Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

II. Zivilrechtliche Abteilung, Beschwerde in Zivilsachen 5A.37/2011
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
5A_37/2011

Urteil vom 1. September 2011
II. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Hohl, Präsidentin,
Bundesrichterin Escher,
Bundesrichter L. Meyer, Marazzi, von Werdt,
Gerichtsschreiber V. Monn.

Verfahrensbeteiligte
X.________ (Ehemann),
vertreten durch Rechtsanwältin Dr. Silvia Brauchli,
Beschwerdeführer,

gegen

Z.________ (Ehefrau),
vertreten durch Rechtsanwältin Trudy Abächerli,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Ehescheidung (Nebenfolgen),

Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Luzern, II. Kammer,
vom 26. Oktober 2010.

Sachverhalt:

A.
X.________ (geb. 1943) und Z.________ geb. W.________ (geb. 1951) hatten am
xxxx 1980 geheiratet. Sie sind die Eltern zweier mittlerweile mündiger und
wirtschaftlich selbständiger Kinder. Der Ehemann betrieb eine Autofahrschule.
Nachdem die Ehegatten den gemeinsamen Haushalt aufgehoben hatten, regelte der
Eheschutzrichter am 16. August 2004 das Getrenntleben.

B.
Am 2. September 2005 klagte der Ehemann auf Scheidung. Die Ehefrau erklärte
sich am 24. Oktober 2005 mit der Scheidung einverstanden. Über die Nebenfolgen
ihrer Scheidung wurden sich die Parteien jedoch nicht einig. Mit Urteil vom 22.
Januar 2010 schied die II. Abteilung des Amtsgerichts Luzern Land die Ehe und
regelte die Nebenfolgen. Soweit hier noch relevant, verurteilte sie X.________,
seiner Ehefrau aus Güterrecht einen Betrag von Fr. 70'462.25 zu bezahlen und
ihr bis zur Aufgabe seiner selbständigen Erwerbstätigkeit einen monatlichen
Unterhaltsbeitrag von Fr. 2'200.-- auszurichten.

C.
Gegen dieses Urteil appellierte X.________ beim Obergericht des Kantons Luzern.
Z.________ erklärte Anschlussappellation. Mit Urteil vom 26. Oktober 2010
(Versand am 29. November 2010) hiess die II. Kammer des Obergerichts des
Kantons Luzern beide Rechtsmittel teilweise gut. Sie reduzierte den aus der
güterrechtlichen Auseinandersetzung geschuldeten Betrag auf Fr. 54'727.-- und
bestimmte den bis zur Aufgabe der selbständigen Erwerbstätigkeit vom Ehemann
geschuldeten Unterhalt auf Fr. 2'370.--.

D.
Mit Beschwerde in Zivilsachen vom 13. Januar 2011 gelangt X.________
(nachfolgend Beschwerdeführer) an das Bundesgericht. Er beantragt, das Urteil
des Obergerichts des Kantons Luzern vom 26. Oktober 2010 aufzuheben, ihn von
der Bezahlung von nachehelichem Unterhalt zu befreien, die güterrechtliche
Forderung seiner Ehefrau von Fr. 54'727.-- um Fr. 39'553.10 auf Fr. 15'173.90
zu reduzieren und die Gerichts- und Anwaltskosten sämtlicher Instanzen
Z.________ (nachfolgend Beschwerdegegnerin) aufzuerlegen. Mit Bezug auf die
Schuld aus güterrechtlicher Auseinandersetzung und den vorinstanzlichen
Kostenentscheid ersucht der Beschwerdeführer überdies um aufschiebende Wirkung.
Mit Verfügung vom 1. Februar 2011 gewährte die Präsidentin der II.
zivilrechtlichen Abteilung antragsgemäss die aufschiebende Wirkung.

Auf Einladung hin, sich zur Beschwerde vom 13. Januar 2011 vernehmen zu lassen,
beantragt die Beschwerdegegnerin mit Eingabe vom 20. Mai 2011, die Beschwerde
sei abzuweisen und das obergerichtliche Urteil sei vollumfänglich zu
bestätigen. Das Obergericht des Kantons Luzern hat sich nicht vernehmen lassen.

Erwägungen:

1.
1.1 Die Beschwerde richtet sich gegen einen kantonal letztinstanzlichen
Endentscheid. Dieser hat die Fr. 30'000.-- übersteigenden vermögensrechtlichen
Folgen einer Ehescheidung zum Gegenstand. Auf die rechtzeitig eingereichte
Beschwerde ist somit einzutreten (Art. 72 Abs. 1, Art. 74 Abs. 1 lit. b, Art.
75 Abs. 1 und Art. 90 BGG).

1.2 Im Rahmen behaupteter und begründeter Rechtsverletzungen (Art. 42 Abs. 2
BGG) überprüft das Bundesgericht die Rechtsanwendung an sich von Amtes wegen
und mit freier Kognition (Art. 106 Abs. 1 BGG). Für die Unterhaltsfestsetzung
gilt es freilich zu beachten, dass der Richter in verschiedener Hinsicht auf
sein Ermessen verwiesen ist (Art. 4 ZGB; BGE 127 III 136 E. 3a S. 141;
Botschaft, BBl 1996 I S. 115 f.). Das Bundesgericht übt bei der Überprüfung
solcher Entscheide eine gewisse Zurückhaltung: Es greift nur ein, wenn die
kantonale Instanz von dem ihr zustehenden Ermessen falschen Gebrauch gemacht
hat, das heisst wenn sie grundlos von in Lehre und Rechtsprechung anerkannten
Grundsätzen abgewichen ist, wenn sie Gesichtspunkte berücksichtigt hat, die
keine Rolle hätten spielen dürfen, oder wenn sie umgekehrt rechtserhebliche
Umstände ausser Acht gelassen hat. Aufzuheben und zu korrigieren sind ausserdem
Ermessensentscheide, die sich als im Ergebnis offensichtlich unbillig, als in
stossender Weise ungerecht erweisen (BGE 128 III 161 E. 2c/aa S. 162; 131 III
12 E. 4.2 S. 15; 132 III 97 E. 1 S. 99).

1.3 Im Unterschied zur Rechtsanwendung ist das Bundesgericht an die kantonalen
Sachverhaltsfeststellungen grundsätzlich gebunden (Art. 105 Abs. 1 BGG).
Diesbezüglich kann der Beschwerdeführer einzig Verfassungs-, insbesondere
Willkürrügen erheben (vgl. Art. 97 Abs. 1 BGG; BGE 133 II 249 E. 1.2.2 S. 252;
133 III 393 E. 7.1 S. 398). In der Beschwerde ist überdies darzutun, inwiefern
die Behebung des gerügten Mangels für den Ausgang des Verfahrens entscheidend
sein kann (BGE 135 I 19 E. 2.2.2 S. 22). Für alle Vorbringen betreffend die
Verletzung von Grundrechten gilt das strenge Rügeprinzip (Art. 106 Abs. 2 BGG).
Das bedeutet, dass das Bundesgericht nur klar und detailliert erhobene und
soweit möglich belegte Rügen prüft, während es auf ungenügend begründete Rügen
und rein appellatorische Kritik am angefochtenen Entscheid nicht eintritt. Wird
die Verletzung des Willkürverbots (Art. 9 BV) gerügt, reicht es sodann nicht
aus, die Rechtslage aus Sicht des Beschwerdeführers darzulegen und den davon
abweichenden angefochtenen Entscheid als willkürlich zu bezeichnen. Vielmehr
ist im Einzelnen darzulegen, inwiefern das kantonale Gericht willkürlich
entschieden haben soll und der angefochtene Entscheid deshalb an einem
qualifizierten und offensichtlichen Mangel leidet (BGE 134 II 244 E. 2.2 S.
246).

1.4 Mit der Beschwerde in Zivilsachen dürfen keine neuen Tatsachen und
Beweismittel vorgebracht werden, es sei denn, erst der Entscheid der Vorinstanz
habe dazu Anlass gegeben (Art. 99 Abs. 1 BGG). In der Beschwerde ist darzutun,
inwiefern die Voraussetzungen für eine nachträgliche Einreichung von
Beweismitteln erfüllt sein sollen (BGE 133 III 393 E. 3 S. 395).

Im Zusammenhang mit dem Streit um die güterrechtlichen Zuordnung von
Fondsanteilen bei der Bank S.________ legt der Beschwerdeführer dem
Bundesgericht zahlreiche Kontoauszüge des T.________-Kontos Nr. xxx vom Januar
1998 bis und mit Dezember 2001 vor. Zur Begründung der Zulässigkeit dieser
neuen Beweismittel führt er aus, das erstinstanzliche Gericht habe sich nicht
mit der Vermischung von Erbschafts- und Errungenschaftsmitteln auf dem
T.________-Konto befasst, weil es bereits die Erbschaft selbst als nicht
bewiesen erachtete. Die Vermischung sei erstmals vom Obergericht behauptet
worden. Dieses habe ohne einen konkreten Hinweis eine Vermischung angenommen
und auf diesen Sachumstand die Vermutung von Art. 200 Abs. 3 ZGB gestützt.

Nach Art. 200 Abs. 3 ZGB gilt alles Vermögen eines Ehegatten bis zum Beweis des
Gegenteils als Errungenschaft. Diese Rechtslage musste dem anwaltlich
vertretenen Beschwerdeführer bekannt sein. Entgegen seiner Behauptung hätte er
daher sehr wohl Anlass gehabt, die von ihm als Beweismittel angerufenen
Bankauszüge im kantonalen Verfahren zu den Scheidungsakten zu geben und
gestützt darauf zu behaupten, er habe die Fondsanteile mit Mitteln aus seinem
Eigengut erworben. Unter den gegebenen Umständen erweisen sich die neuen
Beweismittel als unzulässige Noven. Sie bleiben unbeachtet.

2.
Der Beschwerdeführer beantragt, keinen nachehelichen Unterhalt an die
Beschwerdegegnerin bezahlen zu müssen.

2.1 Zunächst macht er eine Verletzung von Art. 125 ZGB geltend. Er wirft dem
Obergericht vor, gar nicht geprüft zu haben, ob und gegebenenfalls in welchem
Umfang ihm eine Erwerbstätigkeit überhaupt zuzumuten sei. Das Obergericht
rechne ihm das Einkommen aus seiner Fahrschule an, obwohl er das ordentliche
Pensionsalter erreicht habe und ihm deshalb eine weitere berufliche Tätigkeit
nicht zugemutet werden dürfe, und zwar selbst dann nicht, wenn er mit seiner
Fahrschule aktuell noch Einkommen erziele. Zudem habe er durch Arztzeugnisse
und Behandlungsberichte belegt, dass ihm sein Gesundheitszustand eine weitere
Erwerbstätigkeit verunmögliche. Allein aus dem Umstand, dass er seine
Erwerbstätigkeit tatsächlich noch nicht habe aufgeben können, dürfe nicht
automatisch gefolgert werden, dass ihm der Erwerb zumutbar sei.

All diese Argumente zielen ins Leere. Das Obergericht hat die Pflicht zur
Bezahlung eines Unterhaltsbeitrages "bis zur Aufgabe der selbständigen
Erwerbstätigkeit" befristet. Es trifft zwar zu, dass in aller Regel niemand
gezwungen werden kann, über das ordentliche Pensionsalter hinaus einer
Erwerbstätigkeit nachzugehen (BGE 100 Ia 12 E. 4d S. 17 = Pra 1974 Nr. 135 S.
396). Solange der Beschwerdeführer aber seine Autofahrschule weiter betreibt
und damit ein Erwerbseinkommen erzielt, ist dieses bei der Bestimmung seiner
finanziellen Leistungsfähigkeit zu berücksichtigen und in die Berechnung des
nachehelichen Unterhalts einzubeziehen. Aus Art. 125 ZGB lässt sich nichts
Gegenteiliges ableiten. Sollte der Beschwerdeführer beispielsweise aus
gesundheitlichen Gründen künftig nicht in der Lage sein, einer Erwerbstätigkeit
nachzugehen, und erzielt er auch tatsächlich kein Erwerbseinkommen mehr, so
entfällt - wie dies das Obergericht angeordnet hat - seine Leistungspflicht.
Auch unter diesem Gesichtspunkt ist keine Bundesrechtswidrigkeit festzustellen.

2.2 Sodann wendet der Beschwerdeführer ein, das Obergericht hätte auch den
Umfang der zumutbaren Erwerbstätigkeit der Beschwerdegegnerin prüfen müssen.
Die Vorinstanz gehe ohne weitere Begründung davon aus, dass die Ehefrau zu 60 %
arbeitsfähig sei, und verweise auf die erstinstanzlichen Erwägungen. Es gehe
nicht an, bei der Bestimmung der Leistungsfähigkeit auf die diesbezüglichen
Feststellungen im Massnahmeverfahren abzustellen.

Die Frage, in welchem Umfang die Beschwerdegegnerin einer Erwerbstätigkeit
nachzugehen vermag, ist tatsächlicher Natur. Der Beschwerdeführer hätte mithin
darlegen müssen, inwiefern das Obergericht den Sachverhalt offensichtlich
unrichtig, das heisst in Verletzung des Willkürverbots festgestellt hat.
Hinsichtlich eines solchen Vorbringens gilt das Rügeprinzip (s. E. 1.3). Der
Beschwerdeführer kommt den entsprechenden Anforderungen nicht nach. Auf diesen
Einwand kann daher nicht eingetreten werden.

2.3 Weiter erkennt der Beschwerdeführer eine Verletzung von Art. 125 ZGB darin,
dass das Obergericht den nachehelichen Unterhalt nicht auf den Eintritt des
Pensionsalters der Beschwerdegegnerin befristet habe. Spätestens ab diesem
Zeitpunkt könne diese für ihren Unterhalt selbst aufkommen bzw. liege keine
Mangellage mehr vor, weil das Existenzminimum der Beschwerdegegnerin
sozialversicherungsrechtlich gesichert sei. Gemäss Art. 125 Abs. 2 Ziff. 8 ZGB
seien auch die Anwartschaften aus der eidgenössischen Alters- und
Hinterlassenenversicherung zu berücksichtigen.

Auch diese Vorbringen betreffen wiederum den Sachverhalt. Der Beschwerdeführer
zeigt indessen nicht auf, inwiefern das Obergericht in Willkür verfallen sein
soll bzw. welche rechtlich relevanten Feststellungen es zu treffen unterlassen
hat. Auch finden seine Behauptungen keine Stütze im angefochtenen Entscheid.
Namentlich legt er nicht dar, welche Geldsumme der Beschwerdegegnerin nach
ihrer Pensionierung als Bedarf anzurechnen und wie hoch ihr Einkommen dannzumal
sein wird. Damit kommt der Beschwerdeführer auch in diesem Punkt seiner
Begründungspflicht nicht nach, so dass darauf nicht einzutreten ist.

2.4 Der Beschwerdeführer macht auch geltend, das Obergericht verletze Art. 125
ZGB, indem es den Überschuss schematisch und ohne Berücksichtigung der
Besonderheiten des vorliegenden Falles hälftig auf beide Ehegatten verteilt
habe. Die Anwendung der Methode der hälftigen Überschussteilung sei zudem
willkürlich, weil sie relevante Sachumstände nicht berücksichtige. Zur
Begründung führt der Beschwerdeführer aus, die Parteien hätten im Zeitpunkt des
vorinstanzlichen Urteils mehr als neun Jahre getrennt gelebt. Allein zwischen
März 2003 und Juni 2010 habe die Beschwerdegegnerin einen Überschuss von Fr.
83'973.-- erzielt und mit diesen Mitteln eine Altersvorsorge aufbauen können.
Ihm selbst sei dies nicht möglich gewesen, weil ihm aufgrund seines tieferen
Einkommens keine Sparquote geblieben sei. Ohnehin sei die Methode der hälftigen
Überschussteilung bei einem überobligatorischen Erwerb nicht anzuwenden, weil
die Beschwerdegegnerin keinerlei Anspruch darauf habe, dass er seine
Erwerbstätigkeit weiterführe.

Der Sachrichter geniesst im Rahmen seines Ermessens bei der
Unterhaltsfestsetzung weitreichende Freiheiten in der Gewichtung der relevanten
Kriterien (s. E. 1.2 und Urteil 5A_241/2008 vom 16. Juli 2008 E. 2). Dass das
Obergericht bei der Ausübung dieses Ermessens einen Fehler begangen hätte,
vermag der Beschwerdeführer nicht darzulegen und ist auch nicht ersichtlich.
Soweit er geltend macht, die Vorinstanz habe die Einkommens- und
Vermögensverhältnisse der Parteien nicht oder nicht ausreichend berücksichtigt,
beanstandet er nur die vorinstanzliche Feststellung des Sachverhalts. Seine
diesbezüglichen Vorbringen sind indes weitgehend appellatorischer Natur und
überdies lückenhaft: Mit dem behaupteten Überschuss der Beschwerdegegnerin und
seinem durchschnittlichen Jahreseinkommen in den Jahren 2006 bis 2009 nennt der
Beschwerdeführer zwar zwei Geldbeträge, denen die Vorinstanz seiner Meinung
nach hätte Rechnung tragen müssen. Er zeigt jedoch nicht auf, wie diese Beträge
zustande kommen und wie sie sich auf die vorinstanzliche Unterhaltsfestsetzung
konkret ausgewirkt hätten. Mit Bezug auf die Frage der Altersvorsorge kommt das
Obergericht zum Schluss, die Beschwerdegegnerin habe sich abgesehen von den
Lebensversicherungen, die sie mit dem Beschwerdeführer teilen müsse, keine
zusätzliche Vorsorge aufbauen können. Der Beschwerdeführer wendet hiergegen
ein, die Beschwerdegegnerin habe dank seiner Unterhaltsbeiträge eine
Altersvorsorge ansparen können, er selbst hingegen nicht. Allein mit derlei
Gegenbehauptungen ist indessen keine Willkür darzutun. Soweit sich der
Beschwerdeführer schliesslich mit Verweisen auf die Rechtsschriften begnügt,
die er den Vorinstanzen eingereicht hat, kommt er seiner Begründungspflicht
gemäss Art. 42 Abs. 2 BGG von vornherein nicht nach (vgl. BGE 133 II 396 E. 3.2
S. 400).

2.5 Im Zusammenhang mit dem Streit um den nachehelichen Unterhalt der
Beschwerdegegnerin trägt der Beschwerdeführer schliesslich verschiedene
Verfassungsrügen vor.
2.5.1 In zweierlei Hinsicht will der Beschwerdeführer eine Verletzung der
Begründungspflicht als Teilgehalt des Anspruchs auf rechtliches Gehör (Art. 29
Abs. 2 BV) ausgemacht haben: Erstens kreidet er dem Obergericht an, es habe den
für Renovationsarbeiten an seinem Haus eingerechneten Betrag im Ergebnis um Fr.
264.50 tiefer angesetzt als die Vorinstanz, diese Abweichung jedoch nicht
begründet. Zweitens beanstandet er, das Obergericht habe seine Vorbringen
hinsichtlich seines Gesundheitszustandes weder geprüft noch gewürdigt.

Nach der Rechtsprechung erfordert die Begründungspflicht nicht, dass sich die
Behörde mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes
einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Die Behörde kann sich auf
diejenigen Gesichtspunkte beschränken, die für den Entscheid wesentlich sind.
Die Begründung muss aber so abgefasst sein, dass sich die betroffene Person
über die Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben und ihn in voller Kenntnis
der Sache an die höhere Instanz weiterziehen kann. Daher müssen wenigstens kurz
die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen
und auf die sich ihr Entscheid stützt (BGE 133 III 439 E. 3.3 S. 445; 130 II
530 E. 4.3 S. 540; 129 I 232 E. 3.2 S. 236; 126 I 97 E. 2b S. 102 f., je mit
Hinweisen).

Der angefochtene Entscheid hält den genannten Prinzipien stand. Das Obergericht
hat dem Beschwerdeführer für Unterhalts- und sonstige Renovationskosten
"ermessensweise" einen Betrag von Fr. 500.-- pro Monat zugestanden. Zur
Begründung dieses Ermessensentscheids hat das Obergericht verschiedene
Gesichtspunkte aufgeführt. Mithin konnte sich der Beschwerdeführer über die
Tragweite des Entscheids durchaus Rechenschaft geben. Dass die Vorinstanz ihr
Ermessen überschritten oder gar missbraucht hätte, macht der Beschwerdeführer
nicht geltend. Was die Berücksichtigung seines Gesundheitszustandes angeht,
hatte der Beschwerdeführer wie erwähnt keinen Anspruch darauf, dass das
Obergericht alle seine Vorbringen im Detail erörtert und widerlegt. Wie auch
die Beschwerdegegnerin zu Recht bemerkt, hat das Obergericht über diesen Punkt
im Übrigen nicht hinweggesehen. Es führt nämlich aus, der Beschwerdeführer
hätte es in der Hand gehabt, den ärztlichen Rat sofort zu befolgen und seine
Erwerbstätigkeit aufzugeben. Allein in seinem Befund, der Beschwerdeführer habe
nicht bewiesen, dass er das vom Amtsgericht angerechnete Einkommen wegen seiner
gesundheitlichen Probleme nicht mehr zu erzielen vermag, liegt weder eine
Gehörsverletzung noch eine Verletzung von Art. 8 ZGB. Vielmehr ist dieser
Befund das Ergebnis der vorinstanzlichen Beweiswürdigung. Dass das Obergericht
hierbei Recht verletzt hätte, behauptet der Beschwerdeführer nicht.
2.5.2 Eine Verletzung des Rechtsgleichheitsgebots (Art. 8 Abs. 1 BV) erblickt
der Beschwerdeführer darin, dass die Vorinstanz bei der Beurteilung der
Leistungsfähigkeit der Parteien den chronischen Rückenschmerzen der
Beschwerdegegnerin Rechnung getragen, sein eigenes gleiches Leiden jedoch in
keiner Weise berücksichtigt bzw. gewürdigt habe. Nach dem in Erwägung 2.5.1
Ausgeführten trifft der Vorwurf, die Vorinstanz habe den Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers schlechterdings ignoriert, jedoch nicht zu. Daher erweist
sich die Rüge der Verletzung von Art. 8 Abs. 1 BV als unbegründet, soweit sie
neben derjenigen der Gehörsverletzung überhaupt eine eigenständige Bedeutung
hat.
2.5.3 Schliesslich trägt der Beschwerdeführer vor, die Vorinstanz verletze Art.
27 BV. Um sein Arbeitspensum verringern zu können, sei er gezwungen, einen
Abänderungsprozess nach Art. 129 ZGB zu führen. Die damit verbundenen Nachteile
würden es ihm faktisch verwehren, seine selbständige Erwerbstätigkeit zu
reduzieren.

Entgegen dem, was der Beschwerdeführer anzunehmen scheint, lässt ihm der
angefochtene Entscheid nicht bloss die Wahl, seine Erwerbstätigkeit entweder
unvermindert weiterzuführen oder gänzlich aufzugeben. Stellt der
vorinstanzliche Rechtsspruch es in das Belieben des Beschwerdeführers, seine
Erwerbstätigkeit aufzugeben, so steht er auch der Reduktion des Arbeitspensums
nicht entgegen. Wohl wird der Beschwerdeführer diesfalls ein
Abänderungsverfahren nach Art. 129 ZGB anstrengen müssen. Denn die Vorinstanz
regelt in ihrem Urteilsspruch nur den Fall, da der Beschwerdeführer seine
selbständige Erwerbstätigkeit vollumfänglich aufgibt. Wenn sich der
Beschwer-deführer über die Nachteile beklagt, die mit einem solchen Verfahren
angeblich verbunden sein sollen, ist ihm jedoch entgegenzuhalten, dass jeder
Unterhaltspflichtige ein gewisses Mass an Aufwand und Risiko in Kauf nehmen
muss, falls er die von ihm geschuldete Rente herabsetzen, aufheben oder für
eine bestimmte Zeit einstellen lassen will. Im Übrigen erscheint fraglich,
inwiefern die vorgebrachten Einwände den Schutzbereich der Wirtschaftsfreiheit
überhaupt beschlagen. Die Frage kann jedoch offenbleiben. Denn das
Bundesgericht prüft die behauptete Verletzung von Grundrechten nur insofern,
als eine solche Rüge in der Beschwerde vorgebracht und begründet worden ist
(Art. 106 Abs. 2 BGG; s. E. 1.3). Dies ist hier nicht der Fall. Der
Beschwerdeführer begnügt sich damit, die Grundrechtseinschränkung zu behaupten.
Er setzt sich nicht einmal ansatzweise mit den Voraussetzungen für
Grundrechtseinschränkungen (Art. 36 BV) auseinander und zeigt nicht auf, an
welcher dieser Voraussetzungen es seines Erachtens mangelt. Auf diese Rüge ist
daher nicht einzutreten.

3.
Der Beschwerdeführer stellt weiter den Antrag, die güterrechtliche Forderung
der Beschwerdegegnerin von Fr. 54'727.-- um Fr. 39'553.10 auf Fr. 15'173.90 zu
reduzieren. In sachlicher Hinsicht begründet er diese Herabsetzung damit,
gewisse Vermögenswerte seien seinem Eigengut zuzurechnen und nicht, wie das
Obergericht annahm, seiner Errungenschaft.

3.1 Ausgangspunkt für die Prüfung der Begründetheit dieses Antrages sind die
Feststellungen, welche die Vorinstanz in tatsächlicher Hinsicht getroffen, und
die Schlüsse, die sie daraus gezogen hat.
3.1.1 Seitens der Beschwerdegegnerin stellte das Obergericht einen Vorschlag
von Fr. 35'050.97 fest. Ferner erachtete es als erwiesen, dass der
Beschwerdeführer von seinem Bruder Y.________ Fr. 145'609.65 geerbt und in
mehreren Abschlagszahlungen insgesamt Fr. 150'000.-- ausbezahlt erhalten hat.
Die erste Abschlagszahlung von Fr. 10'000.-- erfolgte am 15. Januar 1998 auf
das Konto des Beschwerdeführers bei der Bank S.________ (Nr. yyy); weitere
Einzahlungen in gleicher Höhe auf das S.________-Konto folgten am 24. März und
20. April 1998. Am 15. Januar 1998 ging die zweite Abschlagszahlung von Fr.
10'000.-- auf das T.________-Konto Nr. xxx des Beschwerdeführers ein. Am 10.
Februar und 11. März 1998 folgten auf dieses T.________-Konto weitere
Einzahlungen von je Fr. 10'000.--. Bis 31. Dezember 2000 hat der
Beschwerdeführer Fr. 140'000.-- überwiesen erhalten; die letzte Auszahlung von
Fr. 10'000.-- erfolgte am 18. April 2001.

Weiter anerkannte das Obergericht, dass der Beschwerdeführer vor seiner Heirat
in A.________ eine Liegenschaft mit Anlagekosten von insgesamt Fr. 470'744.65
erwarb und in diesem Zusammenhang von seiner Schwester ein Darlehen von Fr.
40'000.-- erhielt. Das Obergericht stellt fest, der Beschwerdeführer habe
seiner Schwester am 28. Januar 1998 vom besagten S.________-Konto Fr.
10'000.--, am 29. Januar 1998 zulasten des erwähnten T.________-Kontos
ebenfalls Fr. 10'000.-- und am 8. Juni 1998 zulasten seines Geschäftskontos Nr.
zzz bei der T.________ Fr. 20'000.-- überwiesen. Ausserdem hob der
Beschwerdeführer den tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz zufolge am 18.
Juli 2001 von seinem T.________-Konto Nr. xxx einen Betrag von Fr. 45'000.-- in
bar ab und erwarb am 24. Juli 2001 zulasten eines weiteren S.________-Kontos
für Fr. 51'614.95 Anteile an einem S.________-Anlagefonds. Deren Wert belief
sich per 30. Juni 2006 auf Fr. 53'953.--.
3.1.2 Hinsichtlich des zuletzt erwähnten Erwerbs der Fondsanteile erwog das
Obergericht, gemäss dem letzten vor dem fraglichen Barbezug datierten, bei den
Akten liegenden Auszug des T.________-Kontos Nr. xxx vom 30. Juni 1999 habe der
Kontostand Fr. 87'945.60 betragen; unmittelbar vor dem Barbezug von Fr.
45'000.-- vom 18. Juli 2001 hätten sich - gemäss einem Kontoauszug vom 31. Juli
2001 - noch Fr. 79'419.15 auf dem Konto befunden. Das Obergericht befand, man
wisse nicht genau, was zwischen diesen beiden Auszügen geschehen sei. Immerhin
handle es sich um ein auf die Fahrschule des Beschwerdeführers lautendes
Geschäftskonto. Deshalb sei anzunehmen, dass auch Barbeträge seiner Fahrschüler
darauf eingezahlt worden sein könnten. Bei dieser Beweislage sei folglich
Errungenschaft anzunehmen.

Was die Rückzahlung des Darlehens anbelangt, so ging das Obergericht aufgrund
der zeitlichen Nähe zwischen den Ein- und Auszahlungen und der Identität des je
begünstigten mit dem belasteten Konto davon aus, dass die Zahlungen des
Beschwerdeführers an seine Schwester vom 28. und 29. Januar 1998 (zulasten
T.________-Konto Nr. xxx und S.________-Konto Nr. yyy) mit Eigenmitteln erfolgt
seien, und anerkannte eine entsprechende Ersatzforderung seines Eigenguts
gegenüber seiner Errungenschaft im Betrage von Fr. 20'000.--. Hinsichtlich des
Betrages von Fr. 20'000.--, den der Beschwerdeführer seiner Schwester am 8.
Juni 1998 zulasten seines T.________-Kontos Nr. zzz überwies, verneinte das
Obergericht die Identität des belasteten mit den begünstigten Konten
(T.________-Konto Nr. xxx und S.________ Nr. yyy) und die zeitliche Nähe
zwischen den Abschlagszahlungen und der Darlehensamortisation. Die Vorinstanz
kam zum Schluss, der Beschwerdeführer habe für diese Überweisung den Nachweis
der Bezahlung aus Eigengutsmitteln nicht erbracht.

3.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, er habe nachgewiesen, die
S.________-Fondsanteile mit Eigengutsmitteln erworben zu haben. Daher habe die
Vorinstanz Art. 200 Abs. 3 ZGB verletzt.
3.2.1 Art. 200 Abs. 3 ZGB stellt die gesetzliche Vermutung auf, dass alles
Vermögen eines Ehegatten bis zum Beweis des Gegenteils als Errungenschaft gilt.
Als Vermögen im Sinne dieser Vorschrift gelten nicht nur dingliche Rechte,
sondern namentlich auch Forderungen und andere obligatorische Rechte (HAUSHEER/
REUSSER/GEISER, Berner Kommentar, 1992, N 17 zu Art. 200 ZGB). Art. 200 Abs. 3
ZGB regelt die Beweislast mit Bezug auf die güterrechtliche Qualifikation eines
bestimmten Vermögenswertes (Urteil 5A_111/2007 vom 8. Januar 2008 E. 3.2). Die
Beweislastregel kommt dann zur Anwendung, wenn zwar die Berechtigung des
Ehegatten an einem Vermögensgegenstand feststeht, jedoch streitig und
unbewiesen ist, welcher der beiden Gütermassen der fragliche Vermögenswert
zugeordnet werden muss (HAUSHEER/AEBI-MÜLLER, in: Basler Kommentar,
Zivilgesetzbuch, 4. Aufl., 2010, N 3 zu Art. 200 ZGB).

Von der güterrechtlichen Zuordnung eines bestimmten Vermögensgegenstandes zu
unterscheiden ist die völlig anders gelagerte Frage, wer die Beweislast dafür
trägt, dass Mittel der einen Vermögensmasse zur Tilgung von Schulden bzw. zum
Erwerb von Vermögensgegenständen der andern beigetragen haben, so dass
derjenigen Gütermasse, die für die andere aufgekommen ist, eine entsprechende
Ersatzforderung zusteht, die entweder auf den Nominalwert beschränkt ist (Art.
209 Abs. 1 ZGB) oder darüber hinaus auch Anteil am Mehr- oder Minderwert des
fraglichen Vermögensgegenstandes hat (Art. 209 Abs. 3 ZGB). Entgegen dem, was
die Beschwerdegegnerin anzunehmen scheint, regelt Art. 200 Abs. 3 ZGB diese
Frage nicht. Vielmehr gilt diesbezüglich die allgemeine Beweisregel von Art. 8
ZGB (vgl. BGE 131 III 559 E. 4.3 S. 565 mit Hinweisen). Dieser Vorschrift
zufolge hat derjenige das Vorhandensein einer behaupteten Tatsache zu beweisen,
der aus ihr Rechte ableitet.

Im vorliegenden Zusammenhang ist allerdings zu beachten, dass Ehegatten die
finanziellen Belange ihrer Gemeinschaft erfahrungsgemäss nicht im Hinblick auf
eine künftige güterrechtliche Auseinandersetzung organisieren. Es erscheint
daher nicht ungewöhnlich, wenn ein Ehegatte ein Bankkonto, das auf seinen
eigenen Namen oder auf den Namen des von ihm betriebenen Einzelunternehmens
lautet, sowohl mit Eigenguts- als auch mit Errungenschaftsmitteln speist.
Entsprechend schwierig kann sich bei solchen Verhältnissen der Nachweis einer
Ersatzforderung der einen Gütermasse gegenüber der anderen gestalten. Denn
oftmals steht nicht von vornherein fest, ob der betreffende Ehegatte für den
Erwerb eines bestimmten Vermögensgegenstandes oder für die Tilgung einer
bestimmten Schuld Mittel aus seiner Errungenschaft oder aus seinem Eigengut
verwendet hat. Solcherlei Ungewissheiten bedeuten jedoch keineswegs, dass ein
Ehegatte mit Blick auf die Berechnung des Vorschlags auch frei bestimmen kann,
welcher Gütermasse er eine bestimmte Verpflichtung belasten will. Vielmehr sind
nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung der Aufwand für den Unterhalt der
Familie, einschliesslich der Altersvorsorge, sowie die Auslagen zur Erzielung
des Erwerbseinkommens und die darauf lastenden Steuern von der Errungenschaft
zu tragen (BGE 135 III 337 E. 2 S. 341). Daraus folgt die natürliche Vermutung,
dass die Ehegatten zur Deckung der laufenden Bedürfnisse der ehelichen
Gemeinschaft nicht die Substanz ihres Eigenguts angreifen, das ihnen im
Zeitpunkt der Eheschliessung schon gehörte oder später durch Erbschaft oder
sonst wie unentgeltlich zugefallen ist. Solche Eigengutsmittel bleiben nach dem
gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung grundsätzlich
unangetastet bzw. werden in erster Linie für ausserordentliche Investitionen
eingesetzt. Freilich dient eine solche natürliche Vermutung lediglich der
Beweiserleichterung. Sie hat keine Umkehr der Beweislast zur Folge (BGE 123 III
241 E. 3a S. 243; 117 II 256 E. 2b S. 258). Der Prozessgegner muss daher nur -
aber immerhin - den Gegenbeweis erbringen, indem er beim Gericht Zweifel an der
natürlichen Vermutung erzeugt (KUMMER, Berner Kommentar, 1966, N 366 zu Art. 8
ZGB).
3.2.2 Gemäss den für das Bundesgericht verbindlichen (Art. 105 Abs. 1 BGG)
Feststellungen des Obergerichts hat der Beschwerdeführer von seinem Bruder
Y.________ Fr. 145'609.65 geerbt und aus dessen Nachlass über einen Zeitraum
von rund drei Jahren Fr. 150'000.-- überwiesen erhalten (E. 3.1.1). Die
Erbschaft wurde im Umfang von Fr. 30'000.-- dem S.________-Konto Nr. yyy
gutgeschrieben, das auf den Namen des Beschwerdeführers lautet. Der Restbetrag
von Fr. 120'000.-- ist auf das T.________-Konto Nr. xxx geflossen. Letzteres
lautet auf die Fahrschule des Beschwerdeführers, was die Vorinstanz zu Recht
dazu veranlasste, das Konto - gestützt auf Art. 200 Abs. 3 ZGB - der
Errungenschaft des Beschwerdeführers zuzuweisen. Die güterrechtliche Zuweisung
des Geschäftskontos ändert freilich nichts daran, dass die Vermögenswerte, die
der Beschwerdeführer durch Erbgang erworben hat, von Gesetzes wegen Eigengut
sind (Art. 198 Ziff. 2 ZGB). Daher steht dem Eigengut des Beschwerdeführers mit
Bezug auf die Abschlagszahlungen, die auf das T.________-Konto Nr. xxx
überwiesen und somit seiner Errungenschaft kreditiert wurden, eine
entsprechende Ersatzforderung zu. Diese Ersatzforderung beläuft sich
grundsätzlich auf Fr. 120'000.--. Sie bleibt jedoch nur in derjenigen Höhe
bestehen, in welcher die Erbschaft auch tatsächlich noch vorhanden ist. Im
gleichen Umfang wie dieser Vermögenswert reduziert sich daher die
Ersatzforderung des Eigengutes, soweit der Beschwerdeführer die fraglichen
Gelder "verbraucht" hat. Gerade davon ist nach dem Gesagten aber nicht ohne
weiteres auszugehen: Bei den Abschlagszahlungen aus der Erbschaft handelte es
sich nämlich nicht um laufende Einkünfte des Beschwerdeführers, sondern um
Eigengutsmittel, von denen anzunehmen ist, dass sie nicht zur Deckung des
täglichen Bedarfs aufgebraucht werden (E. 3.2.1).
3.2.3 Mit seinen Kontoauszügen hat der Beschwerdeführer dargetan, dass vor dem
Barbezug von Fr. 45'000.-- am 18. Juli 2001 noch fast zwei Drittel des
überwiesenen Erbschaftsvermögens, nämlich Fr. 79'419.15 auf dem besagten
T.________-Konto vorhanden waren. Weiter ergibt sich aus den Belegen, die dem
angefochtenen Entscheid zugrundeliegen, dass der Beschwerdeführer am 18. Juli
2001 auf sein S.________-Konto Nr. www Fr. 45'000.-- eingezahlt und am 24. Juli
2001 zulasten dieses Kontos für Fr. 51'614.95 die streitigen
S.________-Fondsanteile erworben hat. Damit hat der Beschwerdeführer - entgegen
seinen Beteuerungen - zwar nicht aufgezeigt, dass er das Fondsguthaben
unmittelbar mit Eigengutsmitteln erworben, das heisst im Sinne von Art. 198
Ziff. 4 ZGB eine Ersatzanschaffung für sein Eigengut getätigt hat. Denn auch
wenn die dafür erforderlichen Mittel grösstenteils vom T.________-Konto Nr. xxx
stammten, handelte es sich hierbei doch um Gelder von einem Konto der
Errungenschaft des Beschwerdeführers. Immerhin hat der Beschwerdeführer aber
dargetan, dass von seiner Erbschaft zur fraglichen Zeit immer noch mehr als
genügend Mittel vorhanden waren, um eine Geldanlage in der fraglichen Höhe zu
tätigen. Nachdem der Erwerb von Fondsanteilen zumindest in dieser Höhe
offensichtlich keinen Aufwandposten des täglichen Bedarfs darstellt, ist gemäss
der erwähnten natürlichen Vermutung (E. 3.2.1) davon auszugehen, dass der
Beschwerdeführer für den Erwerb dieser Fondsanteile auch nicht seine
Erwerbseinkünfte, sondern - wenn auch indirekt - seine ausreichend vorhandenen
Eigengutsmittel eingesetzt hat. Es wäre an der Beschwerdegegnerin gewesen,
dieser natürlichen Vermutung mit dem Gegenbeweis zu begegnen, dass der
Beschwerdeführer in gleichem oder in höherem Umfang tatsächlich sein Eigengut
angezehrt hat, um den Lebensunterhalt der ehelichen Gemeinschaft zu bestreiten.
Dies hat sie indes nicht getan. Allein der von ihr wie auch von der Vorinstanz
vorgetragene Einwand, das T.________-Konto Nr. xxx sei ein Geschäftskonto des
Beschwerdeführers, auf das vermutlich auch Einnahmen aus dem Fahrschulbetrieb
geflossen seien, ist nicht ausschlaggebend. Dieser Umstand kann allenfalls ein
Indiz für die güterrechtliche Zuordnung der Forderung sein, die dem
Beschwerdeführer gegenüber der kontoführenden Bank zusteht. Er lässt aber keine
Rückschlüsse darüber zu, für welche Zwecke der Beschwerdeführer die auf dem
Konto befindlichen Gelder verwendet hat (E. 3.2.1). Die Vorinstanz übersieht
dies im angefochtenen Entscheid und verletzt damit Art. 200 Abs. 3 ZGB. Im
Ergebnis ist die Beschwerde daher in dem Sinne gutzuheissen, dass dem Eigengut
des Beschwerdeführers bezüglich der S.________-Fondsanteile eine
Ersatzforderung zusteht. Die Ersatzforderung ist im Zweifel auf den
Erwerbspreis von Fr. 51'614.95 zu beschränken; sie partizipiert nicht am
Mehrwert, denn wie erwähnt können die S._______-Fondsanteile weder als
Ersatzanschaffung für Eigengut im Sinne von Art. 198 Ziff. 4 ZGB gelten, noch
hat der Beschwerdeführer dargetan, dass er seine Eigengutsmittel im Sinne von
Art. 209 Abs. 3 ZGB unmittelbar zur Verbesserung eines Vermögensgegenstandes
der Errungenschaft eingesetzt, das heisst zum Zweck der Wertschöpfung direkt in
einen spezifischen Vermögensgegenstand der Errungenschaft "investiert" hat.
3.2.4 Nach dem Gesagten kommt es entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin
nicht darauf an, ob auf dem fraglichen Geschäftskonto des Beschwerdeführers
eine "Vermischung von Erbschaftsmitteln und Errungenschaft" stattgefunden hat.
Als gegenstandslos erweist sich deshalb der Vorwurf des Beschwerdeführers, das
Obergericht habe die aufgelegten Urkunden willkürlich gewürdigt, indem es die
Bewegungen auf dem T.________-Konto Nr. xxx in der Zeit vom 1. Februar 1999 bis
30. Juni 1999 und im Monat Juli 2001 ausser Acht gelassen und angenommen habe,
auf das T.________-Konto Nr. xxx seien auch Fahrschulgelder einbezahlt worden.

3.3 Auch hinsichtlich des Darlehens ist nach Ansicht des Beschwerdeführers
erstellt, dass er dieses in vollem Umfang mit Mitteln aus seinem Eigengut
zurückbezahlt hat.
3.3.1 Weder Art. 200 Abs. 3 ZGB noch Art. 209 Abs. 2 ZGB regelt direkt die
Frage, welcher Masse eine getilgte Schuld im Zweifel belastet werden muss, wenn
ungewiss ist, ob zu ihrer Tilgung Mittel der Errungenschaft oder des Eigenguts
verwendet wurden, zum Beispiel weil der Ehegatte den fraglichen Betrag aus
einem Bankkonto beglichen hat, das sowohl mit Eigengut als auch mit
Errungenschaft gespiesen wurde (vgl. HAUSHEER/REUSSER/GEISER, a.a.O., N 42 zu
Art. 200 ZGB). Mit Bezug auf diese Streitlage spricht sich die Lehre in
Anlehnung an Art. 209 Abs. 2 ZGB für die Vermutung aus, dass eine Schuld als
durch diejenige Gütermasse beglichen zu gelten habe, der sie auch zugeordnet
werden müsste, wenn sie noch nicht getilgt worden wäre. Daher rechtfertige es
sich, Auslagen, die für den Unterhalt der Familie getätigt wurden, der
Errungenschaft zu belasten, sofern nicht nachgewiesen ist, dass der Ehegatte
die Schuld aus dem Eigengut bezahlen wollte (HAUSHEER/AEBI-MÜLLER, a.a.O., N 17
zu Art. 209 ZGB; HAUSHEER/ REUSSER/GEISER, a.a.O., N 42 zu Art. 200 ZGB und N
40 zu Art. 209 ZGB; STETTLER/WAELTI, Droit civil IV, 2. Aufl., 1997, S. 170,
Rz. 320). Diese Lehrmeinung harmoniert mit der zitierten Rechtsprechung und der
natürlichen Vermutung, wonach die Ehegatten ihr Eigengut nicht zur Deckung
ihrer laufenden Bedürfnisse verwenden, sondern unangetastet lassen,
längerfristig investieren oder für ausserordentliche Ausgaben beiseitelegen (E.
3.2.1).
3.3.2 Vorliegend hat das Obergericht erkannt, dass die Darlehensschuld des
Beschwerdeführers von Fr. 40'000.-- gegenüber seiner Schwester seine
Eigengutsliegenschaft belastet. Ist diese Schuld aber unzweifelhaft dem
Eigengut des Beschwerdeführers zuzuschreiben, so muss auch die entsprechende
Amortisation als durch Eigengutsmittel beglichen gelten, zumal der
Beschwerdeführer mit der fraglichen Zahlung offensichtlich keine Auslage des
gewöhnlichen Lebensunterhalts finanziert hat. Das Obergericht befand jedoch,
der Beschwerdeführer habe nicht nachgewiesen, dass er auch die
Amortisationstranche vom 8. Juni 1998 in der Höhe von Fr. 20'000.-- aus seinen
Eigengutsmitteln zurückbezahlt hat, weil das begünstigte mit dem belasteten
Konto nicht identisch gewesen sei und es an der zeitlichen Nähe zwischen den
Abschlagszahlungen aus der Erbschaft und den Amortisationen gefehlt habe (E.
3.1.2). Damit hat es die in Art. 200 Abs. 3 ZGB enthaltene Beweisregel wiederum
falsch angewendet, denn auf solcherlei Kriterien kommt es nach dem Gesagten
nicht an. Entscheidend ist vielmehr, dass der Beschwerdeführer am 8. Juni 1998,
dem Zeitpunkt der streitigen Amortisationszahlung an seine Schwester, aus dem
Nachlass seines Bruders schon Fr. 60'000.-- an Eigengutsmitteln auf zwei
verschiedene Bankkonten überwiesen erhalten hatte (s. E. 3.1.1). Das
Obergericht anerkennt, dass der Beschwerdeführer für die ersten beiden
Amortisationen von je Fr. 10'000.-- auch die ersten beiden Abschlagszahlungen
in entsprechender Höhe verwendet hatte. Folglich verblieben dem
Beschwerdeführer aufgrund der weiteren, zwischen dem 10. Februar und 20. April
1998 erfolgten Abschlagszahlungen noch Fr. 40'000.-- an neuen Eigengutsmitteln.
Dieser Betrag war bei weitem ausreichend, um auch die zweite Hälfte der
Eigengutsschuld zu begleichen. Daher ist im Sinne der beschriebenen natürlichen
Vermutung davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer auch die
Amortisationszahlung vom 8. Juni 1998 in ihrer vollen Höhe von Fr. 20'000.--
letztendlich mit seinem Eigengut bestritt.

Dem angefochtenen Entscheid zufolge hat die Beschwerdegegnerin in diesem
Zusammenhang lediglich den Einwand erhoben, "dass auf dem Bankkonto der
Fahrschule bei der T.________ auch die Einzahlungen aus der Fahrschule des
Gesuchstellers eingingen". Wie schon im Zusammenhang mit dem Erwerb der
S.________-Fondsanteile erwähnt, lässt sich aus dem blossen Umstand, dass ein
Bankkonto sowohl mit Errungenschafts- als auch mit Eigengutsmitteln gespiesen
wird, hinsichtlich der Verwendung der auf das Konto eingezahlten Gelder nicht
von vornherein etwas zugunsten der Errungenschaft herleiten. Vielmehr hätte die
Beschwerdegegnerin Tatsachen dartun müssen, die im Sinne eines Gegenbeweises
Zweifel daran aufkommen lassen, dass der Beschwerdeführer sein Eigengut nicht
auch zur Bestreitung des Familienunterhalts verwendet hat (E. 3.2.3). Da die
Beschwerdegegnerin das Vorhandensein solcher Tatsachen nicht bewiesen hat,
begründet die Rückzahlung des Darlehens keine Ersatzforderung zugunsten der
Errungenschaft des Beschwerdeführers. Die Beschwerde ist in diesem Sinne
gutzuheissen.
3.3.3 Im Streit um die Darlehensamortisation erhebt der Beschwerdeführer
weitere Rügen, denen in Anbetracht der vorstehenden Erwägungen keine
eigenständige Bedeutung mehr zukommt. Dies gilt zunächst für den Vorwurf, das
Obergericht habe die Verhandlungsmaxime gemäss luzernischem Zivilprozessrecht
verletzt, indem es von sich aus festgestellt habe, dass die Rückzahlung des
restlichen Darlehensbetrages von Fr. 20'000.-- am 8. Juni 1998 an seine
Schwester vom T.________-Konto Nr. zzz erfolgt und das belastete Konto daher
nicht mit dem Konto identisch sei, auf das die Zahlungen aus dem Erbe des
Bruders überwiesen worden seien. Nach dem Gesagten ist die fehlende Identität
der beteiligten Konten kein Grund zur Annahme, der Beschwerdeführer habe das
Darlehen nicht aus seinen Eigengutsmitteln zurückbezahlt. Gegenstandslos ist
aber auch der als Verletzung des rechtlichen Gehörs vorgetragene Vorwurf, das
Obergericht habe die Zeugenaussage seiner Schwester unbeachtet gelassen; diese
habe ausgesagt, es sei für sie klar, dass er die Darlehen mit den Geldern aus
der Erbschaft bezahlt habe.

3.4 Im Ergebnis berechnet sich der güterrechtliche Anspruch der
Beschwerdegegnerin wie folgt: Zur Errungenschaft des Beschwerdeführers zählen
zunächst die Ersatzforderungen aus der Amortisation der auf der Liegenschaft
B.________ lastenden Schulden. Diese betragen neu nur mehr Fr. 52'000.--. Der
Mehrwertanteil Liegenschaft B.________ ist beim vorinstanzlich ermittelten
Betrag von Fr. 18'552.-- zu belassen. Der Beschwerdeführer hat den von ihm
eingesetzten Betrag von Fr. 13'398.70 nicht begründet. Insofern genügt seine
Beschwerde den Begründungsanforderungen nicht. Dem S.________-Fondsguthaben von
Fr. 53'953.-- (einschliesslich des per 30. Juni 2006 aufgelaufenen Mehrwerts)
ist eine Ersatzforderung des Eigenguts in der Höhe des Erwerbspreises von Fr.
51'614.95 gegenüberzustellen. Daraus resultiert ein Vorschlag von Fr.
72'890.05. Der Anspruch der Beschwerdegegnerin aus güterrechtlicher
Auseinandersetzung beläuft sich demnach auf Fr. 18'919.55 (½ Vorschlag
Beschwerdeführer, ausmachend Fr. 36'445.03, abzüglich ½ Vorschlag
Beschwerdegegnerin, ausmachend Fr. 17'525.49).

4.
4.1 Zusammenfassend ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen. Soweit die
güterrechtliche Auseinandersetzung betreffend, ist Ziffer 2 des angefochtenen
Urteils aufzuheben und im Sinne der vorstehenden Erwägungen abzuändern. Im
Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann.

4.2 Auch wenn der Beschwerdeführer bezüglich der beantragten Reduktion der
güterrechtlichen Forderung weitgehend obsiegt, dringt er mit seiner Beschwerde
zum weitaus grösseren Teil nicht durch, denn mit seinem streitwertmässig
bedeutendsten Begehren, er habe der Beschwerdegegnerin überhaupt keinen
Unterhalt zu bezahlen, unterliegt er vor Bundesgericht vollumfänglich. Bei
diesem Ausgang des Verfahrens rechtfertigt es sich, die Gerichtsgebühr vor
Bundesgericht dem Beschwerdeführer zu drei Vierteln und der Beschwerdegegnerin
zu einem Viertel aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG) und den Beschwerdeführer zu
verurteilen, der Beschwerdegegnerin eine teilweise reduzierte
Parteientschädigung von Fr. 2'000.-- zu bezahlen (Art. 68 Abs. 1 und 2 BGG).

4.3 Hinsichtlich der Kosten- und Entschädigungsfolgen des vorangegangenen
Verfahrens wird der angefochtene Entscheid aufgehoben und die Sache zur neuen
Kostenverteilung und neuen Festsetzung der Entschädigung an die Vorinstanz
zurückgewiesen (Art. 67 und Art. 68 Abs. 5 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
In dahingehender Aufhebung von Ziffer 2 des Urteils der II. Kammer des
Obergerichts des Kantons Luzern vom 26. Oktober 2010 wird der Beschwerdeführer
verurteilt, der Beschwerdegegnerin aus güterrechtlicher Auseinandersetzung Fr.
18'919.55 zu bezahlen. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen, soweit darauf
einzutreten ist.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 3'000.-- werden dem Beschwerdeführer zu drei
Vierteln und der Beschwerdegegnerin zu einem Viertel auferlegt.

3.
Der Beschwerdeführer hat die Beschwerdegegnerin für das bundesgerichtliche
Verfahren mit Fr. 2'000.-- zu entschädigen.

4.
Ziffer 4 des Urteils der II. Kammer des Obergerichts des Kantons Luzern vom 26.
Oktober 2010 wird aufgehoben und die Sache wird zur Neuregelung der Kosten- und
Entschädigungsfolgen des kantonalen Verfahrens an das Obergericht
zurückgewiesen.

5.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Luzern, II.
Kammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 1. September 2011
Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Die Präsidentin: Hohl

Der Gerichtsschreiber: V. Monn