Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

II. Zivilrechtliche Abteilung, Beschwerde in Zivilsachen 5A.237/2011
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
5A_237/2011

Urteil vom 13. Juli 2011
II. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Hohl, Präsidentin,
Bundesrichterin Escher, Bundesrichter von Werdt,
Gerichtsschreiber Bettler.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
vertreten durch Fürsprecher Dr. René Müller,
Beschwerdeführerin,

gegen

Y.________,
vertreten durch Rechtsanwalt Markus Läuffer,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
Abänderung des Scheidungsurteils,

Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Aargau, Zivilgericht,
1. Kammer, vom 22. Februar 2011.

Sachverhalt:

A.
Y.________ und X.________ (beide geb. 1964) heirateten im Jahr 2001. Sie wurden
Eltern eines Sohnes (geb. Juli 2001). Auf gemeinsames Begehren der Parteien
schied das Gerichtspräsidium Aarau mit Urteil vom 11. April 2007 die Ehe. Die
elterliche Sorge über den Sohn teilte es der Mutter zu und regelte das
Besuchsrecht des Vaters. Es verpflichtete Y.________ zu einem
Kinderunterhaltsbeitrag von monatlich Fr. 1'500.-- nebst allfälligen Zulagen.
Sodann genehmigte das Gerichtspräsidium in Ziff. 6 des Scheidungsurteils die
Scheidungskonvention der Ehegatten und erklärte diese zum Bestandteil des
Urteilsdispositivs.
In dieser Scheidungskonvention verpflichtete sich Y.________ zu nachehelichen
Unterhaltszahlungen an X.________ von monatlich Fr. 2'810.-- bis Juli 2017
sowie zur Zahlung der Hälfte seines allfällig erzielten Bonus bis zu einem
Höchstbetrag von Fr. 12'000.-- pro Jahr (Ziff. 5 Abs. 1 der
Scheidungskonvention). Die Parteien vereinbarten zudem für den Fall, dass
X.________ mehr als netto Fr. 2'500.-- pro Monat (inkl. 13. Monatslohn)
verdienen sollte, die Hälfte des Mehrverdienstes rentenvermindernd zu
berücksichtigen (Ziff. 5 Abs. 3 der Scheidungskonvention).
Das Gerichtspräsidium entschied sodann über die weiteren vermögensrechtlichen
Scheidungsfolgen. Dieses Urteil blieb unangefochten.

B.
Am 4. April 2008 klagte Y.________ auf Abänderung des Scheidungsurteils. Soweit
vorliegend massgebend, verlangte er in Abänderung von Ziff. 5 Abs. 1 der
Scheidungskonvention eine zeitlich abgestufte Herabsetzung des nachehelichen
Unterhalts sowie eine Herabsetzung des Anteils seiner geschiedenen Frau an
seinen Bonuszahlungen. Er begründete seine Abänderungsanträge damit, dass er
seit dem 11. Juni 2007 wieder verheiratet und aus dieser Ehe eine Tochter (geb.
Januar 2008) hervorgegangen ist. Seine zweite Ehefrau (geb. 1974) stammt aus
Rumänien und lebt seit dem 19. März 2007 definitiv in der Schweiz. X.________
beantragte die Abweisung der Abänderungsklage.
Mit Urteil vom 10. Juni 2009 hiess das Bezirksgericht Aarau die Klage teilweise
gut und setzte in Abänderung von Ziff. 5 Abs. 1 der Scheidungskonvention
(i.V.m. Ziff. 6 des Scheidungsurteils) die nachehelichen Unterhaltszahlungen
für den Zeitraum vom 1. April 2008 bis 30. Juni 2008 auf monatlich Fr. 1'850.--
und vom 1. Juli 2008 bis 31. Januar 2009 auf Fr. 1'660.-- pro Monat herab. Im
Übrigen (Unterhaltsbeitrag für den Zeitraum von Februar 2009 bis Juli 2017
sowie Regelung betreffend Bonuszahlungen) wies es die Klage ab.

C.
Die von Y.________ dagegen erhobene Appellation wies das Obergericht des
Kantons Aargau mit Entscheid vom 16. Februar 2010 ab.

D.
Dagegen gelangte Y.________ mit Beschwerde in Zivilsachen an das Bundesgericht.
Im Urteil vom 9. November 2010 (5A_241/2010) stellte das Bundesgericht fest,
strittig sei einzig noch die Abänderung der Unterhaltsbeiträge für den Zeitraum
vom 1. Februar 2009 bis 31. Juli 2014 sowie die Regelung betreffend
Bonuszahlungen. Soweit es darauf eintrat, hiess das Bundesgericht die
Beschwerde teilweise (in Bezug auf die Abänderung der Unterhaltszahlungen für
den Zeitraum vom 1. Februar 2009 bis 31. Juli 2014) gut, hob den angefochtenen
Entscheid in diesem Umfang auf und wies die Angelegenheit insofern zu neuer
Beurteilung im Sinne der Erwägungen an das Obergericht zurück. Im Übrigen wies
es die Beschwerde ab.

E.
Das Obergericht des Kantons Aargau nahm daraufhin das Verfahren wieder auf und
hiess die Appellation von Y.________ mit Urteil vom 22. Februar 2011 teilweise
gut. Es änderte die Ziff. 5 Abs. 1 der Scheidungskonvention (i.V.m. Ziff. 6 des
Scheidungsurteils) ab, indem es die Unterhaltsbeiträge wie folgt herabsetzte:
Für den Monat Februar 2009 auf Fr. 1'660.--, für die Zeit vom 1. März 2009 bis
30. September 2011 auf Fr. 1'600.-- pro Monat und vom 1. Oktober 2011 bis 31.
Juli 2014 auf monatlich Fr. 1'900.--. Es auferlegte die Gerichtskosten den
Parteien je hälftig und schlug die Parteikosten wett.

F.
Dem Bundesgericht beantragt X.________ (nachfolgend Beschwerdeführerin) in
ihrer Beschwerde vom 29. März 2011 die Aufhebung des obergerichtlichen
Entscheids (Ziff. 1 der Begehren) und die Rückweisung der Angelegenheit an das
Obergericht zu neuer Abklärung und Beurteilung (Ziff. 2 der Begehren). Es sei
das Existenzminimum der Beschwerdeführerin durch das Obergericht abzuklären
(Ziff. 3 der Begehren) und danach die Appellation von Y.________ (nachfolgend
Beschwerdegegner) abzuweisen (Ziff. 4 der Begehren). Schliesslich sei von Amtes
wegen Ziff. 6 des Scheidungsurteils i.V.m. mit Ziff. 5 Abs. 3 der
Scheidungskonvention aufzuheben (Ziff. 5 der Begehren).
Zudem ersucht die Beschwerdeführerin um unentgeltliche Rechtspflege und
Verbeiständung für das bundesgerichtliche Verfahren.
Das Obergericht hat die Vorakten zugestellt, auf eine Vernehmlassung aber
verzichtet. Der Beschwerdegegner verlangt in seiner Vernehmlassung vom 22. Juni
2011 die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei.

Erwägungen:

1.
1.1 Angefochten ist ein kantonal letztinstanzlicher Entscheid über die
Abänderung des nachehelichen Unterhalts. Die Beschwerde in Zivilsachen ist
somit grundsätzlich zulässig (Art. 72 Abs. 1, Art. 75, Art. 90 und Art. 100
Abs. 1 BGG).
1.2
1.2.1 Die Beschwerde muss ein Rechtsbegehren enthalten (Art. 42 Abs. 1 BGG). Da
es sich bei der Beschwerde an das Bundesgericht um ein reformatorisches
Rechtsmittel handelt (Art. 107 Abs. 2 BGG), muss auch das Rechtsbegehren
grundsätzlich reformatorisch gestellt werden. Die Beschwerdeführerin darf sich
deshalb nicht mit blossen Rückweisungs- oder Aufhebungsanträgen begnügen,
sondern muss auch Anträge in der Sache stellen. Ein blosser Rückweisungsantrag
reicht ausnahmsweise aus, wenn das Bundesgericht im Falle der Gutheissung in
der Sache nicht selbst entscheiden könnte, weil die erforderlichen
Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz fehlen (dasselbe gilt, wenn zur
Hauptsache eine Verletzung des rechtlichen Gehörs gerügt wird: Urteil 5A_791/
2010 vom 23. März 2011 E. 1.2.1). Das Vorliegen einer solchen Ausnahme muss in
der Beschwerdeschrift begründet werden (BGE 134 III 379 E. 1.3 S. 383; 133 III
489 E. 3.1 f. S. 489 f.). Die Rechtsbegehren sind im Übrigen im Lichte der
Beschwerdebegründung auszulegen (BGE 136 V 131 E. 1.2 S. 136).
1.2.2 Die Beschwerdeführerin verlangt (vgl. Lit. F oben) primär die Aufhebung
des obergerichtlichen Entscheids und die Rückweisung der Angelegenheit zur
ergänzenden Sachverhaltsfeststellung und anschliessenden Neubeurteilung, was
sie in ihrer Beschwerde darlegt. Zudem rügt sie eine Verletzung ihres Anspruchs
auf rechtliches Gehör. Daneben stellt sie eventualiter einen materiellen
Antrag, der sinngemäss auf Abweisung der Abänderungsklage für den noch
strittigen Zeitraum lautet. Diese Anträge erweisen sich insoweit als zulässig.
1.2.3 Bei Ziff. 3 der Rechtsbegehren (auf Abklärung des Existenzminimums der
Beschwerdeführerin) handelt es sich nicht um einen eigenständigen Antrag,
sondern um eine Begründung des Rückweisungsantrags. Darauf ist nicht
einzutreten.
1.3
1.3.1 Im Falle eines bundesgerichtlichen Rückweisungsentscheids hat die mit der
Neubeurteilung befasste kantonale Instanz die rechtliche Beurteilung, mit der
die Zurückweisung begründet wird, ihrer Entscheidung zugrunde zu legen. Diese
Beurteilung bindet auch das Bundesgericht, falls ihm die Sache erneut
unterbreitet wird. Aufgrund dieser Bindungswirkung ist es den nochmals mit der
Sache befassten Gerichten wie den Parteien verwehrt, der Überprüfung einen
anderen als den bisherigen Sachverhalt zu unterstellen oder die Sache unter
rechtlichen Gesichtspunkten zu prüfen, die im Rückweisungsentscheid
ausdrücklich abgelehnt oder überhaupt nicht in Erwägung gezogen worden sind.
Die Begründung der Rückweisung legt den Rahmen sowohl für die neuen
Tatsachenfeststellungen als auch für die neue rechtliche Begründung fest. Der
von der Rückweisung erfasste Streitpunkt darf nicht ausgeweitet oder auf eine
neue Rechtsgrundlage gestellt werden (vgl. zum Ganzen BGE 135 III 334 E. 2 und
2.1 S. 335 f. mit Hinweisen).
1.3.2 Die Beschwerdeführerin stellt erstmals in ihrer Beschwerde vom 29. März
2011 den Antrag, es sei die Ziff. 5 Abs. 3 der Scheidungskonvention (i.V.m.
Ziff. 6 des Scheidungsurteils) aufzuheben (Ziff. 5 der Begehren). Damit weitet
sie nach dem Gesagten den von der Rückweisung erfassten Streitpunkt aus (vgl.
auch Urteil 5A_393/2010 vom 9. März 2011 E. 4.1 mit Hinweisen). Darauf ist
nicht einzutreten.

1.4 Die Beschwerde ist zu begründen (Art. 42 Abs. 2 BGG). Mit ihr ist in
gedrängter Form durch Auseinandersetzung mit den Erwägungen des angefochtenen
Entscheids darzulegen, welche Vorschriften und warum sie von der Vorinstanz
verletzt worden sein sollen. Allgemein gehaltene Einwände, die ohne
aufgezeigten oder erkennbaren Zusammenhang mit bestimmten Entscheidungsgründen
vorgebracht werden, genügen nicht (BGE 134 V 53 E. 3.3 S. 60). Die Verletzung
von Grundrechten prüft das Bundesgericht nur insofern, als eine solche Rüge in
der Beschwerde vorgebracht und gehörig begründet wird (Art. 106 Abs. 2 BGG). Es
muss klar und detailliert anhand der Erwägungen des angefochtenen Entscheids
dargelegt werden, inwiefern verfassungsmässige Rechte verletzt worden sein
sollen (BGE 134 I 83 E. 3.2 S. 88).
Wird eine Sachverhaltsfeststellung beanstandet, muss in der Beschwerdeschrift
dargelegt werden, inwiefern diese Feststellung willkürlich (BGE 136 III 636 E.
2.2 S. 638) oder durch eine andere Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG
(beispielsweise Art. 29 Abs. 2 BV oder Art. 8 ZGB) zustande gekommen ist und
inwiefern die Behebung des Mangels für den Ausgang des Verfahrens entscheidend
sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG; BGE 136 II 447 E. 2.1 S. 450).

2.
2.1 Das Obergericht gelangte im angefochtenen Urteil vom 22. Februar 2011 zum
Schluss, die Tochter aus der zweiten Ehe des Beschwerdegegners sei nunmehr drei
Jahre alt, so dass seiner Ehefrau eine Aufnahme der Erwerbstätigkeit insoweit
mittlerweile als zumutbar erscheine. Für den Erwerb der deutschen
Sprachkenntnisse gewährte es der Ehefrau eine Frist bis Ende März 2011, die es
sodann um sechs Monate (Zeit für die Arbeitssuche) erweiterte.
Im Ergebnis hielt das Obergericht fest, der Ehefrau des Beschwerdegegners sei
ab dem 1. Oktober 2011 die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit in einem Pensum von
40% zumutbar und rechnete ihr ab diesem Zeitpunkt ein hypothetisches Einkommen
von Fr. 1'400.-- pro Monat an.

2.2 Gestützt auf den bundesgerichtlichen Rückweisungsentscheid (Urteil 5A_241/
2010 vom 9. November 2010 E. 5.7, in: FamPra.ch 2011 S. 198, wonach für die
Beurteilung der Zumutbarkeit der Erwerbstätigkeit der Ehefrau des
Beschwerdegegners vergleichsweise auch die Situation der Beschwerdeführerin zu
beachten ist) berücksichtigte das Obergericht auch die Situation der
Beschwerdeführerin und legte dar, bei ihr sei im bundesgerichtlichen Urteil von
einem Einkommen von Fr. 2'450.-- pro Monat bei einem Pensum von 50% ausgegangen
worden. Eine Ausweitung dieser Erwerbstätigkeit sei der Beschwerdeführerin
nicht zumutbar.

2.3 Das Obergericht setzte im Ergebnis den Unterhaltsbeitrag für den Monat
Februar 2009 auf Fr. 1'660.--, für den Zeitraum vom 1. März 2009 bis 30.
September 2011 auf Fr. 1'600.-- pro Monat und vom 1. Oktober 2011 bis 31. Juli
2014 auf Fr. 1'900.-- pro Monat herab.

3.
Die Beschwerdeführerin wendet eine Verletzung ihres Anspruchs auf rechtliches
Gehör (E. 4.2 unten) sowie der nach ihrer Ansicht für nacheheliche
Unterhaltsbeiträge anwendbaren Offizialmaxime (E. 4.3 unten) ein. Zudem
erachtet sie den zugesprochenen Unterhaltsbeitrag als unangemessen,
insbesondere weil in tatsächlicher Hinsicht ihre Verhältnisse nicht abgeklärt
worden seien (E. 5 unten).

4.
4.1 Die Rügen der Verletzung des rechtlichen Gehörs und der Offizialmaxime
stehen im Zusammenhang mit der Ziff. 6 des Scheidungsurteils i.V.m. Ziff. 5
Abs. 3 der Scheidungskonvention (vgl. Lit. A oben). Wie nachfolgend ersichtlich
wird, erweisen sich diese Rügen als unzulässig beziehungsweise unbegründet.
Damit kann offen bleiben, ob sie im (zweiten) bundesgerichtlichen Verfahren
überhaupt noch vorgebracht werden können (vgl. E. 1.3 oben; Urteil 5A_393/2010
vom 9. März 2011 E. 4.1 mit Hinweisen).
4.2
4.2.1 Die Beschwerdeführerin rügt eine Verletzung ihres Anspruchs auf
rechtliches Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 BV, weil das Obergericht nicht (von
Amtes wegen) Ziff. 6 des Scheidungsurteils i.V.m. Ziff. 5 Abs. 3 der
Scheidungskonvention geprüft und aufgehoben habe.
4.2.2 Die Gewährung des rechtlichen Gehörs dient einerseits der Sachaufklärung,
andererseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim
Erlass eines Entscheids dar, welcher in die Rechtsstellung einer Person
eingreift (BGE 136 V 351 E. 4.4 S. 356).
Der Anspruch auf rechtliches Gehör gewährleistet dem Betroffenen das Recht, von
den Akten Kenntnis zu nehmen, sich vor Erlass eines in seine Rechtsstellung
eingreifenden Entscheids zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen und das
Recht, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung
wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum
Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu
beeinflussen (BGE 135 V 465 E. 4.3.2 S. 469). Wesentlicher Bestandteil des
Anspruchs auf rechtliches Gehör ist sodann die Begründungspflicht (BGE 133 I
270 E. 3.1 S. 277).
4.2.3 Die Beschwerdeführerin stellt in ihrer Beschwerde in einem Satz fest, ihr
Anspruch auf rechtliches Gehör werde verletzt. Es ist nicht nachvollziehbar,
welchen Teilgehalt des Anspruchs auf rechtliches Gehör sie als verletzt rügen
möchte (insbesondere bemängelt sie nicht, vor dem Erlass des Entscheids des
Obergerichts nicht erneut angehört worden zu sein; vgl. dazu BGE 119 Ia 136 E.
2e S. 139). Darauf ist nicht einzutreten (Art. 106 Abs. 2 BGG; vgl. E. 1.4
oben).
4.3
4.3.1 Im Zusammenhang mit der Ziff. 5 Abs. 3 der Scheidungskonvention (i.V.m.
Ziff. 6 des Scheidungsurteils) wirft die Beschwerdeführerin dem Obergericht
zudem eine Verletzung der Offizialmaxime vor, weil es die erwähnte Bestimmung
nicht geprüft habe, obwohl es dazu von Amtes wegen auch ohne einen
entsprechenden Antrag verpflichtet gewesen wäre.
4.3.2 Der Unterhaltsanspruch der Ehegatten wird nicht von der Offizialmaxime,
sondern von der Dispositionsmaxime beherrscht (BGE 129 III 417 E. 2.1.2 S.
420). Entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin war damit das
Obergericht nicht verpflichtet, Ziff. 6 des Scheidungsurteils i.V.m. Ziff. 5
Abs. 3 der Scheidungskonvention von sich aus zu überprüfen. Einen
entsprechenden Eventualantrag auf Aufhebung dieser Bestimmung für den Fall der
Gutheissung der Abänderungsklage des Beschwerdegegners hat die
Beschwerdeführerin nie gestellt, was sie auch nicht behauptet.

5.
5.1
5.1.1 In der Sache beanstandet die Beschwerdeführerin die vom Obergericht
herabgesetzten Unterhaltsbeiträge als unangemessen.
5.1.2 Wie bei der Unterhaltsfestsetzung selbst ist das Gericht bei deren
Abänderung in verschiedener Hinsicht auf sein Ermessen verwiesen (Art. 4 ZGB;
BGE 108 II 30 E. 8 S. 32). Das Bundesgericht übt deshalb bei der Überprüfung
solcher Entscheide eine gewisse Zurückhaltung: Es greift nur ein, wenn die
kantonale Instanz von dem ihr zustehenden Ermessen falschen Gebrauch gemacht
hat, das heisst, wenn sie grundlos von in Lehre und Rechtsprechung anerkannten
Grundsätzen abgewichen ist, wenn sie Gesichtspunkte berücksichtigt hat, die
keine Rolle hätten spielen dürfen, oder wenn sie umgekehrt rechtserhebliche
Umstände ausser Acht gelassen hat. Aufzuheben und zu korrigieren sind ausserdem
Ermessensentscheide, die sich als im Ergebnis offensichtlich unbillig, als in
stossender Weise ungerecht erweisen (BGE 127 III 136 E. 3a S. 141).
5.2
5.2.1 Eingangs ihrer Beschwerde hält die Beschwerdeführerin fest, sie habe
Anspruch auf Beibehaltung des ehelichen Lebensstandards beziehungsweise der für
die Berechnung der Unterhaltsbeiträge im Scheidungsurteil zugrunde gelegenen
Lebenshaltung.
5.2.2 Diese Ausführungen sind unzutreffend. Entgegen der Ansicht der
Beschwerdeführerin sind die im Scheidungsurteil festgesetzten nachehelichen
Unterhaltsbeiträge bei gegebenen Voraussetzungen einer Abänderung zugänglich
(vgl. Art. 129 ZGB; BGE 137 III 102 E. 4.1.1 S. 105; Urteil 5A_721/2007 vom 29.
Mai 2008 E. 3.1 mit Hinweis).
5.3
5.3.1 Die Beschwerdeführerin macht sodann geltend, aufgrund der herabgesetzten
Unterhaltsbeiträge sei sie gezwungen, ihre Erwerbstätigkeit zu erhöhen. Eine
Erhöhung ihres Arbeitspensums hätte zur Folge, dass auch ihr Bedarf steigen
würde (erhöhte Kosten für die Fremdbetreuung des Kindes). Aufgrund der Ziff. 6
des Scheidungsurteils i.V.m. Ziff. 5 Abs. 3 der Scheidungskonvention (ein Fr.
2'500.-- übersteigendes Einkommen wirkt zur Hälfte rentenvermindernd) müsse sie
ihre Erwerbstätigkeit sogar erheblich erhöhen.
Das Obergericht habe die Zumutbarkeit und Möglichkeit einer Ausdehnung ihrer
Erwerbstätigkeit ebenso wenig untersucht wie eine allenfalls zwingend
erfolgende Erhöhung ihres Bedarfs. Der Sachverhalt sei deshalb unvollständig
festgestellt. Die herabgesetzten Unterhaltsbeiträge für den noch strittigen
Zeitraum vom 1. Februar 2009 bis 31. Juli 2014 würden sich insbesondere aus
diesem Grund als "unangemessen" erweisen.
5.4
5.4.1 Ob der Beschwerdeführerin die Erhöhung ihres Einkommens zugemutet werden
kann, ist Rechtsfrage. Ob dessen Erzielung auch als tatsächlich möglich
erscheint, ist hingegen Tatfrage (BGE 137 III 102 E. 4.2.2.2 S. 108).
5.4.2 Im Widerspruch zu den Ausführungen der Beschwerdeführerin hat das
Obergericht wie erwähnt (vgl. E. 2.2 oben) sehr wohl geprüft, ob der
Beschwerdeführerin eine Ausdehnung ihrer Erwerbstätigkeit zumutbar ist. Es hat
festgehalten, das vom Bundesgericht angerechnete Einkommen der
Beschwerdeführerin von Fr. 2'450.-- pro Monat entspreche einem Pensum von 50%
und ein höheres Arbeitspensum und damit eine Ausdehnung der Erwerbstätigkeit
sei ihr angesichts der Betreuungspflichten gegenüber ihrem Sohn (geb. Juli
2001) zurzeit nicht zumutbar.
Erachtete damit das Obergericht eine Ausdehnung der Erwerbstätigkeit der
Beschwerdeführerin über ein Pensum von 50% (und damit ein Einkommen von Fr.
2'450.-- pro Monat) nicht als zumutbar, erübrigte sich in tatsächlicher
Hinsicht auch die Prüfung der Möglichkeit einer solchen Ausdehnung sowie einer
allfälligen (mit der Ausdehnung der Erwerbstätigkeit einhergehenden) Erhöhung
des Bedarfs der Beschwerdeführerin. Die Sachverhaltsrügen der
Beschwerdeführerin erweisen sich damit von vornherein als unbegründet.

5.5 Wenn die Beschwerdeführerin schliesslich allgemein festhält, die
herabgesetzten Unterhaltsbeiträge für den Zeitraum vom 1. Februar 2009 bis 31.
Juli 2014 seien unangemessen, begründet sie dies nicht näher (Art. 42 Abs. 2
BGG; vgl. Urteil 5A_677/2010 vom 11. November 2010 E. 3.1). Darauf ist nicht
einzutreten.

6.
Aus den dargelegten Gründen muss die Beschwerde abgewiesen werden, soweit
darauf einzutreten ist. Die Beschwerdeführerin wird kostenpflichtig (Art. 66
Abs. 1). Ihrem Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung für das
bundesgerichtliche Verfahren kann nicht entsprochen werden, zeigen doch die
vorstehenden Erwägungen auf, dass ihre Beschwerde von Beginn an keine Aussicht
auf Erfolg haben konnte (Art. 64 BGG). Sie hat den anwaltlich vertretenen
Beschwerdegegner für das bundesgerichtliche Verfahren zu entschädigen (Art. 68
Abs. 2 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Das Gesuch der Beschwerdeführerin um unentgeltliche Rechtspflege und
Verbeiständung für das bundesgerichtliche Verfahren wird abgewiesen.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 2'000.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

4.
Die Beschwerdeführerin hat den Beschwerdegegner mit Fr. 1'000.-- zu
entschädigen.

5.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Aargau,
Zivilgericht, 1. Kammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 13. Juli 2011
Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Die Präsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Hohl Bettler