 15 Metern. Auf der Höhe der zweiten Reihe
wurden zwei Anker (D2 und E2) zur Stabilisierung zwischen den drei Ankerreihen
gesetzt. Die fünf Anker C1-C4 sowie E2 ragen in die Parzelle Nr. 2735 hinein.
A.d X.________, Y.________ und Z.________ beabsichtigen, die Parzelle Nr. 2735
mit einem mehrstöckigen Appartementhaus samt unterirdischen Anlagen (Keller,
Bar, Pool, Ruheräume usw.) zu überbauen. Gemäss den Feststellungen des
angefochtenen Entscheides liegen die fünf in die Parzelle Nr. 2735 gesetzten
Anker C1-C4 und E2 im Bereich der geplanten und bewilligten unterirdischen
Räumlichkeiten.

B.
Am 30. Mai 2005 klagten X.________, Y.________ und Z.________ beim
Bezirksgericht Visp gegen die AG mit den Begehren, die AG sei zu verpflichten,
die Verankerungen auf der Parzelle Nr. 2735 zu entfernen (1); ferner sei sie zu
verpflichten, die nötigen Vorkehren zu treffen, damit X.________, Y.________
und Z.________ ihr Durchfahrtsrecht von 3.00 m Breite gemäss Vertrag vom 9.
April 2004 betreffend Parzellierung, Grenzänderung und Begründung von
Dienstbarkeiten ausüben können (2); schliesslich sei die AG zu verhalten, ihnen
als Entschädigung für die widerrechtliche Abtragung des Terrains einen während
des Verfahrens noch zu beziffernden Betrag zu bezahlen (3). Die AG schloss in
ihrer Klageantwort vom 3. Oktober 2005 auf Abweisung der Klage. Anlässlich der
Schlussverhandlung liessen X.________, Y.________ und Z.________ die
Rechtsbegehren 2 und 3 fallen. Mit Urteil vom 27. Mai 2010 hiess das
Kantonsgericht des Kantons Wallis die Klage gut. Es befand, dass die Kläger
gestützt auf Art. 641 Abs. 2 ZGB berechtigt seien, von der AG die Entfernung
der in ihr Grundstück Nr. 2735 hineinragenden 5 Verankerungen zu verlangen.

C.
Die AG (Beschwerdeführerin) hat mit einem am 13. September 2010 der Post
aufgegebenen Schriftsatz beim Bundesgericht Beschwerde in Zivilsachen erhoben.
Sie beantragt, das Urteil des Kantonsgerichts des Kantons Wallis vom 27. Mai
2010 aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz
zurückzuweisen. Ferner sei der Kostenentscheid unabhängig vom Entscheid in der
Hauptsache aufzuheben und die Angelegenheit zur Neubeurteilung bezüglich der
Kosten an die Vorinstanz zurückzuweisen.
X.________, Y.________ und Z.________ (Beschwerdegegner) beantragen mit Eingabe
vom 1. Dezember 2010 Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht hat sich am
13. Dezember 2010 vernehmen lassen.

Erwägungen:

1.
1.1 Angefochten ist ein letztinstanzlicher (Art. 75 Abs. 1 BGG) Endentscheid
(Art. 90 BGG) betreffend den Abwehranspruch gestützt auf Art. 641 Abs. 2 ZGB.
Es liegt somit eine vermögensrechtliche Zivilsache vor (vgl. Urteil 5A_173/2010
15. Juli 2010 E. 1), deren Streitwert von Fr. 1.2 Mio. Franken den Betrag von
Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG bei Weitem übersteigt. Die Beschwerdeführerin hat am
kantonalen Verfahren teilgenommen und ist mit ihrem Antrag auf Abweisung der
Klage unterlegen und somit zur Beschwerde in Zivilsachen legitimiert (Art. 76
Abs. 1 lit. a und b BGG).

1.2 Die Beschwerdeschrift hat ein Rechtsbegehren zu enthalten (Art. 42 Abs. 1
BGG). Die Beschwerde in Zivilsachen ist reformatorischer Natur (vgl. Art. 107
Abs. 2 BGG), weshalb sich die Beschwerdeführerin grundsätzlich nicht darauf
beschränken darf, die Aufhebung des angefochtenen Entscheids zu beantragen;
vielmehr hat sie einen Antrag zur Sache zu stellen. Ein blosser
Rückweisungsantrag reicht allerdings aus, wenn das Bundesgericht im Fall einer
Gutheissung der Beschwerde wegen Fehlens der erforderlichen
Sachverhaltsfeststellungen nicht selbst entscheiden könnte (BGE 133 III 489 E.
3.1 S. 489 f. mit Hinweisen).
Die Beschwerdeführerin wirft der Vorinstanz vor, sie habe sich im Zusammenhang
mit dem Beherrschungsinteresse gemäss Art. 667 Abs. 1 ZGB nicht zur
wirtschaftlichen Realisierbarkeit des Bauprojekts der Beschwerdegegner sowie zu
den Kosten der Entfernung der Anker aus deren Grundstück geäussert und keine
entsprechenden Feststellungen getroffen. Für den Fall, dass sich im
Zusammenhang mit der Realisierbarkeit des Projektes der Beschwerdegegner bzw.
mit den Kosten der Entfernung der Anker die Frage der Verletzung von Art. 667
Abs. 1 ZGB bzw. der rechtsmissbräuchlichen Ausübung des Abwehranspruchs nach
Art. 641 Abs. 2 ZGB stellte, könnte das Bundesgericht den Streit mangels
relevanter tatsächlicher Feststellungen nicht abschliessend beurteilen. Der
blosse Rückweisungsantrag erweist sich damit als zulässig. Auf die Beschwerde
in Zivilsachen ist somit einzutreten.

1.3 Nach Art. 42 Abs. 2 BGG ist in der Begründung in gedrängter Form
darzulegen, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt. Dies setzt voraus,
dass sich die Beschwerdeführerin wenigstens kurz mit den Erwägungen des
angefochtenen Entscheids auseinandersetzt. Allgemein gehaltene Einwände, die
ohne aufgezeigten oder erkennbaren Zusammenhang mit bestimmten Entscheidgründen
vorgebracht werden, genügen nicht (BGE 116 II 745 E. 3 S. 749; Urteil 5A_92/
2008 vom 25. Juni 2008, E. 2.3). Ebenso wenig genügt, wenn die
Beschwerdeführerin in der Beschwerdeschrift bloss die Rechtsstandpunkte, die
sie im kantonalen Verfahren eingenommen hat, erneut bekräftigt (vgl. BGE 134 II
244 E. 2.3 S. 246) oder wenn sie im Wesentlichen einfach das Gegenteil von dem
behauptet, was die Vorinstanz erwogen hat (Urteil 5A_90/2009 vom 24. August
2009, E. 3.2). Verfassungsverletzungen werden nur geprüft, wenn sie gerügt und
gehörig begründet werden (Art. 106 Abs. 2 BGG; BGE 133 IV 286 E. 1.4 S. 287;
BGE 134 I 83 E. 3.2. S. 88 mit Hinweisen). Aufgrund des für behauptete
Verfassungsverletzungen geltenden Rügeprinzips sind neue rechtliche Vorbringen
unzulässig (BGE 133 III 638 E. 2 S. 640). Wird eine Sachverhaltsfeststellung
beanstandet, muss in der Beschwerdeschrift dargelegt werden, inwiefern diese
Feststellung offensichtlich unrichtig oder durch eine andere Rechtsverletzung
im Sinn von Art. 95 BGG (z.B. Art. 29 Abs. 2 BV oder Art. 8 ZGB) zustande
gekommen ist (vgl. BGE 133 II 249 E. 1.2.2 und 1.4.3 S. 255) und inwiefern die
Behebung des Mangels für den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann
(Art. 97 Abs. 1 in fine BGG; BGE 135 I 19 E. 2.2.2 S. 22). Auf rein
appellatorische Kritik am Sachverhalt tritt das Bundesgericht nicht ein. In der
Beschwerde in Zivilsachen dürfen überdies keine neuen Tatsachen und
Beweismittel vorgebracht werden, es sei denn, erst der Entscheid der Vorinstanz
habe dazu Anlass gegeben (Art. 99 Abs. 1 BGG). In der Beschwerde ist darzutun,
inwiefern die Voraussetzung für eine nachträgliche Einreichung von Tatsachen
und Beweismitteln erfüllt sein soll (BGE 133 III 393 E. 3 S. 395). Zwar wendet
das Bundesgericht das Recht grundsätzlich von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1
BGG); dies setzt aber voraus, dass auf die Beschwerde überhaupt eingetreten
werden kann, diese also wenigstens die minimalen Begründungsanforderungen von
Art. 42 Abs. 2 BGG erfüllt. Genügt die Beschwerdeschrift diesen
Begründungsanforderungen nicht, so ist darauf nicht einzutreten.

2.
2.1 Strittig ist im vorliegenden Fall, ob die Beschwerdegegner von der
Beschwerdeführerin die Entfernung der fünf in das Grundstück Nr. 2735
hineinragenden Anker verlangen können. Der Eigentümer einer Sache hat nach Art.
641 Abs. 2 ZGB das Recht, jede ungerechtfertigte Einwirkung abzuwehren.
Ungerechtfertigt ist eine Einwirkung, wenn keine auf öffentlichem oder privatem
Recht gründende Pflicht ihrer Duldung besteht. Nicht vorausgesetzt ist, dass
der Eingriff schädigend ist. Als Einwirkung gilt jeder störende körperliche
oder immaterielle Eingriff in das Eigentum (BGE 132 III 651 E. 7 S. 654 mit
zahlreichen Hinweisen).

2.2 Nach dem angefochtenen Entscheid ragen fünf von der Parzelle Nr. 646,
Eigentum der Beschwerdeführerin, ausgehende Anker in das Erdreich der Parzelle
Nr. 2735, Eigentum der Beschwerdegegner, hinein, wobei die Einsetzung der Anker
nach Auffassung des Kantonsgerichts im ersten Baugesuch der Beschwerdeführerin
nicht vorgesehen gewesen und ein zweites abgeändertes Baugesuch, das die
Ankersetzung erwähnt, nicht eingereicht worden sei. Das Kantonsgericht wertet
dies als unmittelbaren und direkten Eingriff der Beschwerdeführerin in fremdes
Eigentum, der einen Beseitigungsanspruch gestützt auf Art. 641 Abs. 2 ZGB
begründet, und verneint eine auf öffentlichem Recht gründende Pflicht zur
Duldung dieses Eingriffs. Im Weiteren hält es dafür, eine privatrechtliche
Duldungspflicht aufgrund obligatorischer bzw. dinglicher Verträge,
Dienstbarkeiten oder Ähnlichem sei von der Beschwerdeführerin weder gehörig
vorgebracht noch bewiesen worden.

3.
Die Beschwerdeführerin richtet sich im Zusammenhang mit der Anwendung von Art.
641 Abs. 2 ZGB gegen diverse tatsächliche Feststellungen im angefochtenen
Urteil.

3.1 Sie macht einmal geltend, die Vorinstanz gehe fälschlicherweise davon aus,
dass sie für das geplante Vorhaben und die Verlegung der Anker kein zweites
Baugesuch eingereicht habe. Sie führe denn auch an anderer Stelle selbst aus,
dass die Gemeinde U.________ mit Verfügungen vom 25. Mai und 28. Juni 2004 den
geplanten Neubau mit der Auflage der Verankerung des Gebäudes in der
angrenzenden Felswand der Parzellen Nr. 2735 und 2862 bewilligt habe. Die
offensichtlich falsche Sachverhaltsfeststellung habe die Rechts- und
Entscheidfindung massgeblich beeinflusst. Die Beschwerdegegner bestreiten im
Wesentlichen die Aktenwidrigkeit der Feststellung.
Die Beschwerdeführerin legt nicht dar, inwiefern die Korrektur des angeblichen
Mangels in der Sachverhaltsfeststellung für die Entscheidfindung massgebend
sein soll. Den vom angefochtenen Entscheid zitierten Verfügungen kann lediglich
entnommen werden, dass die Baubewilligung mit der Auflage der Verankerung des
geplanten Gebäudes bewilligt worden ist. Diese Feststellung sagt aber weder
etwas über ein Einverständnis der Beschwerdegegner zur Verlegung der Anker in
ihre Parzelle aus noch kann daraus eine behördliche Ermächtigung zu dem von der
Beschwerdeführerin vorgenommenen Eingriff in das Eigentum der Beschwerdegegner
entnommen werden. Insoweit ist nicht ersichtlich, inwiefern sich die
kantonsgerichtliche Feststellung, falls sie denn aktenwidrig sein sollte, auf
den Entscheid in der Sache ausgewirkt haben könnte.

3.2 Die Beschwerdeführerin macht des Weiteren geltend, das Kantonsgericht gehe
davon aus, dass die Beschwerdegegner mit einer Verlegung der Anker in ihre
Parzelle Nr. 2735 nicht einverstanden gewesen seien, und stütze seine
Auffassung insbesondere auch auf die Aussage der verurkundenden Notarin. Diese
Zeugin habe erklärt, die Ablehnung einer Verlegung der Anker sei nicht derart
strikte gewesen; vielmehr sei es um die Bedingungen gegangen, unter denen eine
Verlegung der Anker hätte zugestimmt werden können. Die Beschwerdegegner wären
mit einer Verlegung der Anker in ihre Parzelle einverstanden gewesen, wenn sie
entsprechend entschädigt worden wären oder die verlorene Fläche durch eine
Neueinzonung kompensiert worden wäre. Aus der Aussage der Zeugin lasse sich
somit nicht schliessen, die Beschwerdegegner seien mit einer Verlegung der
Anker überhaupt nicht einverstanden gewesen. Die Beschwerdegegner bestreiten in
diesem Zusammenhang eine willkürliche Sachverhaltsfeststellung.
Der besagten Zeugenaussage kann nicht entnommen werden, dass sich die Parteien
hinsichtlich der Bedingungen für die Benutzung des beschwerdegegnerischen
Untergrundes geeinigt hätten. Allein schon deshalb lässt sich die Feststellung
des Kantonsgerichts, die Beschwerdegegner hätten einer Verlegung der Anker
nicht zugestimmt, im Lichte von Art. 9 BV nicht beanstanden. Abgesehen davon
zeigt die Beschwerdeführerin auch nicht durch einen entsprechenden Hinweis auf
die Akten auf, dass die Beschwerdegegner nachträglich ihr bedingungsloses
Einverständnis zur Verlegung der Anker in ihre Parzelle erteilt haben oder
zwischen den Parteien eine diesbezügliche vertragliche Einigung über allfällige
Entschädigungsleistungen zustanden gekommen ist. Die Ausführungen erschöpfen
sich im Wesentlichen in einer appellatorischen Kritik am angefochtenen
Entscheid und sind nicht geeignet, Willkür in der Feststellung des Sachverhalts
zu belegen.

3.3 Das Kantonsgericht hält im angefochtenen Entscheid dafür, die
Beschwerdegegner beabsichtigten die Parzelle Nr. 2735 mit einem mehrstöckigen
Appartementhaus samt unterirdischen Anlagen (Keller, Bar, Pool, Ruheraum usw.)
zu überbauen. Da die fünf von der Beschwerdeführerin in die Parzelle der
Beschwerdegegner Nr. 2735 hineingesetzten Anker C1-C4 und E2 im Bereich der
geplanten und bewilligten unteririschen Räumlichkeiten liegen, sei die
unterirdische Überbauung nicht möglich.
Die Beschwerdeführerin macht geltend, diese Sachverhaltsbehauptung sei
aktenwidrig und willkürlich und lege die in der Begutachtung gezogene
Schlussfolgerung falsch aus. Dass ein so tief ins Erdreich reichendes
Bauprojekt einzelne Anker tangieren könne, sei offensichtlich. Dies
verunmögliche aber keineswegs eine Verwirklichung des Projekts. Vor den
Schranken sei behauptet und substanziiert worden, dass einzelne Anker jederzeit
von aussen mechanisch entspannt werden könnten. Diese Tatsache (gemeint sind
wohl das Verlegen der Anker) habe offenbar die Gemeinde nicht daran gehindert,
das Projekt zu bewilligen, sodass nicht gesagt werden könne, die Ankersetzung
habe die Baute verunmöglicht. Die Beschwerdegegner bestreiten auch in diesem
Zusammenhang eine aktenwidrige bzw. willkürlich Sachverhaltsfeststellung.
Mit ihren Vorbringen zeigt die Beschwerdeführerin nicht substanziiert auf,
inwiefern die Feststellung des Kantonsgerichts willkürlich sein soll. Sie
beschränkt sich vielmehr darauf, eine eigene Sicht der Dinge zu schildern, ohne
aber durch klaren und nachvollziehbaren Verweis auf die Akten darzulegen,
welchen anderen Tatsachenfeststellungen die kantonsgerichtliche Würdigung
widerspricht. Insbesondere wird nicht erörtert, inwiefern die
Schlussfolgerungen des Gutachters willkürlich ausgelegt worden sein sollen.
Darauf ist insgesamt nicht einzutreten.

3.4 Unter dem Titel der fehlerhaften Sachverhaltsfeststellung bringt die
Beschwerdeführerin schliesslich vor, im Urteil des Kantonsgerichts fehle jeder
Bezug zur Thematik des Massnahmeentscheids des Bezirksgerichts Visp vom 2.
September 2004. Die entsprechenden ordnungsgemäss vorgebrachten und zum Beweis
verstellten Tatsachen seien vom Kantonsgericht nicht gewürdigt worden, womit
sich die Sachverhaltsfeststellung auch insoweit als unvollständig erweise. Die
Beschwerdeführerin verweist sodann an anderer Stelle auf die im Entscheid des
Massnahmerichters enthaltene Feststellung, wonach die Anker für die
Beschwerdegegner keine oder nur eine minime Behinderung darstellten. Die
Beschwerdegegner machen im Wesentlichen geltend, der Massnahmeentscheid sei
ausserhalb des Hauptprozesses gefällt worden und somit für die Beurteilung des
Prozessgegenstandes nicht kausal.
Die Feststellung des Bezirksgerichts Visp im Rahmen seines Entscheides über
vorsorgliche Massnahmen war für das Kantonsgericht als in der Sache zuständiges
Gericht nicht massgebend. Das Kantonsgericht ist aufgrund des im ordentlichen
Verfahren durchgeführten Beweisverfahrens zum Schluss gelangt, die geplanten
und bewilligten unterirdischen Räumlichkeiten könnten infolge der eingesetzten
Anker nicht verwirklicht werden. Unter diesen Umständen war die Vorinstanz
nicht gehalten, zu den Ausführungen des Bezirksgerichts im Verfahren der
vorsorglichen Massnahmen Stellung zu nehmen. Eine unvollständige
Sachverhaltsfeststellung ist nicht auszumachen.

4.
4.1 Das Kantonsgericht hat im Weiteren angenommen, die Beschwerdegegner
verfügten angesichts eines geplanten und behördlich bewilligten Projektes auf
ihrer Parzelle 2735, das auch unterirdische Anlagen umfasse und daher weit in
den Untergrund reiche, über ein Beherrschungsinteresse im Sinn von Art. 667
Abs. 1 ZGB bis in die angegebene Tiefe von 22.40 bzw. 23.50 Metern.

4.2 Die Beschwerdeführerin beruft sich auf eine Verletzung von Art. 667 Abs. 1
ZGB und macht zur Begründung im Wesentlichen geltend, die Beschwerdegegner
schöben ihr mehrfach angepasstes Bauvorhaben nur vor, um ihr Eigentumsrecht in
unbeschränkte Tiefe ausüben zu können. Das Kantonsgericht verfalle daher in
Willkür, indem es ein bis weit in die Tiefe des Grundstücks reichendes
Beherrschungsinteresse der Beschwerdegegner bejahe. Sodann macht die
Beschwerdeführerin unter Berufung auf BGE 99 II 333 E. 2 S. 338 (recte 97 II
333 E. 2 S. 338) geltend, im Zusammenhang mit dem Beherrschungsinteresse sei
der finanzielle Aufwand von Bedeutung, der mit der Beherrschung des
Untergrundes verbunden sei. Das Kantonsgericht habe den mit dem Projekt der
Beschwerdegegner verbundenen finanziellen Aufwand nicht berücksichtigt und
damit Art. 667 Abs. 1 ZGB verletzt. Nicht in die Betrachtung aufgenommen worden
sei ferner, dass die entsprechende Baubewilligung bereits abgelaufen sei.
Die Beschwerdegegner stellen sich sinngemäss auf den Standpunkt, das geplante
Vorhaben auf ihrer Parzelle entspreche der ortsüblichen Bauweise und trage
insbesondere auch dem Umstand Rechnung, dass das teure Bauland auch in die
Tiefe genutzt werden müsse.
4.2.1 Nach Art. 667 Abs. 1 ZGB erstreckt sich das Eigentum an Grund und Boden
nach oben und unten auf den Luftraum und das Erdreich, soweit für die Ausübung
des Eigentums ein Interesse besteht. Wie gross diese räumliche Ausdehnung ist,
lässt sich nicht in allgemeingültiger Weise festlegen, sondern bestimmt sich
von Fall zu Fall nach den konkreten Umständen und dem schutzwürdigen Interesse
des Eigentümers, diesen Raum selbst zu nutzen oder zu beherrschen und das
Eindringen anderer abzuwehren (vgl. BGE 131 II 137 E. 3.1.2 S. 146 den Überflug
einer Parzelle betreffend). Aus den Erwägungen der zitierten Rechtsprechung BGE
97 II 333 E. 2 S. 338 lässt sich somit nichts allgemein Verbindliches für den
vorliegenden Fall herauslesen.
4.2.2 Nach dem angefochtenen Entscheid beabsichtigen die Beschwerdegegner, ihre
Parzelle mit Appartementwohnungen zu überbauen und auch unter dem gewachsenen
Terrain bis auf das Niveau der Parzelle der Beschwerdeführerin diverse
unterirdische Räume wie Keller, Bar, Pool Ruheraum usw. sowie einen
Tunnelzugang zu erstellen. Gemäss den der Expertise zugrundeliegenden Plänen
beansprucht das Projekt den Untergrund bis in eine Tiefe von 22.40 Metern unter
dem gewachsenen Terrain; die Beschwerdeführerin geht ihrerseits von einer Tiefe
von 23.50 Metern aus. Das diesbezügliche Baugesuch samt Plänen ist von der
Munizipalgemeinde bewilligt worden. Nach den weiteren Erwägungen der Vorinstanz
ist eine derartige Ausnutzung des Grundstücks, insbesondere dessen
Erschliessung durch Tunnel und Stollen in den Hanglagen von U.________ durchaus
ortsüblich. Gemäss Expertise gilt das Projekt als schwierig, aber technisch
realisierbar. Unter den geschilderten tatsächlichen Umständen hat das
Kantonsgericht ein schutzwürdiges Interesse an der Beherrschung des
Untergrundes bis in die vorgenannte Tiefe zu Recht bejaht. Insbesondere ergeben
sich keine Anhaltspunkte dafür, dass das Projekt lediglich vorgeschoben worden
wäre, um dem Nachbarn zu schaden. Die entsprechenden Ausführungen in der
Beschwerde erschöpfen sich in einer appellatorischen Kritik am angefochtenen
Entscheid.
Da die Beschwerdegegner, wie bereits erwähnt, über eine Baubewilligung für das
Projekt verfügen, durfte die Vorinstanz im Einklang mit dem Bundesrecht ohne
weitere Abklärungen davon ausgehen, die Realisierung des Projekts sei auch in
finanzieller Hinsicht gesichert. Weil das Projekt im Übrigen der ortsüblichen
Überbauungsweise entspricht und eine Baubewilligung erteilt worden ist, war die
Vorinstanz auch nicht gehalten, Abklärungen darüber vorzunehmen, ob die
Durchführung mit noch vertretbaren Kosten möglich ist. Soweit die
Beschwerdeführerin behauptet, die Baubewilligung sei erloschen, lässt sich dem
angefochtenen Entscheid nichts Derartiges entnehmen. Darauf ist nicht
einzutreten.

5.
5.1 Das Kantonsgericht hat erwogen, die Zustimmung der Beschwerdegegner zur
Ankerlegung habe zu keinem Zeitpunkt vorgelegen. Die Beschwerdeführerin habe
dies von Anfang an gewusst und sei damit bösgläubig gewesen, weshalb ihr der
Einwand der Unverhältnismässigkeit der Entfernung der Anker verwehrt sei. Das
Kantonsgericht hat aber immerhin bejaht, dass eine Entfernung der Anker
technisch möglich sei und realisiert werden könne.

5.2 Die Beschwerdeführerin macht geltend, das Kantonsgericht erachte die
Entfernung der Anker als technisch möglich. Die Expertise bestätige indes
lediglich, falls eine Entfernung der Anker möglich sei, wäre die
Einsturzsicherheit des Gebäudes der Beschwerdeführerin nicht gefährdet,
hingegen der Erdbebennachweis kompromittiert, sodass dieser durch andere
Massnahmen garantiert werden müsste. Zur Frage der technischen Realisierbarkeit
der Ankerentfernung sei damit nichts gesagt. Das Kantonsgericht gehe zu Unrecht
davon aus, sie könne sich wegen angeblicher Bösgläubigkeit nicht auf den
Einwand der Unverhältnismässigkeit der Kosten für die Entfernung der Anker
berufen, sei sie doch nachgewiesenermassen gutgläubig gewesen. Überdies
enthalte das Urteil weder Feststellungen zu den Kosten der beantragten
Entfernung, noch berücksichtige es deren unverhältnismässige Höhe; verkannt
werde schliesslich, dass die gegebenenfalls entspannten Anker ohne Schaden für
die Beschwerdegegner im Fels bleiben könnten. Die Beschwerdegegner schliessen
sich im Wesentlichen der vorinstanzlichen Auffassung an.

5.3 Im vorliegenden Fall gilt aufgrund der zu Unrecht als willkürlich
beanstandeten und somit für das Bundesgericht verbindlichen tatsächlichen
Feststellungen als erwiesen, dass die Beschwerdegegner nicht in den Eingriff in
ihre Parzelle eingewilligt haben. Ferner ist dargetan worden, dass der
Beseitigungsanspruch auch in Bezug auf die übrigen Voraussetzungen bejaht
werden kann. Der Beseitigungsanspruch gemäss Art. 641 Abs. 2 ZGB richtet sich
gegen jede Art der Einwirkung. Ob der Nachteil im Verhältnis zu den Kosten, die
der Störer zu seiner Beseitigung aufwenden muss, als geringfügig anzusehen ist,
spielt dabei unter Vorbehalt des Rechtsmissbrauchs grundsätzlich keine Rolle,
lässt doch Art. 641 ZGB für derartige Abwägungen keinen Raum (vgl. BGE 68 II
369 E. 4; (Arthur Meier-Hayoz, Berner Kommentar 1981, N. 105 und 117 zu Art.
641 ZGB; Wolfgang Wiegand, Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch II, 3. Aufl. 2007,
N. 65 und 67 je zu Art. 641 ZGB). Die Beschwerdeführerin hat nicht vorgebracht,
im kantonalen Verfahren frist- und formgerecht Tatsachen geltend gemacht zu
haben, welche rechtsmissbräuchliches Handeln seitens der Beschwerdegegner
erkennen liessen (BGE 121 II 60 E. 3d S. 63, 132 II 503 E. 3.3 S. 508/509).
Sodann hat sie vor Bundesgericht auch nicht rechtsgenüglich behauptet,
fristgerecht geltend gemachte Tatsachen seien willkürlich nicht berücksichtigt
worden. Damit ist Rechtsmissbrauch nicht dargetan und ist darauf nicht weiter
einzugehen.
Zusammenfassend hat die Beschwerdeführerin somit nichts vorgetragen, was das
kantonsgerichtliche Urteil in der Begründung bzw. im Ergebnis als
bundesrechtswidrig erscheinen liesse. Die Klage der Beschwerdegegner ist daher
zu Recht gutgeheissen worden.

6.
6.1 Die Beschwerdeführerin beanstandet schliesslich die Festsetzung des
Streitwertes auf 1.2 Mio. Franken. Die Beschwerdegegner hätten die
ursprünglichen Begehren 2 und 3 der Klageschrift zurückgezogen, sodass es nur
noch um das Rechtsbegehren 1, also um die Entfernung der Anker, gegangen sei,
wobei der Wert dieses Begehrens von ihr schriftlich mit Fr. 2'500.-- pro Anker
und damit auf gesamthaft Fr. 12'500.-- veranschlagt worden sei. Die
Feststellung der Vorinstanz sowie der Gegenpartei, der Minderwert von Fr. 1.2
Mio. Franken sei nicht bestritten worden, erweise sich daher als falsch. Dass
die Vorinstanz für die Bemessung der Gerichtsgebühr und der Parteientschädigung
von einem Streitwert von 1.2 Mio. Franken ausgehe, sei daher unhaltbar falsch
und offensichtlich aktenwidrig. Die Beschwerdegegner bestätigen die
Ausführungen der Vorinstanz und machen insbesondere geltend, der Streitwert sei
anlässlich der Vorverhandlung auf 1.2 Mio. Franken reduziert worden, was von
der Beschwerdeführerin unbeanstandet geblieben sei.

6.2 Für die Festsetzung des massgebenden Streitwertes hat sich das
Kantonsgericht auf Art. 18 ZPO/VS berufen, wonach bei Dienstbarkeiten und
Eigentumsbeschränkungen an Grundstücken in der Regel der Wert zuerkannt wird,
den sie für den Berechtigten oder das berechtigte Grundstück haben, dass aber
die Werteinbusse des belasteten Grundstücks als Streitwert gilt, wenn diese
grösser ist. Die Beschwerdeführerin zeigt nicht durch Auseinandersetzung mit
den Erwägungen des angefochtenen Entscheids auf, inwiefern das Kantonsgericht
bei der Bemessung des Streitwertes kantonales Recht willkürlich angewendet hat.
Von daher lässt sich auch nicht vertreten, dass sich der Streitwert im Lichte
dieser Bestimmung auf die Kosten für die Entfernung der Anker beschränke. Die
Beschwerdegegner haben anlässlich der Vorverhandlung die Rechtsbegehren 2 und 3
zurückgezogen, den Streitwert mit 2 Mio. Franken beziffert und zudem
präzisiert, dass es sich dabei um den Minderwert der Parzelle handle. Mit
Eingabe vom 23. Februar 2006 haben sie schliesslich den Streitwert auf 1.2 Mio.
herabgesetzt. Unter den gegebenen Umständen lässt sich nicht vertreten, das
Kantonsgericht sei bei der Ermittlung des Streitwertes in Willkür verfallen.
Die Beschwerde erweist sich als unbegründet, soweit darauf eingetreten werden
kann.

7.
Damit ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. Bei
diesem Verfahrensausgang wird die Beschwerdeführerin kosten- und
entschädigungspflichtig (Art. 66 Abs. 1 und Art. 68 Abs. 1 und 2 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 10'000.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

3.
Die Beschwerdeführerin hat die Beschwerdegegner für das bundesgerichtliche
Verfahren mit Fr. 10'000.-- zu entschädigen.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Kantonsgericht des Kantons Wallis, I.
zivilrechtliche Abteilung, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 7. März 2011
Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Die Präsidentin: Der Gerichtsschreiber:

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