Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

II. Zivilrechtliche Abteilung, Beschwerde in Zivilsachen 5A.109/2011
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
5A_109/2011, 5A_110/2011

Urteil vom 24. Juni 2011
II. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Hohl, Präsidentin,
Bundesrichterin Escher, Bundesrichter Marazzi,
Gerichtsschreiber Levante.

Verfahrensbeteiligte
5A_109/2011
X.________ AG,
vertreten durch Rechtsanwalt Rolf Weber,
Beklagte und Beschwerdeführerin,

gegen

Y.________,
Kläger und Beschwerdegegner,

und

5A_110/2011
Y.________,
Kläger und Beschwerdeführer,

gegen

X.________ AG,
vertreten durch Rechtsanwalt Rolf Weber,
Beklagte und Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Klage auf Lastenbereinigung,

Beschwerden gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich, II.
Zivilkammer, vom 20. Dezember 2010.

Sachverhalt:

A.
A.a In der gegen Y.________ eingeleiteten Betreibung auf Grundpfandverwertung
(Nr. 1) erstellte das Betreibungsamt Kilchberg-Rüschlikon am 23. Februar 2007
das Lastenverzeichnis für die zu verwertenden Grundstücke (Grundbuchblatt 2/
Stockwerkeigentum und 3/Stockwerkeigentum, A.________weg, B.________). Die
Betreibung erfolgte auf Begehren der X.________ AG als Pfandgläubigerin. Zu
ihren Gunsten wurde im Lastenverzeichnis eine mit Inhaberschuldbrief (nominal
Fr. 1'115'000.--, Maximalzinsfuss 8%) an erster Pfandstelle
grundpfandgesicherte, per 31. März 1992 gekündigte Darlehensforderung wie folgt
eingetragen:
1.1
Kapital
1`115`000.- -
1.2
verfallener Kapitalzins zu 6% vom 1.4.2001 bis 31.3.2002
10`668.35
1.3
Laufender Kapitalzins zu 6% vom 1.4.2002 bis 18.4.2007/Steigerungstag
337`845.- -
1.4
Kosten Zahlungsbefehl
156.- -
1.5
Kosten Zahlungsbefehl (Ausfertigung an Ehefrau)
116.- -
1.6
Rechtsöffnungskosten (...)
1`100.- -
1.7
Prozessentschädigung (...)
5`283.15

Gesamte Pfandbelastung
1`470`168.50

A.b Das Betreibungsamt setzte Y.________ auf dessen Bestreitung hin Frist zur
Klage an. Am 2. April 2007 erhob Y.________ (nachfolgend: der Kläger) beim
Bezirksgericht Horgen Lastenbereinigungsklage gegen die X.________ AG
(nachfolgend: die Beklagte) und verlangte im Wesentlichen die Reduktion der
Kapitalforderung (Pos. 1.1) auf Fr. 770'000.-- und die Streichung der
Forderungen für Kapitalzinsen (Pos. 1.2 und 1.3) sowie Prozessentschädigung
(Pos. 1.7). Das Bezirksgericht Horgen hiess die Klage mit Urteil vom September
2009 teilweise gut und reduzierte im Lastenverzeichnis die Kapitalforderung auf
Fr. 770'000.-- (Pos. 1.1) und den laufenden Kapitalzins auf Fr. 233'404.95
(Pos. 1.3).

B.
Gegen das Urteil des Bezirksgerichts erhoben die Parteien Berufung. Das
Obergericht des Kantons Zürich, II. Zivilkammer, bestätigte mit Urteil vom 20.
Dezember 2010 die Kapitalforderung im Lastenverzeichnis von Fr. 770'000.--
(Pos. 1.1) und änderte die verfallenen Kapitalzinsen von 6% vom 1. Oktober 2002
bis 30. September 2005 auf Fr. 138'600.-- (Pos. 1.2) und den laufenden
Kapitalzins von 6% vom 1. Oktober 2005 bis 18. April 2007 (ursprünglicher
Steigerungstag) auf Fr. 71'388.50 (Pos. 1.3) ab.

C.
Mit Eingabe vom 4. Februar 2011 führt die X.________ AG Beschwerde in
Zivilsachen (Verfahren 5A_109/2011). Sie beantragt dem Bundesgericht, die
Urteile des Obergerichts und des Bezirksgerichts aufzuheben. In der Sache seien
die Positionen im Lastenverzeichnis so zu bestätigen, wie sie vom Obergericht
angeordnet worden sind. Es sei einzig das Folgende (unter neuer Pos. 1.2.2)
einzufügen (und die Gesamtbelastung entsprechend zu ändern):

Verzugszins zu 5% vom 14.4.1992 bis 30.9.2002
402`753.- -

Das Obergericht hat auf eine Stellungnahme verzichtet. Y.________ hat sich mit
Eingabe vom 18. Mai 2011 vernehmen lassen.

D.
Mit Eingabe vom 7. Februar 2011 führt auch Y.________ Beschwerde in Zivilsachen
(Verfahren 5A_110/2011). Er beantragt dem Bundesgericht, das Urteil des
Obergerichts aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zu neuer Entscheidung
zurückzuweisen. Weiter ersucht er um aufschiebende Wirkung und unentgeltliche
Rechtspflege.
Mit Präsidialverfügung vom 10. März 2011 wurde der Beschwerde aufschiebende
Wirkung zuerkannt.
In der Sache hat das Obergericht auf eine Stellungnahme verzichtet. Die
X.________ AG beantragt die Abweisung der Beschwerde. Hierzu hat Y.________
unaufgefordert Gegenbemerkungen angebracht.

Erwägungen:

1.
Die beschwerdeführenden Parteien fechten denselben kantonalen Entscheid an, der
zwischen ihnen als Gegenparteien ergangen ist. Es rechtfertigt sich die
Vereinigung der Beschwerden und die Erledigung im gleichen Urteil (vgl. Art. 71
BGG i.V.m. Art. 24 BZP).

2.
2.1 Angefochten ist ein Entscheid, der im Prozess der Lastenbereinigung (Art.
140 Abs. 2 SchKG) ergangen ist und der Beschwerde in Zivilsachen unterliegt
(Art. 72 ff. BGG). Die Streitwertgrenze ist offensichtlich erreicht (Art. 74
Abs. 1 lit. b BGG) und das Obergericht hat als letzte kantonale Instanz
entschieden (Art. 75 Abs. 1 BGG). Die Parteien sind vom angefochtenen Entscheid
betroffen und haben grundsätzlich ein schutzwürdiges Interesse an der Aufhebung
bzw. Änderung des angefochtenen Entscheides (Art. 76 Abs. 1 lit. b BGG). Die
Beschwerden gegen die verfahrensabschliessende Entscheidung sind fristgemäss
erhoben worden (Art. 100 Abs. 1 BGG) und grundsätzlich zulässig (Art. 90 BGG).
Hingegen ist die Ergänzung der Beschwerdeschrift (wie durch die Eingaben des
Klägers vom 20. Februar 2011 und 22. März 2011) nach Ablauf der Beschwerdefrist
unzulässig.

2.2 Der Beschwerdeantrag (Art. 42 Abs. 1 BGG) des Klägers geht auf blosse
Aufhebung des angefochtenen Urteils. In der Beschwerdebegründung werden u.a.
verschiedene Sachverhaltsrügen erhoben, so dass der Rückweisungsantrag (vgl.
BGE 134 III 379 E. 1.3 S. 383) zulässig ist.

2.3 Der Beschwerdeantrag der Beklagten auf Aufhebung des Urteils des
Bezirksgerichts ist unzulässig, da Anfechtungsobjekt das obergerichtliche
Urteil ist. Ihr Antrag auf Eintragung im Lastenverzeichnis von "Verzugszins zu
5% vom 14.4.1992 bis 30.9.2002" im Umfang von "Fr. 402`753.--" (Pos. 1.2.2)
erscheint nicht als Antrag in der Berufungsschrift. Die Beklagte macht (unter
Hinweis auf S. 16 der Berufungsschrift) geltend, das Begehren bereits vor
Obergericht vorgebracht zu haben, "für den Fall, dass man die Regelung gemäss
Darlehensvertrag nicht als Sicherungsübereignung, sondern als direktes
Pfandrecht betrachte". Der Beschwerdeantrag der Beklagten ist daher nicht neu
(vgl. Art. 99 Abs. 2 BGG) und zulässig.

2.4 Mit vorliegender Beschwerde kann u.a. die Verletzung von Bundesrecht gerügt
werden (Art. 95 lit. a BGG). In der Beschwerdeschrift ist in gedrängter Form
darzulegen, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt (Art. 42 Abs. 2 BGG).
Die Verletzung von verfassungsmässigen Rechten ist in der Beschwerdeschrift
vorzubringen und zu begründen (Art. 106 Abs. 2 BGG).

2.5 Das Bundesgericht ist an den vorinstanzlich festgestellten Sachverhalt
gebunden (Art. 105 Abs. 1 BGG). Zulässig ist einzig die Rüge, dass eine
Tatsachenfeststellung auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG
beruhe oder eine Tatsache offensichtlich unrichtig festgestellt worden sei
(Art. 97 Abs. 1 BGG; BGE 133 III 393 E. 7.1).

3.
Das Obergericht hat vorab festgehalten, dass die Betreibungsforderungen im
Rahmen des Lastenbereinigungsverfahrens vom Schuldner nicht mehr bestritten
werden könnten. Der Kläger könne im Lastenbereinigungsprozess nur in Frage
stellen, was nicht bereits Gegenstand der Beurteilung im Einleitungsverfahren
gewesen sei. Zum Umfang der Grundpfandsicherung im Lastenverzeichnis hat die
Vorinstanz das Folgende erwogen.

3.1 Nach Würdigung der konkreten Umstände und Dokumente liege keine
Sicherungsübereignung (ebenso wenig eine Faustpfandverpfändung) des
Schuldbriefes vor, sondern stehe der Beklagten für ihre Forderung ein als
Schuldbrief bestelltes (direktes) Grundpfand zu. Dies habe bereits das
Bezirksgericht zu Recht angenommen. Grundpfandgesichert seien auch die
Vertragszinsen nach Art. 818 Abs. 1 Ziff. 3 ZGB (drei verfallene Jahreszinsen
und der laufende Jahreszins). Die Verzugszinsen seien jedoch - entgegen dem
Wortlaut von Art. 818 Abs. 1 Ziff. 2 ZGB - nicht zeitlich unbeschränkt
grundpfandgesichert, ansonsten Art. 818 Abs. 1 Ziff. 3 ZGB "vollständig seines
Sinnes entleert würde".

3.2 Gestützt auf die Forderungsanmeldung ins Lastenverzeichnis betrage die
grundpfandgesicherte Kapitalforderung Fr. 770'000.--. Weiter seien angemeldete
vertragliche Kapitalzinsen im Umfang von Art. 818 Abs. 1 Ziff. 3 ZGB (nach
detaillierter Berechnung) grundpfandgesichert. Die angemeldeten Kosten (für
Zahlungsbefehle, Rechtsöffnungskosten, etc.) seien als "Betreibungskosten" im
Sinne von Art. 818 Abs. 1 Ziff. 2 ZGB grundpfandgesichert. Andere, nicht
angemeldete Beträge könne die Beklagte nicht geltend machen.

3.3 Gegen die im Lastenverzeichnis geltend gemachten Ansprüche habe der Kläger
eine Reihe von Einwendungen vorgebracht, welchen kein Erfolg beschieden sei.
I. Beschwerde der Beklagten (5A_109/2011)

4.
Das Lastenverzeichnis bildet die Grundlage der Verwertung (AMONN/ WALTHER,
Grundriss des Schuldbetreibungs- und Konkursrechts, 8. Aufl. 2008, § 28 Rz. 22
f., 42-44; STOFFEL/CHABLOZ, Voies d'exécution, 2. Aufl. 2010, § 5 Rz. 173).
Anlass zur vorliegenden Beschwerde gibt das obergerichtliche Urteil im Prozess
der Bereinigung des Lastenverzeichnisses von Grundstücken, welche im Eigentum
des Betriebenen bzw. Klägers stehen.

4.1 Zu Recht ist unbestritten, dass die auf dem Grundstück ruhenden Lasten vom
Betreibungsbeamten anhand des Grundbuches und der Eingaben der Berechtigen
ermittelt werden (Art. 140 Abs. 1 SchKG). Der Betreibungsbeamte stellt das
Verzeichnis zur allfälligen Bestreitung von Bestand, Umfang, Rang oder
Fälligkeit von aufgeführten Ansprüchen zu, und im Lastenbereinigungsprozess
wird im gerichtlichen Verfahren über in das Lastenverzeichnis aufgenommene und
bestrittene Lasten entschieden (Art. 140 Abs. 2 SchKG; Art. 37 Abs. 2 VZG;
BRUNNER/REUTTER, Kollokations- und Widerspruchsklagen nach SchKG, 2. Aufl.
2002, S. 143).

4.2 Die Beklagte stellt die vom Obergericht vorgenommene Beurteilung der Lasten
nicht in Frage. Es ist unbestritten, das mit dem Schuldbrief ein Grundpfand
nach Art. 793 ff. ZGB bestellt wurde ("direktes Grundpfand"). Sie wendet sich
einzig gegen die Auffassung des Obergerichts, wonach die Pfandsicherung des
Verzugszinses zeitlich limitiert sei. Dies sei mit Art. 818 Abs. 1 Ziff. 2 ZGB
nicht vereinbar.
4.2.1 Bei der Maximalhypothek (Art. 794 Abs. 2 ZGB) gilt der Pfandsummeneintrag
als Höchstbetrag, für welche das Grundstück umfangmässig Sicherheit für den
Gläubiger bietet. Nur die Kapitalhypothek (Art. 794 Abs. 1 ZGB) - welche hier
unbestrittenermassen vorliegt - gibt über die Kapitalsumme hinaus Sicherheit
für gewisse Nebenforderungen. Der Umfang dieser Sicherung ist in Art. 818 ZGB
geregelt. Zur Kapitalforderung, welche im Grundbuch eingetragen ist, kommen
gemäss Art. 818 Abs. 1 Ziff. 2 ZGB (neben den Betreibungskosten) die
Verzugszinsen dazu (STEINAUER, Les droits réels, Bd. III, 2. Aufl. 1996, Rz.
2794d; FASEL, in: Handkommentar zum Schweizer Privatrecht, 2007, N. 1, 3, 7 zu
Art. 818 ZGB). Eine zeitliche Schranke für die Pfandsicherung der Verzugszinsen
lässt sich (im Gegensatz zum Vertragszins; Art. 818 Abs. 1 Ziff. 3 ZGB) weder
dem Wortlaut noch der Entstehungsgeschichte der Bestimmung entnehmen (vgl. E.
HUBER, Erläuterungen zu dem Teilentwurf über das Grundpfand [1898], Berner
Kommentar, Materialien zum ZGB, Bd. I, 2009, Rz. 1111). Dasselbe hat das
Bundesgericht entschieden (BGE 121 III 445 E. 5a S. 447). Die gleiche
Auffassung herrscht in der Lehre (FASEL, a.a.O., N. 7 zu Art. 811 ZGB; SCHMID/
HÜRLIMANN-KAUP, Sachenrecht, 3. Aufl. 2009, Rz. 1566; TRAUFFER, in: Basler
Kommentar, Zivilgesetzbuch II, 3. Aufl. 2007, N. 8 zu Art. 818 ZGB; a.M.
SIMONIUS/SUTTER, Schweizerisches Immobiliarsachenrecht, Bd. II, 1990, S. 181
Rz. 75) und in der kantonalen Praxis vor (Urteil des Handelsgerichts des
Kantons Zürich vom 2. Juli 2010, ZR 2010 Nr. 66 S. 291). Das Obergericht hat
indessen ausgeführt, dass für Verzugszinsen eine zeitliche Schranke zu setzen
sei. Diese Auffassung ist vorliegend - wie sich aus dem Folgenden ergibt -
nicht weiter zu erörtern.
4.2.2 Gegenstand des Lastenbereinigungsprozesses kann nur ein Recht an einem
Grundstück sein, welches in das Lastenverzeichnis aufgenommen und über welches
vom Betreibungsamt ein Lastenbereinigungsverfahren durchgeführt wurde (BRUNNER/
REUTTER, a.a.O., S. 145). Zu Recht ist unbestritten, dass grundpfandgesicherte
Verzugszinsen unter Art. 818 Abs. 1 Ziff. 2, und nicht Ziff. 3 ZGB fallen (BGE
121 III 445 E. 5a S. 447). Die Beklagte stellt weiter zu Recht nicht in Frage,
dass u.a. die Verzugszinsen bei der Erstellung des Lastenverzeichnisses
angemeldet werden müssen (AMONN/WALTHER, a.a.O., § 28 Rz. 18; STOFFEL/CHABLOZ,
a.a.O., § 5 Rz. 170).
4.2.3 Im Lastenverzeichnis vom 23. Februar 2007 sind wohl die vertraglichen
(Kapital-)Zinsen aufgeführt und vom Obergericht bestätigt bzw. korrigiert
worden. Hingegen ist im Lastenverzeichnis kein Verzugszins aufgenommen. Darauf
hat bereits das Bezirksgericht hingewiesen, und das Obergericht hat keine
andere Feststellung getroffen. Die Beklagte übergeht, dass der
Lastenbereinigungsprozess allein der Abklärung von in das Lastenverzeichnis
aufgenommenen Lasten dient. Daran ändert ihr Vorbringen nichts, wonach "für den
Fall, dass man die Regelung als (...) direktes Grundpfand betrachte, ein
Verzugszins (...) geschuldet sei". Wurde keine Anmeldung (für die Erstellung
des Lastenverzeichnisses) vorgenommen, kann die Aufnahme einer Last im
Lastenbereinigungsprozess nicht mehr verlangt werden (BRUNNER/ REUTTER, a.a.O.,
S. 162, vgl. BGE 136 III 288 E. 3.3 a.E. S. 293). Es besteht keine gesetzliche
Grundlage, um den Urteilsspruch im angefochtenen Entscheid abzuändern und
Verzugszinsen wie beantragt in das Lastenverzeichnis aufzunehmen. Insoweit ist
die Beschwerde in Zivilsachen unbegründet.

4.3 Weiter bestätigt die Beklagte die vorinstanzliche Erwägung, wonach die
laufenden Zinsen bis zur Verwertung pfandgesichert und vom Betreibungsamt zu
berechnen seien. Ihrer Auffassung nach müsse diese Erwägung im Dispositiv
"ihren Niederschlag finden". Das Obergericht hat ausgeführt, dass die Höhe der
laufenden pfandgesicherten Zinsen bis zum Zeitpunkt der letzten Verwertung
nicht vom Richter im Lastenbereinigungsprozess, sondern vom Betreibungsamt im
Rahmen der Verteilung festzustellen sei (vgl. Art. 157 Abs. 2 SchKG). Die
Beklagte legt nicht dar, inwiefern sie in diesem Punkt durch den angefochtenen
Entscheid beschwert sei und welches Interesse sie insoweit an der Abänderung
des angefochtenen Urteils habe (Art. 76 Abs. 1 lit. b BGG).

4.4 Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde der Beklagten abzuweisen, soweit
darauf eingetreten werden kann.
II. Beschwerde des Klägers (5A_110/2011)

5.
Der Kläger wendet sich gegen das Ergebnis des Obergerichts, wonach seinen
Einwendungen gegen die im Lastenverzeichnis geltend gemachten Ansprüche kein
Erfolg beschieden sein könne.

5.1 Mit Bezug auf die Mietzinseinnahmen aus der Liegenschaftenverwaltung
erneuert der Kläger seine Kritik am Vorgehen des Betreibungsamtes. Das
Obergericht hat dazu festgehalten, dass die Beurteilung der Vorbringen
betreffend Mietzinseinnahmen sowie Unterhaltszahlungen an den Schuldner (Art.
103 Abs. 2 SchKG) aus der Zwangsverwaltung der Grundstücke in die Kompetenz der
Aufsichtsbehörden (nach Art. 17 SchKG) falle, und das Betreibungsamt nach
Durchführung der Verwertung die Einnahmen aus der Zwangsverwaltung nach Art.
157 SchKG abzurechnen habe. Darauf geht der Kläger nicht ein. Er legt nicht
dar, inwiefern das Obergericht mit dieser Abgrenzung der Kompetenzen zwischen
Lastenbereinigungsgericht und Betreibungsamt gegen Bundesrecht verstossen habe.

5.2 Weiter bemängelt der Kläger (insbesondere am Urteil des Bezirksgerichts
Horgen vom 4. Juni 1998), dass Fr. 100'000.-- vom Kapitalbetrag von Fr.
770'000.-- nicht abgezogen und die Fremdwährungsguthaben nicht berücksichtigt
worden seien. Er betont, dass die betriebene Summe von Fr. 770'000.-- "von den
Banken nie substantiiert, von ihm aber stets bestritten wurde". Das Obergericht
ist auf entsprechende Vorbringen nicht eingegangen. Es hat erwogen, dass die
Beklagte als betreibende Gläubigerin auch andere und weitergehende Rechte für
das Lastenverzeichnis anmelden könne (vgl. BGE 26 I 516 E. 2 S. 519), und der
Kläger als Schuldner nur diese bestreiten, hingegen im
Lastenbereinigungsprozess nicht mehr den Bestand und die Höhe der
Betreibungsforderung in Frage stellen könne (vgl. BGE 118 III 22 E. 2a S. 23).
Gemäss dem Urteil des Bezirksgerichts Horgen vom 4. Juni 1998 wurde die
Rechtsöffnung für die in Betreibung gesetzte Forderung von Fr. 770'000.--
definitiv erteilt. Darauf hat die Vorinstanz hingewiesen und festgehalten, der
Kläger könne den Kapitalbetrag wegen des abgeschlossen Einleitungsverfahrens
bzw. der rechtskräftig erledigten Aberkennungsklage nicht mehr überprüfen
lassen. Inwiefern dieser Schluss gegen Bundesrecht verstosse (E. 2.4) oder der
rechtserhebliche Sachverhalt unrichtig festgestellt worden sei (E. 2.5), setzt
der Kläger nicht auseinander. Seine Beschwerde genügt insgesamt den
Begründungsanforderungen nicht.

5.3 Auf die Beschwerde des Klägers kann nicht eingetreten werden.

6.
Nach dem Dargelegten ist den Beschwerden beider Parteien kein Erfolg
beschieden. Bei diesem Ausgang des Verfahrens werden die Parteien für das
bundesgerichtliche Verfahren getrennt (ohne Solidarhaftung) kostenpflichtig
(Art. 66 Abs. 1 BGG). Das Gesuch des Klägers um Gewährung der unentgeltlichen
Rechtspflege ist wegen Aussichtslosigkeit seines Begehrens abzuweisen (Art. 64
Abs. 1 BGG). Die Beklagte hat an den Kläger als Beschwerdegegner im Verfahren
5A_109/2011 keine Parteientschädigung zu leisten, da ihm als anwaltlich nicht
vertretene Partei keine ersatzpflichtigen Parteikosten entstanden sind (BGE 133
III 439 E. 4 S. 446). Der Kläger hat die Beklagte als Beschwerdegegnerin im
Verfahren 5A_110/2011 für das bundesgerichtliche Verfahren zu entschädigen
(Art. 68 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Verfahren 5A_109/2011 und 5A_110/2011 werden vereinigt.

2.
Die Beschwerde in Zivilsachen (5A_109/2011) der Beklagten wird abgewiesen,
soweit darauf einzutreten ist. Auf die Beschwerde in Zivilsachen (5A_110/2011)
des Klägers wird nicht eingetreten.

3.
Das Gesuch des Klägers um unentgeltliche Rechtspflege (Verfahren 5A_110/2011)
wird abgewiesen.

4.
Die Gerichtskosten von insgesamt Fr. 10'000.-- werden zu Fr. 5'000.-- der
Beklagten und zu Fr. 5'000.-- dem Kläger getrennt auferlegt.

5.
Dem Kläger wird im Verfahren 5A_109/2011 keine Parteientschädigung
zugesprochen. Der Kläger hat die Beklagte im Verfahren 5A_110/2011 mit Fr.
1'000.-- zu entschädigen.

6.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Zürich, II.
Zivilkammer, sowie dem Betreibungsamt Kilchberg-Rüschlikon schriftlich
mitgeteilt.

Lausanne, 24. Juni 2011
Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Die Präsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Hohl Levante