Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

II. Zivilrechtliche Abteilung, Beschwerde in Zivilsachen 5A.588/2011
Zurück zum Index II. Zivilrechtliche Abteilung, Beschwerde in Zivilsachen 2011
Retour à l'indice II. Zivilrechtliche Abteilung, Beschwerde in Zivilsachen 2011


Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
5A_588/2011

Urteil vom 18. November 2011
II. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Hohl, Präsidentin,
Bundesrichter L. Meyer, Marazzi,
Gerichtsschreiber von Roten.

Verfahrensbeteiligte
G.________,
vertreten durch Rechtsanwalt Hans Jörg Wälti,
Beschwerdeführer,

gegen

S.________ AG,
vertreten durch Rechtsanwalt Tom Frey, Beschwerdegegnerin,

Betreibungsamt Zürich 1,

Gegenstand
Nichtigkeit einer Betreibung,

Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich, II.
Zivilkammer, als oberer kantonaler Aufsichtsbehörde über Schuldbetreibung und
Konkurs, vom 30. September 2011.

Sachverhalt:

A.
Am 22. Februar 2011 leitete G.________ (Beschwerdeführer) für eine Forderung
von 300 Mio. Fr. nebst Zins gegen die S.________ AG (Beschwerdegegnerin) die
Betreibung ein. Als Grund der Forderung gab er "Schadenersatzansprüche" an.
Gegenüber dem Zahlungsbefehl vom 23. Februar 2011 in der Betreibung Nr. rrr des
Betreibungsamtes Zürich 1 erhob die Beschwerdegegnerin am 24. Februar 2011
Rechtsvorschlag.

B.
Die Beschwerdegegnerin gelangte Ende März 2011 an die kantonalen
Aufsichtsbehörden über Schuldbetreibung und Konkurs mit dem Antrag, die
Nichtigkeit des Zahlungsbefehls vom 23. Februar 2011 in der Betreibung Nr. rrr
des Betreibungsamtes Zürich 1 festzustellen und die Betreibung im
Betreibungsregister zu löschen bzw. mit einem Vermerk zu versehen, damit der
Betreibungsregistereintrag für Dritte nicht mehr einsehbar ist. Der
Beschwerdeführer schloss auf Nichteintreten, eventuell Abweisung. Während das
Bezirksgericht Zürich die Beschwerde abwies, soweit darauf eingetreten werden
konnte (Zirkulationsbeschluss vom 24. Juni 2011), hiess das Obergericht des
Kantons Zürich die Beschwerde gut und hob den Zahlungsbefehl vom 23. Februar
2011 in der Betreibung Nr. rrr des Betreibungsamtes Zürich 1 auf (Urteil vom
30. September 2011).

C.
Mit Eingabe vom 13. Oktober 2011 beantragt der Beschwerdeführer dem
Bundesgericht, das obergerichtliche Urteil aufzuheben und die Gültigkeit des
Zahlungsbefehls des Betreibungsamtes Zürich 1 vom 23. Februar 2011 in der
Betreibung Nr. rrr festzustellen. Es sind die Akten, hingegen keine
Vernehmlassungen eingeholt worden.

Erwägungen:

1.
Die Beschwerde gemäss Art. 72 ff. BGG der im kantonalen Verfahren unterlegenen
Partei gegen das Urteil der oberen Aufsichtsbehörde über Schuldbetreibung und
Konkurs ist grundsätzlich zulässig (vgl. BGE 133 III 350). Auf formelle
Einzelfragen wird im Sachzusammenhang zurückzukommen sein.

2.
Die gesetzliche Frist zur Beschwerde gegen die Zustellung des Zahlungsbefehls
haben beide Parteien unbenutzt verstreichen lassen. Verfahrensgegenstand vor
den kantonalen Aufsichtsbehörden war ausschliesslich die Nichtigkeit der
Betreibung wegen offenbaren Missbrauchs eines Rechts (Art. 2 Abs. 2 ZGB). Das
Obergericht hat dazu folgende Feststellungen getroffen und rechtlich gewürdigt:

2.1 Das Obergericht hat festgehalten, die Beschwerdegegnerin mache im
Wesentlichen geltend, der Beschwerdeführer habe die Betreibung über 300 Mio.
Fr. eingeleitet, um sich für das gegen ihn und seine Ehefrau eingeleitete
Strafverfahren sowie die weiteren gegen ihn und seine Ehefrau gerichteten
rechtlichen Schritte (Zivilklage; Sühnverfahren; Betreibung) zu rächen. Die
Betreibung diene deshalb nicht der Durchsetzung einer Gegenforderung, sondern
sei in rechtsmissbräuchlicher Weise angehoben worden (E. 2.1 S. 3). Das
Obergericht ist davon ausgegangen, das Begehren um Feststellung der Nichtigkeit
einer Verfügung könne jederzeit gestellt werden und nichtig sei eine Verfügung,
die gegen Vorschriften - wie das Verbot des Rechtsmissbrauchs - verstosse, die
im öffentlichen Interesse aufgestellt worden seien (E. 2.3 S. 4). Zum Verfahren
hat das Obergericht ausgeführt, dass die Aufsichtsbehörde den Sachverhalt zum
Nichtigkeitsgrund von Amtes wegen abzuklären habe (E. 4.2 S. 7) und dass die
Beschwerdegegnerin ihren Antrag nicht nur mit dem Nichtbestand der Forderung
begründe, sondern dem Beschwerdeführer in der Hauptsache vorwerfe, es handle
sich bei der Betreibung um einen Racheakt (E. 4.3 S. 8 des angefochtenen
Urteils).

2.2 Das Obergericht hat festgestellt, es werde nicht näher ausgeführt,
inwiefern zwischen den Parteien rechtliche Beziehungen bestünden bzw. bestanden
hätten, aufgrund derer entsprechende Ansprüche - auch im Rahmen von 300 Mio.
Fr. - nicht ausgeschlossen werden könnten. Der Beschwerdeführer habe die
Betreibung in seinem Namen erhoben und fordere Schadenersatzansprüche in der
Höhe von 300 Mio. Fr. demnach für sich persönlich. Er bleibe in der Begründung
seiner Schadenersatzforderung sowohl vor Bezirks- als auch vor Obergericht
äusserst vage. Er gebe lediglich eine pauschale Umschreibung an, obwohl es ihm
jedenfalls in der Diskussion um die Nichtigkeit der Betreibung möglich und
zumutbar gewesen wäre, zumindest die allenfalls in Frage stehenden
Vertragsbeziehungen zu nennen bzw. zu behaupten. Er unterlasse dies gänzlich.
Überdies ergäben sich aus den Eingaben der Parteien (überhaupt) keine
Anhaltspunkte dafür, dass zwischen den Parteien persönlich vertragliche
Beziehungen bestünden oder bestanden hätten. Konkret behaupte der
Beschwerdeführer, ihm sei ein gewaltiger Schaden aus dem Strafverfahren
entstanden, den die Beschwerdegegnerin bei entsprechendem Prozessausgang zu
ersetzen habe. Die Schadenhöhe sei von der Beschwerdegegnerin selber in ihren
Eingaben genannt worden. Worauf er sich dabei beziehe, so hat das Obergericht
dafürgehalten, gebe der Beschwerdeführer nicht an. Den Beilagen zur Beschwerde
liessen sich nicht die geringsten Hinweise entnehmen, die auf
Anspruchsgrundlagen für (persönliche) Forderungen in der Höhe vom 300 Mio. Fr.
hindeuten könnten. Auch gesamthaft habe der Beschwerdeführer keine rechtlichen
Beziehungen dargetan, die auch nur ansatzweise geeignet erschienen, eine so
hohe Schadenersatzforderung zu begründen (E. 4.4 S. 8 ff. des angefochtenen
Urteils).

2.3 Schliesslich hat das Obergericht berücksichtigt, dass der Beschwerdeführer
sein Betreibungsbegehren am 23. Februar 2011 beim Betreibungsamt anhängig
gemacht habe und damit kurz nachdem die Beschwerdegegnerin ihrerseits das
Zivil- und Betreibungsverfahren gegen ihn eingeleitet habe und rund ein halbes
Jahr nach seiner Verhaftung. Der Zeitpunkt der Betreibung verbunden mit der
exorbitanten Forderungssumme liessen auf einen möglichen Racheakt des
Beschwerdeführers schliessen. Überdies sei nicht nachvollziehbar, weshalb der
Beschwerdeführer seine Forderung nicht substantiiert begründet habe und dadurch
diese zumindest ansatzweise habe plausibel erscheinen lassen. Auch dieses
Verhalten erwecke den Eindruck, dass der Beschwerdeführer die
Beschwerdegegnerin lediglich habe schikanieren wollen. Richtigerweise sei eine
rechtsmissbräuchliche Betreibung nur ausnahmsweise anzunehmen. Stünden jedoch
solch hohen Forderungen im Raum, die die Reputation und die Kreditwürdigkeit
eines Betreibungsschuldners massiv schädigen könnten, sei dem
Betreibungsgläubiger zuzumuten, seine Forderung entsprechend zu substantiieren.
Gesamthaft betrachtet sei das Verhalten des Beschwerdeführers als
rechtsmissbräuchlich im Sinne von Art. 2 Abs. 2 ZGB zu bezeichnen und der
Zahlungsbefehl vom 23. Februar 2011 aufzuheben (E. 4.5 S. 10 des angefochtenen
Urteils).

3.
In rechtlicher Hinsicht wendet der Beschwerdeführer zur Hauptsache ein, die
Betreibung sei eine vom Gesetz vorgesehene Möglichkeit zur Unterbrechung der
Verjährung und könne eingeleitet werden, ohne dass der Betreibende den Bestand
seiner Forderung nachweisen müsse. Es sei der Beschwerdegegnerin sehr wohl
bekannt, aus welchem Grund er Schadenersatzansprüche angemeldet und hiefür
rechtzeitig mittels Schuldbetreibung die Verjährung unterbrochen habe (vorab S.
7 f. Ziff. 2-4 der Beschwerdeschrift).

3.1 Die Verjährung wird gemäss Art. 135 Ziff. 2 OR durch Schuldbetreibung
unterbrochen. Es entspricht einer Besonderheit des schweizerischen
Vollstreckungsrechts, dass der Gläubiger eine Betreibung einleiten kann, ohne
den Bestand seiner Forderung nachweisen zu müssen, und dass der Zahlungsbefehl
als Grundlage des Vollstreckungsverfahrens grundsätzlich gegenüber jedermann
erwirkt werden kann, unabhängig davon, ob tatsächlich eine Schuld besteht oder
nicht (vgl. BGE 125 III 149 E. 2a S. 150). Aus der gesetzlichen Regelung vermag
der Beschwerdeführer indessen nichts zu seinen Gunsten abzuleiten. Denn die
Ausübung auch dieser Rechte wird durch das allgemeine Verbot eingeschränkt,
wonach der offenbare Missbrauch eines Rechts keinen Rechtsschutz findet (Art. 2
Abs. 2 ZGB). Seine langjährige Rechtsprechung zur Nichtigkeit einer Betreibung
wegen Rechtsmissbrauchs (E. 3.2 sogleich) hat das Bundesgericht auch nach der
SchKG-Revision von 1994/97 jedenfalls in den Fällen weitergeführt, wo - wie
hier - die Feststellungsklage nach Art. 85a SchKG nicht erhoben werden konnte,
weil der Rechtsvorschlag nicht rechtskräftig beseitigt war (vgl. Urteil 7B.182/
2005 vom 1. Dezember 2005 E. 2.3, in: Praxis 95/2006 Nr. 58 S. 421; Urteil
5A_476/2008 vom 7. August 2009 E. 3.2).

3.2 Eine Betreibung ist nur in Ausnahmefällen wegen Rechtsmiss-brauchs nichtig.
Rechtsmissbräuchliches Verhalten liegt dann vor, wenn der Gläubiger mit der
Betreibung offensichtlich Ziele verfolgt, die nicht das Geringste mit der
Zwangsvollstreckung zu tun haben. Da es weder dem Betreibungsamt noch der
Aufsichtsbehörde zusteht, über die Begründetheit der in Betreibung gesetzten
Forderung zu entscheiden, darf sich der Vorwurf des Schuldners nicht darauf
beschränken, der umstrittene Anspruch werde rechtsmissbräuchlich erhoben (vgl.
BGE 113 III 2 E. 2b S. 3 ff.). Nichtigkeit wegen Rechtsmissbrauchs kann
hingegen dann vorliegen, wenn mit einer Betreibung sachfremde Ziele verfolgt
werden, wenn also etwa bloss die Kreditwürdigkeit des (angeblichen) Schuldners
geschädigt werden soll, wenn zwecks Schikane ein völlig übersetzter Betrag in
Betreibung gesetzt wird, oder wenn offensichtlich ist, dass ein Gläubiger mit
einer Betreibung insbesondere bezweckt, den Betriebenen mit Absicht zu
schikanieren (vgl. BGE 115 III 18 E. 3b S. 21; 130 II 270 E. 3.2 S. 278).

3.3 Auf Beschwerde gemäss Art. 72 ff. BGG hin kann das Bundesgericht als
Rechtsfrage prüfen, ob die kantonale Aufsichtsbehörde von einem zutreffenden
Begriff des offenbaren Rechtsmissbrauchs ausgegangen ist. Vorbehältlich
ausnahmsweise zulässiger Sachverhaltsrügen (Art. 97 Abs. 1 BGG) legt das
Bundesgericht seinem Entscheid die Tatsachenfeststellungen der kantonalen
Aufsichtsbehörde insbesondere darüber zugrunde, vor welchem Hintergrund und mit
welcher Absicht der Gläubiger seine Betreibung gegen den Schuldner angehoben
hat (Art. 105 Abs. 1 BGG; vgl. BGE 115 III 18 E. 3c S. 21 f.; Urteile 5C.190/
2002 vom 11. Dezember 2003 E. 3.2, in: Praxis 93/2004 Nr. 142 S. 804, und
Urteil 5A_250/2007 vom 19. September 2007 E. 3.3). Den für die rechtliche
Beurteilung der Nichtigkeit massgebenden Sachverhalt stellt die
Aufsichtsbehörde von Amtes wegen fest. Nicht anwendbar ist dabei Art. 20a Abs.
2 Ziff. 2 SchKG, wonach die Aufsichtsbehörde die Parteien zur Mitwirkung
anhalten kann und auf deren Begehren nicht einzutreten braucht, wenn sie die
notwendige und zumutbare Mitwirkung verweigern. Denn die Nichtigkeit einer
Verfügung haben die Aufsichtsbehörden gemäss Art. 22 Abs. 1 SchKG unabhängig
davon, ob Beschwerde geführt worden ist, von Amtes wegen festzustellen (vgl.
ERARD, Commentaire romand, 2005, N. 19, und LORANDI, Betreibungsrechtliche
Beschwerde und Nichtigkeit, 2000, N. 135, je zu Art. 22 SchKG). Nach dem
allgemeinen Grundsatz von Treu und Glauben (Art. 5 Abs. 3 BV) im Verfahren
haben die Parteien bei der Sachverhaltsaufklärung allerdings insoweit
mitzuwirken, als ihnen diese Mitwirkung möglich und zumutbar ist. Die Parteien,
die vor einer allfälligen Feststellung der Nichtigkeit einer Verfügung
anzuhören sind (Art. 29 Abs. 2 BV; vgl. BGE 101 III 68; 105 III 33), trifft
zumindest eine faktische Behauptungslast für Umstände, die nur ihnen bekannt
sein können und sie zu entlasten vermögen. Ihr Verhalten im Verfahren darf in
der Beweiswürdigung berücksichtigt werden (allgemein: MOOR, Droit
administratif, vol. II: Les actes administratifs et leur contrôle, 3. Aufl.
2011, Ziff. 2.2.6.3 S. 294 ff.; MICHELE ALBERTINI, Der verfassungsmässige
Anspruch auf rechtliches Gehör im Verwaltungsverfahren des modernen Staates,
Diss. Bern 1999, Druck 2000, S. 261 ff., S. 263; vgl. BGE 135 II 161 E. 3 S.
165 f; 132 II 113 E. 3.2 S. 115 f.).

4.
Das Obergericht hat die rechtliche Ausgangslage insgesamt zutreffend
geschildert. Fallbezogen ergibt sich Folgendes:

4.1 In tatsächlicher Hinsicht ist unbestritten geblieben, dass aufgrund einer
Anzeige der Beschwerdegegnerin eine Strafuntersuchung gegen den
Beschwerdeführer und unter anderem dessen Ehefrau eröffnet wurde, die noch
nicht abgeschlossen ist. Gegenüber dem Beschwerdeführer und dessen Ehefrau
wurden die Beschlagnahme von Vermögenswerten und eine mehrmonatige
Untersuchungshaft angeordnet. Gegenstand der Strafuntersuchung bildet der
Verdacht betrügerischer Handlungen im Sinne von fiktiven Vertragsabwicklungen
durch Vertreter der A.________ AG und unter Beteiligung weiterer Firmen
(B.________ AG und Tochtergesellschaften). Geschädigt worden sein soll auch die
Beschwerdegegnerin (E. 2.2 S. 3 f. des angefochtenen Urteils; S. 4 ff. Ziff. 1
der Beschwerdeschrift). Ende 2010 erhob die Beschwerdegegnerin gegen den
Beschwerdeführer zudem eine Forderung über rund 10 Mio. Fr. aus unerlaubter
Handlung. Sie leitete ein Klage- und ein Betreibungsverfahren ein. Die Weisung
im Forderungsprozess wurde am 24. Januar 2011 ausgestellt. Am 22. Februar 2011
stellte der Beschwerdeführer sein Betreibungsbegehren über 300 Mio. Fr. gegen
die Beschwerdegegnerin. Der Zeitpunkt der Betreibung - kurz nach Einleitung der
Verfahren der Beschwerdegegnerin gegen den Beschwerdeführer und rund ein halbes
Jahr nach der Verhaftung des Beschwerdeführers - und die exorbitante
Forderungssumme haben das Obergericht auf einen möglichen Racheakt des
Beschwerdeführers schliessen lassen (E. 4.5 S. 10 des angefochtenen Urteils).

4.2 Gegen die Würdigung der zeitlichen Verhältnisse wendet der Beschwerdeführer
ein, von der Strafuntersuchung habe er erstmals am 23. Februar 2010 erfahren
und deshalb für Schadenersatzansprüche innert Jahresfrist am 22. Februar 2011
die Verjährung unterbrechen müssen. Gestützt auf die Veröffentlichung im
Schweizerischen Handelsamtsblatt (SHAB) Nr. xxx seien zudem innert 30 Tagen
Forderungen bei der Prüfgesellschaft der Beschwerdegegnerin anzumelden gewesen
(S. 11 f. Ziff. 7 der Beschwerdeschrift). Die Einwände sind nicht stichhaltig:

4.2.1 Der Beschwerdeführer macht in seinem eigenen Namen
"Schadenersatzansprüche" geltend und hat am 22. Februar 2011 seine Forderung
über 300 Mio. Fr. in Betreibung gesetzt. Die Strafuntersuchung gegen ihn
persönlich hat indessen nicht am 23. Februar 2010 begonnen, sondern, wie der
Beschwerdeführer selber darlegt, am 8. Juni 2010 (S. 5 Ziff. 1.4 der
Beschwerdeschrift). Mit der Notwendigkeit die Verjährung per 23. Februar 2011
zu unterbrechen, kann der Beschwerdeführer sein Betreibungsbegehren somit nicht
begründen. Für seine persönliche Forderung gegen die Beschwerdegegnerin hätte
noch genügend Zeit zur Unterbrechung der Verjährung bestanden.
4.2.2 Es trifft zu, dass die Beschwerdegegnerin vormals unter der Firma
"S.________ Bank AG" ihre bewilligungspflichtige Tätigkeit als Bank und
Effektenhändlerin aufzugeben und die Entlassung aus der Aufsicht der FINMA zu
beantragen beabsichtigte (act. 11 und 12 der bezirksgerichtlichen Akten). Vor
diesem Hintergrund steht die erwähnte Aufforderung zur Forderungsanmeldung im
SHAB Nr. xxx. Wie der Beschwerdeführer indessen darlegt, hat es sich dabei
bereits um die dritte Veröffentlichung gehandelt (S. 6 Ziff. 1.9 der
Beschwerdeschrift). Die Aufforderung zur Anmeldung von Forderungen wurde
erstmals im SHAB Nr. yyy und zum zweiten Mal im SHAB Nr. zzz veröffentlicht,
was hier nachgetragen werden darf (Urteil 5A_62/2009 vom 2. Juli 2009 E. 2.1,
in: Praxis 99/2010 Nr. 17 S. 120). Dass das Betreibungsbegehren am 22. Februar
2011 hätte gestellt werden müssen, kann somit nicht mit der Aufforderung zur
Anmeldung von Forderungen am xxx begründet werden.
4.2.3 Die Einwände des Beschwerdeführers lassen die obergerichtliche Folgerung
nicht als bundesrechtswidrig erscheinen, dass zwischen dem Betreibungsbegehren
des Beschwerdeführers gegen die Beschwerdegegnerin und den Massnahmen der
Beschwerdegegnerin gegen den Beschwerdeführer ein zeitlicher Zusammenhang
besteht, der auf einen möglichen Racheakt des Beschwerdeführers gegenüber der
Beschwerdegegnerin schliessen lässt. Entscheidend für die obergerichtliche
Beurteilung des Rechtsmissbrauchs sind indessen nicht so sehr die zeitlichen
Verhältnisse gewesen, sondern die Höhe der in Betreibung gesetzten Forderung
und der angegebene Forderungsgrund (E. 4.3 sogleich).

4.3 Entgegen der Darstellung des Beschwerdeführers (S. 12 f. Ziff. 8 und 9) hat
das Obergericht die Betreibung nicht aufgrund eines bloss "möglichen"
Racheaktes für rechtsmissbräuchlich und deshalb für nichtig gehalten. Es hat
zusätzlich berücksichtigt, dass der Beschwerdeführer nicht näher begründet
habe, vor welchem Hintergrund seine Betreibung für eine Forderung von 300 Mio.
Fr. stehe, obschon ihm entsprechende Erläuterungen in seinen Stellungnahmen
zumutbar und möglich gewesen wären. Sein Verhalten erwecke den Eindruck, er
wolle die Beschwerdegegnerin schikanieren. Es sei als rechtsmissbräuchlich im
Sinne von Art. 2 Abs. 2 ZGB zu bezeichnen (vgl. E. 4.5 S. 10 des angefochtenen
Urteils).

4.4 Vor Bundesgericht versucht der Beschwerdeführer, seine
Schadenersatzansprüche in der Höhe von 300 Mio. Fr. näher zu erklären und mit
angeblich zulässigen neuen Tatsachen und Beweismitteln zu belegen (S. 4 ff.
Ziff. 1 und S. 8 ff. Ziff. 4-6 der Beschwerdeschrift). Ungeachtet der
Unzulässigkeit der neuen Vorbringen (Art. 99 Abs. 1 BGG) vermag der
Beschwerdeführer auch vor Bundesgericht nicht nachvollziehbar zu begründen,
inwiefern ihm persönlich Schadenersatzansprüche aufgrund welcher
Rechtsbeziehungen in der Höhe von 300 Mio. Fr. gegen die Beschwerdegegnerin
zustehen könnten. Wie im kantonalen Verfahren erschöpfen sich seine Vorbringen
darin, dass die Beschwerdegegnerin sehr wohl wisse, dass sie mit den von ihr
veranlassten Strafuntersuchungs- und Konkursverfahren einen gewaltigen Schaden
hervorgerufen habe (S. 6 Ziff. 1.8), und dass es auch und gerade der
Beschwerdegegnerin sehr wohl bekannt sei, aus welchem Grunde er
Schadenersatzansprüche angemeldet habe (S. 8 Ziff. 4 der Beschwerdeschrift).
Diese und ähnliche Ausführungen lassen die obergerichtliche Folgerung nicht als
bundesrechtswidrig erscheinen, der Beschwerdeführer sei seinen Obliegenheiten
im Verfahren nicht nachgekommen und sein Verhalten in der Beweiswürdigung zu
berücksichtigen (vgl. E. 3.3 hiervor).

4.5 Aus den dargelegten Gründen erweist sich die obergerichtliche Annahme nicht
als bundesrechtswidrig, es würden mit der Betreibung offensichtlich Ziele
verfolgt, die nichts mit der Zwangsvollstreckung zu tun haben. In der
Beschwerde wird nichts dargetan, was diese Schlussfolgerung in Frage stellen
könnte.

5.
Die Beschwerde muss insgesamt abgewiesen werden, soweit darauf einzutreten ist.
Der Beschwerdeführer wird damit kostenpflichtig (Art. 66 Abs. 1 BGG), hingegen
nicht entschädigungspflichtig, zumal keine Vernehmlassungen eingeholt worden
sind (Art. 68 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 1'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Betreibungsamt Zürich 1 und dem
Obergericht des Kantons Zürich, II. Zivilkammer, als oberer kantonaler
Aufsichtsbehörde über Schuldbetreibung und Konkurs, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 18. November 2011
Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Die Präsidentin: Hohl

Der Gerichtsschreiber: von Roten