Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

II. Zivilrechtliche Abteilung, Beschwerde in Zivilsachen 5A.111/2011
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
5A_111/2011

Urteil vom 20. April 2011
II. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Hohl, Präsidentin,
Bundesrichterin Escher, Bundesrichter von Werdt,
Gerichtsschreiber Zingg.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

1. Y.________,
2. A.________,
handelnd durch Y.________, vgt.,
3. B.________,
handelnd durch Y.________, vgt.,
alle drei vertreten durch Rechtsanwalt
Dr. Roger Baumberger,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
Haftung des Willensvollstreckers,

Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Aargau, Zivilgericht,
2. Kammer, vom 25. November 2010.
Sachverhalt:

A.
Z.________ (Erblasser) verstarb am 27. Juni 2005. Als gesetzliche Erben
hinterliess er seine Ehefrau Y.________ sowie die Kinder A.________ und
B.________. In der letztwilligen Verfügung vom 19. Februar 2005 hatte der
Erblasser Rechtsanwalt X.________ zum Willensvollstrecker ernannt.

Am 30. Juni 2005 nahm X.________ das Mandat als Willensvollstrecker an, übte es
in der Folge aus und erklärte mit Brief vom 27. März 2006 seinen Rücktritt von
diesem Amt.

B.
Mit Klage vom 6. November 2006 an das Bezirksgericht Bremgarten verlangte
X.________ (Kläger) von Y.________ sowie den Kindern A.________ und B.________
(Beklagte) die Bezahlung einer Honorarforderung aus seiner Tätigkeit als
Willensvollstrecker im Umfang von Fr. 39'168.70 nebst Zins und verlangte hiefür
definitive Rechtsöffnung.

Am 27. Februar 2007 erhoben die Beklagten Widerklage, mit der sie vom
ehemaligen Willensvollstrecker Rechenschaftsablage, die Herausgabe von
Unterlagen und die Bezahlung einer Geldsumme - im Wesentlichen unter dem Titel
des Schadenersatzes - in der Höhe von Fr. 39'157.75 zuzüglich 5 % Zins seit
Klageeinreichung verlangten.

Am 2. April 2009 hiess das Bezirksgericht Bremgarten die Klage für den
Teilbetrag von Fr. 35'743.75 gut und beseitigte im entsprechenden Umfang die
erhobenen Rechtsvorschläge. Zugleich hiess es die Widerklage insoweit gut, als
es den Kläger verpflichtete, bestimmte Unterlagen auszuhändigen, wies die
Widerklage im Übrigen aber ab.

C.
Die Beklagten appellierten dagegen am 4. September 2009 und beantragten
Abweisung der Klage von X.________. Zudem verlangten sie die Verurteilung des
Klägers zur Zahlung von Fr. 29'490.10 zuzüglich Zins und wiederholten das
Begehren um Aushändigung der ihnen bereits im erstinstanzlichen Urteil
zugesprochenen Unterlagen. Der Kläger schloss auf Abweisung der Appellation.

Mit Urteil vom 25. November 2010 hiess das Obergericht des Kantons Aargau die
Klage teilweise gut, verpflichtete die Beklagten zur Zahlung von Fr. 23'262.20
nebst Zins und beseitigte im entsprechenden Umfang die erhobenen
Rechtsvorschläge. Zugleich hiess es die Widerklage teilweise gut und
verpflichtete den Kläger, den Beklagten Fr. 23'838.50 nebst 5 % Zins seit 16.
März 2007 zu bezahlen und die fraglichen Unterlagen herauszugeben.

D.
Am 28. Januar 2011 hat X.________ (fortan: Beschwerdeführer) gegen dieses
Urteil Beschwerde in Zivilsachen erhoben. Er verlangt dessen Aufhebung, soweit
es die Widerklageforderung sowie Kosten und Entschädigung betrifft, und ersucht
sinngemäss um Abweisung der Widerklage.

Das Obergericht hat auf Vernehmlassung verzichtet. Y.________, A.________ und
B.________ (fortan: Beschwerdegegner) beantragen Abweisung der Beschwerde,
soweit auf sie einzutreten sei.

Erwägungen:

1.
1.1 Der Beschwerdeführer hat seine Eingabe an das Bundesgericht als Beschwerde
in Zivilsachen bezeichnet. Unter Hinweis auf das angefochtene Urteil geht er
davon aus, der hiefür massgebliche Streitwert von Fr. 30'000.-- sei
überschritten (Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG). Tatsächlich hat das Obergericht in
seiner Rechtsmittelbelehrung festgehalten, der Streitwert des kantonalen
Verfahrens betrage mehr als Fr. 30'000.--.

Streitig ist vor Bundesgericht einzig noch eine widerklageweise gegen den
Willensvollstrecker (Beschwerdeführer) geltend gemachte Forderung (vgl. auch
unten E. 2). Für die Streitwertberechnung ist der Betrag einer Widerklage nicht
mit demjenigen der Hauptklage zusammenzurechnen (Art. 53 Abs. 1 BGG). Vor der
Vorinstanz waren im Rahmen der Widerklage Fr. 29'490.10 zuzüglich Zins
streitbefangen (Art. 51 Abs. 1 lit. a BGG), wobei der Zins für die
Streitwertberechnung ausser Betracht bleibt (Art. 51 Abs. 3 BGG). Bereits vor
der Vorinstanz nicht mehr streitig war der Anspruch der Beschwerdegegner auf
Herausgabe bestimmter Unterlagen. Zwar könnten die Appellationsanträge und das
Urteil der Vorinstanz den gegenteiligen Eindruck erwecken. Die Anfechtung
dieses Punkts vor Obergericht ist allerdings einzig auf eine redaktionelle
Besonderheit des erstinstanzlichen Dispositivs zurückzuführen. In der
entsprechenden Dispositivziffer des erstinstanzlichen Urteils war nämlich
zugleich der Grad des Obsiegens mit der Widerklage erwähnt und auf Anpassung
dieses Grads gemäss den weiteren Sachanträgen der Beschwerdegegner zielte
offenbar die Appellation in Bezug auf die fragliche Ziffer. Ein allfälliger
Wert des Herausgabeanspruchs kann deshalb bei der Streitwertberechnung nicht
berücksichtigt werden. Der Vergütungsanspruch des Beschwerdeführers
(Hauptklage) bildet nicht Gegenstand des bundesgerichtlichen Verfahrens, so
dass von vornherein kein Anwendungsfall von Art. 53 Abs. 2 BGG vorliegt. Die
Streitwertangabe in der Rechtsmittelbelehrung erweist sich mithin für die
vorliegende Konstellation als unzutreffend. Der Beschwerdeführer ist
Rechtsanwalt, so dass er den Fehler der Rechtsmittelbelehrung hätte erkennen
können. Das Bestehen einer Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung (Art. 74
Abs. 2 lit. a BGG) hat er aber weder behauptet noch begründet (Art. 42 Abs. 2
BGG) und es ist auch nicht ersichtlich, dass eine solche vorliegen könnte. Die
Beschwerde in Zivilsachen ist demnach unzulässig und die Eingabe des
Beschwerdeführers kann einzig als subsidiäre Verfassungsbeschwerde (Art. 113
BGG) entgegengenommen werden.

1.2 Das angefochtene Urteil ist kantonal letztinstanzlich (Art. 114 i.V.m. Art.
75 Abs. 1 BGG) und die Beschwerde ist rechtzeitig erhoben worden (Art. 117
i.V.m. Art. 100 Abs. 1 i.V.m. Art. 46 Abs. 1 lit. c BGG).

1.3 Mit der Verfassungsbeschwerde kann einzig die Verletzung
verfassungsmässiger Rechte gerügt werden (Art. 116 BGG). Dabei gilt das strenge
Rügeprinzip (Art. 117 i.V.m. Art. 106 Abs. 2 BGG). Die Rüge muss in der
Beschwerde präzise vorgebracht und begründet werden (BGE 135 III 397 E. 1.4 S.
400 f.; 133 II 249 E. 1.4.2 S. 254 mit Hinweisen). Die rechtssuchende Partei
muss dabei anhand der Erwägungen des angefochtenen Entscheids genau angeben,
welches verfassungsmässige Recht durch den angefochtenen kantonalen Entscheid
verletzt wurde, und im Einzelnen darlegen, worin die Verletzung besteht. Das
Bundesgericht prüft nur klar und detailliert erhobene und, soweit möglich,
belegte Rügen; auf rein appellatorische Kritik am angefochtenen Entscheid tritt
es nicht ein (BGE 133 II 396 E. 3 S. 399 f.; 133 III 393 E. 6 S. 397; 134 II
244 E. 2.2 S. 246).

2.
Vor Bundesgericht streitig ist nur noch eine von verschiedenen Teilforderungen,
welche die Beschwerdegegner gegen den Beschwerdeführer ursprünglich geltend
machten. Es handelt sich um eine Schadenersatzforderung im Umfang von Fr.
23'838.50. Mit ihr soll abgegolten werden, dass der Beschwerdeführer es
unterlassen habe, von der ehemaligen Arbeitgeberin des Erblassers, der
C.________ AG, den Bonus für das Jahr 2004 und Lohn aus der Zeit seiner
Freistellung geltend zu machen.

Von den Anträgen des Beschwerdeführers vor Bundesgericht ist dem Wortlaut nach
die Forderung der Beschwerdegegner auf Herausgabe bestimmter Unterlagen an sich
ebenfalls erfasst. Allerdings war diese Frage bereits vor der Vorinstanz nicht
mehr strittig (oben E. 1.1) und kann demgemäss nicht Gegenstand der Beschwerde
an das Bundesgericht bilden. Im Übrigen geht der Beschwerdeführer auf diesen
Punkt in der Begründung nicht ein.
2.1
2.1.1 Das Obergericht hat bezüglich der Schadenersatzforderung folgenden
Sachverhalt festgestellt: Gemäss Arbeitsvertrag vom 10. November 2003 sei der
Erblasser in der Kaderstufe 1 bei der C.________ AG (ab Ende 2005 infolge
Sitzverlegung nach D.________ firmierend unter C.________ SA; fortan
einheitlich: C.________ AG) tätig gewesen. Im Vertrag sei eine variable
Erfolgsbeteiligung vereinbart gewesen, welche vorausgesetzt habe, dass der
Mitarbeiter per 31. Dezember des für die Bonusberechnung relevanten
Geschäftsjahres in einem ungekündigten Arbeitsverhältnis stehe. Im "Reglement
Erfolgsbeteiligung für Kader Stufen 1 und 2" sei betreffend "Austritt/
Rücktritt" festgehalten gewesen, dass Mitarbeiter, die am 1. Januar in
gekündigtem Verhältnis stünden oder deren Arbeitsverhältnis vor dem 1. Januar
enden würde, keine Erfolgsbeteiligung für das abgelaufene Jahr erhielten. Im
Kündigungsfall durch die Firma solle aber pro rata temporis abgerechnet werden,
wenn der Mitarbeiter mindestens bis am 30. September in der Firma tätig gewesen
sei. Mit Brief vom 26. Oktober 2004 habe die C.________ AG das
Arbeitsverhältnis mit dem Erblasser aus wirtschaftlichen Gründen per 30. April
2005 gekündigt und ihn mit Brief vom 17. Dezember 2004 ab 20. Dezember 2004
freigestellt. Unter Ziffer 9 des letztgenannten Schreibens sei festgehalten
gewesen, dass der Erblasser Anrecht auf eine allfällige Erfolgsbeteiligung für
das Geschäftsjahr 2004 habe und die Auszahlung voraussichtlich im Juni 2005
erfolgen werde. Der Beschwerdeführer behaupte nicht, sich nach dem Tod des
Erblassers je um die Geltendmachung dieser Erfolgsbeteiligung für das
Geschäftsjahr 2004 gekümmert zu haben.

Mit Brief vom 6. März 2006 habe die C.________ AG der Beschwerdegegnerin 1
mitgeteilt, dass sich der Erfolgsbeteiligungsanspruch des Erblassers für das
Jahr 2004 auf Fr. 26'400.-- brutto belaufe. Der Nettobetrag werde in drei Raten
Mitte März, Ende April und Ende Mai 2006 überwiesen, sofern die
Beschwerdegegnerin 1 eine schriftliche Einverständniserklärung unterzeichne. Am
12. April 2006 sei sie wegen der ausstehenden Zustimmung gemahnt worden. Am 14.
Juli 2006 habe die Revisionsstelle der C.________ AG die Überschuldung
gemeldet, worauf es zu einem Nachlassverfahren gekommen sei. Mit Entscheid des
Tribunal d'arrondissement de La Côte vom 25. September 2007 sei der von der
C.________ AG vorgeschlagene Nachlassvertrag genehmigt worden. Die von den
Erben von Z.________ geltend gemachte Forderung von Fr. 29'798.15 sei nicht
bestritten worden. Die Nachlassdividende betrage 20 %, so dass der verbleibende
Rest (80 % der Forderung der Beschwerdegegner, d.h. Fr. 23'838.50) unbefriedigt
bleibe.
2.1.2 Aufgrund der Genehmigung des Nachlassvertrages und der darin vorgesehenen
Dividende hat das Obergericht zunächst den Eintritt des Schadens in der Höhe
von Fr. 23'838.50 als erwiesen angesehen.
Es hat daraufhin erwogen, zu den Aufgaben des Willensvollstreckers gehöre die
Einziehung fälliger Guthaben. Werde einem Willensvollstrecker eine Unterlassung
vorgeworfen, sei zu prüfen, ob nach hypothetischer Annahme des Richters der
Schaden bei pflichtgemässem Handeln nicht eingetreten wäre. Für diese
Beurteilung des hypothetischen Kausalzusammenhangs gelte das Beweismass der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit.

Aus dem Arbeitsvertrag alleine - so das Obergericht - scheine sich nun zu
ergeben, dass dem Erblasser keine Erfolgsbeteiligung für das Jahr 2004
zugestanden habe. Es sei aber auch das Kaderreglement zu beachten. Der
Beschwerdeführer habe nicht substantiiert bestritten, dass ihm das
Kaderreglement bekannt gewesen sei bzw. dass sich das Schreiben vom 17.
Dezember 2004 an den Erblasser betreffend Freistellung und Erfolgsbeteiligung
in den Nachlassunterlagen befunden habe. Er habe von diesen Unterlagen Kenntnis
gehabt bzw. hätte bei genügender Aufmerksamkeit davon Kenntnis haben müssen.
Zum Kaderreglement habe sich der Beschwerdeführer zudem als Vertreter des
Erblassers in einem früheren Eheschutzverfahren bereits geäussert. Zwar hätten
sowohl der Erblasser anlässlich der damaligen Hauptverhandlung wie auch der
Beschwerdeführer in einer Eingabe vom 18. April 2005 den Standpunkt vertreten,
dass dem Erblasser für das Jahr 2004 keine Erfolgsbeteiligung zustehe. Dem
Beschwerdeführer als erfahrenem Rechtsanwalt habe jedoch klar sein müssen, dass
es seinerzeit darum gegangen sei, das Einkommen des Erblassers möglichst tief
erscheinen zu lassen. Er habe deshalb nicht ohne weiteres davon ausgehen
dürfen, es bestehe kein entsprechender Anspruch auf Erfolgsbeteiligung. Es habe
somit zu seinen Aufgaben gehört, diesen in den Nachlass fallenden Anspruch bei
der C.________ AG geltend zu machen. Es bestünden im Übrigen keine Anzeichen,
dass der Beschwerdeführer nicht mindestens innert gleicher Frist wie die
Beschwerdegegnerin 1 eine Leistungszusicherung der C.________ AG hätte erhalten
können. Es dürfe angenommen werden, dass der Beschwerdeführer sogar früher als
die Beschwerdegegnerin 1 erfolgreich gewesen wäre, wenn er sich gleichzeitig
mit den von ihm an die C.________ AG gerichteten Anweisungen über die
Auszahlung des Lohnnachgenusses, d.h. im September 2005, auch um Auszahlung der
Erfolgsbeteiligung bemüht hätte. Der Beschwerdeführer mache schliesslich nicht
geltend, dass die C.________ AG die Erfolgsbeteiligung bei früherer
Geltendmachung durch den Beschwerdeführer bzw. bei definitiver Regelung
spätestens im März 2006 nicht voll ausbezahlt hätte. Vielmehr gehe er selber
davon aus, dass den Beschwerdegegnern kein Schaden entstanden wäre, wenn die
Zusicherung vom 6. März 2006 sofort unterzeichnet worden wäre. Dass die
Beschwerdegegnerin 1 die im März 2006 zugesicherte Zahlung nicht akzeptiert
habe, ändere an der Unterlassung des Beschwerdeführers nichts, da es nicht zu
ihren, sondern zu seinen Pflichten gehört habe, die Erfolgsbeteiligung
einzufordern.

Zusammenfassend ist das Obergericht zum Schluss gekommen, der Schaden hätte mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit vermieden werden können, wenn der
Beschwerdeführer seinen Pflichten als Willensvollstrecker nachgekommen wäre.

2.2 Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung von Art. 518 ZGB sowie von Art.
97 und Art. 398 OR. Zudem greift er die Feststellung des Sachverhalts an. Er
führt aus, ihn treffe keine Haftung, wenn er vom fraglichen Anspruch des
Nachlasses keine Kenntnis hatte und auch nicht hätte haben müssen, oder wenn
der Schaden auf ein Fehlverhalten der Begünstigten zurückzuführen sei.
Bezüglich dieses letzten Punktes macht er geltend, dass die Gelder dem Nachlass
vielleicht zugegangen wären, wenn die Beschwerdegegnerin 1 den Vorschlag der
C.________ AG sofort unterzeichnet hätte. Der Beschwerdeführer anerkennt, dass
er aus dem Eheschutzverfahren den Arbeitsvertrag des Erblassers und das
Kaderreglement kannte. Er macht aber geltend, im Arbeitsvertrag sei nicht auf
das fragliche Kaderreglement verwiesen worden, womit es nicht Bestandteil des
Arbeitsverhältnisses gebildet habe. Die Erfolgsbeteiligungsvereinbarung im
Arbeitsvertrag sei abschliessend und nach diesem Vertrag habe der Erblasser
aufgrund der erfolgten Kündigung für das Jahr 2004 keinen Bonusanspruch gehabt.
Das Schreiben vom 17. Dezember 2004, in welchem dem Erblasser eine Bonuszahlung
zugesichert worden sei, sei dem Beschwerdeführer erst im Laufe des vorliegenden
Gerichtsverfahrens zur Kenntnis gebracht worden. Die Vorinstanz habe
diesbezüglich auf die Behauptung der Beschwerdegegner abgestellt, wonach sich
dieses Dokument in den Nachlassakten befunden habe, was er (der
Beschwerdeführer) nicht substantiiert bestritten habe. Er macht diesbezüglich
zunächst geltend, nach der Aargauer Zivilprozessordnung habe er nicht
substantiiert bestreiten müssen; zudem stehe aufgrund des Kurzprotokolls der
Wohnungsräumung fest, dass die Beschwerdegegnerin 1 alle Büroordner, d.h. die
Nachlasspapiere aus der Wohnung des Erblassers, zur Sichtung mitgenommen habe.
Er habe diese Dokumente von den Beschwerdegegnern nie erhalten. Schliesslich
habe sich das Schreiben vom 17. Dezember 2004 gar nicht in diesen
Nachlassunterlagen befunden, denn aus den Akten ergebe sich, dass die
Beschwerdegegnerin 1 das fragliche Schreiben selber erst als Beilage zur
Mahnung vom 12. April 2006 von der C.________ AG zugestellt erhalten habe. Aus
all dem sei abzuleiten, dass er um den Anspruch nicht habe wissen können und
deshalb zu Recht in dieser Hinsicht nicht tätig geworden sei. Selbst wenn er um
den Anspruch gewusst hätte und sofort tätig geworden wäre, erscheine es nicht
überwiegend wahrscheinlich, dass die C.________ AG die Ansprüche des Erblassers
früher als gegenüber der Beschwerdegegnerin 1 bestätigt hätte und es erscheine
gegenteils wenig wahrscheinlich, dass die C.________ AG die Zahlungen noch vor
der Nachlassstundung ausgerichtet hätte. Schliesslich äussert der
Beschwerdeführer sein Befremden hinsichtlich der Berechnung der Schadenshöhe.

3.
Soweit der Beschwerdeführer nicht die Verletzung einfachen Bundesrechts rügt,
worauf im Rahmen einer Verfassungsbeschwerde nicht eingetreten werden kann,
sondern - zumindest sinngemäss - die Verletzung des Willkürverbots (Art. 9 BV),
kann ihm nicht gefolgt werden.

3.1 Willkür in der Rechtsanwendung liegt vor, wenn der angefochtene Entscheid
offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächlichen Situation in klarem
Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass
verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft. Das
Bundesgericht hebt einen Entscheid jedoch nur auf, wenn nicht bloss die
Begründung, sondern auch das Ergebnis unhaltbar ist. Dass eine andere Lösung
ebenfalls als vertretbar oder gar zutreffender erscheint, genügt nicht (BGE 135
V 2 E. 1.3 S. 4 f.; 131 I 467 E. 3.1 S. 473 f.; je mit Hinweisen). In analoger
Weise liegt Willkür in der Sachverhaltsfeststellung vor, wenn sie
offensichtlich unhaltbar ist, zur tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch
steht, auf einem offenkundigen Versehen beruht, eine Norm oder einen
unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem
Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft. Auch hier darf nicht bloss die Begründung,
sondern muss das Ergebnis unhaltbar sein (BGE 136 III 552 E. 4.2 S. 560; 129 I
173 E. 3.1 S. 178; je mit Hinweisen).

3.2 Zunächst äussert sich der Beschwerdeführer bloss nebenbei zur Schadenshöhe.
Er bestreitet aber nicht, dass im Nachlassvertrag eine Forderung von Fr.
29'798.15 anerkannt worden ist und davon nur 20 % von der C.________ AG als
Dividende bezahlt werden. Der Beschwerdeführer anerkennt des Weiteren, dass er
sowohl den Arbeitsvertrag des Erblassers wie auch das Kaderreglement der
C.________ AG kannte und dass er in der Angelegenheit der Erfolgsbeteiligung
nicht tätig geworden ist. Zwar mag der Arbeitsvertrag so formuliert sein, dass
das Kaderreglement auf den ersten Blick keine Anwendung findet. Die Beurteilung
der Vorinstanz, dass das Kaderreglement dennoch zu beachten sei, ist jedoch
nicht willkürlich, zumal die C.________ AG offenbar selber diesen Standpunkt
einnimmt. Unter diesen Umständen scheint es auch nicht als unhaltbar, vom
Beschwerdeführer zu verlangen, sich bei der ehemaligen Arbeitgeberin des
Erblassers zu melden, die Sachlage zu klären und den Anspruch gegebenenfalls
durchzusetzen. Insoweit ist irrelevant, ob er zusätzlich um das Schreiben der
C.________ AG an den Erblasser vom 17. Dezember 2004 wusste oder ob er
zumindest darum hätte wissen müssen. Auf die in diesem Zusammenhang erhobene
Rüge einer fehlerhaften Anwendung der vormaligen Aargauer Zivilprozessordnung
kann ohnehin nicht eingetreten werden, da er nicht detailliert darlegt, worin
eine krasse Rechtsverletzung liegen soll (BGE 135 III 513 E. 4.3 S. 521 f. mit
Hinweisen). Schliesslich ist auch die vorinstanzliche Beurteilung des
hypothetischen Ablaufs, d.h. der überwiegenden Wahrscheinlichkeit der
Schadensvermeidung bei rechtzeitigem Handeln des Beschwerdeführers, nicht
unhaltbar. Der Beschwerdeführer argumentiert in diesem Zusammenhang ohnehin
nicht völlig widerspruchsfrei, wenn er einerseits annimmt, der Schaden hätte
bei sofortiger Unterzeichnung der Zusicherung der C.________ AG vom 6. März
2006 durch die Beschwerdegegnerin 1 "zumindest vielleicht" vermieden werden
können, andererseits aber ausführt, es erscheine wenig wahrscheinlich, dass die
Zahlungen vor Eröffnung der Nachlassstundung ausgerichtet worden wären, selbst
wenn die C.________ AG ihm gegenüber früher als gegenüber der
Beschwerdegegnerin 1 den Anspruch bestätigt hätte. Nicht als willkürlich
erscheint schliesslich die Beurteilung der Vorinstanz, dass die
Beschwerdegegnerin 1 am Schaden kein relevantes Mitverschulden treffe, da es
nicht zu ihren Pflichten, sondern zu denjenigen des Beschwerdeführers gehört
habe, in der fraglichen Angelegenheit tätig zu werden. Die
Verfassungsbeschwerde ist somit abzuweisen, soweit auf sie eingetreten werden
kann.

3.3 Die Anfechtung der von der Vorinstanz für das kantonale Verfahren
festgelegten Kosten- und Entschädigungsregelung erfolgt nicht selbständig,
sondern abhängig von der soeben beurteilten Widerklage. Nachdem der
Verfassungsbeschwerde im Hauptpunkt kein Erfolg beschieden ist, braucht auf die
Kosten- und Entschädigungsfrage nicht eingegangen zu werden.

4.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der Beschwerdeführer kosten- und
entschädigungspflichtig (Art. 66 Abs. 1, Art. 68 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde in Zivilsachen wird als subsidiäre Verfassungsbeschwerde
entgegengenommen.

2.
Die Verfassungsbeschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 3'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

4.
Der Beschwerdeführer hat die Beschwerdegegner mit insgesamt Fr. 3'000.-- zu
entschädigen.

5.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Aargau,
Zivilgericht, 2. Kammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 20. April 2011

Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Die Präsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Hohl Zingg