Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

I. Öffentlich-rechtliche Abteilung, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 1C.539/2011
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
1C_539/2011

Urteil vom 3. September 2012
I. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Fonjallaz, Präsident,
Bundesrichter Aemisegger, Merkli, Karlen, Chaix,
Gerichtsschreiber Stohner.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Advokat Dr. Stefan Wehrle,

gegen

Y.________ AG,
Beschwerdegegnerin,
vertreten durch Advokat Daniel Gebhardt,

Grosser Rat des Kantons Basel-Stadt,
handelnd durch das Bau- und Verkehrsdepartement
des Kantons Basel-Stadt.

Gegenstand
Festsetzung eines Bebauungsplans, Änderung der Lärmempfindlichkeitsstufen sowie
Abweisung von Einsprachen im Areal A.________,

Beschwerde gegen das Urteil vom 16. August 2011
des Appellationsgerichts des Kantons Basel-Stadt als Verwaltungsgericht.

Sachverhalt:

A.
Der Bebauungsplan Nr. 13'329 des Hochbau- und Planungsamts des Kantons
Basel-Stadt vom 25. April 2008 ("Areal A.________") umfasst eine Fläche von
46'044,5 m² und ist unterteilt in die Teilbereiche A und B (26'256,5 m²
[Y.________ AG]), C (12'274,5 m² [Y.________ AG]) und D (7'513,5 m² [Credit
Suisse Asset Management Funds]). Dabei sollen die seit rund 40 Jahren
bestehenden Hochhäuser D1, D2 und D3 im Teilgebiet D in ihrem Bestand erhalten
bleiben und zusätzlich zwei Hochhäuser C1 und C2 im Teilgebiet C gebaut werden.
Das geplante Hochhaus C1 weist 19 Vollgeschosse und eine Gebäudehöhe von 58 m
auf, das Hochhaus C2 umfasst 17 Vollgeschosse und soll 52 m hoch werden. Bei
beiden ist ein Mindestwohnanteil von 90 % vorgesehen. Der Bebauungsplan sowie
die Änderung der Lärmempfindlichkeitsstufen lagen vom 6. Mai bis zum 5. Juni
2008 öffentlich auf.

Mit Beschluss vom 10. März 2010 erklärte der Grosse Rat des Kantons Basel-Stadt
den Bebauungsplan "Areal A.________" und die Lärmempfindlichkeitsstufen für
verbindlich, erliess zusätzliche Vorschriften und wies die dagegen geführten
Einsprachen ab, soweit er darauf eintrat.

B.
Gegen diesen Beschluss erhob unter anderem der unterlegene Einsprecher
X.________, Eigentümer der Liegenschaft am A.________weg, mit Eingabe vom 7.
Mai 2010 Rekurs ans Appellationsgericht des Kantons Basel-Stadt als
Verwaltungsgericht (nachfolgend: Appellationsgericht) mit dem Antrag, der
Grossratsbeschluss vom 10. März 2010 sei (betreffend die Verbindlicherklärung
des Bebauungsplans Nr. 13'329 für das Teilgebiet C) aufzuheben.

Auf Gesuch vom 28. Juli 2010 der Y.________ AG als Eigentümerin der
planbetroffenen Grundstücke hin wurde diese mit Verfügung vom 3. August 2010
ins Verfahren beigeladen. Mit Vernehmlassung vom 1. November 2010 stellte sie
den Antrag, auf den Rekurs sei nicht einzutreten, eventualiter sei dieser
abzuweisen. Das Bau- und Verkehrsdepartement des Kantons Basel-Stadt stellte in
Vertretung des Grossen Rats mit Vernehmlassung vom 1. November 2010 das
Begehren auf kostenfällige Abweisung des Rekurses. X.________ replizierte am 1.
Dezember 2010, beschränkt auf die Frage der Rekurslegitimation. Auf Ersuchen
des Appellationsgerichts hin hat das Bau- und Verkehrsdepartement am 15. April
2011 ergänzende Schattenwurfberechnungen nachgereicht. Weitere
Schattenwurfberechnungen wurden von X.________ am 11. August 2011 per E-Mail
eingereicht.

Am 16. August 2011 fand vor dem Appellationsgericht eine Verhandlung mit
vorgängigem Augenschein vor Ort statt. Anlässlich der Verhandlung konnten die
Verfahrensbeteiligten zur Sache Stellung nehmen. Mit Urteil vom gleichen Tag
wies das Appellationsgericht den Rekurs von X.________ ab.

C.
Mit Eingabe vom 30. November 2011 führt X.________ Beschwerde in
öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ans Bundesgericht mit den Anträgen, das
Urteil des Appellationsgerichts vom 16. August 2011 sowie der
Grossratsbeschluss vom 10. März 2010 seien aufzuheben. Eventualiter sei die
Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.

Das Appellationsgericht reicht eine Vernehmlassung zur Beschwerde ein, ohne
ausdrücklich Anträge zu stellen. Das Bau- und Verkehrsdepartement als
Vertretung des Grossen Rats beantragt die Abweisung der Beschwerde. Den
gleichen Antrag stellt die Y.________ AG. In seiner Eingabe vom 20. Februar
2012 hält der Beschwerdeführer an seinem Standpunkt fest.

Erwägungen:

1.
1.1 Dem angefochtenen Entscheid liegt ein baurechtliches Beschwerdeverfahren
über die Festsetzung eines Bebauungsplans und die Änderung der
Lärmempfindlichkeitsstufen zugrunde. Nach Art. 34 Abs. 1 RPG (SR 700) gelten
für die Rechtsmittel an die Bundesbehörden die allgemeinen Bestimmungen über
die Bundesrechtspflege. Die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen
Angelegenheiten nach Art. 82 lit. a BGG steht auf dem Gebiet des Raumplanungs-
und Baurechts zur Verfügung. Das Bundesgerichtsgesetz enthält keinen
Ausschlussgrund (Art. 83 BGG). Angefochten ist ein Entscheid einer letzten
kantonalen Instanz, welcher das Verfahren abschliesst (Art. 86 Abs. 1 lit. d,
Art. 90 BGG). Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren
teilgenommen, ist als Eigentümer einer benachbarten Liegenschaft durch den
angefochtenen Entscheid besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse
an dessen Aufhebung oder Änderung (Art. 89 Abs. 1 BGG). Auf die Beschwerde ist
daher grundsätzlich einzutreten.

1.2 Neue Tatsachen und Beweismittel können nur so weit vorgebracht werden, als
erst der Entscheid der Vorinstanz dazu Anlass gibt (Art. 99 Abs. 1 BGG).

Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung seines Anspruchs auf rechtliches
Gehör im Verfahren vor dem Grossen Rat. Diese Rüge erhebt er erstmals im
Verfahren vor Bundesgericht. Vorliegend ist weder ersichtlich, noch wird vom
Beschwerdeführer dargelegt, inwiefern erst der angefochtene Entscheid zum neuen
Vorbringen Anlass gegeben hat. Vielmehr wäre es dem Beschwerdeführer ohne
Weiteres möglich gewesen, die entsprechende Rüge bereits im kantonalen
Verfahren zu erheben. Insoweit kann deshalb auf die Beschwerde nicht
eingetreten werden (vgl. auch Urteil 1C_229/2011 vom 8. November 2011 E. 1.3).
Gleiches gilt in Bezug auf den erstmals im bundesgerichtlichen Verfahren
vorgebrachten Einwand, das Bau- und Verkehrsdepartement habe im Verfahren vor
dem Grossen Rat in seinem Ratschlag vom 4. August 2009 treuwidrig und in
Verletzung der Begründungspflicht verschwiegen, dass nach dem bisher geltenden
Bebauungsplan auf dem Teilgebiet C nicht gebaut werden dürfe.

2.
2.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, entgegen den Ausführungen im
angefochtenen Urteil habe er sein Begehren um Aufhebung des
Grossratsbeschlusses vom 10. März 2010 nie ausschliesslich auf das Teilgebiet C
des Bebauungsplans beschränkt. Die lediglich in Klammern gemachte Bezugnahme
auf das Teilgebiet C sei klar als Eventualantrag zu verstehen gewesen. Er habe
mit anderen Worten beantragt, den Bebauungsplan als Ganzen, eventualiter
beschränkt auf das Teilgebiet C aufzuheben.

2.2 Das Rechtsbegehren des Beschwerdeführers in seiner Rekursschrift vom 19.
Juli 2010 an die Vorinstanz lautete: "Der Grossratsbeschluss vom 10. März 2010
sei (betreffend die Verbindlicherklärung des Bebauungsplans Nr. 13'329 für das
Teilgebiet C) aufzuheben."

Bei der Auslegung von Rechtsbegehren geht es nicht um die Abklärung des
tatsächlichen Willens der beschwerdeführenden Person. Massgebend ist vielmehr
eine objektive Auslegung nach allgemeinen Grundsätzen unter Berücksichtigung
von Treu und Glauben (BGE 105 II 149 E. 2a S. 152). Abgesehen davon, dass es
bei Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten üblich ist, Eventualanträge als solche
zu kennzeichnen, kann der in Klammern gesetzte Passus von seinem Sinn her nicht
als Eventualantrag verstanden werden, zumal sich in der Beschwerdebegründung
keine entsprechend differenzierenden Ausführungen zu den Teilgebieten A, B und
D finden. Vielmehr konkretisiert der Beschwerdeführer mit seiner
Klammerbemerkung, dass sich sein Antrag auf Aufhebung des Grossratsbeschlusses
auf die Verbindlicherklärung des Bebauungsplans für das Teilgebiet C bezieht.
Die Rüge ist damit unbegründet.

Eine Ausweitung des Streitgegenstands ist im Verfahren vor Bundesgericht nicht
zulässig. Infolge der Beschränkung seines Rechtsmittels auf das Teilgebiet C
des Bebauungsplans vom 25. April 2008 kann deshalb auf die über den
Streitgegenstand hinausreichenden Rügen des Beschwerdeführers nicht eingetreten
werden. Dies gilt namentlich für sein Vorbringen, die Hochhäuser des
Teilgebiets D seien bereits bei ihrer Erstellung in den 1970er Jahren nicht
rechtmässig gewesen, weshalb sie keinen Bestandesschutz geniessen würden.

3.
3.1 Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung seines Anspruchs auf rechtliches
Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 BV, da er nicht zur Sache habe replizieren können.
Obwohl er im vorinstanzlichen Verfahren in der Rekursbegründung vom 19. Juli
2010 ausdrücklich beantragt habe, ihm zur Vernehmlassung des Grossen Rats das
Replikrecht zu gewähren, sei mit Präsidialverfügung der Vorinstanz entschieden
worden, die schriftliche Replik habe sich auf die Frage der Rekurslegitimation
zu beschränken.

3.2 Die Rüge des Beschwerdeführers ist nicht stichhaltig. Zwar wurde der
Beschwerdeführer im vorinstanzlichen Verfahren angehalten, sich in seiner
schriftlichen Replik auf die Frage der Legitimation zu beschränken. Anlässlich
des Augenscheins und der mündlichen Verhandlung vor der Vorinstanz wurde dem
Beschwerdeführer aber die Gelegenheit eingeräumt, umfassend mündlich Stellung
beziehen zu können. Von dieser Möglichkeit hat der Beschwerdeführer denn auch
Gebrauch gemacht und zur Sache plädiert. Eine Verletzung des Replikrechts liegt
damit nicht vor.

4.
4.1 Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung der Eigentumsgarantie gemäss Art.
26 BV wegen übermässiger Beschattung seines Grundstücks durch die projektierten
Gebäude C1 und C2 sowie eine Verletzung des Willkürverbots gemäss Art. 9 BV. Er
bringt vor, bei der Beurteilung der zulässigen Beschattung sei zwingend auf den
Schattenwurf an den mittleren Wintertagen und nicht - wie es die Vorinstanz
getan habe - auf jenen an den Äquinoktien abzustellen (Beschwerde S. 7).

Mit den Äquinoktien sind die beiden Tage im Jahr gemeint, an welchen der lichte
Tag und die Nacht gleich lang sind; diese fallen je nach Jahr auf den 19. - 21.
März respektive auf den 22. oder 23. September. Die mittleren Wintertage fallen
auf den 8. Februar und den 3. November.

4.2 Streitgegenstand bildet somit die Frage, ob der Bebauungsplan "Areal
A.________" wegen des von den geplanten Hochhäusern C1 und C2 künftig
ausgehenden Schattenwurfs auf das Grundstück des Beschwerdeführers
verfassungsmässige Rechte (Eigentumsgarantie, Willkürverbot) verletzt. Die
Vorinstanz hat dies verneint. Sie stützt sich dabei zunächst auf die
Vorschriften des Bau- und Planungsgesetzes des Kantons Basel-Stadt vom 17.
November 1999 [BPG/BS; SG 730.100] über den zulässigen Lichteinfallswinkel
(vgl. §§ 23 und 63 f. BPG/BS). Weiter stellt sie auf ihre Praxis ab, wonach der
zulässige Schattenwurf nach den Grundsätzen der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung (BGE 100 Ia 334 und 99 Ia 126, 143) zu beurteilen ist.

4.3 In BGE 100 Ia 334, auf welchen sich sowohl die Vorinstanz als auch der
Beschwerdeführer berufen, erwog das Bundesgericht zusammenfassend, ausgehend
von den bestehenden kantonalen Regelungen und den systematischen Studien über
den Entzug von Sonnenschein sei zu schliessen, dass die zulässige Dauer des
Schattenwurfs auf eine Nachbarliegenschaft in der Regel höchstens zwei Stunden
bei Tag- und Nachtgleiche oder an einem mittleren Wintertag betragen dürfe.
Kantone, die auf diesem Gebiet nicht legiferiert hätten, seien nicht
verpflichtet, sich strikt an die diesbezüglichen Vorschriften anderer Kantone
zu halten. Insbesondere komme dem Wert von zwei Stunden keine absolute
Bedeutung zu. Zu beachten seien vielmehr die Verhältnisse des Einzelfalls und
das öffentliche Interesse an einer Heraufsetzung der zulässigen Dauer des
Schattenwurfs. Den kantonalen Behörden stehe bei der Würdigung der lokalen
Gegebenheiten ein weites Ermessen zu (vgl. zum Ganzen BGE 100 Ia 334 E. 9 S.
337 ff.).
Ferner entschied das Bundesgericht in BGE 99 Ia 143 E. 5 S. 151, es sei
willkürlich, bereits bestehende Schattenwürfe nicht zu berücksichtigen. Werde
die vorhandene Beschattung nicht miteinbezogen, könne der angestrebte
Schutzzweck je nach den Umständen nicht erreicht werden, sei es doch denkbar,
dass zwar jedes einzelne Hochhaus für sich genommen keinen übermässigen
Schatten werfe, eine Summierung der Schattenwürfe aber die zonengemässe Nutzung
bestehender Gebäude verunmögliche.

4.4 Nach den willkürfrei getroffenen und vom Beschwerdeführer nicht
substanziiert bestrittenen tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz werfen
die projektierten Gebäude C1 und C2 an den Äquinoktien keinen Schatten auf die
Liegenschaft des Beschwerdeführers. An mittleren Wintertagen hingegen wird die
Liegenschaft des Beschwerdeführers durch die geplanten Hochhäuser C1 und C2
während einer Stunde und 38 Minuten beschattet. Hinzu kommt an den mittleren
Wintertagen eine Beschattung von gleicher Länge durch die bestehenden
Hochhäuser D1, D2 und D3 im Teilgebiet D, wobei zwischen den beiden
Schattenwürfen ein kurzer zeitlicher Unterbruch besteht. An den mittleren
Wintertagen würde die Liegenschaft des Beschwerdeführers damit insgesamt
während drei Stunden und 16 Minuten beschattet.

Gestützt auf diese Feststellungen hat die Vorinstanz gefolgert, dass in
Anwendung der in BGE 100 Ia 334 E. 9 S. 337 ff. umschriebenen "2-Stunden-Regel"
bei einem Abstellen auf die mittleren Wintertage und unter Berücksichtigung des
Schattenwurfs der Hochhäuser im Teilgebiet D wohl eine unzulässige Beschattung
resultieren würde. Dementsprechend könne nicht offen gelassen werden, ob die
Äquinoktien oder die mittleren Wintertage massgeblich seien.

4.5 In den Urteilen, in denen das Bundesgericht die von der Vorinstanz
beigezogene Rechtsprechung begründet hat, war jeweils eine unbestimmte
kantonale Norm, der nachbarschützende Funktion zukam, auszulegen (in BGE 99 Ia
126 Art. 55 des Baureglements der Gemeinde Bagnes, in BGE 99 Ia 143 Art. 54
Ziff. 4 des Baugesetzes des Kantons Schaffhausen und in BGE 100 Ia 334 Art. 14
Abs. 3 des früheren Baugesetzes des Kantons Genf). Bei der Auslegung dieser
allgemein gehaltenen - also nicht spezifisch den Schattenwurf regelnden -
Normen liess sich das Bundesgericht von gesetzlichen Regelungen leiten, die
andere Kantone zum Schattenwurf erlassen hatten. Weiter stützte es sich auf
Verwaltungsrichtlinien und wohnphysiologische Studien (vgl. die Hinweise in BGE
100 Ia 334 E. 9b S. 338 ff.). Die Auslegung der erwähnten offenen Normen
überprüfte das Bundesgericht jeweils nur auf Willkür hin (Willkür bejaht in BGE
99 Ia 126 E. 8b S. 141 f. und BGE 99 Ia 143 E. 6 S. 151 ff., verneint dagegen
in BGE 100 Ia 334 E. 9d S. 340 ff.).

4.6 Das Bau- und Planungsgesetz des Kantons Basel-Stadt enthält in § 61 Abs. 1
- ebenso wie das frühere kantonale Hochbautengesetz in § 133 Abs. 1 (vgl. dazu
BGE 118 Ia 112) - eine allgemeine Norm, welche die Nachbarn vor Immissionen
schützt. Nach dieser Bestimmung sind Bauten und Bauteile so zu erstellen, dass
sie die Benutzung des öffentlichen Grundes und der Nachbargrundstücke nicht
behindern können. Zudem finden sich, wie erwähnt, im kantonalen Recht
Regelungen zum zulässigen Lichteinfallswinkel (vgl. §§ 23 und 63 f. BPG/BS).
Gleich wie in anderen Kantonen, die den Schattenwurf nicht ausdrücklich regeln,
lässt sich die von Nachbarn hinzunehmende Beschattung durch Konkretisierung
dieser nachbarschützenden Normen begrenzen. Einen darüber hinausgehenden Schutz
geniesst der Beschwerdeführer als Nachbar mangels spezifischer gesetzlicher
Regelungen zum Schattenwurf hingegen nicht. Auch die Eigentumsgarantie gemäss
Art. 26 BV vermittelt dem Beschwerdeführer insoweit keine weiterreichenden
Rechte, da dieses Grundrecht ihm grundsätzlich nur im Rahmen der bestehenden
nachbarschützenden Vorschriften Schutz gewährt (vgl. BGE 119 Ia 362 E. 1b S.
364 f.).

4.7 Die Vorinstanz hat erwogen, gemäss dem baselstädtischen Recht (§§ 23 und 63
f. BPG/BS) sei in Zonen mit hoher Wohndichte ein höherer Lichteinfallswinkel
zulässig als in Zonen mit geringerer Wohndichte. Der Gesetzgeber nehme damit
mit zunehmender Wohndichte grössere Beschattungen der Nachbarliegenschaften in
Kauf. Ausgehend von dieser gesetzgeberischen Wertung und unter Berücksichtigung
des Gebots der haushälterischen Bodennutzung gemäss Art. 75 Abs. 1 BV und Art.
1 Abs. 1 RPG sei es sachgerecht, zur Berechnung des Schattenwurfs auf die
Äquinoktien abzustellen. Da die Liegenschaft des Beschwerdeführers bei Tag- und
Nachtgleiche durch die geplanten Hochhäuser C1 und C2 überhaupt nicht
beschattet werde, stelle sich die Frage der angemessenen Berücksichtigung der
Beschattung durch bestehende Bauten der Teilgebiete A, B und D nicht.

4.8 Soweit der Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang eine Verletzung der
Begründungspflicht als Ausfluss seines Anspruchs auf rechtliches Gehör geltend
macht, ist seine Argumentation nicht stichhaltig. Wird, wie es die Vorinstanz
getan hat, die Tag- und Nachtgleiche als relevant erachtet, wird die
Liegenschaft des Beschwerdeführers durch die projektierten Hochhäuser C1 und C2
überhaupt nicht beschattet. Dementsprechend konnte die Vorinstanz ohne
Verletzung der Begründungspflicht folgern, die Beschattung durch die
bestehenden Bauten in den Teilgebieten A, B und D sei unerheblich.

4.9 Auch in der Sache dringt der Beschwerdeführer mit seiner Beschwerde nicht
durch.

Gemäss § 101 Abs. 1 BPG/BS sollen Bebauungspläne in begrenzten Gebieten bessere
Bebauungen gewährleisten als die baurechtliche Grundordnung oder die
Koordination der Nutzungsplanung erleichtern. Nach § 105 Abs. 1 lit. b BPG/BS
beschliesst der Grosse Rat des Kantons Basel-Stadt über Bebauungspläne, soweit
hierfür nicht der Regierungsrat oder der Gemeinderat zuständig ist. Vorliegend
hat der Grosse Rat als Gesetzgeber und Planerlassbehörde den Bebauungsplan
"Areal A.________" mit Beschluss vom 10. März 2010 für verbindlich erklärt. Die
Vorinstanz hat diesen Beschluss auf Beschwerde hin überprüft. Sie hat sich bei
der Bestimmung des zulässigen Schattenwurfs eingehend mit ihrer eigenen Praxis,
der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sowie den vom Gesetzgeber vorgenommenen
Wertungen auseinandergesetzt und unter Würdigung der Verhältnisse des
Einzelfalls und der lokalen Gegebenheiten eine umfassende Interessenabwägung
vorgenommen. Sie hat das Interesse des Beschwerdeführers an ausreichender
Besonnung respektive das öffentliche Interesse an gesundem Wohnen (vgl. Art. 3
Abs. 3 lit. b RPG) gegen das in Art. 75 Abs. 1 BV und Art. 1 Abs. 1 RPG
umschriebene öffentliche Interesse der haushälterischen Bodennutzung abgewogen.
Dass die Vorinstanz im Ergebnis die allgemeinen städtebaulichen Ziele
(verdichtete Bauweise, kompakte Siedlungsstruktur bzw. Siedlungsentwicklung
nach innen) und das mit dem Hochhaus-Projekt konkret verfolgte öffentliche
Interesse einer besseren Bebauung im Sinne von § 101 BPG/BS (Eingliederung in
die bereits bestehende Hochhaus-Überbauung, attraktives Angebot von Wohnraum,
Aufwertung der zusammenhängenden Grün- und Freiflächen, Schutz des
vorherrschenden Baumbestands, Weiternutzung des unterirdischen Parkings) als
gewichtiger eingestuft hat als das Interesse des Beschwerdeführers, keine
Mehrbeschattung gewärtigen zu müssen, ist nicht zu beanstanden und steht in
Einklang mit den gesetzgeberischen Wertungen (vgl. die genannte kantonale
Regelung des zulässigen Lichteinfallswinkels gemäss §§ 23 und 63 f. BPG/BS
sowie die Art. 75 Abs. 1 BV, Art. 1 Abs. 1 RPG und Art. 3 Abs. 3 lit. b RPG).
Der Bebauungsplan im Sinne von § 101 BPG/BS beruht mithin auf einer
RPG-konformen Interessenabwägung.
Da die Planungsgrundsätze des RPG in zulässiger Weise gegeneinander abgewogen
wurden und der Kanton Basel-Stadt keine spezifischen Bestimmungen zur
Zulässigkeit des Schattenwurfs erlassen hat, welche missachtet worden sein
könnten, ist nicht ersichtlich und wird vom Beschwerdeführer auch nicht
dargelegt, weshalb das Abstellen auf die Äquinoktien bei der Anwendung der
"2-Stunden-Regel" die Eigentumsgarantie gemäss Art. 26 BV verletzen sollte.
Damit ist gleichzeitig gesagt, dass sich die Vorinstanz bei der Beurteilung des
zulässigen Schattenwurfs von sachlichen Gründen hat leiten lassen, weshalb ihr
Entscheid nicht als willkürlich bezeichnet werden kann.

5.
Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Bei diesem
Ausgang des Verfahrens trägt der Beschwerdeführer die Gerichtskosten (Art. 66
Abs. 1 BGG). Zudem hat er die Beschwerdegegnerin angemessen zu entschädigen
(Art. 68 Abs. 1 und 2 BGG). Die kantonalen Behörden haben keinen Anspruch auf
eine Entschädigung (Art. 68 Abs. 3 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 3'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Der Beschwerdeführer hat die Beschwerdegegnerin für das bundesgerichtliche
Verfahren mit Fr. 1'000.-- zu entschädigen.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Grossen Rat und dem Appellationsgericht
des Kantons Basel-Stadt schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 3. September 2012

Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Fonjallaz

Der Gerichtsschreiber: Stohner