Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

II. Zivilrechtliche Abteilung, Beschwerde in Zivilsachen 5A.721/2011
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
5A_721/2011

Urteil vom 4. Januar 2012
II. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Hohl, Präsidentin,
Bundesrichter Marazzi, von Werdt,
Gerichtsschreiber V. Monn.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Y.________,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Patrick Sutter,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Neuregelung der elterlichen Sorge,

Beschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Schwyz,
Kammer III, vom 18. August 2011.

Sachverhalt:

A.
A.a X.________ (geb. 1966) und Y.________ (geb. 1972) sind die unverheirateten
Eltern von Z.________ (geb. 2005). Gemäss einer von der Vormundschaftsbehörde
A.________ genehmigten Vereinbarung vom 16. September 2005 teilen sich die
Eltern die elterliche Sorge. Bei Auflösung des gemeinsamen Haushaltes soll die
elterliche Obhut der Mutter zustehen und das Besuchsrecht in eigener
Verantwortung sowie unter Rücksichtnahme auf die Bedürfnisse und die Meinung
des Kindes im gegenseitigen Einvernehmen geregelt werden. Für den Konfliktfall
haben die Eltern vereinbart, dass der Vater Z.________ jedes zweite Wochenende
von Freitag- bis Sonntagabend zu sich auf Besuch und jährlich vier Wochen zu
sich in die Ferien nehmen dürfe.
A.b Im Sommer 2006 lösten X.________ und Y.________ ihre Hausgemeinschaft auf.
Z.________ kam unter die Obhut ihrer Mutter. An der gemeinsamen elterlichen
Sorge änderte sich nichts.
A.c Mit Beschluss vom 3. August 2007 errichtete die Vormundschaftsbehörde
A.________ auf Antrag der Eltern eine Besuchsrechtsbeistandschaft. Trotzdem kam
es in der Folge zu etlichen Auseinandersetzungen über die Kinderbelange, die in
einer Reihe von Verfahren vor den Gerichts- und Verwaltungsbehörden des Kantons
Schwyz mündeten.

B.
B.a Am 26. Oktober 2009 beantragte Y.________ beim Regierungsrat des Kantons
Schwyz, das gemeinsame Sorgerecht für Z.________ aufzuheben und ihr das
alleinige Sorgerecht zu übertragen; dem Vater sei ein übliches Wochenend-,
Feiertags- und Ferienbesuchsrecht zu gewähren.
B.b Per 30. April 2010 zogen Mutter und Tochter aus A.________ in die Stadt
B.________ (ZG) um. Die dortige Vormundschaftsbehörde übernahm die
Besuchsrechtsbeistandschaft der Gemeinde A.________ (Bst. A.c).
B.c Das Sorgerechtsverfahren vor dem Regierungsrat des Kantons Schwyz endete zu
Gunsten von Y.________. Nachdem der Regierungsrat beide Eltern angehört und ein
kinderpsychiatrisches Gutachten eingeholt hatte, übertrug er mit Beschluss vom
27. April 2011 der Mutter die alleinige elterliche Sorge für Z.________. Dem
Vater räumte er ein Besuchsrecht an jedem zweiten Wochenende von Freitagabend,
18.00 Uhr, bis Sonntagabend, 18.00 Uhr, sowie ein Ferienrecht von sechs Wochen
pro Jahr ein. Diese Besuchsregelung verband er in der Urteilsbegründung - nicht
aber im Urteilsspruch - mit der Einschränkung, dass anderslautende Anordnungen
der Vormundschaftsbehörde Zug im hängigen Verfahren vorbehalten bleiben. Die
Verfahrenskosten wurden der Mutter, die Gutachterkosten von Fr. 15'769.65 den
Eltern je zur Hälfte auferlegt.

C.
C.a X.________ zog den regierungsrätlichen Beschluss an das Verwaltungsgericht
des Kantons Schwyz weiter. In seiner Beschwerde vom 31. Mai 2011 ersuchte er
darum, die gemeinsame elterliche Sorge beizubehalten, die elterliche Obhut ihm
zu übertragen und Y.________ ein grosszügiges Betreuungsrecht zu gewähren.
Eventualiter sei ihm das alleinige Sorgerecht samt elterlicher Obhut zu
übertragen und Y.________ ein grosszügiges Wochenend-, Feiertags- und
Ferienbesuchsrecht einzuräumen; subeventualiter sei sein Betreuungs-/
Besuchsrecht so auszugestalten, dass ihm eine hälftige Betreuung und Erziehung
von Z.________ ermöglicht wird, und das Ferienrecht auf acht Wochen pro Jahr
auszudehnen. Weiter stellte X.________ das Begehren, das Gutachten sei zur
Nachbesserung an die Gutachterinnen zurückzuweisen; eventualiter sei ein
Obergutachten zu erstellen. Schliesslich verlangte er, Y.________, eventualiter
der Regierungsrat des Kantons Schwyz habe ihm eine angemessene Entschädigung
für die entstandenen Kosten zu bezahlen und sämtliche Verfahrenskosten zu
tragen.
C.b Derweil hatte der Streit der Eltern um den persönlichen Verkehr zwischen
Vater und Kind im Kanton Zug seinen Fortgang genommen. Unter anderem hatte
X.________ am 25. Januar 2011 bei der Stadt B.________ um eine Erweiterung der
Regelung des persönlichen Verkehrs ersucht. Gestützt auf Art. 275 Abs. 1 ZGB
erklärte sich der Stadtrat der Stadt B.________ als Vormundschaftsbehörde am
Wohnsitz des Kindes für die Regelung und Anpassung des persönlichen Verkehrs
zuständig. Mit Beschluss vom 12. Juli 2011 hiess er X.________s Gesuch
teilweise gut. Er dehnte das Ferienrecht des Vaters auf sechseinhalb Wochen
aus, räumte diesem zusätzlich einen Halbtag pro Woche zur Betreuung von
Z.________ ein, regelte das Besuchsrecht an den Feiertagen und ordnete die
gegenseitigen Telefonkontakte und Informationspflichten. Zugleich ermahnte der
Stadtrat die Eltern zur Einhaltung der Regeln und zur Zusammenarbeit mit der
neuen Beiständin.
C.c Im Sorgerechtsstreit wies das Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz die
Beschwerde mit Entscheid vom 18. August 2011 ab. In der Begründung seines
Entscheides bestätigte es ausdrücklich den regierungsrätlichen Vorbehalt
betreffend die Anordnungen der Vormundschaftsbehörde Zug (Bst. B.c); diese sei
besser in der Lage, die laufende Entwicklung im Hinblick auf das Kindeswohl
angemessen zu berücksichtigen.

D.
D.a Gegen diesen Entscheid setzt sich X.________ (nachfolgend Beschwerdeführer)
nun vor Bundesgericht zur Wehr. In seiner Eingabe vom 12. Oktober 2011
beantragt er, den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Schwyz vom 18.
August 2011 vollumfänglich aufzuheben. Im Wesentlichen wiederholt er die
Rechtsbegehren, die er vor dem Verwaltungsgericht gestellt hat (Bst. C.a). In
der Sache stellt er zusätzlich den Eventualantrag, es seien mindestens die
Empfehlungen des bestehenden Fachgutachtens vom 3. Januar 2011 zu
berücksichtigen und umzusetzen; eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung
"an eine Vorinstanz" zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht ersucht er darum,
der Beschwerde aufschiebende Wirkung zu erteilen. Ausserdem sei das Verfahren
vor Bundesgericht öffentlich zu verhandeln, unter gleichzeitiger Anhörung
seiner Person, und es seien die Akten der Vorinstanzen sowie aller übrigen
Verfahren beizuziehen.
D.b Y.________ (nachfolgend Beschwerdegegnerin) widersetzte sich dem Gesuch um
aufschiebende Wirkung nur hinsichtlich der Entschädigungsfolgen gemäss Ziffer 3
des angefochtenen Entscheids; das Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz
verzichtete auf eine Stellungnahme. Am 4. November 2011 erteilte die
Präsidentin der II. zivilrechtlichen Abteilung der Beschwerde die aufschiebende
Wirkung, soweit sich das Rechtsmittel nicht gegen Ziffer 3 des angefochtenen
Entscheids richtet.
D.c Mit Schreiben vom 24. November 2011 teilte die Direktion des Innern des
Kantons Zug dem Bundesgericht mit, sie sei mit einer Verwaltungsbeschwerde
gegen den Beschluss des Stadtrats von B.________ vom 12. Juli 2011 (Bst. C.b)
befasst. Dieser Beschluss regle das Besuchs- und Ferienrecht anders als der
Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Schwyz vom 18. August 2011, den
X.________ vor Bundesgericht anficht. Die Direktion wies auf die Gefahr sich
widersprechender Anordnungen hin und regte einen Informationsaustausch an.
In einer Mitteilung vom 30. November 2011 gab der zuständige
Instruktionsrichter des Bundesgerichts den Parteien zur Wahrung des rechtlichen
Gehörs Gelegenheit zur Stellungnahme. Diese taten dem Bundesgericht ihre Sicht
der Dinge mit Eingaben vom 12. Dezember 2011 kund.
Am 3. Januar 2012 machte die Beschwerdegegnerin dem Bundesgericht Mitteilung
vom Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Innerschwyz, der gegen den
Beschwerdeführer am 30. Dezember 2011 wegen Sachbeschädigung,
Hausfriedensbruch, mehrfachen Entziehens von Unmündigen und mehrfacher
Tätlichkeiten ergangen war.
D.d Das Bundesgericht hat in der Sache die Akten, aber keine Vernehmlassungen
eingeholt.

Erwägungen:

1.
1.1 Das Bundesgericht überprüft von Amtes wegen und mit freier Kognition, ob
eine Beschwerde zulässig ist (BGE 135 III 212 E. 1 S. 216; 134 III 115 E. 1 S.
117, je mit Hinweisen).

1.2 Der Beschwerdeführer wehrt sich mit rechtzeitiger (Art. 100 BGG) Eingabe
gegen den Endentscheid einer letzten kantonalen Instanz, der zur Hauptsache die
Zuteilung der elterlichen Sorge, mithin eine nicht vermögensrechtliche
Zivilsache zum Gegenstand hat (Art. 72 Abs. 1, 75 Abs. 1, 90 BGG). Die
Beschwerde in Zivilsachen ist somit grundsätzlich zulässig; soweit der
Beschwerdeführer subsidiäre Verfassungsbeschwerde erhebt, ist darauf nicht
einzutreten (Art. 113 BGG; Urteil 5A_176/2009 vom 5. Juni 2009 E. 1.1).

1.3 Gegenstand der Beschwerde ist nach dem Gesagten einzig der Entscheid der
letzten kantonalen Instanz (Art. 75 Abs. 1 BGG). Auf die Beschwerde ist daher
nicht einzutreten, soweit der Beschwerdeführer den erstinstanzlichen Entscheid
des Regierungsrates des Kantons Schwyz beanstandet und seine Rügen gegen andere
untere kantonale Instanzen richtet.

1.4 In materieller Hinsicht sind im vorliegenden Verfahren alle Rügen gemäss
Art. 95 f. BGG zulässig. In diesem Bereich wendet das Bundesgericht das Recht
von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Das bedeutet, dass es behauptete
Rechtsverletzungen (Art. 42 Abs. 2 BGG) mit freier Kognition prüft. Es befasst
sich aber nur mit formell ausreichend begründeten Rügen (BGE 134 III 102 E. 1.1
S. 104 f.; s. auch Urteil 5A_92/2008 vom 25. Juni 2008 E. 2.3). Nach Art. 42
Abs. 2 BGG ist in der Begründung in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der
angefochtene Akt Recht verletzt. Der Beschwerdeführer muss auf den
angefochtenen Entscheid eingehen und im Einzelnen aufzeigen, worin eine
Verletzung von Bundesrecht liegt; er soll im Schriftsatz mit seiner Kritik an
den Erwägungen der Vorinstanz ansetzen, die er als rechtsfehlerhaft erachtet
(vgl. BGE 121 III 397 E. 2a S. 400; Urteil 4A_22/2008 vom 10. April 2008 E. 1).
Allgemein gehaltene Einwände, die er ohne aufgezeigten oder erkennbaren
Zusammenhang mit bestimmten Entscheidungsgründen vorbringt, genügen nicht (BGE
116 II 745 E. 3 S. 749). Soweit die Neugestaltung der elterlichen Sorge zufolge
veränderter Verhältnisse in Frage steht, ist überdies zu beachten, dass Art.
298a Abs. 2 ZGB unbestimmte Rechtsbegriffe enthält, für deren Ausfüllung das
Sachgericht auf sein Ermessen verwiesen ist (Art. 4 ZGB). Bei der Überprüfung
solcher Ermessensentscheide übt das Bundesgericht Zurückhaltung. Es greift nur
ein, wenn die kantonale Instanz grundlos von in Lehre und Rechtsprechung
anerkannten Grundsätzen abgewichen ist, wenn sie Gesichtspunkte berücksichtigt
hat, die für den Entscheid im Einzelfall keine Rolle hätten spielen dürfen,
oder wenn sie umgekehrt Umstände nicht in Betracht gezogen hat, die hätten
beachtet werden müssen. Aufzuheben und zu korrigieren sind ausserdem
Ermessensentscheide, die sich als im Ergebnis offensichtlich unbillig, als in
stossender Weise ungerecht erweisen (BGE 132 III 49 E. 2.1 S. 51; 130 III 571
E. 4.3 S. 576; je mit Hinweisen).

1.5 Hingegen ist das Bundesgericht an den von der letzten kantonalen Instanz
festgestellten Sachverhalt gebunden (Art. 105 Abs. 1 BGG). Diesbezüglich kann
einzig eine willkürliche Sachverhaltsfeststellung oder die Verletzung eines
anderen verfassungsmässigen Rechts geltend gemacht werden, wobei der
betreffende Mangel überdies für den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein
muss (Art. 97 Abs. 1 BGG; vgl. BGE 135 I 19 E. 2.2.2 S. 22). Für all diese
Elemente gilt das strenge Rügeprinzip gemäss Art. 106 Abs. 2 BGG (vgl. BGE 133
II 249 E. 1.4.3 S. 255). Das bedeutet, dass das Bundesgericht nur klar und
detailliert erhobene und soweit möglich belegte Rügen prüft, während es auf
ungenügend begründete Rügen und rein appellatorische Kritik am festgestellten
Sachverhalt nicht eintritt. Wird die Verletzung des Willkürverbots gerügt,
reicht es sodann nicht aus, die eigene Sichtweise darzustellen und den davon
abweichenden angefochtenen Entscheid als willkürlich zu bezeichnen; vielmehr
ist im Einzelnen darzulegen, inwiefern das kantonale Gericht in Willkür
verfallen sein soll (vgl. BGE 134 II 244 E. 2.2 S. 246).

1.6 Der Beschwerdeführer verlangt eine öffentliche Verhandlung und Anhörung vor
Bundesgericht. Im vorliegenden Beschwerdeverfahren ist der Entscheid aufgrund
der Akten spruchreif. Die Anordnung einer öffentlichen Parteiverhandlung und
einer persönlichen Anhörung des Beschwerdeführers vor Bundesgericht ist nicht
angezeigt. Im Übrigen hat der Beschwerdeführer vor den unteren Instanzen keine
Verhandlung gefordert, sondern lediglich Beweisanträge gestellt. Damit ist der
Anspruch auf eine öffentliche Verhandlung verwirkt (BGE 125 V 37 E. 2 S. 38;
122 V 47 E. 3b/bb S. 56).

2.
In der Sache gilt es zuerst die Frage der Zuteilung der elterlichen Sorge zu
klären. Vom Entscheid hierüber hängt die Beurteilung der weiteren Anträge ab.

2.1 Gemäss Art. 298a Abs. 2 ZGB ist die Zuteilung der elterlichen Sorge neu zu
regeln, wenn dies wegen wesentlicher Veränderung der Verhältnisse zum Wohl des
Kindes geboten ist. Die gemeinsame Sorge kann nicht einfach gekündigt werden.
Es gelten indes nicht so strenge Voraussetzungen wie beim Entzug der
elterlichen Sorge. Notwendig, aber auch ausreichend ist, dass die wesentlichen
Grundlagen für eine gemeinsame Elternverantwortung nicht mehr vorhanden sind,
so dass das Kindeswohl die Übertragung der elterlichen Sorge an einen
Elternteil gebietet. Ob eine wesentliche Veränderung vorliegt, beurteilt sich
aufgrund sämtlicher Umstände des konkreten Einzelfalls (Urteil 5C.34/2006 vom
27. Juni 2006 E. 1.1 mit Hinweisen). Allein schon der Antrag eines Elternteils
oder des Kindes auf Neubeurteilung der elterlichen Sorge ist in der Regel aber
ein Indiz dafür, dass die gemeinsame elterliche Sorge nicht mehr dem Kindeswohl
entspricht (Urteile 5A_831/2010 vom 14. November 2011 E. 3.1.1; 5A_638/2010 vom
10. November 2010 E. 2.1; 5A_645/2008 vom 27. August 2009 E. 4.1 mit
Hinweisen). Letzteres trifft rechtsprechungsgemäss jedenfalls dann zu, wenn
Kooperationswille und Kooperationsfähigkeit der Eltern nicht mehr bestehen
(Urteil 5A_616/2007 vom 23. April 2008 E. 7.1; zur analogen Regelung in aArt.
157 ZGB: BGE 100 II 76 E. 1 S. 77 f.).
Steht fest, dass die elterliche Sorge nicht mehr gemeinsam ausgeübt werden
kann, so ist sie einem Elternteil zuzuteilen (Art. 298a Abs. 2 ZGB), wobei
wiederum das Kindeswohl entscheidet (vgl. BGE 115 II 206 E. 4a S. 209, 317 E.
2; 117 II 353 E. 3 S. 354 f.).

2.2 Das Verwaltungsgericht setzt sich im angefochtenen Entscheid eingehend mit
dem 118 Seiten starken kinderpsychiatrischen Gutachten vom 3. Januar 2011
auseinander, wonach die gemeinsame elterliche Sorge unter dem Aspekt des
Kindeswohls nicht aufgehoben werden, die Obhut weiterhin bei der
Beschwerdegegnerin verbleiben und der Vater das Kind zusätzlich an einem
Wochentag betreuen soll. Das Verwaltungsgericht räumt ein, dass es durchaus
Gründe gäbe, die gemeinsame elterliche Sorge der gutachterlichen Empfehlung
entsprechend beizubehalten. Allerdings habe sich herausgestellt, dass die im
Gutachten angenommene positive Entwicklung zu optimistisch gewesen sei. Die
Eltern seien nach wie vor nicht in der Lage, im Interesse des Kindeswohls
konstruktiv zusammenzuwirken und anfallende Fragen im Zusammenhang mit
Z.________ gemeinsam anzugehen und zu besprechen. Im Ergebnis sprächen die
gewichtigeren Argumente dafür, dass die Grundlagen für eine gemeinsame
Elternverantwortung, das heisst echter Kooperationswille und eine hinreichende
Kooperationsfähigkeit der Eltern, derzeit nicht gegeben sind.

2.3 Der Beschwerdeführer rügt in verschiedener Hinsicht Willkür in der
Sachverhaltsfeststellung. Er macht geltend, weder die Behörden noch die
Gutachterinnen hätten sich mit seinen Eingaben je auseinandergesetzt und seine
Beweisofferten berücksichtigt; stattdessen werde ihm ein Verhalten unterstellt,
das ihn zum Täter mache. Die diesbezüglichen Vorwürfe des Beschwerdeführers
gehen schon deshalb fehl, weil er nicht dartut, inwiefern die Behebung der
angeblichen Lücken sich auf den Ausgang des Verfahrens auswirken würde. Auch
sonst lassen die Sachverhaltsrügen nicht erkennen, was der Beschwerdeführer zu
seinen Gunsten daraus ableiten will. In seiner Eingabe ist wiederholt vom
Sachverhalt bzw. von den "tatsächlichen Verhältnissen" die Rede, die das
Verwaltungsgericht nicht untersucht und nicht (richtig) wiedergegeben haben
soll. Welche Tatsachen der Beschwerdeführer damit genau anspricht, bleibt aber
ebenso im Dunkeln wie die Antwort auf die Frage, zu welchem "anderen Schluss"
das Verwaltungsgericht durch eine korrekte Sachverhaltsabklärung hätte kommen
müssen. Was der Beschwerdeführer unter dem Titel der "offensichtlich
unrichtigen und willkürlichen Sachverhaltsdarstellung" vorträgt, lässt sich
nicht anders denn als blosse Wiedergabe seiner Sicht der Dinge verstehen.
Allein damit ist keine Willkür darzutun (E. 1.5). Insofern erweist sich die
Beschwerde als unbegründet, soweit im Lichte von Art. 106 Abs. 2 BGG überhaupt
darauf einzutreten ist.

2.4 Als willkürlich bezeichnet der Beschwerdeführer den Entscheid des
Verwaltungsgerichts auch in der Sache. Er nimmt besonders das
kinderpsychiatrische Gutachten vom 3. Januar 2011 ins Visier, bestreitet, dass
es die Anforderungen an Expertisen erfülle, und geisselt dessen Schlüsse als
"verleumderisch". Die Vorbringen des Beschwerdeführers laufen indes allein
darauf hinaus, dass er die "Schuld an der Situation" gebetsmühlenartig mit dem
immer gleichen Vorwurf von sich weist, die Beschwerdegegnerin unterwandere seit
der Trennung gezielt den Kontakt zu seiner Tochter und verweigere die
Kommunikation. Wie auch seine Eingabe an das Bundesgericht zeigt, verschliesst
sich der Beschwerdeführer beharrlich der Einsicht, dass es für den Entscheid
über die Beibehaltung der gemeinsamen elterlichen Sorge nicht darauf ankommt,
welcher Elternteil gewisse - veränderte - Verhältnisse zu verantworten hat,
sondern einzig darauf, welche Lösung zum Wohl des Kindes geboten ist (Art. 298a
Abs. 2 ZGB). An diesem Kriterium hat das Verwaltungsgericht die Verhältnisse
des vorliegenden Falles gemessen. Es kam zum Schluss, die Eltern seien nicht in
der Lage, im Interesse des Kindeswohls zu kooperieren, weshalb es an den
Grundlagen für eine gemeinsame Elternverantwortung fehle. Dabei wies es
ausdrücklich darauf hin, "dass dafür nicht einseitig nur ein Elternteil
verantwortlich gemacht werden darf".

2.5 Mit den konkreten Gründen, aus denen das Verwaltungsgericht von den
Empfehlungen des Gutachtens abgewichen ist, setzt sich der Beschwerdeführer
nicht auseinander, so dass fraglich scheint, ob er den Begründungsanforderungen
(E. 1.4) gerecht wird. Die Frage kann aber offenbleiben, wie sich aus der
nachfolgenden Erwägung ergibt.
Nach der Rechtsprechung darf ein Gericht in Fachfragen nicht grundlos von einem
Gutachten abweichen und muss Abweichungen begründen. Daraus folgt freilich
nicht, dass die Ergebnisse von Gutachten unkritisch übernommen werden dürfen;
vielmehr würdigt das Gericht ein Gutachten grundsätzlich frei (BGE 128 I 81 E.
2 S. 86). Das Verwaltungsgericht hat seinen Entscheid, weshalb die elterliche
Sorge der Beschwerdegegnerin in Abweichung vom Gutachten vom 3. Januar 2011 zu
übertragen sei, ausführlich und sorgfältig begründet. Es trägt auch dem Umstand
Rechnung, dass sich die Frage des Kindeswohls einer starren Beurteilung
entzieht und stets im Hinblick auf die aktuellen Verhältnisse zu beantworten
ist (Urteil 5A_591/2008 vom 24. Oktober 2008 E. 3.2): Unter Berücksichtigung
der neuesten Entwicklungen im Sommer 2011 betont es, ungeachtet der
gerichtlichen Ermahnungen könne von einer grundlegenden Verbesserung der
Kooperation und Kommunikation bedauerlicherweise immer noch nicht gesprochen
werden; die positive Entwicklung, von der im Fachgutachten vom 3. Januar 2011
noch die Rede war, habe keinen nachhaltigen Bestand gehabt. Dass sich daran bis
heute nichts geändert hat, belegen die undifferenzierten Anwürfe gegen die
Vorinstanz und die Beschwerdegegnerin, zu denen sich der Beschwerdeführer auch
vor Bundesgericht unbeirrt hinreissen lässt. Alles in allem liegen somit keine
Anhaltspunkte vor, aufgrund derer das Bundesgericht trotz aller Zurückhaltung
(E. 1.4) in den Ermessensentscheid des Verwaltungsgerichts eingreifen müsste.
Der Entscheid des Verwaltungsgerichts, die elterliche Sorge der
Beschwerdegegnerin zu übertragen, ist zu bestätigen.

3.
3.1 Das Begehren des Beschwerdeführers, das alleinige Sorgerecht anstatt der
Beschwerdegegnerin ihm zu übertragen, wird nach dem Gesagten (E. 2)
gegenstandslos. Dasselbe gilt für den Antrag, die elterliche Obhut dem
Beschwerdeführer zu übertragen, denn dieses Begehren steht unter der Bedingung,
dass die gemeinsame elterliche Sorge für Z.________ beibehalten wird.

3.2 Auch dass es sich erübrigt, das kinderpsychiatrische Gutachten vom 3.
Januar 2011 nachzubessern oder gar ein Obergutachten zu erstellen, ergibt sich
hinreichend aus den vorstehenden Erwägungen (E. 2.3 bis 2.5). Immerhin sei
klargestellt, dass Expertisen nicht dazu da sind, die Erwartungen einer Partei
an den Ausgang eines Verfahrens zu bestätigen, sondern dazu dienen, dem Gericht
in Fachfragen spezifische Erkenntnisse zu verschaffen. Die diesbezüglichen
Anträge sind abzuweisen.

3.3 Eventualiter beantragt der Beschwerdeführer schliesslich eine Ausdehnung
seines Betreuungs- und Besuchsrechts; zumindest seien die Empfehlungen des
Gutachtens vom 3. Januar 2011 zu berücksichtigen. Am 12. Juli 2011 hat die
Vormundschaftsbehörde der Stadt B.________ (ZG) als zuständige
Vormundschaftsbehörde am Wohnsitz des Kindes (Art. 275 Abs. 1 ZGB) den
persönlichen Verkehr im Detail geregelt (Bst. C.b). Wohl wurde diese Regelung,
die beide Parteien mit Verwaltungsbeschwerde bekämpfen (Bst. D.c), zu einem
Zeitpunkt getroffen, als noch die gemeinsame elterliche Sorge galt. Entgegen
der Ansicht der Beschwerdegegnerin führt der Wechsel von der gemeinsamen zur
alleinigen elterlichen Sorge jedoch nicht dazu, dass die Zuger Regelung "ausser
Kraft" gesetzt werden müsste. Denn jedenfalls im vorliegenden Fall ist der
Anspruch auf persönlichen Verkehr nicht mit der elterlichen Sorge, sondern mit
der elterlichen Obhut verknüpft (Art. 273 Abs. 1 ZGB); Letztere steht schon
seit der Trennung im Sommer 2006 der Beschwerdegegnerin zu, auch wenn die
gemeinsame elterliche Sorge bis heute andauerte. Hängt die beantragte
Neuregelung des persönlichen Verkehrs aber nicht allein davon ab, dass sich die
Rechtslage bezüglich der elterlichen Sorge nun ändert, so braucht das
Bundesgericht die Besuchs- und Ferienrechtsregelung gemäss dem angefochtenen
Schwyzer Entscheid nicht mehr zu überprüfen, wenn für den persönlichen Verkehr
nunmehr die Zuger Behörden zuständig und damit auch schon in zweiter Instanz
befasst sind. In diesem Sinne ist auch der Vorbehalt zu verstehen, den das
Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz mit Bezug auf den persönlichen Verkehr
angebracht hat (Bst. C.c). Nach dem Gesagten kann die Direktion des Innern des
Kantons Zug auch vor dem Hintergrund der alleinigen elterlichen Sorge ohne
Weiteres über die Neuregelung des persönlichen Verkehrs befinden. Die
diesbezüglichen Anträge vor Bundesgericht erweisen sich als überholt und sind
deshalb nicht mehr zu beurteilen.

4.
Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen, soweit
darauf einzutreten ist. Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegt der
Beschwerdeführer. Er ist kostenpflichtig (Art. 66 Abs. 1 BGG). Die
Beschwerdegegnerin hat sich zur Hauptsache nicht vernehmen lasen. Gegen die
Erteilung der aufschiebenden Wirkung hat sie sich nur hinsichtlich der
Entschädigungsfolgen gewehrt, ist mit ihrem Antrag aber durchgedrungen (Bst.
D.b). Daher hat ihr der Beschwerdeführer eine reduzierte Parteientschädigung zu
bezahlen (Art. 68 Abs. 1 und 2 BBG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Auf die subsidiäre Verfassungsbeschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Die Beschwerde in Zivilsachen wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 2'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

4.
Der Beschwerdeführer hat die Beschwerdegegnerin für das bundesgerichtliche
Verfahren mit Fr. 500.-- zu entschädigen.

5.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz,
Kammer III, der Vormundschaftsbehörde der Gemeinde A.________ sowie der
Direktion des Innern des Kantons Zug schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 4. Januar 2012
Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Die Präsidentin: Hohl

Der Gerichtsschreiber: V. Monn