Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

II. Zivilrechtliche Abteilung, Beschwerde in Zivilsachen 5A.134/2011
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
5A_134/2011

Urteil vom 20. Mai 2011
II. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Escher, präsidierendes Mitglied,
Bundesrichter L. Meyer, Herrmann,
Gerichtsschreiber Bettler.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
vertreten durch Rechtsanwalt Hans Hegetschweiler,
Beschwerdeführer,

gegen

Y.________,
vertreten durch Rechtsanwalt Thomas Baumberger,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Ehescheidung (Vorsorgeausgleich, nachehelicher Unterhalt),

Beschwerde gegen das Urteil und den Beschluss des Obergerichts des Kantons
Zürich, I. Zivilkammer, vom 31. Januar 2011.
Sachverhalt:

A.
X.________ (geb. 1960; türkischer Staatsangehöriger) und Y.________ (geb. 1977;
thailändische Staatsangehörige) heirateten Ende Juli 2003 in Thailand und zogen
anschliessend in die Schweiz. Die Ehe blieb kinderlos. Seit Oktober 2005 leben
die Parteien getrennt. Die Folgen des Getrenntlebens mussten gerichtlich
geregelt werden (vgl. 5A_516/2010).

B.
Am 23. Mai 2008 (Begehren um Durchführung des Sühneverfahrens vom 22. April
2008) klagte X.________ auf Scheidung, wobei er in diesem Verfahren auch um
vorsorgliche Massnahmen während des Scheidungsverfahrens ersuchte (vgl. 5A_560/
2010). Mit Urteil vom 12. Mai 2010 schied das Bezirksgericht Zürich die
Parteien und regelte die Nebenfolgen der Scheidung. Insbesondere verpflichtete
es X.________ ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis 30. Juni 2012 zu
nachehelichen Unterhaltsbeiträgen von Fr. 3'200.-- pro Monat. Unter dem Titel
Vorsorgeausgleich wies es die Pensionskasse von X.________ an, Fr. 153'170.--
auf das Vorsorgekonto von Y.________ zu überweisen. Es auferlegte die
Gerichtskosten den Parteien je zur Hälfte und sprach keine Parteientschädigung
zu.

C.
Auf Berufung von X.________ hin bestätigte das Obergericht in seinem Urteil und
Beschluss vom 31. Januar 2011 die bezirksgerichtliche Anordnung zum
nachehelichen Unterhalt und zur Regelung des Vorsorgeausgleichs. Auf den Antrag
auf Feststellung einer Verletzung des Beschleunigungsgebots trat es nicht ein.
Es bestätigte die erstinstanzliche Kostenregelung, auferlegte X.________ die
Kosten des Berufungsverfahrens und verpflichtete ihn zu einer
Prozessentschädigung an Y.________.

D.
Dem Bundesgericht beantragt X.________ (nachfolgend Beschwerdeführer) in seiner
Beschwerde in Zivilsachen vom 22. Februar 2011 die Aufhebung des
obergerichtlichen Entscheides und die Feststellung, dass er Y.________
(nachfolgend Beschwerdegegnerin) keine Unterhaltsbeiträge schulde. Zudem seien
die Vorsorgeguthaben der Parteien nicht hälftig, sondern im Verhältnis 5
(Beschwerdeführer) zu 1 (Beschwerdegegnerin) zu teilen. Die Kosten des
kantonalen Verfahrens seien der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen und diese sei
zur Zahlung einer angemessenen Prozessentschädigung an ihn zu verpflichten.
Überdies ersucht er in Bezug auf den Vorsorgeausgleich und die Zahlung der
Prozessentschädigung um aufschiebende Wirkung. Mit Verfügung vom 23. Februar
2011 hat die Abteilungspräsidentin der Beschwerde im beantragten Umfang
superprovisorisch die aufschiebende Wirkung zuerkannt. Mit Eingabe vom 9. März
2011 hat die Beschwerdegegnerin Abweisung des Gesuchs um aufschiebende Wirkung
verlangt, soweit die Zahlung der Prozessentschädigung betreffend, hat sich im
Übrigen aber dem Gesuch nicht widersetzt. Das Obergericht hat auf eine
Vernehmlassung verzichtet. Mit Verfügung vom 10. März 2011 hat die
Abteilungspräsidentin der Beschwerde im beantragten Rahmen die aufschiebende
Wirkung erteilt.
Es sind die Akten, hingegen in der Sache keine Vernehmlassungen eingeholt
worden.

Erwägungen:

1.
1.1 Der angefochtene Entscheid betrifft ein kantonal letztinstanzliches
Endurteil (Art. 75 Abs. 1 und Art. 90 BGG) in einer Scheidungs- und damit in
einer Zivilsache (Art. 72 Abs. 1 BGG). Umstritten ist die Regelung des
nachehelichen Unterhalts sowie des Vorsorgeausgleichs und damit eine
vermögensrechtliche Angelegenheit, wobei der massgebliche Streitwert klar
überschritten ist (Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG). Die Beschwerde in Zivilsachen
ist grundsätzlich zulässig.

1.2 Die Beschwerde ist zu begründen (Art. 42 Abs. 2 BGG). Mit ihr ist in
gedrängter Form durch Auseinandersetzung mit den Erwägungen des angefochtenen
Entscheids darzulegen, welche Vorschriften und warum sie von der Vorinstanz
verletzt worden sein sollen. Allgemein gehaltene Einwände, die ohne
aufgezeigten oder erkennbaren Zusammenhang mit bestimmten Entscheidungsgründen
vorgebracht werden, genügen nicht (BGE 134 V 53 E. 3.3 S. 60). Die Verletzung
von Grundrechten prüft das Bundesgericht nur insofern, als eine solche Rüge in
der Beschwerde vorgebracht und gehörig begründet wird (Art. 106 Abs. 2 BGG). Es
muss klar und detailliert anhand der Erwägungen des angefochtenen Entscheides
dargelegt werden, inwiefern verfassungsmässige Rechte verletzt worden sein
sollen (BGE 134 I 83 E. 3.2 S. 88).

2.
Der Beschwerdeführer beanstandet eine Verletzung seines Anspruchs auf
Beurteilung innert angemessener Frist (E. 3) und auf ein unabhängiges und
unparteiisches Gericht (E. 4). In der Sache wendet er sich gegen die Regelung
des Vorsorgeausgleichs (E. 5) und des nachehelichen Unterhalts (E. 6).

3.
3.1 Das Obergericht ist auf den Antrag des Beschwerdeführers auf Feststellung
einer Verletzung des Beschleunigungsgebots durch das Bezirksgericht nicht
eingetreten, da der Beschwerdeführer diesen Antrag erstmals in der
Berufungsreplik gestellt und damit verspätet vorgebracht habe.

3.2 Der Beschwerdeführer rügt in seiner Beschwerde an das Bundesgericht erneut
die Verletzung seines Anspruchs auf Beurteilung innert angemessener Frist
gemäss Art. 29 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK durch das Bezirksgericht. Das
erstinstanzliche Verfahren habe zwei Jahre und damit "überlang" gedauert.

3.3 Wenn das Obergericht nicht auf den Feststellungsantrag eingetreten ist,
kann sich die Beschwerde an das Bundesgericht entsprechend nicht auf die
materielle Beurteilung dieses Antrags beziehen, sondern kann sich nur gegen das
Nichteintreten richten. Einzig die prozessuale Frage der Rechtzeitigkeit des
Feststellungsantrags bildet insoweit den Beschwerdegegenstand.
Der Beschwerdeführer begnügt sich mit Ausführungen zur Dauer des
bezirksgerichtlichen Verfahrens und äussert sich zu den Gründen des
Obergerichts für das Nichteintreten (verspätetes Vorbringen) mit keinem Wort.
Darauf ist nicht einzutreten.

4.
4.1 Der Beschwerdeführer rügt sodann eine Verletzung seines Anspruchs auf
Beurteilung durch ein unabhängiges und unparteiisches Gericht gemäss Art. 30
Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK.
Er führt dazu aus, er habe "in den verschiedenen Verfahrensstufen im Rahmen des
Eheschutz- und Ehescheidungsverfahrens" den Eindruck gewonnen, dass dort, wo
die Parteien die Fakten nicht übereinstimmend vorgetragen hätten, das Gericht
bei der Würdigung des massgebenden Sachverhalts immer wieder Annahmen zugunsten
der Beschwerdegegnerin getroffen habe, was ein "starkes Indiz für
Parteilichkeit" darstelle. Zur Begründung seiner Rüge der fehlenden
Unparteilichkeit des Gerichts zeigt er sodann anhand von fünf Beispielen die
seiner Ansicht nach "voreingenommenen Sachverhaltsfeststellungen" durch das
Obergericht auf.
4.2
4.2.1 Anfechtungsobjekt der Beschwerde vor Bundesgericht ist einzig der
Entscheid der letzten kantonalen Instanz (Art. 75 Abs. 1 BGG), vorliegend also
das obergerichtliche Urteil vom 31. Januar 2011 über die noch strittigen
Nebenfolgen der Scheidung. Soweit sich die Rüge des Beschwerdeführers auch
gegen das Eheschutzverfahren richtet, kann darauf von vornherein nicht
eingetreten werden (BGE 134 III 524 E. 1.3 S. 527).
4.2.2 Im Anwendungsbereich des Rügeprinzips (Art. 106 Abs. 2 BGG) verbietet der
Grundsatz von Treu und Glauben, der Vorinstanz bekannte rechtserhebliche
Einwände vorzuenthalten und diese erst nach dem Ergehen eines ungünstigen
Entscheides im anschliessenden Rechtsmittelverfahren zu erheben. Dies ergibt
sich auch aus dem Erfordernis der Letztinstanzlichkeit des angefochtenen
Entscheides und fusst auf dem Gedanken, dass der Instanzenzug nicht nur
prozessual durchlaufen, sondern auch materiell erschöpft sein muss (Art. 75
Abs. 1 BGG; BGE 133 III 638 E. 2 S. 640).
Soweit der Beschwerdeführer seine Rüge der Verletzung von Art. 30 Abs. 1 BV und
Art. 6 Ziff. 1 EMRK auch gegen das bezirksgerichtliche Verfahren richtet, zeigt
er nicht auf, dass er dem Obergericht eine entsprechende Rüge unterbreitet
hätte, was sich im Übrigen auch nicht aus dem angefochtenen Entscheid ergibt.
Soweit er sich deshalb gegen das erstinstanzliche Verfahren wendet, kann darauf
mangels materieller Erschöpfung des Instanzenzuges nicht eingetreten werden.

4.3 Nach Art. 30 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK, denen in dieser Hinsicht
dieselbe Tragweite zukommt, hat der Einzelne Anspruch darauf, dass seine Sache
von einem unparteiischen, unvoreingenommenen und unbefangenen Richter ohne
Einwirken sachfremder Umstände entschieden wird. Ob diese Garantien verletzt
sind, prüft das Bundesgericht frei.
Voreingenommenheit und Befangenheit werden nach der Rechtsprechung angenommen,
wenn Umstände vorliegen, die bei objektiver Betrachtung geeignet sind,
Misstrauen in die Unparteilichkeit des Richters zu erwecken. Solche Umstände
können entweder in einem bestimmten Verhalten des betreffenden Richters oder in
gewissen äusseren Gegebenheiten funktioneller und organisatorischer Natur
begründet sein. Bei der Beurteilung solcher Umstände ist nicht auf das
subjektive Empfinden einer Partei abzustellen. Das Misstrauen in die
Unvoreingenommenheit muss vielmehr in objektiver Weise begründet erscheinen. Es
genügt, wenn Umstände vorliegen, die bei objektiver Betrachtung den Anschein
der Befangenheit und Voreingenommenheit erwecken. Für die Ablehnung wird nicht
verlangt, dass der Richter tatsächlich befangen ist (zum Ganzen BGE 136 I 207
E. 3.1 S. 210 mit Hinweisen).
Prozessuale Fehler oder auch ein möglicherweise falscher materieller Entscheid
vermögen für sich allein nicht den Anschein der Voreingenommenheit zu
begründen. Anders verhält es sich nur, wenn besonders krasse oder wiederholte
Irrtümer vorliegen, die als schwere Verletzung der Richterpflichten beurteilt
werden müssen. Denn mit der Tätigkeit des Richters ist untrennbar verbunden,
dass er über Fragen zu entscheiden hat, die oft kontrovers oder weitgehend in
sein Ermessen gestellt sind. Selbst wenn sich die im Rahmen der normalen
Ausübung seines Amtes getroffenen Entscheide als falsch erweisen, lässt das
nicht an sich schon auf seine Parteilichkeit schliessen. Zudem kann das
Ablehnungsverfahren in der Regel nicht zur Beurteilung behaupteter Verfahrens-
oder anderer Fehler des Richters dienen. Solche Rügen sind im dafür
vorgesehenen Rechtsmittelverfahren geltend zu machen (BGE 125 I 119 E. 3e S.
124; 115 Ia 400 E. 3b S. 404).

4.4 Soweit sich die Rüge gegen das vorinstanzliche Verfahren richtet, begründet
der Beschwerdeführer dies mit der "voreingenommenen" obergerichtlichen
Beweiswürdigung.
Abgesehen davon, dass der Beschwerdeführer einzig in appellatorischer Weise
seine eigene Ansicht der Tatsachen aufführt - wobei offen gelassen werden kann,
inwiefern es sich um neue Tatsachen gemäss Art. 99 Abs. 1 BGG handelt - und
keine Rüge gegen die obergerichtliche Sachverhaltsfeststellung erhebt (vgl.
Art. 97 Abs. 1 BGG), wäre eine möglicherweise falsche Beweiswürdigung durch das
Obergericht nach dem Gesagten (E. 4.3 oben) von vornherein nicht ausreichend,
um auf die Parteilichkeit eines Richters zu schliessen.

4.5 Die Rüge erweist sich damit als unbegründet, soweit darauf eingetreten
werden kann.

5.
5.1
5.1.1 Gehören beide Ehegatten einer Einrichtung der beruflichen Vorsorge an und
ist bei keinem Ehegatten ein Vorsorgefall eingetreten, so hat jeder Ehegatte
Anspruch auf die Hälfte der nach dem Freizügigkeitsgesetz für die Ehedauer zu
ermittelnden Austrittsleistung des anderen Ehegatten (Art. 122 Abs. 1 ZGB).
Das Gericht kann die Teilung ganz oder teilweise verweigern, wenn sie aufgrund
der güterrechtlichen Auseinandersetzung oder der wirtschaftlichen Verhältnisse
nach der Scheidung offensichtlich unbillig wäre (Art. 123 Abs. 2 ZGB).
5.1.2 Der gesetzliche Verweigerungsgrund von Art. 123 Abs. 2 ZGB erfordert,
dass - erstens - die Teilung offensichtlich unbillig ist und - zweitens - die
offensichtliche Unbilligkeit ihren Grund in der güterrechtlichen
Auseinandersetzung oder den wirtschaftlichen Verhältnissen nach der Scheidung
hat. Diese Bestimmung ist restriktiv anzuwenden, um das Prinzip der hälftigen
Teilung der Vorsorgeguthaben nicht auszuhöhlen. Bei der Beurteilung der
offensichtlichen Unbilligkeit ist das Sachgericht auf sein Ermessen verwiesen
(vgl. zum Ganzen BGE 136 III 449 E. 4.4 f. S. 453 ff. mit Hinweisen).
5.1.3 Das Bundesgericht übt deshalb bei der Überprüfung solcher Entscheide eine
gewisse Zurückhaltung aus: Es greift nur ein, wenn die kantonale Instanz von
dem ihr zustehenden Ermessen falschen Gebrauch gemacht hat, das heisst, wenn
sie grundlos von in Lehre und Rechtsprechung anerkannten Grundsätzen abgewichen
ist, wenn sie Gesichtspunkte berücksichtigt hat, die keine Rolle hätten spielen
dürfen, oder wenn sie umgekehrt rechtserhebliche Umstände ausser Acht gelassen
hat. Aufzuheben und zu korrigieren sind ausserdem Ermessensentscheide, die sich
als im Ergebnis offensichtlich unbillig, als in stossender Weise ungerecht
erweisen (BGE 127 III 136 E. 3a S. 141). Im Rahmen seiner Begründungspflicht
hat der Beschwerdeführer aufzuzeigen, weshalb die Voraussetzungen für einen
Eingriff in einen Ermessensentscheid erfüllt sein sollen (Urteil 5A_677/2010
vom 11. November 2010 E. 3.1).
5.2
5.2.1 Der Beschwerdeführer legt dar, das Obergericht habe die Rechtsprechung
des Bundesgerichts zu Art. 123 Abs. 2 ZGB richtig wiedergegeben. Jedoch sei er
"der Meinung, diese Rechtsprechung bedürfe einer Korrektur, die auf diesen Fall
anzuwenden" sei.
5.2.2 Eine Änderung der Praxis lässt sich regelmässig nur begründen, wenn die
neue Lösung besserer Erkenntnis der ratio legis, veränderten äusseren
Verhältnissen oder gewandelter Rechtsanschauung entspricht. Andernfalls ist die
bisherige Praxis beizubehalten. Eine Praxisänderung muss sich deshalb auf
ernsthafte sachliche Gründe stützen können, die - vor allem im Interesse der
Rechtssicherheit - umso gewichtiger sein müssen, je länger die als falsch oder
nicht mehr zeitgemäss erachtete Rechtsanwendung gehandhabt worden ist (BGE 136
III 6 E. 3 S. 8).
5.2.3 Weder setzt sich der Beschwerdeführer auch nur ansatzweise mit der
bisherigen Rechtsprechung zu Art. 123 Abs. 2 ZGB auseinander, noch legt er dar,
worin ernsthafte sachliche Gründe liegen sollen, die eine Praxisänderung
rechtfertigen würden. Damit besteht von vornherein kein Anlass zur Überprüfung
der bisherigen Rechtsprechung (Art. 42 Abs. 2 BGG; BGE 136 III 545 E. 3.1 S.
548 f.).

5.3 Der Beschwerdeführer setzt sich im Übrigen mit den Erwägungen des
angefochtenen Entscheides nicht auseinander und legt nicht dar, inwiefern das
Obergericht Art. 123 Abs. 2 ZGB verletzt haben soll. Es ist nicht ausreichend,
dem angefochtenen Entscheid lediglich die eigene Betrachtungsweise
entgegenzuhalten (BGE 135 III 145 E. 6 S. 153). Soweit er geltend macht, die
Beschwerdegegnerin habe das Scheidungsverfahren durch mutwillige Bestreitung
des Scheidungsgrundes in die Länge gezogen, kann zudem mangels entsprechender
Tatsachenfeststellungen sein Vorwurf eines rechtsmissbräuchlichen Verhaltens
der Beschwerdegegnerin nicht beurteilt werden (BGE 136 III 455 E. 2 S. 457).
Der Beschwerdeführer unterlässt es damit, in nachvollziehbarer Weise
aufzuzeigen, weshalb die Voraussetzungen für einen Eingriff in einen
Ermessensentscheid erfüllt sein sollen. Damit wird er den
Begründungsanforderungen von Art. 42 Abs. 2 BGG nicht gerecht. Darauf ist nicht
einzutreten.

6.
6.1
6.1.1 Ist einem Ehegatten nicht zuzumuten, für den ihm gebührenden Unterhalt
selbst aufzukommen, so hat ihm der andere Teil gestützt auf Art. 125 Abs. 1 ZGB
angemessenen nachehelichen Unterhalt zu leisten, soweit er hierzu in der Lage
ist. Die bundesgerichtliche Rechtsprechung zum nachehelichen Unterhalt fusst
auf der Unterscheidung, ob eine Ehe lebensprägend war oder nicht. Bei fehlender
Prägung wird an den vorehelichen Verhältnissen angeknüpft, während die Partner
bei der lebensprägenden Ehe Anspruch auf Fortführung der ehelichen
Lebenshaltung haben.
Der Grund hierfür liegt darin, dass das Vertrauen des ansprechenden Ehegatten
auf Fortführung der Ehe und auf den Weiterbestand der bisherigen, frei
vereinbarten Aufgabenteilung objektiv schutzwürdig ist. Für oder gegen die
Annahme einer Lebensprägung spielen verschiedene Vermutungen: So wird bei einer
Kurzehe von weniger als fünf Jahren (der Zeitraum berechnet sich bis zum
Trennungszeitpunkt: BGE 5A_478/2010 vom 20. Dezember 2010 E. 4.1.2) vermutet,
dass keine Lebensprägung vorliegt. Von einer Lebensprägung ist demgegenüber
auszugehen, wenn die Ehe lange (in der Regel mehr als zehn Jahre) gedauert hat
oder wenn aus ihr Kinder hervorgegangen sind. Bei einer Ehedauer zwischen fünf
und zehn Jahren greift keine Vermutung. Vielmehr kommt es darauf an, ob die
gelebten Umstände die Lebensverhältnisse der Ehegatten nachhaltig geprägt haben
oder nicht. Die Ehe ist schliesslich ebenfalls lebensprägend, wenn der
ansprechende Ehegatte mit der Heirat aus seinem bisherigen Kulturkreis
entwurzelt worden ist. In diesem Fall hat die Heirat den Lebensplan dieses
Ehegatten derart verändert, dass ihm die Rückkehr zu den wirtschaftlichen, aber
auch persönlichen Verhältnissen vor der Ehe nicht mehr zumutbar ist (BGE 135
III 59 E. 4.1 S. 61; Urteil 5A_384/2008 vom 21. Oktober 2008 E. 3.1 f., in:
FamPra.ch 2009 S. 192 f.).
6.1.2 Ist das erwähnte Vertrauen objektiv nicht schutzwürdig, bemisst sich der
Unterhalt nach den vorehelichen Lebensverhältnissen, das heisst nach der
wirtschaftlichen Stellung des Unterhaltsberechtigten im Scheidungszeitpunkt,
wie sie bestünde, wenn er die Ehe nie eingegangen wäre. Das bedeutet, dass bei
der nicht lebensprägenden Ehe ausnahmsweise ein "Eheschaden" zu vergüten ist,
der gewissermassen dem "negativen Interesse" entspricht (Urteile 5C.244/2006
vom 13. April 2007 E. 2.4.8 mit Hinweisen, in: FamPra.ch 2007 S. 652 f.; 5C.149
/2004 vom 6. Oktober 2004 E. 4.3, in: FamPra.ch 2005 S. 354).

6.2 Im vorliegenden Fall lebten die Parteien in Thailand spätestens seit Ende
1999 in einem Konkubinat. Die Beschwerdegegnerin war dort bis zum Frühjahr 2002
als Sekretärin einer europäischen Unternehmung tätig und verdiente umgerechnet
rund Fr. 700.-- pro Monat. Anschliessend absolvierte sie eine MBA-Ausbildung,
wobei der Beschwerdeführer während dieser Zeit für den Unterhalt beider
Parteien aufkam. Mit dieser Zusatzausbildung hätte die Beschwerdegegnerin in
Thailand ein Einkommen von umgerechnet Fr. 800.-- bis 900.-- pro Monat erzielen
können. Da der Beschwerdeführer, der als Manager einer internationalen
Unternehmung arbeitet, in die Schweiz versetzt wurde, nahmen die Parteien im
Jahr 2003 nach der Heirat in Thailand Wohnsitz in der Schweiz. Die
Beschwerdegegnerin war zunächst nicht berufstätig, sondern absolvierte
Deutschkurse. Ab Oktober 2005 ging sie zwecks Sprachstudien insbesondere an die
Universität in Freiburg im Breisgau. Der Beschwerdeführer kam für ihren
dortigen Lebensunterhalt und die Ausbildungskosten auf. Ende 2006 kehrte die
Beschwerdegegnerin in die Schweiz zurück und nahm eine Tätigkeit als
Verkäuferin in einem Warenhaus auf, wo sie monatlich netto Fr 3'300.--
verdiente. Im Mai 2010 wechselte sie ihre Arbeitsstelle und arbeitet nun
teilzeitlich als Sicherheitsangestellte. Sie erzielt damit ein monatliches
Nettoeinkommen von Fr. 2'660.--. Die Beschwerdegegnerin verfügt in Thailand
über Vermögen von Fr. 26'000.-- in Form einer Liegenschaft.
Das Nettoeinkommen des Beschwerdeführers beträgt Fr. 25'550.-- pro Monat. Er
weist ein Vermögen (Barvermögen sowie zwei Liegenschaften in der Türkei) von
Fr. 310'000.-- aus.
6.3
6.3.1 Das Obergericht ging davon aus, die Kurzehe der Parteien sei nicht
lebensprägend gewesen und der Beschwerdegegnerin damit eine Rückkehr zu den
vorehelichen beruflichen Verhältnissen zumutbar. Bei der Festlegung des
vorehelichen Lebensstandards stellte das Obergericht auf die schweizerischen
Verhältnisse ab. Es trug damit der Tatsache Rechnung, dass die
Beschwerdegegnerin erhebliche Integrationsanstrengungen für die Aufnahme einer
ihrer Ausbildung gleichwertigen Erwerbstätigkeit in der Schweiz vorgenommen
habe und diese im Zeitpunkt der Trennung noch nicht abgeschlossen gewesen
seien. Sinngemäss scheint das Obergericht aufgrund einer Einschätzung der
aktuellen Verhältnisse zudem davon auszugehen, dass eine Rückkehr der
Beschwerdegegnerin nach Thailand zurzeit als unwahrscheinlich gilt.
6.3.2 Das Obergericht billigte der Beschwerdegegnerin im Sinne einer
Überbrückungsrente eine Frist bis Ende Juni 2012 zu, um ihre weit
fortgeschrittenen Integrationsanstrengungen und die Eingliederung in das
Erwerbsleben in der Schweiz auf vorehelichem (Berufs-) Niveau abschliessen zu
können. Daran ändere nichts, dass ein Wiedereinstieg in das Erwerbsleben in
Thailand ebenfalls noch gut möglich wäre und die Beschwerdegegnerin dort, wie
vom Beschwerdeführer behauptet, sogar ein besseres Leben als in der Schweiz
führen könnte.
Zur Höhe des Unterhaltsbeitrages hielt das Obergericht fest, der durch die
Beschwerdegegnerin in Thailand mit der Zusatzausbildung erzielbare Monatslohn
von umgerechnet Fr. 800.-- bis 900.-- entspreche nach schweizerischen
Verhältnissen einem Einkommen von ungefähr Fr. 6'500.-- pro Monat, was als
Einkommensziel für eine Wiederanknüpfung an die vorehelichen Verhältnisse
diene. Unter Berücksichtigung ihres hypothetischen Einkommens von Fr. 3'300.--
(die Einkommensreduktion aufgrund des freiwilligen Stellenwechsels der
Beschwerdegegnerin berücksichtigte es nicht) berechnete das Obergericht so eine
Überbrückungsrente und damit sinngemäss einen zu ersetzenden "Eheschaden" von
Fr. 3'200.-- pro Monat bis Ende Juni 2012.
6.3.3 Für den Fall, dass die Beschwerdegegnerin sich entschliessen sollte, vor
Ende Juni 2012 nach Thailand zurückzukehren oder vor diesem Zeitpunkt in der
Schweiz wesentlich mehr verdienen sollte, verwies das Obergericht den
Beschwerdeführer schliesslich auf die Möglichkeit der Klage auf Abänderung der
Unterhaltsrente nach Art. 129 ZGB.

6.4 Der Beschwerdeführer hält zusammenfassend fest, die fehlende Lebensprägung
der Ehe sei nicht mehr streitig. Damit seien aber einzig diejenigen
(wirtschaftlichen) Nachteile auszugleichen, welche die Beschwerdegegnerin durch
ihren Umzug in die Schweiz erlitten habe. Solche Nachteile seien aber
vorliegend nicht ersichtlich und es fehle damit an einem "Eheschaden".
Die Integrationsbemühungen, welche die Beschwerdegegnerin während der Ehe (auch
auf seinen eigenen Wunsch hin) vorgenommen habe, hätten keinen Nachteil
verursacht, den der Ehemann auszugleichen habe. Den Nachteil, den die
Beschwerdegegnerin allenfalls erleide, resultiere daraus, dass sie sich in der
Schweiz etwas aufbauen wolle, jedoch nicht aus der Ehe an sich.
Schliesslich sei nicht ersichtlich, wie das Obergericht zur Annahme gelange,
die Beschwerdegegnerin könne nach Abschluss ihrer Integrationsbemühungen Ende
Juni 2012 ein Monatseinkommen von Fr. 6'500.-- erzielen.

6.5 Das Bundesgericht legt seinem Urteil den von der Vorinstanz festgestellten
Sachverhalt zugrunde (Art. 105 Abs. 1 BGG). Soweit die vorinstanzlichen
Sachverhaltsfeststellungen beanstandet werden und eine mangelhafte
Sachverhaltsfeststellung für den Ausgang des Verfahrens entscheidend ist, kann
nur geltend gemacht werden, die Feststellungen seien offensichtlich unrichtig
oder beruhten auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG (Art. 97 Abs.
1 und Art. 105 Abs. 2 BGG). Eine entsprechende Rüge ist substanziiert
vorzubringen (Art. 42 Abs. 2 BGG). Vorbehalten bleibt die
Sachverhaltsberichtigung von Amtes wegen nach Art. 105 Abs. 2 BGG.
Der Beschwerdeführer stellt den Sachverhalt in mehrfacher Hinsicht aus seiner
Sicht dar (z.B. Trennungszeitpunkt, Möglichkeit und Erzielbarkeit eines
monatlichen Einkommens von Fr. 6'500.-- per Ende Juni 2012 durch die
Beschwerdegegnerin), jedoch ohne die diesbezüglichen Feststellungen des
Obergerichts im vorangehend beschriebenen Sinne als fehlerhaft zu rügen und
auch deren Entscheidwesentlichkeit (z.B. betreffend der Möglichkeit, in
Thailand ein gleiches oder besseres Einkommen zu erzielen als vor der Ehe, was
das Obergericht selbst einräumt) darzulegen. Sachverhaltsrügen erhebt er keine.
Soweit deshalb seine Ausführungen von der Sachverhaltsfeststellung im
angefochtenen Entscheid abweichen, ist darauf nicht einzutreten (vgl. zum
Ganzen BGE 136 II 508 E. 1.2 S. 511 f.).
6.6
6.6.1 Wie bereits bei der Regelung des Vorsorgeausgleichs ist der Richter auch
für die Unterhaltsfestsetzung in verschiedener Hinsicht auf sein Ermessen
verwiesen (Art. 4 ZGB; BGE 127 III 136 E. 3a S. 141). Insoweit kann auf das
Gesagte verwiesen werden (vgl. E. 5.1.3 oben).
6.6.2 Das Obergericht stützte sich als Folge der Verneinung der Lebensprägung
der Ehe zutreffend auf den vorehelichen Lebensstandard und bezifferte diesen
entsprechend schweizerischer Verhältnisse mit einem Monatseinkommen von Fr.
6'500.--.
Im Ergebnis einzig strittig ist die Frage, ob das Obergericht für die
Beurteilung des vorehelichen Lebensstandards auf die schweizerischen
Verhältnisse abstellten durfte.
6.6.3 Anders als der Beschwerdeführer dies zu interpretieren versucht, stellt
der obergerichtlich zugesprochene Unterhaltsbeitrag keinen Ausgleich für einen
Schaden finanzieller Art dar, der durch die Integrationsbemühungen entstanden
sein soll. Vielmehr geht es einzig darum, der Beschwerdegegnerin innerhalb
einer Frist von zwei Jahren den Übergang und die Erreichung ihrer vorehelichen
Lebensverhältnisse zu ermöglichen.
Das Obergericht geht davon aus, dass keine Anzeichen bestehen, dass die
Beschwerdegegnerin nach Thailand zurückkehren wird. Damit ist es im
vorliegenden Fall nicht zu beanstanden, wenn es (bis auf weiteres) die
schweizerischen Verhältnisse als massgebend betrachtet. Zu berücksichtigen ist
zudem, dass die Überbrückungsrente nur auf zwei Jahre und damit auf eine kurze
Dauer befristet ist.

7.
Der Beschwerdeführer ficht die obergerichtliche Kosten- und
Entschädigungsregelung für das kantonale Verfahren nicht selbständig an,
sondern nur im Zusammenhang mit dem Ausgang des obergerichtlichen Verfahrens.
Da sich die Beschwerde insoweit als unbegründet beziehungsweise unzulässig
erweist, hat auch der Kostenspruch des Obergerichts Bestand und braucht darauf
nicht eingegangen zu werden.

8.
Aus den dargelegten Gründen muss die Beschwerde abgewiesen werden, soweit
darauf einzutreten ist. Der Beschwerdeführer wird kostenpflichtig (Art. 66 Abs.
1 BGG). Eine Parteientschädigung ist ihm nicht aufzuerlegen, da sich die
Vernehmlassung der Beschwerdegegnerin nur auf das Gesuch um aufschiebende
Wirkung bezieht und sie in diesem Punkt unterlegen ist (Art. 68 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 3'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Zürich, I.
Zivilkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 20. Mai 2011
Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Das präsidierende Mitglied: Der Gerichtsschreiber:

Escher Bettler